08. November 2002

Landwirte haben „60-Stunden-Woche“

Themen: Archiv — info @ 10:11

Bonn (agrar.de) – In der Landwirtschaft wird im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen länger gearbeitet. Darauf weist der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn hin. So arbeiten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes selbständige Landwirte im Jahr 2000 durchschnittlich 62,2 Stunden in der Woche. Selbständige im Bereich des produzierenden Gewerbes kamen nur auf 50,2 Stunden während in der Gruppe der Selbstständigen aller Wirtschaftsbereiche die ermittelte Arbeitszeit mit 49,1 Stunden noch etwas kürzer war.

Eine Besonderheit stelle – so der RLV – die Gruppe der ‚mithelfenden Familienangehörigen‘ in der Landwirtschaft dar, die mit 39,4 Stunden Arbeitszeit in der Woche noch vor Angestellten und Arbeitern liege, die im Durchschnitt aller Wirtschaftsbereiche nur knapp 35 Stunden in der Woche arbeiteten. Bei den mithelfenden Familienangehörigen handelt es sich nach Angaben des RLV vor allem um die Ehefrauen und Kinder der Landwirte, manchmal aber auch um die Eltern des Betriebsleiters oder andere Verwandte, die auf den landwirtschaftlichen Betrieben lebten und arbeiten. Dies Personengruppe habe in keinem anderen Wirtschaftsbereich eine solche Bedeutung wie in der Landwirtschaft, betont der Verband. Vor allem in viehhaltenden Betrieben, aber auch insbesondere während der Erntezeit seien die Familienmitglieder unersetzlich, denn ohne sie könnte die auf den Höfen tägliche anfallende Arbeit in den meisten Fällen nicht bewältigt werden.

Bundesrat: Für 2003 vorgesehene nationale Modulation soll unterbleiben

Themen: Archiv — info @ 10:11

Länderkammer bringt Gesetzentwurf beim Bundestag ein

Berlin (agrar.de) – Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, den Entwurf eines Gesetzes zur Aufhebung des Gesetzes zur Modulation von Direktzahlungen im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik und zur Änderung des GAK-Gesetzes beim Deutschen Bundestag einzubringen.

Das Modulationsgesetz vom Mai dieses Jahres sieht im Wesentlichen vor, die EU-Direktzahlungen an die Landwirte um 2 Prozent – bei einem Freibetrag von 10.000 Euro – zu kürzen und die eingesparten Mittel für Ausgaben zur Entwicklung des ländlichen Raumes zu verwenden. Nach Auffassung des Bundesrates macht die Einführung einer freiwilligen nationalen Modulation ein Jahr vor der für 2004 beabsichtigten Einführung einer EU-weiten Modulation wenig Sinn, da sie mit hohen Kosten, enormem Verwaltungsaufwand und Anlastungsrisiken verbunden wäre. Die dadurch verursachte Verschwendung von Steuergeldern sei auch gerade angesichts der derzeitigen Haushaltslage von Bund und Ländern nicht akzeptabel. Alle anderen Mitgliedstaaten der Gemeinschaft hätten entweder noch keine Modulation eingeführt oder wieder eingestellt, weil eine Umsetzung nicht durchführbar war. Außerdem würden die erheblichen Anstrengungen der Verwaltungen zur Umsetzung des Modulationsgesetzes von den Verhandlungen auf EU-Ebene zur Ausgestaltung der obligatorischen EU-Modulation überlagert.

Da die Gesetzesänderung bis zum Jahresende erfolgen muss, hat der Bundesrat den Gesetzentwurf als besonders eilbedürftig bezeichnet. Das bedeutet, dass die Bundesregierung bereits innerhalb von drei – statt üblicherweise sechs – Wochen an den Deutschen Bundestag weiterleiten muss. Dabei soll sie ihr Auffassung darlegen.

Links zum Thema Politik.

07. November 2002

Bundestag: Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft steht

Themen: Archiv — info @ 15:11

Berlin (agrar.de) – Die 21 vom neuen Bundestag eingesetzten ständigen Ausschüsse sind gestern vormittag unter der Leitung von Mitgliedern des Bundestagspräsidiums zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammengetreten.

Der jeweiligen Fraktionsstärke folgend stellt die SPD den Vorsitz in neun Ausschüssen. In acht Ausschüssen hat die CDU/CSU-Fraktion den Vorsitz, in zwei die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und in zwei die FDP. Die Verteilung der Ausschussvorsitze basiert auf einer interfraktionellen Regelung.

Der Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft hat 30 Mitglieder:

Vorsitzende: Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (SPD),

Stellvertreterin: Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen)

SPD-Mitglieder (13): Sören Bartol, Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Martin Dörmann, Reinhold Hemker, Gustav Herzog, Gabriele Hiller-Ohm, Holger Ortel, Dr. Wilhelm Priesmeier, Reinhard Schultz (Everswinkel), Jella Teuchner, Matthias Weisheit, Waltraud Wolff (Wolmirstedt), Manfred-Helmut Zöllmer

CDU/CSU-Mitglieder (12): Peter Bleser, Peter Harry Carstensen (Nordstrand), Gitta Connemann, Albert Deß, Helmut Heiderich, Ursula Heinen, Uda Heller, Dr. Peter Jahr, Julia Klöckner, Marlene Mortler, Bernhard Schulte-Drüggelte, Kurt Segner

Bündnis 90/Die Grünen-Mitglieder (3): Cornelia Behm, Ulrike Höfken, Friedrich Ostendorff

FDP-Mitglieder (2): Michael Goldmann, Wolfgang Kubicki

Links zum Thema Agrarpolitik.

Nahrungsmittelpreise weiterhin rückläufig

Themen: Archiv — info @ 15:11

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland im Oktober 2002 gegenüber Oktober 2001 um 1,3 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vormonat blieb der Index unverändert. Die Schätzung für Oktober 2002 auf Grund der Ergebnisse aus sechs Bundesländern wurde damit leicht nach oben korrigiert. Im August 2002 hatte die Jahresteuerungsrate 1,1 Prozent betragen, im September 2002 lag sie bei 1,0 Prozent.

Ohne Mineralölerzeugnisse hätte die Inflationsrate 0,9 Prozent betragen. Leichtes Heizöl war im Oktober 2002 günstiger als vor Jahresfrist (– 1,0 Prozent), Kraftstoffe – die ein weitaus größeres Gewicht im Warenkorb haben – verteuerten sich dagegen sehr deutlich (+ 10,4 Prozent).

Im Jahresvergleich waren die Preise für Nahrungsmittel weiterhin rückläufig (– 0,9 Prozent). Obst und Gemüse verbilligten sich im Oktober 2002 gegenüber Oktober 2001 um 3,2 Prozent bzw. 6,4 Prozent. Dagegen verteuerten sich Fische und Fischwaren (+ 3,2 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+ 2,0 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat gingen die Nahrungsmittelpreise um 0,4 Prozent zurück (darunter Obst: – 2,3 Prozent und Gemüse: – 1,6 Prozent).

Für das frühere Bundesgebiet ergab sich im Oktober 2002 im Vergleich zum Oktober 2001 eine Preissteigerungsrate von 1,4 Prozent. Im Vergleich zum September 2002 veränderte sich der Index nicht. Für die neuen Länder und Berlin-Ost lag die Teuerungsrate gegenüber Oktober 2001 bei 0,8 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat sank der Index um 0,2 Prozent.

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland hat sich im Oktober 2002 gegenüber Oktober 2001 um 1,3 Prozent erhöht. Im Vergleich zum Vormonat ging der Index um 0,1 Prozent zurück.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Guter Besuch der EuroTier erwartet

Themen: Archiv — info @ 15:11

Hannover (agrar.de) – Alle Vorzeichen, wie der Karten-Vorverkauf oder auch die Zahl der Sonderzüge zur EuroTier 2002, deuten auf ein hohes Besucheraufkommen hin. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) verzeichnet sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland ein starkes Besucherinteresse. Aufgrund der Voranfragen und der Tatsache, dass erstmals die Melktechnik umfassend vertreten ist, ist mit einer weiteren Zunahme der Fachbesucher aus dem Bereich Milcherzeugung zu rechnen.

Steigende Besucherzahlen aus dem Ausland

Großes Besucherinteresse besteht in den west- und nordeuropäischen Nachbarländern, aber auch aus dem Nahen und Mittleren Osten haben sich bereits zahlreiche Interessenten mit konkreten Besuchsabsichten angekündigt. Viele Fachleute werden zudem aus den mittel- und osteuropäischen Ländern erwartet, die meisten aus Polen, Russland, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und aus den baltischen Ländern.

Insgesamt kann die bisherige Resonanz als sehr erfreulich eingestuft werden. Die DLG rechnet erneut mit mehr als 100.000 Besuchern.

Links zum Thema Messen.

Niedersachsens Milchhochburg ist Cuxhaven

Themen: Archiv — info @ 14:11

Hannover (agrar.de) – Niedersachsens Milchhochburg ist der Kreis Cuxhaven. Hier wurden nach Ermittlungen des Landvolkverbandes im Jahr 2001 mit 565.396 Tonnen Milch mehr als zehn Prozent der gesamten niedersächsischen Milchmenge erzeugt. Auf Platz zwei liegt der Kreis Rotenburg (Wümme) mit 377.807 Tonnen, gefolgt vom Kreis Leer mit 353.738 Tonnen. Die Nachbarstadt Aurich belegte mit 302.530 Tonnen den vierten Platz.

Insgesamt wurden nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes im Jahr 2001 5,13 Millionen Tonnen Milch erzeugt, 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Gab es im Jahr 2000 noch 790.800 Milchkühe zwischen Ems und Elbe, so sank die Zahl ein Jahr später auf 760.200.

Führende Milchregion ist der Regierungsbezirk Weser-Ems mit 2,56 Millionen Tonnen gefolgt vom Regierungsbezirk Lüneburg mit 1,78 Millionen Tonnen. Am wenigsten haben die Landwirte im Regierungsbezirk Braunschweig mit der Milch am Hut. Hier lag die Erzeugung nur bei 247.000 Tonnen, dagegen waren es im Regierungsbezirk Hannover mit 529.800 Tonnen mehr als doppelt so viel.

Links zum Bundesland Niedersachsen.

Bayern: Trotz schlechter Holzpreise schwarze Zahlen

Themen: Archiv — info @ 13:11

München (agrar.de) – Trotz schlechter Holzpreise und der am Boden liegenden Baukonjunktur wollen die Bayerischen Staatsforsten weiter schwarze Zahlen schreiben: Die Forsthaushalte 2003 und 2004 sehen ein positives Betriebsergebnis von 11,2 bzw. 14,8 Millionen Euro vor, wie Forstminister Josef Miller bei der Vorstellung des Doppelhaushalts im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags erklärte. Nach seinen Worten drücken die seit Jahren sinkenden Holzpreise zwar erheblich die Einnahmen aus dem Holzverkauf – allein der diesjährige Preisrückgang von durchschnittlich 1,5 Euro pro Festmeter hat Ausfälle von sieben Millionen Euro verursacht. Die Einnahmeverluste sollen aber durch weitere konsequente Rationalisierung abgefangen werden. Im Einzelnen will man die Organisation weiter straffen, der natürlichen Verjüngung den Vorzug geben und den Holzeinschlag an den Zuwachs anpassen. Auf den Zustand der Wälder hat die schwierige Ertragslage laut Miller keine Auswirkungen: ‚Wir setzen auch künftig auf naturnahe, stabile und artenreiche Mischwälder.‘

Schutz- und Erholungsmaßnahmen der Staatsforstverwaltung für die Allgemeinheit, Dienstleistungen und Fördermittel für den Privat- und Körperschaftswald sowie der Mittelbedarf für hoheitliche Aufgaben können nicht aus eigenen Einnahmen erwirtschaftet werden. Die Bayerischen Staatsforsten sind in diesem Bereich, so der Minister, auf einen Zuschuss von 79,8 (2003) bzw. 77,8 (2004) Millionen Euro angewiesen. Für den Privat- und Körperschaftswald stehen beispielsweise in den nächsten beiden Jahren jeweils 23 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Damit soll der Umbau der Wälder in laubbaumreiche Mischbestände und die hierfür erforderliche Erschließung mit Forstwegen voran gebracht werden. Für Schutz- und Erholungsleistungen sind 14,6 bzw. 14,7 Millionen Euro eingeplant. Als vordringlich bezeichnete der Minister hierbei die Fortsetzung der Schutzwaldsanierung.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Bayern.

BBV: Ökosteuer belastet deutsche Landwirtschaft mit 35 Mio. Euro zusätzlich

Themen: Archiv — info @ 12:11

München (agrar.de) – Die Bundesregierung greift nochmals kräftig in die Ökosteuer-Trickkiste und will ihre finanziellen Probleme zumindest anteilig mit dem ökologischen Deckmäntelchen lösen. Rund 35 Mio. Euro an Mehrbelastungen hat der Bayerische Bauernverband (BBV) für diesen Teilbereich für das Bundesgebiet errechnet, die bayerische Landwirtschaft wäre mit sieben Mio. Euro belastet.

Der Löwenanteil entfällt auf die bereits beschlossene Erhöhung der Stromsteuer. Betroffen wären alle Betriebe, besonders gravierend aber Veredelungsbetriebe mittlerer Größe. Berechnungen zum Beispiel für bäuerliche Schweine- und Geflügelhaltungsbetriebe erbrachten Mehrbelastun-gen von bis zu rund 900 Euro je Betrieb und Jahr.

Im einzelnen handelt es sich um folgende Positionen:

– Erhöhung der Stromsteuer von 1,79 Cent/kWh auf 2,05 Cent/kWh

– Anhebung des ermäßigten Steuersatzes bei der Stromsteuer von 0,26 Cent/kWh auf 1,23 Cent/kWh

– Anhebung des ermäßigten Stromsteuersatzes für Nachtspeicherheizungen von 1,02 Cent/kWh auf 1,23 Cent/kWh

– Anhebung der Regelsteuersätze für Flüssiggas von 0,3834 Cent/kg auf 0,6060 Cent/kg und bei Erdgas von 3,476 Euro auf 5,500 Euro je 1000 kWh.

Auf diese Steuererhöhungen würden noch zusätzlich 16 Prozent Umsatzsteuer berechnet.

Neben diesen Belastungen durch den Gesetzentwurf zur ‚Konsolidierung der ökologischen Steuerreform‘ weist der BBV auf die bisherige große Nettobelastung für die Land- und Forstwirtschaft durch die bestehende Ökosteuer hin. Die Nettobelastung der deutschen Bauern beläuft sich im Jahr 2003 auf etwa 460 Mio. Euro. Bisher und auch künftig können sie die formell im Gesetz vorgesehenen Entlastungsmöglichkeiten nur bedingt nutzen. ‚In keinem anderen Wirtschaftszweig gibt es ein derart krasses Missverhältnis zwischen Belastung und Entlastung. Die andeutungsweise positiven Wirkungen der Energieverteuerung zugunsten der erneuerbaren Energien können die Belastungen der bäuerlichen Betriebe selbst bei größten Anstrengungen nicht im entferntesten wettmachen‘, stellt Georg Wimmer, Stellvertretender Generalsekretär des BBV fest.

Gemeinsam mit dem geplanten Wegfall von § 13 a Einkommensteuergesetz und der Umsatzsteuerpauschalierung gemäß § 24 UStG könne dieses Ansinnen der rot-grünen Bundesregierung nur als Anschlag auf die bäuerlichen Familienbetriebe verstanden werden.

Der Bayerische Bauernverband protestiert deshalb gegen dieses Maßnahmenbündel und fordert die Bundesregierung zur Rücknahme dieser Existenz bedrohenden Pläne auf.

Links zum Thema Energie, Links zum Thema Verbände.

Entsteht ein neuer Butterberg?

Themen: Archiv — info @ 09:11

Brüssel/Hannover (agrar.de) – Die Europäische Kommission musste nach Informationen der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen in diesem Jahr soviel Butter durch Intervention aus dem Markt nehmen wie seit elf Jahren nicht.

Auch in den Herbstmonaten, in denen der Markt normalerweise unterversorgt ist, kommen die Interventionsverkäufe in der EU nicht zum Stillstand. Von Januar bis Ende Oktober 2002 hat die Europäische Kommission 151.709 t durch staatlichen Ankauf aus dem Markt genommen. Verglichen mit den Vorjahren ist diese Menge recht stattlich. In den vergangenen 10 Jahren wurde innerhalb eines Kalenderjahres jeweils höchstens ein Drittel dieser Menge angekauft.

Der Drittlandexport hat sich positiv entwickelt. Einschließlich Butteröl in Butterwert haben in den ersten acht Monaten von 2002 etwa 20.000 t Butter mehr als im Vorjahr Absatz außerhalb der Europäischen Union gefunden. Damit sind zwei Drittel des Anstiegs der Erzeugung durch höhere Drittlandexporte kompensiert worden. Die Importe aus Drittländern haben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert und belasten die Butterbilanz daher nicht zusätzlich.

Von einer Umschichtung von privaten Beständen in die öffentliche Hand ist somit auszugehen. In den beiden vergangenen Jahren wurde im Rahmen der privaten Lagerhaltung mit Beihilfen etwas mehr Ware eingelagert als sich dann im Herbst für den Saisonausgleich als notwendig erwies. Dies hat insbesondere in der zweiten Hälfte von 2001 zu einem für die Jahreszeit unüblichen Preisdruck geführt. Ende Oktober 2002 waren dagegen die Privatbestände um 45.500 t niedriger als ein Jahr zuvor. Die in diesem Jahr gebildeten Vorräte werden von den Marktteilnehmern überwiegend als angemessen eingeschätzt.

Weder Produktion noch Außenhandel noch die Entwicklung der Privatbestände hätten so umfangreiche Interventionsverkäufe erwarten lassen wie tatsächlich getätigt worden sind. Da diese Daten als relativ gesichert angesehen werden können, ist von einem nicht unerheblichen Rückgang des Verbrauchs auszugehen. Nach Kalkulation der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft /ZMP) dürfte sich dieser auf 44.000 t in diesem Jahr belaufen. In den vergangenen Jahren ist der Butterverbrauch zwar von Jahr zu Jahr leicht geschrumpft, jedoch nicht im gleichen Ausmaß wie in diesem Jahr. Dazu trägt wesentlich mit bei, dass der Absatz im Rahmen der Verbilligungsmaßnahmen erstmals deutlich zurückgegangen ist, nachdem er in Vorjahren stets einen Teil des Nachfragerückgangs der privaten Haushalte kompensiert hatte. Seit der Kürzung der Beihilfen zur Jahresmitte 2001 ist aber ein Teil der Verwender dazu übergegangen, pflanzliche Fette einzusetzen, da der Preisabstand zur Butter zu groß geworden war. Es ist fraglich, ob hier Marktanteile zurückgewonnen werden können, selbst wenn die Beihilfen wieder erhöht werden sollten. Unter ähnlichen Marktverhältnissen Anfang der neunziger Jahre hat die Europäische Kommission jedenfalls die Beihilfen erhöht.

Auffallend ist der unterschiedlich ausgeprägte Gebrauch von der Intervention in den einzelnen Mitgliedsländern. Frankreich und Deutschland, die beiden Hauptproduzenten, haben in 2002 bislang rechnerisch etwa 3 Prozent der Buttermenge, die sie in 2001 erzeugt haben, in die Intervention verkauft und damit nur wenig mehr als ihre Mehrproduktion in diesem Jahr. Irland, mit 44.300 t der größte ‚Lieferant‘ der Intervention, hat etwa ein Drittel der Vorjahresproduktion rechnerisch in diesen Kanal gegeben. Spanien, einer der kleinsten Butterproduzenten in der EU überhaupt, hat bereits soviel Butter interveniert wie im Gesamtjahr 2001 dort erzeugt wurden. Damit ist Spanien der zweigrößte ‚Lieferant‘ der Intervention, obwohl dort im vergangenen Jahr nur 1,8 Prozent der gesamten Butter in der Europäischen Union erzeugt wurden.

Spanien hat aber gleichzeitig mit 0,7 kg den niedrigsten Pro-Kopf-Verbrauch in der EU insgesamt. In Deutschland werden im Vergleich 6,5 kg und in Frankreich sogar 8,2 kg pro Kopf und Jahr verbraucht. Die hohen Butterüberschüsse treten in den Mitgliedsstaaten auf, in denen der Verbrauch niedrig ist. Könnte man die Spanier, ein Volk von immerhin fast 40 Mio. Einwohnern, zu einem Butterkonsum bewegen, der in dem europäischen Durchschnitt von 4,6 kg entspricht, wären die strukturellen Probleme am europäischen Buttermarkt langfristig gelöst.

In den ersten acht Monaten von 2002 ist die Erzeugung in der Europäischen Union um etwa 30.000 t gestiegen. Dieser eher moderate Produktionsanstieg kann nur begrenzt zu dem Bestandsaufbau in der Intervention von mehr als 150.000 t beigetragen haben. Auffallend ist aber die unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Mitgliedsländern. In den Ländern mit der höchsten Erzeugung, nämlich Deutschland und Frankreich, ist die Herstellung nur leicht und weniger stark als im EU-Durchschnitt gestiegen.

In den Niederlanden, Italien und Schweden ist die Butterproduktion sogar geschrumpft. Auffallend ist die Verdopplung der Produktion in Spanien. In den meisten übrigen Ländern sind Zuwächse zwischen sechs und sieben Prozent festzustellen.

EU-Butterproduktion: Land: Produktion in 1.000 t; 2001; 01.-08.2002; Vergleich 02/01 Dänemark: 32,7; 34,8; + 6,6 % Deutschland: 293,3; 299,4; +2,1 % Spanien: 18,9; 38,4; +103,2 % Frankreich: 313,2; 317,9; +1,5 % Irland: 95,3; 102,5; +7,6 % Italien: 93,4;; 86,2; –7,7 % Niederlande: 92,5; 85,5; –7,6 % Österreich; 23,8; 22,7; +6,6 % Portugal: 17,2; 19,8; +6,6 % Finnland: 41,1; 42,1; +2,4 % Schweden: 35,3; 32,9; –6,8 % Vereinigtes Königreich: 87,6; 91,8; +4,8 % EU gesamt: 1.168,3; 1.197,9; +2,5 %

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Flath: EU-Erweiterung verbessert Umweltsituation in Sachsen

Themen: Archiv — info @ 09:11

Sachsen bietet Nachbarn Hilfe bei Umsetzung der EU-Umweltvorgaben an

Dresden (agrar.de) – Im Hinblick auf die für 2004 bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union begrüßt Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath die ausgehandelten Ergebnisse im Umweltbereich. Besonders für das an die zwei Beitrittsländer Polen und Tschechien angrenzende Sachsen seien die in der jüngsten Zeit erzielten Fortschritte von besonderem Interesse.

‚Eine Verbesserung der Umweltsituation in Polen und Tschechien trägt auch zum Schutz der Umwelt in Sachsen bei‘, sagte Flath am Rande der Umweltministerkonferenz in Frankfurt/Oder. Die den Beitrittsländern zugestandenen Übergangsfristen für die praktische Umsetzung der EU-Umweltvorschriften seien aufgrund der damit verbundenen immensen finanziellen Verpflichtungen gerechtfertigt, so Flath weiter. Sachsen biete den Beitrittsländern wissenschaftliches und technisches Know-how an. ‚Wenn wir unseren Nachbarn helfen, neue Klär- und Abfallbehandlungsanlagen zu bauen, Luftfilter in Industrieanlagen zu installieren, Strom- und Wärmeversorgung auf schadstoffarme Energieträger umzustellen, helfen wir auch uns selbst‘, sagte Flath.

Am Rande der Umweltministerkonferenz fand am gestrigen Abend in Frankfurt/Oder ein Treffen der deutschen Umweltminister mit der für Umweltschutz zuständigen Kommissarin der EU-Kommission Margot Wallström und dem polnischen Umweltminister Stanislaw Zelichowski statt. Dabei ging es um die Auswertung der bisherigen Fortschritte der Beitrittsländer bei der Anpassung an die Umweltstandards der EU. Zelichowski informierte über die Anstrengungen Polens zur juristischen Übernahme der Vorschriften und deren praktische Anwendung.

Im Jahr 2004 werden voraussichtlich 10 Staaten (Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern) der Europäischen Union beitreten.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Bundesland Sachsen.

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