17. August 2002

Ergebnisse der neuesten Viehzählung: Verbesserung am Rindfleischmarkt

Themen: Archiv — info @ 13:08

Rinderpreise fester, Schweine- und Schafpreise niedriger, Verbraucherpreise kaum Änderungen

Bonn (agrar.de) – Landwirte werden 2002 voraussichtlich mehr Geld für Rindfleisch bekommen als im Vorjahr. Für Schweine, Schafe und Lämmer werden die Erzeugerpreise dagegen geringer ausfallen. Bei den Verbraucherpreisen sind in den nächsten Monaten kaum Änderungen zu erwarten. Zu dieser Einschätzung kommt der Sachverständigenausschuss für die Auswertung der Viehzählungsergebnisse beim Bundesverbraucherministerium aufgrund der Ergebnisse der Viehzählung zum 3. Mai 2002. Insgesamt rechnet das Gremium für 2002 in Deutschland mit einem Produktionsanstieg bei Schweine- und Rindfleisch.

Bei Rindfleisch geht der Ausschuss aufgrund der Bestandsentwicklung davon aus, dass die Bruttoeigenerzeugung (BEE: sämtliche im Inland erzeugten Tiere) von Rind- und Kalbfleisch 2002 um ein Prozent auf 1,41 Millionen Tonnen steigt. Bei höheren Nettoimporten rechnet der Ausschuss mit einem Anstieg des Gesamtverbrauchs auf fast 1,1 Millionen Tonnen. Der Pro-Kopf-Verzehr betrüge danach rd. 9 Kilogramm – etwa 2 Kilogramm mehr als 2001. Der Selbstversorgungsgrad ginge auf 134 Prozent zurück.

Die BEE von Schweinefleisch wird im Jahr 2002 voraussichtlich knapp 4 Millionen Tonnen erreichen. Bei Berücksichtigung der Ein- und Ausfuhren dürfte der Gesamtverbrauch von 4,4 auf 4,3 Millionen Tonnen abnehmen, der Pro-Kopf-Verzehr von 39 auf 38 Kilogramm sinken und der Selbstversorgungsgrad von 88 auf 92 Prozent steigen.

Die BEE von Lamm- und Schaffleisch dürfte in 2002 etwas niedriger sein als im Vorjahr, der Pro-Kopf-Verzehr läge bei 0,8 Kilogramm und der Selbstversorgungsgrad dürfte sich kaum verändern.

Die Viehzählung vom Mai 2002 ergab folgende Viehbestände: Einen Schweinebestand von rund 26,3 Millionen Tiere – 1,8 Prozent mehr als am gleichen Vorjahreszähltag. Der Rinderbestand insgesamt ging um 4,2 Prozent auf 14 Millionen Tiere zurück, wobei sich der Milchkuhbestand um 2,6 Prozent auf 4,4 Millionen Tiere verringerte. Der Schafbestand verringerte sich um 2,5 Prozent auf 2,7 Millionen Tiere; die Zahl der weiblichen Zuchttiere nahm mit 2,9 Prozent stärker ab.

Den gesamte Bericht inklusive Tabellen finden Sie hier.

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Thüringen: Ergebnisse der Obstanbauerhebung 2002

Themen: Archiv — info @ 12:08

Erfurt (agrar.de) – Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik befassten sich im Frühjahr 2002 insgesamt 63 Betriebe mit Verkaufsanbau von Obst. Auf einer Baumobstfläche von 2.247 Hektar (Nettofläche, d.h. abgezogen sind hierbei bereits Wege und andere Flächen, die nicht zur Produktion gehören) stehen insgesamt 3.348.400 Bäume. Mit der Halbierung der Zahl der Betriebe zwischen 1992 und 1997 (1992: 100 Betriebe; 1997: 50 Betriebe) nahm auch die Baumobstfläche um 336 ha auf 2.109 ha im Jahr 1997 ab. In den zurückliegenden fünf Jahren ist jedoch wieder eine Belebung in dieser Sparte zu verzeichnen. Die Zahl der Betriebe mit Obstbau erhöhte sich um ein Viertel (+13 Betriebe) und die Fläche stieg um knapp 7 Prozent bzw. um 138 Hektar an.

In Thüringen werden vor allem Äpfel erzeugt, deren Anlagen 50 Prozent der gesamten Thüringer Baumobstflächen einnehmen. Auf Grund von Dichtpflanzungen – 22 Prozent aller Apfelbäume stehen in Dichtpflanzungen mit 4.000 und mehr Bäumen je Hektar – liegt deren Anteil an den Obstbäumen insgesamt sogar bei 76 Prozent. Insgesamt wurden 2.534.800 Apfelbäume erfasst. Dabei werden von den Obstanbaubetrieben vordergründig Tafelobstsorten bevorzugt. 90 Prozent der Apfelsorten (2.288.500 Bäume) zählen zum Tafelobst. Spitzenreiter ist die Sorte ‚Jonagold‘ mit einem Fünftel an allen Tafelobstbäumen, gefolgt von den Sorten ‚Elstar‘ sowie ‚Shampion‘ mit jeweils 10 Prozent Anteil.

Eine weitere Bedeutung haben in Thüringen die Sauerkirschen mit einer Anbaufläche von 671 Hektar und 555.200 Bäumen. Hier dominiert das Verwertungsobst mit 529.200 Bäumen (95 Prozent aller Sauerkirschbäume).

Sowohl Süßkirschen als auch Pflaumen und Zwetschen haben mit 102.700 bzw. 83.300 Bäumen in Thüringen nur eine untergeordnete Bedeutung. Noch geringer ist die Zahl der Birnbäume. Zur Erhebung 2002 wurden insgesamt 31.500 Bäume erfasst. Süßkirschen stehen dabei auf 231 Hektar, Pflaumen und Zwetschen auf 118 Hektar und Birnen auf 29 Hektar.

Regional betrachtet konzentriert sich der Obstbau in den Kreisen Gotha und Sömmerda mit knapp zwei Drittel aller Baumobstflächen und sieben Zehntel aller Obstbäume. 37 Prozent aller Obstbaubetriebe sind in diesen Kreisen angesiedelt.

Bei gesamtdeutscher Betrachtung nimmt Thüringen – mit Ausnahme bei Sauerkirschen – im Obstbau eine untergeordnete Position ein. Zur Obstanbauerhebung im Jahr 1997 hatten von bundesweit insgesamt 21.611 Obstbaubetrieben lediglich 50 Betriebe bzw. 0,2 Prozent der Obstbaubetriebe von Deutschland ihren Betriebssitz in Thüringen. Diese Betriebe bewirtschafteten mit 2.109 Hektar 3,8 Prozent der 55.018 Hektar großen Baumobstfläche von Deutschland insgesamt. Mit 2,9 Millionen Bäumen standen nur 4,2 Prozent der bundesweit 67,8 Millionen Obstbäume in Thüringer Betrieben.

Anders zeigt sich das Verhältnis bei Sauerkirschen. Im Jahr 1997 standen mit über 541 Tausend Bäumen 17 Prozent der 3,2 Millionen Sauerkirschbäume Deutschlands insgesamt in den Thüringer Obstbaubetrieben. Nahezu jeder achte Hektar der mit Sauerkirschen bepflanzten Obstanlagen lag 1997 in Bewirtschaftung von Thüringer Betrieben.

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Stroh nicht unterpflügen – Landwirte sollen sich untereinander helfen

Themen: Archiv — info @ 10:08

Magdeburg (agrar.de) – Die Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt Petra Wernicke hat die Landwirte aufgefordert, Stroh auf den Feldern nicht unterzupflügen. Wegen der Hochwasserkatastrophe würden auch viele Tierhalter ihre Futterreserven verlieren. Die könnten dann das Stroh verfüttern. Wernicke: ‚Die Landwirte sollten sich jetzt auch untereinander helfen. Diese Art bäuerliche Solidarität kann ein Stück Not lindern.‘

Das erklärte die Ministerin heute bei einem Besuch landwirtschaftlicher Betriebe im Landkreis Stendal.

Die Überschwemmungen im Bereich Mulde und Elbe haben bereits viele Getreide- und Futterflächen überflutet.

Die Muldeaue ist vollständig überflutet, die Flächen innerhalb der Deiche ebenfalls. Viele Landwirte mussten bereits ihre Tiere evakuieren. Allein im Bereich Dessau wurden mehr als 650 Rinder evakuiert. Auch weiter nördlich evakuieren Landwirte entlang der Elbe ihre Tiere.

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16. August 2002

Höfken: Landwirte mit Unwetterschäden nicht allein lassen

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 16:08

Berlin (agrar.de) – Zu den Hochwasserschäden in der Landwirtschaft erklärt die verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen, Ulrike Höfken:

‚Den unter massiven Ernteausfällen leidenden Landwirten muss schnell und unbürokratisch geholfen werden.

Das Ausmaß der starken Niederschläge und des anhaltenden Hochwassers für die Landwirtschaft, vor allem in den neuen Bundesländern, ist in voller Höhe noch nicht absehbar. Klar ist aber: Die Schäden sind immens.‘

Die Bundesregierung stellt den betroffenen Landwirten eine Hochwassersoforthilfe in Höhe von 10 Mio. Euro sowie Finanzierungshilfen in Höhe von ca. 100 Mio. DM durch die Landwirtschaftliche Rentenbank zur Verfügung. Zur weiteren Unterstützung hat Ministerin Renate Künast bei der EU beantragt, dass die Auszahlungen der EU-Beihilfen an die betroffenen Landwirte vorgezogen und die Kriterien zur Getreidevermarktung gelockert werden.

Wir würden es darüber hinaus begrüßen, wenn Spenden der Bevölkerung auch den Landwirten zugute kommen. Hier ist auch der Bauernverband gefragt, der beispielsweise ein Spendenkonto für die Landwirte einrichten könnte.

Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Landwirte mit den Unwetterfolgen nicht alleingelassen werden.‘

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Mehr Schweine, aber weniger Rinder in deutschen Ställen

Themen: Archiv — info @ 16:08

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, gab es im Mai 2002 nach vorläufigen Ergebnissen der repräsentativen Viehbestandserhebung 14,0 Mill. Rinder, 26,3 Mill. Schweine und 2,7 Mill. Schafe in den Ställen der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland.

Der Rinderbestand hat sich im Vergleich zum Mai 2001 um 4,2 Prozent (609.000 Rinder) und der Schafbestand um 2,5 Prozent (69.000 Schafe) verkleinert. Die seit 1990 rückläufige Tendenz bei den Rinderbeständen setzt sich – mit Ausnahme von Mai 2001 – damit weiter fort. Seit 1990 wurde die Rinderhaltung um 5,5 Mill. Tiere (– 28,2 Prozent) eingeschränkt.

Die Zahl der Schweine ist im Vergleich zum Mai des Vorjahres leicht gestiegen (+ 1,8 Prozent oder 471.000 Tiere). Hier kann eine weitere Bestandsvergrößerung erwartet werden, da sich der Bestand an Jungschweinen gegenüber Mai 2001 um 7,7 Prozent und der Bestand an nicht trächtigen Jungsauen um 5,0 Prozent vergrößert hat.

Schwerpunkte der Viehhaltung in Deutschland sind Bayern und Niedersachsen. So hat Bayern bei Rindern (3,9 Mill.) und Schafen (0,5 Mill.) den höchsten Viehbestand im Vergleich mit allen anderen Bundesländern. Damit werden in Bayern 27,8 Prozent der deutschen Rinder und 17,2 Prozent der Schafe gehalten. Der größte Schweinebestand befindet sich mit 7,9 Mill. Tieren in Niedersachsen, das sind 30,1 Prozent aller Schweine in Deutschland.

Bestand an Rindern, Schweinen und Schafen am 3. Mai 2002 in Deutschland (vorläufiges Ergebnis) Viehbestand 03.05.2002 in 1.000; in Prozent; Veränderung gegenüber 03.05.2001 in 1.000; in Prozent)

Rinder insgesamt: 13.994; 100,0; – 609; – 4,2 – Kälber unter 1/2 Jahr: 2.212; 15,8;– 90;– 3,9 – Jungvieh 1/2 bis unter 1 Jahr: 2.110; 15,1; – 115; – 5,2 – weibl. Zucht- und Nutztiere, 1 Jahr und älter (ohne Kühe): 2.732; 19,5; – 111; – 3,9 – Kühe: 5.223; 37,3; – 184; – 3,4 – – Milchkühe: 4.431; 31,7; – 118; – 2,6

Schweine insgesamt: 26.255; 100,0; 471; 1,8 – Ferkel: 6.993; 26,6; 76; 1,1 – Jungschweine: 6.577; 25,1; 471; 7,7 – Mastschweine: 10.029; 38,2; – 67; – 0,7 – Zuchtsauen: 2.602; 9,9; – 5; – 0,2 – – nicht trächtige Jungsauen: 281; 1,1; 13; 5,0

Schafe: 2.702; 100,0; – 69; – 2,5 – weibliche, zur Zucht: 1.650; 61,1; – 50; – 2,9

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Thema Tiere.

Landwirtschaft richtet Spendenkonto „Hochwasser-Bauernhilfe“ ein

Themen: Archiv — info @ 16:08

Appell an die Solidarität der Bauern und ihrer Familien

Berlin (agrar.de) – Der landwirtschaftliche Berufsstand ruft zur Hilfe für die von den Überschwemmungen betroffenen Bauernfamilien auf. ‚Viele Bauernfamilien und ihre landwirtschaftliche Betriebe sind hart getroffen, und das gerade in der Erntezeit. Hofstellen stehen unter Wasser, Gebäude und Maschinen sind zerstört, landwirtschaftliche Nutzflächen überschwemmt, Tiere mussten evakuiert werden‘, heißt es im Spendenaufruf unterschrieben von Gerd Sonnleitner, dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Erika Lenz, der Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes und Erik Jennewein, dem Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Landjugend.

Gemeinsam bitten sie alle Bauernfamilien in Deutschland, sich an der Spendenaktion ‚Hochwasser-Bauernhilfe‘ zu beteiligen: ‚Wir bauen und vertrauen auf die Solidarität und den Zusammenhalt der Menschen im ländlichen Raum. Auch noch so kleine Beiträge sind ein Zeichen der Verbundenheit und geben den Betroffenen Mut und Zuversicht.‘ Mit den Spenden soll schnell und unbürokratisch Hilfe für in Existenznot geratene Bauernhöfe geleistet werden.

Das Spendenkonto lautet: Schorlemer Stiftung des Deutschen Bauernverbandes e.V., Stichwort: ‚Hochwasser-Bauernhilfe‘, Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG, Konto-Nr. 1700 3490 19, BLZ 380 601 86. Bitte bei den Überweisungen auch die Adresse angeben falls Spendenbescheinigungen gewünscht.

EU-Schaffleisch bleibt knapp

Themen: Archiv,MKS — info @ 16:08

Produktion erholt sich nur langsam

Bonn (agrar.de) – Die Erzeugung von Schaf- und Ziegenfleisch in der Europäischen Union, die im vorigen Jahr seuchenbedingt einen historischen Tiefstand erreicht hatte, erholt sich seither nur langsam. Der Markt dürfte daher weiterhin eher knapp versorgt sein, so hohe Preise wie in 2001 sind nach Einschätzung der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) aber nicht mehr zu erwarten.

Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche mit Schwerpunkt im Vereinigten Königreich hatte im vorigen Jahr dazu geführt, dass die Bruttoeigenerzeugung von Schaf- und Ziegenfleisch in der Europäischen Union von 1,152 Millionen Tonnen im Jahr 2000 um mehr als zehn Prozent auf 1,033 Millionen Tonnen sank. Die Erzeugung auf der Insel erholt sich nun zwar wieder, in anderen wichtigen Produktionsländern der EU wird jedoch ein Rückgang erwartet. Insgesamt dürfte die EU-Erzeugung im laufenden Jahr damit um drei Prozent auf 1,064 Millionen Tonnen zunehmen. 2003 soll es einen weiteren Zuwachs um etwa ein Prozent auf 1,076 Millionen Tonnen geben.

Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche im Vereinigten Königreich reduzierte das dortige Angebot dramatisch: In dem Land, auf das normalerweise ein Drittel der EU-Produktion entfällt, mussten mehr als fünf Millionen Schafe und Lämmer geschlachtet werden. Die Seuchenbekämpfungsmaßnahmen reduzierten die Tierbestände daher drastisch: Wurden im Dezember 1999 noch 29,7 Millionen Schafe gezählt, so waren es im Dezember 2001 nur noch 24,4 Millionen Stück. Der Anteil des Vereinigten Königreichs an der EU-Produktion sank 2001 auf nur noch gut ein Viertel. Die Exporte an Schaf- und Ziegenfleisch verringerten sich im selben Zeitraum von 110.000 Tonnen auf gerade 31.000 Tonnen. Diese Entwicklung im Vereinigten Königreich bedeutete für den gesamten EU-Markt ein rückläufiges Angebot und steigende Preise.

Eine Entspannung am EU-Schaffleischmarkt ist folglich eng an die Erholung der Produktion im Vereinigten Königreich gekoppelt. Dort scheint im laufenden Jahr der Tiefpunkt überwunden zu sein. Bis zum Jahresende dürften die Schafbestände wieder auf 25,2 Millionen Tiere zunehmen, die Produktion soll im Vorjahresvergleich um 15,6 Prozent auf 312.000 Tonnen steigen und im nächsten Jahr um weitere 4,2 Prozent auf 325.000 Tonnen zulegen. Die Mengen von jährlich rund 390.000 Tonnen vor Ausbruch der Maul- und Klauenseuche werden damit aber noch weit verfehlt. Damit bleiben auch die britischen Exporte in absehbarer Zeit noch hinter dem früheren Niveau zurück: Statt vormals 110.000 Tonnen dürften es im laufenden Jahr 65.000 Tonnen sein und im nächsten Jahr 77.000 Tonnen.

Der europäische Markt wird außerdem deshalb eher knapp mit Schaffleisch versorgt bleiben, weil in anderen wichtigen Produktionsländern ein Rückgang der Erzeugung erwartet wird. In Deutschland dürfte sie ebenfalls abnehmen, und zwar von 46.300 Tonnen 2001 auf 44.800 Tonnen im laufenden Jahr.

Links zum Thema Schafe.

Hochwasser: Bauern helfen Bauern – In Sachsen-Anhalt werden zurzeit die Ställe evakuiert

Themen: Archiv — info @ 16:08

Berlin (agrar.de) – – Die Jahrhundertflut mit überschwemmten Äckern und Weiden sowie unter Wasser stehenden Bauernhöfen hat in der deutschen Landwirtschaft eine große Hilfsbereitschaft hervorgerufen. ‚In der Not packen viele Hände unermüdlich an‘, stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, fest. Die Flutkatastrophe mit dem Ausmaß der Schäden in Stadt und Land sei zutiefst erschreckend, doch der Unternehmergeist sei bei den Landwirten und ihren Helfern keineswegs verlorengegangen. Aus dem gesamten Bundesgebiet kämen Hilfs- und Spendenangebote für die betroffenen Bauern und ihre Familien. Vor Ort seien Krisenstäbe gebildet worden, die von den Bauernverbänden koordiniert würden.

Zurzeit helfen Landwirte in Sachsen-Anhalt unermüdlich ihren Berufskollegen, die von den Elbe-Fluten bedrohten Bauernhöfe und Ställe zu evakuieren. Tausende von Rindern, Kühen, Schweinen und Geflügel werden in Ställe von Betrieben in hochwassersicheren Gemeinden und Kreisen verbracht, teilweise bis zu 100 km entfernt. ‚Hier findet regelrecht ein ‚Abtrieb‘ von Rinderherden und Schweinebeständen aus den hochwassergefährdeten Elbaue-Dörfern in einem bisher beispiellosen Ausmaß statt ‚, schildert der Präsident des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt, Werner Gutzmer, die aktuelle Situation.

Die vorausschauende breite Nachbarschaftshilfe der Bauern hatte bereits im sächsischen Muldentalkreis dazu geführt, dass die Tierverluste durch Überflutungen voraussichtlich gering ausfallen. Doch nach wie vor heißt es im sächsischen Hochwassergebiet der Elbe ‚Bauernland unter‘ und vielersorts bietet sich wie in den Städten auch auf den sächsischen Feldern, in den Ställen und Scheunen ein Bild der Verwüstung. Die wegen des Dauerregens bisher nicht geernteten Getreidebestände und die anderen Ackerkulturen hatten gegen die Wasserfluten keine Chance. Überflutete Grünland-, Körner- und Silomais- sowie die Zuckerrübenbestände sind total vernichtet.

Der Sächsische Landesbauernverband organisiert deshalb eine materielle Spendenbörse. Kontakt zu etlichen Bauernhöfen gibt es wegen unterbrochener Stromversorgung höchstens noch über die Mobilnetze. Schwer lassen sich derzeit die Gebäudeschäden abschätzen; ebenso kaum Aussagen über die Vernichtung von Produkten durch verkehrsbedingte, nicht abgeholte Milch treffen. Schäden sind auch durch Stromausfälle und damit ein Ausfall der Milchkühlung sowie durch Überflutungen von Getreidelagern zu befrüchten. Hier muss erst nach Rückgang der Überschwemmungen und nach den Aufräumarbeiten Bilanz gezogen werden.

In Sachsen-Anhalt versuchen Landwirte aus diesen Erfahrungen heraus augenblicklich zu retten, was zu retten ist. Trotz ungünstigster feuchter Bedingungen des Getreides nutzen die Bauern in den hochwassergefährdeten Gebieten die Schönwetterphase und versuchen, das Getreide noch schnell zu ernten. Auch hierbei ist die Nachbarschaftshilfe enorm, helfen Bauern mit ihren Mähdreschern aus anderen Kreisen den bedrohten Berufskollegen.

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Bauern fordern Einrichtung eines Erntesolidarfonds

Themen: Archiv — info @ 13:08

Berlin (agrar.de) – ‚Die Zeit der schönen Erklärungen ist vorbei. Angesichts der katastrophalen Hochwasserschäden in einzelnen Regionen ist jetzt in der Landwirtschaft sofortige Hilfe zur Selbsthilfe, solidarische Verantwortung, aber auch ein beschleunigtes politisches Umdenken erforderlich,‘ so die beiden Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Maria Heubuch aus Leutkirch (Allgäu) und Friedrich – Wilhelm Graefe zu Baringdorf aus Spenge (Westfalen) in einer Stellungnahme. Die Erklärung im Einzelnen:

‚Kurzfristig ruft die AbL zu einer Einrichtung eines nationalen Erntesolidarfonds unter Verwaltung des Bundesverbraucherschutzministeriums in Berlin auf, um die immensen Einkommenseinbußen durch die Ernteausfälle auf einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben abmildern zu können. Alle Organisationen in der Landwirtschaft, aber auch alle interessierten Einzelpersonen sollen zur Solidarität mit den landwirtschaftlichen Berufskollegen aufrufen und zur finanziellen Unterstützung des Fonds beitragen. Die Abwicklung und Auszahlung an besonders geschädigte Landwirte sollte schnell und unbürokratisch durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft in Frankfurt erfolgen. Die Genossenschaften und der private Landhandel sollen bei der Abnahme der landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf Preisdruck verzichten, um die Lage auf einzelnen Höfen nicht noch zusätzlich zu verschlimmern. Vielmehr könne der Handel z.B. durch eine erhebliche Senkung der Trocknungskosten sich solidarisch mit den Landwirten zeigen.

Die AbL fordert aber auch politische Konsequenzen. Die jahrelange Verharmlosung der Klimaerwärmung u.a. durch die katastrophale Klimapolitik der amerikanischen Regierung ist eine Vergewaltigung der Natur und menschenverachtend. Die Natur antwortet mit gewaltigen, weltweiten Schäden gerade auch in den ärmeren Ländern. Die Konsum- und Ressourcenverschwendung in den westlichen Industrieländern ist unverantwortlich. Deshalb erwarten wir auf dem bevorstehenden Weltgipfel in Johannisburg nicht schöne Absichtserklärungen der Politik, sondern konsequentes Handeln für eine weltweite Nachhaltigkeit und besondere Anstrengungen für die Entwicklung in den ärmeren Ländern.‘

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Sonnleitner stellt Partei-Antworten auf agrarpolitischen Fragenkatalog vor

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 12:08

Konsens bei Erneuerbaren Energien, große Differenzen in der EU-Agrarpolitik

Berlin (agrar.de) – Im Rahmen der Erntepressekonferenz hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, die Antworten der Bundestags-Parteien auf Fragen des Bauernverbandes zur künftigen Agrarpolitik vorgestellt.

In sieben Themenfeldern (EU-Agrarpolitik, Osterweiterung und WTO, den Märkten, dem Tier-, Natur- und Umweltschutz sowie der Strukturpolitik und der Förderung des ländlichen Raumes, die Sozial- und Steuerpolitik, Verbraucherschutz, Lebensmittelsicherheit und Veterinärfragen) hatten die Parteien die Möglichkeit, ihre Agrarprogramme im Detail darzulegen. Sonnleitner formulierte die Kardinalforderungen des Bauernverbandes: ‚Egal, wie die Bundestagswahl ausgeht, in Deutschland muss Schluss sein mit immer neuen Hindernissen und Hürden für die Bauern. Wir brauchen auf einem hohen Verbraucher- und Umweltschutzniveau gleiche Wettbewerbsbedingungen in Europa und international. Nach der Bundestagswahl müssen deshalb die nationalen Alleingänge auf den Prüfstand.‘

Die ausführlichen und fundierten Antworten sieht der DBV-Präsident als offenkundigen Willen der Parteien, die agrar- und verbraucherpolitischen Felder auch in Zukunft zu ‚beackern‘. Sichtbar werde auch, dass die deutschen Bauern und ihre berufsständische Interessenvertretung keineswegs als Randgruppe angesehen werden. Zielrichtungen und Schwerpunktsetzungen gingen jedoch deutlich auseinander. Zufrieden äußerte sich Sonn-leitner, dass alle Parteien das von der Wirtschaft selbst erarbeitete Qualitäts- und Sicherheitssystem (QS) anerkennen und begrüßen. Auch würden sich zwischenzeitlich alle Parteien der Bauernverbandsforderung ‚Impfen statt töten‘ in der Seuchenbekämpfung anschließen.

National sind die Aufwendungen für das soziale Sicherungssystem der Land- und Forstwirtschaft der mit Abstand größte Posten im Haushalt des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Alle Parteien stünden zur Eigenständigkeit und damit auch zu einer entsprechenden finanziellen Ausstattung der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung, betonte Sonnleitner. Doch beim besonderen Brennpunkt der landwirtschaftlichen Unfallversicherung gebe es unterschiedliche Einstellungen über die künftige Ausgestaltung.

Die Bundesregierung habe zweifellos den Anbau nachwachsender Rohstoffe und die Erzeugung von Biokraftstoffen vorangebracht. Hier gab es deutliches Lob vom Bauernverband. Sonnleitner: ‚Es besteht Einigkeit bei allen Parteien, dass für die nachwachsenden Rohstoffe und erneuerbaren Energien die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden müssen.‘ Dem Ökolandbau wolle niemand die Unterstützung entziehen. Aber doch gebe es Kritik an der derzeitigen staatlichen Nachfragelenkung und an den Defiziten in der Vermarktung.

Was die derzeitige Halbzeitbewertung (mid term review) der EU-Agrarpolitik und die Zeit nach 2006 angehe, gebe es erhebliche Unterschiede zwischen den Parteien, sagte Sonnleitner. Die Oppositionsparteien plädieren für eine ‚weitere Entwicklung‘ der Agrarpolitik, während die Regierungsseite mehr oder weniger für eine ‚grundlegende Reform‘ votiere.

Der DBV-Präsident kritisierte nachdrücklich, dass der Bundesregierung die Einhaltung der Agenda-2000 Beschlüsse bis 2006 nichts wert sei, obwohl sie bei anderen Gelegenheiten den Agenda-Gipfel als politischen Erfolg preise. Sie unterstütze nicht nur die weit über den Auftrag einer Halbzeitbilanz hinausgehenden Vorschläge von Agrarkommissar Franz Fischler, sondern fordere auch eine finanzielle Neuordnung der Gemeinsamen Agrarpolitik zu Lasten der Landwirtschaft. Die deutsche Landwirtschaft und der DBV verweigerten sich nicht einer Fortschreibung und Weiterentwicklung der Agrarpolitik. Doch was in den Vorschlägen der Halbzeit-Bewertung viel zu kurz gekommen sei, seien die Bauern, die betrieblichen und regionalen Fakten, die Auswirkungen auf die Einkommen und die Wettbewerbskraft der Betriebe. Wie Fischler über den Auftrag der Halbzeit-Bewertung hinausgehen wolle, vertrage sich nicht mit den Geboten der Verlässlichkeit der Politik und der Planbarkeit für die landwirtschaftlichen Betriebe.

‚Hier kämpfen wir als Bauernverband im Verein mit dem Europäischen Bauernverband COPA dafür – und haben auch die klare Aussage des Kanzlerkandidaten -, dass die Halbzeit-Bewertung zu den notwendigen kleineren Anpassungen und im übrigen konstruktiv zu einer profunden Diskussion und Vorbereitung für die Zeit nach 2006 genutzt wird.‘

Die ‚Wahlprüfsteine stehen zusammengefasst auf der Internet-Seite des Bauernverbandes zum Abruf bereit.

%url4%Agrar- und Umweltprogramme der Bundestagsparteien%/%, Links zum Thema %url5%Politik%/%.

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