26. Oktober 2002

NRW: Deutlicher Zuwachs bei der Agrarumweltförderung

Themen: Archiv,Umwelt — info @ 12:10

Ökologische Landwirtschaft weitet sich aus

Düsseldorf (agrar.de) – Immer mehr Landwirte nehmen an den Agrarumwelt- und Naturschutzprogrammen des Landes Nordrhein-Westfalen teil, teilt das dortige Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) mit. Derzeit werden in NRW insgesamt 230.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche besonders umweltschonend bewirtschaftet – das entspricht rund 15 Prozent der Gesamtfläche. Die teilnehmenden Landwirte können in diesem Jahr mit Zuschüssen von EU, Bund und Land in Höhe von über 43 Mio. Euro rechnen.

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚Das große Interesse der nordrhein-westfälischen Landwirte an unseren Agrarumwelt- und Naturschutzprogrammen ist sehr erfreulich. Die verschiedenen Fördermaßnahmen stellen ein wesentliches Element dar, um die Interessen der Landwirtschaft mit denen des Umwelt- und Naturschutzes zusammen zu bringen und gleichzeitig den Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher nach gesunden und umweltschonend erzeugten Nahrungsmitteln Rechnung zu tragen. Dabei werden die vielfältigen Leistungen ökologisch wie auch konventionell wirtschaftender Betriebe für den Umwelt- und Naturschutz honoriert.‘

Beim ökologischen Landbau konnten in 2002 erneut deutliche Zuwächse erzielt werden. Ende 2001 bewirtschafteten die Landwirte knapp 34.000 Hektar nach den Kriterien des ökologischen Landbaus, in diesem Jahr sind es bereits über 40.000 Hektar, was einem Zuwachs von knapp 19 Prozent entspricht. Beim Erosionsschutz erfolgte ein neuerlicher Flächenzuwachs von über 14.000 Hektar auf fast 60.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Den größten Flächenanteil bei der Agrarumweltförderung nimmt nach wie vor die Grünlandextensivierung mit jetzt über 82.000 Hektar ein. Deutliches Interesse an einer Förderung besteht auch an der Anlage von Uferrandstreifen und der Haltung von Nutztieren auf Stroh (Förderprogramm Festmistwirtschaft).

Zu den Fördermaßnahmen des Landes gehört daneben auch die Anlage von Schon- und Blühstreifen, die langjährige Stillegung von landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Schaffung neuer Lebensräume in der Agrarlandschaft und der Erhalt seltener Haustierrassen. Im Bereich des Naturschutzes wird u.a. eine naturschutzgerechte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen und die Anlage und Pflege von Biotopen finanziell unterstützt.

Alle Maßnahmen sind Teil des nordrhein-westfälischen Programms ‚Ländlicher Raum‚, das sich eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft zum Ziel gesetzt hat.

Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

25. Oktober 2002

Höfken: Einigung um Agrarfinanzierung ist gute Grundlage für EU-Osterweiterung

Themen: Archiv — info @ 16:10

Berlin (agrar.de) – Zur deutsch-französischen Einigung über die Agrarfinanzierung erklärt die verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Ulrike Höfken:

‚Wir begrüßen, dass es bei der zukünftigen Agrarfinanzierung der EU endlich zu einer Einigung zwischen Deutschland und Frankreich gekommen ist. Wir sind zuversichtlich, dass damit die Grundlage für den Weg in die EU-Osterweiterung geebnet ist. Für Deutschland gibt es zu einer Begrenzung der Ausgaben und zu einer Verbesserung der Nettozahlerposition keine Alternative.

Mit dieser Einigung können auch die Landwirte leben. Denn jetzt bleibt genügend Zeit, die Betriebe auf die stärkere Marktorientierung vorzubereiten. Die Bundesregierung sowie die anderen Mitgliedsstaaten stehen nun vor der Herausforderung, die europäischen Landwirtschaftsbetriebe wettbewerbsfähig zu machen. Dies beinhaltet den Schutz vor Dumping bei Umwelt- und Verbraucherstandards ebenso wie den Schutz davor, dass andere Staaten wie z.B. die USA die Subventionsspirale hoch schrauben.

Im Übrigen darf nicht vergessen werden: Bei den finanziellen Leistungen des Staates handelt es sich in der Praxis um Preissubventionen. Die Ausgaben für Nahrungsmittel liegen in Deutschland nur bei ca. 12 Prozent des Haushaltseinkommens. Die Erzeugerpreise decken nicht die Kosten der Erzeugung. Handel und Lebensmittelverarbeitung müssen sich darauf einstellen, dass die Verhandlungsgrundlage für die Erzeugerpreise bald eine andere wird.

Die Verarbeitungs- und Vermarktungsförderung wird in Zukunft eine größere Bedeutung haben. Hier ist die Bundesregierung mit ihren Beschlüssen zur nationalen Agrarförderung auf dem richtigen Weg.‘

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Agrarpolitik.

Importpreise im September 2002 um 1,4 Prozent niedriger als im Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 15:10

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, verbilligten sich die Importe von Waren im September 2002 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um 1,4 Prozent. Im August und im Juli 2002 hatten die Jahresveränderungsraten – 2,6 Prozent bzw. – 4,2 Prozent betragen. Der Einfuhrpreisindex ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse lag im September 2002 um 1,6 Prozent unter dem Stand des Vorjahres.

Gegenüber August 2002 erhöhte sich der Einfuhrpreisindex um 0,6 Prozent. Binnen Monatsfrist verteuerte sich unter anderem die Einfuhr von Tomaten (+ 42,1 Prozent), Mineralölerzeugnissen (+ 7,5 Prozent), Rindfleisch (+ 6,0 Prozent), rohem Erdöl (+ 5,2 Prozent), Rohkaffee (+ 3,9 Prozent) und Bananen (+ 3,6 Prozent). Dagegen wurden Fischerzeugnisse (– 2,6 Prozent) und Äpfel (– 2,2 Prozent) billiger.

Starke Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es im September 2002 u.a. bei folgenden Importgütern: Zitrusfrüchte (– 14,9 Prozent), Schweinefleisch (– 14,7 Prozent), Rohkaffee (– 12,7 Prozent), Geflügel (– 11,2 Prozent), Bananen (– 9,1 Prozent) sowie Milch und Milcherzeugnissen (– 6,1 Prozent). Dagegen waren u.a. Rohkakao (+ 88,5 Prozent), Tomaten (+ 45,6 Prozent), Rindfleisch (+ 7,7 Prozent) sowie Holz- und Zellstoff (+ 5,0 Prozent) teurer als vor einem Jahr.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Mecklenburg-Vorpommern: Gemüseanbau um 3 Prozent ausgedehnt

Themen: Archiv — info @ 13:10

Schwerin (agrar.de) – Nach Informationen des Statistischen Landesamtes dehnte sich der Freilandgemüseanbau in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2002 um 65 Hektar (+ 3 Prozent) auf 2.207 Hektar aus, während im Vorjahr ein Rückgang zu verzeichnen war. Der Anbau wurde vor allem bei Spargel (+ 10 Prozent), Eissalat (+ 3 Prozent), Blumenkohl (verdreifacht), Grünkohl (+ 10 Prozent) sowie Möhren und Karotten (+ 39 Prozent) erweitert. Dagegen waren z. B. bei Rotkohl, Rosenkohl und Brokkoli Reduzierungen zu verzeichnen. Die dominierenden Gemüsekulturen waren Eissalat (26 Prozent), Brokkoli (22 Prozent) und Spargel (14 Prozent), die fast zwei Drittel der Gesamtgemüseanbaufläche einnahmen.

Wie in den Vorjahren wurden 15 Hektar für die Unterglasproduktion genutzt. Der Tomatenanbau ist dabei mit 77 Prozent führend.

In geringerem Umfang wurden Grünkohl (162 Hektar), Rosenkohl (96 Hektar) und Rotkohl (75 Hektar) angebaut. Blumenkohl stand auf 56 Hektar. Der Anbau von Möhren und Karotten wurde auf 61 Hektar, der von Kürbis auf 28 Hektar und der von Buschbohnen auf 22 Hektar durchgeführt.

Im Jahr 2001 ist in Mecklenburg-Vorpommern erstmals der Anbau von Little Gem, einem sehr kompakten Kopfsalat, erfasst worden, dessen Anbaufläche sich dieses Jahr mehr als verdoppelt hat (2002: 204 Hektar). Auf 5 Hektar erfolgte der Anbau von Wildkräutern. Außerdem stand auf fast 4 Hektar das Wurzelgemüse Pastinaken, welches auch sehr gut zum Würzen geeignet ist.

Den höchsten Anteil am Gemüseanbau hatte wie in den Vorjahren der Landkreis Ludwigslust mit 70 Prozent (1.549 Hektar), gefolgt vom Landkreis Nordwestmecklenburg mit 17 Prozent (380 Hektar). Anbauschwerpunkte im Landkreis Ludwigslust waren wiederum Eissalat, Brokkoli und Spargel.

Wie in den vorangegangenen Jahren erfolgte der Gemüseanbau in Unterglasanlagen auf 15 Hektar. Die Anbaustruktur hat sich hier kaum geändert. Mit 11,6 Hektar waren die Tomaten die bestimmende Gemüsekultur (77 Prozent). Danach kommen die Gurken mit 1,6 Hektar (10 Prozent). Auf der restlichen Fläche wurden vor allem Blumenkohl, Kohlrabi, Feld- und Kopfsalat angebaut.

Zwei Drittel des Gemüseanbaus unter Glas konzentrierten sich im Landkreis Nordvorpommern.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Hessen: Waldzustandsbericht 2002 vorgestellt

Themen: Hessen,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 13:10

Dietzel: ‚Trend zur Verbesserung muss sich in unseren Wäldern fortsetzen‘

Wiesbaden (agrar.de) – ‚Die Ergebnisse der diesjährigen Erhebung zeigen: Der seit etwa vier Jahren erkennbare Trend einer leichten Verbesserung des Waldzustandes hält an. Wir hoffen, dass es bei diesem Positivtrend bleibt.‘ Mit diesen Worten hat der Hessische Forstminister Wilhelm Dietzel heute den 19. Waldzustandsbericht im Rahmen einer Fachtagung anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Wald-Ökosystemstudie in Hofheim am Taunus vorgestellt. Dietzel betonte, er habe gerne die Schirmherrschaft über diese Fachtagung übernommen, denn: ‚Die Wald-Ökosystemstudie hilft uns, die Entwicklung des Waldes auch künftig sorgfältig beobachten und bewerten zu können.‘ Der Waldzustandsbericht ist Teil dieser Forschung, die regelmäßig und umfassend den Zustand des hessischen Waldes dokumentiert.

Für den Waldzustandsbericht 2002 wurde im Juli und August von Fachleuten aus dem Forstbereich der Kronenzustand von etwa 6.000 Bäumen erfasst. Diese Stichprobenaufnahme, die eine den tatsächlichen Waldverhältnissen entsprechende Darstellung ermöglicht, wird auf dem acht mal acht Kilometer großen Stichprobenraster der Dauerbeobachtungsflächen durchgeführt.

Zu den Ergebnissen: Mit einem mittleren Nadel-/Blattverlust aller Baumarten und Altersstufen von 23 Prozent bleibt der Gesundheitszustand des hessischen Waldes auf dem Niveau des Vorjahres. Die Werte seit Beginn der Untersuchung sind jedoch noch lange nicht erreicht (1984: 11 Prozent). Der Anteil gesunder älterer Bäume (über 60 Jahre) bleibt weiterhin klein, steigt aber die zurückliegenden Jahre stetig an (1984: 40 Prozent; 1999: 4 Prozent; 2002: 10 Prozent).

Gerade die Entwicklung der Hauptbaumarten ist differenziert zu betrachten. So bestätigte sich zwar der Befund des letzten Jahres über eine leichte Entspannung der Situation. Allerdings steht einer deutlich erholten älteren Eiche eine leichte Verschlechterung des Belaubungszustandes der älteren Buche gegenüber. Letzteres ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine starke Fruchtbildung bei der Buche zurückzuführen. Besonders auffällig ist die Verbesserung bei der älteren Eiche. Hier ging der mittlere Blattverlust von 27 Prozent auf 21 Prozent zurück: Ein Wert, der in den vergangenen zehn Jahren nicht erreicht wurde. Neben der für alle Waldbäume günstigen Witterung in diesem Jahr dürfte auch der weiterhin sehr schwache Insektenfraß an der Eiche zur Erholung beigetragen haben.

Diesem erfreulichen Trend steht die Entwicklung der älteren Buche gegenüber. Der mittlere Blattverlust stieg hier um zwei Prozent auf 29 % an. Dieser Anstieg ist offensichtlich auf die erneute starke Fruktifikation der älteren Buche im Jahr 2002 in Hessen zurückzuführen. Somit sind allein in den letzten 14 Jahren sieben Jahre mit sehr starkem Bucheckernbehang aufgetreten: Eine Häufung, die wohl auch durch die anhaltend hohen Stickstoffeinträge verursacht wird. Die Blüte und die folgende Fruchtbildung beeinflussen den Stoffhaushalt und die Kronenstruktur der Buche erheblich. So kann es z. B. zu kleineren Blättern und zu einer früheren Blattvergilbung kommen. Bei der älteren Fichte ist der durchschnittliche Nadelverlust um ein Prozent auf 27 Prozent zurückgegangen. Der Zustand der älteren Kiefer hat sich nicht verändert (27 Prozent).

Die Rhein-Main-Ebene bleibt das Sorgenkind Hessens. Eine seit 1994 jährlich durchgeführte Sondererhebung ermöglicht eine repräsentative Aussage zu diesem Gebiet. Entgegen dem hessenweiten Trend erhöhten sich die Kronenschäden an der älteren Eiche um ein Prozent (2002: 37 Prozent) und liegen damit um 16 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Auch der Kronenzustand der jüngeren Bäume ist deutlich schlechter als im Landesmittel. Zusätzlich gewinnt der Mistelbefall an Kiefer – der zu Schäden bis hin zum Absterben führen kann – zunehmend an Bedeutung.

Zwar liege das aktuelle Niveau der Kronenschäden nach wie vor deutlich über den Ausgangswerten der 80er Jahre. Dennoch habe sich ‚die Belastung unserer Wälder insgesamt reduziert‘, hob Minister Dietzel hervor. Das sei – so Dietzel – eine ‚gute und wichtige Botschaft‘. Maßnahmen zur Luftverbesserung durch Katalysatoren, Filteranlagen, Förderung des öffentlichen Nahverkehrs oder von Kraftstoff sparenden Autos hätten dazu beigetragen, erinnerte der Forstminister. Auch die Forstleute hätten durch Bodenschutzkalkungen, die Förderung von Mischwäldern und natürlicher Waldverjüngung daran mitgewirkt. ‚Wir werden weiterhin gemeinsam diese effektiven Maßnahmen durchführen. Der jetzt erkennbare Trend der Verbesserung muss sich in unseren Wäldern fortsetzen‘, betonte Minister Dietzel.

Langfristige Beobachtungen stark geschädigter und absterbender Bäume zeigten, dass ein großflächiges Absterben hessischer Wälder weder erkennbar noch mittelfristig zu erwarten sei. Ein Blick auf den Zustand der jüngeren Bäume lasse sogar hoffen: ‚Hier wurde mit 13 Prozent mittlerer Nadel-/Blattverlust der niedrigste Wert der zurückliegenden Jahre erreicht‘, erläuterte der Minister. Besonders hervorzuheben sei in diesem Jahr die gute Belaubung der jungen Buche und Eiche.

Allerdings verdienen vor allem die seit Jahrzehnten durch Luftverunreinigungen belasteten Waldböden höchste Aufmerksamkeit, betonte Minister Dietzel. Zwar seien die seit Beginn der Messungen niedrigsten Schwefeleinträge festgestellt worden, bspw. sank der Schwefeleintrag in hessischen Buchenbeständen um etwa 73 Prozent (1986-2001), dennoch lägen die aktuellen Gesamtsäureeinträge weiterhin über der nachhaltigen Pufferungskraft der Waldböden. Dietzel bezeichnete daher die weitere Reduzierung der Schadstoffeinträge als ‚unerlässlich‘.

Der Minister wies darauf hin, dass auch weiterhin alle wirkungsvollen waldbaulichen Möglichkeiten genutzt würden, um auf Schadstoffeinträge und Bodenveränderungen zu reagieren. Hierzu zählten der weitgehende Verzicht auf Kahlschläge und der Aufbau stabiler Mischwälder. ‚Das sind Maßnahmen, die bereits seit vielen Jahren von der Hessischen Landesforstverwaltung und seit 2001 vom Landesbetrieb HESSEN FORST umgesetzt werden‘, betonte der Forstminister.

‚Auch die Bodenschutzkalkung wird trotz knapper Haushaltsmittel weitergeführt‘, versicherte Minister Dietzel. Damit sollten alle gefährdeten Standorte stabilisiert werden. Künftige Säureeinträge könnten durch die Ausbringung von drei Tonnen Kalk je Hektar abgepuffert und somit die Waldböden vor einer weiteren Versauerung geschützt werden. Durch die geringe Menge und den Ausbringungszeitpunkt bestehe keine Gefahr für das Waldökosystem, erläuterte der Minister. Bislang wurde in Hessen auf fast 320.000 ha Wald Kalk ausgebracht (Stand 2002). Allein im Haushaltsjahr 2001 wurden in allen Waldbesitzarten etwa 12.000 Hektar mit einem Aufwand von ca. 1,8 Mio. Euro im Wald gekalkt. Für das Jahr 2003 sind allein im Körperschafts- und Privatwald 1,9 Mio. Euro Gesamtfördermittel vorgesehen.

Links zum Thema Waldbericht, Links zum Bundesland Hessen.

DBV: EU-Gipfel schafft Klarheit für die künftige Agrarpolitik

Themen: Archiv — info @ 11:10

Sonnleitner: EU-Osterweiterung muss breit getragen werden

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält die frühzeitige Verständigung des EU-Gipfels der Staats- und Regierungschefs auf einen Finanzrahmen für die Zeit von 2007 bis 2013 für richtig. Damit wird klargestellt:

1. Die finanz-, struktur- und agrarpolitischen Vorgaben der Agenda 2000 gelten unverändert bis 2006.

2. Für die EU-Osterweiterung wird ein verlässlicher Finanzrahmen festgelegt.

‚Nicht akzeptabel‘, so DBV-Präsident Gerd Sonnleitner, ‚ist allerdings die Vorgabe der Staats- und Regierungschefs, die künftigen Ausgaben der EU-Agrarpolitik unter Einschluss der 10 Beitrittsländer im vorgegebenen Finanzrahmen abwickeln zu wollen. Zumindest hätte dann in gleicher Weise auch eine Deckelung für die Strukturpolitik gefunden werden müssen, da zu befürchten ist, dass in diesem Politikbereich die Nettobelastungen für Deutschland weitaus größer werden können, wenn nicht die bisherigen Hauptempfängerländer in Westeuropa Verzicht zugunsten der 10 neuen Mitgliedstaaten leisten.‘

Sonnleitner wies allerdings auch darauf hin, dass der jetzige Kompromissder Staats- und Regierungschefs auf der Grundlage der deutsch-/französischen Einigung Planbarkeit schaffe, die es erlaube, in der EU-Agrarpolitik solide Reformfortschritte vorzubereiten, anders als das Agrarkommissar Fischler mit seiner überstürzten Midterm Review vorgehabt habe.

Links zum Thema Verbände.

Niederlande: Ein Pfund Käse pro Woche

Themen: Archiv — info @ 11:10

Bonn (agrar.de) – Jeder Haushalt im Nachbarland Niederlande verbraucht rein statistisch jede Woche ein Pfund Käse. Die Hälfte davon ist Goudakäse. Diese Zahlen nennt laut Informationsbüro ‚Nachbarland Niederlande der Zentralverband des niederländischen Einzelhandels in seinem jüngsten Bericht.

Vergangenes Jahr gaben die niederländischen Verbraucher insgesamt 1,3 Milliarden Euro für Käse und Eier aus. Das waren 193 Euro pro Haushalt, etwas mehr als im Jahr davor. Bemerkenswert ist, dass weniger Käse am Stück verkauft wurde. Dagegen stiegen die Umsätze bei Convenience-Verpackungen wie Reibekäse und verzehrfertigen Häppchen sowie bei vorverpackter Ware.

Links zum Thema Lebensmittel, Links zum Land Niederlande.

Bauern fordern faire Marktpreise

Themen: Archiv — info @ 10:10

30. Amerikanisch-Europäische Agrarkonferenz in Guadalajara / Mexiko

Guadalajara (agrar.de) – In Industrie- wie auch in Entwicklungsländern brauchen die Landwirte verlässliche politische Rahmenbedingungen, die es ihnen erlauben, faire Erlöse aus dem Markt zu er-wirtschaften. Dies ist das Fazit der amerikanischen und europäischen Bauern- und Genossenschaftsverbände anlässlich ihrer Jahreskonferenz in Guadalajara, Mexiko. Die von den Landwirten erzielten Preise sollten die tatsächlichen Produktionskosten widerspiegeln und sie in die Lage versetzen, hohen Ernährungs-, Umwelt- und Tierschutzstandards gerecht zu werden, betonten der Präsident des europäischen Bauernverbandes COPA, Gerd Sonnleitner, und der Präsident des europäischen Genossenschaftsverbandes COGECA, Marcus H. Borgström, nach der Konferenz. Faire Markterlöse seien zudem der einzige Weg, in vielen Entwicklungsländern die Armut auf dem Lande zu lindern.

‚Der bäuerliche Familienbetrieb ist nach wie vor die tragende Säule der landwirtschaftlichen Erzeugung‘, erklärte Sonnleitner. Eine dezentralisierte Agrarstruktur finde Rückhalt nicht nur in Europa, sondern weltweit – und ganz besonders in Entwicklungsländern, wo der Familienbetrieb für den Wohlstand und die Stabilität im ländlichen Raum von lebenswichtiger Bedeutung ist. Die Landwirte versuchten, ihre Position in der Kette der Erzeugung und Verarbeitung von Agrarprodukten zu stärken und so bessere Erlöse zu sichern, unterstrich COGECA-Präsident Borgström. Hier spielten die landwirtschaftlichen Genossenschaften eine sehr wichtige Rolle.

Von großer Bedeutung ist aber auch eine wirksame Agrarpolitik und Handelspolitik. Nur so seien die Landwirte in der Lage, immer schärferen Standards in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Tierschutz auf einem von harter Konkurrenz geprägten Weltmarkt zu entsprechen. Auf der Konferenz sprachen sich einige Länder dafür aus, ihre Landwirtschaft über Maßnahmen wie Angebotssteuerung zu stützen. Andere plädierten für Direktzahlungen oder einen Mix von beidem. Es sollte den einzelnen Ländern überlassen bleiben, über die Art von Stützung zu entscheiden, sagte COPA-Präsident Sonnleitner. Alle hätten aber darauf zu achten, dass ihre Maßnahmen möglichst wenig handelsverzerrend wirkten.

Heinz-Christian Bär, DBV-Vizepräsident und ‚Außenminister‘ des Bauernverbandes, stellte klar, dass COPA und COGECA sich stets und nachdrücklich für faire Handelsregeln auf internationaler Basis ausgesprochen haben. Sie seien in einer globalisierten Welt wichtig, um künftig Streitfälle zu vermeiden. Nicht allein Handelsfragen sollten dabei im Vordergrund stehen, sondern auch bessere internationale Gesundheits- und Sicherheitsstandards. Nicht nur das Produkt selbst, sondern auch Produktionsverfahren, Umweltnormen, Kennzeichnungen und geographische Angaben rückten damit in das Blickfeld.

Die Amerikanisch-Europäische Agrarkonferenz ist ein jährliches Treffen der Bauernorganisationen der Europäischen Union und der NAFTA-Staaten USA, Kanada und Mexiko. Dort werden die Entwicklungen in der Landwirtschaft diskutiert. Ziel sei es auch, die Zusammenarbeit zwischen den Bauernorganisationen und Genossenschaften zu verbessern. Die 30. Amerikanisch-Europäische Agrarkonferenz fand vom 13. bis zum 16. Oktober 2002 in Guadalajara, Mexiko, statt. Für das kommende Jahr hat der spanische Bauernverband nach Jerez / Spanien eingeladen.

Links zum Thema Verbände.

Österreich: Schlechtes Steinobstjahr auch durch Zwetschken- und Pfirsichernte bestätigt

Themen: Österreich,Statistik — info @ 10:10

Wien (agrar.de) – Den jüngsten Meldungen der Obsterntereferenten der STATISTIK AUSTRIA zufolge wurden bei Steinobst – nach Marillen und Kirschen – nun auch bei Zwetschken und Pfirsichen die niedrigen Ertragserwartungen bestätigt.

Mit 43.400 Tonnen konnten bei Zwetschken nur 58 Prozent der – allerdings sehr guten – Vorjahresernte erreicht werden; die Produktion blieb somit um 18 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Neben Spätfrostschäden kam es kurz vor der Ernte besonders innerhalb der steirischen Anlagen auch zu Ausfällen durch die Halswelke, welche durch verstärkte Rissbildung an den Früchten sowie Schrumpfung gefolgt vom Abfallen des noch unreifen Obstes gekennzeichnet ist. Diese Erscheinung dürfte in Zusammenhang mit hohen Niederschlagsmengen nach längeren Trockenperioden stehen.

Bei Pfirsichen lag die Produktion mit 6.700 Tonnen um 18 Prozent unter der Vorjahresmenge. Obwohl die Ausfälle bei den steirischen Kulturen, wo über 50% der heimischen Pfirsiche produziert werden, nur rund 3 Prozent betrugen und im Burgenland sogar ein Plus von 6 Prozent erzielt werden konnte, wurde die Gesamterzeugung durch die starken Einbußen innerhalb der niederösterreichischen Pfirsichbestände (-35 Prozent) deutlich gedrückt.

Die heurige Sommerapfelernte fiel mit 46.200 Tonnen (+17 Prozent) wesentlich besser aus als noch im Frühsommer angenommen und brachte somit wieder einen Ausgleich zu den geringen Mengen des Vorjahres.

Die Blühfröste im Frühjahr haben zwar einzelne Anlagen stark geschädigt, die Auswirkungen auf die Gesamterntemenge waren aber kaum spürbar. Auch die Trockenheit des Frühjahres konnte durch die Niederschläge der Spätsommerwochen – gerade noch rechtzeitig – ausgeglichen werden, sodass gute Fruchtgrößen erzielt wurden.

Auch bei Sommerbirnen waren die Ernteausfälle nicht ganz so krass wie die anfänglichen Erwartungen befürchten ließen. Auf Österreichs Birnbäumen konnten immerhin rund 11.200 Tonnen (-3%) an süßen Sommerfrüchten heranreifen.

Infolge der vielerorts massiven Regenfälle wurde verstärkt über Fäulnis und Pilzbefall sowie Ausfälle durch vorzeitigen Fruchtfall an extensiven Obstbeständen berichtet.

Links zum Thema Obst, Links zum Land Österreich.

Rheinland-Pfalz: Radioaktiv belastetes Wildschweinfleisch

Themen: Archiv — info @ 09:10

Mainz (agrar.de) – Aufgrund der Ergebnisse einer Vorstudie hat Umweltministerin Margit Conrad die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz in Trippstadt beauftragt, die Forschung nach Ursachen der Radiocäsiumkontaminationen beim heimischen Schwarzwild auszudehnen.

Zwischen Mai und September dieses Jahres haben die Forscher in Zusammenarbeit mit 10 Forstämtern aus dem Westen des Pfälzerwaldes 366 Mägen erlegter Wildschweine gesammelt und die radioaktive Belastung der aufgenommenen Nahrung bestimmt. Nach den ersten Analysen der Nahrungszusammensetzung verdichten sich die Hinweise, dass die von Schweinen begehrten Hirschtrüffel eine wichtige Rolle bei der Kontamination der Tiere spielen könnten. Die im Pfälzerwald wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche wachsenden Pilze, die für Menschen nicht schmackhaft sind, können große Mengen Cäsium aus der Umgebung anreichern.

Die Wissenschaftler sollen jetzt die Studien über einen längeren Zeitraum fortführen, um die Ernährung der Wildschweine auch während der übrigen Jahreszeiten zu untersuchen. Insbesondere die jetzigen Herbstmonate erwarten die Forscher mit großer Spannung. Wildschweine sind nämlich erfahrungsgemäß im Oktober und November im Gegensatz zum Sommerzeitraum kaum belastet. Man vermutet, dass die zu diesem Zeitpunkt reichlich vorhandenen Eicheln und Bucheckern die Schweine vom Fressen der belasteten Pilze abhalten.

In diesem Jahr konnten über 10 Prozent aller erlegten Wildschweine, insbesondere aus dem Pfälzerwald, wegen zu hoher Belastung mit Radiocäsium nicht in Verkehr gebracht werden. Dies ist das Ergebnis der strengen Kontrollen der Landesforstverwaltung in Zusammenarbeit mit den Landesuntersuchungsämtern in Speyer und Trier. Alle in Rheinland-Pfalz erlegten Wildschweine werden dieser Kontrolle unterzogen, von der es abhängt, ob das Fleisch vermarktet werden darf. Die Verbraucherinnen können damit sicher sein, dass aus dem pfälzischen Forst nur solches Fleisch in den Markt kommt, welches unbedenklich ist.

Links zum Thema Jagd und Wild.

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