26. November 2002

Niederlande: Fortgesetzter Stukturwandel in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 15:11

Voorburg (agrar.de) – Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in den Niederlanden ist zwischen dem 1. April 2001 und dem 1. April 2002 um drei Prozent zurückgegangen. Durchschnittlich geben damit 62 Höfe pro Woche auf, berichtet das Statistikamt in Voorburg.

Die aktuellen Zahlen bestätigen einen langfristigen Trend. Zwischen 1993 und 2002 stellten rund 25 Prozent (30.000 Betrieb) die Landwirtschaft ein. Besonders die intensiven Viehhaltungen sind betroffen: die Zahl der Schweinebetriebe hat sich mehr als halbiert.

Mit dem Strukturwandel wuchsen die verbleibenden Betriebe. Zwischen April 2001 und April 2002 erweiterte sich der Durchschnittsbetrieb um einen Hektar. 1993 hatten die Landwirte durchschnittlich 17 Hektar, fünf weniger als heute. Auch die pro Betrieb gehaltene Anzahl von Tieren nahm in den letzten zehn Jahren zu. Im Durchschnitt stieg der Viehbesatz der Milchviebetriebe um ein Drittel auf 56 Kühe pro Betrieb. Die Anzahl Schweine stieg sogar um drei Viertel auf jetzt fast 1.000 pro Betrieb.

Die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Menschen fiel um vier Prozent von April 2001 bis April 2002. Im Zeitraum 1993 bis 2002 sank die Beschäftigtenzahl um 13 Prozent, die Zahl der Betriebe um 25 Prozent. Der Anteil der Nicht-Familienmitglieder stieg an und die Anzahl der Saisonkräfte hat sich fast verdoppelt.

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Weniger Getreideanbau auf Sachsens Feldern

Themen: Archiv — info @ 15:11

Die sächsischen Landwirte bearbeiteten in diesem Jahr rund 725.100 Hektar Ackerland.

Dresden (agrar.de) – Für Getreide einschließlich Körnermais wurde eine Anbaufläche von fast 413.700 Hektar registriert. Das sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes rund 12.000 Hektar weniger als 2001. Damit wächst Getreide in diesem Jahr auf 57 Prozent des Ackerlandes heran. Während sich die Anbaufläche von Weizen um drei Prozent auf nunmehr 172.900 Hektar erhöhte, verringerte sich die Anbaufläche von Gerste um sieben Prozent auf 138.800 Hektar. Weiterhin wurden 41.900 Hektar Roggen und 33.900 Hektar Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) gedrillt.

Der Anbau von Handelsgewächsen wurde um zwölf Prozent (14.600 Hektar) auf 132.700 Hektar erhöht. Zu Handelsgewächsen zählen unter anderem Ölfrüchte, Rüben und Gräser zur Samengewinnung sowie Hopfen. Die sächsischen Landwirte erweiterten die Anbaufläche von Winterraps um 15.500 auf 122.800 Hektar. Das entspricht einer Ausdehnung von rund 14 Prozent und einen Anteil am Ackerland von 17 Prozent. Diese Fläche schließt auch Winterraps als nachwachsenden Rohstoff ein. Allerdings ist ein weiterer Rückgang der Flachsanbaufläche zu verzeichnen. Nicht einmal mehr 1.000 Hektar stehen noch auf Sachsens Feldern. Futterpflanzen wachsen auf 91.600 Hektar heran. Somit hat sich die Anbaufläche zum Vorjahr um 2.700 Hektar verringert, wobei die Silomaisfläche nur einen leichten Rückgang von 700 Hektar aufweist.

Weiterhin wurden in Sachsen rund 25.800 Hektar mit Hackfrüchten (500 Hektar mehr als im Vorjahr) und 23.000 Hektar mit Hülsenfrüchten (2.200 Hektar weniger) bestellt. Die Brache beträgt in diesem Jahr etwa 33.300 Hektar.

Die Ergebnisse stammen aus der Bodennutzungshaupterhebung 2002, die das Statistische Landesamt in rund 3.500 repräsentativ ausgewählten landwirtschaftlichen Betrieben durchführte. In Zusammenarbeit mit dem sächsischen Landwirtschaftsministerium sowie den Ämtern für Landwirtschaft nutzte das Statistische Landesamt bei dieser Integrierten Erhebung 2002 wieder Daten aus der Agrarverwaltung für den Bereich der Bodennutzung. Damit wurde die Mehrzahl der ausgewählten landwirtschaftlichen Betriebe von der statistischen Berichtspflicht zum Anbau auf dem Ackerland befreit.

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Sachsen-Anhalt: Waldschadensbericht 2002

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 14:11

Verbesserung bei Fichte und Eiche

Magdeburg (agrar.de) – Wald gehört zu den funktionell und territorial wichtigsten Landschaftselementen. Er ist Erholungsort, Rohstofflieferant und Wirtschaftsfaktor und spielt eine wichtige ökologische Rolle. Voraussetzung dafür ist ein gesunder Wald. Sachsen-Anhalt zählt mit einem Waldanteil von ca. 23 Prozent zu den waldärmeren Bundesländern. Landwirtschafts- und Umweltministerin Wernicke: ‚Wir werden Schutz, Erhalt und Mehrung der Waldfläche besondere Aufmerksamkeit widmen.‘

Nach dem Waldschadensbericht 2002 liegt Sachsen-Anhalt bundesweit im vorderen Drittel. Obwohl sich der Anteil deutlicher Schäden im Gesamtwald gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent auf jetzt 18 Prozent erhöht hat. Der Anteil gesunder Bäume sank um 7 Prozent auf 41 Prozent.

Seit Mitte der 90iger Jahre ist eine leichte Verschlechterung festzustellen. Bis Mitte der 90iger Jahre gingen die Waldschäden in Sachsen-Anhalt (Rückgang Schwefeldioxide) deutlich zurück.

Am weitesten verbreitet und gesündeste Baumart ist in Sachsen-Anhalt die Kiefer mit nur 7 Prozent deutlich geschädigten Bäumen, allerdings 3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die ebenfalls verbreiteten Fichten und Eichen waren in diesem Jahr gesünder. War es 2001 noch jede vierte Fichte, ist jetzt nur noch jeder fünfte Baum deutlich geschädigt. Die Eichen, seit Jahren am stärksten geschädigte Baumart, zeigen bei den über 60-jährigen Bäumen deutliche Kronenschäden. Die jüngeren Eichen sind wesentlich gesünder. Ähnlich ist die Situation bei Buchen.

Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra Wernicke: ‚Der Mensch kann nicht alle Faktoren beeinflussen, aber wir müssen weitere Anstrengungen zur Reinhaltung der Luft unternehmen.‘

Waldschäden entstehen durch natürliche oder vom Menschen ausgehende Einflüsse. Hervorzuheben sind dabei Luftverunreinigungen, Witterungsextreme und Schädlinge. Besonders die zu Massenvermehrungen neigenden Kiefernnadelschädlinge belasten die Wälder im Land. Die in diesem Jahr einsetzende Übervermehrung der Nonne (im Fläming) und der Kiefernbuschhornblattwespe (in der Letzlinger Heide) könnten sich in den kommenden Jahren noch ausweiten.

Das Jahr 2002 war besonders regenreich. Für den Wald wirken sich hohe Niederschlagsmengen (außer extreme Überflutungen) positiv aus. Allerdings gab es in diesem Jahr auch längere, für den Wald ungünstige Trockenperioden. Eine Schlüsselrolle spielt allerdings die Luftverschmutzung. Die großen Erfolge bei der Reduzierung des Schwefeldioxid-Ausstoßes im letzten Jahrzehnt haben sich positiv auf den Wald ausgewirkt. Nach wie vor sind allerdings die Stickstoffeinträge zu hoch und auch die zeitweise zu hohen Ozonkonzentrationen in Bodennähe wirken sich negativ auf den Gesundheitszustand des Waldes aus. Sichtbar beispielsweise an gelben Nadeln in Reinluftgebieten, wie dem Harz.

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Höhn: Biokraftstoff bietet enorme Potenziale

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 13:11

Düsseldorf (agrar.de) – Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Bärbel Höhn hat sich heute auf der Biokraftstoff-Fachtagung ‚Was tanken wir morgen?‘ in Oberhausen für den weiteren Ausbau der Energienutzung aus Biomasse ausgesprochen. Hier liegt, so die Ministerin, ein großes Potenzial für eine klimaschonende Energieerzeugung und zukunftsfähige Mobilität.

Höhn: ‚Es gibt ein wachsendes Interesse, Energie aus Pflanzen zu gewinnen. Für den Verkehr bedeutet das: In der EU könnte die Biomasse bis zu acht Prozent des derzeit im Straßenverkehr verbrauchten Kraftstoffs ersetzen. Dazu müssten auf etwa zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Energiepflanzen angebaut werden. Hier liegt noch ein gewaltiges Steigerungspotenzial, insbesondere beim Einsatz von Pflanzenöl als Treibstoff. Jeder Prozentpunkt mehr an biogenen Kraftstoffen ist für die Landwirtschaft, den Strukturwandel, für neue Wirtschaftskraft, für zukunftsfähige Arbeitsplätze und natürlich für den Klimaschutz ein großer Gewinn. Diesen Markt wollen wir in NRW besetzen.‘

Der Bedarf für eine Neuorientierung des Kraftstoffmarktes ist hoch, da durch Biokraftstoffe Erdöl ersetzt werden kann, was nicht nur die weltweiten Ölreserven schont, sondern Europa auch von Öl-Importen unabhängiger macht. Da Biokraftstoffe CO2-neutral, schwefelfrei und schadstoffarm sind, gehen die meisten Experten auch von einer positiven Ökobilanz aus. Nordrhein-Westfalen hat als klassisches Energieland gute Chancen, bei den Biokraftstoffen eine Führungsrolle zu übernehmen, denn hier gibt es die notwendigen Industrien und eine Reihe vielversprechender Forschungsprojekte in Wirtschaft und Wissenschaft.

Biomasse ist regional verfügbar, so dass Erzeugung, Transport, Lagerung und Verwertung vor Ort erfolgen und damit Wertschöpfung und Arbeitsplätze gerade in der heimischen Wirtschaft sichern können. Vor allem für Landwirte bieten sich in diesem Bereich neue Einkommensquellen. Bereits heute sind u.a. durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und weitere gezielte Fördermaßnahmen 130.000 Menschen im Bereich Erneuerbare Energien beschäftigt – mehr als in der Atom- und Kohleindustrie zusammen. Allein im Bereich der ‚Bioenergie‘ erwirtschaften derzeit in Deutschland rund 50.000 Beschäftigte einen Jahresumsatz von 2,4 Milliarden Euro. Das Umsatzvolumen des deutschen Kraftstoffmarktes liegt bei rund 50 Mrd. Euro jährlich und ist damit höher als im Strommarkt. Der Anteil pflanzlicher Treibstoffe liegt jetzt noch bei 0,5 Prozent. Man sieht also, welches Potenzial noch möglich ist.

An der Tagung beteiligen sich als Referenten rund 30 renommierte nationale und internationale Experten aus Automobilindustrie, dem Bereich Erneuerbare Energien, Forschung, Landwirtschaft und Politik.

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Schindler: Voraussetzungen für Einführung von Schweinedatenbank unzureichend

Themen: Archiv — info @ 13:11

Mainz (agrar.de) – Gemäß der EU-Richtlinie 64/432/EWG ist festgelegt worden, dass per 31. De-zember 2001 das Verbringen von Schweinen aus dem Geburtsbetrieb in eine elektronische Datenbank erfasst werden muss. Außerdem sieht die Richtlinie vor, dass ab dem 31. Dezember 2002 jede Verbringung von Schweinen erfasst werden muss.

Bereits in der Vergangenheit hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland Pfalz Süd (BWV) die Einrichtung einer Schweinedatenbank kritisiert und die Notwendigkeit von Bewegungsmeldungen bei Schweinen in Frage gestellt. Das Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) hatte im Rahmen der Änderung der nationalen Viehverkehrsordnung zur Umsetzung der EU-Richtlinie ursprünglich vorgesehen, zunächst nur das Verbringen von Schweinen aus dem Geburtsbetrieb per 31. Dezember 2002 zu registrieren.

In einem Schreiben an den Mainzer Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage und Umweltministerin Margit Conrad kritisiert Norbert Schindler, Präsident des BWV nun scharf die Tatsache, dass plötzlich doch die EU-Richtlinie im gesamten Umfang umgesetzt werden soll und die Landwirte bereits zum Ende des Jahres auf allen Stufen in jedem Fall jede Verbringung von Schweinen melden müssen. Das bedeutet, dass ein Landwirt, der Schweine in seinen Betrieb übernimmt, dies innerhalb von sieben Tagen der zuständigen Behörde melden muss. Dabei muss er die Anzahl der übernommenen Tiere, das Datum der Übernahme, die dem Betrieb erteilte Registriernummer sowie die Registriernummer des abgebenden Viehhandelsunternehmens oder der Sammelstelle angeben.

Schindler mahnt in dem Schreiben an die zuständigen Minister an, dass der vorgesehene Umsetzungszeitraum für die geplante Verordnung zum Ende des Jahres trotz der teilweise geschaffenen technischen Voraussetzungen viel zu kurz bemessen sei. Die Schweine haltenden Betriebe könnten in dieser knappen Zeit nicht ausreichend auf die neuen Vorschriften vorbereitet und aufgeklärt werden, um die Meldungen erfolgreich durchzuführen. ‚Weiterhin ist die Art und Weise der Abwicklung für die Meldungen gänzlich ungeklärt. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die extremen und lang anhaltenden Anlaufschwierigkei-ten bei der Einführung der Rinderdatenbank‘, fügt Schindler hinzu und kritisiert, dass in Rhein-land-Pfalz weder die Zuständigkeiten noch die Finanzierung der Meldungen geklärt seien.

Aus diesem Grund fordert der Bauernpräsident bis zur Klärung der notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Realisierung der Verordnung, dem vorliegenden Verordnungsentwurf in der derzeit vorliegenden Form nicht zuzustimmen, sondern für den ursprünglichen Entwurf des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft zu unterstützen.

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Auswirkungen der Fischler-Vorschläge auf Brandenburgs Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 13:11

Criewen (agrar.de) – Für eine umfassende Reform der europäischen Agrarpolitik, aber gegen ein Vorziehen dieser Reformen vor Ablauf der gegenwärtigen Förderperiode 2006 wird Brandenburg nach den Worten von Agrarstaatssekretär Dietmar Schulze in der weiteren Debatte um die Halbzeitbewertung der Agenda 2000 und die EU-Osterweiterung eintreten. Schulze analysierte heute aus Brandenburger Sicht im Rahmen des Symposiums ‚Landwirtschaft und ländlicher Raum‘ im Deutsch-Polnischen Umweltbildungs- und Begegnungszentrum Schloss Criewen die Herausforderungen, Chancen, Probleme im Zusammenhang mit den Vorschlägen von EU-Kommissar Franz Fischler.

Modulation

Ab 1. Januar 2004 sollen alle Direktzahlungen in Schritten von jeweils 3 Prozent pro Jahr bis zu einem Satz von 20 Prozent gekürzt werden. Zusätzlich soll ein Freibetrag von 5.000 EURO für die ersten beiden Arbeitskräfte und von 3.000 EURO für jede weitere Vollarbeitskraft gewährt werden. Die Vorstellungen der EU würden eine Umverteilung zugunsten der ärmeren und extensive Landwirtschaft betreibenden Mitgliedsstaaten zur Folge haben.

Ein Teil der in Brandenburg durch Modulation einbehaltenen EU-Mittel käme weder den brandenburgischen Landwirten noch seinen ländlichen Räumen zugute, würde also abfließen, insbesondere, wenn Brandenburg nach 2006 nicht mehr in Gänze zu den Ziel 1-Gebieten gehört.

Brandenburg fordert, dass die durch die Modulation eingesammelten Mittel in den Mitgliedsstaaten verbleiben und dort den Landwirten und ländlichen Raum zugute kommen. Das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten der Modulationsmittel ist zu erweitern.

Obergrenze von 300.000 EURO

Für Flächen- und Tierprämien soll laut Fischler pro Betrieb eine Obergrenze von 300.000 EURO gelten. Nach Berechnung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig würden 80 Prozent der in der EU durch Kappung gewonnenen Mittel in den neuen Bundesländern anfallen. Noch niemals in der Geschichte der EU ist eine eng begrenzte Region – wie Ostdeutschland – durch eine agrarpolitische Maßnahme so ausschließlich betroffen gewesen.

In der Anfangsstufe, unter Annahme einer 3prozentigen Modulation, wären 171 Unternehmen oder 400.000 Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche beziehungsweise 6.700 Arbeitsplätze betroffen.

In der Endstufe, unter Annahme der 20prozentigen Modulation, zeigt sich die Betroffenheit in 134 Unternehmen, auf 339.000 Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche und für 5.600 Arbeitsplätze.

Finanziell führt die Kappung in Brandenburg zu einem Minus von 27,7 Mio. EURO bei 3 Prozent Modulation und von minus 15,1 Mio. EURO bei 20 Prozent Modulation.

Brandenburg fordert, dass hier mehr Gerechtigkeit hergestellt werden muss. Die Neugestaltung der Direktzahlungen darf zu keiner einseitigen Benachteiligung einzelner Regionen führen. Sie muss die besondere strukturelle, betriebsgrößenbedingte Situation der Landwirtschaft in den neuen Bundesländern berücksichtigen und Arbeitsplatzverluste vermeiden.

Abschaffung der Roggenintervention 2004/2005

Brandenburg ist der größte Roggenproduzent Deutschlands. Eine ersatzlose Streichung der Unterstützung hätte Einkommensverluste für die heimische Landwirtschaft von zirka 50 Mio. EURO zur Folge.

Unbestritten ist, dass eine dauerhafte Erzeugung von Lagerbeständen ohne entsprechende Nachfrage am Markt auf Dauer nicht honoriert werden darf.

Die vorgesehene abrupte und kompensationslose Abschaffung der Roggenintervention wird von Brandenburg abgelehnt. Vertretbar wäre ein zeitlich gestaffelter Abbau der Intervention, verbunden mit verstärkter Förderung alternativer Verwertungsmöglichkeiten und geeigneten Ausgleichsmaßnahmen für typische Roggenstandorte.

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Miller: Milchmengenregelung effizient weiterführen

Themen: Archiv — info @ 12:11

Brüssel (agrar.de) – Bei der Weiterentwicklung der europäischen Agrarpolitik müssen die besonderen Belange der Bergbauern berücksichtigt werden. Das hat Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel gefordert. ‚Unsere Bergbauern brauchen Rahmenbedingungen, die auch kleinen Betrieben eine wirtschaftliche Existenzgrundlage ermöglichen‘, sagte der Minister. Entscheidend sei in diesem Zusammenhang die Fortführung der Milchmengenregelung, denn: ‚Die Rinderhaltung ist für das Einkommen der Bergbauern von zentraler Bedeutung.‘ Zudem sei es unverzichtbar, die natürlichen Bewirtschaftungserschwernisse in den Berggebieten auch künftig durch staatliche Zahlungen auszugleichen. Maßnahmen zum Schutz von Natur und Umwelt müssten weiterhin honoriert, die Verbesserung der Infrastruktur konsequent in Angriff genommen werden. ‚Unsere Bergbauern sichern eine offene, attraktive und artenreiche Landschaft und schaffen damit die Voraussetzungen für Tourismus und Naherholung‘, sagte der Minister. Sie müssten auch künftig in der Lage sein, nachhaltig und multifunktional zu wirtschaften.

Nach Aussage Millers ist die Unterstützung der Bergbauern ein wichtiges Ziel bayerischer Agrarpolitik. So hat der Freistaat die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete heuer trotz schwieriger Haushaltslage um 17 auf 128 Millionen Euro erhöht. Beispielhaft sei zudem das im Berggebiet besonders gut angenommene Bayerische Kulturlandschaftsprogramm: ‚Es liegt mit Prämien von je nach Umweltauflage 100 bis 460 Euro pro Hektar europaweit mit an der Spitze.‘ Wertvolle Chancen für die Bergbauern sieht der Minister in Regionalvermarktungs-Initiativen, denn: ‚In den Berggebieten werden besondere Spezialitäten mit besonderer Qualität erzeugt – die Wertschöpfung kann noch deutlich gesteigert werden.‘

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Arnold: Heimische Landwirtschaft erzeugt umweltgerecht Lebensmittel auf hohem Niveau

Themen: Archiv — info @ 11:11

Agrarumweltprogramme haben in Baden-Württemberg hohe Bedeutung – Naturschutz und Landbewirtschaftung müssen aufeinander abgestimmt werden

Berlin (agrar.de) – ‚In Zeiten knapper Verbraucherbudgets ist die Sicherung der Marktanteile der bäuerlichen Betriebe noch wichtiger als je zuvor‘, sagte der Ministerialdirektor im baden-württembergischen Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, Rainer Arnold, am Dienstag in Berlin. Arnold sprach im Rahmen einer Vortragsveranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Agrar- und Umweltpolitik zu dem Thema ‚Agrar- und Umweltschutzpolitik – Gemeinsamer Rahmen – eigenständige Landespolitik?‘.

‚Entscheidend für uns ist, dass unsere klein- und mittelständisch strukturierten Betriebe existenzfähig bleiben und wir ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern‘, sagte Ministerialdirektor Arnold. In diesem Zusammenhang wies er auf die Notwendigkeit zweckmäßiger Rahmenbedingungen zur Erhaltung einer flächendeckenden Landwirtschaft in Baden-Württemberg hin. Wettbewerbsfähigkeit und damit Existenzsicherung seien der wesentliche Punkt. Nationale Alleingänge stünden damit in Widerspruch. Dringend notwendig sei vielmehr eine rasche EU-weite Harmonisierung der Rechtsvorschriften, damit die Betriebe im gemeinsamen Markt der EU bestehen können.

Direkt verknüpft in Baden-Württemberg ist die Agrarpolitik mit der Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft im Ländlichen Raum. ‚Die zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) hat in Baden-Württemberg den eindeutigen Schwerpunkt bei den Agrarumweltmaßnahmen‘, betonte Arnold. Über 60 Prozent der EU-Mittel fließen in Baden-Württemberg in den Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich (MEKA). ‚Das ist Umweltpolitik im besten Sinne. Wir pflegen die Natur mit den Landwirten und nicht gegen sie‘, unterstrich Arnold.

Einen hohen Stellenwert hat in Baden-Württemberg die regionale Vermarktung der Produkte. Dies garantiert Frische und schont die Umwelt aufgrund kurzer Transportwege. ‚Die Ansätze Baden-Württembergs konzentrieren sich neben Maßnahmen zur Qualitätssicherung, wie dem QS-System, auf die Verbraucherbindung an regionale Lebensmittel. Mit unserem kombiniertem Herkunfts- und Qualitätszeichen (HQZ) wird regionale Herkunft und gehobene Qualität zu den Verbrauchern kommuniziert‘, so Arnold.

Für eine Gleichbehandlung des ökologischen und des konventionellen Landbaus habe man sich in Baden-Württemberg seit jeher stark gemacht. ‚Der ökologische Landbau in Baden-Württemberg hat eine erfolgreiche Tradition. Er liegt mit fast sieben Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe und über fünf Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Baden-Württembergs mit an der Spitze Deutschlands‘, erläuterte Arnold. Durch eine verstärkte Förderung über den Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich (MEKA), sowie die Unterstützung bei Beratung und Vermarktung bekäme der Öko-Landbau weiteren Rückenwind.

‚Ein weiterer Schwerpunkt der baden-württembergischen Verbraucherschutzpolitik ist die Verbraucheraufklärung‘, so der Ministerialdirektor. Für den Verbraucherschutz im Ernährungsbereich sei eine gut funktionierende Lebensmittelüberwachung ‚vom Stall bis auf die Ladentheke‘ unverzichtbar. Baden-Württemberg sei hier, auch im Bundesvergleich, gut aufgestellt. In Baden-Württemberg beginnt die Ernährungserziehung schon im Kindergarten. Rund 220 vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum geschulte und betreute Fachfrauen für Kinderernährung informieren landesweit in Kindergärten und in Grundschulen über richtiges Ernährungsverhalten. Auch die vier Ernährungszentren in Baden-Württemberg spielen für die Information zur Ernährung eine wichtige Rolle.

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Ferber: EP setzt im Haushalt 2003 weitere Absenkung der Exporterstattungen für Lebendtiere durch

Themen: Archiv — info @ 09:11

Brüssel/Augsburg (agrar.de) – Der EVP-ED-Haushaltsexperte Markus Ferber (CSU) hat das Ergebnis des Vermittlungesverfahrens zum EU-Haushalt 2003 grundsätzlich positiv bewertet. So sei es insbesondere gelungen, die Exporterstattungen der Europäischen Union für Lebendtiere deutlich abzusenken. ‚Bei einem Gesamtvolumen von 690 Millionen Euro an Exporterstattungen für Fleisch insgesamt, wollen wir erreichen, daß im wesentlichen nur noch Schlachtfleisch exportiert wird‘, erklärte Ferber heute in Brüssel. Damit solle der Transporte von Lebendtieren, der noch immer häufig nicht den einschlägigen Tierschutzbestimmungen entspricht, weiter reduziert werden.

Ferber wies weiter darauf hin, daß das Europäische Parlament die EU-Kommission in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Rat aufgefordert habe, umgehend einen Bericht vorzulegen, wie im Sinne des Tierschutzes eine weitere Verringerung von Lebendtiertransporten erreicht werden kann. Darin müßten auch detaillierte Regelungen darüber enthalten sein, wie die Exporterstattungen für Lebendtiere an den Tierschutz im Sinne des europäischen Rechts zu knüpfen seien. ‚Da es sich bei den Exporterstattungen um obligatorische Ausgaben handelt, fordert das Europäische Parlament den Rat auf, die Erstattungen für Lebendtiere weiter zu reduzieren‘, so Ferber abschließend.

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25. November 2002

Weltraumtechnik überwacht Waldbrände in Sachsen

Themen: Archiv — info @ 16:11

Digitales Kamerasystem kommt in der Niederlausitz zum Einsatz

Dresden (agrar.de) – Die Waldbrandüberwachung in Sachsen tritt in eine neue Ära ein. Wie das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium mitteilte, wird in Knappenrode (Bereich des Forstamtes Weißkollm, LKrs. Kamenz) ein digitales Kamerasystem die Waldbrandüberwachung übernehmen. Damit entfällt künftig die personal- und kostenintensive Besetzung des Feuerwachturmes ab Waldbrandstufe 1. Die Kosten, inklusive Aufbau und Montage, betragen 100 000 Euro und werden zur Hälfte durch die EU bezuschusst.

Kernstück der Anlage ist eine hochauflösende Digitalkamera, die ursprünglich für den Weltraumeinsatz konzipiert und gebaut wurde. Die auf einem 92 m hohen Schornstein befestige Kamera dreht sich innerhalb von zehn Minuten einmal um die eigene Achse und erfasst mit einem Rundum-Panoramablick die Umgebung. Bei guter Sicht beträgt die Reichweite bis 30 Kilometer. Die Software erkennt Rauchsäulen ab einem Durchmesser von zehn Metern und kann diese von anderen Staubaufwirbelungen (Baufahrzeuge) oder Rauchentwicklungen (Schornsteine, Kühltürme) unterscheiden. Ist der Rauch anhand bestimmter Farb-, Form- und Bewegungsmerkmale identifiziert, werden die Daten mittels Kabel an die regionale Berufsfeuerwehr gesandt. Von hier aus kann sofort mit der Brandbekämpfung sofort eingeleitet werden. Eine ununterbrochene Beobachtung des Bildschirmes ist aufgrund der Signalgebung bei Rauchverdacht nicht notwendig.

Wie die seit 1994 im land Brandenburg laufende Testphase ergab, ist die Quote von Fehlalarmen sehr gering. Waldbrände verursachen jährlich erhebliche wirtschaftliche und ökologische Schäden. In Sachsen sind die Nieder- und Oberlausitz besonders gefährdet. Diese Flächen werden in Zeiten erhöhter Waldbrandgefahr von 28 Wachtürmen und teilweise mit einem Hubschrauber überwacht.

Im Jahr 2002 gab es in Sachsen 40 Brände, betroffen waren insgesamt zehn Hektar Wald. Aufgund des relativ feuchten Sommers fielen damit deutlich weniger Flächen den Flammen zum Opfer als in den Vorjahren (2001: 58 Brände, 35,5 ha; 2000: 69 Brände, 46,4 ha).

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Sachsen.

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