28. Oktober 2002

Lebensmittel: Deutlich weniger Beanstandungen

Themen: Archiv — info @ 15:10

Hamburg (agrar.de). Im vergangenen Jahr hat das Hygiene-Institut in Hamburg insgesamt 14.152 Lebensmittelproben untersucht. 1.878 Proben (13 Prozent) haben die Experten bemängelt, doch nur bei drei Proben waren die Lebensmittel gesundheitsgefährdend, teilte das Institut jetzt in seinem Jahresbericht mit. Weitere Beanstandungsgründe (bezogen auf 1.878 Proben) waren: Zum Verzehr nicht geeignet 330 (17,6 Prozent), Zusammensetzung nicht korrekt 672 (35,8 Prozent), Kennzeichnungsmängel 431 (22,9 Prozent), Andere 594 (31,6 Prozent). Im Vorjahr waren noch 2080 Lebensmittelproben (18 Prozent) beanstandet worden.

Gesundheits- und Verbraucherschutzsenator Peter Rehaag lobte die erfolgreiche Arbeit des Instituts. ‚Im Vergleich zum Jahr 2000 sind die Beanstandungen um fünf Prozent zurückgegangen – das ist allerdings kein Anlaß, die Hände in den Schoß zu legen.‘ Außer den Routinekontrollen wolle man in Zukunft vermehrt Schwerpunktaktionen vornehmen und besonders die kritischen Lebensmittelimporte aus Übersee ‚unter das Mikroskop‘ nehmen, sagte er.

Zum 1. Januar 2003 wird das Hygiene Institut mit dem Fachamt Umweltuntersuchungen zusammengelegt, das Boden-, Wasser- und Luftuntersuchungen vornimmt. Das Institut wird dann ein Ausgabenvolumen von 20 Millionen Euro umfassen.

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Bayern: Eine Million Hektar Wald kartiert

Themen: Archiv — info @ 15:10

Warmisried, Lkr. Unterallgäu (agrar.de) – Steile Hänge, feuchte Auen, fette Lehme, trockene Sande – die Wuchsbedingungen für Waldbäume sind so unterschiedlich wie ihre Ansprüche an Boden, Nährstoffe und Klima. Welche Baumart wo am besten und stabilsten wächst, untersucht die forstliche Standorterkundung – mit beachtlicher Bilanz, wie Forstminister Josef Miller jetzt in einem Rechtlerwald bei Warmisried im Landkreis Unterallgäu erläuterte. Eine Million Hektar Waldböden wurden in den rückliegenden zwei Jahrzehnten in den Privat- und Körperschaftswäldern Bayerns kartiert, großteils von Fachleuten des 1984 gegründeten Vereins für Forstliche Standorterkundung. Die in Karten und Gutachten erfassten Daten und Empfehlungen sind laut Miller wichtige Entscheidungshilfen für die Waldbesitzer, denn: ‚Sie liefern wertvolle Hinweise zu Chancen und Risiken der verschiedenen Baumarten und ermöglichen damit den Aufbau standortgerechter, stabiler und leistungsfähiger Wälder.‘ Für die Mitarbeiter der bayerischen Forstämter sind die Ergebnisse Hilfsmittel für eine fundierte Beratung. Miller: ‚Standorterkundung ist das Fundament nachhaltiger Forstwirtschaft. Sie zeigt, wo Bäume 80 oder mehr Jahre vital und stabil wachsen können.‘

Nach Aussage des Ministers hat die Bayerische Staatsregierung seit 1984 mehr als 39 Millionen Euro Fördermittel für die Standorterkundung bereit gestellt. Zwei Drittel der in Frage kommenden Flächen von 1,5 Millionen Hektar konnten damit bislang kartiert werden. Auch künftig bleiben die Arbeiten laut Miller ein Förderschwerpunkt. Die Zuwendungen für die Waldbesitzer betragen je nach Betriebsgröße zwischen 25 und 100 Prozent der Kosten in Höhe von rund 45 Euro pro Hektar. Volle Kostendeckung erhalten Betriebe bis zu einer Größe von 20 Hektar und damit der größte Teil der rund 500.000 bayerischen Waldbesitzer. 2006 soll die Standorterkundung flächendeckend abgeschlossen sein. Im Staatswald liegen die Ergebnisse schon fast vollständig vor.

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ÖKO-TEST: Grüne Spenden – Zwischen Biotop und Sumpf

Themen: Archiv — info @ 15:10

Frankfurt (agrar.de) – Rund 50 Millionen Euro spenden die Deutschen jedes Jahr an ihre Natur- und Umweltschutzorganisationen. Noch mal etwa die gleiche Summe fließt aus Mitgliedsbeiträgen in die Öko-Kassen. Doch nicht jeder Euro kommt der Umwelt zu Gute. Da versickern Spenden im Sumpf der Bürokratie, da werden durch ‚kreative‘ Buchhaltung und Bilanzierungstricks Zahlen verschleiert: Die Rede ist von den Praktiken einiger Natur- und Umweltschutzorganisationen. 19 solcher Institutionen nahm das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST unter die Lupe – mit erschreckendem Ergebnis, wie in der aktuellen Novemberausgabe nachzulesen ist.

Besonders in der Kritik stehen die größten Öko-Verbände BUND und NABU. Sie haben sich inzwischen parteienähnliche Strukturen zugelegt und investieren einen Großteil des Geldes von Spendern und Mitgliedern in Aufwandsentschädigungen für ihre Funktionäre. Einige Umweltorganisationen, darunter die renommierte Heinz-Sielmann-Stiftung und der Verkehrsclub Deutschland, konnten erst gar nicht angeben, wofür die Spendengelder ausgegeben werden.

Nur acht von 19 gestesteten Vereinen und Organisationen erzielten ein ’sehr gut‘ oder ‚gut‘, fünf schnitten mit ‚mangelhaft‘ bzw. ‚ungenügend‘ ab. Auch Deutschlands größter Umweltschutzverband, der BUND, ist – was die transparente Darstellung der Verwendung von Spendengeldern angeht – nur ‚mangelhaft‘. Das heißt: Nicht einmal ÖKO-TEST ist es gelungen herauszufinden, was mit dem Spendengeld letztendlich passiert.

Die Darstellung der überwiegenden Tätigkeit der Organisation nach außen stimmt in einigen Fällen nicht mit der Gewichtung der Ausgaben überein. Das bedeutet: Diese Verbände und Vereine machen mit den Mitglieds- und Spendenbeiträgen etwas anderes, als sie potenziellen Spendern vermitteln. So fließen beim NABU weniger als die Hälfte, nämlich schlappe 42 Prozent in den direkten Naturschutz und die dazugehörige politische Öffentlichkeitsarbeit. Aus dem Haushalt des BUND landet sogar nur jeder dritte Euro bei Kampagnen und Projekten.

Die Verwaltungskosten schwanken stark zwischen kaum über einem und 23 Prozent. Diese von den Verbänden selbst errechneten Quoten liegen zwar alle unterhalb der akzeptablen Grenze von 25 Prozent. Nachvollziehbar hingegen sind diese Eigenangaben in den seltensten Fällen. Lediglich Greenpeace, Robin Wood, der Landesbund für Vogelschutz, die Deutsche Umwelthilfe, das Komitee gegen den Vogelmord und Rettet den Regenwald schlüsseln ihre Ein- und Ausgaben so weit auf, dass die Verwaltungskosten ablesbar sind.

Die Art der Spendeneinwerbung ist bei einigen Verbänden übertrieben aggressiv. So arbeiten BUND und NABU mit privaten Werbeagenturen. Das kann sich für die Organisationen zwar lohnen. Doch die meisten Spender dürften nicht wissen, dass solche ‚Drückerkolonnen‘ oft einen bis drei Jahresbeiträge als Provision bekommen.

Alle größeren Verbände und Stiftungen haben Erlöse oder Verluste aus wirtschaftlichen Tätigkeiten – zum Beispiel aus dem Verkauf von Lizenzen oder Anzeigeneinnahmen in Mitgliedsmagazinen. Doch kaum eine Organisation wies die Erlöse auch sauber aus. Von Greenpeace, über den BUND, bis zum NABU und dem WWF gibt es einen nicht quantifizierbaren Bereich der Schattenhaushalte, der sich vor allem in Bilanzen und Ergebnissen von Tochtergesellschaften versteckt.

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Miller zu Agrarkompromiss: Bauern sollen Zeche zahlen

Themen: Archiv — info @ 14:10

München (agrar.de) – Scharf kritisiert hat Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller die Entscheidung der EU-Staats- und Regierungschefs, die europäischen Agrarausgaben auf dem Stand von 2006 einzufrieren. ‚Damit sollen die Landwirte die Zeche für die Osterweiterung zahlen‘, sagte der Minister in München. Die EU-Mittel werden nämlich statt auf 15 künftig auf 25 und ab 2008 auf 27 Staaten aufgeteilt. Die Entscheidung bedeute allein für die deutschen Bauern ab 2007 Einkommensverluste von bis zu 25 Prozent. ‚Wenn hier kein Ausgleich geschaffen wird‘, so der Minister, ‚kommt auf uns ein galoppierender Strukturwandel mit katastrophalen Folgen für den ländlichen Raum zu‘. Bundeskanzler Gerhard Schröder habe den Landwirten der bisherigen EU mit seinem Vorstoß einen echten Bärendienst erwiesen. Zudem sei Schröder mit seinem Ziel, die deutsche Nettozahler-Position zu verbessern, klar gescheitert.

Umso wichtiger ist es nach Aussage des Ministers, die von Bayern bereits mehrfach geforderte einzelstaatliche Aufstockung der sinkenden landwirtschaftlichen Direktzahlungen aus Brüssel durchzusetzen. Miller: ‚Nur mit einer nationalen Kofinanzierung können wir die Ausgaben für die Nettozahler begrenzen und gleichzeitig die Einkommen unserer Bauern sichern.‘ Mehr denn je komme es zudem darauf an, markt- und preisstabilisierende Elemente wie die Milchquotenregelung und die Zuckermarktordnung dauerhaft zu erhalten. ‚Der Bund muss endlich klar Position beziehen und mit Nachdruck für den Erhalt dieser Mechanismen eintreten‘, so der Minister.

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Österreich: Regen ließ Grünfutter gedeihen

Themen: Österreich,Statistik — info @ 14:10

Wien (agrar.de) – Nach endgültigen Ertragsschätzungen der STATISTIK AUSTRIA konnten am Grünlandsektor zufriedenstellende Erträge erwirtschaftet werden. War der erste Schnitt noch durch fehlende Winterfeuchte und Trockenheit beeinträchtigt, gab es für die weiteren Schnitte ausreichende Niederschlagsmengen. Feuchtigkeitsdefizite traten nur im Burgenland auf, wo die Erträge deutlich unter dem Österreichdurchschnitt lagen.

So konnten in diesem Jahr 5,8 Mio. t (+6 Prozent) an Wiesenheu eingebracht werden, wobei Oberösterreich mit einem Ernteanteil von 29 Prozent den ersten Rang einnahm, gefolgt von Niederösterreich mit 18 Prozent und der Steiermark mit 17 Prozent.

Kleeheu erzielte auf einer Fläche von 68.400 ha (+3 Prozent) eine Erntesteigerung um 9 Prozent auf 551.700 t. Den größten Anteil verzeichnete Heu von Kleegras mit 443.000 t (80 Prozent), während Luzerne mit 57.600 t und Rotklee mit 51.100 t nur je 10 Prozent Anteil hatten.

Bei Mohn war fast eine Verdoppelung (+95 Prozent) der Produktion auf 1.400 t festzustellen, was in erster Linie auf starke Flächenausweitungen auf 1.500 ha (+92 Prozent) zurückgeführt werden konnte. Der meiste Mohn wurde mit 580 t auf einer Fläche von 710 ha in Niederösterreich gezogen, starke Konkurrenz wurde aber heuer durch das Bundesland Oberösterreich mit 570 ha (560 t) geboten.

Auch frühe und mittelfrühe Speisekartoffel gediehen gut unter den reichlichen Niederschlägen in den Hauptanbaugebieten und brachten mit 343.200 t ein Plus von 4%, obwohl – besonders in den Hochwassergebieten – von Kartoffelfäule berichtet wurde.

Bei Zuckerrüben wird heuer ein Volumen von 3 Mio. t (+9 Prozent) erwartet, wobei feuchtigkeitsbedingte Schädigungen durch Cercospora (Blattfleckenkrankheit) festgestellt wurden. Diese Pilzkrankheit ist eine der Hauptursachen für Ertragsverluste im europäischen Rübenbau. Unter österreichischen Bedingungen wurde für diese Krankheit ein mittleres Schadpotenzial von ca. 20 Prozent des Zuckerertrages festgestellt.

Körnermais dürfte nach aktuellen Schätzungen die Vorjahresernte um 4 Prozent übertreffen und auf 172.200 ha mit 1,5 Mio. t (excl. CCM) eine überdurchschnittliche Ernte bringen. Aus den bedeutendsten Anbaugebieten (Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark) werden Erträge von 90 dt/ha und darüber erwartet. Nur im Osten Österreichs könnten trockenheitsbedingt Ertragseinbußen zu beklagen sein.

Bei Sonnenblumen werden österreichweit 56.400 t (+11 Prozent) erwartet, was einerseits auf größere Anbauflächen von 21.400 ha (+5 Prozent) und andererseits auf die gute Ertragslage von 26 dt/ha (+6 Prozent) zurückzuführen ist. Allein aus Niederösterreich kann mit 47.700 t (Anteil von 85 Prozent) gerechnet werden, was die Bedeutung dieses Bundeslandes im Sonnenblumenanbau unterstreicht.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Österreich.

Weinernte 2002: Begeisterung über hohes Qualitätsniveau kennzeichnet den Zwischenbericht der Prädikatsweingüter

Themen: Archiv — info @ 12:10

Wallhausen (agrar.de) – Begeisterung über hohe Qualitäten und reife Säurewerte des bisher eingebrachten Jahrgangs verkündete Michael Prinz zu Salm-Salm, Präsident der Prädikatsweingüter Deutschlands (VDP), bei der Herbstpressekonferenz in Kloster Eberbach. Aus allen Regionen werden gute Ergebnisse gemeldet. Jahrgangsvergleiche mit 1990 und 1999 werden gezogen. Die Menge liegt über dem Vorjahr.

Die noch nicht abgeschlossene Ernte resultiert aus der Reifeverzögerung, bedingt durch die gelegentlich regnerische Witterung der letzten Wochen. Bis Ende September war der Vegetationsverlauf optimal, mit teils 10–12 Tagen Vegetationsvorsprung zum langjährigen Mittel. Frostschäden gab es nur vereinzelt in Franken, Baden, Württemberg und der Pfalz, geringe Hagelschäden zudem im Rheingau. Vereinzelt aufgetretene Fäulnisnester wurden früh ausgelesen, die Menge durch radikale „grüne Lese“ ins Gleichgewicht gebracht. Der Tenor ist allerorten einmütig: selten erreichten die Mostgewichte fast ausnahmslos weit über 80° Oechsle. An Mosel Saar-Ruwer hat die Lese der Riesling Trauben gerade erst begonnen. Das Laub ist dort noch grün, die Trauben gesund ohne Fäulnis, so dass die Erwartungen hoch sind.

Vom Rheingau werden beste Qualitäten bei vollreifem, gesundem Lesgut gemeldet, die ein großartiges Geschmackspotential haben. Auch hier ist die Lese noch längst nicht abgeschlossen, z.B. hängen im Jesuitengarten noch ‚top gesunde‘ Trauben mit 96° Oe.. Da die spätherbstliche Witterung mit kühlen Nächten die Säure erhält und Sonne und Wind die Öchsle stetig klettern lassen, pokert man hier noch weiter, obgleich ‚die Wasserversorgung nun genug sei‘. Rotweine wurden mit Minimum 84° bis hin zu 108° Oechsle ohne faule Beere eingebracht. Menge und Güte sind in diesem Jahr zusammengerückt, so dass Rieslingmoste auch mit hohen Qualitäten bei 70 hl/ha eingebracht werden können.

An der Nahe wird mit einem Jahrhundertjahrgang gerechnet, ‚wenn der Regen jetzt aufhört.‘ Bei guten durchschnittlichen Mengenerträgen (Riesling ca. 50 hl/ha; weisse Burgundersorten ca. 65 hl/ha) liegen die Mostgewichte über dem Vorjahr.

Die Ahr ist ebenfalls mit den eingebrachten, sehr guten Burgunderqualitäten zufrieden, die von hohen Extraktwerten gekennzeichnet sind.

In Rheinhessen wird der Jahrgang als qualitativ hochwertig mit besonderen Stärken im Riesling und Burgunder-Bereich gewertet. Die Mostqualität ist sauber, so dass dichte, gut strukturierte Weine mit harmonischer Säure im Keller gären; frisch und fruchtig die Weißweine, von guter Farbe die Rotweine. Die Stockerträge sind überdurchschnittlich.

In der Pfalz spricht man schon jetzt von einem ‚großen Rieslingjahr‘. Die ‚Ersten Lagen‘ hängen noch mit guten Voraussetzungen. Hervorragende Qualität mit durchweg hohen Öchslegraden und relativ hoher Fruchtsäure begeistern die Winzer. Z.B. liegen im Königsbacher Idig die Öchsle im Durchschnitt bei 93° Oechsle und das bei Säurewerten zwischen 8,8 und 9,8 ‰ Säure. Die Erträge liegen beim Riesling um die 60 hl/ha, beim Spätburgunder um die 40 hl/ha. In Franken konnten bislang blitzsaubere, glasklare Moste eingekellert werden. Deren Merkmale sind: viel Fülle und Volumen, feine Säure und hohes Mostgewicht. Der gute Ertrag bedingt sich durch die optimale Wasser- und Nährstoffversorgung. Die hohen Mostgewichte und reifen Säurewerte sprechen für einen Jahrgang mit Lagerpotential. Die „Ersten Lagen“ hatten sich durch die hohen Niederschläge früh entwickelt, ob der tiefen Temperaturen verzögert sich nun allerdings die Endreife, so dass noch viele Weinberge nicht abgeerntet sind. Das Wetter der letzten Wochen könnte das i-Tüpfelchen für die späten Sorten und besten Reben, die noch immer am Stock hängen, verhindern oder begünstigen meint Ludwig Knoll vom Weingut Am Stein.

‚Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, jedoch schmälert der Regen die Erwartungen,‘ stellt Hans Haidle aus Kernen-Stetten fest. Die feuchte Witterung Anfang September scheint in Württemberg und Baden die Lese enorm erschwert zu haben, da die Reife der Trauben zu diesem Zeitpunkt weit fortgeschritten war. Als Gewinner werden die Burgundersorten, Lemberger und Riesling genannt. Dort, wo kein fäulnisbelastetes Lesegut die Lese notwendig machte, warten Weingüter am 19. Oktober – ungewöhnlich für Württemberg – noch mit 60 Prozent der Ernte auf trockneres Wetter. Eingebracht wurden stoffige, zum Teil kernige Rotweine mit ausgeprägter Frucht und Säurewerten im mittleren Bereich.

‚Normale Jahrgänge gibt es wohl nicht mehr. Die Weinernte avanciert immer mehr zum Kunst-Handwerk. Geschick und Können des Winzers bei der Wahl des Lesezeitpunktes, kombiniert mit dem Wissen um die Stärken und Schwächen der einzelnen Rebsorten und Lagen spielen die ausschlaggebende Rolle für einzubringende Qualitäten. Gespannt bin ich selbst auf die Grossen Gewächse des Jahrgangs 2002, die wir im September 2003 vorstellen werden. Doch bin ich sicher, dass die Prädikatsweingüter auch in diesem Jahr wieder ihr Können mit erstklassigen Kollektionen unter Beweis stellen werden,‘ beschließt Michael Prinz zu Salm-Salm den aktuellen Jahrgangsbericht.

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Mecklenburg-Vorpommern: Neue Dachmarke für einheimische Produkte eingeführt

Themen: Archiv — info @ 11:10

Landwirtschaftsministerium unterstützt das Programm mit 75.000 Euro

Schwerin (agrar.de) Gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus führt heute Vormittag die coop Schleswig- Holstein im Schweriner Köpmarkt ihre exklusive Dachmarke ‚Unser Mecklenburger‘ ein. Sie wurde als Dachmarke für Produkte aller Bereiche geschaffen.

Minister Dr. Till Backhaus begrüßt die Schaffung dieser Dachmarke, unter der sich ausschließlich Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern auf dem hiesigen Markt und auch über die Landesgrenze hinaus präsentieren können, ausdrücklich. ‚Aufgrund der spürbaren Kaufzurückhaltung und des harten Verdrängungswettbewerbes müssen sich unsere Erzeuger unter zunehmend schwierigen Bedingungen am Markt behaupten. Hinzu kommt, dass die Globalisierung auch bei Lebensmitteln immer stärker die gesamte Wertschöpfungskette erfasst. Deshalb galt es, eine Marketingstrategie zu entwickeln, mit der Produkte unserer einheimischen Firmen auf dem Markt besser platziert werden können. Produzenten, die coop Schleswig-Holstein, die CMA, der Agrarmarketingverein und das Landwirtschaftsministerium haben mit der Dachmarke dafür eine Lösung erarbeitet‘, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Zudem biete die Präsentation eines kompletten Warenkorbes aus der Region die Chance, ein Gefühl der Identität zu schaffen.

‚Aus unserem Land stammen hervorragende Qualitätsprodukte, die zu vernünftigen Preisen an der Ladentheke erhältlich sind. Alle Produkte der Dachmarke ‚Unser Mecklenburger‘ sind qualitativ hochwertig und können vom Verbraucher ruhigen Gewissens konsumiert werden. Grundlage dafür bilden Herstellungsabläufe, Bewirtschaftungsverfahren und Haltungsformen, die allgemein akzeptiert sind. Dieses Programm unterstützt heimische Produzenten, die glaubhaft darstellen, welche Zutaten in ihren Produkten verwendet werden. Das Programm ‚Unser Mecklenburger‘ schafft nicht nur Sicherheit für den Verbraucher, sondern ermöglicht Absatzwege für die heimische Land- und Ernährungswirtschaft und sichert damit Arbeitsplätze in unserem Land‘, fasst der Minister die Vorzüge zusammen.

‚Die Dachmarke steht natürlich auch für Vorpommern, aber ‚Unser Mecklenburg-Vorpommer‘ wäre als Zungenbrecher für einen sympathischen und einprägsamen Markennamen ebenso wenig geeignet, wie die Kurzform ‚Unser MC-Pommer‘ so Minister Backhaus.

‚Unser Mecklenburger‘ wird keine Billigmarke sein, vielmehr werden alle Produkte preislich im Mittelsegment angesiedelt. Bereits seit Juni ist in den Märkten der Handelskette Frischfleisch unter dem Namen ‚Unser Mecklenburger‘ erhältlich, nachdem das Programm ‚Landklasse‘ in ‚Unser Mecklenburger‘ überführt wurde.

Das Programm ‚Unser Mecklenburger‘ wird durch das Landwirtschaftsministerium und die CMA mit jeweils 75.000 Euro unterstützt. Das sind zusammen 50 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten.

Für den Bereich Frischfleisch, der komplett durch die Fleisch- und Wurstwaren Ludwigslust abgedeckt wird, erhielt das Unternehmen 25.000 Prozent vom Landwirtschaftsministerium und ebenfalls von der CMA.

Für den übrigen Bereich der Dachmarke ‚Unser Mecklenburger‘ fungiert der Agrarmarketing-Verein (AMV) als Antragsteller für die beteiligten Firmen des Landes. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt den AMV mit 50.000 Euro.

Mit den Geldern werden Schulungen für das Fachpersonal an den Fleischtheken, die Konzeption und Entwicklung einer Webseite, die Erstellung von Etiketten für den Bereich Fleisch, ein Info- Flyer ‚Qualitätsfleisch‘ sowie die Konzeption von Produktbroschüren unterstützt.

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NRO gegen Abschwächung der Weltbank-Richtlinien zum Waldschutz

Themen: Archiv — info @ 11:10

Verbot der Finanzierung von Holzeinschlag soll gelockert werden

Bonn (agrar.de) – Umwelt- und Entwicklungsorganisationen haben gegen eine geplante Abschwächung der Weltbank-Richtlinien zum Schutz der Wälder protestiert. Wie die Umweltorganisation Urgewald mitteilte, wolle die Weltbank ihre Schutzrichtlinie für den Waldsektor neu fassen und die Bestimmungen lockern. In der bislang gültigen ‚forest policy‘ wurde jede Finanzierung von Holzeinschlag in tropischen Regenwäldern verboten.

Greenpeace stellte in einem Brief an Weltbank-Präsident Wolfensohn fest, dass die überarbeitete Waldpolitik der Weltbank ’nicht nur die Wälder der Erde zerstört, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Bank als Entwicklungsinstitution.‘ Der WWF erklärte in einem Protestbrief an Wolfensohn, statt die Schutzbestimmungen auch auf die Wälder des Nordens auszuweiten, werde der Schutz der Regenwälder faktisch aufgegeben. Lediglich zerstörerische Praktiken sollten vermieden werden.

‚Damit widerspricht die neue Weltbank-Politik nicht nur dem deutschen Waldsektor-Konzept. Sie fällt auch noch hinter die Ziele von Rio 1992 zurück‘, stellte Knud Vöcking von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald fest. Der erste Weltumweltgipfel 1992 in Rio hatte klare Ziele zum Schutz von Klima und tropischen Wäldern formuliert (Agenda 21), die der diesjährige Johannesburg-Gipfel bekräftigte. ‚Wolfensohns schöne Rede in Johannesburg steht in direktem Gegensatz zum Handeln der Weltbank‘, so Vöcking.

Das Weltbank-Papier fordere zwar eine Zertifizierung der kommerziellen Nutzung. Anstatt aber international anerkannten Kriterien als Mindeststandard voraus zu setzen, könne nach den Vorstellungen der Weltbank jeder Kreditnehmer sein eigenes Zertifizierungssystem anwenden. NRO befürchten, dass damit dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet wird.

Weltweit ist ungefähr eine Milliarde Menschen direkt vom Wald und seiner Nutzung abhängig. Davon gelten nach den Schutzmassstäben der Weltbank 180 Millionen als Indigene (Ureinwohner). Ihr Schutz ist auch nach der neuen Waldpolitik vorgesehen. Die anderen 800 Millionen Menschen ‚fallen aber völlig durch das Raster‘, so Urgewald. So hätten etwa Kautschukzapfer, die die Regenwälder nachhaltig nutzen, keinerlei Möglichkeit, ihre (Überlebens-)Interessen geltend zu machen. ‚Statt Armut zu bekämpfen, werden so Arme ins absolute Elend gestürzt‘, erklärte Knud Vöcking.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) habe die Kritik der NRO aufgenommen und eine Verschiebung der Beschlussfassung um einige Tage erreicht, so Urgewald. Der deutsche Weltbank-Exekutivdirektor wolle eine gemeinsame Stellungnahme mit seinem französischen Kollegen erarbeiten und erreichen, dass die Waldpolitik verbessert statt verschlechtert werde. Für Deutschland sei dies eine umweltpolitische Nagelprobe, da das BMZ erst im Frühjahr ein eigenes Waldsektor-Konzept mit weit reichenden Schutzbestimmungen erlassen habe.

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Gut Holz! – Neue Broschüre über die Nutzung von Holzpellets in NRW

Themen: Archiv — info @ 10:10

Düsseldorf (agrar.de) – Holzpellets als Brennstoff für Heizungsanlagen erleben seit zwei Jahren eine rasch wachsende Verbreitung in NRW. Bis zum Jahr 2006 werden in NRW rund 500.000 veraltete Heizungsanlagen ersetzt. Das Ziel der Landesregierung ist, einen erheblichen Anteil der neuen, umweltgerechten Heizungsanlagen mit dem Biobrennstoff Holz betreiben zu lassen.

In der neuen Broschüre ‚Holzpellets‚ der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW wird daher erläutert, wie Holz kleinere Wohneinheiten mit Wärme versorgen kann. Auf 28 Seiten wird in der Broschüre deutlich, was Pellets sind, welche Vorteile sie gegenüber anderen Brennstoffen haben, was beim Einbau von Heizungsanlagen beachtet werden muss und welche Fördermöglichkeiten es in NRW gibt.

Die Broschüre ‚Holzpellets‘ kann bei der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW unter der Faxnummer 0211-86642-22 kostenlos angefordert werden und ist auch online abrufbar.

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Görlach: Spielräume für Reform der GAP jetzt nutzen

Themen: Archiv — info @ 09:10

EU-Regierungschefs geben grünes Licht für den Erweiterungsprozess – Beschluss lässt Spielräume für Agrarreform

Frankfurt (agrar.de) – Der EU-Gipfel in Brüssel am vergangenen Wochenende war ein wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einem erweiterten Europa. Willi Görlach, SPD-Europaabgeordneter und Agrarexperte (Butzbach): ‚Wir alle wollen die Erweiterung der EU im Jahre 2004 durch die zehn am weitesten fortgeschrittenen Kandidatenstaaten. Dabei war es jetzt wichtig, insbesondere bei der strittigen Frage der Agrarausgaben in einer erweiterten Union eine Lösung zu finden. Nach den im Vorfeld aufgetretenen Irritationen konnte nun ein vernünftiger Kompromiss erzielt werden, der sowohl den Interessen der bisherigen 15 EU-Mitgliedstaaten als auch den neuen entgegenkommt. Im Klartext heißt dies: Grünes Licht auf der Zielgerade der Erweiterungsverhandlungen – der Fahrplan kann eingehalten werden!‘

Im Einzelnen, so der ehemalige hessische Landwirtschaftsminister, wurde beschlossen, die vom Europäischen Rat in Berlin 1999 festgelegte Obergrenze für die Ausgaben im Zusammenhang mit der Erweiterung für 2004-2006 einzuhalten. Unbeschadet künftiger Beschlüsse über die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) und die Finanzierung der EU nach 2006 sollen Agrardirektzahlungen in den neuen Mitgliedstaaten ab 2004 beginnend mit einem Niveau von 25 Prozent eingeführt werden. Danach erfolgt die Steigerung in mehreren Schritten, so dass die neuen Mitgliedstaaten 2013 das dann in der EU geltende Beihilfeniveau erreichen. Die Gesamtzahlungen für marktbezogene Ausgaben und Direktzahlungen für jedes Jahr im Zeitraum 2007-2013 sollen unter der für das Jahr 2006 festgesetzten Obergrenze im Haushalt der EU nebst der bereits vorgesehenen Mittel für die neuen Mitgliedstaaten bleiben, aber um 1 Prozent pro Jahr erhöht werden.

Görlach: ‚Dieser Beschluss lehnt sich eng an die von uns SPD-Europaabgeordneten bereits Anfang des Jahres begrüßten Vorschläge von EU-Agrarkommissar Fischler an. Die ‚Deckelung‘ für marktbezogene Ausgaben und Direktzahlungen im EU-Haushalt können wir akzeptieren. Dies stellt kein Hindernis für die weiteren notwendigen Reformen im Agrarbereich dar, die bereits jetzt begonnen werden müssen – im Gegenteil. Wir sagen schon lange, dass wir gerne Mittel von den Marktausgaben in die zweite Säule der GAP, der Förderung des ländlichen Raums, umschichten möchten. Durch die Beschlüsse von Brüssel wird dieser Ansatz bekräftigt. Unser Credo lautet: ‚Wir zahlen nicht zuviel für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum, aber immer noch zuviel für eine falsch gewordene Politik‘. Das wird sich nach dem Brüsseler Gipfel zukünftig ändern.‘

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