14. November 2002

Mecklenburg-Vorpommern: Verdopplung der regenerativen Stromerzeugung

Themen: Archiv — info @ 15:11

Schwerin (agrar.de) – Der Einsatz erneuerbarer Energieträger auf dem öffentlichen Stromsektor befindet sich seit Jahren auf steilem Wachstumskurs. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes erreichte die Verstromung erneuerbarer Energieträger im 1. Halbjahr 2002 mit 915 Millionen Kilowattstunden eine neue Rekordhöhe. Damit wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr als doppelt so viel Strom aus Wind-, Bio-, Wasser- und Sonnenenergie in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Ingesamt sind im 1. Halbjahr 2002 bereits 81 Prozent der gesamten Vorjahreserzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen bereitgestellt worden.

Fast ein Drittel der einheimischen Stromerzeugung hatte im 1. Halbjahr 2002 erneuerbare Energieträger zur Grundlage. Damit lag der Anteil erneuerbarer Energiequellen an der Stromerzeugung für die öffentliche Versorgung erstmals höher als der von Erdgas (26 Prozent; Steinkohle: 42 Prozent). Noch vor wenigen Jahren lag der Beitrag regenerativer Energien an der Stromerzeugung im Land deutlich unter 10 Prozent. Die Verschiebung der Energieträgerstruktur in der öffentlichen Elektrizitätsversorgung zugunsten alternativer Energiequellen leistet durch die Minderung bzw. Vermeidung von energiebedingten CO2- Emissionen somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Den größten Anteil an der regenerativen Stromerzeugung hat hier zu Lande mit 88 Prozent die Windkraft. Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2001 stiegen die Winderträge in 2002 hauptsächlich auf Grund günstiger Witterungsverhältnisse um das 2,5fache auf insgesamt 804 Millionen Kilowattstunden an. An zweiter Stelle rangiert mit einem Anteil von 7 Prozent die Verstromung von fester Biomasse. Deponie-, Bio- und Klärgas sowie Wasserkraft trugen zusammen rund 5 Prozent zur regenerativen Stromversorgung bei. Fotovoltaik blieb auch in den vergangenen sechs Monaten noch von untergeordneter Bedeutung für die öffentliche Stromerzeugung Mecklenburg-Vorpommerns, obwohl sich die Einspeisung von Solarstrom in dieser Zeit gegenüber der gesamten Vorjahresmenge fast verdreifacht hat.

Jahr: insgesamt; Windkraft; Feste Biomasse; Biogas; Deponiegas; Klärgas; Wasserkraft; Fotovoltaik (in 1.000 kWh) 1997: 216 898; 193 279; 12 555; 2 221; 2 660; 4 003; 2 089; 91 2001: 1 124 923; 925 216; 131 648; 19 451; 35 465; 5 981; 6 931; 231 1. Halbjahr 2002: 914 635; 804 143; 67 188; 12 702; 18 303; 4 002; 7 650; 646

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Baden-Württemberg: Erneuter Rückgang der Gemüseanbaufläche

Themen: Archiv — info @ 12:11

Spargelanbau weiter auf dem Vormarsch

Stuttgart (agrar.de) – Nach den aktuellen Ergebnissen der repräsentativen Gemüseanbauerhebung belief sich die Gesamtanbaufläche für zum Verkauf bestimmtes Gemüse in Baden-Württemberg im Jahr 2002 auf 8.642 Hektar (ha). Damit ging nach Feststellung des Statistischen Landesamtes die Gemüseanbaufläche im Lande erneut zurück ( – 461 ha oder – 5,1 Prozent), nachdem bereits im Jahr zuvor ein Rückgang von 3,6 Prozent zu registrieren war. In 2002 nahm sowohl die Anbaufläche im Freiland ( – 5 Prozent auf 8.228 ha) als auch die Anbaufläche unter Glas ( – 5,6 Prozent auf 413 ha) ab.

Unter den wichtigsten Gemüsearten setzte sich der in den letzten Jahren zu beobachtende erfolgreiche Siegeszug des Spargels auch in 2002 weiter fort. Nach einer erneuten deutlichen Ausweitung (12,3 Prozent) nimmt er jetzt eine Anbaufläche von 1.593 ha ein. Damit sind nahezu 20 Prozent der Freilandgemüseanbaufläche im Südwesten dem Spargelanbau vorbehalten. Der auf eine mehrjährige Nutzung angelegte Spargel avancierte inzwischen zur bedeutendsten Freilandgemüseart in Baden-Württemberg. An zweiter Stelle, aber mit bereits deutlichem Abstand folgt der Anbau von Ackersalat auf 504 ha ( – 13,4 Prozent). Knapp dahinter belegt der Weißkohl den dritten Platz mit 486 ha (+ 2,7 Prozent) vor den Speisezwiebeln mit 477 ha ( – 1,5 Prozent) und dem in den letzten Jahren zunehmend stärker angebauten Zuckermais mit 470 ha (+ 12,4 Prozent). Der Anbau von Kopfsalat hingegen hat weiter an Bedeutung verloren ( – 8,5 Prozent auf 463 ha). Beim heimischen Verkaufsanbau von Unterglasgemüse dominiert weiterhin Ackersalat. Die Anbaufläche von 121 ha blieb hier im Vergleich zum Vorjahr unverändert, womit fast ein Drittel der Unterglasanbaufläche alleine auf diese Gemüseart entfällt. An zweiter Stelle folgt der Anbau von Gurken auf 60 ha.

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Keppelhoff-Wiechert: Agrarbeihilfen müssen bei den WTO-Verhandlungen insgesamt auf den Prüfstand

Themen: Archiv — info @ 10:11

Luxemburg (agrar.de) – Auf einer Fachtagung der EVP-ED-Fraktion im Europäischen Parlament zum Stand der WTO-Verhandlungen nach Doha waren unter anderem deren Auswirkungen auf die EU-Agrarpolitik ein wichtiges Thema. Die EVP-ED-Agrarpolitikerin Hedwig Keppelhoff-Wiechert wies in der Debatte mit dem finnischen Außenhandelsminister Jari Vilén auf die fortschreitende Globalisierung insbesondere im Agrarbereich als einer der wichtigsten Herausforderungen vor Cancun, dem nächsten WTO-Verhandlungsort im kommenden Jahr hin.

Die CDU-Europaabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen ist überzeugt, daß die EU- Agrarpolitik dazu beiträgt, im bevorstehenden Verhandlungsmarathon bessere Argumente zu haben als in der letzten Doha-Runde. Da es weltweit eine vielfältige Unterstützung der Landwirte gebe, müßten die Agrarbeihilfen aller Länder im Detail analysiert werden. ‚Wenn wir weiterhin unser ‚europäisches Agrarmodell‘ aufrechterhalten wollen, dann gehören die Wettbewerbsverzerrungen insgesamt in Cancun auf den Prüfstand‘, betonte sie. Ferner seien der Hormoneinsatz in der Fleischproduktion, gentechnisch veränderte Organismen im Getreideanbau etc. für den europäischen Verbraucher ebenso entscheidend wie die Lebensmittelkennzeichnung bei Einfuhrprodukten aus Drittstaaten.

Hedwig Keppelhoff-Wiechert spricht sich zudem dafür aus, die europäische Argumentationskette im Agrarbereich weiter zu ‚verfeinern‘, um zusätzliche Verbündete z.B. bei den AKP-Staaten (Afrika-Karibik-Pazifik) in den Verhandlungen zu gewinnen. Jedes Land – und sei es noch so klein – habe eine Stimme in Cancun, deshalb brauche Europa Verbündete. Die Solidarität der EU gegenüber Drittstaaten sei wesentlich größer als in anderen Ländern der Welt: ‚Wir geben das meiste Geld für die Entwicklungshilfe aus und nehmen für 27 Milliarden Euro Agrarimporte in die EU hinein‘ so die CDU-Europaabgeordnete auf der WTO-Fachtagung, ‚Es wird in Cancun nicht leise abgehen, es werden Fetzen fliegen.‘

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BGH bestätigt Verkaufverbot unter Einstandspreis

Themen: Archiv — info @ 09:11

Karlsruhe (agrar.de) – Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass der Handelskonzern Wal-Mart mit seinen Dumpingpreisen bei bestimmten Grundnahrungsmitteln im Preiskampf vor zwei Jahren mit Aldi und Lidl gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen hat.

Damit stellte sich der Gerichtshof hinter das Urteil des Bundeskartellamtes, dass im September 2000 den Verkauf unter Einstandspreis verboten hatte.

(Beschluß v. 12. November 2002 – KVR 5/02; PI des BGH Nr. 113/2002 ).

13. November 2002

UFOP: Anbau von Winterraps wird um rund 1,4 Prozent steigen

Themen: Archiv — info @ 14:11

Ergebnisse der UFOP-Studie zum Winterrapsanbau 2000

Bonn (agrar.de) – Der Anbauumfang von Winterraps für die Ernte 2003 in Deutschland wird im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 1,279 Millionen Hektar steigen. Dies geht aus einer Studie des Marktforschungsinstitutes Kleffmann im Auftrag der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) hervor.

Nach dem starken Anstieg in den vergangenen Jahren ist in diesem Jahr trotz eines positiven Marktumfelds nur ein moderates Wachstum zu verzeichnen. Während in den Hauptanbaugebieten der Winterraps bereits zur Ernte 2002 einen hohen Anteil in der Fruchtfolge eingenommen hat, ist von einer weiteren deutlichen Ausweitung des Rapsanbaues nur noch in den Nicht-Hauptanbaugebieten auszugehen. So nennen über die Hälfte der Landwirte die Fruchtfolge als wichtigstes Kriterium für die Entscheidung über den Anbauumfang von Winterraps in ihrem Betrieb. Darüber hinaus fand mit regionalen Schwerpunkten die Winterrapsaussaat unter erschwerten Bedingungen statt, so dass möglicherweise geplante Rapsaussaaten nicht zu 100 Prozent umgesetzt werden konnten.

War die Anbauentwicklung im letzten Jahr weitgehend identisch zwischen den alten und den neuen Bundesländern, ist in diesem Jahr in Westdeutschland mit + 2 Prozent (+ 11.368 Hektar) eine stärkere Flächenausdehnung als in Ostdeutschland mit lediglich + 0,8 Prozent (+ 5.801 Hektar) zu verzeichnen. Nach wie vor wird in den neuen Bundesländern jedoch wesentlich mehr Winterraps angebaut als in den alten Bundesländern. Zwischen den einzelnen Bundesländern bestehen deutliche Unterschiede. So ist die Anbaufläche insbesondere in Schleswig-Holstein (- 4,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (- 3,3 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (- 2,5 Prozent) gesunken, wohingegen in Brandenburg (+ 8,1 Prozent) Niedersachsen (+ 7,8 Prozent) und Baden-Württemberg (+ 7,6 Prozent) die Anbauflächen am stärksten gestiegen sind. Die deutliche Anbauausdehnung in Brandenburg ist auf eine Verschiebung im Artenspektrum zurückzuführen. Hier wurde verstärkt Winterraps anstelle von Winterroggen ausgesät.

Der Anstieg des Winterrapsanbaues zur Ernte 2003 ist ausschließlich auf eine Ausweitung der Food-Anbauflächen um + 3,7 Prozent auf bundesweit 976.654 Hektar zurückzuführen, die besonders stark in Baden-Württemberg (+ 13,8 Prozent), Niedersachsen (+ 12,5 Prozent), Rheinland-Pfalz (+ 11,0 Prozent) und Brandenburg (+ 9,6 Prozent) gestiegen sind.

Dem gegenüber sind die Non-Food-Anbauflächen um 5,3 Prozent auf bundesweit 302.314 Hektar gesunken. Mit Ausnahme von Bayern wurde dieser Rückgang in allen Bundesländern beobachtet und ist mit minus 20,4 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern besonders stark ausgeprägt. Allein hier wurden 7.472 Hektar weniger Non-Food-Raps als im Vorjahr angebaut (bundesweit – 17.275 Hektar).

Die Verschiebung im Winterrapsanbau mit Ausdehnung der Food-Flächen und Verringerung der Non-Food-Flächen zeigt, dass für die Landwirte der Anbau auf der Basisfläche attraktiver erscheint.

Artgerechte Tierhaltung zwischen Zielkonflikten und Wettbewerbsfähigkeit

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 12:11

Symposium der Edmund Rehwinkel-Stiftung auf der EuroTier in Hannover

Frankfurt/Hannover (agrar.de) – Die Verbraucher messen dem Tierschutz und der Umweltverträglichkeit für die Akzeptanz der Nutztierhaltung heute eine zunehmende Bedeutung bei. Die Politik hat den veränderten gesellschaftlichen Anforderungen an die Nutztierhaltung bereits durch die Verankerung des Tierschutzzieles im Grundgesetz Rechnung getragen. Bei der praktischen Umsetzung treffen die Landwirte jedoch in einigen Teilbereichen auf Zielkonflikte mit dem Umwelt- und Verbraucherschutz und den weiter steigenden Anforderungen an die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Betriebe. Zu diesen Ergebnissen kommen fünf von der Edmund Rehwinkel-Stiftung der Landwirtschaftlichen Rentenbank, Frankfurt am Main, im Rahmen einer Sonderausschreibung geförderte Forschungsarbeiten zum Thema ‚Artgerechte Tierhaltung in der modernen Landwirtschaft – Diskussion neuer Ergebnisse‘.

Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung kann danach immer nur einen gesellschaftspolitisch akzeptierten Kompromiss darstellen zwischen den Anforderungen der Verbraucher und der Landwirte sowie den Bedürfnissen der Tiere. Auch die Messung und Beurteilung der Tiergerechtigkeit einzelner Haltungsverfahren wirft trotz zweifellos erzielter Fortschritte nach wie vor komplexe noch nicht abschließend gelöste Probleme auf und bedarf weiterer Forschungsaktivitäten.

Auf der EuroTier in Hannover veranstaltete die Stiftung ein Symposium und bot damit inmitten der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Debatte ein Forum für den sachorientierten Dialog. Unter der Leitung von Dr. Uwe Zimpelmann, Mitglied des Vorstands der Landwirtschaftlichen Rentenbank, wurden die Studien einem Fachpublikum vorgestellt und diskutiert. Die veröffentlichten Ergebnisse basieren auf empirischen Fallstudien, Interviews, Befragungen und statistischen Auswertungen der Universitäten Gießen, Halle-Wittenberg, Kassel und München sowie einer Arbeitsgruppe des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft.

Die Forschungsarbeiten decken ein breites Spektrum an Untersuchungszielen ab. Sie reichen von der Erforschung der Einschätzung der artgerechten Tierhaltung bei Landwirten einerseits und Verbrauchern andererseits über die Erarbeitung praktikabler Kriterien zur Beurteilung der Tiergerechtigkeit von Haltungssystemen unterschiedlicher Nutztiere bis zur Konzeption und Prüfung praxistauglicher Beurteilungssysteme der Tiergerechtigkeit von Schweinhaltungssystemen. Zwei weitere Studien bewerten auf betriebstechnischer und tierbiologischer Basis spezielle fachspezifische Fragestellungen. Eine Forschungsarbeit untersucht die Eignung konventioneller Mastputenhybriden für die Bedingungen ökologischer Haltungsanforderungen, eine weitere Studie analysiert den Einfluss verschiedener Futterrationen für Mastbullen auf Tiergesundheit und Verhalten.

Neben den zahlreichen Problemen der Messung und Bestimmung der Tiergerechtheit wird die Anpassung der Nutztierhaltung an eine tiergerechte Produktionsweise auch dadurch erschwert, dass Landwirte und Verbraucher sowohl die Ist-Situation als auch die Soll-Situation merklich unterschiedlich einschätzen. Dabei unterliegen die Verbraucher mit zunehmender Entfremdung von der Landwirtschaft der wachsenden Gefahr der Fehleinschätzung. Die komplexen Wirkungszusammenhänge können oft nur auf der Basis von Expertenwissen erkannt werden, wodurch den Massenmedien eine besondere Verantwortung im Kommunikationsprozess zuwächst. Die Reduzierung möglicher Lösungsansätze auf die Alternativen ökologische oder konventionelle Produktionsweise wird der Komplexität des Themas nicht gerecht. Die Haltungsverfahren müssen vielmehr auf der Basis objektiver wissenschaftlicher Erkenntnisse punktuell weiter entwickelt und am gesellschaftlichen Konsens ausgerichtet werden.

Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat die Ergebnisse der Forschungsarbeiten im soeben erschienenen Band 17 ihrer Schriftenreihe veröffentlicht. Interessenten können die Publikation kostenlos bei der Rentenbank (Tel.: 069-2107-363; Fax: 069-2107-447 oder per Internet) bestellen.

Links zum Thema Tierhaltung.

dlv: Sorge um zusätzliche Kosten für landwirtschaftliche Betriebe

Themen: Archiv — info @ 09:11

Berlin (agrar.de) – Auf einer Sitzung am 4. und 5. November 2002 in Berlin haben die Vorsitzenden der 22 Landesverbände des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) die Koalitionsvereinbarungen der neuen Bundesregierung beraten und begrüßt, dass etliche Forderungen der LandFrauen darin Eingang gefunden haben. So sei die gesunde Ernährung für individuelle Lebensqualität anerkannt und solle in einem Modellvorhaben als Lehrfach in Schule und Hochschule unterstützt werden.

Auch werde, so dlv-Präsidentin Erika Lenz, die Absicht der Bundesregierung begrüßt, den gesamten sozialen Bereich zu reformieren. Diese Reform müsse ausgewogen sein. Für die Krankenversicherung mahnte sie vor allem die Einbeziehung der Prävention in die finanziellen Leistungen an und erinnerte in diesem Zusammenhang an die Aktionen zur Brustkrebsvorsorge in vielen Landes-LandFrauenverbänden. Außerdem erinnerte sie nochmals an die Forderung des dlv, dass die agrarsoziale Sicherung ein eigenständiges soziales System bleiben müsse.

Besorgt haben sich die Landesvorsitzenden über die Absicht der Bundesregierung geäußert, die Möglichkeit der Umsatzsteuerpauschalierung für landwirtschaftliche Betriebe zu streichen. ‚Mehr Geld für die Staatskasse bedeutet dieses Vorhaben nicht‘, sagte Präsidentin Erika Lenz nach der Sitzung. ‚Aber es bedeutet mehr Bürokratie und mehr Arbeit für Steuerberater und damit mehr Kosten für die betroffenen Betriebe.‘ Jeder Unternehmer müsse versuchen, diese Kosten an die Verbraucher weiter zu geben. Das bedeute, dass Nahrungsmittel aus deutscher Produktion teurer werden müssten.

Als Folge wird der Verbraucher verstärkt zu preiswerteren Nahrungsmitteln vom Weltmarkt greifen, weil ihm nach wie vor grundlegendes Wissen über gesunde Ernährung mit Nahrungsmitteln aus nachhaltiger kontrollierter Produktion fehlt. ‚Gerade deshalb muss das Wissen um eine gesunde Ernährung ebenso wie um eine solide Haushaltsführung von der Budgeterstellung bis zu einem guten Zeitmanagement Eingang finden in die Lehrpläne an allgemeinbildenden Schulen.‘ Das ist die Schlussfolgerung der Präsidentin. Die LandFrauen sehen sich mit ihrer Forderung, dass Hauswirtschaft Alltagskompetenz werden müsse, voll bestätigt.

Links zum Thema Landfrauen.

Gülle: Ausnahmen für Acker und Grünland in Bayern

Themen: Archiv — info @ 09:11

München – Für die Ausbringung von Gülle auf Acker und Grünland sind wegen der nässebedingt unbefahrbaren Böden derzeit Ausnahmeregelungen möglich. Nach Auskunft des Landwirtschaftsministeriums gilt dabei Folgendes:

Ackerflächen: Die für den Vollzug der Düngeverordnung zuständigen Landwirtschaftsämter können per Allgemeinverfügung die Ausbringung von Gülle nach Beginn der offiziellen Sperrfrist am 15. November für zwei Wochen bis 29. November zulassen. Von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen können Landwirte, deren Flächen in den von den Ämtern festgelegten Gebieten liegen. Sie müssen das Ausbringen unter Angabe der Flächen und des Zeitpunktes vor Beginn schriftlich dem Landwirtschaftsamt anzeigen. Von der Kostenpflicht sind sie befreit. Die Sperrfrist für diese Landwirte verlängert sich um zwei Wochen auf den 31. Januar. Nach wie vor können auch Einzelgenehmigungen beim Landwirtschaftsamt beantragt werden. Diese sind aber kostenpflichtig.

Abweichend hiervon gilt für Dauergrünland: Die Ämter können die Sperrfrist per Allgemeinverfügung von 15. November bis 15. Januar auf 5. Dezember bis 5. Februar verschieben. Entsprechende Regelungen werden im Amtsblatt des jeweiligen Landkreises veröffentlicht.

Für Landwirte, die am „Umweltorientierten Betriebsmanagement“ des Kulturlandschaftsprogramms teilnehmen, gilt folgende Sonderregelung: Das üblicherweise vom 15. November bis 15. Februar geltende Ausbringungsverbot flüssiger Wirtschaftsdünger kann ausnahmsweise auf den Zeitraum 30. November bis 2. März verschoben werden. Eine Ausbringung vom 15. bis 29. November ist aber nur in den Gebieten erlaubt, in denen per Allgemeinverfügung Ausnahmen von der Sperrfrist nach der Düngeverordnung zugelassen sind. Auch hier ist eine schriftliche Anzeige an das Landwirtschaftsamt vor Beginn der Maßnahme erforderlich. Wer trotz Verlängerung den Flüssigmist nicht ausbringen kann, sollte versuchen, auf nicht mehr benötigten Lagerraum in aufgegebenen bzw. stillgelegten Betrieben auszuweichen.

Links zum Thema Düngung.

12. November 2002

Hessen: Bei Düngeverordnung Ausnahmen in Einzelfällen möglich

Themen: Hessen — info @ 16:11

Wiesbaden (agrar.de) – Entgegen anders lautenden Berichten weist Minister Dietzel darauf hin, dass die Kernsperrfrist laut der Bundesdüngeverordnung, die das Ausbringen von Gülle, Jauche und flüssigen Sekundärrohstoffdüngern in der Zeit vom 15. November bis zum 15. Januar des Folgejahrs grundsätzlich untersagt, auch in diesem Jahr unverändert gilt. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten stellt klar, dass Ausnahmen hiervon allein die zuständige Behörde (Hauptabteilungen Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz bei den Landratsämtern) zulassen könne. Dabei müssten die besonderen Eigenschaften der Düngemittel, die Standortverhältnisse und die landwirtschaftliche Nutzung berücksichtigt werden.

Aufgrund der Witterungsverhältnisse war es in einigen Landesteilen Hessens in den letzten Wochen nicht möglich, die zulässige Herbstdüngung mit den Wirtschaftsdüngern Gülle oder Jauche durchzuführen. Landwirtschaftsminister Dietzel: ‚Da es sich abzeichnet, dass die Böden bis zum 15. November nicht so weit abtrocknen, dass ein schadloses Befahren möglich ist, werden Betriebe Ausnahmen beantragen müssen. Für die Ausbringung in Frage kommen allerdings nur geeignete Flächen.‘ Wichtigste Voraussetzung sei es, so Minister Dietzel, dass ein Nährstoffbedarf nachgewiesen werden könne. Ferner müssten die Flächen bewachsen sein und es dürfe keine Gefahr der Abschwemmung mit der Folge einer möglichen Gewässerverunreinigung bestehen. Maximal dürfen 15 Kubikmeter je Hektar ausgebracht werden.

‚Allein die Tatsache, dass die Lagerbehälter voll sind, reicht zur Begründung eines Ausnahmegenehmigungsantrags nicht aus‘, erläuterte der Landwirtschaftsminister. Der Bundesgesetzgeber habe diese Möglichkeit in der bundesweit geltenden Düngeverordnung vor zwei Jahren gestrichen. Wenn heute Probleme mit zu knappen Lagerkapazitäten bestünden, sei der Berufsstand gefragt, Lösungen für betroffene Berufskollegen zu finden, betonte Minister Dietzel. ‚Das Land Hessen hat in den letzten Jahren 5 Mio EURO in ein Programm zur Aufstockung der Lagerkapazitäten gesteckt, um den Berufsstand bei dieser aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes wichtigen Maßnahme zu unterstützen.‘

Links zum Thema Düngung.

Bioland: Ökologische und tiergerechte Landwirtschaft auf Neuorientierung der Agrarpolitik angewiesen

Themen: Fleisch,Statistik,Tiere — info @ 15:11

Bioland fordert gezielte Maßnahmen für artgerechte Tierhaltung

Hannover (agrar.de) – Anlässlich der Eröffnung der Eurotier 2002 in Hannover fordert der Bioland-Bundesverband eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine bäuerliche, öko logische Tierhaltung in Deutschland. ‚Wenn die Politik eine Tierhaltung im Sinne der Verbrauchervorstellungen anstrebt, der Markt aber immer billigere Preise diktiert, bleiben Bauern und ihre Tiere auf der Strecke‘, konstatiert Thomas Dosch, Vorsitzender des Bioland Bundesverbandes.

Damit ökologisch und tiergerecht wirtschaftende Betriebe eine Zukunftschance haben, müssen im Zuge der Neuorientierung der Agrarpolitik Rahmenbedingungen überdacht und neu bestimmt werden. Nur so könne die Umstellung auf ökologischen Landbau langfristig die Zukunft landwirtschaftlicher Betriebe gewährleisten.

Besonders groß sei der Handlungsbedarf für eine Ökologisierung der Landwirtschaft im Bereich der Tierzucht. Der Biolandbau verfüge vor allem bei Schweinen und Geflügel bisher über keine speziellen Öko-Rassen. Damit hänge er von den Zuchtzielen, Züchtungstendenzen und Zuchttechniken der konventionellen und industriellen Tierzucht ab. Dies sei für die weitere Entwicklung der Landwirtschaft fatal: Die in der industriellen Tierproduktion andauernde Spezialisierung führe zu einer immer größeren Vereinheitlichung der Tiere. Der notwendigen, natürlichen Anpassungsfähigkeit an ökologische Haltungsbedingungen, an jahreszeitliche Schwankungen, an ein wechselndes Futterangebot und die notwendige Vitalität und Robustheit sind diese Tiere nicht gewachsen. Zucht- und haltungsbedingte Krankheiten würden zudem in der flächenlosen Tierhaltung durch einen verstärkten Medikamenteneinsatz kompensiert. Dies widerspricht den im Biolandbau gebotenen tiergerechten und krankheitsvorbeugenden Haltungsweisen.

Dosch: ‚Da bisher marktwirtschaftliche Anreize für eine ökologische Tierzucht weitgehend fehlen, bedarf es, neben einer engen Kooperation mit Zuchtverbänden, dringend der Unterstützung geeigneter Forschungsvorhaben aus öffentlichen Mitteln‘.

Darüber hinaus ist die Abwicklung von Bauanträgen für artgerechte Stallhaltungssysteme zu erleichtern, bei der Beurteilung der Haltungsweisen der gesamte Betriebskreislauf zu berücksichtigen sowie Vorschriften zu vereinfachen, die die regionale Lebensmittelverarbeitung erschweren. Insbesondere die Schließung von regionalen Schlachthöfen aufgrund überzogener gesetzlicher Regelungen führten in der konventionellen Landwirtschaft häufig zu unangemessenen Tiertransporten. Das Verbot von Hausschlachtungen behindere gerade kleinere Betriebe, die als Direktvermarkter und ohne Tiertransporte ihre Tiere in verantwortungsvoller Weise auf dem eigenen Betrieb schlachten könnten.

Links zum Thema Agrarpolitik, Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

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