Ergebnisse der neuesten Viehzählung: Verbesserung am Rindfleischmarkt
Rinderpreise fester, Schweine- und Schafpreise niedriger, Verbraucherpreise kaum Änderungen
Bonn (agrar.de) – Landwirte werden 2002 voraussichtlich mehr Geld für Rindfleisch bekommen als im Vorjahr. Für Schweine, Schafe und Lämmer werden die Erzeugerpreise dagegen geringer ausfallen. Bei den Verbraucherpreisen sind in den nächsten Monaten kaum Änderungen zu erwarten. Zu dieser Einschätzung kommt der Sachverständigenausschuss für die Auswertung der Viehzählungsergebnisse beim Bundesverbraucherministerium aufgrund der Ergebnisse der Viehzählung zum 3. Mai 2002. Insgesamt rechnet das Gremium für 2002 in Deutschland mit einem Produktionsanstieg bei Schweine- und Rindfleisch.
Bei Rindfleisch geht der Ausschuss aufgrund der Bestandsentwicklung davon aus, dass die Bruttoeigenerzeugung (BEE: sämtliche im Inland erzeugten Tiere) von Rind- und Kalbfleisch 2002 um ein Prozent auf 1,41 Millionen Tonnen steigt. Bei höheren Nettoimporten rechnet der Ausschuss mit einem Anstieg des Gesamtverbrauchs auf fast 1,1 Millionen Tonnen. Der Pro-Kopf-Verzehr betrüge danach rd. 9 Kilogramm – etwa 2 Kilogramm mehr als 2001. Der Selbstversorgungsgrad ginge auf 134 Prozent zurück.
Die BEE von Schweinefleisch wird im Jahr 2002 voraussichtlich knapp 4 Millionen Tonnen erreichen. Bei Berücksichtigung der Ein- und Ausfuhren dürfte der Gesamtverbrauch von 4,4 auf 4,3 Millionen Tonnen abnehmen, der Pro-Kopf-Verzehr von 39 auf 38 Kilogramm sinken und der Selbstversorgungsgrad von 88 auf 92 Prozent steigen.
Die BEE von Lamm- und Schaffleisch dürfte in 2002 etwas niedriger sein als im Vorjahr, der Pro-Kopf-Verzehr läge bei 0,8 Kilogramm und der Selbstversorgungsgrad dürfte sich kaum verändern.
Die Viehzählung vom Mai 2002 ergab folgende Viehbestände: Einen Schweinebestand von rund 26,3 Millionen Tiere – 1,8 Prozent mehr als am gleichen Vorjahreszähltag. Der Rinderbestand insgesamt ging um 4,2 Prozent auf 14 Millionen Tiere zurück, wobei sich der Milchkuhbestand um 2,6 Prozent auf 4,4 Millionen Tiere verringerte. Der Schafbestand verringerte sich um 2,5 Prozent auf 2,7 Millionen Tiere; die Zahl der weiblichen Zuchttiere nahm mit 2,9 Prozent stärker ab.
Den gesamte Bericht inklusive Tabellen finden Sie hier.
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