28. August 2002

Schleswig-Holstein: Ertragserwartungen bei Getreide und Raps nicht erfüllt

Themen: Archiv — info @ 11:08

Kiel (agrar.de) – Nach der zweiten, noch vorläufigen Ernteberechnung des Statistischen Landesamtes kann in Schleswig-Holstein mit einer Getreideernte von nur 2,4 Mill. Tonnen gerechnet werden. Bei einer gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent auf 32.300 ha eingeschränkten Getreidefläche sowie einer erheblichen Anbauverschiebung zum Weizen (212.000 ha) wird die diesjährige Getreideernte um 18 Prozent unter der des Vorjahres liegen. Allein 1,7 Mill. t oder mehr als zwei Drittel der Getreideernte dürften auf den Weizen entfallen.

Nach schwierigen Aussaatbedingungen im Herbst und Staunässe im Winterhalbjahr förderte ein warmes Frühjahr die Entwicklung der Feldfrüchte. Extrem hohe Niederschläge und Hagel in der zweiten bis dritten Julidekade verursachten verbreitet Lager in den Getreide- und Rapsbeständen, wodurch die Kornfüllung stark beeinträchtigt wurde. Anhaltend regnerische Witterung bis Mitte August verzögerte und erschwerte die Erntebergung verbunden mit erheblichen Ernte- und Qualitätsverlusten sowie hohen Kornfeuchten im Erntegut.

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes wird im Landesmittel mit einem Getreideertrag von 75 dt/ha (Vorjahr 89 dt/ha) gerechnet. Ertragsstärkste Getreideart bleibt mit 80 dt/ha der Winterweizen, gefolgt von der Wintergerste mit 76 dt/ha, Triticale 68 dt/ha sowie Roggen mit 64 dt/ha.

Angesichts sehr niedriger Hektarerträge von voraussichtlich nur 33 dt/ha wird die Rapsernte – trotz erheblicher Anbauausweitung um 17 Prozent – nur etwa 340.000 t betragen und die Erntemenge des Vorjahres (366.000 t) nicht erreichen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

ILU: Bodenschutz ist auch Gewässerschutz

Themen: Archiv — info @ 10:08

Filter-, Puffer- und Speicherkapazität landwirtschaftlich genutzter Böden spielen wesentliche Rolle im Wasserhaushalt

Bonn (agrar.de) – Die landwirtschaftlich genutzten und damit offen gehaltenen Böden haben die Flutkatastrophe in Deutschland nicht vermeiden können. Dennoch kommt den unversiegelten Acker-, Grünland- und Waldflächen in Deutschland beim Schutz des Wassers ebenso wie beim Schutz vor Hochwasser eine ganz wesentliche Bedeutung zu, betont das Institut für Landwirtschaft und Umwelt (ILU) in Bonn.

Anders als von betonierten, asphaltierten und anderweitig versiegelten Arealen läuft das Wasser hier bei normalen Niederschlagsereignissen nämlich nicht in Vorfluter und Oberflächengewässer ab, sondern versickert im Boden. Dort wird der Vorratsspeicher (die mittelgroßen Poren im Boden) für das Wachstum der Pflanzen gefüllt und überschüssiges Wasser insbesondere durch die großen vertikal verlaufenden Hohlräume wie Wurmröhren und Wurzelkanäle in den Unterboden abgeleitet. Je nach Mächtigkeit der Bodenschichten erreicht dieses Sickerwasser erst nach mehreren Jahren bis Jahrzehnten die tiefliegenden Grundwasserleiter und trägt dort zur Grundwasserneubildung bei.

Diese ‚Wasserzügigkeit‘ und Filterfunktion eines fruchtbaren, unverdichteten Bodens ist ein entscheidendes Regulativ im Wasserhaushalt. Sobald wasserundurchlässige Schichten auf dem oder im Boden (etwa Gestein, Tonablagerungen oder beispielsweise auch Pflugsohlen) die Versickerung behindern, steigt bei starken Niederschlägen die Gefahr des oberflächlichen Abflusses. Damit wächst das Risiko von Bodenabtrag und Nährstoffverlagerung durch Erosion ebenso wie auch das Risiko von Hochwasser und Überschwemmungen.

Damit kommt den Bemühungen der Landwirtschaft, die Böden vor Versiegelung und Verdichtung zu schützen, eine besondere Bedeutung zu. Leistungsfähige und schlagkräftige Agrartechnik bietet die Chance, die notwendigen Arbeiten jeweils zum – auch aus Sicht des Bodenschutzes – optimalen Zeitpunkt zu erledigen.

Zur Unzeit, d.h. bei zu hohen Wassergehalten des Bodens eingesetzt, kann der von solchen Geräten ausgeübte Bodendruck aber sehr wohl auch zu Verdichtungen beitragen. Die Bemühungen zum Bodenschutz in der Landwirtschaft wie etwa pfluglose Bearbeitung, Direktsaat, Breitreifen oder Raupenschlepper sind Antworten auf die stete Herausforderung, die Böden ebenso als Pflanzenstandort wie auch als Wasserspeicher und -filter zu erhalten und zu schützen.

Links zum Thema Boden, Links zum Thema Hochwasser.

Rheinland: Freie Ausbildungsplätze im Internet

Themen: Archiv — info @ 10:08

Bonn (agrar.de) – 155 freie Ausbildungsplätze im Agrarbereich finden Jugendliche ab sofort im Internetangebot der Landwirtschaftskammer Rheinland.

Die Palette der Berufe reicht vom Landwirt über den Gärtner verschiedener Sparten bis zum Tierwirt. Die meisten freien Ausbildungsplätze gibt es für Gärtner der Fachrichtungen Garten- und Landschaftsbau und Zierpflanzenbau. Aber auch wer sich für seltenere Berufe, wie Pferdewirt, Schwerpunkt Rennreiten, und Tierwirt, Schwerpunkt Geflügelhaltung, interessiert, findet hier noch freie Ausbildungsplätze, die sofort besetzt werden können. Freie Ausbildungsplätze für Forstwirte werden in den nächsten Tagen ergänzt.

Jugendliche, die Spaß am Umgang mit Pflanzen oder Tieren haben und noch nicht wissen, für welchen Ausbildungsberuf sie sich entscheiden sollen, finden im Internetangebot der Landwirtschaftskammer umfangreiche Informationen über die grünen Berufe. Hier werden die Ausbildungsinhalte in den anerkannten Ausbildungsberufen im Agrarbereich, wie Landwirt, Gärtner, Pferdewirt, Tierwirt oder Forstwirt, vorgestellt. Auch wer sich für die Ausbildung als Molkereifachmann, Milchwirtschaftlicher Laborant oder Fischwirt interessiert, findet hier umfangreiche Informationen. Der Beruf der Hauswirtschafterin wird ebenfalls vorgestellt.

Zu jedem Beruf gibt es Anschriften der zuständigen Ausbildungsberater der Landwirtschaftskammer Rheinland, die gerne für eine kostenlose Ausbildungsberatung zur Verfügung stehen.

Links zum Thema Arbeitsmarkt.

Schindler: 120 qualifizierte Dauerarbeitsstellen in der Landwirtschaft – Tendenz steigend

Themen: Archiv — info @ 09:08

Mainz (agrar.de) – ‚Wir haben mittlerweile 120 offene qualifizierte Dauerarbeitsstellen in der Landwirtschaft und dem Weinbau in Rheinhessen und der Pfalz – Tendenz steigend. Intensive Rekrutierungsmaßnahmen durch Umschulungen von Erwerbslosen in den vergangenen vier Jahren konnten das Problem nicht beheben. Deshalb benötigen wir dringend neue Jobkonzepte sowie Unterstützung, um diese ins Rollen zu bringen‘, erklärt Norbert Schindler, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd anlässlich der heutigen Pressekonferenz zur bundesweiten Fachtagung ‚Arbeitsplatz Landwirtschaft‘ in Grünstadt-Asselheim.

Jahrzehntelange Kontaktpflege bzw. Beratung landwirtschaftlicher Betriebsleiter, vier Jahre Modellprojekt ‚Arbeitsplatz Landwirtschaft‚ und die Ergebnisse einer großen Modellfeldstudie zum Thema Arbeit und Arbeitszeitmanagement in der Landwirtschaft hätten zu folgenden Schlüssen des BWV zur Arbeitskraftsituation in der Landwirtschaft geführt: Der Bedarf an fremden Arbeitskräften steigt stetig aufgrund der Tendenz zu immer größeren oder arbeitsintensiveren Betrieben durch den Strukturwandel beziehungsweise den Einkommensdruck in der Landwirtschaft. Außerdem seien nicht genügend Nachwuchskräfte vorhanden. Der Versuch, Quereinsteiger mit intensiven Umschulungsmöglichkeiten und –unterstützungen aus dem Pool der Erwerbslosen für die landwirtschaftlichen Tätigkeiten zu gewinnen, sei nur in wenig Fällen erfolgreich gelungen.

Trotz steigender Arbeitslosenzahlen sei die Zahl der Teilnehmer an den Trainings- und Qualifizierungsmaßnahmen des Modellprojektes ‚Arbeitsplatz Landwirtschaft‘ rückläufig gewesen, so Schindler. Die Ergebnisse einer breit angelegten Modellfeldstudie mit knapp 600 Betrieben hätten gezeigt, dass 82 Prozent der befragten Betriebe mittlerweile Fremdarbeitskräfte beschäftigten. 19 Prozent der Betriebe beschäftigen sogar Vollzeitkräfte, 13 Prozent Teilzeitkräfte und 8 Prozent Azubis. Innerhalb der Fremdarbeitskräfte seien 85 Prozent Saisonarbeitskräfte, die insbesondere in den Gemüsebaubetrieben beschäftigt seien und 15 Prozent Voll-, Teil-, Aushilfskräfte bzw. Azubis, welche vor allem in den Weinbaubetrieben beschäftigt seien, erläutert der BWV-Präsident die Modellfeldstudie.

Knapp vierzig Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe planten eine Vergrößerung, über 30 Prozent eine stärkere Spezialisierung.

Beide Maßnahmen hingen mit einem künftig noch höherem Arbeitskräftebedarf in unseren Betrieben zusammen. In Weinbaubetrieben werde mit einem mittelfristigen Mehrbedarf an Vollzeitkräften von rund 30 Prozent bzw. bei den Gemüsebaubetrieben von rund 25 Prozent gerechnet.

‚Die Lücke zwischen immer höheren Arbeitslosenzahlen und immer mehr nicht zu besetzenden Stellen in der Landwirtschaft wird immer größer. Das zeigt, dass das Angebot und die Nachfrage nach Arbeitskräften nicht mehr übereinstimmen. Neue Arbeitsplätze erfordern andere Ausbildungs- und Berufsinhalte‘, fordert Präsident Schindler.

Die wachsende Nachfrage nach qualifizierten und spezialisierten Fachkräften im Maschinen, Büro-, Organisations- und Logistikbereich der Betriebe sowie nach Hilfskräften in der pflanzlichen und tierischen Produktion stelle neue Anforderungen an den landwirtschaftlichen Arbeitsmarkt und biete enorme Chancen für den allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Ausbildungsinhalte benötigten umgehend eine Reform bzw. Spezialisierung. So könnten die teilweise bestehenden beidseitigen Hemmschwellen wie die witterungsbedingt erforderliche Arbeitszeitflexibilität, die Frage nach dem ökonomischen Optimum zwischen Personalkosten und Arbeitnehmereinkommen sowie die speziellen Fähigkeiten und Anforderungen eines Mitarbeiters abgebaut werden. Eine Aktualisierung bzw. Spezialisierung der Ausbildungsberufe könne auch wieder neue Anreize für das Ergreifen der Grünen Berufe durch Jugendliche schaffen.

Außerdem benötige die Landwirtschaft aber auch neue Arbeitsmodelle wie die Arbeitskraftsharingmodelle bzw. Jobrotationmodelle über mehrere Betriebe hinweg. Um diese notwendigen Richtungsänderungen in die Wege zu leiten, fordert Schindler staatliche strukturelle Unterstützung. Dabei denke er an ein Versuchsprojekt zum Thema Betriebskooperation beim Arbeitskräftesharing oder an Pilotprojekte wie der Modellversuch ‚Homepower’ des Mainzer Arbeitsministeriums, um Zeit- bzw. Leiharbeitskräfte in landwirtschaftliche Betriebe zu integrieren.

‚Die aufgezeigten Fakten zeigen, wie wichtig der Faktor Arbeit in unseren Betrieben ist und künftig – im Gegensatz zu manch anderen produzierenden Branchen – stark an Bedeutung gewinnen wird. Unternehmertum ist die Kunst, sich zu kratzen, bevor es juckt – und gestochen worden sind wir bereits‘, erklärt Schindler.

Links zum Thema Arbeitsmarkt.

Rheinland-Pfalz: Getreideernte auf Vorjahresniveau

Themen: Archiv — info @ 09:08

Flächenerträge für Wintergetreide über, für Sommergetreide unter dem Durchschnitt

Bad Ems (agrar.de) – Trotz der zum Teil widrigen Witterungsverhältnisse während der Erntezeit konnten die rheinland-pfälzischen Landwirte nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems dieses Jahr mit 1,4 Millionen Tonnen Getreide genauso viel einfahren wie im vorigen Jahr.

Nach dem vorläufigen Ergebnis der Besonderen Erntermittlung wurde zwar bei Winterweizen mit 69 Dezitonnen je Hektar ein um fünf Prozent geringerer Flächenertrag erzielt als im Vorjahr. Die deutlich größere Anbaufläche – sie hat gegenüber dem Jahr 2001 um gut 13.000 auf 94.000 Hektar zugenommen – ließ die Erntemenge jedoch um elf Prozent auf 644.000 Tonnen ansteigen. Der Hektarertrag entspricht dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre. Wintergerste und Roggen brachten mit jeweils 60 Dezitonnen je Hektar leicht überdurchschnittliche Erträge. Für Triticale wurde ein Hektarertrag von 56 Dezitonnen (minus sieben Prozent) festgestellt.

Bei Sommergerste, der nach Weizen zweitwichtigsten Getreideart im Land, wurde mit 44 Dezitonnen je Hektar der Vorjahresertrag erreicht. Ähnlich wie im vergangenen Jahr wurde allerdings der sechsjährige Durchschnitt (50 Dezitonnen je Hektar) wieder deutlich unterschritten. Die gegenüber 2001 um 21 Prozent geringere Anbaufläche von 69.000 Hektar ermöglichte nur eine Erntemenge von 304.000 Tonnen. Auch Hafer brachte wie im Vorjahr mit 39 Dezitonnen je Hektar wieder ein Fünftel weniger als im langjährigen Durchschnitt.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

27. August 2002

Decker: Falsche Impulse für die Zukunft

Themen: Archiv — info @ 14:08

Bonn (agrar.de) – Äußerst kritisch hat sich der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, zu einem Schreiben der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn an EU-Agrarkommissar Franz Fischler geäußert. Eine grundlegende Agrarreform vor Ablauf der Agenda 2000, wie sie die Ministerin in ihrem Schreiben grundsätzlich befürworte, ständen im klaren Widerspruch zu den Erwartungen des landwirtschaftlichen Berufstandes nach Verlässlichkeit der Politik und Planungssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe. Der RLV habe erwartet, dass sich auch die Landwirtschaftsministerin Nordrhein-Westfalens diese Position zu Eigen mache. Statt dessen habe die Ministerin in ihrem Schreiben an Fischler zum Ausdruck gemacht, dass die von Brüssel zur Weiterentwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik unterbreiteten Vorschläge ‚die richtigen Impulse für die Zukunft“ seien. Dazu Decker: „Drastische Prämienkürzungen verbunden mit weiteren Preisdruck – beispielsweise bei Getreide – sind wirklich das Gegenteil von zukunftsweisenden Impulsen für die heimische bäuerliche Landwirtschaft.‘

Der RLV-Präsident wiederholt in diesem Zusammenhang seine Anregung, die Vorschläge Fischlers als Grundlage für eine Reform nach dem Jahr 2006 zu interpretieren. Hieran müsse dann allerdings mit dem Ziel nachdrücklicher Korrekturen noch kräftig gefeilt werden. Wenn die Ministerin schreibe, dass nicht alle Details auf ihre ungeteilte Zustimmung stoßen würden, sollte zunächst genügend Zeit bleiben, um die Kommissionsvorschläge mit dem landwirtschaftlichen Berufstand im Lande in aller Ruhe zu diskutieren, sie im Interesse der heimischen Landwirtschaft nachzubessern und mit konkreten langfristigen Perspektiven auszustatten.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

Bayern: Neue Prämien für Ziegenhalter

Themen: Archiv — info @ 11:08

München (agrar.de) – Erstmals können im nächsten Jahr Ziegenhalter in den bayerischen Berggebieten für ihre Mutterziegen Prämien beantragen. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller mitteilte, hat die EU-Kommission auf Drängen Bayerns zugestimmt, die bislang in Deutschland nur für Schafe mögliche Förderung auf Ziegen auszudehnen.

Die Ziegenprämie kann im Freistaat nach Vorgaben Brüssels nur in abgegrenzten Bergebieten der Landkreise Lindau, Oberallgäu, Unterallgäu, Ostallgäu, Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land gewährt werden. Sie beträgt insgesamt 23,8 Euro pro Tier.

Wer die Prämie erhalten will, muss laut Miller zunächst beim örtlich zuständigen Landwirtschaftsamt die Zuteilung von Prämienansprüchen beantragen. Voraussetzung ist ein Tierbestand von mindestens zehn Mutterziegen bzw. ein kombinierter Bestand von mindestens zehn Mutterziegen und -schafen. Anträge auf Prämienansprüche müssen bis spätestens 30. September beim Landwirtschaftsamt eingereicht werden. Dort gibt es auch die entsprechenden Vordrucke sowie Detailinformationen.

Die Mutterziegenprämie ist nach Auskunft des Ministers für die Ziegenhalter in den besonders benachteiligten Berggebieten ein Einkommensausgleich für niedrige Marktpreise.

Links zum Thema Ziegen.

Neue Webseite der EU-Kommission zu den Anträgen auf Eintragung von EU-Qualitätserzeugnissen

Themen: Archiv — info @ 09:08

Brüssel (agrar.de) – Seit heute können die Anträge auf Eintragung von Erzeugnissen zwecks Genehmigung zur Führung einer der Bezeichnungen ‚geschützte Ursprungsbezeichnung‘ (g. U.), „geschützte geographische Angabe“ (g. g. A.) oder ‚garantiert traditionelle Spezialität‘ (g. t. S.) auf der Webseite der Generaldirektion Landwirtschaft eingesehen werden.

Dieses neue Angebot macht das Konsultationsverfahren, das der Eintragung der g.U./g.g.A./g.t.S. vorangeht, transparenter, einfacher und wirksamer. Nach den Bestimmungen zum Schutz von geographischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel (Verordnung (EWG) Nr. 2081/92 des Rates vom 14. Juli 1992 zum Schutz von geographischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel) und den Bestimmungen über Bescheinigungen besonderer Merkmale von Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln (Verordnung (EWG) Nr. 2082/92 des Rates vom 14. Juli 1992 über Bescheinigungen besonderer Merkmale von Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln ) muss die Europäische Kommission mindestens sechs Monate bevor die endgültige Eintragung eines Erzeugnisses vorgenommen werden kann, eine Zusammenfassung des Antrags im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlichen. Nach Veröffentlichung der Zusammenfassung besteht die Möglichkeit, gegen die beabsichtigte Eintragung Einspruch einzulegen. Das Verfahren muss also möglichst transparent gestaltet werden, damit andere interessierte Parteien von ihrem Recht auf Einspruch Gebrauch machen können. Damit die in verschiedenen Ausgaben des Amtsblattes veröffentlichten Anträge leichter eingesehen werden können, besteht nunmehr die Möglichkeit, Angaben zu allen laufenden Verfahren im Internet einzusehen.

In den Regionen Europas gibt es ein vielfältiges Angebot an hochwertigen Lebensmitteln. Wenn ein Erzeugnis erst einmal im Heimatland oder gar über die Landesgrenzen hinweg berühmt geworden ist, kann das aber leider auch dazu führen, dass sich dieses Produkt im Wettbewerb mit nachgeahmten Produkten wiederfindet, die seinen Namen missbräuchlich verwenden. Diese Form des unlauteren Wettbewerbs ist für die Hersteller unerfreulich und für die Verbraucher irreführend. Deshalb wurden von der Europäischen Union 1992 unter der Bezeichnung g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung), g.g.A. (geschützte geographische Angabe) bzw. g.t.S. (garantiert traditionelle Spezialität) Systeme zum Schutz von Lebensmitteln geschaffen.

Die geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) besagt, dass Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Erzeugnisses in einem bestimmten geographischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgen.

Bei der geschützten geographischen Angabe (g.g.A.) besteht eine Verbindung zwischen mindestens einer der Produktionsstufen, also der Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung, und dem Herkunftsgebiet, oder es kann sich um ein Erzeugnis mit besonderem Renommee handeln.

Die Bezeichnung ‚garantiert traditionelle Spezialität‘ (g.t.S.) bezieht sich nicht auf einen geographischen Ursprung, sondern hebt die traditionelle Zusammensetzung des Produkts oder ein traditionelles Herstellungs- und/oder Verarbeitungsverfahren hervor.

Warum Europäische Aufwertungs- und Schutzsysteme für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel?

– Um die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion zu fördern.

– Um Produktbezeichnungen gegen Missbrauch und Nachahmung zu schützen.

– Um dem Verbraucher durch Informationen über Erzeugnisse mit Herkunftsbezeichnungen oder besonderen Merkmalen eine Orientierungshilfe zu geben.

Wie kann ich herausfinden, welche Produkte geschützt sind?

Informationen über alle als g.U., g.g.A oder g.t.S. eingetragenen Produkte sind einer EU-Website zu finden:

Erzeuger und Verarbeiter: Wie lässt man eine Produktbezeichnung eintragen?

– Die Hersteller eines zu registrierenden Produkts müssen sich zusammenschließen und ihr Erzeugnis in einem Lastenheft spezifizieren.

– Der Antrag auf Registrierung wird zusammen mit dem Lastenheft bei der zuständigen nationalen Behörde eingereicht.

– Nach Überprüfung auf nationaler Ebene wird der Antrag der Kommission übermittelt.

– Hier wird er bestimmten Kontrollverfahren unterzogen.

– Wenn der Antrag den Anforderungen entspricht, wird er ein erstes Mal im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Dadurch werden alle Mitgliedstaaten von der Antragstellung informiert.

– Wenn von den Mitgliedstaaten kein Einspruch erhoben wird, veröffentlicht die Europäische Kommission anschließend die geschützte Bezeichnung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften und auf ihrer Website.

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26. August 2002

Bäume gegen Klimawandel, Überschwemmungen und Orkane

Themen: Archiv,Wald,Wetter — info @ 15:08

In Johannesburg wird Bilanz gezogen

Bonn (agrar.de) – In Johannesburg ziehen die Delegierten zehn Jahre nach dem ersten Erdgipfel in Rio de Janeiro Bilanz. Nahezu kein Staat erfüllt heute die Vorgaben des damaligen Klimaschutzabkommens oder des späteren Kioto-Protokolls. Seit Rio steigen die Emissionen weiter an. Die noch nicht überstandene Jahrhundertflut in Deutschland sowie die riesigen Überschwemmungen in Asien und verheerende Orkane in anderen Teilen der Welt machen die Beteiligten jetzt erst wieder auf die Notwendigkeit aufmerksam, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.

Der Direktor des UN-Umweltprogramms Klaus Töpfer antwortete auf die Frage, ob die Überschwemmungen in Europa das Ergebnis eines Klimawandels sind, die Häufigkeit und die Heftigkeit von Naturkatastrophen nehme deutlich zu. ‚Der Klimawandel ist keine Prognose für die Zukunft, er findet heute statt, und zwar massiv.‘

Darauf, ob der Wandel rückgängig zu machen ist, sagte Töpfer: Wir könnten nur das Ausmaß des Wandels aufhalten. Dabei geht es nicht nur um die Verringerung des Schadstoffausstoßes wie der Kohlendioxidemissionen, sondern auch um Maßnahmen wie Aufforstungen, die Wiederherstellung von Feuchtgebieten oder Deregulierung von Flussläufen.

Wälder spielen eine wesentliche Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Sie binden Kohlendioxid und tragen dadurch entscheidend zur Verminderung des Treibhauseffektes bei.

Der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Wolfgang von Geldern: ‚Um den Klimawandel und die Zunahme von Naturkatastrophen aufzuhalten, muss jeder einen Beitrag leisten, Privatpersonen und Firmen. Sowie der Optikunternehmer Günther Fielmann, der in den letzten 20 Jahren mehr als 500.000 Bäume pflanzte.‘ Diese halbe Million Bäume wird in drei Generationen an einem Sonnentag den Kohlendioxid-Ausstoß von 1,2 Millionen Einfamilienhäusern ausgleichen – das entspricht einer Weltmetropole wie Hamburg. Von Geldern: ‚Fielmann zeigt, dass jeder Baum ein wichtiger Schritt gegen den Klimawandel, gegen weitere Naturkatastrophen und in eine sichere Zukunft ist.‘

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Carstensen: Bundesregierung muss Finanzmittel für Landwirtschaft in Hochwassergebieten aufstocken

Themen: Archiv — info @ 14:08

Berlin (agrar.de) – Zu den Maßnahmen der Bundesregierung für die vom Hochwasser betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe erklärt der Vorsitzende des Ausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages, Peter Harry Carstensen (CDU):

‚Das von der Bundesregierung beschlossene Hilfspaket für die vom Hochwasser betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe bedarf erheblicher Nachbesserungen. In Gesprächen mit Landwirten vor Ort, deren Höfe und Felder völlig unter Wasser stehen, wurde immer wieder deutlich, dass sofort finanzielle Unterstützung im größeren Umfang notwendig ist. Um die Betriebe in ihrer Existenz zu sichern, reichen hier auch keine zinsgünstigsten Kredite, sondern nur Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Mit 20 Mio. Euro Soforthilfe, wie von Ministerin Künast pressewirksam generös verkauft, werden viele Betriebe nicht überleben und viele Arbeitsplätze verloren gehen.

Dass Ministerin Künast ein schlechtes Gewissen hat, zeigen ihre völlig unkontrollierten Verbalattacken während der Pressekonferenz vergangenen Donnerstag gegenüber Agrarministerin Wernicke. Diese hat nichts anderes gemacht, als für ihre betroffene Landwirtschaft zu kämpfen und zu Recht auf die viel zu niedrige Soforthilfe hingewiesen, die dann noch von Sachsen-Anhalt zu 50 Prozent kofinanziert werden muss. Wie gefühlslos Ministerin Künast hier agiert, zeigt sich daran, wie vergleichsweise großzügig sie Geld ausgibt, wenn es um die Darstellung ihrer politischen Arbeit geht. Für ihre beiden Informationskampagnen ‚Freiheit‘ und ‚Biosiegel‘, die eher einer Hofberichterstattung gleichen, gibt sie in diesem Jahr 8,5 Mio. Euro aus.

Aus Sicht der Union ist daher das Hilfsprogramm wie folgt zu verbessern:

– Aufstockung der Sonderhilfen, damit alle betroffenen Betriebe in ihrer Existenz gesichert werden können.

– Zusätzliche Mittel zur Beseitigung der Schäden an landwirtschaftlichen Gebäuden und Flächen. Die von Ministerin Künast vorgesehenen Mittel in Höhe von 320 Mio. Euro sind hierfür gerade nicht vorgesehen.

Des Weiteren müssen aus dieser Katastrophe schnellstens Konsequenzen gezogen werden. Wir brauchen einen Pakt mit der Landwirtschaft zur Schaffung von Überschwemmungsflächen. Mit Hilfe eines Fonds muss sichergestellt werden, dass dann bei Inanspruchnahme der Fläche ausreichend Mittel für Entschädigungen der Landwirte zur Verfügung stehen. Ähnlich wie beim Küstenschutz muss ein Programm zur Sicherung und zum Ausbau der Flussdeiche aufgelegt werden. Für die Landwirtschaft ist der Aufbau einer Mehrgefahrenversicherung notwendiger denn je. Auch hier hat Ministerin Künast kläglich versagt. Für den Aufbau eines Pilotprojektes einer solchen Versicherung hatte der Landesbauernverband Sachsen bereits im Herbst letzten Jahres lediglich 7 Mio. Euro vom Bund beantragt. Sie wurden im Frühjahr kurzerhand von Ministerin Künast abgelehnt. Werbung in eigener Sache ist ihr wohl wichtiger.

Links zum Thema Hochwasser.

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