05. November 2002

Waldschäden im Saarland haben nicht weiter zugenommen

Themen: Saarland,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 10:11

Umweltminister Stefan Mörsdorf stellt Waldschadensbericht 2002 vor

Saarbrücken (agrar.de) – Die Waldschäden im Saarland haben in diesem Jahr nicht weiter zugenommen. Gut die Hälfte (52 Prozent) aller Waldbäume im Saarland sind so vital, dass äußerlich keine Schädigung zu erkennen ist. Allerdings ist jeder 10. Baum durch Blatt und Nadelverluste deutlich geschädigt. Das sind die Hauptergebnisse der Waldschadenserhebung 2002, die Umweltminister Stefan Mörsdorf heute vorstellte.

‚Es besteht insgesamt noch kein Grund zur Entwarnung für den Wald, doch erfreuerlicherweise können wir doch eine gewisse Entspannung feststellen. Denn noch Mitte der 90er Jahre waren doppelt so viele Waldbäume (23 Prozent) deutlich geschädigt als heute (11 Prozent)‘, so Minister Mörsdorf zu den vorliegenden Ergebnissen. Dass dieser erfreuliche Trend festzustellen ist, liegt, so der Minister ‚auch daran, dass wir eine Reihe von nassen Sommern hatten, also eine Witterung, wie der Wald sie mag‘.

Problemkind im Saar-Wald ist und bleibt allerdings die Buche, die im ‚Buchenland‘ Saarland eine besondere Rolle spielt: Bei der Buche sind die deutlichen Schäden von 23 auf 27 Prozent angestiegen. Besonders betroffen sind ältere Bestände, wo die Schäden besonders hoch sind.

Eher gegenläufig ist das Bild bei der Eiche, wo nur noch jeder 20. Baum deutlich geschädigt ist. 1988, auf dem Höchststand der Schäden, war jede dritte Eiche deutlich krank.

Während der Waldzustand sich insgesamt offenbar stabilisiert hat, sind nach wie vor die Bodenversauerung und die schlechte Nährstoffversorgung der Bäume ein Problem. Eine Folge sind Wurzelschäden und das Absterben besonders der tief reichenden Wurzeln. Wenn es in den nächsten Jahren also wieder trockenere Sommer geben sollte, muss man befürchten, dass die Waldschäden wegen gestörter Wasser- und Nährstoffaufnahme rasch wieder zunehmen können.

Was die Einträge von Schadstoffen in die Böden angeht, gibt es jedoch auch einen erfreulichen Trend: So hat der Eintrag von Schwefelverbindungen in die Waldböden, der seit Jahren deutlich rückläufig ist, auch im Jahr 2001 weiter abgenommen. Bei den Stickstoffeinträgen zeigt sich erstmals ein leichter Abwärtstrend. Dennoch liegen die Mengen an Stickstoffverbindungen, die in die saarländischen Wälder eingetragen werden, immer noch weit über der Grenze, die das Ökosystem auf Dauer verkraften kann.

Weil sich gerade beim Bodenzustand gewisse Trends heraus kristallisieren, die sich über Jahre hinaus sehr gleichmäßig weiter entwickeln, prüft das Umweltministerium derzeit, inwieweit das forstliche Monitoring an diese Entwicklungen angepasst werden kann. ‚Wenn sich die Werte über Jahre hinweg nur wenig ändern, müssen wir nicht jeden Monat Messungen vornehmen. Ich denke deshalb daran, das forstliche Monitoring sinnvoll mit dem Immissionsmessnetz Saar (IMMESA) zu verknüpfen‘, kündigte Umweltminister Mörsdorf an.

Den Waldzustandsbericht 2002 haben das Ministerium für Umwelt, der Saar-Forst Landesbetrieb und das Institut für Physische Geographie der Universität des Saarlandes gemeinsam erstellt. Er kann im Internet abgerufen werden.

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Verbraucher vertrauen Landwirten heute mehr als vor fünf Jahren

Themen: Archiv — info @ 10:11

Emnid-Studie analysiert öffentliche Meinung über Landwirtschaft

Bonn (agrar.de) – Die deutsche Bevölkerung hat heute von den Landwirten eine bessere Meinung als vor fünf Jahren. Das Vertrauen gegenüber der Landwirtschaft hat zugenommen, auch wenn die Produktionsmethoden kritisch hinterfragt werden. Gestiegen ist auch der Anteil der Bevölkerung, der die Umwelt- und Tierschutzleistungen der Landwirte anerkennt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentativen Meinungsumfrage des Emnid-Institutes, die der Verein information.medien.agrar (i.m.a) in Auftrag gegeben hat. Die Meinungsumfrage wird regelmäßig seit 1978 durchgeführt.

Das Interesse an landwirtschaftlichen Themen hat bei den Verbrauchern in den vergange-nen Jahren zugenommen, vor allem interessiert die Nahrungsmittelqualität und die Tier-haltung. Für die Mehrzahl der Bevölkerung sind die deutschen Landwirte in der EU Vorreiter beim Umwelt- (63 Prozent), Tier- (60 Prozent) und Verbraucherschutz (51 Prozent). Bei den eigenen Ver-brauchern genießen die deutschen Bauern im Vergleich zu ihren EU-Konkurrenten eine herausragende Vertrauensstellung: 74 Prozent der Bevölkerung vertrauen ihnen. Dabei schätzt die Mehrheit der Bevölkerung die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft, die entscheidend die deutsche Kultur mitprägt (77 Prozent), die Nahrungsmittelversorgung sichert (57 Prozent) und wertvolle Rohstoffe für die Industrie liefert (54 Prozent). Nicht von ungefähr plädieren deshalb 61 Prozent der Deutschen dafür, dass die Landwirtschaft mehr Unterstützung von Staat und Politik erhalten soll.

Nach mehrheitlicher Verbrauchermeinung wirtschaften deutsche Landwirte modern, tier- wie umweltfreundlich und erzeugen preiswerte Qualitätsprodukte. Jeder zweite Bundesbürger ist der Überzeugung, dass Landwirte die Landschaft pflegen und erhalten. 1997 waren erst 43 Prozent dieser Meinung. Einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren bescheinigen 45 Prozent der Bevölkerung (1997: 35 Prozent). Dass Landwirte beim technischen Fortschritt auf der Höhe sind, attestieren fast zwei Drittel der Bevölkerung, vor fünf Jahren hatten erst 45 Prozent diese Meinung.

Nach wie vor kritisch hinterfragen die Bundesbürger besonders die Haltung von Nutztieren und den Einsatz von Mineraldünger und Pflanzenschutzmitteln. So glauben 28 Prozent der Bevölkerung, dass die Tiere in den landwirtschaftlichen Betrieben heute ‚weniger artgerecht gehalten werden‘ als früher. Diese Meinung steht auch im engen Zusammenhang mit dem Begriff ‚Massentierhaltung‘: 37 Prozent der Bevölkerung halten die Aufstallung von maximal 100 Schweinen für die ‚ideale Tierbestandsgröße‘. Mehr als jeder dritte Bundesbürger lehnt eine Tierhaltung in großen Beständen ab, dafür sollten Eier, Fleisch und Milch teurer werden.

Wie bilden sich die Verbraucher ihre Meinung zur Landwirtschaft? Die eigene Beobachtung, also der Kontakt zum Landwirt auf dem Wochenmarkt, auf dem Acker und im Stall oder beim Gespräch, nimmt mit 77 Prozent die führende Informationsquelle über die Landwirtschaft ein, gefolgt von den Medien (Fernsehen, 71 Prozent und Tageszeitungen 65 Prozent).

Und welche landwirtschaftliche Themen interessieren die Bundesbürger besonders? Die ‚Qualität der Produkte‘ (95 Prozent) und der ‚Umgang mit Tieren‘ (91 %) werden am häufigsten genannt. Danach finden Themen wie ‚Transparenz der Produktion von Lebensmitteln‘ (79 Prozent), ‚Biologischer Landbau‘ (78 Prozent), ‚Leben auf dem Land‘ (68 Prozent) und die ‚Technik in der Landwirtschaft‘ (58 Prozent) vorrangiges Interesse. Den ‚Alltag des Landwirtes‘ hält jeder zweite Befragte (54 Prozent) für ein spannendes Thema.

Weitere Informationen über die Emnidstudie bei der i.m.a.-information.medien.agrar e.V., Konstantinstraße 90, 53179 Bonn, Tel.: 0228-9799370, Fax: 0228-9799375, E-Mail.

Agrarausgaben: EU-Kommission fordert 86,36 Mio. Euro von Mitgliedstaaten zurück

Themen: Archiv — info @ 09:11

Brüssel (agrar.de) – Aufgrund einer entsprechenden Entscheidung wird die Europäische Kommission Agrarausgaben in Höhe von 86,36 Mio. Euro wegen unzulänglicher Kontrollverfahren oder der Nichteinhaltung geltender EU-Bestimmungen von den Mitgliedstaaten zurückfordern.

Die Mitgliedstaaten sind zwar für die Auszahlung und Überprüfung praktisch aller Ausgaben im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zuständig, die Kommission muss aber sicherstellen, dass die Mittel von den Mitgliedstaaten vorschriftsgemäß verwendet werden. Das Finanzprüfungsverfahren ist ein wichtiges Instrument für die Kontrolle der GAP-Ausgaben, weil es die Rückforderung von Beträgen ermöglicht, die von den Mitgliedstaaten ohne ausreichende Gewähr für die Rechtmäßigkeit der Zahlungen oder die Zuverlässigkeit des Kontroll- und Prüfsystems ausgezahlt wurden.

Franz Fischler, der für Landwirtschaft, die Entwicklung des ländlichen Raums und die Fischerei zuständige Kommissar, sagte zu dieser Entscheidung: ‚Unser Signal an die Mitgliedstaaten ist einfach: Geht sorgsam mit dem Geld der Steuerzahler um oder wir fordern es zurück. Mit dem Finanzprüfungsverfahren verfügen wir über ein einzigartiges Instrument, um diesem Grundsatz Geltung zu verschaffen und vorschriftswidrig ausgegebene Mittel wiedereinzuziehen.‘

Die wichtigsten Berichtigungen

Nach der jetzigen Entscheidung werden Mittel von Österreich, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien und dem Vereinigten Königreich zurückgefordert. Die wichtigsten Einzelposten sind:

– Griechenland: 36,7 Mio. EUR wegen des unzulänglichen Kontrollsystems im Sektor Tierprämien und Mängeln bei der Auszahlung der Beihilfen für die Orangenerzeuger.

– Spanien: 27,4 Mio. EUR, weil Schlüssel- und nachgeordnete Kontrollen im Sektor Ackerkulturen nicht durchgeführt wurden und wegen unzulänglicher Kontrollen in den Sektoren Olivenöl und Tierprämien.

– Frankreich: 14,1 Mio. EUR wegen Unzulänglichkeiten bei der Sonderprämie für männliche Rinder und der Mutterkuhprämie. Auch der Ankauf bestimmter Getreidebestände und die Langerhaltungsbedingungen in bestimmten Lägern waren nicht gemeinschaftsrechtskonform.

In ihrer Pressemeldung veröffentlichte die Kommission Einzelheiten zu den zurückgeforderten Beträgen nach Mitgliedstaaten und Sektoren sowie einen Überblick über die seit 1995 wiedereingezogenen Beträge.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

Keppelhoff-Wiechert: Verbraucherschutz beginnt bei der Tiernahrung

Themen: Archiv — info @ 09:11

Luxemburg (agrar.de) – Erfreut hat Berichterstatterin Hedwig Keppelhoff-Wiechert (EVP-ED/CDU) das heutige Abstimmungsergebnis im Agrarausschuß des Europäischen Parlaments über ihren Bericht zum Thema Zusatzstoffe in der Tiernahrung aufgenommen. So konnte nicht nur das Ziel einer grundsätzlichen Beschränkung von Zusatzstoffen in der Tiernahrung ab dem Jahre 2006 erreicht, sondern auch ein generelles Verbot der Beimischung von Antibiotika durchgesetzt werden. Nach dem Willen des federführenden Agrarausschusses sollen zukünftig nur noch sogenannte Kokzidiostika und Histomonostatika als Ausnahmen zulässig sein. Da mittlerweile auch Kreuzresistenzen zu Humanpräparaten nicht mehr ausgeschlossen werden könnten, habe hier im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes erheblicher Handlungsbedarf bestanden.

Die EVP-Agrarpolitikerin unterstrich, daß die Verwendung dieser beiden Zusatzstoffe als ständige Beimischung in Futtermitteln ebenso wie im Trinkwasser zunächst auf fünf Jahre befristet unerläßlich sei, da Kokzidiose bei Hühnern und die Schwarzkopfkrankheit bei Puten dadurch vermieden werden könnten. Bei einer Verwendung von Kokzidiostatika als Futtermittelzusatz bleibe eine angemessene Dosierung gewährleistet, um eine erhöhte Sterblichkeitsrate in der Geflügelzucht zu unterbinden. Bei einem Verbot würden diese Substanzen dagegen womöglich präventivmedizinisch über tierärztliche Verschreibungen in das Tierfutter gelangen, was nicht nur zu höheren Kosten, sondern auch zu höheren Dosierungen führen könne.

Das im Verordnungsentwurf der EU-Kommission ebenfalls vorgesehene Verbot der letzten vier noch verbliebenen antibiotischen Wachstumsförderer sei jedoch folgerichtig, zumal die bisher vorbeugend und ohne umfassende tierärztliche Kontrolle durchgeführte Beimischung von Zusatzstoffen inzwischen zu einer bedenklich wachsenden Immunisierung beim Geflügel geführt habe. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Futtermittelskandale in den letzten Jahren stünden die Verbraucher jeglichen Beimischungen im Tierfutter aber immer skeptischer gegenüber. Die CDU-Europaabgeordnete aus dem Münsterland zeigte sich deshalb zuversichtlich, daß das mitentscheidende Europäische Parlament in der Plenarabstimmung dem heutigen Votum des Agrarausschusses folgen wird.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Tierernährung.

04. November 2002

Sachsen: Bauern bleiben auch in diesem Jahr deutliche Prämienkürzungen erspart

Themen: Archiv — info @ 16:11

Strafabzug um 9 Millionen Euro geringer

Dresden (agrar.de) – Für Sachsens Landwirte fallen die Kürzungen der EU-Ausgleichszahlungen für bestimmte Ackerkulturen geringer aus als befürchtet.

Die Möglichkeit, Über- und Unterschreitungen der regionalen Grundflächen zwischen den Bundesländern zu verrechnen, führt in Sachsen dazu, das sich der Abzug um 9 Millionen EUR reduziert. So müssen Sachsens Landwirte statt der befürchteten 23,5 Millionen EUR lediglich 14,3 Millionen EUR Kürzungen in Kauf nehmen. Das erklärte Landwirtschaftsminister Steffen Flath heute in Dresden.

Die Ausgleichszahlungen waren im Rahmen der Agrarreform 1992 europaweit als Ausgleich für die gleichzeitig gesenkten Erzeugerpreise eingeführt worden. Diese gibt es seitdem nur für eine limierte Anbaufläche von Getreide, Ölsaaten, Eiweißpflanzen, Öllein, Faserflachs und -hanf und für stillgelegte Flächen. Wird diese so genannte Grundfläche überschritten, droht eine Kürzung der Zahlungen. Sachsens Bauern haben ihre Basisfläche von 599.000 Hektar im Erntejahr 2002 um 54.401 Hektar (9,08) Prozent überschritten. Durch die Saldierung reduziert sich die Kürzung der Ausgleichszahlungen auf 5,54 Prozent.

Links zum Bundesland Sachsen.

FAO: Neuer internationaler Kodex für Pestizide verabschiedet

Themen: Archiv,International — info @ 16:11

Rom (agrar.de) – Der neue internationale Kodex für Pestizide wird nach Einschätzung der Welternährungsorganisation (FAO) die mit dem Einsatz von Agrarchemikalien verbundenen Gefahren für Gesundheit und Umwelt verringern. Der Verhaltenskodex ist von den Mitgliedern des FAO-Rates einstimmig verabschiedet worden, teilte die FAO mit.

‚Wir beobachten mit Sorge, dass vor allem in den Entwicklungsländern die unsachgemässe Anwendung und Verbreitung von Pestiziden und hochgiftigen Stoffen in vielen Fällen Gesundheits- und Umweltschäden verursachen. Die Landwirtschaft wird auch in Zukunft nicht ganz auf Pflanzenschutzmittel verzichten können. Deshalb sind klare Richtlinien wie der Verhaltenskodex erforderlich‘, sagte Gero Vaagt, Leiter der FAO-Pestizidgruppe.

‚Der überarbeitete Verhaltenskodex betont die Verantwortung von Regierungen, der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie, von Händlern und Pestizidnutzern, sowie von Interessensgruppen und internationalen Organisationen. Sie müssen dazu beitragen, die mit dem Pestizideinsatz verbundenen Risiken so gering wie möglich zu halten. Der Kodex wirbt deshalb besonders für den Integrierten Pflanzenschutz und die natürliche Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten. Viele FAO-Projekte haben bewiesen, dass sich mit diesen Methoden der Gebrauch von Pestiziden drastisch verringern lässt und gleichzeitig die Erträge gesteigert werden können.‘

Der FAO-Verhaltenskodex ist die international geltende freiwillige Norm für den Gebrauch von Pestiziden. ‚Wenn alle sich an den Kodex halten würden, könnten viele Menschenleben gerettet und Umweltschäden vermieden werden, es würde sehr zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft beitragen‘, sagte Vaagt.

Den freiwilligen FAO-Kodex gibt es seit 1985. Die meisten Entwicklungsländer haben seitdem Vorschriften und Richtlinien für den Gebrauch von Pestiziden erlassen, die aber leider oft nicht eingehalten werden.

‚Die Diskussionen über den neuen Kodex waren nicht einfach‘, sagte Vaagt. ‚Zwischen multinationalen Unternehmen und kleineren Firmen, die Generika erzeugen, gibt es unterschiedliche Auffassungen über den Produktschutz. Dies hat die Verhandlungen überschattet und um ein Jahr verzögert.‘

In vielen Entwicklungsländern verursacht der Gebrauch von Pestiziden nach wie vor grosse Schäden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gibt es pro Jahr rund 25.000 Vergiftungsfälle, die Zahl der Toten wird auf rund 20.000 geschätzt. Viele Menschen leiden unter chronischen Krankheiten, einschliessslich Krebs, sowie genetischen und neurologischen Schäden.

Während Pflanzenschutzmittel hauptsächlich (zu 80 Prozent) in den Industriestaaten benutzt werden, kommt es fast ausschliesslich (zu 99 Prozent) in den Entwicklungsländern zu Vergiftungen.

In vielen der ärmsten Staaten werden bei der Anwendung und Lagerung von Agrarchemikalien nicht einmal die Mindeststandards eingehalten, so die FAO. Hochgiftige Produkte sind leicht zugänglich. Schutzkleidung ist oft zu teuer und bei feuchtem und heissem Klima kaum zu tragen.

Der FAO-Kodex regelt deshalb den gesamten Produktzyklus, die Entwicklung, Produktion, Verpackung, Beschriftung, Verbreitung, Anwendung und Beseitigung von Pestiziden und verseuchtem Material. Die Industrie wird aufgefordert, ’nur qualitativ angemessene Pflanzenschutzmittel anzubieten‘. Zum Schutz der Verbraucher sollten die Erzeuger besonders auf die Auswahl von Pestizidformulierungen, die Verpackung und Beschriftung achten.

Produkte, die für Menschen, Tiere und die Umwelt besonders gefährlich seien, sollten vom Markt genommen werden. ‚Leider werden immer noch hochgiftige und billige Insektizde wie Organophosphate und Carbamate hergestellt und exportiert‘, sagte Vaagt.

Der FAO-Kodex appelliert ausserdem an die Länder, die Ansammlung von Pestizidmüll unbedingt zu vermeiden. Mehr als rund 500.000 Tonnen alter und ungenutzter Pestizide, die verboten oder deren Verfallsdatum inzwischen längst überschritten worden ist, bedrohen Millionen von Menschen und die Umwelt in nahezu allen Entwicklungsländern und den Transformationsstaaten Osteuropas und des ehemaligen Ostblocks.

‚Mit dem neuen FAO-Kodex lassen sich Menschenleben retten und kann gefährlicher Giftmüll vermieden werden. Millionen von Dollar, die heute für die Giftmüllbeseitigung ausgegeben werden, könnten für umweltfreundlichere Pflanzenschutzmittel benutzt werden‘, sagte Vaagt.

Regierungen, die Chemieindustrie und internationale Organisationen erkennen den freiwilligen FAO-Kodex als internationale Richtlinie an. Für die Mitglieder der internationalen Vereinigung der Pestiziderzeuger, Crop Life International, ist der Kodex verbindlich. Zahlreiche Regierungen haben die Vorschriften als nationale Gesetze übernommen.

Links zum Thema Pflanzenschutz.

Niederlande: Schweinesektor im Wandel

Themen: MKS,Schweinepest,Tierseuchen — info @ 13:11

Bonn (agrar.de) – Die niederländischen Schweinezüchter haben eine Image-Kampagne gestartet, mit der sie ihr Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft ins öffentliche Blickfeld rücken wollen. Das berichtet das Informationsbüros ‚%ur1%Nachbarland Niederlande%/%‘

Der Sektor gibt im kommenden Jahr 850.000 Euro aus, um das schiefe Bild der Schweinehaltung beim niederländischen Verbraucher zurecht zu rücken. Mit dem vom Rotterdamer Fußballclub Feyenoord ausgeliehenen Slogan ‚Keine Worte, sondern Taten‘ will der Schweinesektor deutlich machen, dass er sich in einem tief greifenden Wandlungsprozess befindet. Den Tieren wird mehr Bewegungsfreiheit zugestanden und man bemüht sich ernsthaft, die Messlatte beim Thema Lebensmittelsicherheit höher zu legen.

Das Qualitätssicherungsprogramm Intergrale Kettenüberwachung IKB genießt international einen sehr guten Ruf. Eingeschleppte Tierseuchen wie die Schweinepest und die Maul- und Klauenseuche haben die niederländischen Schweinezüchter nach Auffassung des Sektors zu Unrecht in die Defensive gedrängt.

Links zum Land Niederlande.

Innovation Hühnermobil: Neuer Stall auf Rädern

Themen: Archiv — info @ 13:11

Witzenhausen/Hannover (agrar.de) – Die Freilandhaltung von Hühnern ist ein wachsendes Marktsegment, das sowohl den Wünschen der Verbraucher als auch den Bedürfnissen der Tiere nachkommt. Durch das Verbot der Käfighaltung ab 2007 sind neue Ansätze in der Legehennenhaltung gefragt: Die Freilandhaltung ist trotz der einiger Vorteile umstritten, da den Hühnern häufig nicht wirklich Auslauf gewährt wird bzw. weil in Freilandhaltungen häufig gravierende Umwelt- und Hygieneprobleme festgestellt werden. Der stallnahe Bereich wird übernutzt wodurch die Grasnarbe zerstört und der eingetragene Stickstoff aus dem Hühnerkot zur Belastung für Boden, Luft und Wasser wird. Problematisch ist ebenfalls die mögliche Parasitenanreicherung im Auslauf die zu häufigem Entwurmen der Tiere und entsprechenden Rückständen in Schlachtkörpern und Eiern führen kann.

Der Bio-Landwirt Max Weiland aus Witzenhausen in Nordhessen hat sich Gedanken zu diesem Thema gemacht und einen mobilen Stall, das Hühnermobil gebaut. Sein Stall für 500 bis 1000 Legehennen lässt sich transportieren und mit geringem Aufwand auf der Weide versetzen, sodass die Grasnarbe unter und um den Stall erhalten bleibt. Vorratsbehälter für Futter und Wasser sind mit ‚an Bord‘, ein Laufband sammelt den Hühnerkot zur Verwendung auf anderen Flächen.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) stellt das Hühnermobil auf der diesjährigen Eurotier in Hannover vor (Halle 26, Stand K 27). Max Weiland kann sich bereits im Vorfeld über viele Anfragen freuen: ‚Der Stall kommt genau zur rechten Zeit und löst mehrere Probleme gleichzeitig: Das System ist tiergerecht, umweltfreundlich und kostengünstig. Zudem benötigt der Stall nicht einmal eine Baugenehmigung und kann jederzeit gekauft oder wieder veräußert werden, wenn der Landwirt die Größe seines Tierbestandes verändern möchte‘.

Links zum Thema %url4%Stallbau und -einrichtung%/%, Links zum Thema %url5%Geflügel%/%.

Thüringen: Schlachtungen und Fleischerzeugung leicht über dem vergleichbaren Vorjahresniveau

Themen: Fleisch,Statistik,Tiere — info @ 12:11

Erfurt (agrar.de) – Von Januar bis September 2002 wurden in Thüringen 1.254.811 als tauglich beurteilte Tiere, darunter 57.887 Rinder, 1.428 Kälber, 1.190.478 Schweine und 4.560 Schafe, geschlachtet. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 31.344 Tiere bzw. 2,6 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten des Vorjahres.

Während von Januar bis September 1.798 Rinder (+ 3,2 Prozent) und 30.760 (+ 2,7 Prozent) Schweine mehr geschlachtet wurden als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, gelangten mit 1.134 Schafen knapp ein Fünftel (- 19,9 Prozent) weniger Tiere zur Schlachtung. Die ohnehin niedrige Zahl von Kälberschlachtungen ging um 81 Tiere bzw. um 5,4 Prozent zurück.

Dabei stieg die Anzahl gewerblich geschlachteten Tiere um 33.489 Tiere bzw. 2,8 Prozent auf 1.233.436 Tiere an. Die Hausschlachtungen lagen mit 21.375 Tieren um 2.145 Stück bzw. 9,1 Prozent unter dem Ergebnis des vergleichbaren Vorjahresberichtszeitraums.

Aus den gewerblichen Schlachtungen und Hausschlachtungen wurden von Januar bis September 2002 insgesamt 126.802 Tonnen Fleisch erzeugt. Das waren 3.243 Tonnen Fleisch bzw. 2,6 Prozent mehr als in den ersten neun Monaten 2001.

Auf die einzelnen Fleischarten entfielen: 17.241 Tonnen Rindfleisch (+ 239 t bzw. +1,4 Prozent gegenüber Berichtszeitraum Vorjahr), 108 Tonnen Kalbfleisch (- 15 t bzw. – 12,4 Prozent), 109.343 Tonnen Schweinefleisch (+ 3.056 t bzw. + 2,9 Prozent), 80 Tonnen Schaffleisch (- 24 t bzw. – 23,0 Prozent) und 30 Tonnen Ziegen- und Pferdefleisch (- 13 t bzw. – 30,7 Prozent).

Damit entfielen, wie im vergleichbaren Vorjahrszeitraum, 86 Prozent der erzeugten Fleischmenge auf Schweinefleisch und knapp 14 Prozent auf Rindfleisch. Der Anteil von Kalbfleisch, Schaffleisch sowie Pferde- und Ziegenfleisch war weiterhin gering.

Die Landwirte erzielten im Durchschnitt aller Handelsklassen von Januar bis September 2002 für Schlachtrinder 1,71 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht. Das waren 13 Cent/kg Schlachtgewicht mehr als im Vergleichszeitraum 2001. Für Schweine lag der Auszahlungspreis mit 1,33 Euro/kg Schlachtgewicht um 37 Cent/kg Schlachtgewicht unter dem Vorjahresniveau.

Die durchschnittlichen Auszahlungspreise für Schafe lagen bei 3,11 Euro/kg Schlachtgewicht und damit nur leicht (+ 9 Cent/kg Schlachtgewicht) über dem Niveau des Vorjahresberichtszeitraums.

Links zum Thema Fleischwirtschaft.

DMK: Gute Silo- und Körnermaisernte

Themen: Archiv — info @ 12:11

Bonn (agrar.de) – Mit dem Start in den Oktober ist unter sehr guten Abreifebedingungen in den meisten Regionen Deutschlands die Silomaisernte abgeschlossen, berichtet das Deutsche Maiskommitee (DMK).

Abgesehen von späten Aussaaten und mittelspäten Sorten erreichte der Mais insbesondere in den Niederungslagen mit T-Gehalten im Korn von 60 bis 65 Prozent die physiologische Reife Ende September. Frühe Sorten wiesen sogar trotz regennasser Bestände im Rheinland Gesamt-T-Gehalte von über 36 Prozent auf. Unter trockenen Bedingungen hätten diese Sorten T-Gehalte von 40 Prozent erreichen können. Silomaisflächen waren in einigen Teilen des Landes durch Überschwemmungen geschädigt worden. Insgesamt sind trotzdem außerhalb der Überschwemmungsgebiete die Ernteaussichten positiv. Landesweit werden hohe Erntemengen mit guter bis sehr guter Qualität und volle Futtersilos erwartet.

Bei der Körnermaisernte machte es sich in einigen Regionen bezahlt, noch auf Schönwetterperioden zu warten. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung ist die Ernte nahezu abgeschlossen, in Süddeutschland laufen die Mähdrescher derzeit vereinzelt noch. Schätzungen der Körnermaisfläche belaufen sich auf 305.900 ha zuzüglich einer CCM-Fläche von 89.200 (Vj.: 90.900) ha. Im ersten offiziellen Erntebericht des BMVEL wird ein Durchschnittsertrag von 89,2 (Vj.: 88,9) dt/ha für möglich gehalten, allerdings abgeleitet von Erhebungsdaten der besonderen Ernteermittlung im August. Damit wäre eine Menge über 3,5 Mio. t Körnermais möglich, die sogar den vorjährigen Rekord von 3,505 Mio. t übertreffen könnte. Die guten Ernteaussichten sind auf ausreichende Niederschläge in der kritischen Wachstumsphase im Juli und in den üblichen Trockengebieten zurückzuführen.

Links zum Thema Mais.

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