01. Oktober 2002

Erntebilanz Mecklenburg-Vorpommern: Ergebnisse nur gering unter langjährigem Durchschnittswert

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Landesregierung unterstützt Landwirte mit extremen Verlusten

Schwerin (agrar.de) – ‚Die Landwirte Mecklenburg-Vorpommerns haben im Landesdurchschnitt eine mäßige Ernte in diesem Jahre eingefahren. Die Ergebnisse liegen zwar weit unter denen der Rekordernten von 2001 und 2000. Im Vergleich zum Durchschnittswert der letzten 5 Jahre allerdings sind zumindest was das Getreide betrifft nur geringe Abweichungen zu verzeichnen. Beim Raps ist auch dieser Unterschied etwas deutlicher. ‚Dennoch ist eine solche Situation für die Landwirtschaft nicht untypisch. Aufgrund extremer Witterungsverhältnisse (Staunässe) in einzelnen Regionen bzw. der Auswirkungen des Hochwassers haben einzelnen Betriebe drastische Ertragseinbußen zu verzeichnen. Hier greifen die umfangreichen Hilfsmaßnahmen von Bund und Land‘, erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute auf der Landespressekonferenz zur Vorstellung des Ernteberichts 2002 in Schwerin.

Die Ergebnisse im Vergleich:

Durchschnitt 1996-01; 2001; 2002 Getreide 66,6 dt/ha; 74,7 dt/ha; 65,1dt/ha Winter-Raps 36,4 dt/ha; 41,8 dt/ha; 32,3 dt/ha

Im Vergleich der Bundesländer liegt Mecklenburg-Vorpommern beim Getreideertrag an 3. Stelle. Den höchsten Ertrag erzielte hierbei wiederum Schleswig-Holstein mit 75,4 dt/ha. In Deutschland insgesamt wird eine Getreidemenge von etwa 39,6 Mio. Tonnen geerntet. Mecklenburg-Vorpommern hat daran mit 3,82 Mio. Tonnen einen Anteil von 9,6% und belegt damit im Ländervergleich den 4. Platz.

‚Trotz des deutlich geringeren Ertrages beim Raps erreicht Mecklenburg-Vorpommern mit 32,3 dt/ha immer noch den 1. Platz im Bundesdurchschnitt. Auch durch die erneute Ausdehnung der Anbaufläche von Winterraps um 29.100 ha hat Mecklenburg-Vorpommern seine Spitzenstellung im Rapsanbau untermauert‘, erläutert Landwirtschaftsminister Dr. Backhaus.

Der Getreideanbau wurde im Vergleich zum Vorjahr um 24.000 ha reduziert, bedingt durch die schlechten Bedingungen zur Wintergerstenaussaat im Herbst 2001. Insgesamt waren im Land von 586,9 Tha Getreide und von 232,8 Tha Winterraps zu ernten. Der Anbau der übrigen Kulturen hat sich nur unwesentlich geändert.

Die Ursachen für die nur mäßigen Ernteergebnisse sind nicht nur in den komplizierten Erntebedingungen, sondern im gesamten Vegetationsverlauf 2001/2002 zu sehen. Die Aussaat im Herbst 2001 erfolgte bedingt durch Nässe erst sehr spät und mit großen Qualitätsabstrichen. Die Kulturen konnten sich demzufolge nur ungenügend entwickeln. Auch die Vegetationsbedingungen in den Monaten März bis Mai 2002 waren nicht optimal. Hinzu kommen die überdurchschnittlich hohen Niederschläge mit Beginn der Ernte (Anfang Juli bis 10. August) und die Hochwasserschäden in bestimmten Regionen des Landes, insbesondere im Landkreis Ludwigslust.

Neben den geringeren Erträgen haben auch die deutlich niedrigeren Preise zu Mindereinnahmen bei den landwirtschaftlichen Unternehmen geführt. So liegen die Preise bei Getreide im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um 1,50 Euro/dt bis 2,00 Euro/dt niedriger. Für Trocknung, Lagerung, Aufbereitung und Transport fielen bei den Landwirten zusätzliche Kosten an. Hinzu kommt, dass große Mengen von Getreide insbesondere bei Roggen und Ökogetreide aufgrund der Qualitätsmängel nur noch als Futtergetreide verkauft werden konnten.

Die witterungsbedingten Mindererträge und die erhöhten Kosten führten dazu, dass im ganzen Land im Vergleich zum Vorjahr Erlösausfälle in Höhe von ca. 211 Mio. Euro entstanden sind; im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1996 bis 2001 belaufen sich die Ausfälle auf ca. 80 Mio. Euro. Die Überflutungen besonders im Landkreis Ludwigslust haben Schäden in Höhe von ca. 13 Mio. Euro verursacht.

‚Die Liquidität vieler Landwirtschaftsbetriebe hat sich aufgrund der dargestellten Ausfälle erheblich verschlechtert. Die Landesregierung hat deshalb umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um den betroffenen Betrieben kurzfristig zu helfen. So habe ich zum 1.September alle namhaften Banken des Landes und im Land ansässige Unternehmen des Handels und der Verarbeitung eingeladen, um zu erwirken, dass den betroffenen Landwirte durch Gewährung von Krediten bzw. durch weitere Vorfinanzierung auch seitens der Wirtschaft geholfen wird‘, erklärt der Landwirtschaftsminister.

Darüber hinaus beabsichtigt die Landesregierung, den Landwirten eine weitere zusätzliche Liquiditätshilfe für witterungsbedingte Ernteausfälle zur Verfügung zu stellen. Dafür stellt das Land vorbehaltlich der noch ausstehenden EU-Genehmigung ca. 1 Mio. Euro bereit.

Zur Unterstützung der durch Hochwasserschäden betroffenen Landwirte stellen der Bund und das Land 2,0 Mio. Euro bereit. Zur Zeit liegen 15 Anträge im Umfang von 1,3 Mio. Euro vor.

In Abstimmung mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium und der Europäischen Kommission wurde erreicht, dass die Auszahlung der Flächenprämien für die Landwirte der Landkreise Ludwigslust, Parchim, Nordwestmecklenburg, Mecklenburg-Strelitz, Demmin und Güstrow vorzeitig zum 30.09.2002 erfolgen kann. Somit werden 98,5 Mio. Euro etwa 8 Wochen früher an die betroffenen Landwirte ausgezahlt.

Das Hilfspaket umfasst darüber hinaus weitere Möglichkeiten wie: Die Nutzung von Stilllegungsflächen für Futterzwecke. Die Erhöhung des Stilllegungssatzes auf 50 Prozent für das Anbaujahr 2002/2003 für Landwirte, auf deren Ackerflächen aufgrund der Überflutung keine Wiederbestellung für das Erntejahr 2003 möglich ist bzw. denen dadurch unverhältnismäßig hohe Kosten entstehen. die Stundung von Pachten, Abgaben und Kapitaldienste

Die ungünstigen Witterungsbedingungen haben auch zu schlechteren Erträgen bei der Obst- und Gemüseernte geführt. Bei Erdbeeren konnten nur 80 Prozent des erwarteten Aufkommens geerntet werden. Drastische Ausfälle, zum Teil bis zu 90 Prozent, verzeichneten die Obstbauern bei Süß- und Sauerkirschen. Bei Pflaumen liegen die Erwartungen bei etwa 50 Prozent. Ähnlich sieht es bei Kernobst aus. Hier werden etwa nur 60 Prozent einer durchschnittlichen Ernte erwartet.

Die Kartoffelernte wird in diesem Jahr ähnlich wie im letzen Jahr ausfallen. Die erwarteten Erträge von 363,3 dt/ha liegen nur um 2,6 dt/ha unter dem Vorjahresergebnis, aber um 25,5 dt/ha über dem Durchschnittsertrag von 1996-2001.

‚Die Entwicklung der Anbaufläche von Kartoffeln ist nicht befriedigend. Trotz aller Unterstützung durch das Landwirtschaftsministerium ist die Anbaufläche im Jahr 2002 auf 96,2 Prozent zurückgegangen. Es wurden nur noch 15.300 ha angebaut. Damit können wir die Verarbeitungskapazitäten in Hagenow und Stavenhagen nicht selbst auslasten. Noch immer benötigen wir dafür mehr als 100.000 t Kartoffeln aus anderen Bundesländern. Dabei ist der Kartoffelanbau sowohl aus wirtschaftlicher Sicht als auch für die Schaffung neuer Arbeitsplätze interessant.

Für die Produktion von 1 ha Kartoffeln werden 25 Arbeitskräftestunden benötigt, dagegen für die Produktion von 1 dt Getreide nur 7 Arbeitskräftestunden. Auswertungen der LMS haben ergeben, dass Landwirte in unserem Land bei einem Durchschnittsertrag von 370 bis 380 dt/ha unter Beregnung stehend, einen Gewinn von mehr als 1.000 Euro pro ha erwirtschaften. Aus meiner Sicht ist die Erweiterung des Anbau um mindestens 4.000 Hektar erforderlich. Damit würden weitere ca. 100 Arbeitsplätze im Land geschaffen werden können‘, appelliert der Minister an die Landwirte. Zudem wiesen die Vorschläge der EU-Kommission eindeutig daraufhin , dass eine einseitige Produktion von Raps oder Getreide künftig nicht mehr effektiv möglich sein werde und deshalb eine Alternative im Kartoffelanbau als auch in der die Ausdehnung des Feldgemüseanbaus gesucht werden müsse.

‚Die Ernteergebnisse des Jahres 2002 blieben weit hinter den Erwartungen und zurück. Die witterungsbedingten Ausfälle konnten trotz angestrengter Arbeit, der Einführung neuer Technologien, einer nachhaltigen Landbewirtschaftung unter besonderer Berücksichtigung der Einhaltung der guten fachlichen Praxis nicht ausgeglichen werden. Allerdings hätten Witterungseinflüsse wie in diesem Jahr vor 10 Jahren erheblich größere negative Auswirkungen gehabt. Uns allen wurde dadurch wieder bewusst, dass Landwirtschaft trotz allen Fortschritts auch mit unberechenbaren und unbeeinflussbaren Faktoren arbeiten muss. Das müssen die Unternehmen bei ihren betriebswirtschaftlichen Überlegungen stärker berücksichtigen‘, mahnte Landwirtschaftsminister Backhaus an.

Der vollständige Erntebericht ist auf der Homepage des Ministeriums abrufbar.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Mecklenburg-Vorpommern: Statistisches Jahrbuch 2002 erschienen

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Schwerin (agrar.de) – Als wichtigste Querschnittsveröffentlichung vermittelt auch das Statistische Jahrbuch 2002 des Statistischen Landesamtes Mecklenburg-Vorpommern mit aktuellen Daten aus allen Arbeitsgebieten der amtlichen Statistik wieder ein genaues Bild der wirtschaftlichen, sozialen, demographischen, politischen und ökologischen Verhältnisse in unserem noch jungen Bundesland. Das im Vergleich zu früheren Ausgaben weitgehend unveränderte Tabellenprogramm, in das auch wieder Daten anderer Behörden und Institutionen aufgenommen wurden, ermöglicht umfangreiche Vergleiche mit den Vorjahren.

Dazu dient in dem 463 Seiten umfassenden Jahrbuch vor allem auch die längerfristige Darstellung von Hauptindikatoren in vielen Tabellen des Hauptabschnittes ‚Landesdaten‘, mit der die Entwicklung des Landes nachgewiesen wird. Die regionalen Strukturen sind Inhalt des Abschnittes ‚Kreisdaten‘. Die Stellung des Wirtschaftsstandortes Mecklenburg-Vorpommern in Deutschland wird durch den ‚Ländervergleich‘ deutlich. Einige Zahlenvergleiche über die Mitgliedsländer der Europäischen Union runden die Darstellung ab. Eine Vielzahl von Grafiken macht inhaltliche Schwerpunkte und Zusammenhänge anschaulich.

Hier ein Auszug zum Bereich Landwirtschaft:

Die Statistiken der Landwirtschaft zeigen, dass bei großbetrieblichen Strukturen (Betriebe mit 1.000 und mehr Hektar bewirtschafteten 2001 46,9 Prozent und Betriebe mit 500 bis unter 1.000 Hektar 22,6 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche.) weiter gute Ergebnisse erzielt wurden.

Die Pflanzenproduktion hat in 2001 mit 4,6 Millionen Tonnen bei Getreide (56,8 Prozent der Ackerfläche) eine Rekordernte und bei Kartoffeln und Zuckerrüben überdurchschnittliche Hektarerträge erzielt. Ein großes Problem sind weiterhin die geringen Viehbestände. Die Schweinebestände sind in 2001 erneut zurückgegangen (- 0,5 Prozent), der Besatz je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche beträgt vergleichsweise nur etwa ein Drittel des Wertes von Schleswig-Holstein.

Die Rinderbestände waren zwar nach der bis 1992 erfolgten Halbierung zunächst wieder in der Tendenz leicht angestiegen, seit 1996 aber mit Schwankungen wieder leicht zurückgegangen (in 2001: – 0,4 Prozent). Je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche machen sie ebenfalls nur etwa ein Drittel des Wertes von Schleswig-Holstein aus. Der Produktionswert der Landwirtschaft belief sich 1999 zu Herstellungspreisen auf 2,0 Milliarden Euro. Die Bruttowertschöpfung hat sich 2001 real um 9,2 Prozent gegenüber 2000 erhöht (einschließlich Forstwirtschaft und Fischerei).

Das Statistische Jahrbuch 2002 kann ab sofort für 23,00 Euro – zuzüglich Versandkosten – schriftlich beim Statistischen Landesamt Mecklenburg-Vorpommern, Postfach 12 01 35, 19018 Schwerin oder per Telefax 0385-4801-220 bzw. per E-Mail bestellt werden.

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Schlepperzulassungen weiter rückläufig

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Aber stärkere Schlepper immer mehr gefragt – Allmählicher Bestandsabbau

Hannover (agrar.de) – Für Investitionen in Landtechnik sitzt das Geld bei den Bauern nicht gerade locker. Das bekommen die Hersteller von Ackerschleppern seit Jahren zu spüren, berichtet der niedersächsische Landvolk-Pressedienst.

So waren die Zulassungszahlen für Ackerschlepper auch im vergangenen Jahr auf Talfahrt. Nur noch 24.795 Traktoren wurden 2001 neu zum Straßenverkehr zugelassen, im Jahr zuvor waren es noch 25.972 Traktoren. Nur die deutsche Wende hatte mit dem Bedarf der ostdeutschen Bauernhöfe den langjährigen Abwärtstrend unterbrochen. Auf dem Höhepunkt der Mechanisierungswelle in der deutschen Landwirtschaft in den 60-er Jahren konnten die Hersteller noch bis zu 70.000 Traktoren jährlich in der Landwirtschaft absetzen. Hoffnung schöpfen die Hersteller von Traktoren aus dem Verlauf des ersten Halbjahres 2002, auch wenn sich die Auftragslage für Landtechnik seit dem Frühsommer bereits wieder abschwächt. Dennoch gab es im ersten Halbjahr ein Zulassungsplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12 Prozent auf 14.486 Stück. Überdurchschnittliche Zuwächse konnten darüber hinaus im Export mit einem Plus von 23 Prozent erzielt werden. Immerhin werden zwei Drittel der in Deutschland produzierten Landtechnik exportiert.

Im Laufe der Jahre hat sich die Größe der neu zugelassenen Ackerschlepper erheblich nach oben verschoben, die Industrie konnte damit einen Teil des zahlenmäßigen Rückgangs auffangen. Lagen übliche Traktorleistungen in den 60-er Jahren noch um 30 PS, so entfielen auf die Größenklasse bis 40 PS im vergangenen Jahr nur noch 3.077 Neuzulassungen. Das Gros der neuen Traktoren lag mit 10.289 Stück im Bereich 41 bis 100 PS. In der Klasse von 101 bis 180 PS wurden mit 9.766 Stück kaum weniger neu zugelassen, und immerhin 1.663 der Neuzulassungen lagen über 180 PS. Auch gegenwärtig werden wieder vor allem die leistungsstärkeren Traktoren nachgefragt. Nach der amtlichen Zulassungsstatistik tummeln sich noch mehr als 20 verschiedene Markten auf dem deutschen Markt, die jedoch vielfältig miteinander verflochten sind. Den größten Teil des Kuchens teilen sich jedoch lediglich sechs Hersteller, auf die allein zwei Drittel des Marktes entfallen. Gemessen an der gesamten verkauften Motorleistung, steht an erster Stelle ein deutscher Hersteller aus dem Allgäu.

Entgegen der Entwicklung bei den Neuzulassungen hat die Zahl der Besitzumschreibungen von gebrauchten Traktoren sichtbar zugenommen. Kamen beispielsweise im Jahre 1992 auf 26.700 neue Traktoren 41.607 Besitzerwechsel von ‚Gebrauchten‘, so kamen 1999 mit knapp 50.000 Besitzumschreibungen bereits fast zwei gebrauchte auf einen neuen Traktor. Und obwohl die Schlepper den Ruf der Robustheit und Langlebigkeit haben, geht der Bestand in der Landwirtschaft mit rückläufigen Neuanschaffungen allmählich zurück. 1992 waren noch 1,322 Millionen Traktoren (einschließlich Forstwirtschaft und Fischerei) zugelassen, 1999 waren es nur noch 1,031 Millionen Stück. Gleichzeitig verminderte sich auch die verfügbare Leistung pro Hektar von 370 PS (sogar 514 PS in den alten Bundesländern) auf 312 PS.

Links zum Thema Landtechnik.

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