12. November 2002

AbL: Die Auskunftspflicht der Landwirte wankt

Themen: Archiv — info @ 14:11

Interessengemeinschaft wirft Pflanzenzüchtern Gerichtsbeinflussung vor

Jameln/Luxemburg (agrar.de) – Nach dem Bericht des EuGH – Generalanwalts sehen wir uns in unserer Auffassung bestätigt, dass die Auskunftspflicht aller Landwirte über ihren Nachbau von Saatgut ins Wanken gerät. Wir hoffen natürlich, dass die Richter am Euro-päischen Gerichtshof ein klares Urteil fällen, dass den Landwirten Recht gibt, die sich gegen die Ausforschung der Pflanzenzüchter und der Saatgut – Treuhandverwaltung (STV) zur Wehr gesetzt haben,‘ so Adi Lambke in einer Stellungnahme für die ‚Interessengemeinschaft gegen die Nachbaugesetze und Nachbaugebühren‘ (IGN).

Die IGN hat sich 1998 gegründet und vertritt über 800 Landwirte im Bundesgebiet. Der EuGH – Generalanwalt hat in seinem aktuellen Bericht an den Europäischen Gerichtshof eine pauschale Auskunftspflicht aller Landwirte über ihren Saatgut-Nachbau verneint. Diese wollte die STV erreichen, um über umfassende Informationen über den An- und Nachbau von Ackerfrüchten und damit über wichtige wirtschaftliche Daten zu verfügen.

Der EuGH-Generalanwalt vertritt die Auffassung, erst wenn der Sortenschutzinhaber die Verwendung seiner Sorten dem Landwirt darlegen kann, kann er auch Auskünfte des Landwirts verlangen. Schon der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte vor einem Jahr in einem Musterprozess der Interessengemeinschaft Recht gegeben und die pauschale Auskunftspflicht über national geschützte Pflanzensorten verneint.

In dem aktuellen Bericht des EuGH-Generalanwalts finden sich auch brisante Informationen über den Versuch des Dachverbandes der Europäischen Pflanzenzüchter, ‚mit kunstreicher List‘ hinter dem Rücken der Prozessbeteiligten Druck auf den Generalanwalt auszuüben. Der EuGH-Anwalt erinnert in diesem Zusammenhang an die ‚prozessuale Redlichkeit‘ und ‚an Rahmenbedingungen der westlichen Welt, die auch vor dem Hintergrund des eigenen Interesses beachtet werden müssten.‘

Adi Lambke nennt das Vorgehen der Pflanzenzüchter ‚einen ungeheuerlichen Versuch der Einflussnahme auf die Entscheidung des Gerichts‘. Der IGN-Sprecher ist sich sicher: ‚Es wird mehr als deutlich, dass in unserem Streit um das Recht der Landwirte für den Nachbau ihrer Ackerfrüchte es der Saatgutindustrie um knallharte wirtschaftliche Interessen geht.‘ Die Gesellschaft müsse verhindern, dass die Pflanzenzucht nur noch von multinationalen Konzerninteressen abhängig wird, die dann vom Acker bis zum Tellerrand auch mit Hilfe der Gentechnik bestimmen, wo es in der Pflanzenzucht hingehen soll.

‚Dagegen steht die Auffassung von vielen Landwirten und Verbrauchern nach biologischer Vielfalt, züchterischen Fortschritt und nachvollziehbaren, demokratischen Entscheidungen bei der Pflanzen – und Tierzucht‘ so Lambke.

Die IGN fordert alle Landwirte und Saatgutaufbereiter auf, bis zur Entscheidung der EuGH-Richter der STV keinerlei Auskünfte mehr zu geben und bei Drohungen durch die STV unverzüglich Kontakt mit der Interessengemeinschaft aufzunehmen.

Kontakt: Adi Lambke, Rundling 3, 29479 Jameln, Tel.: 05864-233 oder 0172-4573377

Links zum Thema Saatgut und Züchter, Links zum Thema Verbände.

Verbände: Bäuerlicher und tiergerechter Landwirtschaft gehört die Zukunft!

Themen: Archiv — info @ 14:11

Hannover (agrar.de) – Eine kritische Bestandsaufnahme heutiger Tierhaltungsverfahren haben vor Beginn der Messe Eurotier in Hannover die Agrarverbände Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Deutscher Bauernbund, Deutscher Bundesverband der Landwirte im Nebenberuf (%url4%DBN%/%), %url5%Bioland%/% und die Umweltstiftung %url6%Euronatur%/% vorgelegt. Vor einer weiteren Industrialisierung der Fleischerzeugung wird gewarnt. Die Verbände forderten gegenüber der Politik Rahmenbedingungen, die eine bäuerliche und tiergerechte Landwirtschaft gegenüber einer weiteren Industrialisierung der Tierhaltung bevorzugen sollte.

‚Wir müssen dringend eine gesellschaftliche Diskussion über die Entwicklung der Tierhaltung führen. Es kann nicht sein, dass unter moderner Tierhaltung die Züchtung von federlosen, nackten Hühner verstanden wird oder Tierfabriken die über mehrere Etagen in Hafennähe produzieren. Soll dann am Ende dieses Entwicklungsprozesses die Herstellung von Fleisch ohne Tierhaltung und ohne Bauern stehen? Wir müssen die Halbzeitbewertung der AGENDA 2000 als Chance nutzen Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Entwicklung einer bäuerlichen und tiergerechten Landwirtschaft ermöglicht und damit auf gesellschaftliche Anforderungen eingeht‘ so der Direktor von Euronatur, Lutz Ribbe.

‚In den neuen Bundesländern zeichnet sich über einen Großteil der LPG-Nachfolgebetriebe eine weitere Industrialisierung der Landwirtschaft ab. Große Tierhaltungsanlagen aus DDR-Zeiten in der Schweine- und Bullenmast und neuerdings in der Putenmast lassen sich nur durch intensive Haltungsverfahren in arbeitsteiligen Prozessen und Abhängigkeiten im vor- und nachgelagerten Bereich mit starken Organisationsverflechtungen mit Holding-Töchtern durchführen.

Will man Chancengleichheit für bäuerliche Betriebe muss das Prämiensystem geändert werden und nach differenzierten Kriterien erfolgen,‘ so der Präsident des Deutschen Bauernbundes, Kurt-Henning Klamroth.

‚Das Q/S-Prüfsiegel bringt keine wesentliche Verbesserung der Marktstellung für die Bäuerinnen und Bauern, sondern bringt nur höhere Kosten und Bürokratie zur Dokumentation des gesetzlichen Standards, ohne erkennbaren Mehrerlös. Wir brauchen eine Agrarpolitik, die auch der Nebenerwerbslandwirtschaft eine Chance gibt‘ so der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Bundesverbandes der Landwirte im Nebenberuf, Jens Reichardt.

‚Eine Alternative zur weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft ist die Umstellung auf ökologischen Landbau, die gerade klein- und mittelbäuerlichen Betrieben eine Überlebenschance gerade in der Verbindung mit Verarbeitung- und Vermarktungsleistungen bietet. Wir wollen nicht industrialisierte Biobetriebe sondern setzen auf ein Mix vielfältiger bäuerlicher Betriebe. Hierfür sind, trotz der Bemühungen der Bundesregierung um eine Neuorientierung der Agrarpolitik Veränderungen wichtiger Rahmenbedingungen noch immer nicht in Angriff genommen‘ so der Bundesvorstand von Bioland, Thomas Dosch.

‚Eine weitere Alternative in der Tierhaltung ist das NEULAND-Programm, welches Modellhaft einen gesellschaftlichen Konsens zwischen Tierschutz-, Umwelt-, Verbraucher-, Dritte Welt-, und Bauerninteressen praktiziert. Wir brauchen die höherpreisige Produktdifferenzierung von bäuerlichen Marken. Aber wir brauchen auch eine Änderung des Baurechts, damit auch in unseren Dörfern auf Bauernhöfen artgerechte Tierhaltung praktiziert werden kann. Die Zukunft liegt in einer bäuerlichen und tiergerechten Landwirtschaft, dafür brauchen wir wettbewerbsorientierte Rahmenbedingungen und nicht die Fortführung einer hochtechnisierten Tierhaltung für den Weltmarkt‘ so Martin Steinmann für die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, die ein Träger des NEULAND-Programmes ist.

Links zum Thema %url7%Verbände%/%.

Großhandelspreise im Oktober um 0,9 Prozent gestiegen

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Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Index der Großhandelsverkaufspreise im Oktober 2002 um 0,9 Prozent über dem Niveau vom Oktober 2001. Dies ist der stärkste Anstieg im Vorjahresvergleich seit August 2001 (+ 1,5 Prozent). Im September 2002 und im August 2002 hatten die Jahresveränderungsraten + 0,3 Prozent bzw. – 0,5 Prozent betragen. Der Gesamtindex ohne Mineralölerzeugnisse lag im Oktober 2002 geringfügig über dem Vorjahresniveau (+ 0,1 Prozent).

Gegenüber September 2002 sank der Großhandelsverkaufspreisindex um 0,2 Prozent. Ohne Mineralölerzeugnisse fielen die Großhandelsverkaufspreise im Vormonatsvergleich um 0,4 Prozent. Binnen Monatsfrist verbilligten sich vor allem Äpfel (– 13,6 Prozent), Bananen (– 13,4 Prozent), lebende Schweine (– 11,5 Prozent), Kartoffeln (– 10,2 Prozent) und Schweinefleisch (– 8,0 Prozent). Dagegen wurden Zitrusfrüchte (+ 17,9 Prozent), Tomaten (+ 11,7 Prozent) und Dieselkraftstoff (+ 3,2 Prozent) teurer.

Starke Preiserhöhungen gegenüber dem Vorjahr gab es im Oktober 2002 u.a. bei lebenden Rindern (+ 17,5 Prozent), Tomaten (+ 10,7 Prozent), und Dieselkraftstoff (+ 4,6 Prozent). Dagegen waren u.a. Schweinefleisch (– 18,7 Prozent), lebende Schweine (– 17,8 Prozent), Kartoffeln (– 17,6 Prozent), Geflügelfleisch (– 15,8 Prozent), Äpfel (– 8,6 Prozent), Zitrusfrüchte (– 6,6 Prozent), Bananen (– 5,9 Prozent) und Rohkaffee (– 4,3 Prozent) billiger als vor einem Jahr.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Tagung: Mais im Ökolandbau

Themen: Archiv — info @ 13:11

Bonn/Witzenhausen (agrar.de) – Das Deutsche Maiskomitee (DMK) veranstaltet erstmalig ein zweitägiges Symposium der im letzten Jahr gegründeten Arbeitsgruppe Ökologischer Landbau am 4./5. Dezember in Witzenhausen (Hessen). Die Veranstaltung wird gemeinsam mit dem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel ausgerichtet.

Auf der Tagesordnung werden ab 13 Uhr vor allem Fragen zu Anforderungen an Maissorten aus Sicht der ökologischen Praxis, Maissaatguterzeugung und Züchtung für den Ökologischen Anbau sowie Strategien zur Gestaltung der Fruchtfolge und des Bodenschutzes stehen.

Schwerpunkte sind Themen wie Untersaaten in Mais, Strategien zur Unkrautregulierung im ökologischen Maisanbau, Mais in der Futterration von Ökobetrieben, Ökomais im Lebensmittelsektor und die Entwicklung des Öko-Lebensmittelmarktes.

Anmeldungen nimmt das Deutsche Maiskomitee unter folgender Anschrift entgegen: Deutsches Maiskomitee e.V., Clemens-August-Straße 54, 53115 Bonn, Telefon: 0228-265925, Telefax: 0228-265863 oder E-Mail.

Links zum Thema %url4%Bildung%/%.

Geno-Nord: Umsatzzuwächse in einem schwierigen Marktumfeld

Themen: Archiv — info @ 13:11

Hannover (agrar.de) – Verbandsdirektor Manfred Schlüter berichtete anlässlich der diesjährigen Herbstpressekonferenz des Genossenschafts-verbandes Norddeutschland (GVN) von einer aufwärtsgerichteten Entwicklung der 43 Raiffeisen-Warengenossenschaften und 23 Kreditgenossenschaften mit Warenverkehr in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Im Wirtschaftsjahr 2001/2002 stiegen die erwirtschafteten Umsatzerlöse um 3,6 Prozent auf 1.641 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der messbare Mengenumsatz erhöhte sich um 4,3 Prozent auf 6,8 Millionen Tonnen.

Bezugsgeschäft

Im Bezugsgeschäft wurden 3,4 Millionen Tonnen umgesetzt. Diese Tonnage entspricht Umsatzerlösen in Höhe von 1.188 Millionen Euro und liegt auf Vorjahresniveau.

Im Futtermittelgeschäft konnten die Genossenschaften trotz der Verunsicherung durch Nitrofen-Belastungen in eingegrenzten Einzelfällen Zuwächse in der Menge um 1,6 Prozent und bei den Umsatzerlösen um 5,6 Prozent erzielen. Im Düngemittelabsatz zeigte sich im Vorjahresvergleich ein rückläufiges Volumen. Hier führt offenbar die gezielte Verwendung von wirtschaftseigenen Düngern zu einem tendenziell rückläufigen Absatz an mineralischen Düngemitteln. Hinzu kamen Niederschläge im August und ein nasses Frühjahr, was sich ebenfalls absatzmindernd auswirkte. Der Geschäftsbereich Pflanzenschutz wird unverändert von einem harten Wettbewerb gekennzeichnet. Der gute Vegetationsverlauf im ersten Halbjahr 2002 erzeugte schließlich eine nennenswerte Absatzsteigerung.

Der leicht rückläufige Mengenabsatz bei Brenn- und Treibstoffen verdeutlicht den allgemein sparsameren Umgang sowohl bei Kraftstoffen als auch beim Heizöl. Die Umsatzerlöse im Brenn- und Treibstoffgeschäft verringerten sich – vor allem infolge des niedrigeren Preisniveaus bei Heizöl – um 7,1 Prozent auf 448 Millionen Euro.

Absatzgeschäft

Die positive Entwicklung des Absatzgeschäftes wurde vor allem durch die gute Getreide- und Rapsernte und durch stabilere Kartoffelpreise bestimmt. Die Umsatzerlöse des gesamten Absatzbereiches erhöhten sich um 16,5 Prozent auf 453 Millionen Euro. In der Menge bedeutete dies einen Zuwachs um 9,5 Prozent auf 3,4 Milli-onen Tonnen.

Getreide

Im Wirtschaftsjahr 2001/2002 – dem Jahr mit der bisher größten Getreideernte in Deutschland – erhöhten die Genossenschaften die Getreideerfassung um 19 Prozent auf 2,4 Millionen Tonnen. Die preislichen Erwartungen erfüllten sich nicht. Dies ist im Wesentlichen bedingt durch Importe aus den osteuropäischen Ländern in die EU und auch ein Ergebnis der Lieferungen aus Osteuropa in die Absatzmärkte in Afrika und im Mittleren Osten. So erhöhten sich die Umsatzerlöse im Getreidebereich nur um 12,5 Prozent.

Ölsaaten

Bei Ölsaaten konnten die Genossenschaften aufgrund der reichlichen Rapsernte einen Zuwachs in der Erfassung um 6,3 Prozent auf 264.000 Tonnen erzielen. Durch die vorübergehende Bevorzugung von Sojaschrot durch die Ölmühlen ergaben sich Nachfragerückgänge bei Raps. Trotzdem haben die Genossenschaften bei Ölsaaten die Umsatzerlöse um 27 Prozent auf 63 Millionen Euro steigern können.

Kartoffeln

Der rückläufige Kartoffelanbau – in Niedersachsen verringerte sich die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 Prozent – führte zu veränderten Marktverhältnissen. Die Industriekartoffelumsätze verringerten sich in der Menge um 37 Prozent auf 172.000 Tonnen und im Wert um 25 Prozent auf 16 Millionen Euro. Die vermarktete Menge Speisekartoffeln blieb mit 417.000 Tonnen nahezu konstant. Da Alterntebestände die Märkte nicht mehr belasteten, ergab sich eine Steigerung der Kartoffelpreise im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 73 Prozent auf 56 Millionen Euro.

Vermögens- und Finanzlage

Die anhaltend positive Entwicklung der Raiffeisen-Warengenossenschaften in Niedersachsen und Schleswig-Holstein wird auch durch die insgesamt geordneten Vermögens- und Finanzverhältnisse unterstrichen. Das Anlagevermögen von 170 Millionen Euro wurde zu 56 Prozent durch Eigenkapital finanziert. Die Zugänge zum Anlagevermögen betrugen 34,3 Millionen Euro.

Struktur

‚Angesichts der zahlreichen, zum Teil ungünstigen Markteinflüsse im abgelaufenen Wirtschaftsjahr, der Veränderungen in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen und des laufenden Strukturwandels in der Landwirtschaft ist die Entwicklung der Genossenschaften im abgelaufenen Wirtschaftsjahr erfolgreich verlaufen‘, betonte Schlüter.

Von zahlreichen Genossenschaften wurden die Anstrengungen zu einer Verschlankung und zu weiteren an die zukünftigen Anforderungen ausgerichteten strukturellen Anpassungen in Angriff genommen und umgesetzt. So konnten durch die Verschmelzung von fünf Raiffeisen-Warengenossenschaften und bei den Kreditgenossenschaften mit Warenverkehr durch eine Verschmelzung und zwei Ausgliederungen des Warengeschäftes die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb weiter verbessert werden.

Umsätze

Der durchschnittliche Umsatz einer Raiffeisen-Warengenossenschaft hat sich im Vorjahresvergleich um 15 Prozent auf 29 Millionen Euro erhöht. Die Kreditgenossenschaften mit Warenverkehr erzielten um 12 Prozent höhere Umsatzerlöse von durchschnittlich 18 Millionen Euro. Zwei Drittel der gesamten Umsatzerlöse wurden von 16 Genossenschaften mit einem Umsatz von jeweils über 40 Millionen Euro erzielt.

Agenda 2000

Die durchgeführten Strukturmaßnahmen zeigen, dass die Genossenschaften sich den Anforderungen des Marktes stellen. Nicht zuzumuten sind allerdings Landwirten und ihren Genossenschaften wesentliche Veränderungen der Rahmendaten ohne einen adäquaten Anpassungszeitraum. ‚Die Genossenschaften sind auf kalkulierbare und verlässliche Rahmenbedingungen als Grundlage für ihre unternehmerischen Entscheidungen angewiesen. Diese Rahmenbedingungen werden auf EU-Ebene vereinbart. Es ist deshalb unverzichtbar, dass die im Zuge der Halbzeitbewertung vorgeschlagenen Veränderungsmaßnahmen in ihren Auswirkungen zunächst abschließend geprüft werden, bevor sie dann ggf. mit angemessenen Übergangszeiträumen umgesetzt werden.‘

Qualitätssicherung

Unter Hinweis auf die so genannten Lebensmittelskandale betont der Verband, dass die genossenschaftlichen Mischfutterhersteller bereits seit Jahren im Interesse eines für sie selbstverständlichen Verbraucherschutzes freiwillige Qualitätssicherungs-Konzepte anwenden, die über den gesetzlich vorgegebenen Rahmen hinausge-hen.

Die Teilnahme am stufenübergreifenden Qualitätssicherungskon-zept ‚Qualität und Sicherheit‘ (Q&S) – im Rahmen der genossenschaftlichen Produktionskette vom Erzeuger bis zum Lebensmitteleinzelhandel – ist eine weitere freiwillige Maßnahme unter Beteiligung der genossenschaftlichen Mischfutterhersteller. Diese umfangreichen Qualitätssicherungsmaßnahmen müssen allerdings um eine effiziente und schlagkräftige staatliche Überwachung ergänzt werden, um Fahrlässigkeiten und unverantwortliches Handeln Einzelner auszuschließen, so Schlüter.

Links zum Thema Landhandel und Genossenschaften.

11. November 2002

DBV und BDP unterzeichnen Vereinfachte Regelung für Nachbaugebühren

Themen: Archiv — info @ 14:11

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) haben sich auf eine neue Rahmenregelung Saat- und Pflanzgut verständigt. Mit ihr wird die Nachbauregelung im Pflanzenbau ab Anbau zur Ernte 2003 vereinfacht und gestrafft. Auch zukünftig bleibt es bei einem freiwilligen Angebot an jeden Landwirt, sich für die Rahmenregelung oder dagegen zu entscheiden.

Gegenüber dem Kooperationsabkommen Landwirtschaft und Pflanzenzüchtung ist die ‚Vereinbarung zur Zukunftssicherung Ackerbau‘ deutlich vereinfacht. Anstelle der bisherigen Flächen- und Mengenerfassung für Z-Saatgut und Nachbau sind nur noch die Mengen des nachgebauten Saat- und Pflanzgutes anzugeben. Verbessert wird das so genannte Vereinfachte Verfahren für Landwirte mit einem überdurchschnittlichen Saatgutwechsel. Die Freistellung von jeglicher Nachbaugebühr bei mehr als 60 Prozent Saatgutwechsel gilt künftig für die jeweilige Kulturartgruppen Getreide, Grobleguminosen sowie für Kartoffeln bei nachweislicher Untersuchung des Nachbaupflanzgutes auf Quarantänekrankheiten. Ohne Nachweis bleibt es bei der bisherigen Freigrenze von 80 Prozent Pflanzgutwechsel.

Bei weniger als 60 Prozent Saatgutwechsel beträgt der einheitliche Gebührensatz nunmehr bei Getreide und Grobleguminosen 45 Prozent sowie bei Kartoffeln 30 Prozent der individuellen Lizenzgebühr der Sorte.

DBV und BDP befürworten ein marktwirtschaftliches Anreizsystem zur Förderung des Z-Saatgutwechsels. Der BDP wird sich bei seinen Mitgliedern für ein neues Rabattsystem einsetzen, dessen Ausgestaltung den regionalen Gegebenheiten Rechnung tragen soll. Darüber hinaus soll bei allen im Saatgutmarkt beteiligten Partnern für den Grundgedanken der Rahmenregelung ‚Saat- und Pflanzgut‘ geworben werden. Die beiden beteiligten Verbände werden gemeinsam mit anderen Verbänden der Saatgutwirtschaft Gespräche aufnehmen, um ein System mit Elementen wie Auftragsproduktion, Frühbestellung und Bestellmengen zu erörtern, das vor Ort abgewickelt werden soll und eine längerfristige Kooperation zwischen Saatgutkäufer und -anbieter anregt.

Zur Unterstützung eines solchen Systems sind die Züchter bereit, einen Rabatt in Höhe von 20 Prozent auf die Züchterlizenzgebühr zu gewähren. Bei einem Saatgutwechsel von mindestens 80 Prozent wird auch ein Rabatt in Höhe von 10 Prozent eingeräumt, sofern nicht bereits regionale Vereinbarungen getroffen wurden.

Deutscher Bauernverband und Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter unterstreichen ihren festen Willen, mit dieser Rahmenregelung einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung des Ackerbaustandortes Deutschland zu leisten. Sie verbinden die in der Sortenschutzgesetzgebung festgelegte Nachbaugebühr mit konkreten Vorschlägen zur effizienteren Gestaltung der gesamten Z-Saatgutbereitstellung. Dieser innovative Ansatz sollte von allen Beteiligten in der Produktionskette von Z-Saat- und Pflanzgut nachhaltig unterstützt werden.

Information: DBV-Pressestelle, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-8198239, Fax: 0228-8198231.

Links zum Thema Saatgut und Züchter, Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

Weniger Schlachtungen in Sachsen

Themen: Fleisch,Sachsen,Statistik,Tiere — info @ 13:11

Dresden (agrar.de) – Von Januar bis September 2002 wurden in Sachsen insgesamt 404.900 Tiere geschlachtet, die eine Fleischmenge von 44.300 Tonnen erbrachten. Das sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2.000 Tonnen Fleisch (vier Prozent) weniger. 95 Prozent der Gesamtschlachtmenge (42.000 Tonnen) kamen aus gewerblichen und fünf Prozent (2.300 Tonnen) aus Hausschlachtungen.

Die erschlachtete Schweinefleischmenge bildet mit 78 Prozent den Hauptanteil an der sächsischen Fleischerzeugung. Bis September wurden in Sachsen 360.700 Schweine geschlachtet, die einer Schlachtmenge von 34.500 Tonnen entsprachen. Gegenüber dem Vorjahr sind das 1.100 Tonnen (drei Prozent) weniger. Dies ist zugleich die geringste Anzahl an geschlachteten Schweinen seit 1991 (765.200). Unter den bis September geschlachteten Schweinen befanden sich 11.700 Hausschlachtungen.

Die erzeugte Rindfleischmenge verringerte sich im Berichtszeitraum gegenüber 2001 um fast 800 auf 9.300 Tonnen (acht Prozent). Dafür wurden 31.300 Rinder geschlachtet, die alle aus inländischen Beständen stammten. Darunter waren 11.300 Bullen und Ochsen, 16.600 Kühe und 3.400 Färsen. Die Zahl der hausgeschlachteten Rinder betrug im Berichtszeitraum 3.300 Tiere. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 820 Tiere bzw. 20 Prozent. Ein starker Rückgang ist hauptsächlich bei Bullen mit 2.800 Tieren (21 Prozent) bzw. 1.100 Tonnen (22 Prozent) zu verzeichnen. Demgegenüber stieg die Anzahl der geschlachteten Kühe. Wurden 2001 in den ersten neun Monaten noch 15.200 Kühe geschlachtet, so erhöhte sich deren Zahl zum Vorjahr um 1.400 auf 16.600 Tiere.

Die im Berichtszeitraum geschlachteten 3.600 Kälber erbrachten eine Schlachtmenge von 209 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind das 59 Tonnen (22 Prozent) weniger.

Bis September wurden 8.500 Schafschlachtungen abgerechnet, darunter 3.800 hausgeschlachtete Tiere. Gegenüber den ersten drei Quartalen 2001 sind das 3.000 Schlachtungen bzw. 26 Prozent weniger. Diese ergaben eine Schlachtmenge von 180 Tonnen. Weiterhin wurden über 360 Pferde und 480 Ziegen mit einer Schlachtmenge von 96 Tonnen Pferde- bzw. neun Tonnen Ziegenfleisch geschlachtet. Zum Vorjahreszeitraum ist das ein Minus von 88 Tonnen Schaf-, 39 Tonnen Pferde- und fünf Tonnen Ziegenfleisch.

Links zum Thema Fleischwirtschaft, Links zum Bundesland Sachsen.

Künast begrüßt Zeichnung des Internationalen Vertrages über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft durch USA

Themen: Archiv — info @ 12:11

Berlin (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Renate Künast begrüßt, dass jetzt auch die USA den Internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft gezeichnet haben. ‚Ich freue mich, dass die USA sich zu diesem konstruktiven Schritt entschlossen haben und hoffe, dass sie das Abkommen bald auch ratifizieren werden. Pflanzen sind die Grundlage allen höheren Lebens auf der Erde. Mit den USA als Partner sind wir auf gutem Weg bei dem weltweiten Bemühen um die Erhaltung der genetischen Ressourcen unserer Kulturpflanzen als Beitrag zur Überwindung von Hunger und Unterernährung.‘

Der Internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft war nach siebenjährigen intensiven Verhandlungen im November 2001 anlässlich der 31. FAO-Konferenz von den Mitgliedstaaten der FAO – bei Enthaltung der USA und Japans – beschlossen worden. Er enthält umfangreiche Verpflichtungen der Staaten zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Vielfalt landwirtschaftlicher Kulturpflanzen und zur verstärkten Zusammenarbeit der Staaten auf diesem Gebiet mit den Zielen Sicherung der Welternährung und Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Damit der Vertrag in Kraft treten kann, müssen ihn mindestens 40 Staaten ratifizieren. Die EU und ihre Mitgliedstaaten bereiten zur Zeit die Ratifizierung vor.

Links zum Thema Landwirtschaft international, Links zum Thema %url5%Biodiversität%/%.

Gregor-Mendel-Stiftung gegründet

Themen: Archiv — info @ 11:11

Bonn (agrar.de) – In der vergangenen Woche gründeten mehr als 25 Unternehmer der pflanzlichen Züchtungsbranche in Bonn die Gregor Mendel Stiftung. Das Ziel der Stiftung wird vor allem sein, herausragende Verdienste zur Weiterentwicklung der Pflanzenzüchtung zu würdigen. Stiftungsträger sind der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP), die Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP) und der Gesellschaft für Pflanzenzüchtung (GPZ).

‚Pflanzenzüchtung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Zukunft der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Seit mehr als 100 Jahren werden – basierend auf den bahnbrechenden Arbeiten von Gregor Mendel – durch systematische Züchtungsarbeit Pflanzensorten entwickelt und ständig verbessert,‘ erklärte Dr. Kartz von Kameke, Vorsitzender des BDP, anlässlich der Gründungsversammlung der Stiftung. Mendels Erkenntnisse sei die Grundlage für moderne Pflanzenzüchtung, mittels derer ständig verbesserte Sorten entwickelt würden, die die ökonomische und ökologische Grundlage für eine nachhaltige Wirtschaftsweise von Landwirtschaft und Gartenbau darstelle.

Der Augustinerpater %url4%Gregor Johann Mendel%/% (1822 – 1884) gilt durch seine Kreuzungsexperimente mit Pflanzen als Begründer der Vererbungslehre.

Künftig soll ein ‚Innovationspreis Gregor Mendel‘ von der Stiftung verliehen werden. Mit diesem Preis sollen Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, die maßgeblich zur Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung beigetragen haben.

Die Vorsitzenden der Stiftungsträger gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, mit der Gregor Mendel Stiftung das Bewusstsein über die Möglichkeiten der Pflanzenzüchtung und ihrer Innovationskraft in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu fördern.

Links zum Thema %url5%Saatgut und Züchter%/%.

Wie finden wir einen Hof?

Themen: Archiv — info @ 10:11

Informationen zum Neueinstieg in die Landwirtschaft

Altenkirchen (agrar.de) – Rund 400.000 Bauernhöfe gibt es zur Zeit in Deutschland. 150.000 weniger als 1990. Jedes Jahr geben zwei bis fünf Prozent aller Betriebe auf, oft weil kein Hofnachfolger in der Familie zu finden ist. Bei zwei Dritteln der landwirtschaftlichen Betriebe ist die Hofnachfolge ungeklärt.

Gleichzeitig ist ein Neueinstieg in die Landwirtschaft heute eher ungewöhnlich. Dabei ist das Interesse bei vielen jungen Menschen nach der Ausbildung oder dem Studium der Landwirtschaft durchaus vorhanden und Neueinsteiger zieht es auf die Höfe. Nur wenige Bauern und Bäuerinnen können sich jedoch dafür entscheiden, ihren Hof außerhalb der Verwandtschaft abzugeben, wenn ihre Söhne und Töchter andere berufliche Lebenswege beschreiten.

Von offizieller Seite gibt es wenig Unterstützung für die Einsteiger. Auf Kammern, Ämtern und in Ministerien herrscht nach wie vor meist das Leitbild der Wachstumsbetriebe: Wenn Höfe abgegeben werden, soll das Land für entwicklungsfähige Betriebe mit stetem Flächenbedarf zur Verfügung stehen.

Die Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen zeigt im Rahnmen einer agrarpolitische Informationsveranstaltung Möglichkeiten auf, wie ein Neueinstieg zu realisieren ist. In Kooperation mit dem Arbeitskreis ‚Morgenland‘ der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Arbeitsgemeinschaft Land- und Regionalentwicklung der Universität Kassel wurden praktische Beispiele gesammelt, die interessierten Neueinsteigern vom 15. – 17. November 2002 in der Landjugendakademie vorgestellt werden. Das Angebot richtet sich gleichzeitig Bauern und Bäuerinnen, die bereit sind, ihren Hof in andere Hände zu geben.

Vertreter aus Politik und Agrarverwaltung nehmen Stellung zur nötigen Veränderung der Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten. Politische Multiplikatoren und Entscheidungsträger sind ebenfalls eingeladen, da die Ergebnisse der Veranstaltung langfristig einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume leisten sollen.

Weitere Informationen und Anmeldung: Evangelische Landjugendakademie, Dieperzbergweg 13—17, 57610 Altenkirchen / Westerwald, c/o Ute Rönnebeck, E-Mail.

Links zum Thema %url4%Bildung%/%, Links zum Thema %url5%Immobilien und Höfbörsen%/%.

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