24. Oktober 2002

Höhere EU-Kartoffelernte 2002

Themen: Archiv — info @ 13:10

45,5 Mio. Tonnen erwartet – Deutschland weiter mit Abstand größter Erzeuger in der EU – Anbau verlagert sich nach Westeuropa

Münster (agrar.de) – Die Landwirte in der Europäischen Union werden in diesem Jahr eine relativ hohe Kartoffelernte von schätzungsweise 45,5 Mio. Tonnen einbringen. Das wären nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) 900.000 Tonnen mehr als im Vorjahr.

Die EU-Kartoffelanbaufläche hat in den zurückliegenden zehn Jahren nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) stetig abgenommen – von ehemals 1,5 Mio. Hektar auf inzwischen weniger als 1,3 Mio. Hektar. In diesem Jahr dürfte das Areal mit gut 1,26 Mio. Hektar einen ähnlichen Umfang haben wie im Vorjahr. Der Kartoffelanbau konzentriert sich dabei laut ZMP immer mehr auf Westeuropa, während die Flächen in Südeuropa tendenziell abnehmen. Damit verlagert sich der Anbauschwerpunkt mehr und mehr auf die Gebiete mit den höheren Durchschnittserträgen. In diesem Jahr zeichnen sich zudem in einigen Regionen Westeuropas bessere Erträge als 2001 ab.

In Deutschland, dem mit Abstand größten Kartoffelerzeuger in der EU, haben die Landwirte den Anbau für die Ernte 2002 nach vorläufigen amtlichen Angaben leicht um 0,7 Prozent auf 284.000 Hektar ausgedehnt. Die Erträge werden im Schnitt aber niedriger ausfallen als in der vergangenen Kampagne, da es regional erhebliche Ausfälle durch Regen und Überschwemmungen gegeben hat. Nach der vorliegenden ersten amtlichen Schätzung wird die Ernte einen Umfang von rund 11 Mio. Tonnen erreichen, das wären 500.000 Tonnen oder 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr. In Nordrhein-Westfalen, Kartoffelland Nr. 3 in Deutschland, sind es 1,3 Mio. Tonnen, 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wobei die Anbaufläche um 0,6 Prozent auf 29.900 Hektar verringert wurde.

In Frankreich wurde die Kartoffelfläche laut ZMP leicht auf 167.000 Hektar vergrößert. Die Ernte könnte eine Größenordnung von 6,4 Millionen Tonnen erreichen (+ fünf Prozent). In den Niederlanden hat die Anbaufläche 2002 nach vorläufigen Angaben leicht auf 165.800 Hektar zugenommen. Die Ernte wird auf insgesamt 7,3 Mio. Tonnen geschätzt, das wären vier Prozent mehr als im Vorjahr. In Großbritannien ist die Kartoffelfläche etwas geschrumpft auf schätzungsweise 160.000 Hektar. Die Erzeugung wird auf 6,86 Mio. Tonnen veranschlagt (+ drei Prozent). In Belgien ging die Kartoffelfläche leicht auf gut 59.000 Hektar zurück. Dort wird jedoch mit deutlich höheren Durchschnittserträgen gerechnet, so dass die Erzeugung um sieben Prozent auf 2,7 Mio. Tonnen zulegen kann.

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Trittin: Stimmungsmache oder falsch informiert?

Themen: Archiv — info @ 13:10

Agrarpolitiker machen Minister auf Falschaussage aufmerksam

Berlin/München (agrar.de) – Umweltbundesminister Trittin hat in der Talkshow ‚Sabine Christiansen‘ vom vergangenen Sonntag die laut Koalitionsvertrag vorgesehenen Mehrwertsteuererhöhungen zulasten der deutschen Bauern damit gerechtfertigt, er halte es für ein Unding, dass auf ‚Chemiedünger‘ derzeit nur ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz zu zahlen sei.

Mit dieser Äußerung sorgte Trittin für Verärgerung nicht nur bei den Landwirten. Der agrarpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Albert Deß, nannte Trittins Aussage eine ‚dreiste Lüge‘, mit der Trittin ‚Stimmung gegen die Bauern‘ mache.

Auch DBV-Präsident Gerd Sonnleitner wandte sich an Trittin und machte ihn auf seine Falschaussage aufmerksam. Sonnleitner wies ihn auf den Fehler in seiner Aussage hin, dass nämlich ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte, wie andere Bürger auch, auf Produkte, die sie einkaufen, 16 Prozent Mehrwertsteuer zahlten. Dies gelte für den von Trittin zitierten ‚Chemiedünger‘ genauso wie für Pflanzenschutzmittel sowie für den Kauf von Maschinen, wie Traktoren oder Erntemaschinen. Eine Reduzierung der Umsatzsteuer auf sieben Prozent gelte bisher lediglich für Lebendvieh, Saatgut, Futtermittel und Gartenbauerzeugnisse, was die Koalition ändern wolle.

Sonnleitner betonte, dass es gute Gründe gebe, bei der Reduzierung der Umsatzsteuer für diese Produkte zu bleiben und bot ein Gespräch dazu an. Es sei jedoch fatal, wenn der Minister vor einem Millionenpublikum einen falschen Sachverhalt schildere und den Anschein vermitteln wolle, als ob Landwirte beim Einkauf ihrer Produkte vom Staat subventioniert würden. So präge man Vorurteile. Sonnleitner wies noch auf die von Trittin verwendete Bezeichnung ‚Chemiedünger‘ hin, den man korrekterweise aufgrund der Herkunft als ‚Mineraldünger‘ bezeichnen müsse. So würden Phosphat und Kali bergmännisch abgebaut und von konventionellen wie Ökolandwirten angewendet.

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Schwache Ernte, gute Chancen

Themen: Archiv — info @ 12:10

Nürnberg (agrar.de) – Die bayerischen Bauern haben in diesem jahr eine unterdurchschnittliche Getreideernte eingefahren. Mit 6,4 Millionen Tonnen lag die Menge unter dem langjährigen Mittelwert von 6,7 Millionen Tonnen. Das hat Landwirtschaftsminister Josef Miller im Vorfeld der CONSUMENTA 2002 in Nürnberg mitgeteilt. Eine positive Überraschung gab es laut Miller beim Körnermais: hier wird mit bayernweit 983.000 Tonnen bzw. 93 Doppelzentner pro Hektar ein Rekord-Ertrag erwartet. Sehr hoch liegt mit fast 5,2 Millionen Tonnen bzw. 698 Doppelzentner pro Hektar auch das Ergebnis bei Zuckerrüben, allerdings bei geringeren Zuckergehalten. Freuen können sich die Bauern zudem über eine gute Kartoffelernte. Der Ertrag lag mit 2,1 Millionen Tonnen bzw. 410 Doppelzentner pro Hektar über dem langjährigen Durchschnitt.

Die Marktaussichten für die Ernte 2002 hängen laut Miller stark von der weltweiten Entwicklung der Nachfrage ab. Derzeit seien die Chancen gut, denn: ‚Die Vorräte an Getreide sinken, weil mehr verbraucht als erzeugt wird.‘ So steht nach Schätzungen des Internationalen Weizenrats einer Erzeugung von weltweit 565 Millionen Tonnen Mahlgetreide ein Verbrauch von 593 Millionen Tonnen gegenüber. Der Bedarf kann aus der diesjährigen Ernte nur teilweise gedeckt werden. Auch im Inland ist die Nachfrage nach Mahlgetreide aus Bayern gestiegen. Bei Braugerste beträgt die heimische Erzeugung in diesem Jahr 400.000 Tonnen, der Bedarf der bayerischen Mälzereien liegt bei 650 000 Tonnen. Notwendige finanzielle Anreize könnten laut Miller wieder zu einer Ausdehnung des bayerischen Braugerstenanbaus führen.

Nach Aussage des Ministers müssen die Erzeugnisse möglichst produktionsnah weiterverarbeitet werden. Das spart Transportkosten, verringert das Verkehrsaufkommen und verbessert die Wertschöpfung in der Region. ‚Mir liegt sehr daran, dass die bei uns erzeugten Qualitäten optimal vermarktet und verwertet werden‘, sagte der Minister. Dies könne nur in vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Erzeugergemeinschaften, Verarbeitern und Handel gelingen.

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Bayern: Weniger Schäden bei Eichen, Buchen und Kiefern

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 11:10

Miller legte Waldzustandsbericht 2002 vor

München (agrar.de) – Der Zustand der bayerischen Wälder hat sich leicht verbessert. Nur mehr 21 Prozent aller Bäume sind deutlich geschädigt, haben also mehr als ein Viertel ihrer Nadeln oder Blätter verloren. Das sind vier Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Dennoch gebe es keinen Grund zur Zufriedenheit, sagte Forstminister Josef Miller bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts im Agrarausschuss des Bayerischen Landtags. Abgenommen habe nämlich auch der Anteil der bisher ungeschädigten Bestände von 34 auf 29 Prozentpunkte. Der durchschnittliche Nadel- bzw. Blattverlust liegt daher weiter wie im Vorjahr bei etwa 20 Prozent.

Erfreulich zurück gegangen ist laut Miller der Anteil deutlicher Schäden bei Eichen, Buchen und Kiefern – bei Eiche von 24 auf 17 Prozent, bei Buche von 30 auf 21 Prozent und bei Kiefer von 25 auf 16 Prozent. Die Fichte liegt mit 25 Prozent nahezu unverändert auf Vorjahresniveau (26 Prozent). Sorgenkind ist mit 50 Prozent (51 Prozent) nach wie vor die Tanne. Insgesamt sei der Zustand der Wälder stabil, sagte der Minister. Die Bäume seien in der Lage, sich zu regenerieren.

Wie Miller ausführte, lassen sich die Nadel- und Blattverluste aber nur zum Teil mit Gewittern oder Stürmen erklären. Luftschadstoffe wie Stickoxide, Schwefeldioxid und Ozon stellen, wenn auch keine akute Gefährdung, so doch eine ernstzunehmende Grundbelastung dar. Um Wälder und Waldböden zu stabilisieren, sei es daher unverzichtbar, die Luftreinhaltepolitik konsequent fortzusetzen. Schadstoffeinträge und CO2-Emissionen müssten dauerhaft verringert werden. Große Bedeutung misst der Minister auch dem gezielten Umbau reiner Nadelwälder bei: ‚Wir brauchen standortgerechte, stabile und widerstandsfähige Mischwälder auf ganzer Fläche.‘ Die im Freistaat praktizierte nachhaltige Forstwirtschaft und Holznutzung sei hierfür die entscheidende Voraussetzung. Miller: ‚Jeder, der heimisches Holz verwendet, unterstützt die Waldpflege und leistet damit einen Beitrag zur Verbesserung unserer Wälder.‘

Nach Aussage des Ministers lässt das EU-einheitliche Stichprobenraster von 16 x 16-Kilometern regionale Aussagen nicht zu. Dennoch sei erkennbar, dass sich der Waldzustand vor allem in den laubholzreichen Wäldern Nordwest-Bayerns verbessert hat. Besorgniserregend sei nach wie vor die Lage im Hochgebirge – auch wenn sich einzelne Flächen positiv entwickelt haben. Miller will deshalb die Schutzwaldsanierung konsequent fortführen, denn: ‚Ein intakter und stabiler Bergwald ist ein natürlicher Schutzschild für die Siedlungsräume.‘

Der Waldzustandsbericht basiert auf einer Erhebung von bayernweit rund 8.500 Bäumen in 183 Waldbeständen. Dazu kommen Untersuchungsergebnisse von 46 Dauerbeobachtungsflächen und Messungen an 22 Waldklimastationen. Für Gesamtschau wurden unter anderem Daten über Schadstoffemissionen und -immissionen, Nährstoffversorgung und Wachstum der Waldbäume sowie Versauerung und Stickstoffbelastung der Waldböden eingearbeitet.

Detaillierte Informationen zum Waldzustandsbericht 2002 können im Internetangebot der Bayerischen Staatsforstverwaltung abgerufen werden.

Tabelle Ergebnisse der Kronenzustandserhebung 2002

Links zum Thema Waldbericht, Links zum Bundesland %url4%Bayern%/%.

BBA: Verzeichnis regionalisierter Kleinstrukturanteile wird aktualisiert

Themen: Archiv — info @ 10:10

Daten jetzt einreichen

Braunschweig (agrar.de) – Für Landwirte lohnt es sich, Hecken und Säume anzulegen und zu pflegen, weil manche Auflagen für die Anwendung bestimmter Pflanzenschutzmittel weg fallen. Das Verzeichnis regionalisierter Kleinstrukturanteile ist der Schlüssel dazu und wird nun zurechtgefeilt: Um es auf den neuesten Stand zu bringen, können die Gemeinden über die zuständigen Landesbehörden ihre aktuellen Daten bei der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) einreichen.

Eine genaue Beschreibung des Verfahrens, auch in welchem Format die Daten eingereicht werden sollen, steht im Internetangebot der BBA (als Vorabinformation vor der Veröffentlichung im Bundesanzeiger). Die Bekanntmachung des aktualisierten Verzeichnisses ist rechtzeitig zur Vegetationsperiode 2003 vorgesehen.

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23. Oktober 2002

Niedersachsen: Großer Zuwachs beim ökologischen Landbau

Themen: Archiv — info @ 16:10

Hannover (agrar.de) – Niedersachsens ökologisch bewirtschaftete Fläche wächst. Zwar nicht mehr in dem Tempo wie kurz nach der Agrarwende, das Interesse der Bauern an einer Umstellung ihrer Betriebe ist nach Angaben des Landvolkverbandes aber nach wie vor auf hohem Niveau. Ende vergangenen Jahres wirtschafteten 881 niedersächsische Bauern nach den Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft, das waren 20,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig wuchs die ökologisch bewirtschaftete Fläche um 24,2 Prozent auf 43.417 Hektar (ha). Das waren zwar nur 1,65 Prozent der Landwirtschaftsfläche Niedersachsens, während der Anteil im Bundesdurchschnitt bei 3,8 Prozent liegt, der Zuwachs in Niedersachsen war jedoch deutlich größer als die durchschnittliche Steigerung im Bundesgebiet von 15,8 Prozent. Seit 1998 hat sich damit die nach Ökoregeln bewirtschaftete Fläche nahezu verdoppelt. Damals waren es erst 25.697 ha, die von 562 Betrieben bewirtschaftet wurden.

Die deutliche Zunahme des ökologischen Landbaus in Niedersachsen ist allerdings nicht allein das Verdienst von Ministerin Künast. Den bisher größten Zuwachs hatte es nämlich schon ein Jahr vor der von ihr propagierten Agrarwende gegeben, als die EU ihre Förderung für die Umstellung erheblich verbessert hatte. Gegenüber 1999 erhöhte sich im Jahr 2000 die alternativ bewirtschaftete Fläche sogar um 27,4 Prozent auf 34.763 ha, während das Plus ein Jahr vorher lediglich 6,2 Prozent betrug. Gleichzeitig stieg die Zahl der Ökobauern um 26,7 Prozent auf 730. Somit waren vor allem größere Betriebe bereit zur Umstellung, denn die Fläche nahm prozentual stärker zu als die Zahl der Betriebe. Im vergangenen Jahr hatten die in einer Organisation der ökologischen Landwirtschaft zusammen geschlossenen Betriebe mit 565 zwar noch den größten Anteil an der Gesamtzahl der Betriebe von 881, bei den Umsteigern dominieren jedoch eindeutig diejenigen, die lediglich nach den weniger scharfen Richtlinien der EU wirtschaften.

Seit Anfang des Jahres verzeichnet der Versuchs- und Beratungsring Ökologischer Landbau in Walsrode ein Nachlassen des Interesses an der Umstellung. Viele Bauern waren nach dem Nitrofen-Skandal und dadurch bedingten zeitweisen Vorbehalten der Verbraucher auch gegenüber Ökoprodukten verunsichert. Auch die Unsicherheit vor der Bundestagswahl, ob Ministerin Künast im Amt bleibt oder ob es zu einem Wechsel in der Regierung kommt, hat nach Einschätzung des Kompetenzzentrums für den Ökolandbau in Walsrode vermutlich viele Bauern zunächst davon abgehalten, die Umstellung zu vollziehen. So hat die Zahl der Anfragen interessierter Bauern nach der Wahl offenbar bereits wieder zugenommen. Aber auch die schlechte Ernte dieses Jahres mit geringen Erträgen und schlechter Qualität dürfte bremsend für Umstellungswillige gewirkt haben. Dennoch bleibt das Interesse der niedersächsischen Bauern an einer Umstellung ihrer Betriebe auf einem deutlich höheren Niveau als vor der Agrarwende.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland %url4%Niedersachsen%/%.

Trotz schwierigem Start gute Maiserträge

Themen: Archiv — info @ 15:10

Münster (agrar.de). Die Maisernte ist abgeschlossen. Wie die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mitteilt, hat die Kampagne mit sechs Wochen dieses Jahr sehr lange gedauert. Insgesamt wurden in Westfalen-Lippe etwa 162.000 Hektar Mais geerntet.

Die Fachleute unterscheiden zwischen 87.000 Hektar Silomais, 50.000 Hektar zur Gewinnung von Korn-Spindel-Gemisch (CCM) und 25.000 Hektar Körnermais. Der Silomais, auch Grünmais genannt, ist ein energiereiches Futter für Kühe und Bullen. Beim CCM werden die Körner und ein Teil der Spindel abgesiebt. Es ist ein sehr gutes Futter für Mastschweine. Beim Körnermais werden die Körner als wertvolles Kraftfutter, aber auch als nachwachsender Rohstoff in der Industrie verwandt.

Trotz günstiger Witterung im Sommer verlief die Abreife der Maisbestände sehr unterschiedlich im Vergleich zu den Vorjahren. Früh im April gesäter Mais war entsprechend schon in der ersten Septemberdekade reif zum Silieren (Milchsäuregärung). Wer wegen der nass-kalten Witterung oder nach einer Feldgrasvornutzung erst Mitte Mai säen konnte, musste entsprechend länger auf die bei Silomais angestrebten Trockensubstanzgehalte in den Pflanzen von 32 bis 35 Prozent warten. Während die Silierreife allgemein sehr zügig erreicht wurde, erfolgte die Wasserabgabe der Körner bis zur Druschreife eher zögerlich. Oft lag der Wassergehalt der geernteten Körner Mitte Oktober erst bei 37 bis 40 Prozent. Dies waren optimale Werte für die Gewinnung von CCM (Korn-Spindel-Gemisch), bei der Körnermaisproduktion ergaben sich aber hohe Trocknungskosten. Gewünscht werden 35 Prozent, besser noch weniger. Länger zu warten war riskant, da ab Anfang Oktober das Risiko durch Kolbenfäule in vielen Beständen deutlich zunahm.

Verbreitet konnten in Westfalen-Lippe mit hochleistungsfähigen Sorten wieder gute bis sehr hohe Kornerträge von zehn bis mehr als zwölf Tonnen je Hektar und qualitativ hochwertiger Silomais mit Erträgen um 20 Tonnen Trockenmasse pro Hektar erzielt werden. Maisanbauer die Anfang Mai viele Keimpflanzen durch Nässe, Kälte, Krähenfraß, Schnecken und Tausendfüßler verloren hatten, mussten sich allerdings mit geringeren Erträgen zufrieden geben. Dank der guten Regenerationsfähigkeit moderner Maissorten und der günstigen Sommerwitterung fielen die Verluste letztlich aber meist geringer aus als im Frühjahr zu befürchten war.

Eine nicht nur in waldreichen Höhenlagen zunehmende Bedrohung der Maisbestände geht von den Wildschweinen aus. Die Schweine richten besonders direkt nach der Saat und in fast reifen Maisbeständen große Verwüstung an. Jedes Jahr müssen mehr Maisfelder durch Elektrozäune gesichert werden. Der gefährliche Schädling Maiszünsler hat Westfalen noch einmal verschont. Der Schmetterling hat sich in den vergangenen Jahren schon bis in das nördliche Rheinland ausgebreitet und bereits rechtsrheinische Stützpunkte besetzt.

Links zum Thema Mais.

Brasilien erwartet Rekordernte

Themen: Archiv — info @ 15:10

Sojaanbaufläche kann um 4,9 Prozent wachsen

Brasília (agrar.de) – Die Ernte Brasiliens 2002/2003 soll bei zwischen 105 und 110 Mio. Tonnen Getreide liegen, laut Prognose des brasilianischen Bundesministers für Landwirtschaft, Versorgung und Viehzucht, Pratini de Moraes, mit Basis auf Untersuchungen von Mitarbeiter des brasilianischen Versorgungsinstitutes Conab.

Der Minister erklärte, wenn keiner Zwischenfall vorkomme, werde Brasilien seine grösste Ernte haben durch bedeutsame Steigerungen der Produktion von Soja, Reis, Mais und vor allem Weizen.

Eine Untersuchung unter Landwirten und Genossenschaften ergab, dass die Anbaufläche für die Landwirtschaftsernte 2002/2003 um zwischen 2,9 und 4,9 Prozent wachse. Dadurch könne man eine Rekordernte von zwischen 104,962 Mio. und 110,645 Mio. Tonnen Getreide erwarten, also ein Wachstum von 8,1 bis 13,9 Prozent im Vergleich zu den 97,1 Mio. Tonnen der Ernte 2001/2002.

Laut Minister Moraes habe Brasilien heute weltweit die beste Produktivität im Rahmen von Sojaanbau und könne dadurch innerhalb 4 oder 5 Jahre der grösste Sojaproduzent der Welt sein.

Links zum Thema Landwirtschaft in Brasilien.

Getreidepreis nicht entscheidend für Brotpreis

Themen: Archiv — info @ 14:10

Brotweizenpreis liegt sechs Prozent unter Vorjahresniveau

München (agrar.de) – Die Preise für die Getreideerzeuger befinden sich nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau. Von einer ‚enormen Steigerung‘ der Getreidepreise, wie von Bäckerseite behauptet wird, kann nicht die Rede sein, stellt der Bayerische Bauernverband (BBV) fest.

Als Folge der schlechten Ernte konnte zwar seit August ein Preisanstieg um 1,3 Euro pro Dezitonne (dt) Brotweizen verzeichnet werden. Der Brotweizenpreis liege mit zehn Euro pro dt jedoch um sechs Prozent unter dem Vorjahrespreis. Die Bauern für steigende Brot- und Semmelpreise verantwortlich zu machen, sei somit falsch. Der Berufsstand verweist auf den Anteil, den der Landwirt für die Erzeugung des Getreides für ein Pfund Brot erhält: Im Durchschnitt zahlt der Verbraucher etwa 98 Cent, der Landwirt erhält davon etwa neun Cent. Noch drastischer fällt das Ergebnis beim Semmelanteil aus: Am Brötchen, das heute durchschnittlich 23,4 Cent kostet, verdient der Landwirt 0,89 Cent.

Wie der BBV weiter feststellt, lag der Getreidepreis 1982 noch bei 25,50 Euro für die Dezitonne Brotweizen, 1992 erhielten Bayerns Getreidebauern 15,85 Euro.

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Forstkammer Baden-Württemberg: Geschädigter Wald zunehmend in seinen Wasserschutz-Funktionen eingeschränkt

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 13:10

Ausdehnung des Monitorings auf den Waldboden und umfassendere Meliorationskalkung gefordert

Stuttgart (agrar.de) – Anlässlich der Vorlage des aktuellen Waldzustandsberichts durch das Ministerium für Ernähung und Ländlicher Raum wurden von der Forstkammer Baden-Württemberg verschiedene Forderungen an die Politik formuliert. Forstkammer-Geschäftsführer, Martin Bentele, gab hierzu folgende Stellungnahme ab:

‚Die Ergebnisse der Terrestrischen Waldschadensinventur 2002 zeigen, dass sich am schlechten Gesundheitszustand des Waldes in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vorjahr, als die schlimmsten Schäden bei einer Vollerhebung (4 x 4 km) festgestellt wurden, tendenziell nichts geändert hat. Vor allem die Stickstoffimmissionen aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft sind heute das größte Problem, da sie kaum gebremst auftreten und sich jährlich im Boden summieren. Hierdurch hat sich unter der Erdoberfläche ein Versauerungszustand aufgebaut, den man auch als Zeitbombe bezeichnen kann.

Vor 50 Jahren hat das Gros der Waldstandorte Baden-Württembergs ph-Werte um 5,5 aufgewiesen. Heute hat sich eine Verhundertfachung der Säurestärke fast einheitlich eingestellt, und pH-Werte um 3,5 sind flächig vorzufinden. Die Erfüllung lebenswichtiger Waldfunktionen wie Grund- und Trinkwasserschutz, aber auch der Schutz vor Hochwasserereignissen, wie jüngst gesehen, werden durch die andauernde Schädigung des Ökosystems Wald massiv eingeschränkt und zunehmend in Frage gestellt.‘

Deshalb werden von der Forstkammer folgende Forderungen an die Politik gestellt werden:

– Die Luftreinhaltepolitik muss intensiviert und vor allem im Bereich der stickstoffhaltigen Immissionen verschärft werden.

– Mittel aus Steuern, die für Energieverbrauch erhoben werden, wie z.B. der sog. Ökosteuer, müssen vorrangig auch zur Entschädigung von Flächen aufgewandt werden, die unter energiebedingten Immissionen leiden. Dort werden sie dringend zur Finanzierung von Monitoring- aber auch Reparaturmaßnahmen gebraucht.

– Da nicht nur die Gesundheit der Waldbäume, sondern wichtige, vor allem wasserrelevante Waldfunktionen, durch Schadstoffeinträge gefährdet sind, ist eine Ausdehnung der Waldschadensmonitoring auch auf den Waldboden unerlässlich und muss umgehend installiert werden.

– Die Meliorationskalkung im Wald ist weiterhin eine notwendige Maßnahme. Ihre positiven Wirkungen erlöschen jedoch nach zehn Jahren. Deshalb muss die jährlich zu kalkende Waldfläche in Baden-Württemberg mindestens auf 20.000 ha ausgedehnt werden. Hierfür müssen öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden. Auch die Wasserwirtschaft sollte erkennen, dass die kurzfristige, durch Kalk ausgelöste Nitratproblematik, das wesentlich kleinere Übel ist als die langfristig durch versauernde Böden für das Grundwasser entstehenden Risiken.

Zur Information: Baden-Württemberg zählt zu den waldreichsten Bundesländern. Auf 1,38 Mio. ha der Landesfläche steht Wald, was einem Bewaldungsprozent von 39 Prozent entspricht.

Die Forstkammer Baden-Württemberg vertritt die Interessen der privaten und kommunalen Waldbesitzer. Sie verfügen über rd. 1 Mio. Hektar, das sind ca. 75 Prozent der Waldfläche im Land.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

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