18. November 2002

USA: Gentechische Verunreinigung von Soja mit Pharma-Mais

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 11:11

Greenpeace: Fall bestätigt Notwendigkeit von Freisetzungsstopp

Hamburg (agrar.de) – In den USA ist erneut eine Diskussion um Verunreinigung von Soja mit gentechnisch veränderten Organismen entbrannt. Die amerikanische Landwirtschaftsbehörde USDA hat Medienberichten zufolge in Nebraska insgesamt 500.000 Bushel (15.000 Tonnen) Soja unter Quarantäne gestellt, da eine Verunreinigung mit Gen-Mais festgestellt wurde. Dabei handelt es sich um eine so genannte ‚Pharm-Crop‘, also eine Pflanze, die durch Genmanipulation z. B. ein Enzym für technische Anwendungen oder die Pharmaindustrie produziert. Die genaue Beschaffenheit dieser Gen-Pflanzen wurde von den Behörden bislang nicht bekannt gegeben. Es wird jedoch vermutet, dass der Mais das Protein Trypsin produziert, das zur Herstellung von Insulin dienen soll. Fest steht jedenfalls, dass dieser genmanipulierte Mais nicht für die Lebensmittelproduktion zugelassen wurde.

Die amerikanischen Behörden geben sich überzeugt, dass die Lebensmittelkette von der Kontamination nicht betroffen ist. Der Schaden wird mit ca. 2,7 Mio US-Dollar beziffert.

Die in Texas ansässige Firma Prodigene hatte vergangenes Jahr auf einem Feld in Nebraska den Gen-Mais angebaut. Heute wurde auf dem selben Acker Soja geerntet. Offensichtlich sind Samen der Gen-Pflanzen vom vergangenen Jahr dieses Jahr aufgegangen und haben so die Soja-Ernte verunreinigt. Die Ernte von etwa 500 Bushel (15 Tonnen) wurde in der Folge mit 500.000 Bushel Soja im Lagerhaus vermischt. Prodigene sowie die Saatgut-Tochter Stauffer Seeds (mit Sitz in Nebraska) setzt auf die Produktion von Medikamenten und technischen Hilfsmitteln mittels genmanipulierter Pflanzen. Laut Angaben der Firma beginnen jedoch voraussichtlich erst nächstes Jahr die klinischen Test mit Insulin, das mittels genmanipulierter Pflanzen erzeugt wurde. Die Firma wäre durch Auflagen der Behörde verpflichtet gewesen, sämtliche Pflanzen aus dem letzten Jahr zu vernichten, was sie offensichtlich nicht getan hat. Nun ist bekannt geworden, dass amerikanische Behörden bereits im September in Iowa 155 Acre (62 ha) Gentech-Pflanzen vernichten ließen, weil die Gefahr der unkontrollierten Ausbreitung bestand. Dabei handelte es sich ebenfalls um Fläche der Firma Prodigene.

Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin bei %url3%Greenpeace%/%, kommentiert: ‚Wer genmanipulierte Pflanzen in die Umwelt ausbringt, der muss damit rechnen, dass sie sich unkontrolliert ausbreiten. Das aktuelle Beispiel aus den USA reiht sich nahtlos in die Liste ähnlicher Problemfälle wie ‚Starlink-Mais‘ oder Gentech-Raps in Kanada ein. In den USA wurden in der letzten Dekade mehrere hundert Versuche mit Gentech-Pflanzen durchgeführt, die technische oder pharmazeutische Hilfsmittel produzieren. So hat Greenpeace aufgezeigt, dass mitten in einem Reisanbaugebiet Gen-Reis gepflanzt wurde, der ein menschliches Protein produziert. Sollte in diesem Fall tatsächlich verhindern worden sein, dass die Lebensmittelkette kontaminiert wurde, so ist dies noch lange kein Garant dafür, dass dies nicht anderorts passiert. Dieses und andere Beispiel belegen, dass der Einsatz der Gentechnik außer Kontrolle gerät. Zwingende Konsequenz sind nicht strengere Auflagen, sondern ein Freisetzungsstopp‘.

Links zum Thema %url3%Biotechnologie%/%.

Bayern: Föhnsturm fällt 300.000 Kubikmeter Holz

Themen: Archiv — info @ 10:11

München (agrar.de) – Der Föhnsturm am vergangenen Samstag hat nach ersten Feststellungen des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten (StMLF) in den südbayerischen Bergwäldern weniger Schäden angerichtet als zunächst befürchtet. Insgesamt sind rund 300.000 Kubikmeter Schadholz angefallen, davon 180.000 Kubikmeter im Staatswald und 120.000 Kubikmeter im Privat- und Körperschaftswald. Schadensschwerpunkte sind die Bereiche Mittenwald, Rosenheim, Bad Tölz und Kreuth.

Die Auswirkungen auf dem Holzmarkt halten sich nach Auskunft des Ministeriums in Grenzen, weil das Holz zu Beginn der winterlichen Holzerntesaison angefallen ist. Es kann im Rahmen der normalen Nutzungen aufgearbeitet und verkauft werden. Die betroffenen Waldbesitzer müssen dennoch mit erheblichen wirtschaftlichen Einbußen rechnen: Durch die hohen Windgeschwindigkeiten sind viele Stämme nicht nur umgefallen, sondern gebrochen und damit teilweise entwertet. Zudem liegt das Schadholz oft in entlegenen Gebieten. Das erhöht den Aufwand für die Aufarbeitung und schmälert den Holzertrag.

Das Ministerium rät den Waldbesitzern wegen möglicher Folgeschäden z. B. durch Borkenkäfer, Schadholz rasch aufzuarbeiten und abzutransportieren.

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Sachsen-Anhalt: Bis Ende September mehr Schweine- und Rinderschlachtungen als im Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 10:11

Halle (agrar.de) – Ende des III. Quartals 2002 lag nach Angaben des Statistischen Landesamtes die gewerbliche Fleischerzeugung mit 147.780 Tonnen um 3,9 Prozent über der des gleichen Vorjahreszeitraumes. Weiter erhöht wurde die Schweinefleischerzeugung (um 3,0 Prozent). Sie liegt mit 144.440 Tonnen um 10,5 Prozent über dem Durchschnitt des vergleichbaren Zeitraums der letzten 5 Jahre.

Die Rindfleischerzeugung, die in Sachsen-Anhalt nur noch einen unbedeutenden Anteil von 2 Prozent an der Gesamterzeugung hat, lag in diesem Zeitraum mit 3.170 Tonnen um 73,5 Prozent über dem infolge der aufgetretenen BSE-Fälle extrem niedrigen Vorjahresniveau. Es wurden mit 10.210 Rinderschlachtungen in den vergangenen neun Monaten diesen Jahres zwar 4.340 Tiere mehr geschlachtet, aber trotzdem noch wesentlich weniger als im vergleichbaren Zeitraum der Jahre zuvor (2000 = 18.350, 1999 = 16.490 Rinderschlachtungen).

Die im Jahre 2001 stark angestiegene Zahl der Schafschlachtungen wurde bis Ende September diesen Jahres mit 2.320 Schlachtungen, das ist ein Minus von 560 Schlachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nicht wieder erreicht.

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Kommissionsbericht vergleicht Tierschutzstandards in EU und Drittländern

Themen: Archiv — info @ 10:11

Trotz Unterschiede soll Verschlechterung vermieden werden

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat heute eine Mitteilung an den Rat und das Europäische Parlament angenommen, in der die Tierschutzstandards innerhalb der EU mit denen in Drittländern, die Handelspartner der Gemeinschaft sind, verglichen werden. Der Bericht untersucht auch die Frage, wie mögliche Wettbewerbsnachteile und damit eine Nivellierung der Standards nach unten vermieden werden können.

Die Kommission sammelt seit 1999 Informationen über die Tierschutzvorschriften von 73 Ländern, die mit der EU im Bereich Tiere und tierische Erzeugnisse Handel treiben. Bei der Auswertung hat sich herausgestellt, dass es keinen internationalen Konsens zur Rolle des Tierschutzes gibt und die EU-Vorschriften nicht ohne weiteres mit den Standards in Drittländern verglichen werden können.

Der Bericht befasst sich insbesondere auch mit der Frage, ob die unterschiedlichen Tierschutzbestimmungen zu Wettbewerbsnachteilen führen. Diese sind nach den vorliegenden Daten am ehesten bei den intensiveren Formen der landwirtschaftlichen Produktion und dort insbesondere im Schweine- und Geflügelfleischsektor festzustellen.

Ausgehend von der Annahme, dass Wettbewerbsverzerrungen (ob zum Vorteil oder zum Nachteil der Erzeuger in der EU) eindeutig die Gefahr bergen, dass strengere Tierschutzbestimmungen ausgehöhlt werden, wird in dem Bericht geprüft, auf welche Weise sich eine solche Entwicklung vermeiden lässt:

– Marktmechanismen die Verbraucher sind zunehmend bereit, für ‚ethische‘ Produkte mehr zu zahlen

– Dialog auf internationaler Ebene mit dem Ziel, dem Tierschutz zu mehr Anerkennung zu verhelfen, insbesondere im Rahmen des internationalen Tierseuchenamts und des Europarats

– Förderung besserer Tierschutzstandards in bilateralen und künftig auch in multilateralen Handelsabkommen

– Verbesserung der freiwilligen und obligatorischen Kennzeichnungsvorschriften, um dem Wunsch der Verbraucher nach besseren Tierschutzstandards Rechnung zu tragen

– Verbesserung des Stellenwerts des Tierschutzes in der EU-Agrarpolitik als Teil der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (Stichwort ‚Qualität statt Quantität‘)

Im Bericht werden die Vor- und Nachteile der einzelnen Maßnahmen untersucht, wobei insbesondere die Auswirkungen der Tierschutzes auf Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und Verbraucheranliegen berücksichtigt werden. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass umfassende Bemühungen erforderlich sind, um der Komplexität der Tierschutzthematik und seiner ethischen und kulturellen Dimension gerecht zu werden.

Der vollständige Text des Dokuments ist im Internet abrufbar.

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Niedersachsen: Gemüseanbau um fast 9 Prozent ausgedehnt

Themen: Archiv — info @ 10:11

Hannover (agrar.de) – Die Gemüseanbauer in Niedersachsen haben ihre Freilandanbaufläche in diesem Jahr um fast 9 Prozent auf 14.886 ha ausgedehnt. Wie das Niedersächsische Landesamt für Statistik mitteilt, ist der Gemüseanbau zunehmend spezialisiert. Nur vier Kulturen teilen sich zwei Drittel der Anbaufläche. Beim Anbau von Spargel und Eissalat liegt Niedersachsen auch im Bundesgebiet mit Abstand an der Spitze.

Mit 3.298 ha behauptet der Spargel nahezu unverändert zum Vorjahr die Führung. Weitere 928 ha Spargel sind Junganlagen, die in diesem Jahr noch nicht beerntet werden konnten. Insgesamt beansprucht Spargel damit 28 Prozent der Gemüseanbaufläche.

Den flächenmäßig höchsten Zuwachs verzeichnet seit Jahren der Eissalat. Die Anbaufläche wuchs in diesem Jahr auf 3.095 ha (+ 20 Prozent) und hat damit einen Anteil von 21 Prozent am Freilandanbau. Erstmalig wurde der Eissalat 1988 statistisch erfasst. Damals betrug der Anbau gerade einmal 120 ha. Seine heutige Bedeutung verdankt er wohl weniger seinen kulinarischen Vorzügen als seiner einfachen Verarbeitbarkeit und anhaltend knackiger Frische. Er eignet sich damit in idealer Weise auch für die Gastronomie und Salatbuffets.

Möhren und Karotten wurden im Jahr 2002 auf 1.568 ha ( + 5 Prozent) angebaut, ihre Anbaufläche liegt seit Jahren mit leichten Schwankungen in dieser Größenordnung. Auch Zwiebeln (967 ha, – 10 Prozent) pendeln nach rasantem Anstieg in den achtziger Jahren um das Tausender-Niveau.

Auf den weiteren Plätzen folgen Blumenkohl (571 ha, + 15 Prozent), Broccoli (557 ha, + 10 Prozent), Kohlrabi (475 ha, + 11 Prozent), Porree (358 ha, + 17 Prozent) Buschbohnen (322 ha, + 39 Prozent) und Grünkohl (295 ha, + 35 Prozent). Die zehn anbaustärksten Gemüsearten stellen bereits 84 Prozent der Anbaufläche im Freiland. In dieser Reihe überwiegend traditioneller Gemüse ist der Broccoli besonders erwähnenswert. Im Jahr 2000 wurden in Niedersachsen erst 9 ha Broccoli angebaut.

Mit dem Anbau von Freilandgemüse verdienen in Niedersachsen zurzeit 1.438 Betriebe ihr Geld, vor zwei Jahren waren es noch 1.680 gewesen. Der Rückgang der Betriebszahl von über 14 Prozent in zwei Jahren bei gleichzeitiger Anbauflächenzunahme unterstreicht den Strukturwandel und die erheblichen Konzentrationsprozesse, die derzeit im Gemüseanbau ablaufen. Einzelne Betriebe haben inzwischen eine Größe erreicht, die es ihnen erlaubt unter Umgehung der Großmärkte direkt mit den großen Lebensmittelketten zu handeln. Die zehn größten Gemüseanbauer in Niedersachsen bewirtschaften zusammen bereits 39 Prozent der gesamten Gemüseanbaufläche.

Hintergrundinformationen zum Gemüsebau in Niedersachsen.

Links zum Thema Gemüse, Links zum Bundesland %url3%Niedersachsen%/%.

Markenfleisch ist nicht gleich Markenfleisch

Themen: Archiv — info @ 09:11

Hannover (agrar.de) – Die Verbraucherzentralen haben einen Kriterienkatalog für die artgemäße Erzeugung von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch veröffentlicht. Erstmals liegt damit ein umfassendes Gesamtkonzept vor, das für das unüberschaubare Angebot unterschiedlicher Markenfleischprogramme einen einheitlichen Standard für den Tierschutz formuliert.

Bisher fehlen in der Fleischwirtschaft klare Vorgaben, wie den Verbrauchererwartungen nach artgemäßeren Haltungsbedingungen und damit mehr Tierschutz entsprochen werden kann. Ziel des auf der EuroTier in Hannover vorgestellten Konzepts ist es unter anderem, für die Erzeuger eine Messlatte für den Tierschutz zu definieren. Neben freiwilligen Instrumenten der Erzeuger fordern die Verbraucherzentralen schärfere gesetzliche Regelungen zur artgerechten Nutztierhaltung:

‚Es ist absurd, dass zwar 80 Prozent der Verbraucher artgerecht erzeugtes Fleisch bevorzugen, dass aber eine klare Kennzeichnung bisher völlig fehlt‘, sagte Jutta Jaksche, Agrarreferentin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). ‚Verbraucher können beim Fleischeinkauf den Tierschutz nur dann honorieren, wenn ein entsprechendes Angebot da ist.‘ Seit 1995 haben die Verbraucherzentralen Markenfleischprogramme untersucht. ‚Auf dieser Basis ist jetzt der bisher umfassendste Bewertungskatalog zur Erzeugung von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch entstanden‘, erläutert Hartmut König von der Verbraucherzentrale Hessen. Der Katalog setzt Mindest- und Zusatzkriterien für den gesamten Erzeugungsprozess fest. Schwerpunkte sind:

– rückverfolgbare Herkunft – Fütterung und Hygiene – tiergerechte Haltung, Transport und Schlachtung – Verkauf und Kontrolle

Das deutsche Tierschutzgesetz fordert, dass Tiere ihrer Art und ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden müssen. Trotzdem sind artgemäße Haltungsformen weiterhin wenig verbreitet – die schon vorhandenen Alternativen werden kaum eingesetzt. So werden mehr als 90 Prozent der säugenden Sauen angebunden, mehr als 80 Prozent der Mastschweine ohne Einstreu auf Spaltenboden gehalten. Zwei Drittel der Milchkühe werden noch angebunden, über 90 Prozent der Mastbullen in Vollspaltenbuchten gehalten.

Die Intensivhaltung ist nicht nur aus Tierschutz- und Umweltaspekten problematisch. Die Haltung vieler Tiere auf engem Raum macht die Tiere auch anfälliger für Krankheiten – der Einsatz von Medikamenten wiederum führt zu Rückständen im Fleisch. Hinzukommt das Problem von Antibiotikaresistenzen. ‚Artgemäße Alternativen sind schon jetzt wirtschaftlich machbar‘, so Jutta Jaksche. ‚Eine von uns beauftragte Umfrage zeigt: Viele Verbraucher sind bereit, dafür auch mehr zu zahlen. Sie wollen sich aber auf eine entsprechende Kennzeichnung auch wirklich verlassen können.‘

Kriterien für die Kennzeichnung von artgemäß erzeugtem Fleisch sind auch bei Geflügel dringend notwendig. Der Verbrauch an Geflügelfleisch ist in den vergangenen zehn Jahren um 50 Prozent auf derzeit 18,9 Kilogramm je Kopf und Jahr angestiegen. Viele Verbraucher greifen, verunsichert durch die Skandale bei Rind- und Schweinefleisch, zum angeblich gesünderen Geflügelfleisch. Dem Fleischangebot aus intensiver und regional stark konzentrierter Produktion stehen jedoch erst wenige ‚alternative‘ Angebote entgegen. Ziel der neuen Kriterien für die Erzeugung von Geflügelfleisch ist deshalb mehr Markttransparenz für die Verbraucher. Der Kriterienkatalog soll zugleich die Erzeuger ermutigen, in eine artgemäße und umweltgerechte Erzeugung einzusteigen.

Die Verbraucherverbände bemängeln, dass die Zahl der Markenfleischprogramme, die den Tierschutz umfassend berücksichtigen, noch immer zu gering ist. Gleichzeitig fordern sie eine schrittweise Anhebung der gesetzlich festgelegten Tierschutzregelungen in der Europäischen Union.

Zu dem Fachgespräch auf der EuroTier waren verschiedene Experten eingeladen, ihre jeweilige Sicht auf die Thematik darzulegen. Dr. Andrea Fink-Kessler vom Kasseler Büro für Agrar- und Regionalentwicklung machte am Beispiel von Jungmasthähnchen deutlich, dass die Kriterienentwicklung für die gesamte Produktionskette von zentraler Bedeutung für die Glaubwürdigkeit ist. Dr. Bernhard Hörning von der Universität Kassel ging in seinem Vortrag auf die aktuelle Praxis in der Nutztierhaltung ein und stellte Praxiserfahrungen mit alternativem Tierhaltungsmanagement vor. Prof. Dr. Achim Spiller von der Universität Göttingen zeigte mit seinem Vortrag auf, wie das Marktversagen bei Produkten aus artgerechter Haltung in Zukunft überwunden werden kann und untermauerte damit die Forderungen der Verbraucherzentralen und des Verbraucherzentrale Bundesverbandes.

Der vollständige Kriterienkatalog als PDF-Dokument (641 kB).

Links zum Thema %url4%Lebensmittelqualität und Kontrolle%/%, Links zum Thema %url5%Fleischwirtschaft%/%.

16. November 2002

Verbände: Europäisches Naturerbe in NRW nicht ausreichend geschützt

Themen: Archiv — info @ 15:11

NABU, BUND und LNU fordern Gebiets-Nachmeldungen für europäisches Schutzgebietsnetz

Potsdam/Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen ist seiner Verpflichtung aus der EU-Richtlinie Fauna-Flora-Habitat (FFH) bei weitem nicht ausreichend nachgekommen. Dies ist das Ergebnis einer Anfang dieser Woche zu Ende gegangenen dreitägigen Bewertungskonferenz der Europäische Kommission in Potsdam. Ein von der EU beauftragtes unabhängiges Institut hat die von den Mitgliedsstaaten für die kontinentale Region gemeldeten Gebiete bewertet. Danach hat Deutschland nur für 10 von 74 Lebensraumtypen ein ausreichendes Schutzgebietsnetz vorgesehen. Eine ähnlich schlechtes Urteil gab es für den Schutz gefährdeter Tiere und Pflanzen: Praktisch alle gefährdeten Fisch- und Insektenarten wurden als unzureichend geschützt bewertet. NABU, BUND und Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) sehen ihre naturschutzfachliche Arbeit durch die EU-Kommission bestätigt, die weitgehend den fachlichen Einschätzungen der Verbände und wissenschaftlicher Experten gefolgt ist und erhebliche Nachmeldungen von Gebieten verlangt hat.

In NRW liegen Eifel, Bergisches Land, Sauerland und das Weserbergland in der kontinentalen Region. ‚Hier befinden sich seltene ‚Berg-Mähwiesen‘, ‚Feuchtheiden‘, ‚orchideenreiche Halbtrockenrasen‘, ‚Borstgrasrasen‘, ‚Pfeifengraswiesen‘ und ‚Übergangsmoore‘ – Lebensraumtypen die von NRW nicht ausreichend gemeldet wurden‘, so Birgit Beckers vom NABU. Mark vom Hofe (LNU) unterstreicht, dass ‚besondere Defizite für Fließgewässer und Fische festgestellt wurden. Wir sehen unsere Vorschlagsliste von 1998 voll bestätigt, die zahlreiche wertvolle Bachsysteme auflistet und die nun eine ganz neue Bedeutung erlangen wird.‘

Klaus Brunsmeier vom BUND fordert: ‚Damit ist klar, dass es nun eine angemessene Nachmeldung geben muss, die die im Sommer ebenfalls festgestellten Defizite für die atlantische Region einschließt. Für eine scheibchenweise Meldung ist jetzt keine Zeit mehr. Eine Tranche 3 der FFH-Gebietsmeldung ist damit Pflicht.‘

Die meisten Bundesländer haben die EU-Richtlinie auf die leichte Schulter genommen, eine fachlich ungenügende Planung vorgelegt und die notwendigen Meldungen auf Kosten der Natur verschleppt. Die EU hat jetzt klar gestellt, dass sie einen nachlässigen Schutz von Europas Naturschätzen nicht hinnehmen wird. BUND, LNU und NABU bieten der Landesregierung nun ihre Mithilfe bei einer FFH-Meldung an, die die Anforderungen der FFH-Richtlinie endlich ernst nimmt. ‚Es ist an der Zeit, dass auch NRW seiner Verantwortung zum Aufbau des europäischen Schutzgebietssystems nachkommt,‘ so Birgit Beckers.

Links zum Thema %url4%Landschaft und Natur%/%, Links zum Bundesland %url5%Nordrhein-Westfalen%/%.

Jahresbericht 2001 des Umweltbundesamtes erschienen

Themen: Archiv — info @ 12:11

Berlin (agrar.de) – Der Jahresbericht 2001 des Umweltbundesamtes (UBA) ist erschienen. Auf rund 200 Seiten bietet er einen Querschnitt durch umweltpolitische Handlungsfelder. Themenschwerpunkte sind der Weg zur Nachhaltigkeit, Warenströme und Grüne Gentechnik, Klimaschutz, Gesundheit und Bodenschutz. Weitere Kapitel widmen sich dem Gewässerschutz, dem produktbezogenen Umweltschutz, der Störfallvorsorge und der Chemikaliensicherheit. Neben den Schwerpunktkapiteln informiert der Jahresbericht in einem zweiten Teil ausführlich über die Forschungsaktivitäten des Amtes und präsentiert wichtige Arbeitsergebnisse.

Handlungsbedarf sieht das UBA unter anderen im Bodenschutz. Zwar genießt der Boden seit Inkrafttreten des Bundes-Bodenschutzgesetzes 1999 den gleichen Rechtsstatus wie Wasser oder Luft – nahezu ungebremst ist indes der Flächenverbrauch. Dieses und andere Beispiele zeigen: Umweltschutz ist eine Querschnittsaufgabe, bei der auch fiskalische Instrumente – wie die Eigenheimzulage oder die Kilometerpauschale – auf den Prüfstand gehören. Zudem sollte die Schadstoffanreicherung auf landbaulich genutzte Böden vermieden werden – speziell durch deutlich weniger Schadstoffeinträge aus Düngemitteln wie Klärschlamm oder Gülle. Hierzu hat das UBA Handlungsoptionen entwickelt.

Einen Akzent legt das UBA auf die Gesundheit der Kinder. Sie reagieren auf viele Belastungen aus der Umwelt besonders sensibel und können sich Belastungssituationen schwieriger entziehen als Erwachsene. Daneben arbeitet das UBA daran, allgemein die Belastungen im Wohnumfeld zu reduzieren, denn: In Mitteleuropa halten sich Menschen zum überwiegenden Teil des Tages in Innenräumen auf und sind dabei chemischen und biologischen Luftverunreinigungen ausgesetzt.

Der Jahresbericht 2001 ist als Druckfassung oder als CD-ROM kostenlos erhältlich beim Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst, Bismarckplatz 1, 14193 Berlin, Fax: 030-8903-2912, E-Mail. Eine Bestellung ist auch über das Internet möglich.

Links zum Thema %url3%Behörden%/%.

Bayern: Jedes zehnte Lebensmittel GVO-positiv

Themen: Archiv — info @ 11:11

München (agrar.de) – In etwa jedem zehnten soja- oder maishaltiger Lebensmittel sind Bestandteile gentechnisch veränderter Pflanzen nachweisbar. Das geht aus dem Jahresbericht 2001 des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelüberwachung hervor. In einigen Fällen lag der GVO-Anteil über 1 Prozent. Keines der Produkte war gekennzeichnet.

In Deutschland ist die amtliche Lebensmittelüberwachung Aufgabe der Bundesländer. Deren Ämter kontrollieren auch die Einhaltung der Gentechnik-Kennzeichnung. In den Jahren 2000 und 2001 untersuchte das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelüberwachung knapp 4000 mais- und sojahaltige Lebensmittel. Eine Kennzeichnung ist dann vorgeschrieben, wenn in einem Lebensmittel ein GVO-Anteil von mehr als 1 Prozent nachweisbar ist. Geringere Anteile sind nicht kennzeichnungspflichtig, sofern die GVO-Anteile zufällig und unbeabsichtigt in das Lebensmittelprodukt gelangt sind. Unter 0,1 Prozent gelten GVO-Anteile ohne weiteren Nachweis als zufällig.

Soja

In den Jahren 2000 und 2001 untersuchten die bayrischen Kontrolleure 2083 sojahaltige Lebensmittel, wie etwa Brot, Backwaren, Desserts, Fertiggerichte, Säuglings- und Diätnahrung. In 267 Produkten (12,8 Prozent) wurden Bestandteile aus gentechnisch veränderten Sojabohnen (RoundupReady- Herbizidresistenz) nachgewiesen. Gegenüber 2000 stieg der Anteil der Produkte mit einem positiven Nachweis von 9 Prozent auf 17 Prozent. In 31 Proben (11,6 Prozent) überstieg der gemessene GVO-Anteil den Schwellenwert von 1 Prozent. Kein Produkt war ordnungsgemäß gekennzeichnet. Bei 115 Proben (43,1 Prozent) lag der Anteil transgener DNA zwischen 0,1 Prozent und 1,0 Prozent. In 121 Fällen (45,3 Prozent) lag der Anteil unter 0,1 Prozent bzw. war nicht quantifizierbar.

Mais

2000 und 2001 prüfte die Bayrische Behörde 1726 maishaltige Lebensmittel auf Bestandteile aus verschiedenen herbizidtoleranten oder insektenresistenten GVO-Maissorten (Bt 176, Bt 11, MON 810, T25). Analysiert wurden etwa Backwaren, Knabbergebäck, Chips, Fertiggerichte oder Maismehl. In 156 Lebensmittelprodukten (9 Prozent) konnte GVO-Mais festgestellt werden. In 5 Fällen (3,2 Prozent) überschritt der GVO-Anteil die 1,0 Prozent-Schwelle. Bei 32 Proben (20,5 Prozent) lag der Anteil transgener DNA zwischen 0,1 Prozent und 1,0 Prozent. In 119 Produkten lag der nachweisbare GVO-Anteil unter 0,1 Prozent.

Auch in fünf Bio-Produkten wurde GVO-Soja, in einem GVO-Mais nachgewiesen (in 2001) – bei zwei Produkten betrug der Anteil 4 Prozent bzw. 10 Prozent, bei den übrigen lag er unter 1 Prozent. Die Produkte waren mit Hinweisen wie ‚aus kontrolliert ökologischem Anbau‘ oder ‚ohne Gentechnik‘ deklariert.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle.

15. November 2002

Gentechnik: DBV: spricht sich für Ein-Prozent-Schwelle aus

Themen: Archiv — info @ 16:11

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) plädiert für klare und eindeutige Vorschriften bei der Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermitteln sowie Saatgut.

Wenn Landwirte und Verbraucher bei der Grünen Gentechnik die Wahlfreiheit behalten wollen, kommt praktikablen Schwellenwerten eine entscheidende Bedeutung zu. Sie sind erforderlich, um unbeabsichtigten, technisch unvermeidbaren Verunreinigungen konventioneller Erzeugnisse mit genveränderten Organismen Rechnung zu tragen, so der Verband in einer Pressemeldung.

Vor dem EU-Agrarrat, der am 28. November über die Kennzeichnungsregelung diskutieren wird, hat der Präsident des DBV, Gerd Sonnleitner, gegenüber Bundesministerin Renate Künast und der Präsidentin des Agrarrats, Mariann Fischer Boel aus Dänemark, für einen Schwellenwert von ein Prozent bei Lebens- und Futtermitteln plädiert.

Der Bauernverband, so Sonnleitner, spreche sich dafür aus, nur diejenigen Produkte zu kennzeichnen, die tatsächlich gentechnisch veränderte Konstrukte enthalten. Sollte hingegen die Entscheidung für eine prozessorientierte Kennzeichnung fallen, bestehe die Gefahr einer generellen prophylaktischen Kennzeichnung, die das Prinzip der Wahlfreiheit ad absurdum führen würde.

Der DBV-Präsident bedauerte, dass die Festsetzung der Werte für Saatgut nicht im Gleichklang mit der Schwellenwertsetzung bei Lebens- und Futtermitteln erfolgt. Er wies darauf hin, dass die Werte für Saatgut deutlich unter denen für Lebens- und Futtermittel bleiben müssen. Es sei erforderlich, zwischen den Werten für Saatgut einerseits und den landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Verarbeitungsprodukten andererseits zu differenzieren, um einer Anreicherung oder Beimengung im Transport- und Verarbeitungsprozess Rechnung zu tragen.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema Verbände.

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