26. August 2002

Deutsche Bauern setzen auf Nachhaltigkeit

Themen: Archiv — info @ 11:08

DBV zum Weltgipfel in Johannesburg

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, hat Bundeskanzler Gerhard Schröder und den Bundesministern Jürgen Trittin und Heidemarie Wieczorek-Zeul eine Studie zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg übermittelt. Der Weltgipfel beginnt am kommenden Montag. Sonnleitner unterstrich die Bedeutung des Gipfels als einen Meilenstein für die globale Umwelt- und Entwicklungspolitik. Die deutschen Land- und Forstwirte in Deutschland erhofften sich von Johannesburg greifbare Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 21, damit wie in der deutschen Landwirtschaft weltweit nachhaltiges Wirtschaften möglich werde.

Die Agenda 21 von Rio sei ein Plädoyer für eine produktive, moderne und umweltgerechte Land- und Forstwirtschaft, schrieb Sonnleitner dem Bundeskanzler. Nachhaltige Entwicklung bedeute nicht Verzicht, sondern eine Strategie der Modernisierung und Optimierung auch für landwirtschaftliche Produktionsmethoden. Das Landwirtschaftskapitel der Agenda 21 fordere die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung bei gleichzeitigem Schutz und Erhalt der natürlichen Ressourcen. Dafür müssten bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln neben der Ökologie auch die Wirtschaftlichkeit und die soziale Entwicklung gleichrangig berücksichtigt werden. Dieser Herausforderung stellen sich die deutschen Land- und Forstwirte, hob Sonnleitner hervor.

Vor diesem Hintergrund machten sich die deutschen Bauern Sorgen über die Folgen der Globalisierung, die zentrales Thema in Johannesburg sei. Deutsche Landwirte befürchten wie viele Berufskollegen in anderen Ländern, dass sich die weitere Globalisierung auf den Agrarmärkten nur in einem fortgesetzten Preisdruck niederschlagen und berechtigte Anliegen des vorsorgenden Verbraucherschutzes und des Tier- und Umweltschutzes dabei auf der Strecke bleiben würden. Deshalb betonte Sonnleitner gegenüber dem Bundeskanzler noch einmal die dringende Notwendigkeit, bei den WTO-Verhandlungen die so genannten nicht-handelsbezogenen Anliegen wie Tier- und Umweltschutz stärker zu verankern. Das Gleichgewicht zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialer Verantwortung in der Land- und Forstwirtschaft nach der Agenda 21 werde erst dann erreicht, wenn im Rahmen einer weltweiten Liberalisierung Basisanforderungen an den Tier-, Natur- und Verbraucherschutz von allen Wettbewerbern auf den Absatzmärkten erfüllt würden. Ansonsten werde die Globalisierung der Agrarmärkte weltweit auf dem Rücken der Bauern ausgetragen. Anstatt nachhaltigem Umgang mit der Natur wäre Raubbau die Folge, befürchtet Sonnleitner.

Links zum Thema Agrarpolitik.

Brandenburg: Erholungsflächen sollen weiter zunehmen

Themen: Archiv — info @ 11:08

Ergebnisse der Flächenerhebung 2001 nach Art der geplanten Nutzung

Potsdam (agrar.de) – Die Flächenerhebung nach Art der geplanten Nutzung wurde im Jahr 2001 zum zweiten Mal in den neuen Ländern der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt. Ihre Ergebnisse, die der Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik jetzt für Brandenburg veröffentlicht, geben Aufschluss darüber, wie nach derzeitigem Planungsstand in den Städten und Gemeinden die Bodenflächen in Zukunft genutzt werden sollen.

Von den 2,95 Millionen Hektar Gesamtfläche des Landes Brandenburg sollen nach den Flächennutzungsplänen (FNP) der Kommunen künftig ca. 1,45 Millionen Hektar als Flächen für die Landwirtschaft (49,2 Prozent der Landesfläche) und rund 1,04 Millionen Hektar als Flächen für die Forstwirtschaft (35,3 Prozent) genutzt werden. Im Vergleich zur Erhebung 1997 weisen die Planungen der Gemeinden jetzt bei den Landwirtschaftsflächen etwa 17.500 Hektar weniger aus. Ein Zuwachs in etwa der gleichen Größenordnung ist mit ca. 17.800 Hektar bei den Flächen für die Forstwirtschaft geplant. Das ist unter anderem auf die Förderpolitik der EU zurückzuführen, die die endgültige Stilllegung von Grenzertragsstandorten zugunsten anderer Nutzungen (z.B. Aufforstung) unterstützt.

Bei den Bauflächen als drittgrößte Nutzungsart sehen die FNP und Bebauungspläne künftig rund 162.000 Hektar vor (5,5 Prozent der Landesfläche). Gegenüber den Planungsabsichten mit dem Stand 1997 ist das jetzt ein Zuwachs um rund 1 700 Hektar (+ 1,0 Prozent).

Grünflächen (Parks, Kleingartenanlagen, Sportplätze usw.) sollen künftig rund 57.000 Hektar einnehmen (1,9 Prozent der Landesfläche). Hier sehen die Planungen der Kommunen erheblich mehr vor als noch vor vier Jahren (+ 2 200 Hektar bzw. + 4,0 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Brandenburg.

24. August 2002

Bayern: Getreideernte in Bayern unter erschwerten Bedingungen

Themen: Archiv — info @ 16:08

Ergebnis unter langjährigem Durchschnitt

München (agrar.de) – Die Getreideernte (ohne Körnermais) in Bayern wird 2002 bei einer Gesamtmenge von voraussichtlich 6,4 Mio. Tonnen (t) um etwa 7 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr und um rund 4 Prozent geringer als im langjährigen Durchschnitt.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, wird der durchschnittliche Ertrag beim Getreide (ohne Körnermais) mit 58 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) deutlich unter dem Rekordwert des Vorjahres von 62 dt/ha und um über eine dt/ha unter dem Sechsjahresdurchschnitt liegen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Minus von über 5 Prozent und im Vergleich zum mehrjährigen Durchschnitt einen Rückgang von gut 2 Prozent. Der gegenüber dem Ertrag vergleichsweise stärkere Rückgang bei der Erntemenge ist auf die 2002 ebenfalls rückläufige Getreideanbaufläche zurückzuführen. Allerdings wirkte sich die Ertragskomponente auf den Rückgang der Gesamterntemenge gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker aus als die Flächenkomponente. Die Anbauverschiebung hin zum ertragsstärkeren Winterweizen konnte andererseits den Abwärtstrend etwas abschwächen. Von Anbaurückgängen waren Gerste, Roggen, Hafer sowie Triticale betroffen.

Die bayerischen Landwirte bewirtschafteten nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung vom Mai 2002 eine Getreidefläche (ohne Körnermais) von 1,104 Millionen Hektar (ha). Der Anbau war damit gegenüber dem Vorjahr mit -1,3 Prozent leicht rückläufig. Bei den einzelnen Getreidearten gab es allerdings mehr oder weniger große Unterschiede in der Flächenentwicklung. Der Ausweitung bei Weizen (+ 0,5 Prozent auf 468.100 ha) standen Anbaueinschränkungen bei Gerste (-1,6 Prozent auf 451.100 ha), Roggen (-14,4 Prozent auf 42.400 ha), Hafer (-1,0 Prozent auf 51.400 ha) und Triticale (-1,4 Prozent auf 82.800 ha) gegenüber.

Nach einem milden Winterausklang wurde der Vegetationsvorsprung der Getreidekulturen zu Beginn des Frühjahrs durch wiederholte kältere Abschnitte im April wieder deutlich abgebremst. Auf den warmen und vor allem in Südbayern niederschlagsreichen Mai folgte ein außergewöhnlich warmer Juni, der in Gebieten mit Wassermangel Trockenschäden an den Getreidebeständen verursachte. Andererseits traten insbesondere im südbayerischen Raum von Mai an immer wieder Sturm und Hagel sowie sintflutartige Niederschläge auf. Aufgrund der überwiegend nassen und unbeständigen Witterung im Juli konnte die Ernte der Wintergerste nur zögerlich eingebracht werden. Ende Juli/Anfang August waren die Mähdrescher bayernweit verstärkt im Einsatz; während der zweiten Augustdekade kam es durch die extremen Niederschlagsmengen, die örtlich zu Überschwemmungen führten, gebietsweise zu einem völligen Erntestillstand. Erst mit der Wetterbesserung ab Mitte August konnten die Erntearbeiten wieder aufgenommen werden.

Nach den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen der Besonderen Ernteermittlung (etwa vier Fünftel der ausgewählten Felder) ist in Verbindung mit den Schätzungen der amtlichen Berichterstatter davon auszugehen, daß im Landesmittel der Durchschnittsertrag für Getreide (ohne Körnermais) einen Wert von 58 dt/ha erreichen wird.

In Verbindung mit der gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufigen Anbaufläche führen die niedrigeren Ernteerträge in diesem Jahr zu einem Rückgang der Gesamterntemenge: Nach dem derzeitigen Stand der Berechnungen wird für 2002 eine Erntemenge von 6,4 Millionen Tonnen veranschlagt; das sind 7 Prozent weniger als im Vorjahr und 4 Prozent weniger als im langjährigen Durchschnitt.

Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über Mengen und Erträge der einzelnen Getreidearten.

Getreidearten; Mio.Tonnen (2001/2002); dt/ha (2001/2002)

Weizen 3,3 / 3,1; 70 / 67 Roggen 0,2 / 0,2; 50 / 51 Wintergerste 1,9 / 1,7; 62 / 57 Sommergerste 0,7 / 0,7; 45 / 45 Hafer 0,2 / 0,2; 48 / 45 Triticale 0,5 / 0,4; 59 / 53 Sonstige 0,0 / 0,0; x / x Zusammen 6,9 / 6,4; 62 / 58

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Bayern.

23. August 2002

Spendenaufruf zur Hochwasser-Bauernhilfe findet große Resonanz

Themen: Archiv — info @ 16:08

Berufsstand appelliert an die Solidarität der Landwirtsfamilien

Bonn (agrar.de) – Der Spendenaufruf zur Hochwasser-Bauernhilfe von Bauernverband, LandFrauenverband und Landjugend findet große Resonanz. Die Bereitschaft der Menschen im ländlichen Raum, ihren geschädigten Berufskollegen zu helfen, ist groß. Bereits in der ersten Woche der Spendenaktion gingen auf dem Sonderkonto ‚Hochwasser-Bauernhilfe‘ der gemeinnützigen Schorlemer-Stiftung des Deutschen Bauernverbandes schon 700.000 Euro ein. Bei der Pressekonferenz im Anschluss an ein Treffen der Bauernverbände der betroffenen Bundesländer in Magdeburg am vergangenen Mittwoch appellierte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, erneut an die Solidarität der Landwirtsfamilien und bat um eine großzügige Spende.

Verwendet werden soll das Geld für in Not geratene landwirtschaftliche Unternehmen und Bauernfamilien. Sichergestellt ist, dass das Geld vollständig den Betroffenen zugute kommt. Verwaltungskosten werden von der Spendensumme nicht abgezogen.

Am Freitag vergangener Woche hatte der landwirtschaftliche Berufsstand zur Spendenaktion aufgerufen. Der Spendenaufruf ist unterschrieben von Gerd Sonnleitner, dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Erika Lenz, der Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, und Erik Jennewein, dem Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Landjugend.

Das Spendenkonto lautet: Schorlemer-Stiftung des Deutschen Bauernverbandes e.V., Stichwort: ‚Hochwasser-Bauernhilfe‘, Volksbank Bonn Rhein-Sieg eG, Konto-Nr. 1700 3490 19, BLZ 380 601 86. Bitte bei der Überweisung auch die Adresse angeben, falls eine Spendenbescheinigung gewünscht wird.

Links zum Thema Hochwasser.

Höfken: Vorschläge der Union schädigen kleine und mittlere Bauernhöfe

Themen: Archiv — info @ 16:08

Berlin (agrar.de) – Zu den Hochwasserhilfen für die Landwirtschaft erklärt die agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Ulrike Höfken:

‚Wir begrüßen, dass Bund und Länder auf Initiative von Verbraucher- und Agrarministerin Renate Künast schnell und konsequent umfangreiche Hilfen für die geschädigte Landwirtschaft über insgesamt 1 Milliarde Euro beschlossen haben.

Das Geld soll direkt geschädigten Betrieben zu gute kommen aber auch zum Wiederaufbau und zur Reparatur der zerstörten Infrastruktur eingesetzt werden.

Zusätzlich hat Renate Künast bei der EU-Kommission erreicht, dass die Auszahlung von Flächenprämien in Höhe von über 500 Mio. Euro vorgezogen wird und den Landwirten bereits ab September zur Verfügung steht.

Wir appellieren an die Opposition, jetzt mit ihrem peinlichen Wahlkampfgetöse auf Kosten der Geschädigten aufzuhören. Der Vorschlag des CDU-Schattenagrarministers Carstensen, die geschätzten 80 Mio. Euro aus der Modulation im Jahre 2003 in die Hochwasserhilfe umzuleiten, ist kontraproduktiv, unsozial und schädigt besonders kleine und mittlere Betriebe. Gerade die Modulationsgelder sollen gezielt für Programme tier- und umweltgerechter Qualitätsproduktion eingesetzt werden, die Einkommen und Arbeitsplätze in der Landwirtschaft sichern.

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Künast benennt Hochwasserhilfen von über 1 Mrd. Euro

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 16:08

Berlin (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Renate Künast hat nach ihren Beratungen mit den für Landwirtschaft zuständigen Ministerinnen und Ministern der Bundesländer heute Hilfsmaßnahmen in diesem und dem kommenden Jahr von über einer Milliarde Euro benannt. Es handelt sich um folgende Maßnahmen in von Hochwasser geschädigten ländlichen Regionen:

– Zusätzliche Mittel im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz von 10 Millionen Euro in 2002 und 320 Millionen Euro in 2003 insbesondere zur Wiederherstellung von Gewässerläufen und Deichen sowie vorsorgenden Hochwasserschutz, für Trinkwasserversorgung, Abwasseranlagen, Wege und Brücken. Die 320 Millionen Euro mobilisieren weitere 500 Millionen aus EU-Beteiligung und Ländermittel von gut 200 Millionen Euro.

– Soforthilfen: Insgesamt 30 Millionen Euro:

– für existenzbedrohte Betriebe 10 Millionen Euro in 2002, weitere 10 Millionen in 2003 zum teilweisen Ausgleich hochwasserbedingter Erlösausfälle und Flächenschäden;

– für landwirtschaftliche Betriebe mit schweren Schäden an Gebäuden, Maschinen und Anlagen von 10 Millionen Euro 2003, deren Auszahlung in 2002 begonnen werden kann.

– Erlass oder Teilerlass von Investitionskrediten für zerstörtes Anlagevermögen. Der Bund stellt hierfür 7 Millionen Euro in 2003 zur Verfügung.

– Zur Existenzsicherung unter anderem bei Nässeschäden außerhalb der Hochwassergebiete gewährt die Landwirtschaftliche Rentenbank zinsgünstige Kredite.

Auf Anregung von Künast wird bei der nächsten ordentlichen Agrarministerkonferenz am 5. und 6. September in Bad Arolsen weiter über präventiven Hochwasserschutz und Deichbaumaßnahmen beraten.

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Hochwasser: Hilfe für Biohöfe

Themen: Archiv — info @ 16:08

Dresden (agrar.de) – Mehr als 100 Biobauern in Deutschland und ihre Familien sind Opfer der Hochwasserkatastrophe geworden. Nach Angaben des Anbauverbandes Gäa sind in Sachsen etwa 100 Betriebe verschiedener Anbauverbände (40 Prozent der Ökobetriebe in Sachsen!) von den Wassermassen betroffen, davon 20 Betriebe sehr schwer. In Sachsen-Anhalt sind sechs Gäa-Betriebe schwer betroffen. Hier konnten Tiere zum größten Teil in Sicherheit gebracht werden. Die Höfe mußten vor der Räumung bis zur letzten Minute bewacht werden, damit nicht noch Material entwendet wird.

Pressesprecherin Angelika Hoppe (Gäa): ‚Die Schäden reichen von völliger Überflutung bis zu Blitzeinschlägen, Erntevernichtung und weggeschwemmter Technik. Die Schadensummen sind noch nicht genau zu beziffern und in einigen Fällen bedrohen sie die Existenz der Höfe.‘ Betroffen sei zum Beispiel auch die völlig überflutete Getreidemühle in Waldkirchen, die mit der Wasserkraft der Zschopau Biogetreide mahlt. Auch ein Abokistenservice in Sachsen hat nach Angabe von Angelika Hoppe sein ganzes Lager inklusive Waren verloren. Unter Wasser stand die größte Verbrauchergemeinschaft in Sachsen, so die Gäa-Sprecherin. Die Kühlzelle und Waren in den Lager- und Verkaufsräume im Dresdner Umweltzentrum seien im 1,80 Meter hohem Wasser untergegangen. Das gleiche Schicksal ereilte auch andere Umweltinitiativen und Gewerbetreibende im Umweltzentrum. Die Verbrauchergemeinschaft versorgt normalerweise rund 1.200 Dresdner mit Bioprodukten. Die Flut hat somit auch Auswirkungen auf nicht direkt vom Wasser betroffene Biobetriebe, weil wichtige Vertriebsstrukturen zusammengebrochen sind.

In Mecklenburg-Vorpommern befindet sich zur Zeit die Scheitelwelle des Hochwassers der Elbe. Nach Informationen des Anbauverbandes Biopark werden hier auch Biobauern betroffen sein. Die Überschwemmungsgebiete in der Nähe der Elbe werden normalerweise stark für die ökologische Tierhaltung genutzt. Die Biobauern bereiteten sich so gut es geht auf die Flut vor, so eine Biopark-Sprecherin in der Geschäftsstelle in Karow (Mecklenburg-Vorpommern).

Der %url7%Bioland-Verband%/% meldet direkte Überflutungsschäden bei 2 Betrieben in Sachsen und bei einem Betrieb in Sachsen-Anhalt. Die Betriebe seien völlig von der Flut überspült worden und stehen jetzt unter Wasser. Weitere Details seien im Moment noch nicht bekannt. Bioland-Pressesprecher Ralf Alsfeld weist jedoch auch auf andere Regenschäden hin: ‚Die gewaltigen Niederschlagsmengen haben große Schäden in der Getreide-, Kartoffel- und Gemüseernte verursacht.‘ Dies gelte zum Beispiel auch für Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern.

Erhebliche Schäden meldet auch %url8%Naturland%/%. Insgesamt sind bis jetzt sieben Naturland Betriebe in Sachsen betroffen. Naturland-Pressesprecher Carsten Däbert: ‚Bei einzelnen Betrieben stand das Wasser bis zum ersten Stock, Stall und Silo sind zum Teil sehr stark beschädigt. Es fehlt vor allem Futter.‘ Die Futtermittelbörse des Landes Sachsen solle jetzt erste Abhilfe schaffen. In der nächsten Woche findet eine Krisensitzung von betroffenen Betrieben und dem zuständigen Naturland-Berater statt. Erst dann könne man nähere Angaben zu den genauen Schäden machen.

Neben Geldspenden sind auch Sachspenden in den Überflutungsgebieten willkommen. Angelika Hoppe (Gäa): ‚Benötigt werden zum Beispiel Kühlzellen, Kühltheken, Kühlschränke, Einrichtungsgegenstände wie Lagerregale und Waagen oder auch Bio-Waren für Hofläden oder die Verbrauchergemeinschaft.‘ Gern werden auch Futtermittel und Trocknungstechnik oder andere Naturalspenden von nicht betroffenen Biohöfen entgegengenommen oder vermittelt.

Wenn Sie den betroffenen Biohöfen helfen wollen, können Sie auf folgendes Konto spenden: Kontonummer: 13 022 710, BLZ: 430 609 67, Bank: GLS Gemeinschaftsbank eG, Kontoinhaber: Gemeinnützige Treuhandstelle e.V., Verwendungszweck: ‚Hochwasserhilfe Bio-Landwirte‘

Wichtiger Hinweis: Bitte den Verwendungszweck unbedingt angeben, auch Name und Adresse des Spenders sollen deutlich auf dem Überweisungsträger genannt werden. Der Kontoauszug gilt bei Spenden im Zusammenhang mit Naturkatastrophen nach Erlaß des Finanzministeriums als Spendenbescheinigung und kann als solche beim Finanzamt eingereicht werden.

Das Spendenkonto wird von der %url1%Zukunftsstiftung Landwirtschaft%/% in der Gemeinnützigen Teuhandstelle e.V. in Bochum verwaltet. Die Stiftung sorgt kurzfristig in Absprache mit der Stiftung Ökologie & Landbau (%url2%SÖL%/%) für einen Vergabebeirat, dem Mitglieder aus den ökologischen Anbauverbänden aus den Überschwemmungsgebieten angehören werden. Mit den Spendengeldern sollen Biohöfe unterstützt werden, die direkt von Überschwemmungen betroffen sind, also überflutet wurden. Also Betriebe, die nicht ’nur‘ Ernteverluste haben, sondern in denen Gebäude, Maschinen, Einrichtung, Tiere vernichtet, stark beschädigt oder verletzt wurden. Auf der Internetseite der Zukunftsstiftung wird dann über die Verwendung der Spendengelder berichtet.

Wer gern persönlich vor Ort mithelfen möchte, kann sich bei der Gäa in Dresden melden (Kontakt: Tel.: 0351/4012389, %url11%E-Mail%/%). Hier werden Helfer für die Aufräumarbeiten auf Biohöfen vermittelt, die mit Sicherheit mehrere Wochen anhalten werden.

Biobetriebe sollten grundsätzlich zur Schadenerfassung mit den zuständigen Ämtern für Landwirtschaft und Ihrem Anbauverband Kontakt aufnehmen. Formulare für Sachsen zum Download %url9%gibt es hier%/%.

Links zum Thema %url10%Hochwasser%/%.

Thüringen: Frühgemüseernte 2002

Themen: Archiv — info @ 16:08

Erfurt (agrar.de) – Das Thüringer Landesamt für Statistik berechnete auf der Grundlage der Meldungen der Ernte- und Betriebsberichterstatter erste Ergebnisse der diesjährigen Frühgemüseernte.

Danach brachte der Frühweißkohl mit durchschnittlich 476 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) einen Ertrag, der zwar um 38 dt/ha unter dem Spitzenniveau des Vorjahres (514 dt/ha) lag, aber dennoch die durchschnittlichen Ertragsleistung 1996/2001 von 434 dt/ha um 42 dt/ha übertraf.

Der Ertrag für Frührotkohl lag mit 382 dt/ha um 18 dt/ha über dem Vorjahresertrag (364 dt/ha) und um 25 dt/ha über dem langjährigen Mittel der Jahre 1996/2001 (357 dt/ha).

Die Erträge von Frühwirsing erreichten im Durchschnitt aller Meldungen der Ernteberichterstatter 267 dt/ha. Damit wurde sowohl das Vorjahresniveau (245 dt/ha) als auch der langjährige Durchschnitt (248 dt/ha) in annähernd gleicher Höhe überschritten.

Bei Frühjahrskopfsalat, der gemessen am Anbauvolumen jedoch eine untergeordnete Bedeutung hat, wurde mit einem Flächenertrag von 310 dt/ha, nach der Spitzenernte im Jahr 2000 (383 dt/ha), das zweit höchste Ergebnis seit 1990 erzielt. Vom Hektar wurden 119 Dezitonnen (dt) mehr geerntet als im Jahr 2001 und 111 dt (+ 55 Prozent) mehr als im sechsjährigen Durchschnitt der Jahre 1996/2001.

Die Ertragsleistung des Frühblumenkohls reichte mit 188 dt/ha bei weitem nicht an die Erträge von 2001 heran. Diese Frucht wurde regional durch Nachtfrost geschädigt. Das Vorjahresniveau von 262 dt/ha wurde um 74 dt/ha verfehlt. Im Vergleich zum langjährigen Mittel 1996/2001 (244 dt/ha) war eine um knapp ein Viertel geringere Flächenleistung zu verzeichnen.

Gleichfalls geringere Erträge wurden für Frühkohlrabi mit einem Ertrag von 212 dt/ha ermittelt. Mit dieser Ertragsleistung wurde das Vorjahresergebnis (236 dt/ha) um 10 Prozent und der Ertrag des langjährigen Mittels 1996/2001 (254 dt/ha) um 16 Prozent verfehlt.

Thüringer Gemüsebauern hatten auch in der Vergangenheit im gesamtdeutschen Gemüsebau beachtliche Ergebnisse beim Anbau von Frühweißkohl und Frührotkohl erzielt. So wurden im langjährigem Durchschnitt 1996/2001 bundesweit bei Frühweißkohl 388 dt/ha und bei Frührotkohl 329 dt/ha erzielt. Dabei wurden in Thüringen 46 bzw. 29 dt/ha mehr geerntet als in Deutschland. Dagegen lag die Ertragsleistung bei Frühwirsing und Frühblumenkohl in der langjährigen Betrachtung unter dem Bundesdurchschnitt. So wurden im langjährigen Mittel für Frühwirsing Flächenerträge von 277 dt/ha und für Frühblumenkohl von 255 dt/ha errechnet. Das bedeutet im Vergleich zu Thüringen einen Mehrertrag von 30 dt/ha bei Frühwirsing und 11 dt/ha bei Frühblumenkohl.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

Schleswig-Holstein: Mehr Rinderschlachtungen im ersten Halbjahr 2002

Themen: Archiv — info @ 14:08

Kiel (agrar.de) – Im Juni 2002 wurden in Schleswig-Holstein 97.000 Schweine, 26.000 Rinder und 9.000 Schafe gewerblich geschlachtet. Damit war die Zahl der Schweineschlachtungen um 10 Prozent, die der Rinderschlachtungen um 12 Prozent und die der Schafschlachtungen um 1 Prozent niedriger als im Juni 2001. Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, war die Gesamtschlachtmenge der gewerblichen Schlachtungen mit 17.000 t um 12 Prozent geringer als im gleichen Vorjahresmonat.

Im ersten Halbjahr 2002 wurden in Schleswig-Holstein 621.000 Schweine, 190.000 Rinder – darunter 79.000 Bullen, 73.000 Kühe, 35.000 Färsen – und 50.000 Schafe gewerblich geschlachtet. Die Zahl der Schafschlachtungen war um 14 Prozent und die der Schweineschlachtungen um 4 Prozent kleiner als in dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dagegen erhöhte sich die Zahl der Rinderschlachtungen um 16 Prozent. Während die Zahl der Schlachtungen von Bullen nur gering anstieg (2 Prozent), wurden 25 Prozent mehr Kühe und 35 Prozent mehr Färsen als im ersten Halbjahr 2001 geschlachtet. Durch die BSE-Krise bedingt waren der Verbrauch von Rindfleisch und dadurch auch die Rinderschlachtungen in den ersten Monaten des Jahres 2001 stark zurückgegangen. Die Gesamtschlachtmenge der gewerblichen Schlachtungen war mit 119.000 t im ersten Halbjahr 2002 um 5 Prozent größer als in dem entsprechenden Vorjahreszeitraum .

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Wernicke: Soforthilfen reichen hinten und vorne nicht

Themen: Archiv — info @ 13:08

Magdeburg (agrar.de) – Im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalts fand heute das angekündigte Krisengespräch mit den landwirtschaftlichen Verbänden statt.

Im Mittelpunkt standen heute die gestern angebotenen Hilfen der Bundesregierung für die Landwirtschaft. Ministerin Petra Wernicke: ‚Ich kann die Enttäuschung der Landwirte verstehen. Was der Bund angeboten hat, reicht vorn und hinten nicht.‘

Das Landwirtschaftsministerium rechnet derzeit allein mit hochwasserbedingten Einkommensverlusten der Landwirte von 50 Mio Euro. Wernicke: ‚Mit dem, was vom Bund kommt, können wir etwa 10 % der Ausfälle ausgleichen.‘

Links zum Thema Hochwasser.

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