27. September 2002

Offener Brief: Abluftreinigung in der Tierzucht und Mastställen

Themen: Archiv — info @ 09:09

(agrar.de) – In der Diskussion um die Abluftreinigung von Tierställen in der Landwirtschaft wird es unruhig. Größere Tierzucht- und Mastställe sollen zukünftig mit Abluftreinigungsanlagen versehen werden, um Staub, Geruch und Ammoniak zu filtern. Hintergrund sind das ‚Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge‘ (Bundes-Immissionschutzgesetz BImSchG) in Verbindung mit der ‚Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft‘ (TA-Luft) nicht eingehalten.

Für die Landwirte einen nicht unerheblichen Kostenaufwand bedeuten. Zentrale Frage für die Betriebe ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis, wobei von einem Aufwand von 5 bis 13 Euro pro Mastschwein ausgegangen wird.

In diesem Zusammenhang veröffentlichen wir den folgenden Leserbrief:

‚Sehr geehrte Damen und Herren,

wir, als Fachfirmen für den Bereich der Stallklimatisierung in der Landwirtschaft, machen uns Sorgen um die jetzige Entwicklung in der Landwirtschaft.

Aus diesem Grund haben wir diesen offenen Brief verfasst.

Es geht um ein Thema, das in der letzten Zeit offensichtlich unkontrolliert aus dem Ruder läuft: Abluftreinigung in der Tierhaltung.

Die deutschen Landwirte haben bereits jetzt, teilweise erhebliche, Wettbewerbsnachteile gegenüber den europäischen und osteuropäischen Nachbarn, sowie den Überseeerzeugern. Als Zusatzbelastung kommt nun die neu geforderte Abluftreinigung hinzu.

Diese Idee ist offenbar in einigen Landkreisen entstanden und breitet sich mit der Unterstützung einiger freier Gutachter, sowie durch geschickte Werbemaßnahmen einiger Firmen, die diese Abluftreinigungsanlagen verkaufen möchten, wie ein Flächenbrand aus. Besonders die Art und Weise, wie Behörden und Landkreise mit dem Thema umgehen, bereitet uns große Sorgen, ebenso wie Gutachter, die:

1. ein kostenpflichtiges Gutachten erstellen, bei dem fast immer nur durch den Einsatz eines Biofilters die Genehmigung ermöglicht wird.

2. zusätzlich für jeden m² Filterfläche eine Lizenzgebühr verlangen.

3. auch noch an der Firma beteiligt sind (oder mit ihr zusammenarbeiten), die als einzige in der Lage sein soll (Wettbewerbsverzerrung), die Befeuchtung für solche Anlagen zu bauen und zu vertreiben. Wir sehen hier eine Interessenkollision, die so von uns nicht hingenommen werden kann.

Die verschiedenen Methoden der Abluftreinigung, wie Biowäscher, Biofilter und Rieselreaktor unterscheiden sich zudem erheblich in den Kosten und in der Sicherheit. Das größte Risiko und die höchsten Betriebskosten entstehen bei dem Verfahren eines mehrstufigen Biowäschers. Hier wird in mehreren, hintereinandergeschalteten Reinigungsphasen mit Säuren gearbeitet, um den Reinigungsgrad zu erhöhen. Die Gefahren, die dadurch für den Betreiber entstehen, ist nur ein Bereich, der nicht kalkulierbar ist. Für Fälle, die aus Umweltschutzgründen oder die wegen ihrer besonderen baulichen Lage einen Luftwäscher benötigen, gibt es bereits heute Luftwäscher. Diese sind gebaut nach DIN 3477 und 3478, sowie erfolgreich geprüft durch UVP-Verfahren, VDI 3940 und VDI 3973.

Dennoch werden von den Behörden bis zu 90 % Reinigungsleistung gefordert. Eine generelle Forderung in dieser Höhe ist weder sach-, noch fachgerecht. In der Landwirtschaft liegen bisher nur negative Erfahrungen bei langfristigem Betrieb solcher Anlagen vor. Die teilweise benötigten automatischen PH-Wert-Messungen weichen relativ schnell in der Genauigkeit ab und müssen ständig kalibriert werden. Für die Firmen, die solche Anlagen bauen, sicher ein lukratives Geschäft. Für den Landwirt zum Einen ein zusätzlicher hoher technischer Aufwand, zum Anderen wieder die Gefahr sich dem Säureeinsatz aussetzen zu müssen.

Wir vermuten leider auch, dass einige freie Gutachter oder Behörden, die diese Messungen zur Kontrolle durchführen können, damit eine lukrative Einnahmequelle am Horizont auftauchen sehen. Die Kosten muss dann natürlich wieder mal der deutsche Landwirt tragen.

Es gibt in anderen Bereichen der Landwirtschaft erheblich effektivere Möglichkeiten, die Freisetzung von Ammoniak zu vermeiden, z.B. bei der Gülleausbringung oder über das Futter. Zu Bedenken ist außerdem, dass die abschließende Untersuchung über die Auswirkung des Ammoniaks auf die Umwelt nach unserem Wissensstand noch gar nicht erfolgt ist.

Die Folge wird sein, dass sich die Landwirtschaft in Deutschland immer weiter zurückentwickelt und das gerade die kleinen Betriebe, wie uns die Vergangenheit bereits zeigte, aufgeben müssen.

Wir Fachfirmen müssen ein gutes Stallklima für das Tier und auch für den Menschen, der hier seinen Arbeitsplatz hat, sicherstellen. In den letzten Jahren sind auf dem Gebiet des Stallklimas, gerade im Bereich der Energieeinsparung, erhebliche Fortschritte gemacht worden. Die Anlagen benötigen heute bis zu 50% weniger Energie. Durch hohe Gegendrücke, die die o.g. Filtersysteme verursachen, werden jetzt diese Ko-sten wieder unnötig in die Höhe getrieben, um bis zu 100%.

Wir verschließen uns jedoch nicht völlig vor dem System der Abluftreinigung. Einige der unterzeichnenden Firmen forschen ebenfalls auf dem Gebiet oder haben Pilotanlagen im Betrieb. Die Anforderungen sollten jedoch erheblich reduziert werden, um ein vernünftiges, ökologisches Verfahren entwickeln zu können. Hier-bei sollten alle relevanten Faktoren, wie z.B. auch der Stoffwechselübergang, in den Ställen berücksichtigt werden.

Wir Fachfirmen, die die nötigen Erfahrungen im Stallklima vorweisen können, benötigen Zeit, um Erfahrungen sammeln zu können. Nur so können sichere, kostengünstige und trotzdem effektive Abluftreinigungsanlagen entwickelt werden. Bei einer vernünftigen Lösung wird auch die Zahl der Landwirte steigen, die bereit sind, Ihren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Durch weitere, nicht finanzierbare Auflagen für die Landwirtschaft in Deutschland, droht dem traditionellen Familienbetrieb der Verlust seiner Existenz. Damit verbundene Arbeitsplätze in der Landwirtschaft sind gefährdet, sowie bei den Firmen, die unmittelbar mit der Landwirtschaft verbunden sind. Und dies alles wird auf’s Spiel gesetzt, für eine Technik ohne abgeschlossenen Untersuchungsbericht.

Wir appellieren an alle Verantwortlichen, sich mit diesem Thema ernsthaft zu beschäftigen:

1. Die Abluftreinigung darf nicht zur Standardanforderung werden, um eine Baugenehmigung zu erteilen.

2. Es müssen langfristige Erfahrungen gesammelt werden.

3. Pilotobjekte müssen öffentlich gefördert werden, um kleineren Firmen die Möglichkeiten zur Beteiligung zu geben.

4. Freie Gutachter und Behörden müssen durch eine übergeordnete Stelle überwacht werden.

Wir hoffen auf eine breite Unterstützung und erwarten von den oben genannten Behörden eine kurzfristige Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen

Die unterzeichnenden Firmen:

hdt Anlagenbau GmbH & Co. KG – Stallklimatechnik Der Geschäftsführer: Heinrich Dönselmann-Theile

HAKA Josef Häufele GmbH&Co.KG – Lüftungs- und Stalltechnik Der Geschäftsführer: Josef Häufele

Udo May Werksvertretung Unterzeichnender: Udo May

Hoffmann GmbH – Lüftungs- und Stalltechnik Der Geschäftsführer: Ludger Hoffmann

Menken & Drees GmbH – Stallklimatisierung Die Geschäftsführer: Wilhelm Menken und Klaus Drees

Siemer Elektro GmbH – Lüftungstechnik Der Geschäftsführer: Bernhard Siemer

Lohmann GmbH – Lüftungs- und Steuerungstechnik Der Geschäftsführer: Norbert Lohmann

Ludwig Kuhangel – Agrarklima GmbH Der Geschäftsführer: Ludwig Kuhangel

Möller GmbH – Agrarklima-Steuerungen Der Geschäftsführer: Dieter Möller

Gausling GmbH & Co. KG – Strom – Luft – Wärme Der Geschäftsführer: Ludger Gausling

PRIX Dämm- und Klimatechnik GmbH Der Geschäftsführer: Ulrich Ebmeyer‘

Links zum Thema Stallbau und -einrichtung.

26. September 2002

Im 15. Deutschen Bundestag weiterhin starke „Fraktion“ der Agrarier

Themen: Archiv — info @ 16:09

18 Landwirte im Parlament

Berlin (agrar.de) – Nach einer ersten Wahlanalyse des Deutschen Bauernverbandes (DBV) sitzen im neu gewählten Deutschen Bundestag zahlreiche Abgeordnete, die der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft nahe stehen. 18 Abgeordnete von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen sind Landwirte oder stehen der Landwirtschaft nahe. Jeweils neun Abgeordnete konnten in ihrem Wahlkreis ein Direktmandat erringen bzw. kamen über die Landesliste ins Parlament. In der vergangenen Legislaturperiode hatten 25 Abgeordnete einen landwirtschaftlichen Betrieb oder eine landwirtschaftliche Ausbildung.

Damit wurden auch nach Ausscheiden prominenter Agrarpolitiker wieder zahlreiche ‚grüne‘ Abgeordnete in den 15. Deutschen Bundestag gewählt. Hinzu kommen 118 weitere Abgeordnete von insgesamt 603 Bundestagsabgeordneten, die sich aufgrund ihrer Herkunft, aber auch aufgrund ihrer bisherigen Tätigkeit für Themen rund um die Landwirtschaft und den ländlichen Raum interessieren.

Damit bietet sich die Chance, der Stimme der Land- und Forstwirtschaft sowie des ländlichen Raumes auch im neuen Parlament Gehör zu verschaffen und den Agrarstandort Deutschland zu sichern. Der DBV bietet den gewählten Volksvertretern eine konstruktive Zusammenarbeit im Sinne der Bauern und Bäuerinnen und Menschen im ländlichen Raum sowie der wirtschaftlichen Entwicklung an.

Links zum Thema Agrarpolitik.

EU exportiert weniger Getreide auf dem Weltmarkt

Themen: Archiv — info @ 16:09

Restriktive Brüsseler Erstattungspolitik – Billigimporte aus Osteuropa

Hannover (agrar.de) – Unter den Anbietern von Getreide auf dem Weltmarkt hat die Europäische Union (EU) erheblich an Bedeutung verloren. Dies zeigen nach einer Mitteilung des niedersächsischen Landvolk-Pressedienstes die vorläufigen Exportzahlen für das gerade abgelaufene Wirtschaftsjahr 2001/02. Demnach hat die EU bis zum 30. Juni insgesamt 17,5 Millionen Tonnen (t) Weizen und Grobgetreide auf den Weltmarkt exportiert und damit das Vorjahresniveau um 26,6 Prozent unterschritten. Im Wirtschaftsjahr 2000/01 hatte die EU noch 23,8 Millionen t Getreide an Drittländer verkauft. Marktexperten führen die Absatzeinbußen vor allem auf die restriktive Erstattungspolitik der EU-Kommission zurück, die die Konkurrenzfähigkeit der EU-Ware am Weltmarkt bremste. Zudem waren die gewährten Erstattungssätze sehr knapp bemessen.

So führte die EU im vergangenen Wirtschaftsjahr nur noch 3,2 Millionen t Getreide mit Hilfe von Erstattungen aus, das waren 81,5 Prozent weniger als in der Kampagne zuvor. Damals hatten sich die unterstützten Getreideexporte noch auf 17,3 Millionen t belaufen, nachdem in 1999/2000 mit fast 34 Millionen t ein Höhepunkt erreicht worden war. Andererseits sind die Weltmarktverkäufe ohne Beihilfen von 5,9 Millionen t in 2000/01 auf 14,1 Millionen t stark gestiegen. Zusätzlich wurden 165.000 t im Rahmen der Nahrungsmittelhilfe ausgeführt, dies waren wiederum knapp 74 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Besonders stark sind die subventionierten Weizenexporte zurück gegangen. Sie betrugen im abgelaufenen Wirtschaftsjahr nur noch knapp 1,6 Millionen t gegenüber 10,2 Millionen t im Jahr zuvor und 15,6 Millionen t in 1999/00. Die gesamten Drittlandsexporte der Gemeinschaft an Weizen verringerten sich von 13,7 Millionen t in 2000/01 auf 9,86 Millionen t.

Dementsprechend wurden im vergangenen Wirtschaftsjahr auch die Hoffnungen der Erzeuger auf eine positive Marktentwicklung enttäuscht, die sie sich angesichts einer kleineren europäischen Ernte, der weltweit knapperen Versorgungslage und eines festen Dollarkurses versprochen hatten. Denn neben der restriktiven Erstattungspolitik der EU-Kommission schwächten umfangreiche Billigimporte an Weizen, insbesondere aus Osteuropa, den Markt. Dies wurde durch die alleinige Ableitung der EU-Zölle von den nordamerikanischen Referenzmärkten noch unterstützt, die durch das niedrige Preisniveau in Osteuropa unterlaufen werden konnten. Doch auch im Wettbewerb um Käufer auf dem Weltmarkt traten Anbieter aus Mittel- und Südosteuropa sowie der Schwarzmeerregion als Konkurrenten der EU-Erzeuger auf.

Links zum Thema Landwirtschaft international.

Weizen und Roggen aus dem Saarland sind bei Qualität bundesweit spitze

Themen: Archiv,Saarland — info @ 16:09

Saarbrücken (agrar.de) – Bei einem bundesweiten Qualitätsvergleich hat das von saarländischen Landwirten geerntete Brotgetreide einen Spitzenplatz belegt. Das ist das Ergebnis einer vor zwei Tagen in Eltville stattgefundenen Tagung des Sachverständigenausschusses zur Vorbereitung und Auswertung der Besonderen Ernteermittlung (BEE). Experten prüften die Qualitäten des in diesem Jahr geernteten Brotgetreides und bewerteten das Getreide nach bestimmten Kriterien. Danach nimmt das Saarland im bundesweiten Vergleich bei der Qualität des in diesem Jahr geernteten Weizens und Roggens (81.300 t) gemeinsam mit Rheinland-Pfalz eine Spitzenposition ein. Zwischen Blies, Prims und Saar wuchsen Roggen und Weizen auf Äckern mit einer Gesamtfläche von 12.856 Hektar.

‚Das ist ein Super-Ergebnis für unsere Landwirte. Es zeigt, dass wir im Saarland Premium-Qualität erzeugen können, wenn die Witterung mitspielt‘, freut sich Umwelt- und Landwirtschaftsminister Stefan Mörsdorf. ‚Unsere Bauern sind in der Lage, die heimische Mühlenwirtschaft und das saarländische Bäckerhandwerk mit Brotgetreide höchster Qualität zu versorgen.‘

Im Rahmen der BEE wurden im Saarland insgesamt 51 repräsentative Weizen- und Roggenproben gezogen und bei der Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung in Detmold hinsichtlich ihrer Backqualitäten bzw. Backeigenschaften untersucht.

Links zum Thema Getreide, Links zum Bundesland Saarland.

Glahn: Functional Food bietet Chancen für Lebensmittelwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 16:09

Bad Kreuznach (agrar.de) – ‚Functional Food stellt eine zusätzliche Wertschöpfung in der Lebensmittelproduktion dar und bietet somit auch eine Chance für die heimische Landwirtschaft‘, sagte Harald Glahn, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministerium, in Bad Kreuznach. Das gehe aus einer internationalen Studie hervor, die Rheinland-Pfalz gemeinsam mit sieben weiteren Bundesländern und der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft CMA in Auftrag gegeben habe, so der Staatssekretär weiter. Die Studie vergleicht die derzeitige wirtschaftliche Bedeutung von Functional Food in Europa, den USA sowie Japan und analysiert unter anderem die Chancen und Risiken für mittelständische Unternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft. Anlässlich einer Seminarveranstaltung wurden die Ergebnisse der aktuellen Marktanalyse der teilnehmenden Lebensmittelwirtschaft vorgestellt.

Als Functional Food werden Nahrungsmittel bezeichnet, die durch Zugabe, Anreicherung, Verringerung oder Entzug natürlicher Wirkstoffe so modifiziert werden, dass sie zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen erbringen sollen. ‚Diese so genannten funktionellen Lebensmittel sind längst kein Nischenprodukt mehr, beispielsweise liegt beim Joghurt der Marktanteil in Deutschland bereits bei etwa 40 Prozent‘, sagte Glahn. Der Staatssekretär führte das allgemeine Interesse an funktionalen Lebensmitteln auf ein erhöhtes Gesundheitsbewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher zurück. ‚Lebensmittel sollen nicht nur Energie und Nährstoffe liefern und gut schmecken, sondern durch eine gesunde Ernährung dem Bedürfnis nach einem besseren Wohlbefinden sowie einer gesteigerten Leistungsfähigkeit Rechnung tragen‘, begründete Glahn die gesteigerte Nachfrage.

Allein in Europa beträgt der Umsatz mit funktionellen Lebensmitteln zwischen 1,4 und 1,7 Milliarden Euro. Deutsche Verbraucher nehmen beim Kauf von Functional Food-Produkten den Spitzenplatz vor den Franzosen und Engländern ein. Für die Zukunft werden jährliche Zuwachsraten von über 20 Prozent auf dem Weltmarkt erwartet.

Allerdings gibt es bislang im europäischen Raum keine verbindliche Definition für die Anforderungen an Lebensmittel, die das werbewirksame Etikett gesundheitsfördernd tragen dürfen. ‚In absehbarer Zeit sollen diese EU-Richtlinien jedoch vorliegen‘, teilte der Staatssekretär mit. Unabhängig davon profitieren die Landwirtschaft und die Betriebe der ersten Verarbeitungsstufe laut Studie bereits heute vom Trend zu Functional Food. ‚Wichtig ist, dass für die Verbraucherinnen und Verbraucher eine ausgewogene und vielseitige Ernährung ganz im Vordergrund steht, weil sie der beste Schutz vor Mangelerscheinungen und Fehlernährung ist‘, sagte Glahn abschließend.

Die Studie ‚Functional Food – ein Regionalvergleich‘ umfasst 129 Seiten und kann gegen eine Schutzgebühr von 75 Euro über die %url2%CMA in Bonn bezogen werden.

Links zum Thema Lebensmittel.

Arnold: Der Gartenbau ist in Baden-Württemberg ein Eckpfeiler der Agrarwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 15:09

Ostfildern (agrar.de) – ‚Diese Ausstellung ‚Für Leib und Seele – 50 Jahre Garten- und Obstbau, Gartenschauen und Gartenkultur in Baden-Württemberg‘ ist ein gelungener Beitrag zum Landesjubiläum 50 Jahre Baden-Württemberg‘, stellte der Ministerialdirektor im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, Rainer Arnold, am Mittwoch anlässlich der Ausstellungseröffnung auf der Landesgartenschau in Ostfildern (Landkreis Esslingen) fest.

Hier werde die rasante Entwicklung dokumentiert, die der Gartenbau, die mit ihm zusammenhängenden Bereiche und im weitesten Sinn der Ländliche Raum genommen haben. Schon der Titel der Ausstellung ‚Für Leib und Seele‘ weise darauf hin, wie breit gefächert das Spektrum des Gartenbaus sei. Einerseits werde für die leiblichen Bedürfnisse des Menschen gesorgt zum andern fühle sich der Gartenbau ebenso zuständig für die Sicherung der Umwelt.

‚Der Gartenbau ist in Baden-Württemberg ein Eckpfeiler der Agrarwirtschaft mit großer wirtschaftlicher Bedeutung. Der Produktionswert des gesamten baden-württembergischen Gartenbaus beläuft sich auf fast 1,75 Milliarden Euro‘, teilte der Ministerialdirektor mit. 55.000 Arbeitskräfte sind im Land in der Branche tätig. Das ist mehr als die Hälfte des Produktionswertes der gesamten Landwirtschaft. Wissen, Fähigkeiten und unternehmerischer Elan der Gärtnerinnen und Gärtner seien die Basis für diese Leistung. Deshalb werde Baden-Württemberg nicht zu Unrecht als Gartenbauland Nummer Eins in Deutschland bezeichnet.

Eine solche Ausstellung ist zunächst einmal ein Rückblick auf die Entwicklung und neuere Geschichte im Gartenbau, in dem sich die wechselvollen Zeitläufe wiederspiegeln – von den Nachkriegsjahren und Mangelzeiten über die Zeit des Wiederaufbaus, des Wirtschaftswunders, aber auch Zeiten der Stagnation und des Stillstands bis hin zu den Wohlstandsjahren und Erfolgen. Ein zentraler Punkt der Ausstellung, der sogenannte Zeittunnel, ergänzt durch eine allgemeine Zeitchronik, zeige markante Ereignisse der letzten 50 Jahre für den Gartenbau in anschaulicher Weise, so Arnold. Ebenso werde die Entwicklung der Landesgartenschauen seit 1980 und deren Bedeutung für eine Gartenschaustadt dargestellt. Das sind in diesen 22 Jahren rund 470 Hektar Gartenschaugelände, 57 Millionen Euro Zuschüsse des Landes und Investitionen von 112 Millionen Euro der Gartenschaustädte.

Links zum Thema GaLaBau, Links zum Bundesland Baden-Württemberg

Rheinland-Pfalz: Tagung zum „Internationalen Jahr der Berge 2002“

Themen: Archiv — info @ 15:09

Glahn: Bauern in Mittelgebirgslagen können auf das Land zählen

Winterspelt (agrar.de) – Die Bauern in den Mittelgebirgslagen von Rheinland-Pfalz können auf die Landesregierung zählen‘, sagte Harald Glahn, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, auf einer internationalen Tagung zum ‚Internationalen Jahr der Berge 2002‘ in Winterspelt/Eifel.

Obwohl das Land mit dem 818 Meter hohen Erbeskopf als höchster Erhebung vergleichsweise überschaubare Berge habe, zählten die Mittelgebirgsregionen Eifel, Hunsrück, Westerwald, Pfälzer Wald und Taunus zu den attraktivsten Regionen des Landes, stellte Glahn fest. ‚Diese Gegenden sind Naherholungsräume für unsere Gäste, aber in erster Linie Lebens- und Wirtschaftsräume für die dort lebenden Menschen‘, sagte der Staatssekretär. Den Bauern, die diese Landschaften prägten und pflegten, gelte deshalb das besondere Augenmerk der Landesregierung.

‚Nachhaltig können aber nur leistungs- und wettbewerbsfähige Betriebe wirtschaften. Mit unserem vielfältigen Instrumentarium wollen wir die Bauern unterstützen. Wir können und wollen ihnen aber nicht die Eigenverantwortung nehmen‘, betonte Glahn.

Zum Förderpaket für die Bauern in den Mittelgebirgslagen zählen die einzelbetriebliche Investitionsförderung, die Junglandwirteförderung, die Förderung der Marktstrukturverbesserung und des Marketings. Aber auch die Ausgleichszulage, das Förderprogramm ‚Umweltschonende Landbewirtschaftung‘ sowie die ländliche Bodenordnung blieben auch zukünftig Schwerpunkte in der Förderpolitik des Landes, so Glahn. Mit diesen Maßnahmen sei das Kernziel, nämlich die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der rheinland-pfälzischen Landwirtschaft, am besten zu erreichen.

Mit Blick auf die zurzeit heftig diskutierten Vorschläge der Europäischen Kommission zur Halbzeitbewertung der EU-Agenda 2000 stellte der Staatssekretär fest, dass Brüssel auf die Sicherung der Multifunktionalität des Europäischen Agrarmodells, einen wettbewerbsfähigen Agrarsektor, eine umweltfreundliche, nachhaltige und qualitativ hochwertige Erzeugung und eine nennenswerte Vereinfachung der Agrarpolitik setze.

‚Das sind Ziele, die auch wir unterstreichen können‘, sagte Glahn. Vor allem die Umwandlung des produkt- und damit mengenabhängigen Prämiensystems zu einem flächenbezogenen Bewirtschaftungsentgelt fordere die Landesregierung schon ’seit Jahren‘. Der Weg dorthin dürfe aber nicht im Sturzflug genommen werden, sondern im Gleitflug, bei dem die Betroffenen mitgenommen würden, so Glahn. Deshalb sollten bis zum Ablauf der laufenden Förderperiode, also bis 2006, die geltenden Bestimmungen grundsätzlich beibehalten werden und Anpassungen nur im Hinblick auf Marktentwicklungen und zur Verwaltungsvereinfachung erfolgen.

In anderen aktuellen Politikfeldern wie dem Tier-, Natur- und Umweltschutz drohten der Landwirtschaft Wettbewerbsnachteile, führte der Staatssekretär weiter aus. ‚Hier gilt für die Landesregierung: Kooperativer Naturschutz mit der Landwirtschaft hat absoluten Vorrang vor ordnungspolitischen Strategien‘, sagte Glahn. Das Prinzip der Freiwilligkeit, eine angemessene Honorierung zusätzlicher ökologischer Leistungen sowie die Erhaltung der Kulturlandschaft müssten hier im Mittelpunkt stehen. Diese Partnerschaft mit der Landwirtschaft habe die Landesregierung nicht nur bei der Ausweisung der FFH- und der Vogelschutzgebiete, sondern auch bei der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes zu ihrer Richtschnur gemacht.

Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

Eier aus Alternativhaltung blieben häufig in den Regalen liegen

Themen: Archiv — info @ 13:09

Rückgang der Eierkäufe trifft fast ausschließlich dieses Marktsegment – Der Preis entscheidet

Hannover (agrar.de) – Die bundesdeutschen Verbraucher schauen beim Eierkauf offensichtlich auf den Cent. Dieses Fazit lässt sich aus einer repräsentativen Haushaltsbefragung der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn schließen. Danach wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 328 Millionen Stück Eier weniger gekauft als im Vorjahr. Dieser Rückgang um 6,8 Prozent ging nach Angaben des niedersächsischen Landvolk-Pressedienstes fast ausschließlich zu Lasten der Eier, die auf der Verpackung eine Zusatzbezeichnung wie ‚Eier aus Bodenhaltung‘, ‚Freilandei‘ oder ‚Ökoei‘ enthielten.

In diesem Marktsegment der Eier mit Zusatzbezeichnung ging der Absatz sogar um 9,3 Prozent zurück. Die traditionellen Eier aus Käfighaltung dagegen konnten sich mehr oder weniger behaupten. Auch bei den nicht verpackten losen Eiern gab es einen überproportionalen Einbruch, der zu Lasten kleinerer Hennenhalter im Erzeuger-Verbraucher-Direktabsatz ging. Die so genannte Alternativ-Ware hatte ihren Absatzhöhepunkt nach Einschätzung der Bonner Marktbeobachter bereits im ersten Halbjahr 2001 erreicht. Schon im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres gab es keinen Zuwachs mehr, im freien Spiel der Marktkräfte war offensichtlich eine Sättigungsgrenze erreicht worden. Die von Verbraucherschutzministerin Künast propagierte Hinwendung zum Ei aus alternativer Haltung stieß damit auf taube Ohren, im Gegenteil: Seit Beginn des laufenden Jahres bleiben diese Eier zunehmend liegen. Der Trend zum preisbewussten Einkauf, der durch konjunkturelle Tendenzen zusätzlich beeinflusst wurde, hat das Einkaufsverhalten der Bürgerinnen und Bürger stärker beeinflusst als die ideologische Gesinnung.

Besonders stark betroffen sind die Eier aus Bodenhaltung. Jedes achte Ei blieb hier im Regal liegen. Die Eier aus Freilandhaltung, die den größten Block der Eier mit Zusatzbezeichnung stellen, verloren um 7,7 Prozent des Absatzes und bei den Eiern aus ökologischer Erzeugung brachte der Monat Juni mit den Nitrofen-Schlagzeilen einen Umsatzeinbruch von 50 Prozent. Die eindeutige Entscheidung über den Preis belegt der Blick auf die Einkaufsstätten. Während die Eier mit Zusatzbezeichnung überall weniger gefragt waren, verkaufte Aldi in diesem Bereich in den ersten Monaten des Jahres 4,1 Prozent mehr Eier als vor Jahresfrist. Auch bei der Standardware konnte Aldi noch einen Zuwachs von 1,2 Prozent realisieren. Dagegen legten die übrigen Discounter bei Standardeiern um 6,6 Prozent zu, und verkauften sechs Prozent weniger Eier aus Alternativhaltungen. Noch stärker rutschte dieses Eiersegment im traditionellen Lebensmitteleinzelhandel ab. Hier blieb fast jedes fünfte Ei aus alternativer Haltung liegen, während die von der Politik verpönten Käfigeier ihren Marktanteil in etwa hielten.

Links zum Thema Lebensmittel, Links zum Thema %url4%Geflügel%/%.

Auch Öko-Milch hat hohe Qualität

Themen: Archiv — info @ 13:09

Kiel (agrar.de) – In einer umfassenden Untersuchung hat die Bundesanstalt für Milchforschung (BAfM) in Kiel die Milchproduktion von Rindern aus ökologischer und konventioneller Tierhaltung miteinander verglichen. Wesentliche verbraucherrelevante Unterschiede traten dabei nicht auf.

Die Regeln für die ökologische Milcherzeugung sind in der EU-Öko-Verordnung 2092/91 festgelegt. Danach verzichten ökologisch wirtschaftende Milchviehbetriebe unter anderem auf mineralischen Dünger, den prophylaktischen Einsatz von chemisch-synthetischen Tierarzneimitteln und Antibiotika, halten in der Futterration ein bestimmtes Verhältnis von Grundfutter zu Kaftfutter ein, und im Sinne der Kreislaufwirtschaft spielen Zukaufsfuttermittel eine geringere Rolle als in konventionellen Betrieben. Spezielle, auf die Bedingungen der ökologischen Milcherzeugung abgestimmte Rinderzuchtprogramme gibt es derzeit nicht.

Sowohl in der ökologischen als auch in der konventionell-integrierten Produktionsform gibt es unterschiedliche Intensitäten, die zu entsprechenden Leistungsniveaus führen. Bei der Tiergesundheit und Fruchtbarkeit fanden die Forscher keine Unterschiede.

Bei der Milchqualität wurden unter dem Gesichtspunkt der Lebensmittelsicherheit Infektionserreger, Umweltkontaminanten, Arzneimittelrückstände, Pflanzenschutzmittel und Mykotoxine (Pilzgifte) betrachtet. Lediglich bei letzteren fanden sich gewisse Unterschiede: Öko-Milch enthielt kein Aflatoxin, bei konventionell produzierter Milch fanden sich in einigen wenigen Proben Spuren dieses Pilzgiftes, die unterhalb des festgesetzten Grenzwertes lagen und vermutlich von Aflatoxin-belasteten Kraftfuttermitteln herrührten.

In den Fällen, wo sensorische Unterschiede zwischen den Rohmilchen beider Produktionsformen auftraten, waren diese nicht auf die Futtermittel zurückzuführen, sondern auf Differenzen im Fettgehalt. Bei pasteurisierten und auf gleichen Fettgehalt eingestellten Milchen gab es keine Unterschiede. Auch die Verarbeitungseignung zu Butter und Käse war gleich.

Um Öko-Milch mit Gewinn erzeugen zu können, müssen die Milcherzeuger insbesondere wegen des größeren Flächenbedarfs höhere Milchpreise erzielen.

Der Markt für Bio-Milch ist unruhig. In Deutschland ist der Absatz von Bio-Frischmilch gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent gestiegen und hat im zweiten Quartal dieses Jahres erstmals die Marke von 10 Mio. Litern überschritten. Die zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (url1%ZMP%/%) widerspricht mit ihren Zahlen den Klagen einiger Bio-Molkereien, die über drastische Einbrüche infolge der Nitrofen-Affäre berichten. Der ZMP fielen jedoch deutliche Verschiebungen auf dem Markt durch den Erfolg der erst Mitte vorigen Jahres eingeführte Bio-H-Milch und dem Markteintritt der Discounter auf.

In mehreren europäischen Ländern wird mehr Bio-Milch produziert als der Markt aufnimmt sodass die Molkereien diese teilweise zu ‚konventionellen‘ Preisen verkaufen müssen.

Links zum Thema Milchwirtschaft.

Rheinland-pfälzische Biohöfe öffnen ihre Pforten

Themen: Archiv — info @ 13:09

Mainz (agrar.de) – ‚Mit einer bundesweiten Aktion macht der ökologische Landbau auf sich aufmerksam‘, teilte der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage in Mainz mit. Rund 200 landwirtschaftliche Betriebe wurden als Demonstrationsbetriebe ausgewählt, um über die tägliche Praxis der nach ökologischen Prinzipien arbeitenden Betriebe zu informieren. In Rheinland-Pfalz entsprachen 20 Biohöfe den gestellten Anforderungen der Jury, die sich aus Vertretern der Anbauverbände und der Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau zusammensetzte. Alle ausgewählten Demonstrationsbetriebe sind landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe oder Wein- und Obstbaubetriebe, die schon mehrere Jahre nach den Kriterien des ökologischen Landbaus geführt werden und nach der EG-Öko-Verordnung zertifiziert worden sind.

Mit gezielten Aktionstagen präsentieren die Landwirte ihre Produktionsschwerpunkte und stehen Interessierten für Informations- und Fachgespräche zur Verfügung. Der nächste Termin in Rheinland-Pfalz findet am 28. September statt. Das Weingut Melsheimer in Reil an der Mosel (Kreis Bernkastel-Kues) bietet eine Ökologische Weinwanderung mit anschließendem Weinbergsessen in den Steillagen an. Der Biohof Morgentau in Kleinniedesheim (Kreis Ludwigshafen) informiert über die Kürbis- und Kartoffelvielfalt mit vielen Zubereitungstipps. Ziel der Aktionen ist es, Einblicke in die praktische Umsetzung der ökologischen Landwirtschaft zu geben und bestehende Wissensdefizite abzubauen.

‚Das Aktionsprogramm der Biohöfe soll nachhaltig dazu beitragen, das Verständnis bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern für diese besonders umweltschonende Produktionsweise von Lebensmitteln zu erhöhen‘, begrüßte Bauckhage das Engagement. Mit dem Förderprogramm Umweltschonende Landbewirtschaftung (FUL) unterstützt das rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerium auch in diesem Jahr im bereits angelaufenen Verfahren die Umstellung auf ökologischen Landbau.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...19 20 21 >>



   (c)1997-2017 @grar.de