19. September 2002

EU-Strategie für die europäische Fischzucht fördert den Arbeitsmarkt, den Verbraucherschutzes und eine gesunde Umwelt

Themen: Archiv — info @ 12:09

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat erstmals eine Strategie für die nachhaltige Entwicklung der europäischen Fischzucht (Aquakultur) vorgestellt. Sie ist Teil einer Reihe von Kommissionsvorschlägen zur Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik.

Die Aquakultur kann in den Küstengebieten, die unter anhaltender Unterbeschäftigung leiden, die dringend benötigten Arbeitsplätze schaffen. Sie versorgt den Markt mit einem gleichmäßigen Angebot an sicheren, hochwertigen und preiswerten Fischereierzeugnissen. ‚Dabei verfolgt die Kommission zweifelsohne ehrgeizige Ziele. Wir wollen in den nächsten Jahren im Fischereisektor, der erhebliche Arbeitsplatzverluste hinnehmen musste, 8.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Aber mit unserer Strategie machen wir ebenfalls deutlich, dass die Förderung der Fischzucht nicht auf Kosten von Umwelt, Lebensmittelsicherheit oder Qualität gehen darf‘, erklärte Franz Fischler, EU-Kommissar für Landwirtschaft, Entwicklung des ländlichen Raums und Fischerei.

Fischler wird diesen Vorschlag dem Fischereirat vorlegen, der am 24. September tagt. Andere konkrete Reformvorschläge werden in Kürze folgen. Sie betreffen die Fischerei im Mittelmeer, die Verbesserung der wissenschaftlichen Gutachten, die Kontrolle und Überwachung der Fischereitätigkeit und die Fischerei außerhalb der EU-Gewässer.

Eine Strategie für einen wirtschaftlich unabhängigen Sektor

Die Strategie der Kommission umfasst drei Ziele:

– Schaffung sicherer Arbeitsplätze insbesondere in den fischereiabhängigen Gebieten: Ziel ist die Schaffung von 8.000 bis 10.000 Arbeitsplätzen (Vollzeitäquivalent) im Zeitraum 2003-2008.

– Erzeugung sicherer und hochwertiger Fischereierzeugnisse und Förderung hoher Tiergesundheits- und Tierschutzstandards.

– Sicherstellung der Umweltverträglichkeit dieses Sektors.

Hierzu schlägt die Kommission folgende Maßnahmen vor:

Sichere Arbeitsplätze

Die Aquakultur bietet Beschäftigungsalternativen für Fischer, die die Fangwirtschaft aufgegeben haben. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze in diesem Sektor soll insbesondere durch eine jährliche Steigerung der Erzeugung um 3,4 Prozent bis 4 Prozent erreicht werden.

Steigerung der Erzeugung: Die Steigerung der Erzeugung muss über die Diversifizierung durch die Zucht neuer Arten und die Verbesserung der Umweltverträglichkeit erfolgen. Zu diesem Zweck sollten Beihilfen auf Maßnahmen ausgerichtet werden, die vorhandene Betriebe stärken und die Aus- und Fortbildung, Überwachung, Forschung und Entwicklung zur Förderung sauberer Fischzuchttechniken fördern. Besondere Unterstützung sollten Aquakulturtätigkeiten erhalten, die in verstärktem Maß zum Umweltschutz beitragen. Die bestehenden Rechtsvorschriften für die ökologische Landwirtschaft werden auf die Aquakultur ausgedehnt.

Wettbewerb um geeignete Standorte: In einigen Gebieten wird das Wachstumspotenzial bereits durch den Wettbewerb um geeignete Standorte gebremst. So erheben die handwerklichen Fischerei, die Aquakultur und der Fremdenverkehr gleichermaßen Anspruch auf den knappen Raum. Nach Auffassung der Kommission sollte die Aquakultur in das integrierte Küstenzonenmanagement einbezogen werden, das am besten geeignet ist, die vielfältige Nutzung der Küstengebiete zu regeln.

Förderung der Nachfrage: Die Nachfrage nach Aquakulturerzeugnissen ließe sich durch neue Gütezeichen und Maßnahmen zur Verbesserung des Branchenimages fördern. Die Mitgliedstaaten erhalten Anreize, um Maßnahmen zur Sammlung und Weitergabe von Informationen zu fördern, da bessere Kenntnis zur besseren Vermarktung beiträgt. Die Fischzüchter werden angehalten, Partnerschaften aufzubauen, um ihr Angebot untereinander abzustimmen und auf diese Weise das Fehlen größenbedingter Kostenvorteile auszugleichen.

Soziale Erwägungen: Die Aquakultur spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Küsten und des ländlichen Raums und beim Versuch, den Niedergang der Küstengemeinden aufzuhalten. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, die Fördermittel für die Aquakultur im Rahmen der Halbzeitbewertung der EU-Strukturfonds in den Jahren 2003-3004 anzupassen. Die Kommission unterstreicht die Bedeutung der Erwerbstätigkeit von Frauen und fördert die Durchführung von Programmen des Europäischen Sozialfonds zur Verbesserung der Chancengleichheit in der Aquakultur.

Verbesserung der Verwaltung: Die Beteiligten müssen stärker in die Entwicklung der Aquakultur einbezogen werden. Angesichts des Fehlens spezieller Rechtsvorschriften für die Aquakultur – trotz einzelstaatlicher Maßnahmen zur Durchführung der EU-Richtlinien – gibt es Spielraum für die Entwicklung von Verhaltens- und Praxiskodizes zur Eindämmung der Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen.

Sicherheit von Aquakulturerzeugnissen und Tierschutz

Öffentliche Gesundheit: Wegen der Notwendigkeit, den Verbrauchern einen hohen Gesundheitsschutz zu gewährleisten, hat die Kommission die Rechtsvorschriften für die Lebensmittelhygiene neu gefasst. Für die Jahre 2004 und 2006 ist eine Überprüfung des Dioxingehalts von Lebensmitteln und Tierfutter vorgesehen, die darauf abzielt, die zulässigen Höchstwerte zu senken. Die derzeitige Überwachung und Kontrolle auf das Vorhandensein von Antibiotika und anderen Rückständen in Aquakulturerzeugnissen wird verschärft. Die schädliche Algenblüte, die die öffentliche Gesundheit bedroht und die Fischbestände schädigt, muss eingehender erforscht werden, weil sie eines der größten Hindernisse für die Schalentierzucht in Europa darstellt.

Tiergesundheit: Die Kommission wird in regelmäßigen Abständen die Rechtsvorschriften zur Tiergesundheit überarbeiten und vereinfachen. Außerdem schlägt sie vor, einige der bestehenden Arzneimittelvorschriften zu ändern, um den besonderen Erfordernissen der Aquakultur Rechnung zu tragen.

Tierschutz: Durch die Verbesserung der Haltungsbedingungen ließe sich die Einstellung der Öffentlichkeit zur Intensivhaltung verbessern. Die Kommission beteiligt sich zur Zeit an einer Initiative des Europarats zur Formulierung einer diesbezüglichen Empfehlung für Zuchtfische. Wenn diese Empfehlung angenommen ist, wird die Kommission den Erlass entsprechender Rechtsvorschriften prüfen.

Eine umweltverträgliche Aquakultur

Eindämmung der Umweltbelastung: Es muss nach Wegen gesucht werden, um die Umweltbelastung, die die intensive Fischhaltung verursacht, einzudämmen und die Beeinträchtigung der Wasserqualität in der Nähe von Aquakulturanlagen zu verhindern. Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten und die Fischzüchter auf, mit Unterstützung des FIAF die Einrichtung von Anlagen zur Abwasserbehandlung zu fördern.

Eindämmung der Risiken durch nichtheimische Arten und gentechnisch veränderte Organismen: Um den Verlust an biologischer Vielfalt zu verhindern, wird die Kommission Maßnahmen zur Regelung der Einführung nichtheimischer Arten vorschlagen, die mit dem Verhaltenskodex des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) im Einklang stehen. Außerdem prüft sie die Notwendigkeit besonderer Vorschriften für transgene Fische.

Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung und Umweltverträglichkeitsprüfung: Die Kommission wird prüfen, inwieweit die intensive Fischhaltung in die Richtlinie über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung, die potenziell umweltbelastende Tätigkeiten regelt, einbezogen werden kann.

Forschung: Die Forschung ist für die Aquakultur von entscheidender Bedeutung. Allerdings halten die hohen Kosten für Forschung und Entwicklung viele Aquakulturbetriebe davon ab, die notwendigen Investitionen in diesem Bereich zu tätigen. Es wäre daher denkbar, dass der FIAF Aquakulturbetriebe unterstützt, die in kleinem Umfang angewandte Forschung betreiben. Weitere Fördermittel werden voraussichtlich mit dem sechsten Forschungs-Rahmenprogramm bereitgestellt.

Hintergrund

Die Aquakultur ist schon seit langem in Europa eingeführt; das Aufkommen der intensiv betriebenen Fischhaltung ist dagegen eine relativ neue Entwicklung und unterliegt insofern den Preisschwankungen, die alle neuen, rasch wachsenden Zweige der Ernährungswirtschaft kennzeichnen. Ihre Zukunft wird davon abhängen, inwieweit sie wirtschaftlich unabhängig werden und sich auf die Umweltgegebenheiten einstellen kann.

Die Aquakultur in der EU bietet mit 57.000 Arbeitsplätzen (Vollzeitäquivalent) 80.000 Menschen eine Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung. Sie ist in der EU weit verbreitet und findet sich oft in ländlichen Gebieten oder Randlagen, die unter anhaltender Unterbeschäftigung leiden. Die wichtigsten Erzeugnisse der Aquakultur sind Fisch (Forelle, Lachs, Seebarsch und Goldbrasse) und Schalentiere (Miesmuscheln, Teppichmuscheln und Austern).

Im Jahr 2000 belief sich die Erzeugung auf 1.315.000 Tonnen und einen Wert von 2.500 Mio. Euro, das sind 17 Prozent der Menge und 27 Prozent des Wertes der gesamten Erzeugung des Fischereisektors in der EU. Mit dieser Strategie zur nachhaltigen Entwicklung macht die Kommission deutlich, welche Bedeutung sie dem Aquakultursektor beimisst.

Der Vorschlag der Kommission kann auf der Website der Generaldirektion Fischerei abgerufen werden.

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Syngenta: Bt-Mais in der Wetterau ist amtlich zugelassen

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 12:09

Keine Gefahr für den Verbraucher – Syngenta überprüft formale Vorgänge

Maintal (agrar.de) – Das Unternehmen Syngenta betont, dass der Bt-Mais 176, der in der Nähe von Wölfersheim, Wetterau, angeblich illegal angebaut wird (unsere Meldung), offiziell für Nahrungs- und Futtermittelzwecke zugelassen ist. Dieser Mais ist auf seine gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft, der Anbau für die Jahre 2001 und 2002 grundsätzlich genehmigt. Schon vor der abschließenden Bewertung durch die Behörden scheint klar: Der betroffene Landwirt hat für das Jahr 2001 vorgesehenes Saatgut in diesem Jahr ausgesät, ohne darüber zu informieren. ‚Warum dieser Mais nur deshalb gefährlich sein soll, weil sich die Jahreszahl auf dem Kalenderblatt geändert hat, erschließt sich uns nicht ganz‘, so Dr. Hans-Theo Jachmann, Geschäftsführer der Syngenta Deutschland GmbH. Um ähnliche Fälle in Zukunft zu vermeiden, hat das Unternehmen begonnen, noch vorhandenes Restsaatgut zurückzunehmen.

Syngenta betont, dass die kritisierte fehlende Begleitforschung zum Praxis Anbau nicht wegen bestehender Sicherheitsbedenken vorgeschrieben sei. Begleitende Forschung und Beobachtung findet vielmehr statt, um Erkenntnisse für Anbau und Fütterung in der Praxis zu gewinnen. Der Vorwurf, dass die fehlende Begleitforschung ein Sicherheitsrisiko bedeute, ist deshalb nicht folgerichtig.

Dennoch nimmt das Unternehmen die Diskussion ernst und wird Vorschläge zur Verbesserung der bisher nicht eindeutig geregelten Prozesse unterbreiten und im Einvernehmen mit den Behörden umsetzen. ‚Konstruktiven Vorschlägen stehen wir in diesem Zusammenhang offen gegenüber‘, so Jachmann weiter. Niemand wolle dem Verbraucher irgendetwas unterschieben.

Der Fall Wölfersheim zeigt einmal mehr, dass es an der Zeit ist, in Deutschland eine klare Position für oder gegen die Grüne Gentechnik zu beziehen. Technologische Innovationen können ihre Potenziale nur unter berechenbaren Rahmenbedingungen wirklich entfalten. Das Spannungsfeld, in dem sich heute die deutsche Landwirtschaft und insbesondere die Grüne Gentechnik bewegt, verursacht einen auf Dauer nicht zu bewältigenden Spagat zwischen einer ‚Null-Risiko-Mentalität‘ und wissenschaftlichen bzw. ökonomischen Fakten. Die Zunahme an Regulierungsmaßnahmen erschwert zusehends die landwirtschaftliche Produktion, ohne die Verbrauchersicherheit zu erhöhen.

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Gen-Mais der Firma Syngenta außer Kontrolle

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 11:09

Greenpeace deckt illegale Felder mit genmanipuliertem Mais in Hessen auf

Frankfurt/Wölfersheim (agrar.de) – Illegaler Gen-Mais wächst nach neuen Recherchen von Greenpeace auf mindestens drei Feldern in Wölfersheim (Wetteraukreis/Hessen). Der Gen-Mais Bt-176 des Saatgut-Konzerns Syngenta darf wegen Sicherheitsbedenken nach geltendem Recht nur in Verbindung mit begleitender Forschung angebaut werden. Syngenta und das zuständige Regierungspräsidium Gießen wussten jedoch nichts über die genmanipulierten Maisfelder, begleitende Forschung fand nicht statt. Insbesondere Syngenta versäumte zu kontrollieren, wo ihre Gen-Saat angebaut wurde. Damit sind die Felder illegal. Ende Juli spürte Greenpeace erstmals in der Region einen heimlichen und illegalen Acker mit Syngenta-Mais auf.

‚Die Gen-Industrie versagt bei der Kontrolle ihrer Gen-Pflanzen‘, sagt Henning Strodthoff, Gentechnik-Experte von Greenpeace. ‚Sie schert sich nicht einmal um gesetzliche Auflagen und wälzt das Risiko auf Landwirte, Verbraucher und die Umwelt ab. Die illegalen Äcker zeigen erneut, dass Gen-Saatgut grundsätzlich nicht angebaut werden darf. Syngenta muss jetzt dafür sorgen, dass der Gen-Mais unschädlich gemacht wird und der Landwirt nicht auf dem Schaden sitzen bleibt.‘

Die Gen-Saat auf den hessischen Äckern ist Teil der 50 Tonnen Gen-Saatgut, die das Bundessortenamt (BSA) in Hannover zum Anbau in Deutschland zuließ. Der Gen-Mais Bt-176, der in Wölfersheim wächst, stammt vermutlich aus Restbeständen des Saatgutes von letztem Jahr. Bislang hat Syngenta nicht dafür gesorgt, die Bestände kontrolliert zu beseitigen. Erst nach dem letzten Skandal Ende Juli begann Syngenta, altes Saatgut zurückzurufen. Das Regierungspräsidium leitete inzwischen ein Verfahren gegen die Firma ein.

‚Der Konzern Syngenta vernachlässigt seine Pflichten sträflich. Der illegale Gen-Mais breitet sich unkontrolliert aus und gelangt in Tierfutter und eventuell sogar in Lebensmittel‘, sagt Strodthoff. ‚Obwohl die große Mehrheit der Verbraucher und Landwirte keine Gentechnik auf dem Acker und in Lebensmitteln will, wird sie ihnen von der Gen-Industrie fahrlässig untergeschoben.‘

Der Mais Bt-176 bildet durch Genveränderung ein Insektengift, das jedoch nicht nur unerwünschte Insekten wie den Maiszünsler tötet, sondern zum Beispiel auch die Raupen von Schmetterlingsarten gefährdet. Zudem enthält der Bt-Mais ein Gen, das ihn gegen Antibiotika widerstandsfähig macht. Über Tierfutter und Lebensmittel kommen Antibiotika-Resistenzgene im Darm in Kontakt mit Krankheitserregern, die ebenfalls immun gegen Antibiotika werden können. Ärzte warnen davor, dass die Behandlung von Patienten immer schwieriger wird, da die Antibiotika durch die zunehmende Resistenzen wirkungslos werden.

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Künast gibt grünes Licht für mehr Flächenstilllegung nach Hochwasser

Themen: Archiv — info @ 11:09

Berlin (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Renate Künast hat heute grünes Licht gegeben für die Anhebung des Höchstsatzes für die freiwillige Flächenstilllegung auf 50 Prozent zur Ernte 2003. Damit wird vor allem Landwirten geholfen, die als Folge des Hochwassers einen großen Teil ihrer Ackerflächen nicht nutzen können. ‚Sie können mit der Stilllegungsprämie einen Teil des Verlustes auffangen und gewinnen zudem Zeit für sorgfältige Untersuchungen von Schlämmen und Rückständen der Flut,‘ sagte Künast in Berlin. ‚Wir sollen sicher sein, dass die Böden in Ordnung sind, wenn sie wieder bestellt werden, und das ist möglicherweise im Frühjahr noch nicht der Fall.‘

Derzeit beträgt der Höchstsatz für die Stilllegung von Ackerflächen 33 Prozent, davon sind 10 Prozent verbindlich. Im Regelfall wird der Höchstsatz aber nicht ausgeschöpft. Daher kann davon ausgegangen werden, dass die vermehrte Stilllegung auf Hochwassergebiete beschränkt bleiben wird.

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Schweinepest: Impfaktion wird auf Pfalz ausgedehnt

Themen: Schweinepest,Tierseuchen — info @ 11:09

Mainz (agrar.de) – Die Impfaktion gegen Schweinepest wird auch auf die Pfalz ausgedehnt. Diese Entscheidung sei Anfang September aufgrund der festgestellten erhöhten Virusinfektionen bei Wildschweinen in der Pfalz in den vergangenen Monaten gefallen, wie Umweltministerin Margit Conrad bekannt gab.

Das Gebiet für die Auslage der Impfköder steht bereits weitgehend fest. Vorgesehen sind die Kreise Südwestpfalz, Südliche Weinstraße, Bad Dürkheim, Kaiserslautern, der Donnersbergkreis sowie Teile der Kreise Kusel, Bad Kreuznach sowie Alzey-Worms. Die Kosten für die geplante Auslage belaufen sich auf ca. 750.000 Euro.

‚In der Eifel haben sich die in diesem Jahr durchgeführten Impfaktionen bislang als erfolgreich erwiesen,‘ so die Ministerin. Bei ca. der Hälfte aller erlegten Wildschweine seien Antikörper nachgewiesen worden. Für die Aktion, die noch im Herbst fortgeführt wird, sind insgesamt 1,5 Millionen Euro veranschlagt, die vom Land getragen werden.

Die Ministerin macht gleichzeitig deutlich, dass Impfen nicht die Vorbeugung und Vorsorge der landwirtschaftlichen Betriebe ersetzt. Die Schutzvorkehrungen auf den Höfen ist das einzige, was wirklich sofort hilft. Alle anderen Maßnahmen – wie Impfen oder die Reduzierung der Schwarzwildbestände – wirken nur mittelfristig.

Links zum Thema Schweinekrankheiten, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

Mehr Obstbäume in Sachsen

Themen: Archiv — info @ 11:09

Dresden (agrar.de) – In Sachsen stehen nach Angaben des Statistischen Landesamtes 6,1 Millionen Obstbäume, deren Früchte für den Verkauf bestimmt sind. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Obstanbau vor fünf Jahren sind das rund 800.000 Bäume (15 Prozent) mehr. Die Obstanbaufläche nahm dagegen nur um 130 Hektar (3 Prozent) auf knapp 3.950 Hektar zu.

Somit werden die Obstanbauflächen durch immer höhere Pflanzdichten intensiver genutzt. Auf gut einem Drittel der Anbaufläche stehen Bäume in Dichtpflanzungen von 1.600 und mehr Bäumen je Hektar. Die durchschnittliche Baumzahl in den Dichtpflanzungen liegt bei 2.545 Bäumen je Hektar. Pflanzdichten von mehr als 4.000 Obstbäumen je Hektar sind keine Seltenheit.

In den sächsischen Obstanlagen sind überwiegend Apfelbäume zu finden. Auf 2.700 Hektar (68 Prozent der gesamten Obstanbaufläche) stehen 5,1 Millionen Apfelbäume. In der Hitliste der Apfelsorten führt Idared vor Golden Delicious, Jonagold, Gala und Shampion. Sauerkirschen stellen mit rund 713.000 Bäumen die zweitwichtigste Obstart im heimischen Marktobstbau dar. Danach folgen Birnen (112.000 Bäume), Süßkirschen (63.000 Bäume) sowie Pflaumen und Zwetschgen (53.000 Bäume).

Mit der Erzeugung von Baumobst für den Verkauf befassen sich momentan 69 Betriebe in Sachsen. 14 Betriebe haben eine Baumobstfläche von mehr als 100 Hektar. Sie verfügen über rund zwei Drittel der gesamten sächsischen Anbaufläche und Obstbäume.

Regionale Schwerpunkte des sächsischen Obstanbaus sind die Landkreise Sächsische Schweiz (1.300 Hektar; 2,1 Millionen Obstbäume) und Torgau-Oschatz (800 Hektar; 1,2 Millionen Obstbäume).

Die Ergebnisse stammen aus der Obstanbauerhebung 2002. Erfasst wurden ausschließlich Flächen und Bäume im Marktobstbau.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

Schleswig-Holstein: 3 000 ha Kohl in Dithmarschen

Themen: Archiv — info @ 11:09

Kiel (agrar.de) – Nach vorläufigen Ergebnissen der diesjährigen Gemüseanbauerhebung wurde 2002 in Schleswig-Holstein auf insgesamt 6.420 ha Gemüse angebaut: Gegenüber dem Vorjahr (6.380 ha) wurde die Fläche mit Gemüse geringfügig ausgeweitet.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, ist der Kopfkohl mit einer Fläche von 3.380 ha – darunter 2.660 ha Weißkohl, 510 ha Rotkohl und 210 ha Wirsing – die Hauptkultur unter den angebauten Gemüsearten. Mit – wie im Vorjahr – knapp 3.000 ha liegt der Anbauschwerpunkt in Dithmarschen, dem bundesweit größten geschlossenen Kohlanbaugebiet. Dies gilt ebenfalls für den Anbau von Möhren, der landesweit auf erstmals 1.040 ha – darunter 890 ha in Dithmarschen – leicht anstieg. Mehr als zwei Drittel der Flächen mit Gemüse entfallen in Schleswig-Holstein auf den Anbau von Kopfkohl und Möhren, in Dithmarschen beträgt der Anteil sogar 84 Prozent. Größer als im Vorjahr waren auch die Flächen mit Frischerbsen, Buschbohnen, Kohlrabi und Porree. Die Fläche mit Spargel (375 ha) entspricht dem vorjährigen Umfang.

Die Erdbeerfläche war mit 810 ha um 3 Prozent kleiner als 2001. Die vorgesehenen Rodungen und Neupflanzungen lassen einen weiteren leichten Anbaurückgang erwarten.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Bundesweite Aktion für erneuerbare Energien und gegen neue Kernkraftwerke

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 11:09

(Paderborn) – Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) übergibt heute in Bielefeld einen Aufruf für erneuerbare Energien und gegen neue Kernkraftwerke an Bundeskanzler Gerhard Schröder. Die Aktion geht auf die Initiative Neue Energie (I.N.E.) zurück, die innerhalb von nur vier Wochen in deutschen Städten bereits 75.000 Unterschriften sammeln konnte.

Täglich gehen Tausende von neuen Unterschriften ein. I.N.E.-Sprecher Ralf Fortströer: ‚Wir haben praktisch nur Zustimmung erfahren. Die Menschen wollen keine neuen Kernkraftwerke und auch nicht die Aufhebung der vereinbarten Laufzeitbregrenzung.‘ Stattdessen werde der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien gefordert. Fortströer: ‚Der Wahlkampf hat leider gezeigt, dass sich dies noch nicht bei allen Politikern und Parteien durchgesetzt hat. Mit unserer Aktion haben wir erreicht, dass die Fragen Klimaschutz und erneuerbare Energien stärker in den Mittelpunkt gerückt wurden.‘

BEE-Präsident Johannes Lackmann: ‚Mit dem Erneuerbare-Energien- Gesetz ist in Deutschland ein beispielloser Ausbau der regenerativen Energien erreicht worden. Dies darf heute nicht in Frage gestellt werden. Inzwischen werden bereits über 8 Prozent des deutschen Stromes durch Wasser, Wind, Biomasse und Sonnenenergie erzeugt.‘

Insgesamt sind 130.000 Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energien geschaffen worden. Neben der Erhaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes müssten nach Ansicht des BEE in der nächsten Legislaturperiode verbesserte Rahmenbedingungen für regenerative Wärme und die Erzeugung biogener Treibstoffe geschaffen werden. Die Steuerbefreiung für Biokraftstoffe sei dafür kurz vor der Wahl ein gutes Signal gewesen.

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Erste Million Euro Fluthilfe für Brandenburger Bauern ausgezahlt

Themen: Archiv — info @ 11:09

Potsdam (agrar.de) – Auf insgesamt 88 Mio. Euro beläuft sich nach Mitteilung von Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler die Schadenbilanz nach dem Elbe-Hochwasser im Agrar- und Umweltbereich. Das Hochwasser an der Elbe und ihren Nebenflüssen hat in brandenburgischen Landwirtschaftsbetrieben zu Verlusten in Höhe von 12 Mio. Euro verursacht. Die Schäden an der ländlichen Infrastruktur – Deiche, Wege, Brücken, Wasserbauwerke – summieren sich auf 76 Mio. Euro. Dies geht aus einer präzisierten Schadensübersicht vor, die Birthler nach Auswertung der Meldungen aus den vier Hochwasserkreisen Elbe-Elster, Havelland, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz heute in Potsdam vorgestellt hat.

Auf Hochtouren laufen derzeit auch die Hilfsmaßnahmen für von der Flutkatastrophe geschädigte Landwirtschaftsbetriebe. Birthler: ‚Bislang liegen in Potsdam 232 Anträge auf Schadensregulierung vor. Die Abarbeitung erfolgt schnell und unbürokratisch. Gestern Abend hat die Arbeitsgruppe ,Elbehochwasser‘ im Agrar- und Umweltministerium die erste Million Fluthilfe für brandenburgische Bauern bewilligt. Parallel dazu wurden vier Verwaltungsvereinbarungen mit dem Bund zur Unterstützung der Flutopfer auf den Weg gebracht. Mit den am meisten geschädigten Agrarbetrieben laufen derzeit Einzelgespräche unter Beteiligung der Kreise und der Banken.‘

Größter Posten mit rund 8,2 Mio. Euro sind die Schäden auf Äckern und Wiesen sowie bei den Baumschulen. Die weiteren Schäden verteilen sich auf Verluste an Maschinen, Anlagen und Gebäuden sowie auf Mehrkosten wie die Evakuierung Tausender Tiere oder die Beräumung nach dem Hochwasser.

Insgesamt haben 232 Agrarbetriebe Anträge auf eine Soforthilfe gestellt, 63 im Havelland, 76 in der Prignitz, 73 in Elbe-Elster sowie 20 in Ostprignitz-Ruppin.

Bei 25 Agrarbetrieben liegt die Schadenssumme weit über 100.000 Euro. Mit diesen schwer geschädigten Unternehmen laufen gegenwärtig vom Agrar- und Umweltministerium initiierte Rundtischgespräche unter der Beteiligung der Kreise und der Hausbanken.

Schäden an der ländlichen Infrastruktur

Vor allem durch hohe Wasserstände, Qualmwasser und Deichverteidigung sind in den flussnahen Gebieten Schäden in zweistelliger Millionenhöhe zu verzeichnen.

So müssen für die Sanierung zerstörter und beschädigter Deiche im Sofortprogramm 36,4 Mio. Euro eingeplant werden plus 11,6 Mio. Euro für Folgemaßnahmen. Etwa 11 Mio. Euro kostet die Wiederherstellung zerstörter Deichverteidigungswege und von beschädigten, deichnahen Fließen. 10 Mio. Euro müssen für Schöpfwerke und Wehre an Gewässern zweiter Ordnung eingeplant werden.

Etwa 1 Mio. Euro kostet die Wiederherstellung von Rückhaltebecken.

Auf 46 Kilometer Länge wurden land- und forstwirtschaftliche Wege zerstört. Dies schlägt nach aktuellen Schätzungen mit rund 5,2 Mio. Euro zu Buche. Zwei Brücken, die wiedererrichtet werden müssen, kosten 500.000 Euro.

Links zum Thema Hochwasser, Links zum Bundesland Brandenburg.

Startschuss für den LandfrauenService Rheinland-Süd

Themen: Archiv — info @ 11:09

Bonn (agrar.de) – 22 Landfrauen zwischen Rhein, Sieg und Wupper haben den Schritt in einen neuen Markt auf dem Dienstleistungssektor gewagt und den LandfrauenService Rheinland-Süd ins Leben gerufen.

Unter dem gleichlautenden Logo bieten die Frauen Dienstleistungen vom Bauernhof an. Diese umfassen derzeit vier Angebote: Über den Kuchenservice werden Landfrauen vermittelt, die zu allen Anlässen ein Kuchenbuffet zubereiten, aufwendige Dekorationen inklusive. Unter dem Motto ‚Kinder auf dem Bauernhof‘ werden Kindergeburtstage oder der Besuch von Spiel- und Krabbelgruppen sowie Grundschulklassen auf Bauernhöfe in der Region vermittelt. Natur- und Kulturinteressierte können fachgerechte Gästeführungen durch den Rhein-Siegkreis, den Rheinisch-Bergischen und den Oberbergischen Kreis buchen. Schließlich bieten einige Landfrauen Feiern und Feste in der rustikalen Atmosphäre ihres Bauernhofes an.

Der LandfrauenService Rheinland-Süd ist aus einer Initiative der Landwirtschaftskammer Rheinland und der Rheinischen Landfrauenvereinigung entstanden. Die Frauen haben sich in den vergangenen Monaten in Lehrgängen speziell für ihre Arbeit qualifiziert. Sie wurden geschult, in Zukunft ihre hauswirtschaftlichen Fähigkeiten in Leistungen umzusetzen, die ihnen vergütet werden, um so einen zusätzlichen Beitrag zum Familieneinkommen zu leisten. Ein vergleichbares Projekt läuft schon seit einem Jahr sehr erfolgreich am Niederrhein.

Vermarktet werden die Dienstleistungen über ein LandfrauenServicebüro, das von Angela Esser geleitet wird. Es ist auf ihrem Hof in Kerpen eingerichtet und montags und mittwochs von 11 bis 13 Uhr besetzt, donnerstags von 19 bis 21 Uhr. Das Büro ist unter der Nummer 02275-914709, per Fax unter 02275-914710 und via E-Mail zu erreichen.

Links zum Thema Landfrauenservice.

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