28. November 2002

Hessen: Neue Richtlinie für die Bewirtschaftung des Staatswaldes

Themen: Hessen — info @ 10:11

Dietzel: Staatswald wird auch künftig naturnah bewirtschaftet

Wiesbaden (agrar.de) – Der Hessische Forstminister Wilhelm Dietzel hat die Ziele der künftigen Bewirtschaftung von 340.000 Hektar landeseigenem Wald festgelegt: Mit der ‚Richtlinie für die Bewirtschaftung des Hessischen Staatswaldes (RiBeS 2002)‘ werden neue Entwicklungen – wie etwa die Bildung des Landesbetriebs Hessen-Forst – berücksichtigt, bestehende Vorgaben aktualisiert und die im Hessischen Forstgesetz verankerte besondere Gemeinwohlverpflichtung des Staatswaldes konkretisiert. Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist der Anteil des landeseigenen Waldes in Hessen mit 40 Prozent der Gesamtwaldfläche und damit nennenswerten 16 Prozent der gesamten Landesfläche hoch. Daraus ergibt sich die große Bedeutung des Gemeinwohls bei der Bewirtschaftung des Staatswaldes. Die neue Richtlinie löst die RiBeS 1993 ab.

Kernpunkt bei der Umsetzung ist die konsequente Fortführung des naturgemäßen Waldbaus, der seit 1989 praktiziert wird. ‚Dieser Weg hat sich gelohnt‘, so der Minister. Die Ergebnisse der letzten 10 Jahre zeigten, dass Hessens Staatswald ’naturnäher und leistungsfähiger‘ geworden sei. So betrage der Anteil der Laubbäume heute 54 Prozent – vor 10 Jahren waren es noch 49 Prozent. Die Bestände seien durchschnittlich älter und damit wertvoller für die Holzerzeugung wie auch für den Arten- und Biotopschutz geworden. Diese Verjüngung sei unter dem Schirm der Altbestände erfolgt, Kahlhiebe fänden nicht mehr statt. ‚Durch den naturgemäßen Waldbau wird der Staatswald ökologisch und ökonomisch wertvoller. Davon profitieren auch künftige Generationen‘, betonte der Forstminister.

Das Land verpflichte sich in der neuen Richtlinie, diese positive Entwicklung weiterzuführen. Fünf Ziele, die durch nachhaltige Bewirtschaftung des Staatswaldes erreicht werden müssen, geben den Handlungsrahmen für den Landesbetrieb Hessen-Forst vor, der den Staatswald satzungsgemäß im Auftrag des Landes bewirtschaftet.

Die Richtlinie im Einzelnen:

Die Schutzwirkungen des Staatswaldes, insbesondere Boden-, Natur-, Klima und Wasserschutzwirkungen sind im Rahmen der Gemeinwohlverpflichtung zu erhalten. Für Erholungssuchende soll der Staatswald durch abwechslungsreichen Waldaufbau attraktiv gestaltet werden. Wertvolles Holz soll für vielfältige Zwecke herangepflegt und genutzt werden. Als finanzielles Ziel erwartet Dietzel vom Landesbetrieb Hessen-Forst mittelfristig positive Betriebsergebnisse aus dem Verkauf von jährlich ca. 1,8 Mio. Kubikmeter Holz und anderer forstlicher Erzeugnisse wie z.B. Weihnachtsbäume oder Wildbret. Leistungen, die durch die Erhaltung der Schutz- und Erholungswirkungen entstehen, werden dem Landesbetrieb aus dem Landeshaushalt vergütet. Das Ziel Arbeit soll aufzeigen, welche Bedeutung der Staatswald für Arbeitsplätze hat – insbesondere im ländlichen Raum mit hohen Waldanteilen.

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Byrne begrüßt politische Einigung über Tiergesundheitsregeln

Themen: Archiv,MKS — info @ 10:11

Brüssel (agrar.de) – Der Rat der Landwirtschaftsminister hat heute bezüglich der vorgeschlagenen Tiergesundheitsvorschriften für die Erzeugung, Verarbeitung, Verteilung und Einfuhr von Erzeugnissen tierischen Ursprungs für den menschlichen Verzehr in die EU eine politische Einigung erzielt. Der Entwurf dieser Rechtsvorschriften ist Teil des von der Europäischen Kommission im Jahr 2000 vorgelegten sogenannten ‚Hygienepakets‘, das den Akteuren des Lebensmittelsektors die Hauptverantwortung für die Lebensmittelsicherheit über die gesamte Nahrungskette – vom Erzeuger bis zum Verbraucher – überträgt. Damit werden sowohl die Tiergesundheitsanforderungen innerhalb der EU als auch die Anforderungen für die Einfuhr von Waren tierischen Ursprungs für den menschlichen Verzehr aus Drittländern verstärkt und vereinfacht.

‚Dies ist ein weiteres Beispiel für unsere Bemühen, nach der Maul- und Klauenseuchekrise im vergangenen Jahr einen hohen Tiergesundheitsstatus zu erhalten‘, so David Byrne, in der EU-Kommission zuständig für Gesundheit und Verbraucherschutz, in seiner Begrüßung der Einigung des Rates. ‚Der Hauptfortschritt bei dieser Richtlinie liegt darin, dass sie die bestehenden Rechtsvorschriften über die Einfuhr von Erzeugnissen tierischen Ursprungs für den menschlichen Verzehr, die nicht den EU-Anforderungen entsprechen, insofern verschärft, als solche Waren nicht länger durch die EU durchgeführt oder dort gelagert werden können. Darüber hinaus werden die geltenden Rechtsvorschriften erweitert, um ein breiteres Spektrum abzudecken, in das nicht nur der Handel zwischen den Mitgliedstaaten sondern auch die Verarbeitung und Verteilung in jedem einzelnen Mitgliedstaat fällt.‘

Der heute vom Rat verabschiedete Vorschlag enthält Tiergesundheitsvorschriften für Erzeugnisse tierischen Ursprungs wie Frischfleisch, Fleischerzeugnisse, Geflügel, Kaninchen, Wildfleisch, Milch und Milcherzeugnisse. Das vollständige Einfuhrverbot für Erzeugnisse, die nicht den EU-Tiergesundheitsanforderungen entsprechen, wird bedeuten, dass die Durchfuhr und Lagerung solcher Waren nicht länger zulässig ist, sobald die Richtlinie von den Mitgliedstaaten umgesetzt wurde. Umladungen, d.h. das direkte Verbringen zwischen Flugzeugen oder Schiffen auf einem Flughafen oder in einem Hafen können die Mitgliedstaaten jedoch weiterhin zulassen.

Die vorgeschlagene Richtlinie ändert sieben bestehende Richtlinien mit Tiergesundheitsvorschriften für den Handel mit und die Einfuhr von Erzeugnissen tierischen Ursprungs. Sie zielt darauf ab, geltende Vorschriften zu vereinfachen, und gleichzeitig die Tiergesundheitsgarantien für solche Erzeugnisse zu verstärkten.

Da in diesem Bereich nahezu alle Durchführungsvorschriften fest etabliert sind, musste der Vorschlag von einer Verordnung in eine Richtlinie umgeformt werden und stellt eine relativ kurze und flexible Rechtsvorschrift dar. Der Text wird außerdem die rechtliche Grundlage für die Änderung der geltenden Einfuhrbedingungen bilden.

Was umfasst das Paket zur Lebensmittelhygiene?

Das Paket ist eines der Schlüsselelemente der Neuauflage der Rechtsvorschriften im Lebensmittelbereich und setzt sich aus fünf Teilen zusammen. Die ersten vier sind Vorschläge für Rechtsakte: (I) Allgemeine Lebensmittelhygiene, (II) Lebensmittelhygiene bei Lebensmitteln tierischen Ursprungs, (III) amtliche Kontrollen bei Erzeugnissen tierischen Ursprungs für den menschlichen Verzehr und (IV) Tiergesundheitsvorschriften für Erzeugnisse tierischen Ursprungs für den menschlichen Verzehr. Teil fünf ist eine Richtlinie, mit der die bestehenden Rechtsvorschriften aufgehoben werden.

Mit den vier Vorschlägen werden die EU-Hygienevorschriften, die vorher über 17 Richtlinien verteilt waren, gebündelt, harmonisiert und vereinfacht und stattdessen eine einheitliche, transparente Hygienepolitik geschaffen. Diese Politik wird für alle Akteure des Lebensmittelsektors gelten und wirksame Instrumente zur Handhabung der Lebensmittelsicherheit und möglicher künftiger Lebensmittelkrisen entlang der gesamten Lebensmittelkette bieten.

Bei seiner Sitzung im Juni 2002 kam der Agrarrat zu einer Einigung über den ersten Teil, die Einigung über den zweiten Teil wird für die Sitzung im Dezember 2002 erwartet. Der dritte Vorschlag muss eine erste Lesung im Europäischen Parlament durchlaufen, das Horst Schnellhardt als Berichterstatter ernannt hat und seinen Bericht im März 2003 annehmen dürfte. Bei dem heute vom Agrarrat verabschiedeten Vorschlag handelt es sich um den vierten Teil.

Weitere Schritte

Der Vorschlag muss nicht mehr zurück an das Europäische Parlament gehen, da dieses in 2002 bereits seine Stellungnahme in Übereinstimmung mit Artikel 37 abgegeben hat, welcher eine Anhörung des Parlaments fordert. Die Richtlinie wird am 1. Januar 2005 nach der formellen Annahme durch den Rat in Kraft treten. In den nächsten zwei Jahren wird die Kommission eine Reihe von Entscheidungen vorbereiten müssen, um die harmonisierten Maßnahmen umzusetzen, beispielsweise im Bereich der Übergangsbestimmungen bis zur vollständigen Umsetzung der Richtlinie durch die Mitgliedstaaten. Diese Maßnahmen werden erörtert und die Stellungnahme der Mitgliedstaaten im Rahmen des normalen Ständigen Ausschussverfahrens eingeholt.

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27. November 2002

Schweiz: Protest von Bäuerinnen und Landfrauen

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 16:11

Brugg (agrar.de) – Die Kantonalpräsidentinnen des Schweiz. Landfrauenverbandes (SLFV) überbrachten gestern dem Eidg. Volkswirtschaftsdepartement einen Brief. Tausende von gleichlautenden Briefen, abgesandt von Bäuerinnen und Landfrauen aus der ganzen Schweiz, sind ebenfalls im Bundeshaus eingetroffen.

In den Briefen verlangen die Landfrauen und Bäuerinnen von den Verantwortlichen und Entscheidungsträgern der Landwirtschaftspolitik eine bessere Anerkennung für

· eine produzierende umwelt- und tierfreundliche Landwirtschaft · ihre Arbeit im Interesse der Multifunktionalität und der Nachhaltigkeit · ihren Einsatz für die Familie und die Gesellschaft sowie ihre Freiwilligenarbeit in Vereinen und Verbänden

Die Produkte der Schweizer Bauernhöfe seien ein Garant für die Gesundheit des Volks und verdienten deshalb gerechte, dem Schweizer Umfeld angepasste Preise, schreibt der Verband weiter. Ein sozial fortschrittliches Volk habe nicht das Recht, vom Entsagungswillen seiner Bauernfamilien zu profitieren.

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Verbraucherzentrale fordert minimale GVO-Grenzwertfestlegung

Themen: Archiv — info @ 16:11

Berlin (agrar.de) – Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Europäische Union aufgefordert, den Grenzwert für gentechnische Verunreinigungen im Saatgut auf ein Minimum festzulegen. ‚Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Verbraucher so wenig wie möglich durch Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) belastet wird‘, erklärte Prof. Edda Müller, Vorstand des vzbv. Von heute bis Freitag treffen sich die europäischen Agrarminister, um die Problematik zu beraten. Der vzbv fordert einen Grenzwert von 0,1 Prozent. ‚Dies ist die technische Nachweisgrenze, alles andere ist aus Sicht des gesundheitlichen Verbraucherschutzes nicht akzeptabel‘, so Müller.

Der vzbv fordert seit langem die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln, um dem Verbraucher eine bewusste Kaufentscheidung zu ermöglichen. Bei einer Umfrage des Eurobarometers im Dezember 2001 lehnten 70 Prozent der Befragten gentechnisch veränderte Lebensmittel ab, über 94 Prozent der Befragten wollten wählen können, ob sie gentechnisch veränderte Lebensmittel essen oder nicht. ‚Wenn jetzt nicht ein niedriger Grenzwert festgelegt wird, verpassen wir eine entscheidende Chance‘, so Edda Müller. Zugleich forderte sie die Politik auf, den Grenzwert in der Folge auch durch geeignete Maßnahmen durchzusetzen: ‚Die Festlegung eines Grenzwertes ist die eine Seite der Medaille, die Umsetzung die andere‘.

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BDL spricht sich für GVO-Schwellenwert von einem Prozent aus

Themen: Archiv — info @ 16:11

Berlin (agrar.de) – Aus Anlass der Diskussion im EU-Agrarrat über die Kennzeichnungsregelung bei genveränderten Organismen spricht sich der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) für einen Schwellenwert für ungewollte, tolerierbare Verunreinigungen in eigentlich gentechnikfreien Futter- und Nahrungsmitteln und Saatgut aus, der im Bereich von einem Prozent liegt.

‚Landwirte und Verbraucher haben das Recht zu wissen, was in den Produkten, die sie kaufen und weiter verwenden, enthalten ist‘ so Erik Jennewein, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend. ‚Die Kennzeichnung muss den gesamten Prozess der Produktherstellung und –verarbeitung umfassen.‘

Der Bund der Deutschen Landjugend anerkennt die Wichtigkeit einer transparenten Lebensmittelerzeugung für die VerbraucherInnen und fordert, daß Landwirtschaft, Handel und Industrie für eine umfassende Aufklärung der VerbraucherInnen gut zusammen arbeiten müssen.

‚Nicht erst durch die Einführung der Gentechnik entwickelt sich eine immer engere Verzahnung zwischen Landwirtschaft und Industrie im vor- und nachgelagerten Bereich‘ so Jennewein. Durch die im Zuge der Kennzeichnung einzugehenden Partnerschaften mit Marktpartnern dürfen jedoch keine einseitigen Benachteiligungen entstehen: ‚LandwirtInnen dürfen nicht für unvorhergesehene Schäden an Mensch und Natur haftbar gemacht werden, wenn sie zuvor zugelassenes Saatgut verwendet haben‘ fordert BDL-Vorsitzender Jennewein.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Landjugend.

Global 2000 verlangt Vorschläge für ökologische EU-Agrarreform

Themen: Archiv,GAP — info @ 14:11

Wien (agrar.de) – die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 forderte Landwirtschaftsminister Molterer vor dem heute in Brüssel beginnenden Agrarministerrat auf, endlich klar definierte Vorschläge für Umwelt- und Lebensmittelstandards für eine ökologische EU-Agrarreform auf den Tisch zu legen. ‚Bis heute ist Molterer diese Standards schuldig geblieben, obwohl er die Notwendigkeit hoher Standards immer wieder betont. Gleichzeitig blockiert er aber jede Reformdiskussion bis 2006‘, kritisiert GLOBAL 2000-Landwirtschaftsexpertin Iris Strutzmann.

Neunzig Prozent der EU-Bürger fordern gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel. ‚Das Agrarsystem der Europäischen Union produziert jedoch einen Lebensmittelskandal nach dem anderen. Anstatt dauernd vom Umweltmusterland Österreich zu sprechen sollte Landwirtschaftsminister Molterer sich aktiv für eine Verbesserung der Umweltsituation in der Europäischen Landwirtschaft einsetzen.‘

GLOBAL 2000 fordert im Zuge der Agrarreform hohe Standards im Umweltbereich und bei der Lebensmittelqualität als Grundvoraussetzung für alle Agrarförderungen: Keine Förderung bei Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft, ein generelles Verbot von umwelt- und menschenschädigenden Stoffen wie hormonell wirksame Pestizide, ein europaweites Bio-Aktionsprogramm sowie mehr Fördergelder für die Biolandwirtschaft.

Auch der Vorschlag von Agrarkommissar Fischler für eine Agrarreform ist nur ein erster Schritt für eine grundlegende, ökologische Reform des europäischen Agrarsystems. Wesentliche Punkte sind unberücksichtigt geblieben. ‚Der derzeitige Fischler-Vorschlag ändert nichts an der Praxis, dass 20 Prozent der Bauern 80 Prozent der Förderungen bekommen. Auch die Abschaffung der Exportsubventionen ist genauso ausgespart worden. Hier sind eindeutig Nachbesserungen notwendig‘, so Strutzmann.

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CDU/CSU: Kennzeichnungs-Grenzwert für GVO jetzt verbindlich festlegen

Themen: Archiv — info @ 14:11

Berlin (agrar.de) – Zur Tagung des Agrarrates der EU vom 27. bis 29. November 2002 in Brüssel erklärt der Bio- und Gentechnik-Beauftragte der Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚Unter Punkt 5 der Tagesordnung beschäftigt sich der EU-Agrarrat mit der ‚Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über genetisch veränderte Lebens- und Futtermittel‘. Kernpunkt dieser Vereinbarung ist die Festlegung eines Grenzwertes, ab dem eine Kennzeichnung für Inhaltsstoffe aus gentechnisch verbesserten Pflanzen erfolgen muss.

Die Bundesregierung hat bisher – wie die große Mehrheit der Wissenschaft – die Festlegung eines generellen 1 Prozent-Schwellenwerts vertreten (bei Ausnahmen in Spezialfällen).

Nach der positiven Entscheidung des EU-Parlaments zur Fortentwicklung der Biotechnik vom 21.11.02 ist VEL-Ministerin Künast jetzt gefordert, die zügige Festlegung dieses Schwellenwerts im Agrarrat durchzusetzen.

Ohne eine solche verbindliche Festlegung bleibt für die gesamte ‚Grüne Biotechnik‘ die Unsicherheit, ob weitere Forschungen und Entwicklungen in Deutschland möglich sind.

Festzuhalten ist, dass dieser Kennzeichnungs-Schwellenwert ausschließlich der Wahlfreiheit des Verbrauchers dient. Und nichts mit gesundheitlichen Risiken o. ä. zu tun hat, wie beispielsweise vom BUND oft behauptet wird.

Wenn man berücksichtigt, dass bei Öko-Produkten bis zu 5 Prozent ‚Fremdanteil‘ enthalten sein dürfen, ohne dass dies gekennzeichnet werden muss, ist ein 1 Prozent-Schwellenwert eine sehr enge Regelung. Zudem ist sie für den Verbraucher eindeutig, in der Praxis handhabbar und mit vertretbaren Kosten durch Analysen überprüfbar.

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Lebensraumkorridore: Chance für Mensch und Natur

Themen: Archiv — info @ 14:11

BfN und DJV wollen gemeinsam biologische Vielfalt erhalten

Bonn (agrar.de) – Mehr als 100 Experten aus Planung, Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden diskutieren heute in Bonn über den Nutzen von Lebensraumkorridoren zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und einer lebenswerten Landschaft. Zu der Tagung in der Andreas-Hermes-Akademie hatten Bundesamt für Naturschutz (BfN) und Deutscher Jagdschutz-Verband (DJV) gemeinsam eingeladen.

Die zunehmende Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrsflächen (129 Hektar pro Tag – Stand 2000) stellt ein großes Problem dar.

‚Jäger, Grundeigentümer wie Land- und Forstwirte, die gemeinsam am Erhalt einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt sowie an deren nachhaltigen Nutzung interessiert sind, müssen vermehrt den sparsamen Umgang mit der begrenzten Ressource Landschaft einfordern. Dabei soll der Mensch mit seinen Bedürfnissen nicht ausgesperrt werden. Wir brauchen vielmehr vernünftige Lösungen, die unterschiedliche Interessenlagen vereinbaren‘, sagte DJV-Präsident Constantin Freiherr Heereman.

Die mit der Nutzung von Natur und Landschaft verbundenen Auswirkungen, wie Zerschneidung, Verlärmung, Schadstoffeintrag betreffen sowohl ‚grosse Säuger‘, wie Rothirsch oder Wildschwein, als auch Kleinsttiere oder sogar Pflanzen. Die zunehmende Zerschneidung der Landschaften führt zur Isolation der Lebensräume, geringerer Stressresistenz der Individuen und zur genetischen Verarmung. Aber auch für den Menschen sinkt so die Attraktivität von Naturerlebnisräumen mit schönen Landschaften und Erholungsmöglichkeiten.

Ziel der Veranstaltung ist es daher, mit Experten unterschiedlicher Richtungen zu diskutieren, wie der örtliche und überörtliche Lebensraumverbund entwickelt und eine lebenswerte Landschaft in Deutschland erhalten werden kann. Dafür sind vorhandene planerisch-steuernde Instrumente so zum Beispiel durch konsequente Landschaftsplanung umzusetzen. Zugleich müssen ökonomische Instrumente zur nachhaltigen Flächenhaushaltspolitik noch intensiver entwickelt und genutzt werden.

‚Die Stärkung der gemeinsamen Interessen, wie sie DJV und BfN auch durch diese Tagung anstreben, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Naturschutz muss in der gesamten Bevölkerung als Querschnittsaufgabe begriffen werden. In diesem Sinne sind Konzepte zur Entwicklung und Erhaltung von Lebensraumkorridoren zu erarbeiten – für Natur und Mensch gleichermassen‘, so das Fazit des BfN-Präsidenten, Professor Dr. Hartmut Vogtmann.

Hintergrund

An der Notwendigkeit des Lebensraumverbundes für Natur und Mensch besteht kein Zweifel. Bisher war aber kaum bekannt, wie sehr selbst kleine Tiere, wie zum Beispiel Laufkäfer oder Heuschreckenarten, in unserer von Verkehrswegen zerschnittenen Landschaft von funktionierenden Verbundkorridoren abhängig sind. Die Anforderungen der ‚Kleinen‘ an die Qualität der Lebensbänder sind oft sogar noch größer als die von Säugetieren. Doch erst bei gemeinsamer Betrachtung erschließst sich das Zusammenspiel der Natur: denn Arten wie Rothirsch und Wildschwein transportieren mit Fell oder Klauen Insekten (beispielsweise Heuschrecken) und Pflanzensamen über viele Kilometer und Hindernisse, und sie schaffen neue Lebensräume. Erst wenn die heimischen Säuger wieder Wanderungen aufnehmen können, wird die Isolation verbliebener Populationen aufgebrochen und verwaiste Gebiete können von den naturraumtypischen Arten wieder besiedelt werden.

Um dies zu gewährleisten müssen tragfähige Konzepte der Lebensraumkorridore für Natur und Mensch auf Grundlage der Landschaftsplanung entwickelt, planerisch implementiert und innerhalb einer nachhaltigen Landschaftsentwicklung umgesetzt werden. Zum anderen gilt es, Eingriffsfolgen, zum Beispiel durch funktionsfähige Querungsbauwerke über zerschneidende Straßen, kreativ zu bewältigen.

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Österreich: Speisekürbisanbau legt zu

Themen: Österreich,Statistik — info @ 12:11

Wien (agrar.de) – Nach Mitteilung von Statistik Austria konnte die Gemüseerzeugung mit 554.100 Tonnen Gesamtproduktion bei nahezu konstant gebliebener Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr 4 Prozent zulegen, obwohl witterungsbedingte Schäden durch Trockenheit (Burgenland) bzw. Hochwasser (Oberösterreich) regional hohe Ausfälle zur Folge hatten. Die Erntezuwächse betrafen vor allem die Produktgruppen Fruchtgemüse (Erntemenge: 108.900 Tonnen, + 8 Prozent) sowie Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse (Erntemenge: 195.300 Tonnen, + 7 Prozent), während bei Hülsenfrüchten, Wurzel- und Zwiebelgemüse die Produktionsmenge mit 249.900 Tonnen im Bereich des Vorjahres stagnierte.

Fruchtgemüse

Für die Zunahme im Fruchtgemüseanbau ist neben der fortschreitenden Expansion der Speisekürbisflächen hauptsächlich der neuerliche Ausbau der Kulturführung im geschützten Gemüsebau mit entsprechender Ertragssteigerung verantwortlich. So wurde bei Tomaten unter Glas und Folie die Produktion um 12 Prozent auf 29.100 Tonnen gesteigert und bei Glashausgurken konnte mit einem Plus von 5 Prozent die Erzeugung auf 24.100 Tonnen anwachsen, lediglich bei Paprika blieb die Erntemenge mit 6.000 Tonnen im geschützten Anbau nahezu konstant.

Mit einer Gesamtproduktion von 8.200 Tonnen konnte Paprika allerdings einen Zuwachs von 4 Prozent verzeichnen, was hauptsächlich auf die gute Ertragslage beim burgenländischen Verarbeitungspaprika zurückzuführen war. In Vorarlberg wurde auf einem Hektar geschützter Anbaufläche die erste Paprikaernte mit zufriedenstellenden Erträgen eingefahren.

Bei Einlegegurken führten die Folgen der sommerlichen Hochwasserkatastrophe zu empfindlichen Einbußen im Hauptproduktionsgebiet Oberösterreich, was einen Rückgang der Österreich-Ernte um 10 Prozent auf 14.600 Tonnen bewirkte und auch bei Feldgurken fiel die Produktion um 10 Prozent auf 4.200 Tonnen ab.

Unverändert hält sich der Trend zur Steigerung des Speisekürbisanbaues, wo bei gleichgebliebenem Ertrag die um stolze 64 Prozent ausgeweitete Fläche zu einem neuerlichen Produktionszuwachs auf 15.700 Tonnen (+ 64 Prozent) führte. Somit konnte der Kürbis in seiner mengenmäßigen Bedeutung Knollensellerie erstmals überholen und liegt nun im Ranking der Gemüseprodukte bereits im Mittelfeld.

Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse

Die Salatproduktion zeigte insgesamt gesehen auch heuer wieder wenig Dynamik im Vorjahresvergleich, sondern blieb mit 60.700 Tonnen nahezu konstant, wobei Anbauflächenreduktionen im Burgenland und in Tirol durch die Expansion der steirischen und Vorarlberger Salatflächen wettgemacht wurden.

Bei Kraut konnte durch Ausweitung der niederösterreichischen Industrie- und Rotkrautflächen die Gesamtproduktion um 6 Prozent auf 56.700 Tonnen gesteigert werden und auch bei Spinat ist das kräftige Ernteplus von 29 Prozent auf 10.100 Tonnen Folge einer erneuten Vergrößerung der niederösterreichischen Kulturflächen. Aber auch die durch das Bundesland Steiermark dominierte Chinakohlproduktion erzielte eine – allerdings ertragsbedingte – Steigerung von 22 Prozent auf 41.000 Tonnen.

Hülsenfrüchte, Wurzel- und Zwiebelgemüse:

Der Fisolenanbau legte mit 6.300 Tonnen gegenüber der mageren Vorjahresernte wieder deutlich zu (+ 25 Prozent), bei Grünerbsen hingegen wurde mit 4.400 Tonnen das unterdurchschnittliche Vorjahresergebnis um 14 Prozent unterschritten.

Bei Zwiebeln – Österreichs wichtigster Gemüseart – lag infolge massiver Hagelschäden an niederösterreichischen Kulturen die Produktion um 5 Prozent unter der Vorjahresmenge; auf einer Fläche von 2.300 ha wurden aber immerhin 111.200 Tonnen – das entspricht 20 Prozent der heimischen Gesamtgemüseproduktion – gezogen, wobei sich 91 Prozent der Flächen auf niederösterreichischem Gebiet befanden. Ein hohes Ertragsniveau führte bei Karotten zu einer deutlichen Produktionssteigerung von 10 Prozent auf 71.300 Tonnen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Österreich.

26. November 2002

Schleswig-Holstein: Kohl- und Möhrenernte erheblich unter Vorjahresniveau

Themen: Archiv — info @ 15:11

Kiel (agrar.de) – Die späten Gemüsearten haben nach den Angaben der amtlichen Ernteberichterstatter des %url%Statistischen Landesamtes%/% Schleswig-Holstein im Erntejahr 2002 überwiegend unterdurchschnittliche Erträge erbracht. Ursache dafür waren hohe Niederschläge von Mitte Juli bis Anfang August und die darauf folgende Trockenheit im September. Für einige Anbauflächen wurden totale Ertragsausfälle gemeldet.

Auf einer Anbaufläche von – annähernd wie im Vorjahr – 3.400 ha wurden insgesamt 2,18 Mill. Dezitonnen (dt) Kopfkohl geerntet, darunter waren 1,84 Mill. dt Weiß-, 0,27 Mill. dt Rot- und 0,07 Mill. dt Wirsingkohl. Damit war die gesamte Erntemenge um 25 Prozent geringer als im Jahr 2001. Neun Zehntel des Kohlanbaus entfallen auf Dithmarschen, das bundesweit größte Kohlanbaugebiet. Auch bei den Möhren wurde das hohe Ertragsniveau des Vorjahres erheblich unterschritten. Auf einer – in Jahresfrist leicht ausgeweiteten – Anbaufläche von gut 1.000 ha wurden insgesamt 0,71 Mill. dt Möhren geerntet, 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Mit einem Anteil von 85 Prozent an der gesamten Anbaufläche des Landes liegt der Schwerpunkt der Möhrenerzeugung ebenfalls in Dithmarschen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

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