05. November 2002

Hessen: Betroffene Milcherzeuger geben Milchstreik-Votum ab

Themen: Hessen — info @ 14:11

Fragebogenaktion des Hessischen Bauernverbandes

Friedrichsdorf (agrar.de) – In diesen Tagen erhalten alle hessischen Milcherzeuger von ihrem Kreisbauernverband einen Fragebogen über den geprüft werden soll, ob sich die Bauern verbindlich an einem Milch-Lieferstreik beteiligen würden. Diese Vorgehensweise hatte die Vertreterversammlung des Hessischen Bauernverbandes (HBV) im Oktober beschlossen. Man legt großen Wert darauf, dass die Betroffenen selbst über einen Streik mit weitreichenden Konsequenzen entscheiden.

Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Heinz Christian Bär, bittet alle Milcherzeuger, sich daran zu beteiligen, damit ein möglichst aussagekräftiges Meinungsbild zustande kommt. Milchviehhalter, die keinen Fragebogen erhalten haben, sollten sich mit ihrem Kreisbauernverband in Verbindung setzen und einen solchen anfordern.

Hintergrund dieser Aktion sind die unbefriedigenden Milchauszahlungspreise an die Erzeuger, die seit Frühjahr dieses Jahres massiv gesunken sind. Der durchschnittliche Auszahlungspreis liegt zur Zeit bei nur 30 Cent pro Liter Milch. Verantwortlich für diese Misere ist ein gestiegenes Rohmilchaufkommen sowie ein knallhartes Preisdumping, insbesondere von Discountern.

‚Molkereien werden derart unter Druck gesetzt, dass sie den Erzeugern keinen vernünftigen Auszahlungspreis bieten können‘, kritisierte Präsident Heinz Christian Bär. Ein Indiz dafür sei beispielsweise auch der stetig sinkende Anteil an den Verbraucherausgaben, den die Landwirte erhielten. Bei Milch und Milcherzeugnissen sei dieser Anteil seit Beginn der 50er Jahre von 64 Prozent trotz gestiegener Qualitätsanforderungen um gut 20 Prozentpunkte zurückgegangen.

‚Als Urproduzenten haben auch die Bauern ein Recht auf angemessene Erzeugerpreise, um den Fortbestand der hessischen Milchviehhaltung zu sichern‘, betonte der Bauernverbandspräsident.

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