04. November 2002

USDA Organic: Kleine Verlierer, große Gewinner?

Themen: Archiv — info @ 11:11

Washington (agrar.de) – Seit dem 21. Oktober gelten neue Regeln im ökologischen Landbau der Vereinigten Staaten. Mit dem Standard ‚USDA Organic‘ des National Organic Program wurden einheitliche Bedingungen für die Auszeichnung von Ökoprodukten geschaffen, die auch große Unternehmen wie Kraft oder Procter & Gamble veranlassen, sich nun in diesem Markt zu engagieren.

Mit dem Einstieg der Konzerne ins Ökobusiness dürften sich die Ökoflächen ausweiten, die Regale füllen und die Preise fallen. Schön für die Verbraucher – aber verhängnisvoll gerade für kleine Öko-Betriebe und damit viele Pioniere des Ökolandbaus: Bei sinkenden Preisen rechnet sich der Kostenaufwand für die Zertifizierung nicht mehr.

‚Der Ökomarkt ist traditionell eine Nische für kleine und mittlere, vorwiegend regional vermarktende Betriebe‘ so Chris Schreiner, zuständig für Qualitätskontrolle beim Öko-Zertifizierer ‚Oregon Tilth‘, zum Business Journal Portland.

Schreiner hält es für möglich, dass diese Betriebe zukünftig auf die USDA-Zertifizierung verzichten – entweder weil ihnen der Marktvorteil abhanden kommt oder weil sie eigene neue Regeln entwickeln, die über dem nationalen Standard liegen.

Marktbeobachter mutmaßen, dass das nationale Ökolabel durch den Markteintritt großer Handelsketten wie Wal-Mart an Bedeutung verliert oder zumindest an Attraktivität einbüßt.

Hitzig bleibt die für das Marktgeschehen typische Diskussion um die Auslauf-Regelung für Legehennen, die ‚USDA Organic‘ vorschreibt. (unsere Meldung) Während Industrie-nahe Wissenschaftler vor Infektionenwellen warnen und fordern, den Ökostandard nach der Fütterung und nicht nach der Haltung der Tiere zu regeln beklagen Tierrechtler wie Robert Hadad von der Humane Society of the United States, dass die Geflügelindustrie die fortschrittlichen Regelungen des NOP aufweichen wolle.

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Mischfutterherstellung in Deutschland leicht gestiegen

Themen: Archiv — info @ 10:11

Bonn (agrar.de) – Mit 19,6 Millionen Tonnen Mischfutter verzeichnete die deutsche Mischfutterbranche im Wirtschaftsjahr 2001/2002 im Vergleich zum vorangegangenen Wirtschaftsjahr einen Produktionszuwachs um 0,8 Prozent. ‚Angesicht der schwierigen Gesamtumstände sind wir mit diesem Ergebnis insgesamt zufrieden‘, bewertete Hubert Grote, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT), dieses Ergebnis heute in Bonn.

Insbesondere die Herstellung von Schweinemischfutter entwickelte sich positiv. Mit rund 7,2 Millionen Tonnen stieg die Produktionsmenge um 3,0 Prozent oder gut 208.000 Tonnen. Dies ist in erster Linie auf eine bundesweite Zunahme der Schweinebestände zurückzuführen.

Umgekehrt lag die Mischfutterproduktion für Rinder mit 2,8 Prozent oder knapp 184.000 Tonnen deutlich unter dem Niveau des vorangegangenen Wirtschaftsjahres. Die wesentliche Ursache hierfür dürfte in den Folgen der BSE-Krise und der damit verbundenen Abnahme der Rinderbestände zu sehen sein. Die Gesamtzahl der Rinder ist in Deutschland um insgesamt 4,2 Prozent (Vergleich Mai 2002 gegenüber Mai 2001) zurückgegangen.

Die Produktion von Mischfuttern für Geflügel stieg auf 5,04 Millionen Tonnen an und lag damit erstmals über der 5-Millionen-Tonnen-Marke. Dieser erneute Anstieg geht auf die deutliche Steigerung bei Geflügelmastfuttern um 180.000 Tonnen auf 2,7 Millionen Tonnen zurück, was ein Plus von 7,2 Prozent bedeutet. Dagegen verringerte sich die Herstellung von Legehennenfutter erstmals seit vielen Jahren um 1,9 Prozent auf 2,4 Millionen Tonnen.

Eine deutlich positive Entwicklung zeigte die Herstellung von Mineralfuttern, die um 3,5 Prozent auf rund 422.000 Tonnen stieg. Ausschlaggebend hierfür ist eine mengenmäßig sehr gute Getreideernte im Jahr 2001, die dazu führte, dass Landwirte vermehrt Getreide direkt verfütterten und die Futterrationen durch Zukauf von Mineralfutter gezielt ergänzten.

Mischfutterherstellung in Deutschland in 1.000 Tonnen im Wirtschaftsjahr 2001/02 im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2000/01

Zeitraum: Rinder; Schweine; Legehennen; Mastgefl.; Kälber; Pferde; Sonst.; Gesamt Wj 2000/01: 6.648; 7.024; 2.426; 2.483; 340; 283; 255; 19.461 Wj 2001/02: 6.465; 7.232; 2.380; 2.663; 337; 278; 259; 19.614 Abw.abs.: – 184; + 208; – 46; + 180; – 4; – 5; + 4; + 153 Abw. Prozent: – 2,8; + 3,0; – 1,9; + 7,2; – 1,1; – 1,9; + 1,6; + 0,8

Die gute Getreideernte schlug sich auch in der Mischfutterzusammensetzung nieder. Mit über 8 Millionen Tonnen Getreide stieg der Getreideanteil in allen Mischfuttern auf über 41 Prozent. Damit wurden die Mischfutterhersteller zum bedeutendsten inländischen Getreideverarbeiter noch vor der Mühlenwirtschaft. Der Anteil der Erzeugnisse, die unmittelbar aus der Ernährungsindustrie stammen und in Mischfuttern verarbeitet wurden, lag erneut deutlich über 50 Prozent. Wichtigste Komponente dieser Gruppe war Sojaschrot.

Ausführlichen Daten zur Mischfutterherstellung im Wirtschaftsjahr 2001/02 im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2000/01 – stellt der Verband aufgeschlüsselt nach Tierarten und Bundesländern im Internet zur Verfügung.

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Rentenbank senkt Zinsen für Sonderkredite

Themen: Banken,Förderung — info @ 09:11

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat die Zinssätze ihrer Sonderkredite gesenkt. Je nach Laufzeit und Zinsbindung verbilligen sich die Kredite der hauseigenen Sonderkreditprogramme ‚Landwirtschaft‘, ‚Junglandwirte‘ sowie ‚Dorferneuerung und ländliche Entwicklung‘ mit sofortiger Wirkung um bis zu 0,25 Prozentpunkte. Sonderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosten jetzt für Junglandwirte z. B. bei 10-jähriger Zinsbindung effektiv 4,86 Prozent, bei 5jähriger Zinsbindung 4,45 Prozent.

Die Sonderkredite des zentralen Refinanzierungsinstituts dürfen neben anderen zinsverbilligten Krediten eingesetzt werden. Außerdem ist die Inanspruchnahme von Zinszuschüssen aus öffentlichen Mitteln möglich. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten.

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03. November 2002

EU setzt neue Höchstgehalte für Rückstände von Schädlingsbekämpfungsmitteln fest

Themen: Archiv — info @ 09:11

Brüssel (agrar.de) – Mit der Veröffentlichung der Richtlinie 2002/79/EG (02. Oktober 2002) im Amtsblatt L 291 vom 28. Oktober 2002 zur Änderung der Anhänge der Richtlinien 76/895/EWG, 86/362/EWG, 86/363/EWG und 90/642/EWG des Rates hinsichtlich der Festsetzung von Höchstgehalten an Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf und in Getreide, Lebensmitteln tierischen Ursprungs und bestimmten Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs einschließlich Obst und Gemüse werden neue Substanzen in die genannten Anhänge aufgenommen. Die Richtlinie tritt heute, am siebten Tag nach Veröffentlichung in Kraft.

Für Lebensmittel tierischen Ursprungs (einschl. Rohmilch, Milch und Milcherzeugnisse) werden Höchstgehalte an Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln derzeit in der Richtlinie 86/363/EWG festgesetzt. Der Anhang II dieser Richtlinie wird nun laut neuer Richtlinie wie folgt geändert:

(a) In Teil A werden die im Anhang II der vorliegenden Richtlinie aufgeführten Rückstandshöchstgehalte für die Schädlingsbekämpfungsmittel Abamectin, Bifenthrin, Bitertanol, Brompropylat, Cyromazin, Flucythrinat, Methacrifos, Penconazol, Prochloraz, Profenofos, Resmethrin und Bioresmethrin, Tridemorph, Triadimefon und Triadimenol eingefügt.

(b) In Teil B werden die im Anhang III der vorliegenden Richtlinie aufgeführten Rückstandshöchstgehalte für die Schädlingsbekämpfungsmittel Azocyclotin und Cyhexatin, Fenpropimorph, Clofentezin und Myclobutanil eingefügt.

Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften bis zum 31.05.2003 zu erlassen. Ab 01.08.2003 sollen die Vorschriften angewendet werden.

4. Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt Neufassung der Abwasserverordnung (BGBl. Teil I, Nr. 74 vom 23.10.2002, S. 4.047) Bezug: Bundesanzeiger Verlagsges. mbH, Postfach 1320, 53003 Bonn

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen.

01. November 2002

EU: Neue Vorschriften zur Bekämpfung der klassischen Schweinepest

Themen: EU,MKS,Schweinepest,Tierseuchen — info @ 16:11

Brüssel (agrar.de) – Die Richtlinie zur Bekämpfung der klassischen Schweinepest gelten ab heute in allen Mitgliedstaaten, sie enthalten neue Bestimmungen zur besseren Bekämpfung der Seuche. Die klassische Schweinepest ist eine schwerwiegende Krankheit, die Hausschweine und Wildschweine trifft. Ein Erkrankungsrisiko beim Menschen durch den Schweinepest-Erreger ist nicht bekannt, aber das Auftreten der Krankheit in der EU stellt ein Hemmnis für den internen wie für den internationalen Handel dar, Ausbrüche können erheblich wirtschaftliche Verluste bewirken. Daher wie auch aus Gründen des Tierschutzes ist die Tilgung dieser Krankheit in der EU eine der Prioritäten im Bereich Tiergesundheit.

Die neuen Bestimmungen der Richtlinie 2001/89/EG setzen die bisherige Tilgungsstrategie mit der Keulung der Bestände des infizierten Betriebs fort, sie sehen aber auch eine mögliche kontrollierte Impfung in Notfällen sowie die orale Impfung von Wildschweinen vor. In Erwartung neuer wissenschaftlicher Entwicklungen sieht die Richtlinie den Einsatz von ‚Marker-Impfstoffen‘ vor, die zusammen mit derzeit in Entwicklung befindlichen Labortests eine Unterscheidung zwischen geimpften und infizierten Tieren ermöglichen.

Andere Bestimmungen der Richtlinie untersagen die Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen (Abfällen von Lebensmitteln aus Restaurants, Großküchen und anderen Küchen) an Schweine, allerdings kann die Kommission gemäß der neuen Verordnung über tierische Nebenprodukte befristete und streng überwachte Ausnahmeregelungen zulassen (IP/02/1361).

Kommissar Byrne begrüßte das Inkrafttreten der Richtlinie und erklärte: ‚Der Gesundheitszustand der Tiere in der EU ist lebenswichtig: gesunde Tiere liefern gesunde Lebensmittel. Abgesehen von Aspekten der Lebensmittelsicherheit und des Tierschutzes Ausbrüche solcher Tierkrankheiten wie der Schweinepest verursachen erhebliche wirtschaftliche Verluste. Wir brauchen uns nur das Beispiel der Maul- und Klauenseuche anzusehen, eine deutliche Mahnung, dass wir bei der Bekämpfung von Tierkrankheiten wachsam bleiben müssen.‘

Probleme in der Vergangenheit

In den letzten Jahren hat sich die Bekämpfung der Schweinepest in einigen Mitgliedstaaten als besonders schwierig erwiesen, vor allem in Regionen mit einer hohen Schweinebesatzdichte. Die Epidemie von 1997/1998 machte die Tötung und Vernichtung einer großen Zahl von Tieren erforderlich und demonstrierte, wie schnell hohe wirtschaftliche Kosten entstehen können.

Aber abgesehen von wirtschaftlichen Aspekten wirft die Schlachtung von Tieren in so großer Zahl auch ethische Fragen auf. Auftreten und Anhalten der Schweinepest bei Wildschweine, wie sie in den letzten Jahren in einigen Regionen der Gemeinschaft und in einigen Beitrittsländern festzustellen waren, verzögern die Tilgung der Krankheit weiter.

Neue Bestimmungen bauen auf Erfahrungen aus der Vergangenheit auf

Die neue Richtlinie berücksichtigt die Erfahrungen der letzten Jahre bei der Bekämpfung der Schweinepest in der EU. Unter anderem enthält sie Bestimmungen zur besseren Bekämpfung der Krankheit in Gebieten mit hoher Besatzdichte. Um in diesen Gebieten Massenschlachtungen zu vermeiden, kann die Notimpfung eingesetzt werden, vorbehaltlich einer Bewertung und entsprechender Kontrollen. Die Kommission erwirbt derzeit eine größere Menge herkömmlicher Impfstoffe für diesen Zweck.

Künftig dürften Marker-Impfstoffe in Kombination mit entsprechenden Labortests (die derzeit entwickelt werden) die Möglichkeit schaffen, zwischen geimpften und infizierten Tieren zu unterscheiden, eine wichtige Unterscheidungsmöglichkeit, die mit konventionellen Impfstoffen nicht gegeben ist. Die Verwendung von Marker-Impfstoffen unterliegt ebenfalls der Bewertung und Kontrolle und wird nur in Notfällen nach entsprechender Einzelfallgenehmigung der Kommission möglich sein. Gleichzeitig werden im Einzelfall spezifische Entscheidungen über Handelsbeschränkungen für Betriebe, die Marker-Impfstoffe eingesetzt haben, erforderlich sein.

Die Richtlinie enthält Bestimmungen über die orale Impfung von Wildschweinen, bei denen andere Maßnahmen der Seuchenbekämpfung sich als unwirksam erwiesen haben. Dieses Verfahren wurde in Deutschland bereits in vergleichbaren Fällen zur Impfung von Füchsen gegen Tollwut eingesetzt, ein entscheidender Schritt in der erfolgreichen Strategie der letzten zwei Jahrzehnte zur Bekämpfung der Tollwut in Europa.

Die Richtlinie verfeinert und verstärkt bestehende Bekämpfungsmaßnahmen, etwa durch die Ausweitung der Meldebestimmungen und der Vorschriften für die Diagnose der klassischen Schweinepest.

Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen ‚fast‘ verboten

Die Schweinepest-Richtlinie untersagt auch die Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen an Schweine. Dieses Verbot wurde jetzt abgemildert durch die Bestimmungen der Verordnung über tierische Nebenprodukte (Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 3. Oktober 2002), die die Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen an Nutztiere mit Ausnahme von Pelztieren ab dem 1. November untersagt, aber die Möglichkeit vorsieht, dass die Kommission für bestimmte Mitgliedstaaten eine befristete Lockerung des Verbots genehmigen kann, sofern diese Mitgliedstaaten vor dem 1. November über entsprechende Systeme verfügen, wobei streng kontrollierte, von der Kommission festgelegte Bedingungen einzuhalten sind. Die Kommission prüft derzeit entsprechende Anträge einiger Mitgliedstaaten.

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen, Links zum Thema Schweine.

RLV: Pachtpreise weiter gestiegen

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 13:11

Bonn (agrar.de) – Das Interesse zahlreicher Landwirte, ihre Betriebsfläche zu erweitern, ist in der Bundesrepublik Deutschland ungebrochen. Da bei den landwirtschaftlichen Betrieben vielfach das Geld fehlt, um Land zuzukaufen, bleibt die Pacht begehrt und gefragt. So ist es nach Ansicht des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) nicht verwunderlich, dass die Pachtpreise im Durchschnitt aller Länder der Bundesrepublik Deutschland im vergangenen Jahr weiter anzogen, obwohl die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte weiterhin unter Druck standen.

Die von den landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben im Jahr 1991 gezahlten Pachten lagen mit durchschnittlich 177 Euro/ha um 17 Euro oder 10,6 Prozent höher als 1999. Ausschlaggebend für die insgesamt deutlichen Aufschläge war vor allem die Entwicklung in den neuen Bundesländern, wo sich die Neupachten zwischen 1999 und 2001 um insgesamt 13 Prozent auf 122 Euro verteuerten. In Westdeutschland kam es dagegen im Berichtszeitraum nur zu geringen Veränderungen, so beim Grünland zu einem Rückgang um 2 Euro/ha auf 161 Euro/ha und beim Ackerland zu einem Anstieg um den selben Betrag auf 287 Euro/ha.

Damit machten die Entgelte im früheren Bundesgebiet jeweils mehr als das doppelte des Pachtzinses in den neuen Ländern aus. Die höchsten Pachten wurden mit 379 Euro/ha für Ackerland im übrigen in Nordrhein-Westfalen gezahlt, gefolgt von Niedersachsen mit 328 Euro/ha und Schleswig-Holstein mit 315 Euro/ha. Bemerkenswert ist außerdem, dass der durchschnittliche Pachtpreis aller alten Bundesländer in Nordrhein-Westfalen um 22 Prozent überschritten wurde.

Links zum Thema Bodenbesitz und -pacht.

SPD: Kurs einer verantwortungsvollen Verbraucherschutz- und Agrarpolitik wird fortgesetzt

Themen: Archiv — info @ 10:11

Berlin (agrar.de) – Zur Generalaussprache zum Thema Verbraucherschutz und Landwirtschaft im Deutschen Bundestag erklären der Sprecher für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Weisheit, und die SPD-Bundestagsabgeordnete Jella Teuchner:

‚Wir wollen den eingeschlagenen Weg der Verbraucher- und Landwirtschaftspolitik der rot-grünen Bundesregierung auch in der 15. Legislaturperiode fortsetzen. Dass diese Politik von der Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland unterstützt wird, spiegelt sich eindeutig im Ergebnis der letzten Bundestagswahl wider.

Verbraucher haben in dieser Koalition ein lautere Stimme bekommen. Zur Sicherung des Verbraucherschutzes und im Hinblick auf die Bewältigung von Krisen bei der Lebensmittelsicherheit muss der Kurs der schonungslosen Aufklärung, der offenen Diskussion und des sehr schnellen Handelns des Gesetzgebers fortgesetzt werden. Verbraucherpolitik ist eine Querschnittsaufgabe.

Deshalb geben wir dem Verbraucherministerium die notwendigen Kompetenzen: Ein ressortübergreifendes Initiativrecht für Angelegenheiten von verbraucherpolitischer Bedeutung. Die Verbraucherpolitik wird nicht mehr von den verschiedenen Ressorts mitbehandelt, sie gestaltet jetzt ihren Bereich selbständig.

Der Verbraucherschutz ist damit deutlich aufgewertet worden. Auch in Zukunft sind jedoch Lebensmittelskandale allein mit Gesetzen, Verordnungen und schlagkräftigen Behörden nicht zu verhindern. Deshalb muss es eine selbstkritische Auseinandersetzung auf allen Ebenen der Lebensmittelerzeugung, auch in den vorgelagerten Bereichen, geben. Wir begrüssen, dass die Landwirtschaft selbst mit dem QS-System Konsequenzen gezogen hat, und werden uns massiv für eine Ausweitung der Zertifizierungs- und Sicherungssysteme einsetzen.

Ein weiterer Schwerpunkt in der Agrarpolitik wird die Fortentwicklung der Reformansätze der Agenda 2000 sein. Die Entkopplung von Direktzahlungen, die Einhaltung von Umwelt- und Tierschutzstandards als Grundlage von Direktzahlungen sowie die Modulation werden wir weiterhin unterstützen. Wir wollen die Situation der Grünlandbetriebe verbessern und die stärkere Honorierung von Umweltschutz-, Tierschutz- und Landschaftspflegeleistungen erreichen.

Wir fordern die Opposition auf, uns bei diesen Vorhaben zu unterstützen. Es ist feige, notwendigen, zukunftsorientierten Reformen eine Absage zu erteilen, und stattdessen immer auf dem zu beharren, was da ist.‘

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FNL: Wie viel Ethik braucht ein Schwein?

Themen: Archiv — info @ 09:11

Bonn/Hannover (agrar.de) – Anlässlich der Eurotier in Hannover wird die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) am 14. November 2002 die Fachveranstaltung ‚Ethik in der Tierhaltung‘ ausrichten. Diese findet von 14.00 bis 15.00 Uhr im Top-Tiertreff in Halle 2 statt. Die Messebesucher sind eingeladen, zusammen mit Dr. Roger Busch, Institut Technik – Theologie – Naturwissenschaften München, Dr. Andreas Briese, Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover und einem Landwirt aus Niedersachsen über dieses hochaktuelle Thema zu diskutieren. Moderiert wird die Veranstaltung durch Dr. Jürgen Fröhling, FNL.

Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und politischer Diskussionen um Landwirtschaft bekommen die ethischen Fragen immer mehr Gewicht. Auslöser waren vor allem die häufig wiederholten Fernsehbilder zum Thema BSE. Auch Schlagzeilen rund um Fütterung und Art der Haltung haben dazu geführt, dass landwirtschaftliche ‚Nutztierhaltung‘ zunehmend kritisch hinterfragt werden. Für viele Mitbürger ist es heute schwierig, die Fleisch-, Milch- oder Eiererzeugung mit ihren Vorstellungen von Tierschutz in Einklang zu bringen. Das kann kaum verwundern, da der Kontakt zum Tier sich häufig auf Haustiere beschränkt, die meist ‚Mitglieder‘ der Familie sind.

Die Veranstaltung soll aufzeigen, dass eine der Nachhaltigkeit verpflichtete Landwirtschaft verantwortungsbewusst mit Natur und Umwelt umgeht und sich aufgrund der ethischen Verantwortung um das Wohlergehen der eigenen Tiere kümmert. Jeder einzelne Landwirt ist gefordert, an der Weiterentwicklung und Verbesserung der Tierhaltung mitzuarbeiten und sich in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen.

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