03. September 2002

Rentenbank senkt Zinsen für Sonderkredite

Themen: Banken,Förderung — info @ 10:09

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main, hat die Zinssätze ihrer Sonderkredite gesenkt. Je nach Laufzeit und Zinsbindung verbilligen sich die Kredite der hauseigenen Sonderkreditprogramme ‚Landwirtschaft‘, ‚Junglandwirte‘ sowie ‚Dorferneuerung und ländliche Entwicklung‘ mit sofortiger Wirkung um bis zu 0,20 Prozentpunkte. Sonderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosten jetzt für Junglandwirte z. B. bei 10-jähriger Zinsbindung effektiv 4,91 Prozent, bei 5-jähriger Zinsbindung 4,60 Prozent.

Die Sonderkredite des zentralen Refinanzierungsinstituts dürfen neben anderen zinsverbilligten Krediten eingesetzt werden. Außerdem ist die Inanspruchnahme von Zinszuschüssen aus öffentlichen Mitteln möglich. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten.

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Schleswig-Holstein: Durchschnittlicher Kaufwert landwirtschaftlicher Grundstücke 2001 gegenüber 2000 gestiegen

Themen: Archiv — info @ 10:09

Kiel (agrar.de) – Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes wurden 2001 in Schleswig-Holstein 1.062 Veräußerungsfälle landwirtschaftlicher Grunstücke ohne Gebäude und ohne Inventar mit 5.400 ha Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN) registriert. Die Anzahl der Veräußerungsfälle war um 14 Prozent kleiner als im Jahr 2000, die veräußerte Fläche lag um 13 Prozent unter der des Vorjahres. Der durchschnittliche Kaufwert war mit 11.655 Euro je ha FdlN um 3,5 Prozent höher als 2000. Die durchschnittliche Ertragsmesszahl der veräußerten Flächen entsprach mit 4.591 je ha FdlN annähernd der des Vorjahres.

Regional wiesen die Kaufwerte je ha FdlN eine große Spanne von 5.615 Euro in der Eider-Treene-Niederung bis 21.770 Euro im Naturraum Nordoldenburg/Fehmarn auf. Gegenüber dem Vorjahr veränderten sich die durchschnittlichen Kaufwerte in den einzelnen Kreisen und Naturräumen des Landes sehr unterschiedlich.

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DBV zum Ergebnis des Diskurses Grüne Gentechnik

Themen: Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 09:09

Born: Wahlfreiheit für Verbraucher und Landwirte notwendig

Berlin (agrar.de) – Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, gab auf der Ergebnistagung des Diskurses Grüne Gentechnik des Bundesministeriums für Ernährung Verbraucherschutz und Landwirtschaft heute folgende Erklärung ab:

‚Dieser Diskurs zur Grünen Gentechnik fand in einem nicht zuletzt durch den Wahlkampf bedingt schwierigen politischen und publizistischen Umfeld statt. Die Ausgangspositionen der Akteure waren und sind bekannt, und sie waren und sind sehr kontrovers. Der Deutsche Bauernverband hat sich trotzdem dieser Diskussion gestellt, auch wenn der Geduldsfaden aller Beteiligten manchmal arg strapaziert wurde. Aus unserer Sicht hat sich der Diskurs insofern aber gelohnt, als allen Beteiligten klar geworden ist, dass die Grüne Gentechnik in unseren Nahrungsmitteln und bei deren Herstellung wirkliche Realität ist. Von den Futtermitteln bei uns in der Tierhaltung bis hin zu den Enzymen, Hefen und Aromen in der Ernährungsindustrie. Ich rede gar nicht davon, dass der weltweite Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen voranschreitet.

Zum Zweiten ist für uns deutlich geworden, dass die Übergänge zwischen konventioneller Züchtung und gentechnischer Züchtung natürlich fließend sind. So ist es durchaus möglich, innerhalb der bestehenden Art – also durchaus konventionell – gentechnisch erhebliche züchterische Vorteile zu erreichen, weil ich sehr viel gezielter Eigenschaften von Pflanzen verändern kann. Drittens ist für uns aber auch klar geworden, dass es nach wie vor große Ressentiments in weiten Teilen der Bevölkerung gibt, die sich nur dann auflösen lassen, wenn ein unmittelbarer Nutzen für die Konsumenten erkennbar wird. Das ist mit den jetzigen Anwendungsgebieten der Grünen Gentechnik nur in Teilen der Fall, wird sich aber nach unserer Einschätzung in überschaubarer Zeit ändern.

Als Konsequenz nehmen wir aus diesem Diskurs mit:

– Auf der einen Seite muss es auch für die Landwirtschaft, die Ernährungswirtschaft, die Agrarwirtschaft in den europäischen Ländern möglich sein, die Optionen dieser neuen Technologie auszutesten.

– Auf der anderen Seite kann und wird es einen umfänglicheren Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen nur dann geben, wenn die Verbraucherakzeptanz gegeben ist.

Deshalb hat für uns die Frage der Koexistenz und Wahlfreiheit sowohl für die Verbraucher wie auch für die Landwirte und die Ernährungswirtschaft eine große Bedeutung. Pragmatisch ist dies angesichts der Fakten nur lösbar, wenn man sich auf praktikable Schwellenwerte für Lebensmittel, Futtermittel und Saatgut verständigt und danach auch die Kennzeichnungsregeln ausrichtet.‘

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Carstensen/Heiderich: Künast-Diskurs bringt Verzögerung statt neuer Erkenntnis

Themen: Archiv — info @ 09:09

Berlin (agrar.de) – Zum Schlussbericht des ‚Diskurs Grüne Gentschnik‚ erklären der Vorsitzende des Ausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Peter Harry Carstensen, und der Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Helmut Heiderich:

‚Die grüne Biotechnik gewinnt weltweit an Bedeutung, insbesondere im landwirtschaftlichen Praxis-Einsatz. Die Initiativen für eine verstärkte Nutzung der neuen Technologie reichen von der Offensive der Europäischen Union bis zur aktuellen Forderung der FAO auf dem UN-Gipfel in Johannesburg, wonach auch der dritten Welt ein ungehinderter Zugang zu den neuen Agrartechniken verschafft werden soll.

Statt in Deutschland, einem der noch immer wichtigsten Forschungsländer der Biotechnik, verstärkt praktische Erfahrungen zu sammeln und diese wissenschaftlich auszuwerten, bleibt der Künast-Diskurs trotz des großen Aufwands in der Wiederholung bekannter theoretischer Positionen stecken.

Wo kein Praxis-Anbau stattfindet, ist auch kein wissenschaftliches Monitoring möglich, so zum Beispiel ein klares Fazit der kürzlichen UBA-Fachtagung. Und ohne Praxis ist keine neue Erkenntnis zu gewinnen.

Nach der Rücknahme der ‚Kanzlerinitiative‘ zum großflächigen Anbau gentechnisch verbesserter Pflanzen ist erneut wertvolle Zeit vertan. Nach wie vor fehlen eindeutige und praktikable Kennzeichnungsregeln, einheitliche Analyse- und Bewertungsverfahren sowie akzeptable Schwellenwerte zur Abgrenzung der verschiedenen Anbausysteme.

Deutschland als High-Tech-Standort verliert zunehmend den Anschluss. Das ist besonders bedeutsam, weil grüne und rote Biotechnik mehr und mehr ineinander greifen. Und Schwächen in einem Gentechnik-Bereich bald zum Nachteil für die gesamte Biotechnik-Branche werden.

Den verantwortbaren Fortschritt weder im eigenen Land auszuloten noch streng kontrolliert umzusetzen, das ist nicht vorsorgender Verbraucherschutz, sondern allenfalls ideologische Einseitigkeit.‘

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Grüne Gentechnik: Nach wie vor besteht Dissens

Themen: Archiv — info @ 09:09

Berlin (agrar.de) – Heute wurde in Berlin der Ergebnisbericht des Diskurs Grüne Gentechnik der Öffentlichkeit vorgestellt.

Moderatorin Ruth Hammerbacher übergab ihn an Verbraucherministerin Renate Künast. Zuvor war der Bericht im Lenkungsausschuss des Diskurses einvernehmlich verabschiedet worden.

Hier einige der Kommentare teilnehmender Gruppierungen:

Warenkette ‚vom Acker bis zum Teller‘ (u.a. BDP, BLL, BVE, BVL, DBV, DIB, DRV, IVA) – Deutscher Bauernverband (%url9%DBV%/%) – Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (%url10%BÖLW%/%) – %url5%Verbraucherzentrale Bundesverband%/% – Bund für Umwelt und Naturschutz (%url8%BUND%/%) – %url4%Greenpeace%/% – %url6%CDU%/% – %url7%FDP%/%

Weitere Stellungnahmen finden Sie laufend bei %url11%@grar.de Aktuell%/%.

Verbraucherschützer warnen: Gentechnisch veränderte Lebensmittel und Agrarprodukte nicht vorschnell zulassen

Themen: Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 09:09

Diskurs Grüne Gentechnik gab mehr Fragen als Antworten

Berlin (agrar.de) – Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) hat anlässlich der heutigen Abschlusstagung des von Bundesministerin Renate Künast initiierten ‚Diskurs Grüne Gentechnik‘ vor einer schleichenden Verunreinigung der Nahrungsmittel mit Gentechnik und einer Bedrohung der Wahlfreiheit der Verbraucher gewarnt. Die Verbraucherschützer forderten die Bundesregierung sowie alle Bundestagskandidaten auf, gentechnikfreie Einkaufsmöglichkeiten für Verbraucher auch über den Wahltag hinaus sicherzustellen. ‚Verbraucher lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel mit großer Mehrheit ab‘, so Thomas Isenberg, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Ernährung des vzbv. Solange Risiken für Gesundheit und Umwelt nicht ausgeschlossen werden könnten, müsse hier mehr denn je das Vorsorgeprinzip gelten.

‚Bei der Abwägung zwischen möglichen Risiken und vermeintlichem Nutzen darf die Grüne Gentechnik nicht auf die Frage reduziert werden, wie eine Koexistenz von Gentechnik und gentechnikfreier Landwirtschaft aussieht. Vielmehr stellt sich die Frage, ob wir eine Koexistenz überhaupt wollen‘, betonte Thomas Isenberg. Die Politik müsse alles tun, um die Sicherheit und die Wahlfreiheit für die Verbraucherinnen und Verbraucher – auch in Zukunft – mittels gesetzlicher Regelungen und internationaler Standards zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang bemängelte der vzbv, dass Fragen zu Haftung und Sanktionen noch nicht ausreichend geklärt seien. Aus Sicht des vzbv verbieten sich nach dem Vorsorgeprinzip alle Maßnahmen, die zur Zurückdrängung gentechnikfreier Produkte und zu möglicherweise irreversiblen Folgen führen können. ‚Bessere Rahmenbedingungen der Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit, wie derzeit auf EU-Ebene diskutiert, rechtfertigen noch lange nicht eine völlige Freigabe des Anbaus von Genprodukten in Deutschland und Europa‘, so Thomas Isenberg.

Ausdrücklich begrüßte der vzbv die Initiative des Ministeriums für den Diskurs. ‚Jedoch zeigen die Ergebnisse, dass die Beteiligung aller Akteure nicht automatisch zu einem breiten Konsens führt‘, so Thomas Isenberg. Daher seien politische Entscheidungen nötig, die die Wünsche der Verbraucher ernstnehmen.

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02. September 2002

BUND: Gentechnische Verunreinigung beseitigt Wahlfreiheit für Verbraucher

Themen: Archiv — info @ 12:09

Parteien zum Handeln aufgefordert

Berlin (agrar.de) – ‚Die Bundestagswahl wird zur Grundsatzentscheidung darüber, ob es auch weiterhin bei uns noch gentech-freie Lebensmittel zu kaufen gibt oder nicht. Ob Babynahrung, Bioprodukte oder ganz normale Lebensmittel aus dem Supermarkt – wenn die Parteien nicht schnell handeln, werden all diese Produkte in wenigen Jahren gentechnisch verunreinigt sein.‘ So sieht Doris Tropper, stellvertretende BUND-Bundesvorsitzende, die Wirkungen der sogenannten Grünen Gentechnik.

Eine Studie im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat jetzt ergeben, dass die stetige gentechnische Verunreinigung der Nahrungskette die Wahlmöglichkeit der Konsumenten zum Kauf gentech-freier Produkte zu beseitigen droht. Die Studie ‚Bleibt in Deutschland bei zunehmendem Einsatz der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion die Wahlfreiheit auf GVO-unbelastete Nahrung erhalten?‘ wurde im Auftrag des BUND vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau Berlin (FiBL) und dem Öko-Institut Freiburg angefertigt.

Es wurden drei Szenarien untersucht: Im Szenario ‚Bei uns nicht‘ bleibt das seit Oktober 1998 in der EU bestehende Moratorium auf Neuzulassungen gentechnisch veränderter Pflanzen bestehen, die GVO-Anbaufläche (GVO = gentechnisch veränderte Organismen) in Nord- und Südamerika wird nur wenig ausgeweitet und die Lebensmittelindustrie produziert weiter mit Rohstoffen, die von konventionellen Pflanzen stammen.

In diesem Fall bleibt es beim Ist-Zustand: Das heißt, in verarbeiteten Produkten, die Zutaten aus Mais, Soja oder Raps enthalten, kann die absolute Gentechnikfreiheit nicht garantiert werden, wenn nicht sorgfältig auf die Herkunft der Rohstoffe und die Trennung der Warenströme geachtet wird. Deshalb sind in diesem Szenario dringende Verbesserungen bei Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und Trennung der Warenströme notwendig.

Im Szenario ‚Anbau mit Auflagen‘ ist das Moratorium gefallen, international weitet sich die Gentech-Anbaufläche aus und mit neuen Gesetzen wird versucht die Gen-Kontamination einzudämmen. In diesem Fall kann die Verunreinigung im Bereich von einem Prozent gehalten werden. Die Wahlfreiheit der Konsumenten wird aufgeweicht, da Verunreinigungen bis zu einem Prozent bei Lebens- und Futtermitteln sowie bei Saatgut nicht kennzeichnungspflichtig wären. Für die Einhaltung der Ein-Prozent-Grenze für gentechnische Kontaminationen sind Abstandsregelungen beim Anbau, Rückverfolgbarkeits- und Kennzeichnungsnormen sowie die konsequente Trennung der Warenströme notwendig. Die Einhaltung dieser Maßnahmen sowie deren Kontrolle verursachen erhöhte Kosten, die je nach Nutzpflanze und Bewirtschaftungsweise bis zu 20 Prozent betragen können.

Beim Szenario ‚Gentechnik ohne Grenzen‘ fällt ebenfalls das Moratorium, die Anbaufläche in Europa und weltweit wächst, neue Normen zur Begrenzung der Kontamination werden jedoch nicht geschaffen. In diesem Fall ist die Wahlfreiheit akut gefährdet, selbst ein Schwellenwert von einem Prozent wäre bei zunehmender Verunreinigung der gesamten Nahrungsmittelkette nur unter erheblichem Aufwand zu garantieren. Die Folge ist, dass auch die Produktion von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Bestandteilen unterhalb der Ein-Prozent-Grenze teurer wird. Preissteigerungen werden insbesondere den Ökolandbau treffen, der per Gesetz zur strikten Gentech-Freiheit verpflichtet ist. Produzenten, die weiter nur geringfügig verunreinigte Lebensmittel anbieten wollen und Konsumenten haben bei diesen Produkten mit drastischen Preissteigerungen zu rechnen.

Julia Meier vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau Berlin (FiBL): ‚Je mehr der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zunimmt, desto stärker sinkt die Möglichkeit, sich gentech-frei zu ernähren. Im Szenario eins und zwei ist die Wahlfreiheit noch gegeben, im dritten Szenario wird sie nahezu unmöglich.‘

Doris Tropper, stellvertretende BUND-Bundesvorsitzende: ‚Jetzt sind die Parteien gefordert, die Gentech-Freiheit in Lebensmitteln zu sichern. Die Bundesregierung muss umgehend einen Maßnahmenkatalog vorlegen, der Hersteller und Nutzer gentechnisch veränderter Organismen verpflichtet, ihre Produkte aus der Nahrungskette herauszuhalten. Saatgut, Futter- und Lebensmittel dürfen nicht gentechnisch verunreinigt werden. Für diejenigen, die keine Gentechnik im Essen haben wollen, muss die Wahlfreiheit gewährleistet bleiben.‘ Gentechnische Verschmutzungen durch Pollenflug oder die unzureichende Trennung der Warenströme bei Transport und Verarbeitung gefährden bereits jetzt die Gentech-Freiheit der Produkte. Auf EU-Ebene wird derzeit an neuen Schwellenwerten und Kennzeichnungsregeln bei gentechnischen Kontaminationen gearbeitet.

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Baden-Württemberg: Getreideernte 2002 mit 29,4 Millionen Dezitonnen vier Prozent unter dem Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 11:09

Durchschnittliche Flächenleistung von 60 Dezitonnen je Hektar

Stuttgart (agrar.de) – Bis auf wenige Felder in den exponierten Lagen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb ist die Getreideernte 2002 so gut wie abgeschlossen. Aufgrund der vorläufigen Ergebnisse der Besonderen Ernteermittlung beziffert sich die diesjährige Getreideernte (ohne Körnermais) auf insgesamt 29,4 Millionen dt (Dezitonnen; 1 dt = 100 kg). Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, wird damit sowohl das langjährige Mittel 1996/01 als auch das Vorjahresergebnis von jeweils rund 30,7 Mill. dt um ca. 4 Prozent verfehlt. Nachdem noch nicht alle der vorgesehenen Probeschnitte und Volldrusche ausgewertet werden konnten, sind die Ergebnisse noch mit Unsicherheiten behaftet und Veränderungen möglich.

Die Erntemenge ist vor dem Hintergrund einer um 3.300 Hektar (ha) auf 490.600 ha reduzierten Getreideanbaufläche (ohne Körnermais) zu sehen, wobei insbesondere Sommergerste (-8.100 ha) größere Flächenanteile verloren hat. Andererseits haben die ertragsstärksten Getreidearten Winterweizen (+4.000 ha) und Triticale (zur Verfütterung bestimmte Kreuzung aus Weizen und Roggen; +1.800 ha) im Anbau zugelegt. Die durchschnittliche Flächenleistung liegt im Landesdurchschnitt und im Mittel aller Getreidearten bei 59,9 dt/ha und damit um 3,5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis; das langjährige Mittel 1996/01 wird um 2,8 Prozent verfehlt. In Abhängigkeit von den natürlichen Standort- und Witterungsbedingungen, namentlich den Bodenverschlämmungen als Folge der ausgiebigen Niederschläge im März sowie seit Juni dem Wechsel von extremer Hitze und Starkregen, bestehen regional und örtlich erhebliche Ertragsunterschiede. Hinzu kamen heftige, wenn auch räumlich meist begrenzte Hagelschäden.

Bei allen Getreidearten liegen die Erträge unter denen des Vorjahres. Sommergerste verfehlte im Landesdurchschnitt mit 48,0 dt/ha das Vorjahresergebnis nur knapp. Bei Wintergerste (60,6 dt/ha) und Winterweizen (67,5 dt/ha) liegen die Hektarerträge um 3 bzw. 4 Prozent, bei Hafer (46,8 dt/ha) sogar um 15 Prozent unter den Vorjahresresultaten. Im Vergleich zum langjährigen Mittel beziffern sich die Mindererträge bei Winterweizen auf 3 Prozent, bei Sommergerste auf 6 Prozent und bei Hafer auf 14 Prozent. Die Flächenleistung der Wintergerste liegt geringfügig über dem langjährigen Mittel.

Obwohl die Erntearbeiten durch die jüngsten ausgiebigen Niederschläge beeinträchtigt waren, konnten die Getreidepartien zumeist mit Feuchtigkeitsgehalten von unter 15 Prozent eingebracht werden, so dass eine Nachtrocknung nur in Ausnahmefällen erforderlich war. Wie die ersten Qualitätsuntersuchungen für Weizen gezeigt haben, liegen sowohl der durchschnittliche Proteingehalt mit 12,6 Prozent (2001: 12,1 Prozent) als auch der Sedimentationswert, eine Kenngröße für die Backfähigkeit, mit 42 Einheiten (2001: 37 Einheiten) deutlich über den Vergleichswerten des Vorjahres. Bezüglich der Fallzahl, die die Backqualität der Getreidestärke beschreibt, müssen dagegen Abstriche gemacht werden. Von den bislang untersuchten Proben liegen zwar acht von zehn über der Interventionsgrenze von 200 Sekunden. Bei Weizen, der erst nach den Regenfällen geerntet wurde, muss jedoch mit Qualitätseinbußen gerechnet werden. Einige Partien erreichen nur Futterqualität. Legt man die vorläufigen Anbauflächen der diesjährigen repräsentativen Bodennutzungshaupterhebung zugrunde, so errechnet sich für die Futter- und Industriegetreidearten (Gerste und Hafer) eine Gesamterntemenge von 13,9 Mill. dt, die damit um 6 Prozent unter dem Vorjahresergebnis bzw. dem Mittel der Jahre 1996/01 liegt. Die Ernte der Brotgetreidearten (Weizen und Roggen) beziffert sich auf insgesamt knapp 15,5 Mill. dt und verfehlt damit das Vorjahresergebnis um 2 bis 3 Prozent. Wie das Statistische Landesamt nach den Angaben der Ernteberichterstatter weiter feststellt, blieben auch bei Winterraps, der mit Abstand bedeutendsten Ölfrucht im Land, die Druschergebnisse mit durchschnittlich 32,6 dt/ha unter dem langjährigen Mittel von 33,2 dt/ha. Das gute Vorjahresergebnis (35,1 dt/ha) wird um 7 Prozent verfehlt. Dagegen machen die Körnermaisbestände derzeit einen sehr guten Eindruck, so dass mit hohen Erträgen von über 90 dt/ha gerechnet wird.

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Bauckhage hebt Spitzenstellung der rheinland-pfälzischen Molkereiwirtschaft hervor

Themen: Archiv — info @ 11:09

Mainz (agrar.de) – Nach dem Vergleich der Ergebnisse der jüngsten Auswertungen der Milchauszahlungspreise auf Bundesebene hat Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage die besondere Leistungskraft der rheinland-pfälzischen Milchwirtschaft hervorgehoben. ‚Die Milchwirtschaft ist das Rückgrat der Landwirtschaft in den Mittelgebirgsregionen unseres Landes‘, erklärte Bauckhage.

Die heimischen Milchviehbetriebe und Molkereien zählten im Bundesvergleich zur Spitze, so der Minister. 2001 habe der Milchpreis, den die zwei Molkereien im Lande – Milch-Union Hocheifel in Pronsfeld und Hochwald-Eifelperle in Thalfang – ihren Lieferanten auszahlten, wieder deutlich über dem Bundesdurchschnitt gelegen. Das vergangene Jahr kann sogar als Rekordjahr mit einem bundesdurchschnittlichen Auszahlungspreis von 34,3 Cent/kg bezeichnet werden. Dieser Wert konnte in Rheinland-Pfalz mit 35,8 Cent/kg im Mittel um 1,5 Cent/kg noch übertroffen werden. ‚Der daraus resultierende Mehrerlös von rund 11,5 Millionen Euro oder 3.600 Euro im Durchschnitt für jeden Milcherzeuger in Rheinland-Pfalz ist bares Geld in den Taschen der rheinland-pfälzischen Bauern‘, betonte Bauckhage.

Mittel- und langfristig sei aber neben dem Einkommenseffekt vor allem die Verbesserung der interregionalen Wettbewerbsstellung der heimischen Milcherzeuger von hohem Stellenwert. ‚Die Spitzenleistung des Jahres 2001 war kein Zufall, denn im fünfjährigen Vergleich rangieren die beiden rheinland-pfälzischen Molkereiunternehmen unter 160 ausgewerteten Molkereien in Deutschland mit deutlichem Abstand auf den drei ersten Plätzen‘, sagte Bauckhage.

Neben den heimischen Milcherzeugern würden auch andere gerne an dem relativ vorzüglichen Auszahlungspreis rheinland-pfälzischer Molkereien partizipieren, sagte Bauckhage. Der Kreis der Milchlieferanten aus benachbarten EU-Mitgliedsstaaten, Frankreich, Luxemburg, Belgien sowie angrenzenden Bundesländern, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg werde immer größer. Dies habe in den letzten Jahren zu einer kontinuierlichen Steigerung der Gesamtverarbeitungsmenge der rheinland-pfälzischen Molkereien bis annähernd an die Grenze von zwei Milliarden Kilogramm geführt.

‚Das Erfolgsgeheimnis der rheinland-pfälzischen Milchwirtschaft sind sehr rationell und marktorientiert arbeitende Molkereien sowie Milcherzeuger, die mit unternehmerischem Mut, großem produktionstechnischem Know-how und einer ausgeprägten Innovationsbereitschaft ihre Betriebe ständig weiter entwickeln‘, fasste Bauckhage die Ursachen zusammen.

Der Minister unterstrich die Entschlossenheit der Landesregierung, die Milchviehbetriebe und Molkereiunternehmen auch in Zukunft bei der weiteren Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen. ‚In der Förderung der Marktstrukturpolitik ist das Geld gut angelegt.‘, so der Minister.

Zur Halbzeitbewertung der Agenda 2000 durch die EU-Kommission sagte Bauckhage abschließend, dass sie Chancen und Risiken beinhalte. Bauckhage forderte alsbald klare Vorgaben, wie es vor allem mit der Garantiemengenregelung ab dem Jahr 2008 weitergehen soll, die Molkerei- wie Milcherzeugungsbetriebe benötigten jetzt rasch zuverlässige Rahmenbedingungen für ihre Zukunftsplanungen.

Links zum Thema Milchwirtschaft, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

Künast: Vorschuss auf Flächenzahlungen für Landwirte unverzüglich auszahlen

Themen: Archiv — info @ 10:09

Berlin (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Renate Künast hat heute in einem Schreiben an ihre Länderkollegen in den Überschwemmungsbebieten appelliert, so schnell wie möglich mit Auszahlung der Vorschüsse auf die Flächenzahlungen an die Landwirte zu beginnen. Dies sei im Interesse der von den Überschwemmungen schwer getroffenen Landwirte geboten. Die Europäische Kommission habe die entsprechende Verordnung gestern im Amtsblatt veröffentlicht. Damit seien die erforderlichen Voraussetzungen für die Auszahlungen geschaffen.

Die Bundesregierung habe erreicht, dass der Anwendungsbereich der Regelung auf fünf weitere von Überschwemmungen betroffene Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern ausgedehnt wird. Die erforderliche Änderungsverordnung sei gestern im Verwaltungsausschuss Getreide einstimmig gebilligt worden. Die EU-Kommission wolle auch diese Änderungsverordnung sobald wie möglich – voraussichtlich am 4. September – im Amtsblatt veröffentlichen. Sobald dies geschehen sei, könne auch in diesen Landkreisen mit den Auszahlungen begonnen werden.

‚Mit dieser Änderungsverordnung erhöht sich der Betrag, der als Vorschuss auf die Flächenzahlungen an die Landwirte in den Überschwemmungsgebieten ausgezahlt werden kann, auf 560 Millionen Euro. Ich appelliere an alle betroffenen Länder, die Vorschüsse an die Landwirte unverzüglich auszuzahlen‘, so Künast.

Links zum Thema Hochwasser.

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