29. November 2002

EU-Agrarminister einigen sich auf Kennzeichnung von Gen-Lebensmitteln

Themen: Archiv — info @ 09:11

Brüssel (agrar.de) – Die EU-Agrarminister haben sich gestern auf verschärfte Regeln für die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermitteln geeinigt. Danach müssen künftig Nahrungsmittel in den Supermarktregalen als Gen-Lebensmittel ausgezeichnet werden, wenn sie zu mindestens 0,9 Prozent aus gentechnisch veränderten Organismen bestehen.

Nach den geplanten Vorschriften soll der Verbraucher auf der Lebensmittel-Verpackung auf gentechnisch veränderte Zutaten hingewiesen werden, wenn im Laufe der Herstellung Zutaten verwendet wurden, die von Tieren oder Pflanzen mit verändertem Erbgut stammen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese veränderten Zutaten des fertigen Produkts noch im Labor nachweisbar sind.

Bundesverbraucherministerin Renate Künast und zahlreiche ihrer Kollegen hatten sich zuvor gegen einen Vorschlag der EU-Kommission gewandt, Verbraucher auf gentechnisch veränderte Bestandteile erst bei einem Anteil von mehr als einem Prozent hinzuweisen.

Vor einer endgültigen Entscheidung muss der Kompromiss erneut vom Europäischen Parlament beraten werden, das sich zuvor für einen Grenzwert von 0,5 Prozent ausgesprochen hatte. Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace und Verbraucherverbände forderten eine strengere Regelung.

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Öko-Landbau: Menge gestiegen, Preise gesunken, Umsatz stagniert

Themen: Archiv — info @ 09:11

DBV-Fachausschuss Ökologischer Landbau erörterte Marktsituation

Berlin (agrar.de) – Der Fachausschuss Ökologischer Landbau des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat auf seiner jüngsten Sitzung ausführlich die Marktsituation für ökologisch erzeugte Produkte erörtert. Der Fachausschuss fertigt derzeit eine ‚Status-quo-Analyse‘ des Öko-Marktes an, die auf der Bio-Fach-Messe im Februar 2003 in Nürnberg veröffentlicht wird. Darin werden Vorschläge enthalten sein, wie der Öko-Landbau in Deutschland langfristig gesichert und ausgebaut werden kann. Dem DBV-Fachausschuss gehören Öko-Bauern an, die sowohl Mitglieder eines Öko-Anbauverbandes wie auch des Bauernverbandes sind.

Auf der Grundlage der vorliegenden aktuellen Daten kann davon ausgegangen werden, dass im Jahre 2002 die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent auf ca. 700.000 Hektar gewachsen ist; dies entspricht rund 4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland. Diese Entwicklung spiegelt sich auf den Märkten und in den Kassen der Öko-Bauern jedoch nicht wider, stellte der Ausschuss fest. So ist beispielsweise die Absatzmenge von Bio-Milch gestiegen, dieser Zuwachs konnte sich aber aufgrund sinkender Verbraucherpreise nicht in steigendem Umsatz niederschlagen. Der Milchumsatz der Ökobetriebe stagnierte in 2002 auf dem allerdings recht hohen Niveau von 2001. Eine Stagnation des Umsatzes fand auch bei anderen Bio-Produkten statt. Ein Großteil der gestiegenen Nachfrage wurde durch zunehmende Importe zu niedrigeren Preisen gedeckt. Gleichzeitig schwinden für deutsche Produkte die Exportmöglichkeiten, da die früheren Hauptabnehmerländer mittlerweile die eigene Öko-Produktion stark ausgeweitet haben. Dies führt zu Mengen- und Preisdruck am deutschen Markt.

In seiner Analyse zur Nitrofen-Krise hat der Fachausschuss festgestellt, dass sowohl das Krisenmanagement als auch die Krisenprävention und Krisenkommunikation im ökologischen Landbau dringend verbessert werden muss. Nur so kann auf neuerliche Problemsituationen besser reagiert werden. Auch muss das Profil des Öko-Landbaus geschärft werden; zurzeit besteht die Gefahr, dass allein Analyseergebnisse als Differenzierungsmerkmal dienen. Nach einhelliger Meinung des Ausschusses ist deshalb wieder verstärkt die Produkt- und Prozessqualität in den Vordergrund zu stellen.

Kritisch und besorgt reagierte der Fachausschuss auf die Aussage des Vertreters des Bundeslandwirtschaftsministeriums, dass in absehbarer Zeit nicht mit einer Anhebung der EU-Kriterien für den biologischen Landbau auf das Niveau der deutschen Richtlinien zu rechnen sei. Damit bleiben Wettbewerbsnachteile der heimischen einem Anbauverband angeschlossenen Öko-Bauern im Vergleich zum Bio-Siegel bestehen, das auf der EG-Verordnung basiert. Der Ausschuss stellte sich die Frage, ob es unter diesen Umständen nicht geboten ist, die deutschen Anbaurichtlinien einer eingehenden Prüfung zu unterziehen und sie gegebenenfalls zu ändern. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Zahl der neu hinzukommenden ökologisch wirtschaftenden Betriebe, die sich keinem Anbauverband anschließen und nach dem niedrigeren EU-Standard arbeiten können, ständig wächst.

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DBV: Steuerentscheidungen bringen Bürokratie statt Entlastung

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Sonnleitner kritisiert Bundesregierung

Berlin (agrar.de) – In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) , Gerd Sonnleitner, der Bundesregierung vorgeworfen, sie überziehe die Bauern mit noch mehr Bürokratie, statt die Wettbewerbskraft der deutschen landwirtschaftlichen Betriebe zu stärken. Der Anstieg der Lohnnebenkosten und die ab dem zweiten Quartal geplante faktische Abschaffung der Umsatzsteuerpauschalierung für Land- und Forstwirte werde vor allem arbeitsintensiv wirtschaftenden Betrieben schaden, darunter auch den Ökobauern. Diese seien oft aufgrund der zu geringen Kapitaldecke nicht in der Lage, die Mehrbelastungen auszugleichen.

Sonnleitner wies darauf hin, dass Bundesfinanzminister Hans Eichel durch die Abschaffung der Umsatzsteuerpauschalierung keinerlei Mehrerlöse erzielt, da das Finanzministerium die Höhe der Mehrwertsteuerpauschale so festlegt, dass sie den tatsächlichen Vorsteuerbelastungen der Landwirtschaft entspricht. Als Folge der Abschaffung müssten zu-künftig Hunderttausende von Bauern ein bürokratisches Steuerverfahren durchführen. Erfreulicherweise habe die Koalition kurz vor der Kabinettsentscheidung aber die Pau-schalierung der Einkommensbesteuerung für kleinere und mittlere land- und forstwirtschaftliche Betriebe erhalten, stellte Sonnleitner fest. Vor allem die Grünen hätten den Berufsstand nachdrücklich darin unterstützt, diesen Beitrag zur Entbürokratisierung des Steuersystems zu retten. Es sei unsinnig, auf der einen Seite Ich-AG’s nach dem Hartz-Konzept einzuführen, andererseits gleichwertige Regelungen in der Landwirtschaft abzuschaffen.

In der laufenden Legislaturperiode erwarteten die Bauern von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast, dass sie Belastungen und Steuererhöhungen von den Landwirten fernhalte und ihre Wettbewerbskraft stärke. Immerhin seien in der Land- und Ernährungswirtschaft elf Prozent der Erwerbstätigen tätig. “Vor allem müssen nationale Alleingänge in der Tier- und Umweltschutzpolitik der Vergangenheit angehören“, forderte Sonnleitner.

In der letzten Legislaturperiode habe Ministerin Künast vor allem im Natur- und Tierschutz nationale Verschärfungen durchgesetzt. Die Folge, so Sonnleitner, sei jetzt, dass landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen in Tschechien, Polen und der Ukraine investierten, um von dort den deutschen Markt zu beliefern. Der Einfuhranteil von Eiern oder Fleisch aus Staaten ohne die strengen deutschen Auflagen steige deutlich an. Sonnleitner: ‚Das dient weder dem Tier- noch dem Verbraucherschutz. Hier sind einheitliche Maßstäbe notwendig, die Ministerin Künast in internationalen Verhandlungen wie bei denen der WTO durchsetzen muss. Wenn das nicht gelingt, muss der heimische Markt mit seinem anspruchsvolleren höheren Tier- und Verbraucherschutz vor Lebensmittelimporten geschützt werden, die nicht diese Kriterien erfüllen.‘

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28. November 2002

Bäuerliches Sorgentelefon jetzt für ganz Österreich

Themen: Archiv — info @ 14:11

Zahl der Beratungen steigt, Service wird ausgeweitet

Wien (agrar.de) – Auf Initiative von Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer wird ein wichtiger Servicedienst für Österreichs Bäuerinnen und Bauern ausgeweitet: Ab 1. Dezember 2002 ist das Bäuerliche Sorgentelefon von ‚Stadt-Land-Impulse‘ täglich aus ganz Österreich zum Ortstarif erreichbar. Die Nummer lautet: 0810-676810.

Ursprünglich war das Sorgentelefon nur für Niederösterreich geplant. Die Stadt-Land-Impulse GmbH, eine gemeinnützige Bildungs- und Beratungsgesellschaft des Vereins Land-Impulse, wurde jedoch kürzlich vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft beauftragt, das bäuerliche Sorgentelefon auszuweiten:

– Die neuen Beratungszeiten sind Montag bis Freitag, täglich von 8.30 bis 12.30 Uhr – auch an Feiertagen.

– Das Sorgentelefon ist aus ganz Österreich unter der Tel.-Nr. 0810-676810 zum Ortstarif (7 Cent/Minute) erreichbar.

Um das Angebot auf die unterschiedlichen Bedürfnisse in den einzelnen Bundesländern abzustimmen, wird die Zusammenarbeit mit ländlichen Bildungs- und Beratungseinrichtungen in ganz Österreich gesucht. Die ersten Sorgentelefon-Partner von Stadt-Land-Impulse kommen aus Oberösterreich (SPES Akademie, Schlierbach) und aus der Steiermark (LK-Bildungszentrum Raiffeisenhof, Graz). Weitere interessierte Bildungs- und Beratungseinrichtungen aus anderen Bundesländern erhalten nähere Informationen bei der Sorgentelefon-Koordinatorin von Stadt-Land-Impulse, Gerti Taferner, Tel. 02162/64888, E-Mail.

Familienberatung weiter nur in Niederösterreich

Die ebenfalls von Stadt-Land-Impulse angebotene Integrierte bäuerliche Familien- und Unternehmensberatung gibt es vorerst nur in Niederösterreich. Auch hier steigt die Nachfrage ständig an. Diese von Stadt-Land-Impulse gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Präventivpsychologie neu entwickelte Beratungsform verbindet betriebswirtschaftliche mit psychologischer Beratung. ‚Wichtig dabei ist, dass alle Betroffenen gemeinsam an den Beratungsgesprächen teilnehmen‘, weiß Beraterin Rosemarie Rupp. Und: ‚Das Interesse bei den bäuerlichen Familien ist weit höher als allgemein angenommen.‘

Bäuerinnen und Bauern aus Niederösterreich, die eine Integrierte Beratung in Anspruch nehmen wollen, melden sich beim Sorgentelefon unter 0810-676810.

Rheinland-Pfalz: Bauckhage wirbt bei Bauern um Verständnis für Sparhaushalt

Themen: Archiv — info @ 14:11

Blum: Sparpläne bringen Streichung von Bundes- und EU-Mitteln

Bad Kreuznach (agrar.de) – Zwei Tage nach den Sparbeschlüssen der Landesregierung hat Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage auf der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz in Bad Kreuznach um Verständnis für die Kürzungen geworben. Auch im Bereich Ernährung, Landwirtschaft und Weinbau seien bei einem Sparvolumen in der Größenordnung von insgesamt 356 Millionen Euro allein für den Nachtragshaushalt 2003 Kürzungen unvermeidlich, so der Minister. Die in diesem Bereich vorgesehenen 20 Millionen müssten jetzt erbracht werden. Sein Ministerium prüfe, wie dies „am erträglichsten“ für die Bauern und Winzer umgesetzt werden könne.

‚Wir werden nicht nach der Rasenmähermethode kürzen, sondern in enger Abstimmung mit dem Berufsstand Prioritäten festlegen. Dabei ist die Finanzierung eingegangener Verpflichtungen sichergestellt. Der aktuelle Antragsstopp bei der einzelbetrieblichen Förderung war aber unumgänglich‘, so der Minister. ‚Der Berufsstand wird in die Beratungen zur Umsetzung des Standortkonzeptes und bei der generellen Aufgabenkritik selbstverständlich einbezogen. Wir werden diese Reform mit Ihnen gestalten und nicht gegen Sie durchpeitschen‘, kündigte der Minister an.

Mit der Agrarverwaltungsreform dokumentiere die Landesregierung, dass das Sparen zunächst im eigenen Verantwortungsbereich beginnen müsse, so Bauckhage. Dabei sollen bedarfs- und nachfragegerechte Strukturen aufgebaut werden, um auch in Zukunft eine kompetente Beratung anbieten zu können. Mit der Einrichtung von sieben Dienstleistungszentren anstelle von bislang 21 selbstständigen Stellen sollen in einem Zeitraum bis ‚allerspätestens 2015‘ die Hälfte der Personal- und Sachkosten eingespart werden.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau kritisiert die aktuelle ‚Giftliste‘ der Landesregierung. Die Landwirtschaft und der Weinbau seien von den Sparmaßnahmen überdurchschnittlich betroffen. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Leo Blum, wies darauf hin, dass die Kürzung von Landesmitteln eine gleichzeitige und zusätzliche Streichung von Bundes- und EU-Mitteln zur Folge hätte. Deshalb sei es dringend erforderlich, dass andere Maßnahmen ergriffen werden müssten. Darüber hinaus habe er keinerlei Verständnis für den geplanten Wegfall der Förderung von einzelbetrieblichen Investitionen und von Junglandwirten. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürften Investitionen, die ja auch zu Steuereinnahmen führten, nicht blockiert werden. Insofern sei eine solche Entscheidung wirtschaftspolitisch kontraproduktiv und investitionsfeindlich.

Die Ausgleichszulage für die von Natur aus benachteiligten Gebiete dürfte ebenso wenig wie die Förderung des Weinbaus in Steillagen gekürzt werden. Die zunehmende Brache z. B. an der Mosel und im ‚Weltkulturerbe‘ Mittelrhein zerstöre bereits, wie für jedermann täglich ersichtlich und erlebbar, das Landschaftsbild. Hiermit müsste endlich Schluss sein.

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Thüringen: 212 Mio. Euro Beihilfezahlungen

Themen: Archiv — info @ 13:11

Erfurt (agrar.de) – Die Thüringer Landwirtschaftsbetriebe erhalten in den nächsten Tagen für insgesamt ca. 565.100 Hektar ackerbaulich genutzter Fläche Beihilfezahlungen in Höhe von ca. 212 Mio. Euro für die diesjährige Ernte. Insgesamt werden 3.040 landwirtschaftliche Betriebe Flächenzahlungen erhalten. Bei der Mehrzahl der Empfänger (mehr als 1.700) handelt es sich um Kleinbetriebe bis jeweils ca. 15 Hektar ausgleichsberechtigter Fläche.

Für folgende Flächen, von denen etwa 6.200 Hektar in anderen Bundesländern liegen, aber von Thüringer Bauern bewirtschaftet werden, werden die Flächenzahlungen gewährt:

Getreide – ca. 410.800 ha Ölsaaten – ca. 69.700 ha Eiweißpflanzen´- ca. 19.500 ha Öllein und Hanf – ca. 700 ha Stilllegungen – ca. 64.400 ha.

Auf ca. 44.000 ha der stillgelegten Ackerfläche wurden nachwachsende Rohstoffe angebaut, vorrangig Winterraps zur Biodieselherstellung.

Die Flächenzahlungen sind an die Einhaltung weitreichender EU-einheitlicher Vorgaben geknüpft. Bei Verstößen drohen Kürzungen und Sanktionen. Flächenbeihilfen wurden im Zuge der Europäischen Agrarreform 1992 eingeführt und werden seit 1993 zur Kompensation von Erlöseinbußen infolge von administrativ reduzierten Erzeugerpreisen für bestimmte landwirtschaftliche Kulturpflanzen und für Einkommensausfälle für stillgelegte Ackerflächen gewährt. Sie werden ausschließlich aus dem Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft, Abteilung Garantie, finanziert.

‚Für die Existenz der Thüringer Landwirtschaftsbetriebe sind diese Zahlungen unerlässlich‘, sagte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar. ‚Allerdings weiß ich um das aufwendige Antragsverfahren und um die zahlreichen gemeinschaftsrechtlichen Bedingungen, die für die Inanspruchnahme dieser Gelder erforderlicher sind. Den Landwirtschaftsbetrieben geht dadurch viel Zeit ihrer originären bäuerlichen Tätigkeit verloren.‘

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Deutsch-Britisches Umweltforum diskutierte über ökologische Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:11

Cirencester (agrar.de) – ‚Wir werden zukünftig stärker Wege zur ökologischen Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft diskutieren müssen, um gemeinsam Perspektiven für Bauern, Bäuerinnen, den ländlichen Raum, dem Naturschutz, dem Verbraucher und für die Lebensqualität aufzeigen zu können‘, so der Generalsekretär des Deutschen Bauernbundes Jochen Dettmer nach dem Besuch einer Tagung des Deutsch-Britischen Umweltforums am 25. -26.11.02 am Royal Agricultural College in Cirencester, Großbritannien. In einem Vortrag hat der Bauernbundgeneralsekretär grundsätzlich die Reformvorschläge von EU-Kommissar Fischler begrüßt, insbesondere den Vorschlag im Rahmen der Modulation eine Prämienobergrenze einzuführen. Diese könne aber auch nach differenzierenden Kriterien degressiv ausgestaltet werden.

‚Die Einführung von Betriebsprämien auf Grund historischer Daten, halten wir allerdings für problematisch. Als Alternative dazu erscheint uns eine einheitliche Flächenprämie für Acker und Grünland sinnvoller. Die Abschaffung der Roggenintervention ab 2004 hätte für Deutschland verheerende Folgen, da bisher Anbaualternativen, gerade auf den leichten Böden Ostdeutschlands, fehlen. Alternativen, wie die Erschließung des Energiemarktes durch Biomasseproduktion oder Ölpflanzen sind noch in der Entwicklungsphase,‘ betonte Dettmer.

Zur Kennzeichnung der Ziele, die zu einer ökologischen Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft führen, stellte Dettmer 6 Thesen vor:

1. Ökologische Nachhaltigkeit lässt sich nicht mit einer weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft erreichen. Wir brauchen eine multifunktionale bäuerliche Landwirtschaft, die auf selbständigen Familienbetrieben basiert.

2. Die Rahmenbedingungen der EU-Agrarpolitik sind durch Modulationen so zu entwickeln, dass ökologische Leistungen der Landwirtschaft auch honoriert werden.

3. Die Marktstrukturen sind so zu beeinflussen, dass eine regionale Vermarktung mit Produktdifferenzierung nach Herkunft und Art und Weise der Produktion eine Chance bekommen. Die Zukunft kann nicht auf dem Weltmarkt liegen, sondern im Binnenmarkt.

4. Wir müssen mit den Verbrauchern den Dialog suchen, damit sich der Wunsch nach ökologischer Nachhaltigkeit auch in Kaufentscheidungen niederschlägt.

5. Wir müssen den Bauern den Zugang zu diesen Märkten ermöglichen. Überzogene Reglementierungen im Handelsklassenbereich und Hygienebereich sind abzuschaffen.

6. Allein durch staatliche Intervention und Reglementierung lässt sich ökologische Nachhaltigkeit nicht erreichen, sondern nur durch Überzeugung auf allen Seiten.

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Greenpeace fordert strenge Gentechnik-Kennzeichnung

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 12:11

Brüssel (agrar.de) – Eine strenge Kennzeichnung von Gentechnik in Lebensmitteln und Tierfutter fordert Greenpeace anlässlich der heutigen Sitzung der EU-Landwirtschaftsminister.

Vor dem Ratsgebäude in Brüssel haben zehn Aktivisten daher Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) heute morgen ein Paket mit Gen-Mais übergeben, dessen illegalen Anbau Greenpeace in Hessen aufgedeckt hatte. Dazu erhält die Ministerin eine aktuelle ‚Pannenliste‘, die Verunreinigungen mit genmanipulierten Pflanzen weltweit dokumentiert.

‚Künast muss hier eindeutig die Interessen der Verbraucher vertreten und sie vor den Gen-Konzernen schützen‘, fordert Greenpeace-Gentechnikexperte Henning Strodthoff in Brüssel. ’70 Prozent aller Europäer wollen keine Gentechnik im Essen, 94 Prozent wollen eine Kennzeichnung.‘ Es ist noch nicht abzusehen, wie die Entscheidungen des Ministerrats ausfallen. In vielen Fällen kommt es auf das Votum der deutschen Ministerin an.

Greenpeace unterstützt den Vorschlag des Europäischen Parlaments, die Schwellenwerte, ab denen Lebensmittel mit genmanipulierten Bestandteilen gekennzeichnet werden müssen, auf 0,5 Prozent zu senken. Dagegen wollte die EU-Kommission in ihrem ursprünglichen Vorschlag den bisherigen Grenzwert beibehalten: Auf der Verpackung muss nur dann ein Hinweis für Verbraucher und Landwirte sein, wenn die genveränderten Bestandteile mehr als ein Prozent des Inhalts ausmachen. Verunreinigungen unter diesem Wert müssten nicht angegeben werden. Neben der Senkung des Schwellenwerts beraten die Minister auch darüber, die Kennzeichnungspflicht generell auszuweiten.

Nach den Vorschlägen von Kommission und Parlament würden auch erstmals Futtermittel gekennzeichnet, so dass Landwirte erkennen könnten, was sie an ihr Vieh verfüttern. Die beiden EU-Gremien fordern zudem, Produkte zu kennzeichnen, in denen Gentechnik nicht mehr direkt nachweisbar ist, die aber zum Beispiel aus genmanipulierten Pflanzen hergestellt werden. Das würde dann auch Öl aus genmanipulierten Sojabohnen betreffen.

‚Nur mit strengeren Vorgaben können sich die Verbraucher vor Gentechnik schützen. Die bestehenden Grenzwerte müssen verschärft, die Lücken in der Kennzeichnung geschlossen werden. Es ein Skandal, dass seit Jahren tonnenweise Gen-Soja ohne jede Kennzeichnung ins Tierfutter gelangt‘, sagt Strodthoff.

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Niedersachsen: Aktualisierter Bekämpfungs- und Impfplan zur Wildschweinepest

Themen: Schweinepest,Tierseuchen — info @ 11:11

Hannover (agrar.de) – Auf Basis der neuen EG-Richtlinie zur Bekämpfung der klassischen Schweinepest (KSP) hat Niedersachsen der EU-Kommission einen aktualisierten Bekämpfungs- und Impfplan zur Genehmigung zugeleitet. Das teilte heute Landwirtschaftsminister Uwe Bartels mit.

Die tragenden Säulen des Schweinepest-Tilgungsprogramms seien nach wie vor die jagdlichen Maßnahmen zur Reduzierung der Schwarzwildbestände sowie die gezielte Impfung der Wildschweine. Die jagdlichen Maßnahmen, wie landesweite Aufhebung der Schonzeit, Anwendung von Saufängen, Prämienzahlungen für Frischlinge in den gemaßregelten Gebieten und die Motivation zur verstärkten Bejagung sollen zu einer drastischen Reduktion der Schwarzwildpopulation in ganz Niedersachsen führen.

Die Impfung werde in den Wildschweinepest gefährdeten Bezirken und Überwachungsgebieten der Landkreise Verden, Rotenburg und Soltau-Fallingbostel über das Jahr 2002 hinaus fortgeführt, kündigte Bartels an.Auch wenn der letzte festgestellte niedersächsische Wildschweinepestfall bei einem Frischling im Landkreis Rotenburg bereits mehr als fünf Monate zurückliege, sei dies kein Grund für eine Entwarnung, betonte Bartels.

Aber nicht nur die Schweinehalter in den gemaßregelten Gebieten seien aufgefordert, die seuchenhygienischen Grundsätze strikt zu beachten. Angesichts der Wildschweinepestsituation in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen sowie in den Mitgliedstaaten Frankreich, Luxemburg und Belgien seien alle Hausschweine haltenden Betriebe gefordert, die Einschleppung des KSP-Virus zu verhindern. Dies gelte insbesondere auch für die schweinedichten Regionen Niedersachsens, in denen die Halter ohnehin gehalten seien, ein hohes Hygieneniveau sicherzustellen. Das setze vor allem die Beachtung der Vorschriften der Schweinehaltungshygieneverordnung voraus, die u. a. Vorgaben zur Einfriedung von Schweinebeständen beinhalten. Es dürfte selbstverständlich sein, so Bartels, dass in diesen hoch sensiblen Regionen jeglicher Kontakt zu Wildschweinen unterbunden werden müsse; dieses gelte nicht nur für Tierkontakte, sondern auch in Bezug auf indirekte Kontakte z. B. über Jäger oder die Lagerung von Futter und Einstreu.

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Handlungsleitfaden bei der Genehmigung von Tierhaltungsanlagen

Themen: Archiv — info @ 10:11

Düsseldorf (agrar.de) – Die für die Genehmigung von Tierhaltungsanlagen relevante TA Luft 2002 fordert den ‚Schutz vor erheblichen Nachteilen, insbesondere Schutz der Vegetation und von Ökosystemen durch die Einwirkung von Ammoniak‘. Hierfür ist ein Prüfverfahren vorgegeben, welches mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist.

Deshalb ist in NRW, unter der Federführung des Landesumweltamtes, eine Handlungsempfehlung zur Beurteilung von Ammoniakimmissionen im Rahmen von Genehmigungsverfahren für Tierhaltungsanlagen in NRW erarbeitet worden. Dieser Leitfaden wird vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) als Ergänzung zur TA Luft zur Anwendung in Genehmigungsverfahren empfohlen.

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