06. November 2002

Großbritannien: Neuer Bauernverband

Themen: Archiv,MKS — info @ 10:11

London (agrar.de) – Seit dem vergangenen Montag gibt es eine neue Interessenvertretung für die bäuerliche Landwirtschaft im Vereinigten Königreich. Die Gründung des neuen Verbandes fand im Rahmen einer Demonstrationsveranstaltung zum sich verschärfenden Strukturwandel in der Landwirtschaft vor dem britischen Department for Environment, Food and Rural Affairs (DEFRA) statt.

Die Gruppe ‚farm‚ sieht sich selbst als Opposition zur National Famers Union (NFU), dem nationalen Bauernverband. Die Politik der NFU, der etwa ein Drittel der britischen Landwirte angehören, kritisiert ‚farm‘ als zu ‚Agrarindustrie-lastig‘. Besonders ihre Ablehnung der Impfung gegen die Maul- und Klauenseuche und ihre Position in Bezug auf die ‚Grüne Gentechnik‘ hätte bei viele Landwirten zu einem Vertrauensverlust geführt. Die Gründer des neuen Verbandes wünschen sich ein ’nachhaltigeres System‘ mit einer Stärkung direkter Verbindungen von Landwirtschaft zum Verbraucher.

In einer vor der Gründung des Verbandes durch die Initiatoren beauftragten Umfrage bei 500 Landwirte gaben 28 Prozent der Befragten an, sie fühlten ihre Interessen von keiner Organisation vertreten. Etwa zwei Drittel sprachen sich für die Gründung einer neuen Interessenvertretung für die bäuerliche Landwirtschaft aus, 71 Prozent der jüngeren Landwirte und 75 Prozent der befragten Frauen waren dieser Meinung.

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BWV: Nur Milch und Flaschenwein ein Lichtblick – Veredlung, Fasswein und Marktfrucht düster

Themen: Archiv — info @ 09:11

Mainz (agrar.de) – ‚Die stärksten Einkommenseinbußen mit mehr als 30 Prozent haben in diesem Jahr die Fassweinwinzer in Rheinhessen und der Pfalz hinnehmen müssen‘, so das heutige Resümee von Norbert Schindler, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz (BWV), zu den ersten Auswertungen der Testbetriebsergebnisse des Wirtschaftsjahres 2002/01.

Der Rückgang sei besonders dramatisch, da diese Betriebsgruppe schon im Vorjahr 12,5 Prozent Einkommenseinbußen verbuchen musste. Aufgrund eines geringeren Rotweinanteils, der von den anhaltend miserablen Weinpreisen nicht betroffen sei, seien außerdem die rheinhessischen Winzer mit einer Einkommensminderung von 37 Prozent besonders getroffen. Dass die schlechte Situation weder an der Qualität des Weines noch der Erntemenge liege, sondern vor allem an dem Preisdruck der aufnehmenden Hand im Fassweinbereich, bestätige sich auch in diesem Jahr wieder durch das positive Ergebnis der Flaschenweinerzeuger von plus 3,1 Prozent in 2002/01 nach plus 2,5 Prozent im Wirtschaftsjahr 2001/00.

Schindler ermahnt deshalb nochmals die Abfüllbetriebe, sich durch das anhaltende Preisdumping vor allem im Weißweinbereich nicht die eigene Rohstoffbasis weg zu raffen, indem sie die Betriebe systematisch kaputt machten. Außer den Flaschenweinbetrieben konnten lediglich die speziellen Milchviehbetriebe auf Grünlandbasis einen positiven Trend mit einem Einkommenszuwachs von 7,6 Prozent fortsetzen. Die übrigen Futterbaubetriebe haben den Gewinnzuwachs im Milchviehbereich in den Bereich Marktfruchtbau stecken müssen. Denn besonders im extensiven Marktfruchtbau mussten rund 30 Prozent Einbußen verzeichnet werden. So konnten Futterbaubetriebe nur ein um 2,1 Prozent verringertes Einkommen verbuchen, nach dem negativen Ergebnis von minus 1,6 Prozent in 2001/00.

Der intensive Marktfruchtbau konnte durch eine noch zufriedenstellende Situation im Zuckerrübenbau seine Einkommenseinbußen auf minus 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr begrenzen, während der Marktfruchtbau insgesamt ein um rund 20 Prozent verringertes Einkommen hinnehmen muss. Dies sei vor allem auf die Einbrüche im Getreidepreis seit Anfang 2002 zurückzuführen, nachdem die EU-Kommission das Importkontingent erweitert habe und rund 10 Millionen Tonnen Getreide zu Dumpingpreisen aus der Schwarzmeerregion auf den Markt geflossen seien, so Schindler. Außerdem seien die Ernteerträge in dem Erntejahr 2001 nur durchschnittlich bis unterdurchschnittlich gewesen. Besonders negativ hat sich in diesem Jahr auch die Einkommenssituation infolge einer schwachen Preisentwicklung gegenüber dem Vorjahr im Veredelungssektor – also der Schweine-, Geflügel- und Rindermast- entwickelt. Jedoch sei die erschreckende Größe von minus 31 Prozent auch vor dem Hintergrund des Einkommenszuwachses von plus 60 Prozent in 2001/00 insbesondere im Geflügel- und Schweinebereich infolge der BSE-Krise zu bewerten, erklärt Schindler.

Schindler sieht in der Entwicklung alles andere als die von der Bundesregierung propagierte Nachhaltigkeit für die Landwirtschaft. Ebenfalls zweifelt Schindler stark daran, ob der soeben von Renate Künast vorgestellte Zukunftsplan ‚Aktionsprogramm bäuerliche Landwirtschaft‚ an dieser traurigen Tendenz irgendetwas ändern werde. Handlung sei gefragt. Insbesondere müssten diese Ergebnisse endlich Einzug finden bei den Überlegungen zur EU-Osterweiterung und dem Midterm review.

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NABU kritisiert Ökosteuerpläne der Regierung

Themen: Archiv — info @ 09:11

Miller: Aufkommensneutralität muss Grundprinzip der Ökosteuer bleiben

Berlin (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat die Pläne der Bundesregierung zur Entwicklung der Ökosteuer scharf kritisiert. ‚Es ist skandalös, dass die Grundidee der Aufkommensneutralität der Ökosteuer geopfert und die Mehreinnahmen zum Stopfen der Löcher im allgemeinen Staatshaushalt genutzt werden sollen‘, sagte Leif Miller, Leiter der NABU-Bundesvertretung Berlin.

Nach Informationen des NABU sollen 1,2 Mrd. Euro der zukünftigen Mehreinnahmen direkt in den Bundesetat fließen und erstmals nicht über die Rentenversicherungsbeiträge zurückerstattet werden. Damit würde nicht nur ein sinnvolles ökologisches Steuerungsinstrument diskreditiert, sondern auch die notwendige Weiterentwicklung wie sie der Koalitionsvertrag vorsieht deutlich erschwert.

Nach Auffassung des NABU hätten die Entscheidungen zur Ökosteuer zur Steigerung der Akzeptanz genutzt werden müssen, anstatt sie zur Verhandlungsmasse bei der Ausbesserung von Finanzlücken zu degradieren. Als klimapolitisch falsches Signal wertete der NABU das Ergebnis, Heizöl nun doch nicht wie ursprünglich vorgesehen höher zu besteuern.

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USA: Maßnahme 27 gescheitert

Themen: Archiv — info @ 09:11

Salem (agrar.de) – Im US-Bundestaat Oregon waren die Bürger am Dienstag aufgerufen, gemeinsam mit der Kongresswahl über die ‚Maßnahme 27‘ abzustimmen. Die Gesetzesinitiative verlangte erstmalig, dass in einem Bundesstaat alle Produkte, die gentechnisch veränderte Stoffe (GVO) enthalten, gekennzeichnet werden sollten. Selbst der populäre Genfood-Gegner und Ex-Beatle Paul McCartney war angereist und beteiligte sich an der Kampagne für die offene Deklaration von GVO in Lebensmitteln.

Mehr als 73 Prozent der Wähler versagten der ‚Maßnahme 27‘ die Unterstützung, gerade 27 Prozent stimmten dafür.

Dennoch ist Donna Harris, Aktivistin für die ‚Maßnahme 27‘ in Oregon optimistisch: ‚Viele Menschen wünschen sich eine GVO-Deklaration, sie wollen aber eine nationale Regelung dafür‘. Für eine solche US-weite Regelung soll die Aktion ‚Labeling for US‘ sich jetzt einsetzen. Ähnliche Initiativen sind in mehreren Bundesstaaten geplant.

Am ‚Wahlkampf‘ um die Abstimmung in Oregon beteiligten unter anderem große Agrar- und Lebensmittelkonzerne wie Monsanto, DuPont, General Mills und Heinz, die im Bereich der ‚Grünen Gentechnik‘ engagiert sind. Sie investierten über 5,5 Millionen US-Dollar, ein großer Teil des Geldes wurde für Anzeigenkampagnen aufgewendet, mit denen vor höheren Kosten für Restaurants, Einzelhändler und Schulkantinen gewarnt wurde.

Eine Deklaration hätte die Lebensmittelindustrie weit größere Summen gekostet: Schätzungsweise enthalten bereits 70 Prozent der in amerikanischen Supermärkten angebotenen Lebensmittel gentechnisch veränderte Bestandteile.

Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung dürfte die ‚Maßnahmne 27‘ die öffentliche Aufmerksamkeit und die Diskussion in Bezug auf gentechnisch veränderte Lebensmittel und die Nahrungsmittelsicherheit verstärken.

Links zum Thema Lebensmittel, Links zum Thema Biotechnologie.

Düngemittelabsatz außer bei Kalkdüngern weiterhin rückläufig

Themen: Archiv — info @ 09:11

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im Wirtschaftsjahr 2001/2002 aus inländischer Produktion oder Einfuhr

– 1,79 Mill. Tonnen Stickstoffdünger (N), – 0,31 Mill. Tonnen Phosphatdünger (P2O5), – 0,51 Mill. Tonnen Kalidünger (K2O) und – 2,31 Mill. Tonnen Kalkdünger (CaO)

an landwirtschaftliche Absatzorganisationen oder Endverbraucher in Deutschland abgesetzt.

Gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2000/2001 war dies eine Abnahme um 3 Prozent bei Stickstoffdüngern, um 10 Prozent bei Phosphatdüngern und um 7 Prozent bei Kalidüngern; bei Kalkdüngern war dagegen ein Plus von 6 Prozent zu verzeichnen.

Seit Einführung der Düngemittelstatistik zum Wirtschaftsjahr 1949/50 hat sich der Absatz bei Stickstoffdüngern in Deutschland um 250 Prozent und von Kalkdüngern um 91 Prozent erhöht, während er bei Phosphatdüngern um 28 Prozent und bei Kalidüngern um 46 Prozent zurückging.

Der Aufwand je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche stieg im Zeitraum von 1949/50 bis 2001/2002 bei Stickstoffdüngern von 25 auf 105 kg N und bei Kalkdüngern von 59 auf 124 kg CaO. Demgegenüber nahm der Aufwand von Phosphatdüngern von 21 auf 19 kg P2O5 und an Kalidüngern von 46 auf 30 kg K2O ab.

Nach zunächst kontinuierlichem Anstieg seit 1949/50 wurden die höchsten Aufwandsmengen je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche im Wirtschaftsjahr 1987/88 mit 134 kg N bei Stickstoffdüngern, 1979/80 mit 71 kg P2O5 bei Phosphatdüngern, 1974/75 mit 96 kg K2O bei Kalidüngern und 1988/89 mit 189 kg CaO bei Kalkdüngern erreicht. Nach diesen Zeiträumen fielen die Aufwandsmengen wieder relativ stetig auf das heutige Niveau.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Thema Düngung.

SPD: Deutschland braucht ein besseres Gütesiegel für Lebensmittel

Themen: Archiv — info @ 09:11

Bberlin (agrar.de) – Zu der Entscheidung des Europaäschen Gerichtshofs, das Agrar-Gütesiegel ‚Markenqualität aus deutschen Landen‘ dürfe nicht mehr vergeben und verwendet werden, erklären der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Müller, und der agrar- und verbraucherpolitische Sprecher der Fraktion, Matthias Weisheit:

‚Der Europäische Einigungsprozess steht für uns ganz oben auf der Agenda. Wir wollen die Europäische Union erweitern und vertiefen und sind stolz darauf, dass wir zusammen mit unseren französischen Freunden wichtige Impulse für das gemeinsame Haus Europa gegeben haben und weiter geben werden.

Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, das Gütesiegel ‚Markenqualität aus deutschen Landen‘ verstosse gegen den EG-Vertrag, insoweit zu begrüssen, dass es nun zu mehr Klarheit und Qualität kommen muss. Dieses ‚Güte’siegel hat uns nicht vor den grossen Lebensmittelskandalen der letzten Jahre bewahrt, die grossen Schaden für die Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie sowie Vertauensverlust bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern zur Folge hatten.

In der Technik hat sich das Markenzeichen ‚made in Germany‘ seit 100 Jahren bewährt, nicht weil wir uns damit gegenüber ausländischen Konkurrenten abschotten wollten, sondern weil es für Qualität gebürgt hat – weltweit. Dahin müssen wir mit unseren landwirtschaftlichen Produkten auch kommen. Wir haben es gar nicht nötig, uns abzuschotten, die Qualität der deutschen Lebensmittel kann und muss für sich sprechen.

Auf diesem Weg hat Rot-Grün in den letzten Jahren erste Erfolge erreicht. Das Vertrauen der Verbraucher hat wieder zugenommen, 74 Prozent der Bevölkerung vertrauen der heimischen Landwirtschaft. Diesen Weg der Zusammenführung von konsequentem Verbraucherschutz und einer Neuordnung der Agrarpolitik werden wir weitergehen. Wir werden die Kennzeichnung von Lebensmitteln so novellieren, dass die Verbraucher klar deren Qualität erkennen können. Wir werden die Position der Verbraucher bei ihren millionenfachen täglichen Entscheidungen beim Kauf von Lebensmitteln stärken.

Denn: Qualität zahlt sich aus. Wir sind überzeugt, dass unsere qualitätsorientierte Politik auch der deutschen Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie zugute kommt.

Wenn der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, nach der Entscheidung des EuGH betont: ‚Die deutsche Landwirtschaft steht für Qualität und Sicherheit‘, dann zeigt dies die Richtung auf. In einem gemeinsamen Europa mit seiner Europäischen ‚Landwirtschaftsgemeinschaft‘ können Lebensmittel den Verbrauchern nur damit empfohlen werden, dass sie ‚gut‘ sind – gesund und umweltverträglich hergestellt.

Wir werden unsere nationale Agrarpolitik so ausrichten, dass die Produkte von Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie in unserm Land verlässlich ‚gut‘ und besser werden. Das stärkt unsere Bauern, unsere Wirtschaft und – das gemeinsame Europa.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

Westfalen-Lippe: Durchschnittliche Ernte bei Kartoffeln

Themen: Archiv — info @ 09:11

Münster (agrar.de) – Die Kartoffelernte ist abgeschlossen. Wie die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe berichtet, können die Kartoffelerzeuger in diesem Jahr auf eine knapp durchschnittliche Ernte zurückblicken. Auf feuchten Böden wurden nur unterdurchschnittliche Erträge erzeugt, während auf trockenen Böden wegen der ausreichenden Wasserversorgung eine eher gute Ernte eingefahren werden konnte.

Heftige Gewitterschauer und häufiger Regen in den Sommermonaten haben dazu geführt, dass die Dämme freigespült wurden. Dadurch verringerte der Anteil an grünen, nicht konsumfähigen Kartoffeln die Ernte.

Da es in den vergangenen drei Winterjahren keine starken Fröste gab, konnten sich Engerlinge und Drahtwürmer stark vermehren. Sie richteten Fraßschäden an den Kartoffeln an, was die Ernte weiter schädigt.

Durch die geringere Sonneneinstrahlung konnte die Pflanze weniger stärkereiche Kartoffeln ausbilden. Für die Hausfrau bedeutet dies, dass die Kartoffeln beim Kochen nicht so schnell zerfallen und ihre Form behalten.

Geschmacklich sind die Kartoffeln in diesem Jahr von guter Qualität. Bei den festkochenden Sorten dominieren Cilena, Prinzess, Linda und Simone. Vorwiegend festkochende Sorten sind Marabell, Secura, Solara, Granola und Quarta. Viele Direktvermarkter bieten durch ausgeklügelte Kühlsysteme beste Qualität bis weit in das nächste Frühjahr hinein an.

In diesem Jahr werden in Westfalen-Lippe auf knapp 7.600 Hektar Kartoffeln angebaut. Das sind fast sechs Prozent weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt hat Nordrhein-Westfalen knapp 30.000 Hektar Kartoffelfelder.

Informationen zu Direktvermarktern in Westfalen-Lippe sind beim INFO-Telefon der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe Tel.: 0251-599444, beim Landservice oder der Anbaugemeinschaft Speisekartoffeln östliches Münsterland zu erhalten.

Links zum Thema %url4%Kartoffeln%/%.

05. November 2002

Hessen: Betroffene Milcherzeuger geben Milchstreik-Votum ab

Themen: Hessen — info @ 14:11

Fragebogenaktion des Hessischen Bauernverbandes

Friedrichsdorf (agrar.de) – In diesen Tagen erhalten alle hessischen Milcherzeuger von ihrem Kreisbauernverband einen Fragebogen über den geprüft werden soll, ob sich die Bauern verbindlich an einem Milch-Lieferstreik beteiligen würden. Diese Vorgehensweise hatte die Vertreterversammlung des Hessischen Bauernverbandes (HBV) im Oktober beschlossen. Man legt großen Wert darauf, dass die Betroffenen selbst über einen Streik mit weitreichenden Konsequenzen entscheiden.

Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Heinz Christian Bär, bittet alle Milcherzeuger, sich daran zu beteiligen, damit ein möglichst aussagekräftiges Meinungsbild zustande kommt. Milchviehhalter, die keinen Fragebogen erhalten haben, sollten sich mit ihrem Kreisbauernverband in Verbindung setzen und einen solchen anfordern.

Hintergrund dieser Aktion sind die unbefriedigenden Milchauszahlungspreise an die Erzeuger, die seit Frühjahr dieses Jahres massiv gesunken sind. Der durchschnittliche Auszahlungspreis liegt zur Zeit bei nur 30 Cent pro Liter Milch. Verantwortlich für diese Misere ist ein gestiegenes Rohmilchaufkommen sowie ein knallhartes Preisdumping, insbesondere von Discountern.

‚Molkereien werden derart unter Druck gesetzt, dass sie den Erzeugern keinen vernünftigen Auszahlungspreis bieten können‘, kritisierte Präsident Heinz Christian Bär. Ein Indiz dafür sei beispielsweise auch der stetig sinkende Anteil an den Verbraucherausgaben, den die Landwirte erhielten. Bei Milch und Milcherzeugnissen sei dieser Anteil seit Beginn der 50er Jahre von 64 Prozent trotz gestiegener Qualitätsanforderungen um gut 20 Prozentpunkte zurückgegangen.

‚Als Urproduzenten haben auch die Bauern ein Recht auf angemessene Erzeugerpreise, um den Fortbestand der hessischen Milchviehhaltung zu sichern‘, betonte der Bauernverbandspräsident.

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Österreich: Weißweinschwemme versus Rotweinmangel

Themen: Österreich,Statistik — info @ 13:11

Wien (agrar.de) – Aufgrund der aktuellen Schätzungen der Weinbaureferenten der Statistik Austria wurde für die Weinernte 2002 ein Volumen von 2,6 Mio. hl (+ 4 Prozent gegenüber 2001) bestätigt, womit der Erntedurchschnitt der letzten 10 Jahre um 11 Prozent übertroffen werden könnte.

Dabei war das heurige Weinjahr witterungsmäßig äußerst inhomogen und ließ phasenweise starke Ernteeinbrüche wegen Trockenheit, Hochwasser und Hagel erwarten. Aufgrund des feuchten Herbstes und den daraus resultierenden überdurchschnittlichen Fruchtgrößen konnte das Defizit wieder wettgemacht werden. Aber ausgerechnet Rotwein, dessen Inlandsnachfrage eine steigende Tendenz zeigt, reagierte empfindlicher auf die Witterungsbedingungen (Zweigeltkrankheit) und dürfte daher mit 652.000 hl ein Minus von 15 Prozent bringen. Bei Weißwein wird ein Plus von 12 Prozent auf fast 2 Mio. hl prognostiziert, wodurch der Weißweinpreis – bei fallender Inlandsnachfrage – noch mehr unter Druck gerät.

Niederösterreich erwartet heuer eine Weinernte von 1,694.700 hl (+ 10 Prozent) und würde damit 65 Prozent der heimischen Weinproduktion erwirtschaften. Allein im Weinbaugebiet Weinviertel könnten 943.700 hl produziert werden, was noch 2 Prozent über dem hohen Niveau des Vorjahres liegt. Auch aus dem Kamptal, Niederösterreichs zweitgrößtem Weinbaugebiet, werden – trotz Hochwasserschäden – mit einer Weinernte von 238.100 hl Hektarerträge deutlich über 60 hl/ha erwartet. Das Kremstal fällt wegen Hagelschäden ertragsmäßig (49 hl/ha) etwas ab, was eine Ernte von 102.300 hl und den dritten Platz unter Niederösterreichs Weinbaugebieten bedeuten würde.

Für das Burgenland wiegen als klassische Rotweinregion (38 Prozent Rotweinanteil an der Bundeslandernte) die Ernterückgänge bei Rotweinen von 26 Prozent auf 265.000 hl besonders schwer, aber auch Weißweine dürften entgegen dem Bundestrend nur wenig (+ 2 Prozent auf 431.200 hl) zulegen. In Summe müssen burgenländische Winzer bei einer Produktion von 696.200 hl Mengeneinbußen von 11 Prozent in Kauf nehmen, werden jedoch durch eine ausgezeichnete Qualität entschädigt.

Eine gute Ernte mit einem Plus von 15 Prozent auf 213.500 hl wird aus der Steiermark gemeldet, obwohl regional – aufgrund der hohen Niederschlagsmengen – von Fäulnis berichtet wurde.

Die Güte des Weinmostes wird allgemein höher als im Vorjahr eingeschätzt, wobei besonders hohe Bewertungen für burgenländische Rotweine vorliegen. Die ausgiebigen Niederschlagsmengen der letzten Monate dürften jedenfalls die Mostqualität nicht negativ beeinflusst haben.

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Höfken: Weiterentwicklung der Ökosteuer berücksichtigt die Situation von Gartenbau und Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 13:11

Berlin (agrar.de) – Anlässlich des Beschlusses der rot-grünen Bundesregierung zur Ökosteuer erklärt Ulrike Höfken, verbraucher- und landwirtschaftspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen:

‚Die Weiterentwicklung der Ökosteuer ist beschlossen. In Zukunft wird die energieintensive Industrie weniger steuerliche Begünstigungen bei der Ökosteuer haben. Die Besonderheiten der Produktion von kleinen und mittleren Unternehmen sowie von Landwirtschaft und Gartenbau werden besonders berücksichtigt:

– Der Sockelbetrag, ab dem ermäßigte Steuersätze für das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft gelten, wird entgegen vorheriger Pläne nicht angehoben. Er bleibt bei 511 Euro. Davon profitieren kleine und mittlere Unternehmen.

– Die Sonderregelungen für den besonders energieintensiven Unterglasgartenbau werden fortgesetzt: Die Vergünstigungen in Höhe von 4,09 Cent pro Liter Heizöl, 1,84 Euro pro MWh Erdgas bzw. 25,56 Euro pro Tonne Flüssiggas bleiben bis Ende 2004 erhalten.

Mit diesen Regelungen haben wir den besonderen Bedingungen dieser landwirtschaftlichen Betriebe Rechnung getragen und ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Markt gesichert.‘

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