26. September 2002

UFOP-Bericht 2001 / 2002 erschienen

Themen: Archiv — info @ 12:09

Züchtungsfortschritt und Optimierung beim Anbau von Raps

Bonn (agrar.de) – Raps wird zur Ernte 2002 auf rund 1,3 Millionen Hektar angebaut, was die historisch größte Rapsfläche in Deutschland bedeutet. Da die Vegetations- und Erntebedingungen durch Dauerregen sowie Hochwasserschäden sehr ungünstig waren, werden jedoch keine Rekorde wie im vergangenen Jahr erzielt. ‚Trotzdem möchte ich das Jahr als eines der erfolgreichsten seit dem Bestehen der UFOP bezeichnen‘, erklärte der Vorsitzende der Union zur Förderung der Oel- und Proteinpflanzen, Dr. Klaus Kliem, anlässlich der Veröffentlichung des UFOP-Berichtes 2001/2002.

Die UFOP-Arbeit habe wesentlich zur Entwicklung positiver Voraussetzungen für die Öl-saaten und Eiweißpflanzen beigetragen. Sie sei im Wesentlichen darauf ausgerichtet, die Stückkosten durch Züchtungsfortschritt und Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion zu senken, den Absatz bei Food- und Non-Food-Verwendungen zu verbessern und stabile Marktpreise wie tragfähige agrarpolitische Rahmenbedingungen zu erreichen und die konsequente Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Damit sei für den Raps sowohl bei den Landwirten als auch in der nichtlandwirtschaftlichen Öffentlichkeit eine positive Grundstimmung geschaffen worden. Dies habe geholfen, schwierige Situationen für die deutschen Landwirte im vergangenen Jahr besser zu verkraften, so Kliem.

Verstärktes bundespolitisches Engagement im Naturschutz gefordert

Themen: Archiv — info @ 12:09

Berlin (agrar.de) – Die Modernisierung der Naturschutzpolitik erfordert auch ein verstärktes bundespolitisches Engagement, um die regionalen Aktivitäten zu koordinieren und eine gemeinsame Orientierung anzustoßen. Aus diesem Grund sei die Entwicklung einer nationalen Naturschutzstrategie anzuregen, heißt es in einem Sondergutachten (Kurzfassung) des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen, das die Bundesregierung in einer Unterrichtung vorlegt.

Eine solche Strategie soll nach den Vorstellungen der Sachverständigen die naturschutzrelevanten Ansätze der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ausbauen und ergänzen. Notwendig sei eine stärkere Integration von Naturschutzbelangen in naturschutzrelevante Politikbereiche wie Landwirtschaft, Verkehr, Energie oder Tourismus.

Angesichts der zum Teil heftigen Konflikte bei der Umsetzung von Naturschutzzielen sei die Förderung der Akzeptanz von erheblicher Bedeutung. Erforderlich sei hier die Aufklärung der Öffentlichkeit über den Wert und die Gefährdung von Naturgütern.

Laut Gutachten ist zwar mit dem Bundesnaturschutzgesetz eine Stärkung und Modernisierung des Naturschutzes angestoßen worden, dennoch wird das im Naturschutzrecht enthaltene Instrumentarium nicht ausreichen, die fortschreitende Beeinträchtigung des Naturhaushalts aufzuhalten.

In dem Gesetz fehlten konkrete Vorgaben, die eine Umsetzung der bundesrelevanten Naturschutzziele sicherstellen und eine einheitliche Handhabung in den Ländern fördern. Dem Schutz von Natur und Landschaft sollen künftig eine der Bedeutung dieses Politikfelds angemessene politische Aufmerksamkeit und entsprechende personelle und finanzielle Ressourcen gewidmet werden.

Insgesamt falle die Gesamtbilanz der Naturschutzpolitik in Deutschland ernüchternd aus. Die Handlungskapazität sei nach Auffassung des Umweltrates unzureichend und die Durchsetzungsfähigkeit der Naturschutzvereine im Verhältnis zu lokalen und nationalen Wirtschaftinteressen oft vergleichsweise gering. Unzulänglich seien auch die rechtlichen Rahmenbedingungen.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

Arnold: Bisher kostenlose Leistungen des Waldes der Gesellschaft bewusst machen

Themen: Archiv — info @ 11:09

Baden-Württembergischer Forstverein tagt in Titisee-Neustadt

Neustadt (agrar.de) – ‚Es ist unbedingt notwendig, der Gesellschaft die vielfältigen kostenlosen Leistungen, die sie vom Wald und vom Waldbesitz erhält, bewusst zu machen‘, erklärte der Ministerialdirektor im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, Rainer Arnold, heute in Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) bei der Tagung des Baden-Württembergischen Forstvereins vor rund 200 Waldbesitzern und Forstleuten.

Nach einer Untersuchung der Baden-Württembergischen Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg betrage der jährliche gesellschaftliche Nutzen des Waldes in Baden-Württemberg, soweit er sich finanziell bewerten lasse, zirka 850 Millionen Euro. Allein die Erholungsfunktion habe die Forschungsanstalt mit über 310 Millionen Euro bewertet. Das seien etwa 30 Euro je Einwohner und Jahr. Bundesweit wurden 1996 die von den Forstbetrieben freiwillig erbrachten Leistungen zur Sicherstellung der Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes in Deutschland mit fast 200 Millionen Euro bewertet.

Mittlerweile gebe es Ansatzpunkte, für besondere Leistungen die Kosten zum Teil zu erstatten. ‚Baden-Württemberg hat in dieser Frage beispielgebend einen neuen Weg beschritten. Mit der Ausgleichszulage Wald ist es für den Bodenschutzwald erstmalig gelungen, einen Ausgleich für Infrastrukturleistungen des Waldes zu gewähren‘, stellte Arnold fest. An der Finanzierung beteilige sich die EU. Das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum arbeite daran, auf derselben Grundlage noch weitere Leistungen in den Ausgleich aufzunehmen. So befasse sich die Landesregierung außerdem mit Ausgleichsleistungen im Zusammenhang mit NATURA 2000. ‚Damit ist ein erster Schritt getan, dass die Gesellschaft Leistungen übernimmt, die bisher unentgeltlich waren‘, so Arnold.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Bundesland Baden-Württemberg

Potenzial von Biodiesel noch längst nicht ausgeschöpft

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 11:09

Stürmische Entwicklung der Produktion – Wissenschaftler unterstreichen Klimaschutz

Hannover (agrar.de) – Biodiesel hat in den vergangenen Jahren eine stürmische Entwicklung wie kein anderer Energieträger aus Biomasse vollzogen. Die Produktionskapazität in Europa hat sich nach Angaben des niedersächsischen Landvolk-Pressedienstes seit 1996 vervierfacht. Eine Vorreiterrolle nimmt dabei Deutschland ein: Mit derzeit 1,1 Millionen Tonnen (t) ist mehr als die Hälfte der gesamten europäischen Produktionskapazität von 2,1 Millionen t hier zu Lande entstanden, das ist seit 1998 eine Verzehnfachung. Ein weiterer stetiger Ausbau ist aufgrund der EU-Initiative zur Förderung von Biokraftstoffen zu erwarten, und weitere Anlagen sind bereits im Bau oder in der Planung. Nach den Plänen der EU sollen Biokraftstoffe bis zum Jahr 2010 einen Anteil von 5,75 Prozent erreichen. Schon jetzt steht der ‚Sprit vom Acker‘ in Deutschland flächendeckend zur Verfügung. Er kann an jeder zehnten Tankstelle gezapft werden, insgesamt 1.500 Tankstellen bieten Biodiesel an. Mit einem durchschnittlichen Abstand von 20 km ist das Netz der Biodiesel-Tankstellen nach einer Auswertung der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) in Niedersachsen am dichtesten geknüpft.

Für den weiteren Ausbau der Biodieselerzeugung steht nach Einschätzung der UFOP noch ein erhebliches Flächenpotenzial zur Verfügung. Allein in Deutschland müssen zurzeit eine Million ha stillgelegt und könnten zum Rapsanbau heran gezogen werden, in der EU sind es sieben Millionen ha. Mit der EU-Osterweiterung sowie weiteren Produktivitätssteigerungen wird das Flächenpotenzial noch erheblich zunehmen. Gleichwohl kann Biodiesel nur einen Teil der Treibstoffe ersetzen, weil die Fruchtfolge auf dem Acker dem Anbau Grenzen setzten. Dennoch könnte Biodiesel aus heimischem Raps knapp sechs Prozent des Dieselbedarfs decken oder 2,5 Prozent des Gesamttreibstoffbedarfs, das wäre immerhin die dreifache Menge wie heute. Auf einer internationalen Fachtagung an der Forschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig-Völkenrode sprachen sich Experten dafür aus, dieses Potenzial zu nutzen. Vor allem Klimaschutzgründe waren dafür ausschlaggebend, denn im Gegensatz zu den übrigen Sektoren ist der Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) im Straßenverkehr weiter angestiegen. Aus Biodiesel wird aber nur soviel CO2 freigesetzt wie der Raps zuvor aus der Atmosphäre aufgenommen hat.

Wasserstoff werde zwar der Treibstoff der Zukunft sein, für die Übergangszeit lasse sich Biodiesel jedoch am einfachsten einsetzen, hieß es in Braunschweig. Techniker hielten die Beimischung zum Diesel für die günstigste Lösung, weil dann keine Änderungen am Fahrzeug notwendig seien. Weiter verschärfte Emissionsanforderungen an die Motoren machten zwar den wechselweisen Betrieb mit Bio- und Mineraldiesel oder einem Gemisch daraus schwerer, weil die Motoren und Kraftstoffe immer genauer aufeinander abgestimmt werden müssten, Anpassungen seien aber mit der Steuerelektronik der Motoren ohne mechanische Veränderungen möglich. Die Wissenschaftler entwickeln derzeit praxisgerechte Sensoren, die automatisch die jeweilige Zusammensetzung des Kraftstoffes ermitteln und entsprechende Änderungen der Motoreinstellung vornehmen.

Links zum Thema Biodiesel und Pflanzenöl.

Private Wetterdienste gründen Verband

Themen: Archiv — info @ 11:09

DWD soll kommerzielle Tätigkeit einstellen

Berlin (agrar.de) – Die privaten Wetterdienste in Deutschland gehen in die Offensive. Am vergangenen Wochenende gründeten 15 Unternehmen in Berlin den ‚Verband Deutscher Wetterdienstleister (VDW)‘. Ziel des Verbandes ist es, einen fairen Wettbewerb auf dem deutschen Wettermarkt herbeizuführen und den freien Zugang zu allen meteorologischen Daten sicher zu stellen. Zwischen staatlichen Einrichtungen und privaten Wetterdiensten in Deutschland wird ein partnerschaftliches Verhältnis angestrebt.

Die gegenwärtige Schieflage auf dem Wettermarkt ist darin begründet, dass der staatliche Deutsche Wetterdienst (DWD) selbst kommerziell tätig ist. Dabei bietet er nach Ansicht des neu gegründeten Verbandes kommerzielle Leistungen in wettbewerbswidriger Art und Weise an, ignoriert die Vorgaben des DWD-Gesetzes und verschwendet Tag für Tag Steuergelder.

Zugleich haben die kommerziell tätigen Geschäftsbereiche des DWD uneingeschränkt Zugriff auf alle öffentlichen Wetterdaten. Die gleichen Daten erhält die private Konkurrenz zu weitaus schlechteren und teilweise undurchsichtigen Konditionen.

Dieses Ausbremsen der privaten Konkurrenz hemmt das Wachstum eines ganzen Wirtschaftszweiges. Die Entstehung auch international konkurrenzfähiger Unternehmen, zahlreicher Arbeitsplätze und innovativer meteorologischer Dienstleistungen wird durch diese Strukturen verhindert.

Der Verband Deutscher Wetterdienstleister (VDW) setzt sich für die Deregulierung des deutschen Wettermarktes ein. Dabei fordert er die Trennung von hoheitlichen Aufgaben und kommerziellen Aktivitäten. Der Deutsche Wetterdienst als Anstalt des öffentlichen Rechts soll sich ganz auf hoheitliche Aufgaben konzentrieren. Hierzu gehören beispielsweise Unwetterwarnungen zum Schutz der Bevölkerung, internationale Zusammenarbeit und der Betrieb von Messnetzen.

Sämtliche privatwirtschaftliche Wetterdienstleistungen gehören dagegen per se in die Hand der freien Wirtschaft. Die privaten Wetterdienste sind dazu nicht nur in der Lage, sondern sie entwickeln auch neue und bessere Produkte.

Dass dies möglich ist, zeigt ein Vergleich mit anderen Ländern, wo die Trennung zwischen hoheitlichen und unternehmerischen Aufgaben bereits vollzogen ist. So erwirtschaften in den USA 4.000 Mitarbeiter privater Wetterdienste einen Gesamtumsatz von 400-700 Mio. Euro, während in Europa nur 300 Arbeitsplätze in diesem Sektor existieren und der jährliche Umsatz sich auf ca. 30-50 Mio. Euro beschränkt.

Der Verband Deutscher Wetterdienstleister wird im Dialog mit Politik und DWD seinen Forderungen zur Herstellung eines fairen Wettbewerbs Nachruck verleihen. Als Sprecher des Verbandes wurden Klaus Gagel (ehemals DWD), Michael Kamps (Meteomedia), Dr. Joachim Klaßen (WetterOnline) sowie Dennis Schulze von MC-Wetter berufen.

Links zum Thema Wetter, Links zum Thema Verbände.

Weinmosternte 2002: voraussichtlich 2,7 Millionen Hektoliter in Baden-Württemberg

Themen: Archiv — info @ 11:09

Ertrag über Vorjahresergebnis – Gute Qualität erwartet

Stuttgart (agrar.de) – Die Weinbausachverständigen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg beurteilten Ende August/Anfang September den Rebstand im Landesdurchschnitt als überdurchschnittlich gut (Begutachtungsziffer 2,1; Skala von 1,0 bis 5,0). Am günstigsten wurden die Rebbestände in den Weinbaubereichen Bodensee (Begutachtungsziffer 1,8) und Württembergisch Unterland (2,0) eingeschätzt. Überdurchschnittlich werden die Reben auch in den Bereichen Kaiserstuhl, Tuniberg, Breisgau und Ortenau (Begutachtungsziffern jeweils 2,1), im Märkgräflerland und Remstal-Stuttgart (jeweils 2,2) sowie im Kraichgau und der Badischen Bergstraße (jeweils 2,3) eingestuft. Lediglich im Weinbaubereich Kocher-Jagst-Tauber (2,6) fallen die Schätzungen aufgrund der starken Nachtfröste im Frühjahr etwas zurückhaltender aus.

Der Witterungsverlauf in den zurückliegenden Augustwochen mit genügend Sonnenschein und ausreichenden Niederschlägen bei normalen bis günstigen Temperaturen hat das Wachstum der Reben weiter gefördert. Die Rebanlagen befinden sich zumeist in sehr gutem Zustand. Verbreitet wird von Überbehang an Trauben berichtet, so dass im Hinblick auf die angestrebte Qualitätsverbesserung des Lesegutes und die Anpassung der Erntemengen an die Vermarktungsmöglichkeiten ausgedünnt werden muss.

Die ersten Mengenschätzungen des Statistischen Landesamtes signalisieren zum Stand Ende August/Anfang September für das Anbaugebiet Baden einen möglichen Mostertrag von etwas mehr als 90 Hektoliter je Hektar (hl/ha) und für Württemberg von knapp 120 hl/ha, bei allerdings ausgeprägten regionalen und sortenspezifischen Unterschieden. Bei dem bisherigen Umfang der Ertragsrebfläche entspräche dies einer voraussichtlichen Weinmosternte von 2,7 Millionen hl (1,3 Mill. hl Weißmost und knapp 1,4 Mill. hl Rotmost). Im Vorjahr waren 2,3 Mill. hl Weinmost (ohne Abstichverluste und Selbstbehalt der Erzeugerbetriebe), davon 1,0 Mill. hl Weiß- und 1,3 Mill. hl Rotmost, geherbstet worden. Von der diesjährigen Weinmosternte entfallen voraussichtlich rund 1,4 Mill. hl auf das Anbaugebiet Baden sowie 1,3 Mill. hl auf Württemberg.

Ob die prognostizierten Schätzwerte letztendlich aber erreicht oder die Erträge um ca. 5 bis 10 hl/ha niedriger liegen werden, hängt neben dem Witterungsverlauf bis zur Lese entscheidend vom Umfang weiterer ertragsreduzierender Maßnahmen ab. Beide Faktoren werden zudem für die Qualität im Fass von ausschlaggebender Bedeutung sein. Zur Zeit kann jedenfalls mit einer erfreulichen Weinmosternte gerechnet werden.

Links zum Thema Wein, Links zum Bundesland Baden-Württemberg

Müller: Lebensmittelsicherheit erfordert Einsatz aller Beteiligten

Themen: Archiv — info @ 11:09

Angebot an Bundesländer und Wirtschaft zur engen Zusammenarbeit

Garmisch-Partenkirchen (agrar.de) – ‚Lebensmittelsicherheit vom Acker bis zum Teller erfordert die Zusammenarbeit aller Beteiligten, zeitgemäße Kommunikationsstrukturen und eine koordinierte Bund-Länder-Zusammenarbeit‘. Dies erklärte Alexander Müller, Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium gestern bei der Lebensmittelhygienetagung 2002 der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) in Garmisch-Partenkirchen. Er begrüßte die Einrichtung der neuen Europäischen Behörde für die Lebensmittelsicherheit. Denn mit ihr sei eine neue Grundlage für eine bessere Koordination in Europa geschaffen worden.

‚Mit der Neuorganisation des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und der Neuorientierung des Lebensmittelrechts auf Europäischer Ebene sind die Rahmenbedingungen geschaffen, Lebensmittelüberwachung moderner, professioneller und schlagkräftiger zu organisieren. Jetzt gilt es, den Rahmen mit Leben zu erfüllen,‘ so Müller. Lebensmittelsicherheit sei kein Selbstläufer. Damit es kein Schlagwort bleibe, müssen alle Beteiligten sich von überkommenen Denkstrukturen lösen. Nicht Kontrollen am Endprodukt alleine, sondern eine durchgehende Stärkung der Lebensmittelsicherheit auch auf der Ebene der landwirtschaftlichen Erzeugung sei geboten.

Die EU-weit in den Fokus gestellte Eigenverantwortung der Lebensmittel- und der Futtermittelunternehmer, auch der Landwirte, erfordere die Weiterentwicklung der Kontrollstrukturen. ‚Wir brauchen hier die Zusammenarbeit von Wirtschaft und staatlicher Überwachung, und eine effizienzorientierte Vernetzung der Kontrollstrukturen von Wirtschaft, EU, Bund und Ländern. Der Bund leistet seinen Beitrag zur besseren Koordination mit der Schaffung der beiden neuen Behörden Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR),‘ so Müller. Darüber hinaus sei erstmals die Vorbereitung Allgemeiner Verwaltungsvorschriften im Bereich des Verbraucherschutzes und der Lebensmittelsicherheit durch die Schaffung hierzu gegründeter Ausschüsse institutionalisiert worden. Auch damit habe die Bundesregierung eine Grundlage geschaffen, um das einheitliche Vorgehen der Länder maßgeblich zu verbessern.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle.

BBV kritisiert IWF-Bericht „Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft“

Themen: Archiv — info @ 11:09

München (agrar.de) – Mit den Schlagzeilen ‚Weniger Agrarsubventionen bringen mehr Milliarden‘ erweckt der Internationale Währungsfonds (IWF) fälschlicherweise den Eindruck, dass es nur Gewinner gäbe, wenn auch die staatlichen Zahlungen an die bäuerliche Landwirtschaft abgeschafft werden.

Das Schlagwort ‚Agrarsubventionen‘ sei nach Ansicht des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) in vieler Munde und werde leider von Personen und Organisationen zitiert, die diesen Begriff wahllos und falsch verwendeten, so auch der IWF nach den aktuell vorliegenden Presseberichten. Mit folgenden Fakten deckt der BBV auf, wie verzerrt der IWF die wirkliche Situation dargestellt hat.

Die Agrarsozialausgaben, auf die 70 Prozent des Bundesagrarhaushalts entfallen, seien völlig zu recht nicht als Subventionen zu bezeichnen, da sie nicht auf die Unterstützung einer wirtschaftlichen Tätigkeit ausgerichtet sind. Dies stelle auch der Subventionsbericht der Bundesregierung klar. Die Zahlungen der EU an die europäische Land- und Forstwirtschaft seien zu drei Viertel Preisausgleichszahlungen, die als Teilausgleich für politisch festgesetzte Senkungen der Erzeugerpreise gewährt wurden. Unerklärlich sei, dass nach Erläuterungen des IWF diese Zahlungen Nahrungsmittel für den Verbraucher teurer machen sollen, wo doch zum Beispiel die aktuellen Getreidepreise von knapp 10 Euro/100 kg nicht einmal die Erzeugungskosten decken. Vom einem Brötchen erhält der Getreidebauer gegenüber 1991 statt 10 Prozent nur noch rund 5 Prozent Erlösanteil: 1,24 Cent. Davon sind 0,89 Cent über den Getreidepreis und 0,35 Cent über staatliche Ausgleichszahlungen.

Darüber hinaus ist nach Ansicht des Bauernverbandes zu berücksichtigen, dass in den sogenannten Agrarsubventionen beispielsweise Fördermittel für freiwillige Agrarumweltmaßnahmen enthalten sind. ‚Dies sind aber keine Subventionen, da sie im wesentlichen eine Bezahlung für besondere ökologische Gegenleistungen – spezielle Umwelt- und Naturschutzanforderungen – sind, die den Landwirten Mehrkosten oder Mindererlöse verursachen‘, stellt der BBV fest.

Grundsätzlich sei zu bedenken, dass die Land- und Forstwirtschaft vielfältige Leistungen erbringe, die vor allem auch der Öffentlichkeit zugute kommen.

‚Zum Beispiel pflegen und erhalten bayerische Bauernfamilien die attraktive und nicht importierbare Kulturlandschaft. Für diese Leistungen gibt es aber keinen Markt. Staat und Gesellschaft stehen deshalb in besonderer Verantwortung, diese Leistungen finanziell zu vergüten‘, macht BBV-Generalsekretär Hans Müller deutlich. Dies berücksichtige der IWF nicht.

‚Würden die Staatsregierungen der Aussage des IWF Folge leisten, dann würde die flächendeckende Landbewirtschaftung und damit die hoch geschätzte Kulturlandschaft Bayerns verschwinden. Der ländliche Raum würde veröden‘, gibt Müller zu bedenken.

Um die Armut in den Entwicklungsländern zu bekämpfen sei totaler Freihandel sicher nicht der Schlüssel zum Erfolg. Kapitalstarke internationale Konzerne würden vornehmlich davon profitieren, die Entwicklungsländer hingegen weiter verarmen. Entscheidend werde sein, den Bauern vor Ort Zugang zu Eigentum und Kapital zu verschaffen und funktionierende Binnenmärkte zu schaffen und zu erhalten. Auf dem WTO-Weltgipfel vergangenen November in Doha hätten dies viele Entwicklungsländer gefordert.

‚Unsere multifunktionale nachhaltige bäuerliche Land- und Forstwirtschaft ist ein Zukunftsmodell. Die Arbeit der bayerischen Bäuerinnen und Bauern hat es nicht verdient, durch einseitige Betrachtungen des IWF in Verruf gebracht zu werden‘, sagt BBV-Generalsekretär Hans Müller und fordert den IWF auf, nicht nur unter Handelsaspekten der Globalisierung und Liberalisierung der Weltmärkte das Wort zu reden, sondern hier übergreifende Aspekte im Sinne der Agenda 21 zu berücksichtigen. Der Bayerische Bauernverband bekenne sich zu ökologisch verträglichem, ökonomisch existenzfähigem und sozial verantwortlichem Handeln im Sinne der Agenda 21.

Links zum Thema Verbände.

Nordrhein-Westfalen: „Pendlernetz“ fördert Fahrgemeinschaften

Themen: Archiv — info @ 10:09

Düsseldorf (agrar.de) – Umweltministerin Bärbel Höhn und Verkehrsminister Ernst Schwanhold haben heute den Startschuss für den landesweiten Bürgerservice ‚Pendlernetz‚ gegeben. Mit dieser Initiative wollen Kommunen im Internet einen schnellen und kostenlosen Mitfahrservice anbieten.

Der Bürgerservice ‚Pendlernetz‘ ist eines von insgesamt 50 ausgewählten Agenda-Projekten und -Netzwerken der Agenda 21 NRW für ein zukunftsfähiges Nordrhein-Westfalen. In den nächsten drei Jahren soll der Mitfahrservice flächendeckend entwickelt werden und NRW-weit zur Verfügung stehen. Gegenwärtig sind bereits acht Kreise und sechs kreisfreie Städte in dem Projekt vernetzt (Kreise: Aachen, Borken, Coesfeld, Kleve, Recklinghausen, Steinfurt, Warendorf und Wesel; kreisfreie Städte: Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Krefeld, Münster und Remscheid).

Umweltministerin Bärbel Höhn: ‚Mit dem internetgestützten Bürgerservice ‚Pendlernetz‘ wird vielen Menschen die Möglichkeit gegeben, auf schnelle und unkomplizierte Weise die für sich passenden Fahrgemeinschaften zu suchen, anzubieten und effektiv zu nutzen. Jeder einzelne leistet damit einen persönlichen Beitrag zur Reduzierung des Verkehrs. Damit können Bürgerinnen und Bürger Schadstoffe und Lärm vermindern. Gleichzeitig bauen sie Stresssituationen ab und schonen ihren eigenen Geldbeutel.‘

Verkehrsminister Ernst Schwanhold: ‚Die Vorteile liegen auf der Hand: geteilte Fahrtkosten und weniger Staus. Und gerade in Gegenden mit geringer Anbindung an Busse und Bahnen hilft das ‚Pendlernetz‘ den Menschen, flexibler zwischen Wohnsitz und Arbeitsplatz zu pendeln. Der Verkehr auf den Straßen ist an vielen Stellen inzwischen so groß, dass wir unsere Infrastruktur effektiver nutzen müssen. Im Durchschnitt sind die Pkw der Pendler nur mit einer Person besetzt. Wenn wir hier zu einer höheren Auslastung kommen, dann haben alle etwas davon, Mensch und Umwelt.‘

Allein in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Münster sind jeden Morgen über 1,5 Millionen Pendler auf den Weg zum Arbeitsplatz. In Nordrhein-Westfalen beläuft sich die Zahl auf insgesamt 3,4 Millionen Menschen. Gegenüber 1987 ist damit eine Steigerung von 35 Prozent zu verzeichnen. Gleichzeitig ist die Anzahl der Insassen pro PKW stetig zurückgegangen – im Bundesdurchschnitt fahren heute nur noch rund 1,4 Personen (1,04 bei Berufspendlern) in einem Fahrzeug.

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Fast 1.000 Demonstrations-Termine auf 200 Biohöfen in ganz Deutschland

Themen: Archiv — info @ 09:09

Berlin (agrar.de) – Die erste große Etappe des Netzwerk-Projekts Demonstrationsbetriebe ist geschafft: Alle 200 ausgewählten Betriebe sind seit Ende Mai von den Fachleuten der im Rahmen des Bundesprogramms ‚Ökologischer Landbau‚ eigens eingerichteten Koordinationsstelle besucht worden, um gemeinsam die Termin- und Veranstaltungsplanung erarbeiten zu können.

Ergebnis: Fast 1.000 Demonstrations-Termine stehen fest. Über 800 davon sind öffentlich und richten sich mit Hofführungen und besonderen Einzelthemen vor allem an interessierte Verbraucherinnen und Verbraucher.

Dagegen bieten die rund 200 ‚geschlossenen‘ Termine vor allem den an der Umstellung auf ‚Bio‘ interessierten Landwirten Informationen und Beratung etwa zu Produktionsverfahren, zur Vermarktung, zur Computernutzung oder zur Effizienzbetrachtung.

Das von Bundesverbraucherministerin Renate Künast initiierte Netzwerk ‚Demonstrationsbetriebe‘ verteilt sich auf alle Landschaftsräume Deutschlands, von Mecklenburg über die Schwäbische Alb bis zum Bodensee. Sie wurden von einer Jury aus Vertretern der Anbauverbände und der Geschäftsstelle ‚Bundesprogramm Ökologischer Landbau‘ in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) aus einer großen Zahl von Bewerbern ausgewählt. Alle Demonstrationsbetriebe sind landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe oder Wein- und Obstbaubetriebe, die schon mehrere Jahre nach den Kriterien des ökologischen Landbaus geführt werden und nach der EG-Öko-Verordnung zertifiziert sind. Die meisten Netzwerk-Höfe wirtschaften nach den Richtlinien eines anerkannten Verbandes des ökologischen Landbaus und unterliegen deren Kontrolle.

Die Öffnungstermine finden Sie hier als %url4%PDF-Datei%/%.

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