29. November 2002

GLOBAL 2000: Hoher Grenzwert schwächt Kennzeichnungspflicht für GVO-Lebensmittel

Themen: Archiv — info @ 12:11

Rückverfolgbarkeitsprinzip verwirklicht – Toleranzschwelle für nicht zugelassene GVO-Kontaminationen unakzeptabel

Wien (agrar.de) – Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt die längst überfällige Einigung des Agrarministerrats auf eine Kennzeichnungspflicht für GVO-Lebensmittel, kritisiert jedoch gleichzeitig den viel zu hoch angesetzten Grenzwert von 0,9 Prozent. ‚GLOBAL 2000 tritt für den niedrigsten durchführbaren Grenzwert ein, ab dem gekennzeichnet werden muss.

Das EU-Parlament, das letztlich über die Einigung abstimmt, muss bei dem in erster Lesung beschlossenen Grenzwert von 0,5 Prozent bleiben‘, fordert GLOBAL 2000-Gentechnikexperte Daniel Hausknost. ‚Ein Teilerfolg im Sinne der Transparenz für den Konsumenten ist die Einführung des Rückverfolgbarkeitsprinzips‘, freut sich Daniel Hausknost. Auch wenn im Endprodukt kein genetisches Material nachweisbar ist, muss eine etwaige GVO-Herkunft deklariert werden. Scharf kritisiert Hausknost jedoch die angestrebte Toleranzschwelle für nicht zugelassene GVO: ‚Nicht zugelassene GVO sind aus gutem Grund nicht zugelassen. Das ist, als würde man ungetestete Chemikalien freigeben. Hier darf es keinen Schwellenwert geben. GLOBAL 2000 ist für Null Prozent Risiko in diesem Bereich.‘

Anfang 2003 fällt in der 2.Lesung im Europäischen Parlament die entgültige Entscheidung für eine Kennzeichnungspflicht von GVO-Lebensmitteln. In diesem Zusammenhang zeigt sich GLOBAL 2000 entsetzt über das Verhalten einiger EU-Parlamentarier der SPÖ, FPÖ und ÖVP, die am vergangenen Freitag für die Aufhebung des EU-Gentechnik-Moratoriums gestimmt hatten.

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