31. Oktober 2002

Großhandelsumsatz im September 2002: – 0,3 Prozent gegenüber September 2001

Themen: Archiv — info @ 16:10

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, setzte der Großhandel in Deutschland im September 2002 nominal (in jeweiligen Preisen) 0,3 Prozent weniger und real (in konstanten Preisen) 0,2 Prozent mehr als im September 2001 um. Nach Kalender- und Saisonbereinigung der Daten wurde nominal und real jeweils 0,3 Prozent weniger als im August 2002 abgesetzt. In den ersten neun Monaten des Jahres 2002 wurde nominal 4,4 Prozent und real 3,4 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum umgesetzt.

Drei Branchen des Großhandels verbuchten im September 2002 nominal und real höhere Umsätze als im September 2001: Der Großhandel mit Gebrauchs- und erbrauchsgütern( nominal + 4,8 Prozent, real + 6,1 Prozent), der Großhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren (nominal + 4,4 Prozent, real + 4,1 Prozent) und der Großhandel mit Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör (nominal + 3,5 Prozent, real + 5,9 Prozent). Umsatzeinbußen mussten dagegen der Großhandel mit Rohstoffen, Halbwaren, Altmaterial und Reststoffen (nominal – 5,1 Prozent, real – 5,9 Prozent) und der Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren (nominal – 11,5 Prozent, real – 10,5 Prozent) hinnehmen.

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Verbraucherpreise für Nahrungsmittel streuen stark

Themen: Archiv — info @ 15:10

Deutschland im EU-Mittel – Nordische Länder und EFTA-Staaten deutlich teurer

Hannover (agrar.de) – Wer im Urlaub einkauft, merkt es schnell: Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel unterscheiden sich von Land zu Land beträchtlich. Das Europäische Amt für Statistik hat für 2001 jetzt die Preisniveauindizes der EU, der Staaten der Europäischen Freihandelszone sowie den Beitrittskandidaten miteinander verglichen, teilt der niedersächsische Landvolkpressedienst mit. Dabei wird der jeweilige Quotient aus Kaufkraftparität und Wechselkurs ins Verhältnis zum EU-Mittel gesetzt. Innerhalb der EU spiegelt sich dabei auch die geographische Lage der Länder wider. So müssen die Verbraucher in Dänemark, dem teuersten EU-Land, für einen vergleichbaren Einkaufskorb mit Lebensmitteln 28 Prozent mehr bezahlen als der statistische EU-Durchschnittsbürger. Die anderen nördlichen Staaten Schweden, Finnland und Irland liegen mit Indizes zwischen 113 und 111 ebenfalls ausnahmslos über dem EU-Mittel. Dagegen können die Verbraucher in den südlichen Mitgliedsländern Spanien, Griechenland und Portugal ihre Nahrungsmittel durchweg günstiger einkaufen, die Preisniveauindizes der Länder liegen zwischen 82 und 83. Exakt den EU-Durchschnitt müssen die Italiener und Belgier zahlen. Et-was teurer ist dies für die Verbraucher in Deutschland (101), Großbritannien (103) und Österreich (104), während die Franzosen sogar zehn Prozent mehr zahlen müssen als im Durchschnitt. Dagegen sind die Nahrungsmittel in den Niederlanden um etwa vier Prozent günstiger zu haben.

Besonders stark zur Kasse gebeten werden die Einwohner der EFTA-Staaten. So mussten die Verbraucher in Norwegen für einen vergleichbaren Warenkorb an Nahrungsmitteln ungefähr 54 Prozent mehr bezahlen als der EU-Durchschnitt. Die Schweiz mit einem Index von 151 und Island mit 148 liegen ebenfalls erheblich darüber. Dagegen liegt der Preisniveauindex in den EU-Beitrittsländern jeweils unter dem mit 100 gleichgesetzten Durchschnittswert der Gemeinschaft. So besteht in Malta, Slowenien und Zypern mit Indexwerten zwischen 80 und 92 ein Verbraucherpreisniveau für Nahrungsmittel, das dem der günstigsten EU-Ländern entspricht. In den anderen zehn Beitrittsländern ist ein vergleichbarer Korb an Nahrungsmitteln erheblich günstiger zu bekommen als in der EU. So ermittelte Eurostat für Polen einen Index von 58, für Ungarn 59 und für die Tschechische Republik von 53. Doch auch innerhalb der einzelnen Gü-tergruppen ergeben sich erhebliche Preisunterschiede. So streuen beispielsweise die Preise für Gemüse sehr stark. Hier reichen die Preisniveauindizes innerhalb der Gemeinschaft von 64 in Portugal bis 144 in Dänemark. Am geringsten sind die Unterschiede zumindest innerhalb der EU bei Milch, Käse und Eiern. Diese können die deutschen Konsumenten mit einem Preisniveauindex von 82 am günstigsten einkaufen, während die Verbraucher in Irland 18 Prozent mehr zahlen müssen als der EU-Durchschnitt und damit am schlechtesten dastehen.

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Müller: Haltungsbedingungen für Schweine und Pelztiere verbessern

Themen: Archiv — info @ 14:10

Symposium diskutiert konkrete Verbesserungen

Berlin (agrar.de) – ‚Nach den Legehennen ist es insbesondere bei Schweinen und Pelztieren dringend notwendig, die Haltungsbedingungen zu verbessern. Hier kann die Wissenschaft einen wichtigen Beitrag zu einer fachlich fundierten Neuregelung leisten‘, sagte Alexander Müller, Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium auf einem Symposium des neuen Instituts für Tierschutz und Tierhaltung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL)in Celle. Hochrangige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erörtern auf dem zweitägigen Symposium Anforderungen an eine tiergerechte Haltung von Mastschweinen und Pelztieren.

Bei der angestrebten tiergerechteren Schweinehaltung stehen folgende Kernpunkte im Mittelpunkt der Diskussion:

– Erforderliche Mindestfläche für Mastschweine; – Notwendiger Anteil der befestigten Liegefläche an der Gesamtfläche; – Angemessene Bodengestaltung in Liegebereichen; – Sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten für Schweine.

‚Ziel unserer Politik ist es, wissenschaftlich fundierte Normen für die Schweinehaltung frühzeitig zu ermitteln. Wir hätten dann eine gute Grundlage für unsere nationale Rechtsetzung, die auch in den Vorschlag der Europäischen Kommission einfließen könnte‘, so Müller. Die EU-Kommission wird voraussichtlich 2005 einen Vorschlag für die Haltung von Ferkeln und Mastschweinen vorlegen.

Bei der Pelztierhaltung geht es vor allem um die angemessene Berücksichtigung der Verhaltensbedürfnisse dieser Tiere. Die derzeitigen Haltungsbedingungen unterscheiden sich gravierend von dem jeweiligen natürlichen Lebensraum der Tiere.

Links zum Thema Tierhaltung.

BMVEL-Spezial „Ökologischer Landbau“ auf der EuroTier

Themen: Archiv — info @ 14:10

Umfassendes und praxisnahes Informationsangebot für Landwirte

Hannover/Berlin (agrar.de) – Auf der EuroTier 2002 in Hannover präsentiert das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) vom 12. bis 15 November 2002 in Halle 26, Stand K 27 erstmals ein umfassendes Informationsangebot zum ökologischen Landbau.

Qualifizierte Fachberatung steht im Mittelpunkt

Ziel des Standkonzeptes ist es, insbesondere konventionelle Landwirte anzusprechen, die sich über ökologischen Landbau informieren möchten oder überlegen, ihren Betrieb umzustellen. Zehn Fachberater sind täglich auf dem Stand, die im Gespräch mit den Besuchern umfassende Informationen über Anbau und Vermarktung, Rentabilität und Gewinn bei der ökologischen Betriebsführung geben und praxisnah auf spezielle fachliche Fragestellungen eingehen können.

Highlights des Ausstellungsstandes:

Auf 500 qm gibt es konkrete tierartspezifische Präsentationen zur ökologischen Geflügel-, Schweine- und Rinderhaltung. Als zukunftsweisende Innovationen werden ein umwelt- und artgerechter mobiler Hühnerstall (Hühnermobil) sowie ein Exponat zur Haltung ferkelführender Sauen auf dem Stand gezeigt.

Darüber hinaus präsentiert sich das im September 2002 neu eröffnete Internetportal %url4%oekolandbau.de%/% und lädt Besucher und Nutzer dazu ein, mit den Machern des Portals über Inhalte und Nutzbarkeit zu sprechen.

Programm auf dem Stand

Täglich werden um 10 Uhr, 12 Uhr und um 14 Uhr ökologisch erfolgreich wirtschaftende Betriebe mit unterschiedlichen Produktionsschwerpunkten vorgestellt. Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter berichten über ihre Erfahrungen und die Perspektiven ihres Betriebes.

Im Mittelpunkt stehen konkrete praxisnahe Fragen und Probleme: Welche Erfahrungen hat ein Ökobetrieb in der Aufbau- bzw. Umstellungsphase gemacht? Wo gab es Fehleinschätzungen und wie wurden sie korrigiert? Welche Maßnahmen zur Zukunftssicherung können getroffen werden? Wierichtet man sich auf politische Rahmenbedingungen und Veränderungen auf dem Markt ein? Für wen ist die Umstellung auf den Ökolandbau eine Alternative?

Patentrezepte kann und wird es nicht geben, aber Zahlen und Fakten sowie die Erfahrungen erfolgreicher Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, um sich näher mit den Chancen des ökologischen Landbaus auseinander zu setzen.

Zum Ausklang des Tages bietet der Stand täglich ab 16 Uhr eine ‚Happy hour‘. Hier können in einem anregenden Rahmen bei einem kleinen Imbiss lockere Gespräche u.a. mit den Fachreferenten des Tages sowie Gästen, die auch einmal einen ungewöhnlichen Blick auf die Öko-Landwirtschaft wagen, geführt werden. So wird am 12. November der Cartoonist Wolf-Rüdiger Marunde auf dem Stand zu Gast sein und am 13. November Peter Gaymann.

Das BMVEL-Spezial ist Teil des %url5%Bundesprogramms Ökologischer Landbau%/%, initiiert vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Das Programm informiert neben Landwirten, Verarbeitern und Händlern insbesondere die Verbraucher über den ökologischen Landbau.

Links zum Thema %url6%Bio-Landbau%/%, Links zum Thema %url7%Messen%/%.

BfN: Nicht alle fremden Arten sind unbedenklich

Themen: Archiv — info @ 14:10

Über tausend fremde Tierarten in Deutschland gelistet

Bonn (agrar.de) – Mit der Globalisierung von Verkehr und Handel werden natürliche Ausbreitungsbarrieren wie Flüsse, Berge und Meere leichter überbrückt. Fremde Tierarten – sogenannte Neozoen – tauchen dadurch in Gebieten und Ökosystemen auf, in die sie durch natürliche Ausbreitung gar nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen gelangt wären. Damit finden sich in Deutschland Neozoen, die ökologische, ökonomische oder gesundheitliche Schäden anrichten können. Das geht aus einer Studie hervor, die im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) vom Institut für Biodiversitätsforschung der Universität Rostock erstellt wurde.

Wie viele Arten genau bei uns bislang beabsichtigt eingeführt oder unbeabsichtigt als ‚blinde Passagiere‘ in Waren, Verpackungen oder anhaftend an Verkehrsmitteln einwanderten, ist nicht bekannt. Die Forscher legten aber erstmals eine Liste mit über 1.000 bislang festgestellten fremden Tierarten in Deutschland vor. Es zeigt sich: Die Zahl der eingeführten Arten ist beträchtlich. Deshalb appellieren UBA und Bundesamt für Naturschutz (BfN) an alle Bürgerinnen und Bürger: Verzichten Sie darauf, fremde Arten aus dem Urlaub mitzubringen, Exoten in die Natur zu entlassen oder auch gebietsfremde invasive Arten im Garten anzusiedeln.

Von den derzeit über 1.000 bekannten fremden Tierarten in Deutschland sind etwa 250 sogenannte ‚etablierte Neozoen‘. Dabei handelt es sich um Arten, die bei uns heimisch geworden sind, aber nicht zur ursprünglichen (autochthonen) Fauna gerechnet werden. Von diesen wiederum werden einige als ‚invasive‘, sich schnell verbreitende und ökologisch, ökonomisch oder gesundheitlich bedenkliche Arten, bezeichnet. Nicht jede gebietsfremde Art ist ‚invasiv‘. Viele Arten werden eingeschleppt, verschwinden bald nach ihrem Auftreten oder fügen sich in das Ökosystem ein. Andere jedoch gefährden durch Lebensraumveränderungen, Verdrängen heimischer Arten, oder auch durch Hybridisierungen und Einkreuzen fremden genetischen Materials die heimische Natur.

Der Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) gehört zum Beispiel zu den möglicherweise kritischen Neozoen. Bisher ist er in Deutschland noch nicht zu einem gravierenden Problem geworden, doch seine weitere Ausbreitung ist zu befürchten. Breitet er sich rasch aus und siedelt sich hier an, frisst er heimische Amphibien und richtet damit ökologische Schäden von noch nicht bekanntem Ausmaß an. Die ökonomischen Folgen von biologischen Invasionen sind besonders schwierig zu schätzen und werden derzeit vom UBA ermittelt.

Neben den fremden Tierarten breiten sich auch gebietsfremde Pflanzenarten (Neophyten) aus. Untersuchungen des Bundesamtes für Naturschutz ergaben knapp 1000 Höhere Pflanzenarten. Doch noch immer sind nicht alle gebietsfremden Arten erfasst.

Wann eine Art invasiv wird, ist jedoch nicht vorhersehbar. Viele Arten gliedern sich über lange Zeit scheinbar in ihr neues Ökosystem ein, um sich dann innerhalb kürzester Zeit stark auszu-breiten. Daher ist die Vorsorge der beste Schutz vor potenziellen Schäden. Dieses Vorsorgeprinzip schreibt auch § 41 Abs. 2 des Bundesnaturschutzgesetzes in Anlehnung an Artikel 8 h des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) vor.

Für die Zukunft steht damit fest: Von staatlicher Seite besteht hier weiterer Handlungsbedarf. Es müssen zum Beispiel verbesserte Regelungen bei der Einfuhr von gebietsfremden Arten geschaffen werden. Über eine Novelle der Bundesartenschutzverordnung, die Besitz- und Vermarktungsverbote für weitere gebietsfremde Arten festlegt, sowie durch neue EG-rechtliche Instrumente, wäre das zu verwirklichen.

Die Veröffentlichung ‚Bestandsaufnahme und Bewertung von Neozoen in Deutschland‘ ist in der Reihe TEXTE des Umweltbundesamtes als Nr. 25/02 erschienen, umfasst 262 Seiten und kostet 10 Euro. Sie ist erhältlich bei Werbung und Vertrieb, Ahornstraße 1 – 2, 10787 Berlin, Tel.: 030-2116061, Fax: 2181379. Eine Bestellung ist auch über das Internet möglich.

Links zum Thema %url2%Biodiversität%/%.

Heftige Debatte über die Agrarpolitik im Bundestag

Themen: Archiv — info @ 14:10

DBV: Steuererhöhungen schwächen Agrarstandort

Berlin (agrar.de) – In der heutigen Bundestagsdebatte zum Verbraucherschutz und zur Agrarpolitik wurde von den Koalitionsparteien nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) wenig Aufbruchstimmung für die deutschen Landwirte vermittelt. So sprach Ministerin Renate Künast vornehmlich von neuen Belastungen und Steuererhöhungen für die Landwirtschaft, anstatt Zukunftsperspektiven für die Bauern und ihre Familien zum Beispiel durch den Abbau von Bürokratie zu verbessern. Eine Politik der Stärkung der Wettbewerbskraft und der Arbeitsplatzsicherung für die Agrar- und Ernährungswirtschaft, in der immerhin elf Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten, könne damit nicht erreicht werden. Steuererhöhungen wie bei der Umsatzsteuer für zugekaufte Produkte, die geplante Abschaffung der seit Jahrzehnten bewährten Pauschalierung als Instrument der Steuervereinfachung und die Einführung der Modulation bedeuteten Einkommensverluste für die Bauern und damit eine Schwächung des Wirtschaftsstandorts und des ländlichen Raumes, betont der DBV.

Der Bauernverband weist die Äußerungen vom Ministerin Künast zurück, dass es sich bei der Anwendung des § 24 Umsatzsteuergesetz und des § 13 a Einkommensteuergesetz um ‚Privilegien‘ handelt. Vielmehr berücksichtigen diese steuertechnisch einfacheren Regelungen die besonderen Verhältnisse in der Landwirtschaft und stellen eine Entbürokratisierung komplizierter Steuervorgänge dar, die auch von anderen EU-Mitgliedstaaten erfolgreich praktiziert werden.

Im Gegensatz zum Koalitionspartner SPD, der in der Debatte die rot-grüne Agrarpolitik verteidigte – aber auch die Bemühungen der Agrarwirtschaft zur Schaffung eines Qualitätssicherungssystems würdigte -, kritisierte die Opposition die Regierungskoalition scharf. Sie wandte sich gegen eine Diskreditierung der konventionellen Landwirtschaft und warf der Koalition fehlende Aussagen zur sozialen Sicherung der Landwirte und zur Unfallversicherung vor. Die Agrarpolitik der Bundesregierung sei eine Politik der Zunahme von Bürokratie und Abgaben zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bauern.

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Nordzucker will Bio-Zucker erzeugen

Themen: Archiv — info @ 12:10

Braunschweig (agrar.de) – Niedersächsische Bauern werden im kommenden Jahr Bio-Rüben anbauen. Gegenüber dem Landvolk-Pressedienst teilte die Nordzucker AG in Braunschweig mit, dass sie in der nächsten Kampagne mit der Produktion von Bio-Zucker beginnen wird.

Den Zucker aus Öko-Anbau wird es jedoch vorerst nicht im Lebensmittelhandel geben, Zielgruppe ist vielmehr die Verarbeitungsindustrie. Hintergrund sind neue Bestimmungen in den EU-Regelungen zur Bio-Produktion, nach denen beispielsweise in Bio-Marmelade auch Bio-Zucker drin sein muss. Der Umfang der neuen Produktionsrichtung wird mit einer Anfangsmenge von 5.000 Tonnen Zucker vergleichsweise gering sein und nur wenige Tagesproduktionen einer Fabrik umfassen, die Bio-Rüben sollen deshalb gleich zu Beginn der Kampagne verarbeitet werden. Im Gespräch ist der Standort Groß-Munzel bei Hannover. Weil im Endprodukt Zucker Unterschiede zwischen ‚konventionell‘ und „Bio“ mit keinem Analyse-Verfahren der Welt nachweisbar sind, soll der Anbau im Vertrag erfolgen. Dabei müssen sich die Bauern strengen Kontrollen durch die Nordzucker unterwerfen. Dies beginnt bereits beim Saatgut, das nur über die Nordzucker aus Bio-Vermehrungsbetrieben bezogen werden darf. Für die Bio-Rüben erhalten die Anbauer einen Preisaufschlag von 25 Euro je Tonne auf den normalen Rübenpreis.

Unterdessen ist die Rübenernte nach ergiebigen Niederschlägen etwas ins Stocken geraten. Für einige Tage herrschte Stillstand, inzwischen laufen die Roder jedoch wieder. Allerdings gibt es auf den nassen Böden immer wieder Beeinträchtigungen, auch müssen die Bauern eine stärkere Verschmutzung der Rüben in Kauf nehmen. Witterungsbedingt ist nun kaum noch mit ei-nem Anstieg der bisher eher unterdurchschnittlichen Zuckergehalte zu rechnen. Nach der geringfügigen Verzögerung muss noch ungefähr ein Drittel der Rüben gerodet werden.

Links zum Thema Zuckerrüben, Links zum Bundesland %url4%Niedersachsen%/%.

Niedersachsen: Statistiker werten täglichen Speiseplan aus

Themen: Archiv — info @ 12:10

Aus kleinen Rationen werden ganze Güterzüge – Zahlen interessieren viele Branchen

Hannover (agrar.de) – Ernährungswissenschaftler empfehlen mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. In der Summe aber ergeben sie doch recht beträchtliche Mengen, die ein durchschnittlicher Niedersachse Jahr für Jahr verzehrt. Der Landvolk-Pressedienst zitiert Berechnungen des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik, wonach beispielsweise 76 kg Mehl in Form von Brot, Backwaren, Nudeln oder ähnlichem von jedem Bürger verspeist werden. Auf eine annähernd gleich große Menge bringen es die Kartoffeln, wobei diese heute bevorzugt in Form von Ver-arbeitungsprodukten auf den Teller kommen. Exakt doppelt so hoch ist die Obstverzehr, wobei nach Ansichten von Ernährungswissenschaftler dieser Anteil an der täglichen Nahrungsaufnahme durchaus noch Steigerungsraten verkraften könnte. Gleiches gilt für den Gemüseverbrauch, der zurzeit bei 90 kg liegt. 35 kg Zucker vernaschen die Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen, und zwar zum überwiegenden Teil in Form von Erfrischungsgetränken. 330 l Milch bereichern jedes Jahr den Speisezettel, sowie 222 Eier. Und schließlich runden 64 kg Fleisch und Fleischwaren in Jahr das tägliche Essvergnügen ab.

Diese noch gut vorstellbaren Zahlen summieren sich bei rund acht Millionen Einwohnern auf recht beachtliche Mengen auf. So werden für das tägliche Brot aller Niedersachsen im Jahr 750.000 t Brotgetreide, das sind immerhin 30.000 Güterzugwaggons, benötigt. 550.000 t Kartoffeln werden im Jahr benötigt, um die Bürgerinnen und Bürger Niedersachsens satt zu machen. Das entspricht einer Anbaufläche von knapp 12.300 ha. 1,1 Millionen t Obst und 700.000 t Gemüse sorgen für Vitamine und Mineralien. Von den tierischen Lebensmitteln werden im Jahr 2,6 Millionen t Milch, 1,74 Milliarden Eier sowie 665.000 t Fleisch und 100.000 t Fisch benötigt.

Diese Zahlen hat das niedersächsische Landesamt für Statistik aus den Daten der Ernte- und Betriebsberichterstatter errechnet. Sie fließen unter anderem in die Berechnung der Wirtschaftsleistung der Landwirtschaft im Rahmen der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung ein. Sie werden aber auch von Klimaexperten genutzt, um die CO2-Bindung der pflanzlichen Produkte und in den Böden zu berechnen. Die Ernährungsindustrie nutzt solche Zahlen für ihre Kalkulation und Ernährungswissenschaftler oder Mediziner beobachten die Ernährungsgewohnheiten der Menschen und geben dazu bestimmte Empfehlungen ab.

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Flächen von Asphalt und Beton befreien statt Streuobstwiesen anlegen

Themen: Archiv — info @ 11:10

Flath fordert verstärkte Entsiegelung von Industriebrachen als Ausgleichsmaßnahme

Dresden (agrar.de) – Vor dem Hintergrund der Hochwasserkatastrophe hat sich Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath für eine stärkere Entsiegelung von Industriebrachen ausgesprochen. Flath schlug vor, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die das Naturschutzgesetz für Flächeneingriffe vorschreibt, mehr als bisher dafür zu nutzen.

‚Wenn Boden durch Gewerbeansiedlungen auf der grünen Wiese verloren geht, sollten an anderer Stelle Flächen von Asphalt und Beton befreit werden, statt neue Streuobstwiesen anzulegen‘, sagte Flath anlässlich des 10. Jahrestages des Sächsischen Naturschutzfonds in Meißen. Der Verlust an Boden könne nur durch Rückgabe anderer Flächen an die Natur sinnvoll kompensiert werden. Im Freistaat verschwinden täglich 8 Hektar Boden, das sind etwa 15 Fußballfelder, durch Versiegelung. Diese Entwicklung müsse gestoppt werden, so Flath. Da Entsiegelungs- und Abrissarbeiten im Vergleich zu Biotoppflege oder Anlage von Streuobstwiesen deutlich teurer sind, schlug Flath vor, auch Geld von Ausgleichsabgaben zur Rückgewinnung von Natur und Landschaft einzusetzen. Ein solches Modellprojekt kön-ne durch den Naturschutzfonds finanziert werden. Dort, wo es bei Bauvorhaben zu Eingriffen in Natur und Landschaft kommt, kann laut Naturschutzgesetz die Gestattungsbehörde für ’nicht vermeidbare Flächeninanspruchnahme‘ eine Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen oder sofern diese nicht möglich sind, eine Ausgleichsabgabe anordnen.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

Wiederentdeckung der Ziege

Themen: Archiv — info @ 11:10

Münster (agrar.de) – Seit Beginn der 80er Jahre findet eine Wiederentdeckung der Ziege statt. Das hat viele Gründe. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe ist die Ziege ein liebenswerter, vorwitziger und eigensinniger ‚Gefährte‘. Sie ist in der Lage, extensive Grünlandflächen und teilweise verbuschte Landstriche als Nahrungsquelle aufzuschließen, um mit Milch und Fleisch wertvolle und gesunde Nahrungsmittel zu liefern.

Ferner hat die Reiselust der Deutschen vor allem in das südliche Europa dazu beigetragen, Produkte der Ziege auszuprobieren, die dort auf dem täglichen Speiseplan stehen. Diese Ziegenprodukte werden auch in Deutschland verstärkt nachgefragt.

Anfang der 20er Jahre gab es in Westfalen-Lippe etwa 280.000 Ziegen und mehr als 100.000 Mitglieder im 1907 gegründeten Landesverband der Ziegenzüchter. 1941 waren immerhin noch 130.000 Ziegen vorhanden und 64.000 Mitglieder registriert. Mit Beginn der 60er Jahre ging es dann mit der Ziegenzucht und -haltung in Westfalen rapide bergab. Es kam der wirtschaftliche Aufschwung und die Produkte der Ziegenhaltung waren nicht mehr notwendig, um die Existenz zu sichern. Die ‚Kuh des kleinen Mannes‘ wurde zunehmend zu einem Zeichen von Armut und Bedürftigkeit.

1981 wurde mit 1.300 Ziegen in ganz Westfalen-Lippe der absolute Tiefpunkt erreicht. Der Ziegenzuchtverband hatte lediglich 145 Mitglieder, die knapp 300 Ziegen hielten. Im Jahr 2000 wurde der Ziegenbestand in Westfalen-Lippe auf etwa 8.500 Tiere geschätzt. Davon waren ca. 1.800 Ziegen im Verband erfasst, die von 122 Mitgliedern betreut wurden. Im Westfälischen Zuchtbuch wurden von 98 Herdbuchzüchtern etwa 1.000 Zuchtziegen und Zuchtböcke mit ihren Abstammungs-, Bewertungs- und Leistungsdaten registriert.

Der Ziegenbestand in Deutschland beträgt derzeit etwa 160.000 Tiere. Bundesweit gibt es ca. 200 landwirtschaftliche Betriebe, die mehr als 20 Ziegen halten und für die die Ziegenhaltung ein erwerbsmäßiges Standbein darstellt.

Im Landesteil Westfalen-Lippe werden vorwiegend Milchziegen der Rasse Weiße Deutsche Edelziege mit einem Rasseanteil in Höhe von 30 Prozent, Bunte Deutsche Edelziege (22 Prozent) und die Toggenburger Ziege (16 Prozent) gehalten. Als Besonderheit sind noch einige Zuchtziegen der Rassen Anglo-Nubier, Waliser Schwarzhals-Ziege, Thüringer Waldziege und Zwergziege vertreten. Die Fleischziegenhaltung nimmt in den vergangenen Jahren zu, so dass sie inzwischen einen Rasseanteil von etwa 15 Prozent erreicht.

Links zum Thema Ziegen.

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