24. Oktober 2002

WWF: EU-Rat muss Sickergrube Agrarpolitik schließen

Themen: Archiv — info @ 16:10

Erweiterung der Europäischen Union ohne weitere Agrarsubventionen gefordert

Frankfurt (agrar.de) – Ein klares Bekenntnis zu einer Umkehr in der europäischen Agrarpolitik fordert die Umweltstiftung WWF von den Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf ihrer heute beginnenden Ratssitzung in Brüssel. Dort müssen die Politiker eine der größten Hürden in der derzeitigen Debatte um die EU-Erweiterung nehmen: Auf der Tagesordnung steht die künftige Finanzierung der Agrarpolitik, insbesondere die zwischen den Mitgliedsländern strittigen direkten Einkommensbeihilfen für die osteuropäischen Landwirte.

Der WWF warnt vor einer Weiterführung und Ausweitung der bisherigen Subventionspraxis und fordert die Politiker auf, die Verwendung von Steuergeldern auf den Prüfstand zu stellen. Jedes Jahr fließen 45 Milliarden Euro in den EU-Agrarsektor – etwa 60 Prozent als direkte Einkommenshilfen an Landwirte in den jetzigen Mitgliedsstaaten, eine Tendenz, die sich mit dem Beitritt der osteuropäischen Staaten weiter verstärken wird. Nach Meinung des WWF ist eine Ausweitung der bisherigen Direktzahlungen an weitere zehn Mitgliedsländer der falsche Weg, da sie weder die Bedürfnisse der vielen Landwirte, noch die jeweiligen Besonderheiten der Agrarwirtschaft in den Kandidatenländern berücksichtige.

Peter Torkler, WWF-Experte für EU-Erweiterung und Landwirtschaftspolitik: ‚Die europäischen Regierungschefs müssen dem Versickern von vielen Milliarden Euro in den Gruben der Agrarwirtschaft endlich entgegen steuern! Statt weiter darüber zu diskutieren, welcher Beitrittskandidat wie viel Geld bekommen soll, müssen die jetzigen EU-Mitglieder endlich die Bahn frei machen, damit diese Zahlungen in ganz Europa abgeschafft und die Gelder für sinnvollere Maßnahmen eingesetzt werden.‘ Die bereits diskutierte und von der EU-Kommission im Juli vorgestellte Halbzeitbewertung der Gemeinsamen Agrarpolitik biete zwar richtige Ansätze, müsse allerdings viel mehr ausgeschöpft werden. Der WWF empfiehlt daher, die Zahlungen in den alten Mitgliedsstaaten bereits zum Jahre 2004 zurückzufahren und zugleich die geplante Übergangsphase von zehn Jahren, in denen die Beitrittsstaaten in den vollen Genuss der Direktzahlungen kommen sollen, zu verkürzen. Ziel müsse sein, bereits nach vier bis fünf Jahren ein gemeinsames, möglichst niedriges Niveau an Direktzahlungen zu erreichen.

Eine neue Agrarpolitik für ein erweitertes Europa sollte nach Meinung des WWF die natürliche und kulturelle Vielfalt des ländlichen Raums fördern, anstatt allein auf intensive Landwirtschaft zu setzen. Um dies umzusetzen, fordert der WWF, eine finanziell gut ausgestattete ländliche Entwicklungspolitik in das Zentrum der Landwirtschaftspolitik zu rücken. Geschieht dies nicht, so befürchtet Peter Torkler, dass die Fehler der letzten 40 Jahren in den Beitrittsländern wiederholt werden: ‚Wir können es uns nicht länger leisten, Unsummen für Agrarwüsten auszugeben, sondern müssen nun endlich in blühende Landschaften und Dörfer investieren. Am Ende muss eine Bereicherung für die gesamte EU stehen – und nicht ein Armutszeugnis für unsere agrarisch geprägte Kulturlandschaft.‘ Vom EU-Gipfel in Brüssel muss nach Meinung des WWF ein eindeutiges Signal der bisherigen Mitgliedsstaaten gehen, dass sie ihre bislang fehlgeleiteten Agrarausgaben künftig in Maßnahmen zur gleichermaßen ökologischen, ökonomischen und sozialen Entwicklung des ländlichen Raums investieren werden.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

Herta Däubler-Gmelin führt Agrarausschuss

Themen: Archiv — info @ 16:10

Berlin (agrar.de) – Überraschung in Berlin: Neue Vorsitzende des Agrarausschusses des Bundestages wird nach Informationen aus der SPD-Fraktion die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin. In der vergangenen Legislaturperiode führte Peter-Harry Carstensen (CDU) den Ausschuss, stellvertetende Vorsitzende war Ulrike Höfken (Bündnis 90 / Die Grünen). Carstensen, den seine Fraktion am Mittwoch zum Sprecher der Arbeitsgruppe ‚Ernährung, Agrar, Forsten, Verbraucher‘ wählte und Höfken werden dem Ausschuss voraussichtlich weiter angehören.

Die Grünen nominierten zudem %url4%Cornelia Behm%/%, Dipl.-Agraringenieurin aus Brandenburg sowie den Biobauern Friedrich Ostendorff aus Nordrhein-Westfalen. (%url5%unsere Vorstellung%/%).

Links zum Thema %url6%Agrarpolitik%/%.

Im Langzeitversuch bewiesen: Halbe Dosis von Pflanzenschutzmitteln möglich

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Braunschweig (agrar.de) – Spritzt der Landwirt lediglich die Hälfte der sonst üblichen Menge an Unkrautbekämpfungsmitteln (Herbiziden), so kann er erwarten, fast so viel zu ernten wie bei voller Dosierung. Zu diesem erfreulichen Ergebnis kam die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) in einem sechsjährigen Langzeitversuch in der Nähe von Berlin. Die Forscher fanden heraus, dass oft auch über Jahre hinweg eine ausreichende Wirkung gegen Unkräuter und andere Schaderreger erzielt werden kann, wenn die Menge an Pflanzenschutzmitteln um 20 – 50 Prozent reduziert wird.

Seit 1995 bringen Wissenschaftler des Instituts für integrierten Pflanzenschutz der BBA immer auf den gleichen Feldern nur die Hälfte der sonst üblichen Aufwandmenge an Pflanzenschutzmitteln aus. Der Versuchsort liegt im Fläming südlich von Berlin mit guten Sandböden und trockenen Frühsommern. Wie sich Unkräuter, Pilzkrankheiten und schädliche Insekten auf den Äckern entwickelten, das zeigen jetzt die Ergebnisse der ersten sechsjährigen Fruchtfolgerotation.

Besonders interessant ist die Sache bei den Unkrautbekämpfungsmitteln. Da circa 50 Prozent aller in der Landwirtschaft in Deutschland eingesetzten Pflanzenschutzmittel Herbizide sind, zahlt es sich gerade in diesem Bereich aus, Mittel einzusparen. Im Vergleich zu den normal behandelten Getreideflächen verringerte sich die Wirkung der halben Dosis an Herbiziden auf den Versuchsflächen nur um 10 Prozent, so dass auch der Ernteertrag kaum beeinträchtigt wurde. ‚Dies ist ein auch für uns erstaunliches und erfreuliches Ergebnis. Es trat immer dann auf, wenn die Kulturpflanzenbestände besonders gut entwickelt waren und leicht bekämpfbare Unkräuter das Bild bestimmten‘, so Dr. Bernhard Pallutt vom Institut für integrierten Pflanzenschutz. ‚Schwer zu bekämpfende Unkräuter wie Windhalm und Klettenlabkraut können allerdings mit der Zeit stärker auftreten. Wir können den Landwirten daher nicht generell empfehlen, künftig nur die Hälfte zu spritzen. Doch zeigen die Versuche deutlich, dass ein enormes Einsparpotential auch über Jahre hinweg vorhanden ist, der Landwirt sich aber – wie sonst auch – die Bedingungen auf seinem Acker anschauen muss.‘

Die halbe Dosis an Mitteln zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten (Fungizide) unterdrückte die Entwicklung der Krankheit in vielen Fällen ebenso wie die volle Dosis. Je nach Witterungsbedingungen und der angebauten Sorte (am besten sind gegen Pilzkrankheiten widerstandsfähige Sorten) kann der Fungizidaufwand deutlich verringert werden.

Die Aufwandmenge an Mitteln gegen Schadinsekten (Insektizide) konnte reduziert werden, wenn der Befall im Bereich der sogenannten Bekämpfungsschwelle lag. (Bekämpfungsschwelle = Die Anzahl der Schädlinge ist so hoch, dass eine Bekämpfung wirtschaftlich sinnvoll ist.)

Da die Hersteller die Wirksamkeit ihrer Pflanzenschutzmittel gewährleisten müssen, liegt die von ihnen empfohlene Aufwandmenge in einem Bereich, der quasi 100 prozentigen Erfolg garantiert. Insgesamt lässt sich aus den Ergebnissen folgern, dass 20 – 50 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel in vielen Fällen ausreichend gegen Unkräuter, Pilzkrankheiten und Schadinsekten wirken. Dieses enorme Einsparpotenzial zeigt offensichtliche ökonomische und ökologische Vorteile auf. Dem integrierten Anbau, der im Bereich chemischer Pflanzenschutz das Prinzip ‚So wenig wie möglich, so viel wie nötig‘ hat, stellen die Wissenschaftler mit ihren Ergebnissen einen weiteren ‚Baustein‘ zur Verfügung.

Links zum Thema Pflanzenschutz.

In grünen Berufen fehlen Fachkräfte

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Münster (agrar.de) – Die Landwirtschaftskammern in Deutschland wollen das Image der grünen Berufe verbessern und das Interesse an den Agrarberufen wecken. Obwohl es zur Zeit in Deutschland etwa 30.000 unbesetzte freie Arbeitsplätze in den Agrarbereichen gibt, fehlen Fachkräfte. ‚Dieser Bedarf wird auch in Zukunft vorhanden sein oder sich noch steigern‘, sagte Siegfried Hensel, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Hannover und Vorsitzender der Vizepräsidenten-Konferenz im Verband der Landwirtschaftskammern. Die Situation am Arbeitsmarkt war zentrales Thema der Konferenz der von den Arbeitnehmern gewählten Vizepräsidenten der deutschen Landwirtschaftskammern, die in Wermelskirchen tagten.

Die Vizepräsidenten setzten sich mit der Frage auseinander, welche Auswirkungen der Strukturwandel in der Landwirtschaft auf den Bedarf von Arbeitnehmern hat. Sie stellten fest, dass sich durch den Strukturwandel einerseits die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um jährlich etwa 3,5 Prozent verringert, andererseits ein stetig wachsender Bedarf an Arbeitnehmern besteht. Hensel wies darauf hin, dass es ’nicht um Saisonarbeitskräfte geht, sondern um gut ausgebildete Fachkräfte, die für eine ganzjährige Beschäftigung in landwirtschaftlichen wie auch Gartenbaubetrieben dringend gesucht werden‘.

Die Diskrepanz zwischen der hohen Zahl an Arbeitslosen und den fehlenden Fachkräften führt er u.a. auf das schlechte Image der grünen Berufe in der Gesellschaft zurück. Deshalb soll die Darstellung der grünen Berufe verbessert werden. Er wies auf das technische Fachwissen und die hohen beruflichen Anforderungen bei der Anwendung von Produktionsmitteln und beim Einsatz von Maschinen hin.

Um dieses Vorhaben zu unterstützen, soll baldmöglichst ein Tag des landwirtschaftlichen Arbeitnehmers ins Leben gerufen werden. Bei dieser auf große Außenwirkung gezielten Aktion sollen Jugendliche und Eltern davon überzeugt werden, dass es erstrebenswert ist, in grüne Berufe zu gehen. Mit der Einrichtung von Jobbörsen im Internet soll Unternehmern und Arbeitnehmern eine Plattform zur Arbeitsvermittlung geschaffen werden.

Wie der Präsident des Landesarbeitsamtes Nordrhein-Westfalen, Karsten Koppe, mitteilte, sind in Nordrhein-Westfalen im Agrarsektor zur Zeit 127.000 Arbeitskräfte beschäftigt, davon 72.000 als Angestellte oder Arbeiter. Bei der Verteilung auf die einzelnen Berufe arbeiten 80 Prozent als Gärtner oder Gartenarbeiter, elf Prozent sind landwirtschaftliche Hilfskräfte, vier Prozent üben Forst- oder Jagdberufe aus und nur zwei Prozent sind eigentliche Landwirte.

Augenblicklich gibt es nach Angaben von Koppe auf dem Arbeitsmarkt 20.700 Arbeitslose in landwirtschaftlichen Berufen, wovon aber nur eine Minderheit von 6.600 unmittelbar zuvor in der Landwirtschaft gearbeitet hat. Somit wird die Mehrzahl von ihnen lediglich Hilfstätigkeiten verrichten können. Vor allem im Gartenbau werden befristete Stellen für Hilfskräfte und Erntehelfer gesucht, die vorrangig mit osteuropäischen Saisonarbeitskräften besetzt werden.

Bei den Nachwuchskräften zeichnet sich ein unterschiedliches Bild ab. Von den 7.900 Lehrlingen in den grünen Berufen werden zur Zeit 6.100 als Gärtner oder Florist ausgebildet und nur 900 als Landwirt. Die Bewerbungssituation für das neue Ausbildungsjahr war sehr unterschiedlich: Bei Floristen und Tierpflegern gab es mehr Bewerber als Stellen, bei den Gärtnern gab es ein leichtes Bewerberübergewicht, während für die landwirtschaftlichen Ausbildungsgänge die Interessenten fehlten.

Bei der Werbung von landwirtschaftlichen Fachkräften wollen die Landwirtschaftskammern und die Arbeitsämter künftig enger zusammenarbeiten. Die Kammern wollen Berufsberatern und Arbeitsvermittlern der Arbeitsämter in Informationsveranstaltungen aktuelle Berufsbilder in der Agrarwirtschaft vorstellen. Die Arbeitsämter vermitteln den Kammern Schulungsteilnehmer, um sie für Aufgaben in der Agrarwirtschaft zu qualifizieren. Die Landwirte sind aufgerufen, ihre freien Stellen für qualifizierte Fachkräfte auch zu melden.

Links zum Thema Arbeitsmarkt.

Erzeugerpreise im September 2002 um 0,9 Prozent niedriger als im Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 15:10

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im September 2002 um 0,9 Prozent niedriger als im September 2001. Im August 2002 hatte die Jahresveränderungsrate – 1,0 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat ist der Index im September 2002 um 0,2 Prozent gestiegen.

Der allgemeine Preisrückgang gegenüber dem Vorjahr wurde – wie schon in den vergangenen Monaten – vor allem von der Entwicklung bei Energie (– 5,7 Prozent gegenüber September 2001) geprägt. Ohne Energie war der Index der Erzeugerpreise im September 2002 um 0,4 Prozent höher als im Vorjahr. Dazu trugen vor allem leichte Preiserhöhungen bei Investitionsgütern (+ 1,1 Prozent) bei.

Im September 2002 verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat unter anderem folgende Güter: raffinierte Pflanzenöle (+ 10,3 Prozent), Fischerzeugnisse (+ 7,0 Prozent), Rindfleisch (+ 5,7 Prozent), Weizenmehl (+ 5,0 Prozent) und Bier (+ 3,5 Prozent).

Billiger als vor Jahresfrist waren im September 2002 unter anderem: Butter (– 9,1 Prozent), Schweinefleisch (– 7,5 Prozent), Gewürze (– 7,1 Prozent), Düngemittel und Stickstoffverbindungen (– 4,8 Prozent), Futtermittel für Nutztiere (– 4,5 Prozent), Käse und Quark (– 4,3 Prozent) sowie Röstkaffee (– 4,0 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Niedersachsen: Schlechtes Sommerwetter dämpfte die Milchleistung

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Kein Anstieg gegenüber dem Vorjahr – Durchschnitt bleibt knapp unter 8.000 kg

Hannover (agrar.de) – Zum zweiten Mal in Folge fiel das Ergebnis der Milchleistungsprüfung für die niedersächsischen Bauern nach Angaben des Landvolkverbandes enttäuschend aus. Die vorläufigen Auswertungen der Vereinigten Informationssysteme Tierhaltung (VIT) in Verden für das gerade abgelaufene Kontrolljahr (Oktober bis September) weisen lediglich einen Leistungszuwachs um vier Kilogramm Milch pro Kuh auf durchschnittlich 7.894 kg aus. Damit wurde die 8.000-er Marke erneut verfehlt. Die durchschnittliche Fettleistung ging sogar um vier kg auf 331 kg pro Kuh zurück. Lediglich beim Eiweiß gab es einen geringfügigen Anstieg um ein kg auf durchschnittlich 268 kg pro Kuh. In den vergangenen Jahren hatte der jährliche Leistungsanstieg meist erheblich höher gelegen, so war im Jahr 2000 gegenüber dem Vorjahr noch ein Zuwachs von 300 kg Milch erreicht worden. Im vergangenen Jahr hatte jedoch die BSE-Krise den weiteren Leistungsanstieg gebremst. In diesem Jahr führen Experten die nahezu unveränderte Leistung auf Einflüsse des Wetters zurück. Nicht nur das Wohlbefinden der Kühe war durch den anhaltenden Regen gestört, auch die Qualität des Futters reichte durch die geringere Sonneneinstrahlung nicht für Höchstleistungen aus.

Ohnehin sind die Milchviehhalter bei der Leistung ihrer Kühe in Regionen vorgestoßen, wo ‚die Luft dünner‘ wird. Weitere deutliche Leistungsanstiege setzen nicht nur bestes Zuchtmaterial voraus, sondern sind nur mit bestem Management und höchster Futterqualität zu erreichen. Im übrigen müssen noch höhere Leistungen meist teuer mit Abstrichen bei der Tiergesundheit und der Langlebigkeit erkauft werden. Immerhin langt es für die Züchter im Gebiet der Landwirtschaftskammer Hannover für den Spitzenplatz im Bundesgebiet, sie verfehlten im vergangenen Kontrolljahr mit 7.959 kg Milch die 8.000-er Marke nur knapp. Im Kammergebiet Weser-Ems lag das Leistungsniveau der Kühe bei durchschnittlich 7.828 kg, dank eines etwas höheren Milchfettgehaltes von 4,23 Prozent gegenüber 4,16 Prozent in Hannover wurde jedoch die gleiche Fettmenge von 331 kg pro Kuh ermolken. Das durchschnittliche Leistungsniveau in den alten Bundesländern lag mit 7.747 kg deutlich darunter. Die neuen Bundesländer sind dem Tabellenführer jedoch mit 7.828 kg dicht auf den Fersen. Führend ist dort Sachsen-Anhalt mit 7.924 kg Milch und 326 kg Fett.

Nach wie vor markieren die Herdbuchzuchtverbände die Leistungsspitze. Osnabrücker Herdbuch (OHG), Zuchtrinder-Erzeugergemeinschaft Hannover (ZEH) und Weser-Ems-Union (WEU) haben die Schwelle von 8.000 kg längst überschritten. Die Osnabrücker Kühe schafften mit durchschnittlich 8.760 kg Milch (plus 52 kg) die höchste Leistung, gefolgt von der ZEH mit 8.185 kg (minus sieben kg) und der WEU mit 8.123 kg (plus 35 kg). Die Rotbunten sowie Harzer Rotvieh, Hannoversche Rotbunte und Jersey folgten den Leistungen der schwarzbunten Holstein-Friesen mit Abstand. Immerhin erreichten auch die Hannoverschen Rotbunten 7.405 kg Milch mit 324 kg Fett.

Links zum Thema Milchkontrolle, Links zum Bundesland %url4%Niedersachsen%/%.

Verbraucherzentrale Bundesverband mahnt CMA ab

Themen: Archiv — info @ 14:10

vzbv: Krankheitsbezogene Werbung für Fleisch ist unseriös und gesetzwidrig – Regierung muss Absatzfondsgesetz nachbessern

Berlin (agrar.de) – Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) geht juristisch wegen unseriöser Werbeanzeigen für Fleisch gegen die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) vor. In großseitigen Beilagen unterschiedlicher Tageszeitungen wirbt die CMA derzeit mit Werbeaussagen für Fleisch, die sich auf die Linderung oder Verhütung von Krankheiten beziehen.

‚Man könnte den Eindruck gewinnen, dass man nur durch ein Mehr an Fleisch gesünder leben kann‘, so Thomas Isenberg, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Ernährung im vzbv. ‚Tatsache ist aber, dass nicht zu wenig, sondern zu viel Fleisch gegessen wird – dies ist nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus Tierschutz- und Umweltgründen fatal.‘

Werbung mit Krankheitsbezug ist für Lebensmittel gemäß Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG) verboten. Um diese unlautere Werbung zu unterbinden, hat der vzbv der CMA eine Abmahnung zugestellt und die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung gefordert.

‚Diese Art der Werbung zeigt, dass die Reform des Agrarmarketings und des Absatzfondsgesetzes in der letzten Legislaturperiode auf halber Wegstrecke liegen geblieben ist‘, so Thomas Isenberg. ‚Statt lediglich Fleischprodukte plakativ oder unseriös anzupreisen, sollte die Bundesregierung sicherstellen, dass das jährlich rund 70 Mio Euro umfassende Budget des Absatzfonds der deutschen Agrarwirtschaft für wahrhaftige und differenzierte Verbraucherinformation ausgegeben wird‘, so Isenberg weiter. Verbraucherschutz, Tier- und Umweltschutzaspekte sollten einen eindeutigen Vorrang vor reiner Produkt- und Imagewerbung erhalten.

So sollten Verbraucher darauf hingewiesen werden, dass bei einer ausgewogenen Ernährung gemäß der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ‚Mengen von 300 – 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche reichen‘. Hingegen lag der tatsächliche durchschnittliche Verbrauch eines Bundesbürgers laut Zentralen Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (ZMP) im Jahr 2001 bei etwa 170 Gramm – dies jedoch pro Tag. Auch sollten Verbraucher umfassender über die mit der Fleischproduktion verbundenen Probleme des Tier- und Umweltschutzes informiert werden. Aspekte des Tierschutzes und möglichst artgerechter Haltungsformen müssen klar und deutlich kommuniziert werden, damit Verbraucher auch beim Konsum von Agrarprodukten bewusste Entscheidungen treffen und Verantwortung für die Art und Weise der Fleischproduktion übernehmen können.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert die Bundesregierung auf, das im letzten Jahr novellierte Absatzfondsgesetz nachzubessern. Um die Verbraucherinteressen zu stärken, fordert der vzbv zudem einen Sitz im Verwaltungsrat der CMA. Des weiteren sollten die konkreten Werbemaßnahmen der Absatzfondsgeschäftsführung jeweils einer Verbraucherverträglichkeitsprüfung unterzogen werden.

Beispiele der abgemahnten Werbeaussagen finden Sie nachfolgend:

In der Werbe-Sonderveröffentlichung ‚Unser Lebensmittel Fleisch‘ ‚Gesund, schlank, fit‘ der CMA heißt es u. a:

– ‚Selen schützt die Zellen und scheint das Tumorwachstum zu unterdrücken … Hauptlieferanten für Selen sind Schweine- und Rindfleisch.‘

– ‚Wie Studien gezeigt haben, hemmt Zink das Wachstum von Krebszellen in der Prostata … Zink – das vor allem in Fleisch vorkommt – ist also nicht nur für Diabetiker besonders wichtig.‘

– ‚Verschiedene Untersuchungen weisen darauf hin, dass die so genannte konjugierte Linolsäure (CLA) vor Arteriosklerose (Gefäßverkalkungen) schützt und Krebs hemmt … Konjugierte Linolsäure findet sich vor allem in fetthaltigen Lebensmitteln von Wiederkäuern, also in Vollmilch, Milchprodukten und Fleisch.‘

– ‚Das Fleischfett von Wiederkäuern (z. B. Rind- oder Ziegenfleisch) enthält auch noch die konjugierte Linolsäure (abgekürzt: CLA), die gegen Krebs und Arteriosklerose schützt und das Muskel- und Knochenwachstum fördert.‘

– ‚… Sie wollen schlank sein und verzichten leider häufig auf Fleisch, … Bei einer Diät kommt es aber schnell zu einer Unterversorgung mit Eisen. Die Folge: Die Mädchen sind nicht mehr leistungsfähig und häufig krank. Es kann sogar so weit gehen, dass sie nicht mehr altersgemäß wachsen und die geistige Entwicklung leidet. Das Gleiche kann übrigens auch für Kinder gelten, die vegetarisch oder vegan ernährt werden. Fleisch ist in jedem Alter wichtig.‘

– ‚Sie (die Antioxidanzien) verhindern, dass freie Radikale die Körperzellen schädigen. Zu den Antioxidanzien gehören die Vitamine A, C und E. Reichlich Vitamin A ist zum Beispiel in Leber enthalten.‘

– ‚Und Leber ist die beste Quelle für das herzschützende B-Vitamin Folsäure.‘

– ‚Fleisch ist eine gute Quelle für einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, darunter die Omega-3-Fettsäuren, die vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen können.‘

– ‚Rheumatiker sollten kein Fleisch essen? Falsch! … Nur wenige Rheuma-Patienten können mit einer fleischarmen Kost ihre Schmerzen lindern. Vielen hilft vielmehr eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren.‘

– ‚Bei denjenigen, die täglich Fleisch aßen, war hingegen das Risiko von Magenkrebs am geringsten.‘

– ‚Zu einer gesunden Mischung – d. h. zu einer Kost, die Krebs verhüten soll – gehören nicht ausschließlich Obst und Gemüse, sondern auch Fleisch.‘

Links zum Thema %url4%Lebensmittel%/%.

Erstes Urteil im “ Bio-Getreide-Verfahren „

Themen: Archiv — info @ 14:10

Bad Kreuznach (agrar.de) – Die 6. Strafkammer (Wein- und Lebensmittelstrafkammer) des Landgerichts Bad Kreuznach hat heute den 23 Jahre alten Sohn eines Agraringenieurs aus Altenglan wegen Beihilfe zum Betrug in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit Beihilfe zum Inverkehrbringen von Lebensmitteln unter irreführender Kennzeichnung in einem Fall zu einer Freiheisstrafe von 2 Jahren verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird.

Der Angeklagte war in vollem Umfang geständig, für die Firmen seines Vaters Getreide transportiert zu haben. Das aus konventionellem Anbau stammende Speise- und Futtergetreide wurde als ‚aus kontrolliert ökologischem, EU-konformen Anbau stammend‘ verkauft. Ab Oktober 1999 habe er hiervon Kenntnis gehabt. Gleichwohl habe er den Transport weiter betrieben, sogar eine eigene Transportfirma gegründet. Ab Mai 2000 sei er auch mit der Disposition betraut gewesen.

Die Kammer stellte die vor Oktober 1999 liegenden Fälle mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ein. Sie folgte im Strafmaß dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Trotz des hohen Schadens (ab Oktober 1999 wurden 24.745.244 kg Getreide für fast 10 Millionen DM verkauft) berücksichtigte die Kammer zu Gunsten des Angeklagten vor allem sein umfassendes Geständnis und seine Schuldeinsicht. Die Bewährungszeit beträgt 4 Jahre. Der Angeklagte muss neben den Kosten des Verfahrens 2.000 Euro an die gerichtshistorische Sammlung in Flensburg und 1.800 Euro an die Staatskasse zahlen. Ihm wurde jeder geschäftliche Kontakt zu den weiteren Mitangeklagten untersagt.

Der Angeklagte hat das Urteil angenommen. Die Staatsanwaltschaft hat noch keine Erklärung abgegeben.

Das wegen des Vorwurfs des Betruges und Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz ebenfalls gegen den Vater, die Mutter, den Onkel und den Cousin des Angeklagten geführte Verfahren wird am 29. Oktober fortgesetzt.

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Schwarzerle ist Baum des Jahres 2003

Themen: Archiv — info @ 14:10

Bonn (agrar.de) – Das Kuratorium ‚Baum des Jahres‘, in dem die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Mitglied ist, hat die Schwarzerle zum ‚Baum des Jahres 2003‘ ausgerufen. Dies gab die SDW am Donnerstag in Bonn bekannt.

Die Schwarzerle (Alnus glutinosa) findet ihren Lebensraum an Bächen, Flüssen und stehenden Gewässern. Mit den anderen Baumarten der Auenwälder mildert sie die Folgen von Flutkatastrophen. Sie saugt das Wasser wie ein Schwamm auf und bremst die Wucht der Fluten. Flussbegradigungen und die Umwandlung in Feuchtwiesen haben ihren Lebensraum in der Vergangenheit stark reduziert.

Die SDW verspricht sich durch die Wahl der Schwarzerle einen ähnlichen Erfolg wie 1993 mit der Wahl des Speierlings zum ‚Baum des Jahres‘. Damals wurden eine halbe Million Bäume gepflanzt. Der Speierling konnte so vor dem Aussterben gerettet werden. Die SDW plant, großflächig Auenwälder anzulegen.

Die Schwarzerle verdankt ihren Namen der dunklen Rinde. Wegen ihres rötlichen Holzes wird sie aber auch Roterle genannt. Die Schwarzerle erträgt neben einigen Weidenarten das höchste Maß an Bodennässe. Einzigartig ist ihre Fähigkeit, mithilfe von Mikroorganismen Stickstoff aus der Luft als Nährstoff zu verwenden. Ihre über vier Meter langen Wurzeln festigen die Uferbereiche und schützen so vor Erosion. Seit 1995 wird der Erlenbestand zusätzlich durch den pilzähnlichen Organismus der Gattung ‚Phytophthora‘ gefährdet, der die Bäume zum Absterben bringt. Mögliche Gegenmaßnahmen liegen in der Pflanzung resistenter Bäume.

Ein vierseitiges, farbiges Informationsblatt über die Schwarzerle kann bei der Bundesgeschäftsstelle der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Meckenheimer Allee 79, 53115 Bonn gegen Voreinsendung von 1,53 Euro in Briefmarken oder direkt im Internet bestellt werden.

Links zum Thema %url3%Wald und Forst%/%.

Rekord am EU-Käsemarkt erwartet

Themen: Archiv — info @ 14:10

Pro-Kopf-Verbrauch wächst auf 19,0 kg

Münster (agrar.de) – Der Verbrauch von Käse in der Europäischen Union steuert nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) von Jahr zu Jahr neue Höchstmarken an. Der Rekord des Jahres 2001 mit 18,8 kg dürfte im laufenden Jahr nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) noch übertroffen werden. Beim Käseverbrauch scheint ein weiterer Zuwachs auf 19,0 Kilogramm pro EU-Bürger möglich zu sein. Überall in der Europäischen Union haben die Menschen im bisherigen Verlauf des Jahres 2002 mindestens ebenso viel Käse gegessen wie im Jahr zuvor, in den meisten Ländern aber deutlich mehr.

Im Jahr 2001 stieg der Pro-Kopf-Verbrauch in den 15 Ländern der Union gegenüber 2000 um 600 Gramm auf 18,8 Kilogramm. Dieses überdurchschnittliche Plus muss vor allem in Zusammenhang mit den Folgen der BSE-Krise am Rindfleischmarkt gesehen werden. Denn bei der Suche nach Alternativprodukten für Rindfleisch und Wurst lösten die Konsumenten einen regelrechten Absatzboom am Käsemarkt aus. Die Steigerungsraten im laufenden Jahr fallen moderater aus, denn die Ernährungsgewohnheiten der Bürger haben sich vielfach wieder normalisiert.

Spitzenreiter beim Verbrauch war 2001 wiederum Frankreich mit 25,8 Kilogramm pro Kopf und Jahr, gefolgt von Griechenland mit 24,8 Kilogramm. An dritter Stelle folgen dann die deutschen Bundesbürger mit 21,6 Kilogramm knapp vor den Italienern mit 21,4 Kilogramm.

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