31. Oktober 2002

Niederlande: Pachtpreise steigen

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 11:10

Voorburg (agrar.de) – Der durchschnittliche Pachtzins für landwirtschaftliche Flächen (ohne Gebäude) in den Niederlanden ist vom Jahr 2000 zum Jahr 2001 um über 11 Prozent gestiegen und hat 442 Euro pro Hektar erreicht. Im Jahr 1999/2000 hatte die Steigerung 17 Prozent betragen. Das berichtet das Statistikamt in Voorburg.

Standardpachtverträge für Ackerland und Grünland mit traditionellen Pachtvereinbarungen verteuerten sich um 13 Prozent von 2001 auf 2000 und erreichten einen Durchnschnitt von 356 Euro pro Hektar. Der Preis für Grünland stieg 2000 um 14 Prozent und 2001 um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wesentlich teurer sind Kurzzeitpachtungen nach den neu geschaffenen Pachtregelungen, die 1995 eingeführt wurden. Hier wurden im Jahr 2001 im Durchschnitt über 1.200 Euro/ha gezahlt.

Links zum Land Niederlande.

Österreich: Landwirtschaftliche Flächennutzung 2002

Themen: Österreich,Statistik — info @ 10:10

Rückgang der Getreideanbauflächen

Wien, 2002-10-30 – Laut Berechnung der Statistik Austria – basierend auf den Angaben der EU-Förderanträge (Stand September 2002) – ergab sich für das Jahr 2002 eine Ackerlandfläche von 1,38 Mio. ha, das entspricht 16 Prozent der österreichischen Staatsfläche. Den größten Anteil des Ackerlandes nahm der Getreideanbau mit 814.100 ha (59 Prozent) ein, der sich jedoch gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent verringerte. Grünfutterpflanzen wuchsen auf einer Fläche von 218.200 ha (16 Prozent) und auf Ölfrüchte entfielen 110.500 ha (8 Prozent). Hackfrüchte wurden auf einer Fläche von 68.100 ha (5 Prozent) angebaut und Körnerleguminosen machten mit 46.100 ha 3 Prozent des gesamten Ackerlandes aus. Im Jahr 2002 lagen 106.000 ha oder 8 Prozent brach und nur rund 16.000 ha (1 Prozent) der österreichischen Ackerlandfläche wurde für die Kultivierung von Spezialkulturen, wie z.B. Gemüse, Blumen, Erdbeeren bzw. Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen genutzt.

Auf einer Fläche von 814.100 ha wurde im Jahr 2002 um 10.200 ha oder 1 Prozent weniger Getreide (einschl. Körnermais und Corn-Cob-Mix) angebaut als im Vorjahr. Während sich die Weizenfläche mit 288.800 ha (+0,3 Prozent) relativ stabil zeigte, wurde bei Roggen ein Rückgang um 8 Prozent auf 47.100 ha verzeichnet. Ein starker Flächeneinbruch um 15.400 ha (-17 Prozent) war auch bei Wintergerste festzustellen; bedingt durch das Auftreten des Gelbverzwergungsvirus mussten im Frühjahr teilweise Flächen umgebrochen und neu bestellt werden. Dies hatte unter anderem einen verstärkten Hirseanbau zur Folge, der einen Flächenzuwachs beim sonstigen Getreide um 84 Prozent auf 3.100 ha bewirkte. Durch den neuerlichen Anstieg um 6.400 ha (+21 Prozent) konnte bei Triticale eine Anbaufläche von 37.600 ha ermittelt werden.

Mit 44.700 ha (-1 Prozent) blieb die Zuckerrübenfläche annähernd auf dem Niveau des Vorjahres. Bei Kartoffeln hingegen reduzierte sich die Anbaufläche im Jahr 2002 neuerlich um 600 ha (-3 Prozent) auf 22.500 ha.

Bei den in den letzten Jahren rückläufigen Körnererbsen konnte mit 41.600 ha wieder ein Aufwärtstrend um 3.000 ha bzw. 8 Prozent verzeichnet werden. Aber auch die Ackerbohnenfläche wurde um 600 ha (+22 Prozent) auf 3.400 ha ausgeweitet.

Die Anbaufläche der Ölfrüchte blieb gegenüber dem Vorjahr mit 110.500 ha (-0,1 Prozent) nahezu unverändert. Die einzelnen Kulturen waren allerdings starken Schwankungen unterworfen; so wurden auf einer Fläche von 14.000 ha um 14 Prozent weniger Sojabohnen kultiviert, auch die sonstigen Ölfrüchte waren um 1.300 ha (-23 Prozent) rückläufig. Auf Grund förderungsbedingter Maßnahmen konnte Mohn allerdings nach dem starken Flächenrückgang der letzten beiden Jahre wieder um 740 ha (+92 Prozent) auf 1.500 ha zulegen. Die Ölkürbisfläche stieg um 2.400 ha (+21 Prozent) auf 14.000 ha an. Aber auch Sonnenblumen wurden wieder verstärkt angebaut (+1.100 ha oder 5 Prozent).

Eine Zunahme um 8.800 ha (+4 Prozent) auf 218.200 ha konnte bei den Grünfutterpflanzen ermittelt werden, die in erster Linie auf die Flächenausweitung der Ackerwiesen und Ackerweiden um 4.100 ha zurückzuführen war.

Der Anbau von sonstigen Handelsgewächsen (Faserlein und Hanf) ging wegen schwieriger Produktions- bzw. Absatzbedingungen nach dem Anstieg im letzten Jahr wieder um 720 ha (-60 Prozent) auf 480 ha zurück.

Bei den Bracheflächen war heuer abermals eine leichte Abnahme um 1.900 ha (-2 Prozent) auf 106.000 ha feststellbar.

Verteilung des Ackerlandes in Österreich 2002 Flächennutzung Hektar 2001; Hektar 2002; Veränderung absolut; Veränderung in Prozent Getreide insgesamt 824.312; 814.098; -10.214; -1,2 Körnerleguminosen 42.275; 46.087; 3.812; 9,0 Hackfrüchte 69.186; 68.064; -1.122; -1,6 Ölfrüchte 110.613; 110.499; -114; -0,1 Grünfutterpflanzen 209.438; 218.220; 8.782; 4,2 Sonstiges Ackerland (einschl. Bracheflächen) 124.127; 122.016; -2.111; -1,7 Ackerland insgesamt 1,379.955; 1,378.983; -972; -0,1

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Land Österreich.

EU-Kommission genehmigt neues Programm mit Investitionshilfen für die bayerische Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 10:10

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat Deutschland (Bayern) die Zustimmung erteilt, im Rahmen eines über vier Jahre laufenden Investitionsförderungsprogramms für die Landwirtschaft staatliche Beihilfen von insgesamt 335 Mio. EUR zu gewähren. Damit sollen Investitionen in landwirtschaftliche Betriebe gefördert werden, die die landwirtschaftlichen Einkommen stabilisieren und die Lebens-, Arbeits- und Produktionsbedingungen verbessern. Das Programm ist bis zum 31. Dezember 2005 befristet.

Die drei Hauptziele des Programms sind die Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen in landwirtschaftlichen Betrieben, die Förderung umweltfreundlicher Erzeugungsverfahren bzw. artgerechter Tierhaltung und die Diversifizierung landwirtschaftlicher Einkommen. Begünstigte dieser Maßnahmen sind landwirtschaftliche Betriebe. Investitionshilfen für landwirtschaftliche Betriebe können nach der Verordnung über die Förderung der ländlichen Entwicklung (EG) Nr. 1257/99 von der Gemeinschaft kofinanziert werden. Die bayerischen Behörden haben jedoch beschlossen, dieses Programm ausschließlich aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Aus diesem Grund hat die Kommission dieser Beihilfe auf der Grundlage des Gemeinschaftsrahmens für staatliche Beihilfen im Agrarsektor zugestimmt.

Die Beihilfe wird in Form von Direktzahlungen oder zinsvergünstigten Darlehen vom Kapitalmarkt gewährt. Die Beihilfeintensität beträgt insgesamt höchstens 40 Prozent der zuschussfähigen Ausgaben. Entsprechend den einschlägigen Bestimmungen der Verordnung über die ländliche Entwicklung können Junglandwirte in den ersten fünf Jahren nach der Niederlassung 5 Prozent mehr Beihilfe erhalten.

Der Text der Entscheidungen ist im Internet abrufbar, sobald die Mitgliedstaaten mitgeteilt haben, ob bestimmte Teile davon aus Gründen der Vertraulichkeit gestrichen werden sollen. Die Entscheidung findet sich unter der Beihilfe-Nr. N 30/01.

Links zum Thema Förderung.

25 Jahre „Rote Liste gefährdeter Pflanzen und Tiere“ in Deutschland

Themen: Archiv — info @ 09:10

Wichtiger Gradmesser für den Erhalt der biologischen Vielfalt – Trendumkehr beim Artenrückgang muss noch erreicht werden

Bonn (agrar.de) – Bis Mitte der 70er Jahre war der Rückgang von Arten und deren Lebensräumen unübersehbar, aber statistisch nur in geringem Umfang erfasst. Dieser Artenschwund ist bis heute in erster Linie durch den Menschen verursacht und liegt etwa zehnmal höher als die natürliche Aussterberate. Mit der Einführung der Roten Listen der gefährdeten Pflanzen- und Tierarten in den 70er Jahren wurde erstmals eine fachliche fundierte Übersicht über den Zustand der biologischen Vielfalt in Deutschland geliefert, aus dem sich der konkrete Handlungsbedarf im Bereich des Artenschutzes ableiten lässt.

‚Mit den Roten Listen wurde das öffentliche Interesse auf die Gefährdung von Arten gelenkt. Heute sind die Roten Listen allgemein anerkannter Standard im Naturschutz. Sie bilden als Fachgutachten eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Politiker, Behörden und Planer. Zugleich sind sie Gradmesser für den Zustand der biologischen Vielfalt‘, sagte der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Roten Listen in Deutschland. So haben sich beispielsweise in den vergangenen 25 Jahren die Bestände von Seeadler und Wanderfalken erholt – in manchen Gebieten werden bereits wieder Bestandsgrößen ähnlich denen der 50er Jahre erreicht. Auch hat sich die Wasserqualität in unseren Flüssen deutlich verbessert und bestimmte Fischarten sind zurückgekehrt. Dank der Luftreinhaltemaßnahmen sind einige empfindliche Moose und Flechten heute wieder häufiger auf Baumrinden zu finden.

‚Der Artenrückgang konnte bisher allerdings nicht grundlegend gestoppt oder gar umgekehrt werden. Etwa ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten sind immer noch gefährdet. In einigen Tiergruppen, zum Beispiel bei den Reptilien, liegt der Anteil der gefährdeten Arten mit fast 80 Prozent noch sehr viel höher. Mit dem neuen Bundesnaturschutzgesetz wollen wir eine deutliche Wende erreichen. Weiterhin sind verstärkte Anstrengungen notwendig, die über den klassischen Naturschutzes deutlich hinausreichen. So muss die Bodenversiegelung verringert werden, die jährlich Freiflächen fast von der Größe des Bodensees verbraucht. Schutzwürdige Lebensräume sind zu vernetzen und Barrieren wie Straßen oder Staudämme müssen überwindbar gemacht werden, um gefährdeten Arten (wie z. B. dem Luchs) einen Populationsaustausch zwischen verschiedenen Gebieten zu ermöglichen,‘ erläuterte Hartmut Vogtmann. Die intensive Landwirtschaft sei auf größeren Flächen in naturverträglichere Bewirtschaftungsformen umzuwandeln, wobei extensivere Wirtschaftsformen zumindest auf Teilflächen nötig wären. So könne beispielsweise dem Feldhamster oder der purpurfarbenblühenden Kornrade (Blume des Jahres 2003) nachhaltig geholfen werden, sagte Vogtmann.

Nach Ansicht des BfN ist eine Erholung der stark gefährdeten, holzbewohnenden Tier- und Pilzarten nur über Vermehrung des Alt- und Totholzanteils in den Wirtschaftswäldern oder die Schaffung größerer, unbewirtschafteter Flächen zu erreichen. Bei den Flüssen und ihren Auen muss wieder eine natürliche Entfaltung ermöglicht werden. Damit wird gleichzeitig der Hochwasserschutz verbessert und gefährdete Arten wie die Gefleckte Schnarrschrecke (einem Bewohner von Kies- und Sandbänken) werden vor dem Aussterben bewahrt.

Eine Aktualisierung der Roten Listen zur Berücksichtigung der neuesten Bestandsentwicklungen erfolgt in der Regel im Abstand von zehn Jahren. Für die nächste Auflage der Roten Liste der Tiere und Pflanzen strebt das BfN wichtige Verbesserungen an. Durch ergänzende Informationen zur Biologie, Ökologie und Verbreitung der Arten soll der Einsatz als Bewertungsinstrument im Planungsbereich weiter ausgebaut werden.

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Ungünstige Altersstruktur in der Landwirtschaft leicht verbessert

Themen: Archiv — info @ 09:10

Bonn (agrar.de) – Von der Altersstruktur her sind die Erwerbstätigen in der Landwirtschaft im Vergleich zu der übrigen erwerbstätigen Bevölkerung deutlich älter, so der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) in einer aktuellen Meldung.

46 Prozent aller Erwerbstätigen in der Landwirtschaft sind danach älter als 45 Jahre. Der entsprechende Anteil in der übrigen Erwerbsbevölkerung beträgt nur 35 Prozent. Die Alterslastigkeit der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft deutet damit auf einen weiteren strukturellen Anpassungsdruck hin.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich aber die Altersstruktur innerhalb der Landwirtschaft verbessert. Waren 1991 noch 62 Prozent aller Betriebsinhaber 45 Jahre und älter, so ist dieser Anteil nach zuletzt vorliegenden Angaben für 1999 auf 54 Prozent zurückgegangen. Jedoch ist mit einer jährlichen Abnahmerate der Betriebe von 3 Prozent der Strukturwandel nahezu ungebremst weitergegangen.

Verbände: Jetzt auf Reform der Agrarpolitik konzentrieren

Themen: Archiv — info @ 09:10

Verbände betonen auch nach Finanzplanung durch EU-Rat den Reformbedarf und sehen die Chancen für ökologischere und sozialere Ausrichtung der Gelder keineswegs geschmälert

Berlin (agrar.de) – ‚Mit der Einigung der Regierungschefs zur vorzeitigen Finanzplanung für die EU-Agrarpolitik der kommenden Jahre ist nun Herausforderung geklärt, die lange Zeit andere Fragen in den Hintergrund gerückt hat. Jetzt besteht die Möglichkeit, aber auch die Notwendigkeit, sich – auch kurzfristig – auf die inhaltlichen Probleme der EU-Agrarpolitik zu konzentrieren und auch hier kurzfristig zu grundlegenden Entscheidungen zu kommen.‘ Das erklärte ein breites Bündnis von Verbänden aus Umweltschutz, Landwirtschaft, Verbraucher- und Tierschutz am Donnerstag-Mittag in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Mit den Ratsbeschlüssen sei lediglich die Obergrenze des Haushalts festgelegt. Jetzt müsse es darum gehen, wie die Gelder wirken: ‚Die EU-Kommission hat weitreichende Vorschläge zur Entwicklung der Agrarpolitik vorgelegt und damit sowohl Reformbedarf anerkannt als auch viele unserer Vorschläge aufgegriffen. Wir unterstützen die Kommission darin, die Direktzahlungen obligatorisch an ökologische und soziale Kriterien zu binden, damit nicht mehr die Menge, sondern die Art und Weise der Produktion honoriert wird.‘

Die Verbände haben erfreut zur Kenntnis genommen, dass EU-Agrarkommissar Fischler auch nach dem jüngsten EU-Rat die Notwendigkeit grundlegender agrarpolitischer Veränderungen betont hat. ‚Wir fordern die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten, insbesondere die deutsche Bundesregierung, auf, diese Vorschläge aktiv zu unterstützten und weiter zu entwickeln sowie ihre Umsetzung nicht bis ins Jahr 2007 aufzuschieben. Die Rückendeckung der Gesellschaft ist der Regierung dabei gewiss‘, versichern die Verbände.

Die Deckelung der Agrarzahlungen bei gleichzeitiger Erweiterung der EU um 10 Staaten in den nächsten Jahren erhöhe den politischen Druck, zu einer ökologisch und sozial höheren Effizienz der Zahlungen zu kommen: ‚Das Geld muss an die gehen, die gesellschaftliche Leistungen hinsichtlich des Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutzes erbringen sowie Arbeitsplätze erhalten oder schaffen‘, lautet eine zentrale Forderung der Verbände. Die Benachteilung des Grünlandes gegenüber dem Silomaisanbau bei den Direktzahlungen müsse beendet werden.

Ländliche Entwicklung stärken, auch in Beitrittsländern

Zudem fordern die Verbände, die zielgerichtete Förderung zur ländlichen Entwicklung als zweite Säule der EU-Agrarpolitik zu stärken, indem Mittel aus der Marktordnung und den Direktzahlungen umgewidmet werden. Das sei nicht nur für die heutige EU geboten, sondern insbesondere auch für die ländlichen Räume in den Beitrittsländern. ‚Hier dürfen nicht die Fehler der alten EU wiederholt werden, indem Agrarausgaben Anreize geben, dass sich die Landwirtschaft in Richtung agrarindustrieller Mengenproduktion entwickelt und dabei Arbeitsplätze abbaut. Die Fortsetzung und Übertragung dieser Politik würde die ländlichen Räume insgesamt destabilisieren‘, warnen die Verbände.

Eine positive Perspektive biete dagegen eine integrierte ländliche Entwicklung, die in Einkommens-Vielfalt und Qualitätserzeugung investiert und dabei die Anliegen von Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz berücksichtigt. ‚Das gilt für die Beitrittsländer wie für die heutige EU‘, so der Appell.

Mit der Modulation liege das entsprechende Instrument auf dem Tisch, um zu einer Umwidmung von Mitteln aus der Produktionsförderung (‚1. Säule‘ der Agrarpolitik) in die ländliche Entwicklung (‚2. Säule‘) zu kommen. Dabei sei die Umschichtung der Mittel so zu gestalten, dass die Zahl der Arbeitskräfte der Betriebe berücksic htigt wird, fordern die Verbände.

Die Verbände, die bereits im Oktober 2001 ihre Vorschläge zur Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik vorgelegt hatten (unsere Meldung), weisen abschließend darauf hin, ‚dass es notwendig ist, dass die Diskussion um die notwendige Reform nicht in die Hinterzimmer verbannt wird, sondern geöffnet wird für eine breite Beteiligung der unterschiedlichen gesellschaftlichen Kräfte.‘

Folgende Verbände und Institutionen haben die Erklärung unterzeichnet:

– Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) – Bioland Verband – Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) – Bund Naturschutz Bayern (BN) – Deutscher Naturschutzring (DNR) – Deutscher Tierschutzbund – Naturland e.V. – Naturschutzbund Deutschland (NABU) – Stiftung Europäisches Naturerbe (EURONATUR) – Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) – Umweltstiftung WWF Deutschland

Dokument: ‚Auf dem Weg zu einer neuen Agrarpolitik in der Europäischen Union

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Österreich will Spitzenposition bei Biomasse-Nutzung ausbauen

Themen: Archiv — info @ 09:10

Molterer: Marktanteil erneuerbarer Energieträger bis 2010 auf ein Drittel steigern

Wien/Lienz (agrar.de) – ‚Österreich will seine internationale Spitzenposition bei der Nutzung erneuerbarer Energieträger in Zukunft nicht nur behaupten, sondern klar ausbauen. Das wird einen wesentlichen Beitrag zur angepeilten Verringerung der Treibhausgasemissionen um 13 Prozent leisten.‘ Das erklärte Österreichs Umwelt- und Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer bei den Österreichischen Biomasse-Tagen in Lienz. Ziel sei es daher, bis 2010 den Anteil der erneuerbaren Energieträger am Gesamt-Energieaufkommen von derzeit einem Viertel auf ein Drittel zu steigern.

Dies bedeute unter anderem die Erhöhung des Ökostromanteils von derzeit 70 Prozent auf 80 Prozent bis zum Jahr 2010 sowie den Ausbau des Anteils der Biomasse am Gesamtaufkommen von derzeit 11,4 auf 16 Prozent. Als Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels nannte der Minister die Anhebung der entsprechenden Fördermittel im Zuge der Umsetzung der nationalen Klimastrategie, aber auch im Zusammenhang mit konjunkturellen Maßnahmen. So stehen im Konjunkturpaket, das die Bundesregierung erst kürzlich verabschiedet hat, allein zur Förderung des Biomasse-Einsatzes 15 Millionen Euro bereit. Außerdem peilt Molterer analog zum Elektrizitätsgesetz (ElWOG), in dem Prozentanteile erneuerbarer Energieträger festgehalten sind, eine Regelung bei Biotreibstoffen an.

Durch den verstärkten Einsatz von Biomasse könnten in Österreich in den nächsten Jahren bis zu zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das entspräche einem Fünftel jener Einsparungen beim Ausstoß von Treibhausgasen, zu denen sich Österreich im Rahmen des Kyoto-Klimaschutzprotokolls bis zum Zeitraum 2008/2012 verpflichtet hat. ‚Mit der Klimastrategie haben Bund und Länder ein Maßnahmenpaket verabschiedet, das die Ausschöpfung dieser Einsparungspotenziale sicherstellen soll‘, sagte Molterer.

Beim Einsatz von Brennholz für die Gebäudebeheizung liegt Österreich absolut gesehen an fünfter Stelle in der EU. Relativ gesehen liegt Österreich mit einem Brennholzanteil von 6,6 Prozent am Gesamtverbrauch sogar in Führung. ‚Wir haben eine große Tradition. Das heißt aber auch, dass viele alte Anlagen in Betrieb sind, die laufend durch neue ersetzt werden‘, gab Molterer zu bedenken. Die Biomasse verliere in dieser Umstrukturierungsphase Marktanteile. ‚Andererseits boomen moderne Biomassekessel und -nahwärmenetze wie nie zuvor. Ich bin daher zuversichtlich, dass sich dieser Trend in Zukunft wieder umkehren lässt‘, so Molterer.

Bei kleinen und mittleren Heizanlagen für Hackschnitzel und Pellets ist Österreich Technologieführer. So stieg allein von 2000 bis 2001 die Zahl von kleindimensionierten Hackschnitzelheizungen um 30 Prozent, die der Pelletsheizungen sogar um 40 Prozent. Bei mittleren Anlagen gab es einen Zuwachs von 9 Prozent. Von den 483.400 überwiegend mit Holz beheizten Wohnungen werden rund 70.000 mit modernen Scheitholzkesseln, 12.300 mit modernen Pellets- und 24.500 mit modernen Hackgutfeuerungen. Der Rest wird durch ‚alte‘ Holzfeuerungen bzw. Allesbrenner sowie durch Kachelöfen versorgt.

Auch das neue Ökostromgesetz gebe klare Ziele vor, die sich auf die Entwicklung der erneuerbaren Energieträger positiv auswirken werden, unterstrich der Minister. Demnach muss bis 2008 insgesamt 78,1 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen. Der Anteil der Kleinwasserkraft muss auf 9 Prozent erhöht werden, jener der sonstigen erneuerbaren Energieträger – dazu zählt in diesem Fall die Biomasse – auf mindestens 4 Prozent.

In der Klimaschutzstrategie hat die Bundesregierung im Frühjahr festgehalten, welche Mittel für Maßnahmen in den kommenden Jahren bereitgestellt werden sollen. Ihr Gesamtausmaß beträgt rund 92 Millionen Euro. 54 Millionen Euro entfallen auf die Umweltförderung des Bundes im Inland, auf die Forcierung der landwirtschaftlichen Biomasse und auf emissionsmindernde Maßnahmen im Verkehr. 36 Millionen werden für Projekte im Ausland zur Verfügung geplant und zwei bis drei Millionen für ein ‚Aktionsprogramm Klima‘.

Für die Steigerung der Wirtschaftskraft im ländlichen Raum sei die Nutzung der Biomasse ein entscheidender Faktor, betonte Molterer. ‚Sie erhöht die Wertschöpfung, stärkt die regionale Eigenständigkeit und schafft neue Arbeitsplätze in Forst- und Landwirtschaft.‘ Im Gegensatz zu Heizöl stellen Holzheizungen außerdem kein potenzielles Umweltrisiko dar, wie die heurige Hochwasserkatastrophe vor Augen geführt habe.

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30. Oktober 2002

Internationale Messe „Zukunftsmarkt Holzenergie“ in Augsburg

Themen: Archiv — info @ 16:10

Augsburg (agrar.de) – Auf der ‚HolzEnergie 2002‚ vom 30.10. bis 02.11. dreht sich alles um die Wertschöpfungskette ‚Holzenergie‘. Rund 140 Aussteller aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien sowie aus anderen europäischen Ländern werden auf über 6000 m² Ausstellungsfläche die gesamte Wertschöpfungskette der Holzenergie präsentieren und einen umfassenden Überblick über ihre Produkte und Dienstleistungen geben. Dazu kommt an zwei Tagen ein Fachkongress der Bundesinitiative BioEnergie.

Die energetische Verwertung von fester Biomasse ist einer der wichtigsten Sektoren im Bereich der regenerativen Energien. Um den Informations-Bedürfnissen der verschiedenen Besuchergruppen gerecht zu werden, stehen einzelne Tage der Veranstaltung unter einem besonderen Motto. Handwerkertag, Kommunaltag, Waldbauerntag und Endverbrauchertage – maßgeschneiderte Sonderprogramme bieten den einzelnen Zielgruppen individuelle Lösungen für aktuelle Probleme an.

So wendet sich beispelsweise der Kommunaltag mit einem abwechslungsreichen Informationsprogramm an Kommunen, Landkreise, kommunale Planer, Ingenieurbüros und Stadtwerke. Der Handwerkertag richtet sich vor allem an die Gewerke Heizungsbau, Kaminfeger, Ofenbauer und natürlich an alle weiteren Handwerksvertreter, die sich für das Thema Holzenergie interessieren.

Zur Eröffnung der Kongressmesse betonte der bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller, er sehe gute Zukunftschancen für Holz als Energieträger. Holz sei ein ausgesprochen umweltfreundlicher Brennstoff, seine energetische Verwertung ein Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz, so Miller. Die Verbrennung von Holz belaste im Gegensatz zu fossilen Energieträgern die Atmosphäre nicht zusätzlich mit dem Treibhausgas Kohlendioxid.

Nach Aussage des Ministers profitiert von der energetischen Verwertung von Holz aber nicht allein die Umwelt: ‚Holz hat viele Potenziale und Vorzüge, die es verstärkt zu nutzen gilt.‘ So fällt laut Miller bei der Waldpflege Holz in mehr als ausreichender Menge an. Es wächst ständig nach – in Bayern alle zwei Sekunden ein Festmeter, muss nicht importiert werden, ist gut speicherbar und kann als Hackschnitzel oder Pellets arbeitssparend eingesetzt werden. Damit steht nach den Worten des Ministers einer breiten energetischen Nutzung von Holz nichts im Wege. Gute Chancen sieht Miller im verstärkten Einsatz gepresster Holzspäne, der sogenannten Holz-Pellets. Anlieferung und technische Ausstattung der Feuerungen seien komfortabel wie bei Ölheizungen.

Holz ist nach Auskunft des Ministers schon heute der mit Abstand wichtigste Biobrennstoff in Bayern. Insgesamt werden 3,6 Prozent des gesamten Primärenergiebedarfs im Freistaat durch Biomasse gedeckt. Kein anderes Bundesland setzt so viel Biomasse zur Energieerzeugung ein wie Bayern.

An den vier Messetagen der ‚HolzEnergie 2002‘ werden in Augsburg rund 7.500 Besucher erwartet.

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ISN ist besorgt über den Konzentrationsprozeß in der europäischen Schlachtindustrie

Themen: Archiv — info @ 15:10

Damme (agrar.de) – Franz Schulze Tenkhoff, Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Nord-Westdeutschland (ISN), äußert sich besorgt über den zunehmenden Konzentrationsprozeß in der europäischen Schlachtbranche. Wenn es auch um die anstehende Fusion zwischen den zwei deutschen Schlachtunternehmen Westfleisch, Münster und der Norddeutschen Fleischzentrale (NFZ), Hamburg ruhig geworden sei, so zeigten jedoch die aktuellen Entwicklungen in den Niederlanden, über welche Marktmacht die dort übrig gebliebenen Unternehmen verfügten.

Die %url4%Dumeco%/% habe vor kurzem in den Niederlanden zur Reduzierung von Schlachtkapazitäten sieben Schlachthöfe aufgekauft. Durch diese Konzentration schwinde der Wettbewerb im niederländischen Schlachtschweinemarkt. Dort seien die Schweinehalter eindeutig die Verlierer dieser Strukturmaßnahme, meinte das ISN-Vorstandsmitglied. Die Dumeco habe einen Marktanteil von ca. 45 Prozent des niederländischen Schlachtschweinemarktes. Hendrix, das zweite bedeutende Schlachtunternehmen in den Niederlanden, komme auf ca. 35 Prozent Marktanteil. Zusammen dominieren diese zwei Unternehmen mit einem Gesamtmarktanteil von 80 Prozent den Schlachschweinemarkt in Holland.

‚Ein fader Vorgeschmack auf die anstehende Fusion von Westfleisch und NFZ‘, so Schulze Tenkhoff. Es sei zu erwarten, daß die zwei genossenschaftlichen deutschen Schlachtunternehmen ‚ihre Muskeln wie ihre Vorbilder in Holland spielen lassen werden.‘ Durch eine Fusion würde das größte deutsche Schlachtunternehmen mit einem geschätzten Umsatz von 2,5 Milliarden Euro entstehen. Dem deutschen Marktführer käme mit rund 9 Mio. Schweinen und 600.000 Rindern im nordwestdeutschen Raum fast eine Monopolstellung zu, sagte Schulze Tenkhoff. Die ISN befürchte, daß dies die wirtschaftliche Situation der Schweinehalter in Nord-Westdeutschland in ähnlicher Weise wie in den Niederlanden verschlechtere. Die Entwicklung in den Niederlanden habe gezeigt, daß sich dadurch der Auszahlungspreis für die holländischen Schweinemäster deutlich verschlechtert habe, der Preisabstand zum Nordwest-Preis sei größer geworden. ‚Man muß berücksichtigen, daß zum Beispiel bei der Westfleisch schon heute überwiegend unter Nordwest-Preis bezahlt wird und sich der Vier-Wochen-Preis eher zum Nachteil der Landwirte auswirkt. Bezieht man dann auch noch die Vermarktungsnachteile der Auto-FOM-Maske ein, so fehlen dem Vertragslandwirt schnell vier bis fünf Euro je Mastschwein‘, stellte das ISN-Vorstandsmitglied fest.

Ob die Fusion der beiden deutschen genossenschaftlichen Schlachtunternehmen wirklich dazu diene, sich gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel neu zu positionieren, erscheine mit Blick auf die Niederlande fraglich, so Schulze Tenkhoff weiter. Eine Fusion der beiden Unternehmen dürfte zumindest die Situation der deutschen Schweinehalter nicht verbessern, denn der Handel und die Schlachtindustrie drückten den Erzeugerpreis zur Zeit schlimmer denn je. Gerade in letzter Zeit setzten übrigens die zwei niederländischen Schlachtunternehmen den deutschen Markt mit Niedrigpreisangeboten unter Druck, stellte das ISN-Vorstandsmitglied abschließend fest. Die Zeche für die Schlachthofkonzentration zahlen die Schweinemäster, die angesichts dieser Situation mit dem Rücken zur Wand ständen.

Links zum Thema %url5%Fleischwirtschaft%/%.

Bierabsatz im dritten Quartal 2002 leicht gestiegen

Themen: Bier,Handel,Lebensmittel,Statistik — info @ 14:10

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im dritten Quartal 2002 in Deutschland 29,6 Mill. Hektoliter (hl) Bier abgesetzt, das waren 0,2 Mill. hl oder 0,5 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Nicht enthalten sind der Absatz von alkoholfreien Bieren und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier.

Biermischungen (z.B. Radler) waren im Berichtszeitraum mit 1,0 Mill. hl am gesamten Bierabsatz beteiligt (Anteil 3,5 Prozent) und erzielten ein Plus von 27,6 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2001.

89 Prozent des gesamten Bierabsatzes im dritten Quartal 2002 waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert (26,4 Mill. hl, + 0,9 Prozent). Der steuerfreie Absatz betrug 3,2 Mill. hl Bier (– 2,7 Prozent): 2,3 Mill. hl (– 9,0 Prozent) gingen in die EU-Länder, 0,8 Mill. hl (+ 20,8 Prozent) in Drittländer und als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien wurden 57.500 hl (– 3,2 Prozent) unentgeltlich abgegeben.

Links zum Thema Brenner und Brauer.

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