25. November 2002

Erzeugerpreise im Oktober 2002 um 0,3 Prozent höher als im Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 16:11

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Oktober 2002 um 0,3 Prozent höher als im Oktober 2001. Damit wurde erstmals in diesem Jahr ein Preisanstieg gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum ermittelt. Im September 2002 hatte die Jahresveränderungsrate noch – 0,9 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat ist der Index im Oktober 2002 um 0,3 Prozent gestiegen.

Für die spürbare Erhöhung der Jahresveränderungsrate ist im Wesentlichen ein statistischer Basiseffekt verantwortlich: Der vom September 2001 auf Oktober 2001 beobachtete starke Preisrückgang (– 0,9 Prozent) wird im Vorjahresvergleich nicht mehr wirksam.

Die Preise für Energie lagen im Oktober 2002 nur noch geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres (– 0,9 Prozent). Ohne Energie war der Index der Erzeugerpreise im Oktober 2002 um 0,5 Prozent höher als im Vorjahr. Vorleistungsgüter verteuerten sich dabei um durchschnittlich 0,4 Prozent, Investitionsgüter um 1,0 Prozent und Konsumgüter um 0,4 Prozent.

Im Oktober 2002 ergaben sich gegenüber dem Vorjahresmonat Preisanstiege unter anderem bei folgenden Gütern: Raffinierte Pflanzenöle (+ 12,1 Prozent), Weizenmehl (+ 7,3 Prozent), Rindfleisch (+ 6,9 Prozent) und Fischerzeugnisse (+ 6,4 Prozent).

Billiger als vor Jahresfrist waren im Oktober 2002 unter anderem: Butter (– 7,1 Prozent), Schweinefleisch (– 5,7 Prozent) sowie Käse und Quark (– 4,8 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

ForschungsReport 2/2002 erschienen

Themen: Archiv,Forschung — info @ 16:11

Bonn (agrar.de) – Weltweit ist die ‚Biologische Vielfalt‘ in Gefahr. Als Ursachen gelten: die veränderte Nutzung der Flächen für Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Siedlung und Verkehr, die ungehinderte Vermehrung gebietsfremder Organismen, der Eintrag fremder Stoffe über die Luft oder das Wasser in die Natur und der Klimawandel. Die ‚Biologische Vielfalt‘ ist eine Voraussetzung dafür, dass Ökosysteme funktionieren und vorteilhafte genetische Ausprägungen bei den Arten genutzt werden können. Auf der Umweltkonferenz ‚UNCED‘ in Rio 1992 unterzeichneten die Europäischen Gemeinschaft und 152 Staaten ein Abkommen, wonach versucht werden soll, die Artenvielfalt aller lebenden Organismen auch für nachfolgenden Generationen zu sichern. Die Forschungsressorts des Bundesverbraucherministeriums befassen sich auf verschiedenen Ebenen mit dem Thema ‚Biodiversität‘. Sie berichten darüber im ForschungsReport 2/2002.

Beispiel Datenbanken: Der Artikel ‚Informationszentrum Biologische Vielfalt (IBV), Bonn‘ ist ein Porträt dieses Informationszentrums in der Zentralstelle für Agrardokumentation und –Information (ZADI), das unter anderem Forschungsprogramme koordiniert und Informationen über genetische Ressourcen bereitstellt und archiviert. In ‚Die Datenbank Seed Acid Fatty Acids (SOFA)‘ geht es um die Dokumentation von Fettsäuren und deren Strukturen, die in Pflanzen gefundenen wurden und die als Ausgangsstoffe für Synthesen, etwa zur Herstellung pharmazeutischer Produkte, in Frage kommen.

Beispiel Genetik: Der Artikel ‚Molekulare Marker zur Bewertung genetischer Vielfalt bei Geflügel‘ stellt ein Methode vor, mit deren Hilfe unterschiedliche Entwicklungslinien bei Geflügelrassen festgestellt werden können. In ‚Mikroben machen mehr aus Milch‘ wird klar, wie aus der ‚Biologischen Vielfalt‘ Produktvielfalt entsteht und die Qualität gewährleistet werden kann.

Beispiel Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft: Mikroorganismen im Boden können als Indikatoren für die Belastung des Bodens oder die Schädigung der Pflanzen durch Ozon dienen. Dies ist Gegenstand des Beitrags ‚Bodenmikroorganismen – die verborgene Vielfalt‘. Stillgelegte Truppenübungsplätze besitzen oft wertvolle Biotope. Ob die eigenwillig beschaffenen Flächen für Nutz- und Wildtiere verwendet oder durch andere Verfahren bearbeitet werden sollen, damit setzt sich der Artikel ‚Weidende Hirsche statt rollender Panzer‘ auseinander. ‚Wale – Sanfte Riesen oder Ratten der Meere‘ ist ein Beitrag über das konträre Verständnis von Walfanggegnern und -befürwortern. Methanemissionen bei Wiederkäuern können durch veränderte Nahrung reduziert werden. Mit diesem Ergebnis beschäftigt sich der Artikel ‚Tierproduktion und anthropogener Treibhauseffekt‘. Der Artikel ‚Wege zum Schutz untermaßiger Dorsche in der Ostsee‘ thematisiert die Eignung speziell konstruierter Fangnetze zum Ausselektieren zu kleiner Fische.

Der ForschungsReport 2/2002 ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten im Geschäftsbereich des Bundesverbraucherministeriums, Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig, Tel.: 0531-299-3396, Fax: 0531-299-3001, E-Mail.

Links zum Thema Forschung, Links zum Thema %url4%Biodiversität%/%.

Kein Zusammenschluss von Nordfleisch und Westfleisch

Themen: Archiv — info @ 15:11

Münster (agrar.de) – Die bereits im Frühjahr d.J. von den Vorständen und Aufsichtsräten der Nordfleisch-Gruppe, Hamburg, und der Westfleisch eG, Münster, beschlossene Zusammenführung ihrer operativen Geschäfte in einer neu zu gründenden Holding kommt nicht zustande, da über die im Fusionskonzept zugrundegelegten finanziellen Rahmenbedingungen keine voll umfängliche Einigung erzielt werden konnte. Das melden die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung.

Alle Beteiligten bedauern dies, insbesondere vor dem Hintergrund der unveränderten Strukturprobleme der Branche, dem anhaltenden Konzentrationsprozess auf den Absatzmärkten und bei europäischen Wettbewerbern. Beide Unternehmen wollen auch weiterhin ihre partnerschaftliche Zusammenarbeit fortsetzen.

Links zum Thema Fleischwirtschaft.

Sachsen-Anhalt verkauft Waldflächen

Themen: Archiv — info @ 15:11

Interessenten müssen mit höheren Preisen rechnen

Magdeburg (agrar.de) – Die Landesforstverwaltung wird im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt ca. 4 bis 5.000 ha Wald verkaufen. Das Ministerium rechnet mit Erlösen von ca. 14,5 Mio Euro für die Waldflächen, inklusive Forstimmobilien. Mit dem Verkauf soll Anfang 2003 begonnen werden. Interessenten können sich beim Landesforstbetrieb melden.

Umweltministerin Petra Wernicke betont: ‚Es gibt keine qualitativen Abstriche bei der Waldbewirtschaftung.‘ Jeder Waldbesitzer, staatlich, privat, kommunal oder kirchlich ist zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung durch das Waldgesetz verpflichtet. Die Einhaltung wird durch die Forstämter kontrolliert.

Es werden zuerst und vor allem Wald-Splitterflächen verkauft. Nach einer ersten Erhebung vor Ort gibt es etwa 3.000 ha geeignete Flächen. Für einen Drittel haben sich bereits Interessenten gemeldet.

Splitterflächen sind z.B. von privaten Wald umgebene Flächen. Diese sind für die Landesforstverwaltung nur aufwendig zu bewirtschaften. Für die jeweiligen Waldbesitzer aber sehr interessant. Deshalb müssen die Interessenten auch mit höheren Preisen rechnen. Das Preisniveau soll deutlich über dem jetzigen BVVG-Niveau liegen.

Trotz der geplanten Waldverkäufe wird sich der Landeswaldbesitz zukünftig noch vergrößern. Hintergrund sind Übernahmen von BVVG-Naturschutzflächen, bei denen es sich vor allem um für den Naturschutz bedeutsame Waldflächen handelt.

Links zum Thema Forst und Wald, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

Rinderhalter ziehen Bilanz zur BSE-Krise

Themen: Archiv — info @ 11:11

DBV: Verbraucherschutz durch QS-System verbessert

Berlin (agrar.de) – Wenn sich am 24. November 2002 zum zweiten Mal der Tag jährt, an dem in Deutschland das erste an BSE erkrankte Rind identifiziert wurde, ziehen die Rinderhalter in Deutschland eine zwiespältige Bilanz. Einerseits herrschte vor zwei Jahren Apokalypse-Stimmung im Land. Einige Wissenschaftler und selbsternannte Fachleute sagten in deutschen Herden Hunderttausende von BSE-infizierten Rindern in den kommenden Jahren voraus. Von Tausenden, wenn nicht sogar Hunderttausenden von Menschen, die durch die neue Form der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung gefährdet seien, war die Rede. Die Emotionen schwappten bei Verbrauchern und Politiken über. Diese Horrorszenarien haben sich nicht bewahrheitet. Von den 5,5 Millionen auf BSE getesteten Rindern seit November 2000 wurden bei 0,004 Prozent BSE festgestellt.

Ein Bündel von vorsorgenden Verbraucherschutzmaßnahmen mit Kosten in Milliardenhöhe wurde seit November 2000 aufgelegt. Diese finanzielle Belastung trifft die Bauern bis heute ins Mark, das ist die andere Seite der Bilanz. Die Erzeugerpreise von Rindfleisch liegen nach wie vor 15 bis 20 Prozent niedriger als vor dem ersten BSE-Fall, der Verbrauch hat sich dagegen erfreulich stabilisiert.

Der Deutsche bauernverband (DBV) trägt alle Maßnahmen des vorsorgenden Verbraucherschutzes mit, doch muss jetzt emotionsfrei und wissenschaftlich fundiert auch erlaubt sein, nach Maßnahmen Ausschau zu halten, die sowohl den Verbraucherschutz als auch die Wirtschaftlichkeit der über 200.000 heimischen rinderhaltenden Betriebe berücksichtigen. Die Landwirtschaft selbst hat gemeinsam mit den Partnern der Lebensmittelkette die Rindfleischerzeugung ‚auf neue Beine‘ gestellt. Heute wird Rindfleisch nach streng definierten und kontrollierten Kriterien des Qualitäts- und Sicherungssystem QS erzeugt, stellt der DBV fest.

Links zum Thema BSE, Links zum Thema Verbände.

Bio-Hamburger auf Wunschliste von Jugendlichen ganz oben

Themen: Archiv — info @ 11:11

BMVEL: Umfrage bestätigt das staatliche Bio-Siegel

Bonn (agrar.de) – Das Interesse an gesunder Ernährung und ökologischen Produkten ist bei Jugendlichen in den vergangenen sechs Monaten gestiegen. Das geht aus zwei repräsentativen Befragungen im Mai und Oktober dieses Jahres hervor. Danach gaben im Oktober 60 Prozent der Befragten zwischen 14 und 26 Jahren an, sich gesund zu ernähren. Vor einem halben Jahr waren es noch 43 Prozent. Das von Bundesverbraucherministerin Renate Künast eingeführte Bio-Siegel für ökologische Nahrungsmittel begrüßen aktuell 64 Prozent der Jugendlichen, im Vergleich zu 59 Prozent im Mai diesen Jahres.

Insgesamt 62 Prozent (60 Prozent im Mai) achten darauf, ökologische Produkte zu kaufen, so die Untersuchung der unabhängigen Hamburger BIK Umfrageforschung im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums. Der Meinung, dass die richtige Ernährung für das Allgemeinbefinden von großer Bedeutung ist, stimmten 94 Prozent (im Mai 91 Prozent) ganz oder eher zu.

Dabei hat das generelle Bewusstsein für Umwelt und Ernährung zugenommen. Insgesamt 96 Prozent der Befragten schätzen das Ziel als wichtig oder ziemlich wichtig ein, wonach jeder Einzelne angesichts der Veränderungen in der Umwelt darauf achtet, dass die natürlichen Lebensgrundlagen erhalten bleiben oder sich verbessern (im Mai 94 Prozent). 57 Prozent (im Mai 55 Prozent) gaben an, auf ihre Gesundheit zu achten und Sport zu treiben.

Ein Bio-Hamburger hätte nach der Umfrage bei Jugendlichen echte Chancen, ein Verkaufsrenner zu werden: 66 Prozent der 14- bis 26-jährigen würden sich für die Bio-Burger-Variante entscheiden, wenn diese von Imbissen und Hamburger- oder Pizza-Ketten alternativ zu einem herkömmlichen Hamburger angeboten würde. Und das sogar, wenn der Bio-Hamburger teurer wäre.

Miller: Privatisierung der Staatsforsten kein Thema

Themen: Archiv — info @ 10:11

München (agrar.de) – Eine klare Absage hat Forstminister Josef Miller einer Privatisierung der bayerischen Staatsforsten erteilt. Auch und gerade wegen der vielfältigen Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes habe der Bayerische Ministerrat schon im November 1999 eine Privatisierung abgelehnt, sagte der Minister in München. An dieser Entscheidung habe sich nichts geändert. Miller: ‚Es wird in Bayern auch künftig keine einseitig gewinnorientierte Ausrichtung des Staatsforstes geben.‘ Die Sicherung der Gemeinwohlfunktionen des Waldes bleibe weiterhin ein Kernziel bayerischer Forstpolitik.

Miller reagierte auf entsprechende Befürchtungen der im Bürgerwaldforum zusammen geschlossenen Naturschutzverbände. Sie sehen die positive Entwicklung von akuten Veränderungen bedroht. Seit der so genannten Forstreform werde die Bewirtschaftung der Staatswälder mehr und mehr einseitig auf Geldgewinn ausgerichtet. Einschneidender Personalabbau, Auflösung weiterer Forstreviere und drastisch erhöhter Holzeinschlag gefährdeten die künftige Erfüllung dieser Ziele, so die Verbände. Es werde verstärkt Holz auch in ökologisch außergewöhnlich wertvollen, alten Laubwäldern eingeschlagen, die in das europäische Schutzgebietssystem ‚Natura 2000‘ integriert sind, und dies in einer Phase rückläufiger Nachfrage auf dem Holzmarkt.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Bayern.

Flath würdigt Engagement zum Schutz der Artenvielfalt

Themen: Archiv — info @ 10:11

Sächsischer Umweltpreis in diesem Jahr an sechs Preisträger

Dresden (agrar.de) – Für ihr außergewöhnliches Engagement für den Biotop- und Artenschutz hat Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath Landwirte, Vereine und Verbände mit dem sächsischen Umweltpreis ausgezeichnet. Die sechs Preisträger hätten sich in hervorragender Weise für den Naturschutz in Sachsen verdient gemacht.

Der Umweltpreis, der in diesem Jahr unter dem Motto ‚Schützen und Nutzen‘ stand, wurde am Montag im Schloss Großenhain übergeben. Für den mit insgesamt 12.000 Euro dotierten Preis waren 30 Bewerbungen eingegangen. Sieger in der Kategorie ‚Unternehmen aus der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft‘ wurde das Landgut Eckartsberg (LKrs. Löbau-Zittau), gefolgt vom Familienbetrieb Siegmar Krause aus Hohwald (LKrs. Sächsische Schweiz).

In der Rubrik „Vereine und Verbände“ ging der erste Preis an den Landschaftspflegeverband „Oberes Vogtland“ e.V. Platz zwei teilten sich Marsdorfer e.V./Fachgruppe Ornithologie Großdittmannsdorf (LKrs. Meißen) und der Landesverein Sächsischer Heimatschutz, Regionalgruppe Bautzen. Einen Sonderpreis erhielt das Grünflächenamt der Stadt Leipzig. Die ersten Plätze sind mit jeweils 4.000 Euro dotiert, für die zweiten Plätze gab es 2.000 Euro.

Landgut Eckartsberg Dem Bemühen der Eckartsberger ist es zu verdanken, dass die einzige Feldhamsterpopulation in der Oberlausitz gerettet wurde. Aber auch zahlreiche andere, zum Teil bedrohte Tierarten wie Steinkauz, Schleiereule, Kiebitz profitierten von dem Engagement der Landgut-Mitarbeiter. Vor allem durch die pfluglose Feldbestellung und dadurch, dass einzelne Flächen nicht jährlich bestellt werden, konnte der Lebensraum der bedrohten Arten erhalten werden.

Familienbetrieb Siegmar Krause Die ehemals unbearbeitete Hoffläche des familienbetriebes wurde mit zahlreichen Biotopen gestaltet. Jetzt ist sie nicht nur optisch eine Augenweide, sondern sie bietet durch neuangelegte Hecken, sanierte Teiche, bepflanzte Flutgräben und naturschutzgerechte Beweidung zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine neue Heimat.

Marsdorfer e.V. und die Fachgruppe Ornithologie Großdittmannsdorf Viel Freizeit haben die Mitglieder des Vereins und der Fachgruppe investiert, um durch Hecken- und Baumpflanzungen aus einem gehölzarmen Landschaftsteil der Moritzburger Kleinkuppenlandschaft ein Biotop zu machen. Die Anlage ist nach historischem Vorbild gestaltet, sie verläuft entlang ehemals sichtbarer Grundstücksgrenzen. Ziel ist es, eines Tages die charakteristische Kulturlandschaft wiederherzustellen.

Der Landschaftspflegeverband ‚Oberes Vogtland‘ e.V. hat sich ganz besonders für den Erhalt von Streuobstwiesen im Vogtland stark gemacht. Das Engagement reicht von der Erfassung und Neuanlage von Streuobstbeständen hin zur praktischen Umsetzung von Pflege- und Nutzungskonzepten. Besonders Augenmerk haben die Vereinsmitglieder auf alte Apfelsorten gelegt. Durch die Errichtung einer Obstannahmestelle konnte die Nachfrage nach typischen heimischen Apfelsorten gesteigert werden. Mittlerweile ist so mancher Vogtländer stolz auf die alten und selten gewordenen Apfelsorten in seinem Garten.

Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz, Regionalgruppe Bautzen/Oberlausitz e.V. wird für die erfolgreiche Biotopvernetzung durch Anlage und Pflege einer Benjeshecke (Aufschichtung von Zweigen und Baumverschnitt) außerhalb eines Schutzgebietes ausgezeichnet. Benjeshecken bieten als ein vom Menschen angelegtes Biotopverbundsystem vielen, zum Teil auch bedrohten Tier- und Pflanzenarten, einen idealen Lebensraum.

Grünflächenamt der Stadt Leipzig, Abteilung Stadtforsten Der Leipziger Auenwald ist gekennzeichnet durch seine einmalige Artenvielfalt. Ein herausragender, schützenswerter Naturraum. Die Stadt Leipzig hat sich zum Ziel gestellt, den Auenwald zu erhalten, zu schützen und geschädigte Teile zu regenerieren. Waldumbaumaßnahmen, die die Stadt hier durchgeführt hat, sind vorbildlich und sollen andere Waldbesitzer zum Nachahmen anregen. Durch eine gezielte Bewirtschaftung wird die Vitalität der Alteichen verbessert, die Baumartenvielfalt gesichert und die hartholzauentypischen Flora und Fauna gefördert. Hervorzuheben ist, dass sich die ökonomische Bilanz des Forstbetriebes durch all diese Maßnahmen nicht verschlechtert hat.

Links zum Thema Umweltpreise, Links zum Bundesland Sachsen.

BDL: Die Bahn kommt – wir gehen! Zu Fuß?

Themen: Archiv — info @ 10:11

Berlin (agrar.de) – Das neue Preissystem der Deutschen Bahn AG veranlasst den Bund der Deutschen Landjugend (BDL) zu der Frage, ob und wie damit noch flexible, ehrenamtliche Jugendarbeit gewährleistet werden kann.

Der Bund der Deutschen Landjugend fordert alle Jugendlichen auf, sich bis 14. Dezember 2002 die BahnCard zu den alten Konditionen zu sichern, denn ab 15. Dezember 2002 greift das neue Preissystem der Deutschen Bahn AG und damit auch die neue BahnCard, die zwar um einiges günstiger, aber dafür um vieles komplizierter wird.

‚Das neue System greift in die Flexibilität der ehrenamtlich engagierten Jugendlichen ein‘ verdeutlicht Rosi Geyer, stellvertretende Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend, ‚denn die Vorzüge der Bahn gehen vor allem für die Vielfahrer verloren.‘ Es sei zwar wichtig, dass Licht in den Dschungel der Bahnpreise komme, aber nicht auf Kosten der Jugendlichen, zumal derjenigen, die ehrenamtlich aktiv seien, so Rosi Geyer.

Die Reduzierung des Grundpreises senkt sich von bisher 50 Prozent auf nun 25 Prozent. Zusätzliche Rabatte sind nur in Abhängigkeit vorab gebuchter Fahrkarten gültig. Kann der gebuchte Zug nicht eingehalten werden, weil eine Veranstaltung länger dauert, sind Zusatzkosten in Höhe von mind. 45 Euro fällig. Außerdem stehen vor allem am Freitagabend und am Sonntagnachmittag, den Hauptfahrzeiten ehrenamtlich tätiger Jugendlicher, weniger Fahrkarten zur Verfügung.

‚Da bleibt nicht nur die Flexibilität auf der Strecke, sondern auch für Jugendliche die Möglichkeit, sich ökologisch verantwortungsbewusst zu verhalten, wenn sie gezwungen sind, wieder auf das Auto umzusteigen‘ so Rosi Geyer.

Links zum Thema Landjugend.

22. November 2002

Europaparlament für Ende des Zulassungsstopps von Gen-Produkten

Themen: Archiv — info @ 15:11

Kein Datum für Freigabe genannt

Brüssel/Straßburg (agrar.de) – Das EU-Parlament hat mit großer Mehrheit die Aufhebung des in der EU seit 1998 bestehenden De-facto-Moratoriums für die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen gefordert. In einer Stellungnahme unterstützt das Parlament die von der EU-Kommission im Frühjahr präsentierte Biotechnologie-Strategie.

Die Parlamentarier begrüßen den Aktionsplan der Kommission zur Weiterentwicklung der Biowissenschaften und Biotechnologie. Sie halten die Auffassung für falsch, dass die Gentechnik in der Medizin überwiegend Chancen biete, in der Landwirtschaft hingegen hauptsächlich mit Risiken verbunden sei. In beiden Bereichen gebe es große Chancen, die genutzt werden sollten, aber auch erhebliche Risiken, die durch geeignete Vorschriften gemindert werden müssten, differenziert das EU-Parlament.

Das Parlament unterstütz die Einführung von Schwellenwerten für zufällige Spuren gentechnisch veränderter Stoffe in Lebens- und Futtermitteln, um dem Verbraucher Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. Die Schwellenwerte sollten auf ‚ein angemessenes Niveau‘ festgelegt werden, das in der Praxis anwendbar sei, und sich auf wissenschaftliche Bewertungen stützen. Als Voraussetzung müsse gelten, dass diese Stoffe gemäß den EU-Standards als unbedenklich eingestuft worden seien. Konkrete Werte für die Festlegung von Kennzeichnungsschwellen nennt die Stellungnahme nicht. Damit der Verbraucher größtmögliche Transparenz und volle Wahlfreiheit erhalte, müssten Produkte, die gentechnisch verändertes Material enthielten oder daraus hergestellt worden seien, klar und eindeutig gekennzeichnet sowie rückverfolgbar sein, heißt es. Die Verbraucher müssten zuverlässig über gentechnisch veränderte Organismen aufgeklärt werden, damit sie bei der Auswahl eines Produktes über die notwendigen Informationen verfügten.

An die Mitgliedstaaten richtet das Plenum den Appell, die Freisetzungs-Richtlinie für gentechnisch veränderte Pflanzen baldmöglichst umzusetzen. Im EU-Ministerrat blockieren sechs Staaten, nämlich Österreich, Luxemburg, Griechenland, Frankreich, Italien und Dänemark die Zulassung einer Reihe Gen-Produkte wie Mais aus den USA in der EU. Sie wollen erst Grünes Licht geben, wenn die EU-Mitgliedstaaten sich auf eine bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln und Tierfutter und die Rückverfolgbarkeit der Erzeugnisse geeinigt haben.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der sozialistischen Fraktion, Robert Goebbels, begrüßte das Abstimmungsergebnis im Parlament. Mit dieser ‚vernünftigen Entscheidung‘ habe das Parlament endlich einen Schritt in die richtige Richtung getan, betonte er am Freitag. ‚Wir können uns nicht weiter aus ideologischen Gründen von der technischen Entwicklung abkoppeln und uns von gezielt geschürten Kampagnen unter Druck setzen lassen‘, warnte Goebbels.

Heftige Kritik am Beschluß kommt von den Umweltschutzorganisationen. Sie betonen, dass gentechnisch veränderte Organismen weder sicher noch ausreichend kontrollierbar wären.

‚Die Industrie zeigt weltweit, dass sie weder willens noch fähig ist, ihre Verantwortung für Umwelt und Verbraucher wahrzunehmen‘, so Herwig Schuster, Gentechnikexperte von Greenpeace-Österreich. Der Experte kritisiert dabei in erster Linie die bisher ungeklärten Fragen der Haftung und Kennzeichnung. Die Mehrheit der Verbraucher stehe den Gentech-Produkten ablehnend gegenüber.

Außerdem argumentieren die Umweltschützer damit, dass die so genannte ‚Grüne Gentechnik‘ immer wieder außer Kontrolle gerate. Eine kürzlich präsentierte Dokumentation haben Fälle in Europa, den USA, Mexiko und Kanada angeführt, in denen sich die Gentech-Saaten unkontrolliert ausgebreitet haben.

Links zum Thema Biotechnologie

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