01. August 2002

Schweiz: 10 Jahre Brunch auf dem Bauernhof

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 13:08

Bern (agrrar.de) – Bereits zum zehnten Mal laden in diesem Jahr Schweizer Bauernfamilien am 1. August zum Brunch auf dem Bauernhof ein. Der Anlass unter dem Patronat des Schweizerischen Bauernverbandes wurde 1993 ins Leben gerufen worden ist und hat sich zu einer Tradition entwickelt, die heute kaum mehr vom schweizerischen Nationalfeiertag wegzudenken ist. In den letzten Jahren genossen jeweils etwa 200.000 Gäste das kulinarische Angebot in besonderer Atmosphäre.

Kaum eine Zeitung kommt um das attraktive Thema herum, Fernsehen und Radio berichten. Der ‚Buurezmorge‘ auf den rund 500 Bauernhöfen hat sich zu einem wichtigen Werbeträger der Schweizer Landwirtschaft entwickelt, der den Dialog zwischen Stadt und Land, zwischen Produzenten und Konsumenten fördert. Ein wesentlicher Teil dieses Erfolges ist den innovativen und begeisterungsfähigen Bauernfamilien zuzuschreiben. Hinter dem Brunch steckt sehr viel Arbeit in einer sonst schon arbeitsintensiven Zeit.

Der 1. August-Brunch bietet der Landwirtschaft die Möglichkeit, ihre Produkte und die Arbeit, die sich dahinter verbirgt, der nichtbäuerlichen Bevölkerung näher zu bringen. Auch die multifunktionalen Leistungen der Landwirtschaft, wie die Landschaftspflege und die Erhaltung der Lebensgrundlagen können aufgezeigt werden.

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Fleischverbrauch geht seit zehn Jahren erheblich zurück

Themen: Archiv — info @ 13:08

Pro-Kopf-Verbrauch sinkt auf 88,3 kg – Am beliebtesten sind Schwein und Geflügel

Hannover (agrar.de) – Ob in Kantinen, in Großküchen oder ‚bei Muttern‘ – Fleisch kommt in Deutschland immer seltener auf den Tisch. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch ist in 2001 auf das niedrigste Niveau seit zehn Jahren gesunken, teilt der niedersächsische Landvolk-Pressedienst mit. Dabei haben sich auch die Vorlieben der Bundesbürgern bei den unterschiedlichen Fleischarten erheblich verschoben. Am häufigsten greifen die Verbraucher nach wie vor zu Schweinefleisch. Kamen davon 1991 statistisch gesehen noch 54,8 kg auf den Tisch, waren es im vergangenen Jahr mit 53,6 kg jedoch knapp 2,2 Prozent weniger. Sogar um die Hälfte reduziert haben die Bundesbürger ihren Rindfleisch-Konsum: Während der Pro-Kopf-Verbrauch von Rindfleisch in 1991 noch bei 20,6 kg lag, waren es zehn Jahre später nur noch 10,3 kg. Dagegen stieg der Geflügelfleischverbrauch im gleichen Zeitraum von ehemals 12,2 kg auf 18,9 kg in 2001. Der Verbrauch von Lammfleisch hat ebenfalls zugenommen und zwar von 0,9 kg in 1991 auf 1,2 kg.

Insgesamt verbrauchte jeder Bundesbürger im vergangenen Jahr 88,3 kg Fleisch, das waren 7,4 Prozent weniger als 1991. Gegessen wird jedoch längst nicht alles, was an Fleisch verbraucht wird. Nach internationalem Brauch mitgewogen werden für die Statistik auch die Knochen und der Anteil für die industrielle Verwertung. Knochen, Tierfutter und Abfälle abgezogen, bleibt ein tatsächlicher Verzehr von 59,4 kg und damit 7,2 Prozent weniger als vor zehn Jahren. Fachleute führen dies zum einen auf eine langfristige Änderung der Verzehrsgewohnheiten hin zu einer Ernährung mit weniger Fleisch und, in der Nachfolge der ‚Fitness-Welle‘ in den späten achtziger Jahren, weg vom ‚roten Fleisch‘ hin zum vermeintlich gesünderen Geflügelfleisch zurück.

Zum anderen hielten sich die Verbraucher gerade in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres aufgrund der Verunsicherung durch BSE beim Fleischeinkauf stark zurück. In der Folge blieb in 2001 der Pro-Kopf-Verbrauch an Rindfleisch um 3,7 kg oder 26,7 Prozent unter dem Vorjahresergebnis von 14 kg, obwohl der Verbrauch sich ab Mitte des Jahres wieder leicht erholte. Gleichzeitig stieg der Geflügelfleischverbrauch innerhalb des Jahres um knapp 18 Prozent. Während der Schaffleischverbrauch sich auf dem Vorjahresniveau einpendelte, lag der durchschnittliche Schweinefleischverbrauch knapp unter dem Vorjahreswert. Für das laufende Jahr rechnen Marktbeobachter damit, dass sich der Rindfleischverbrauch weiter erholt und sich dem Niveau aus 2000 nähert. Auch für den Verbrauch von Schweinefleisch wird mit einer leichten Zunahme gerechnet.

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BWV: Neue Pflanzenschutzgeräte serienmäßig mit TÜV-Plakette ausstatten

Themen: Archiv — info @ 13:08

Mainz (agrar.de) – Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd (BWV) forderte die Hersteller von Pflanzenschutzgeräten in einem Schreiben auf, Neufahrzeuge nur noch mit einer gültigen TÜV-Plakette auszuliefern.

Bisher müssen neue Pflanzenschutzgeräte innerhalb von 6 Monaten nach der Auslieferung von den Landwirten bei anerkannten Prüfstellen vorgeführt werden, so dass diese eine nach den bestehenden Rechtsverordnungen in Verbindung mit § 30 Pflanzenschutzgesetz gültige Plakette erhalten. Diese bisher gängige Praxis ist für die landwirtschaftlichen Unternehmen mit erheblichem Kosten- und großem Zeitaufwand verbunden. Demgegenüber ist es im KFZ-Bereich seit jeher üblich, dass Neufahrzeuge bereits mit einer gültigen TÜV-Plakette ausgeliefert werden. Dies sollte auch im Bereich der notwendigen Pflanzenschutzgeräteüberprüfung übliche Praxis werden. Nach § 24 Pflanzenschutzgesetz dürfen Pflanzenschutzgeräte ohnehin nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie so beschaffen sind, dass ihre bestimmungsgemäße und sachgerechte Verwendung beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier und auf das Grundwasser sowie keine sonstigen schädlichen Auswirkungen insbesondere auf den Naturhaushalt hat, die nach dem Stand der Technik vermeidbar sind.

Der Hersteller der Pflanzenschutzgeräte hat nach § 25 Pflanzenschutzgesetz gegenüber der Biologischen Bundesanstalt (BBA) zu erklären, dass der Gerätetyp den Anforderungen nach § 24 entspricht. Aufgrund dieser umfangreichen Vorschriften fordert der Bauern- und Winzerverband die Gerätehersteller auf, die Geräte nur mit einer entsprechenden Prüfplakette auszuliefern. Für den Hersteller bedeutet dies aufgrund der ohnehin notwendigen Prüfungen keinen Mehraufwand – außer das Aufkleben der Plakette. Für den Landwirt wäre dies eine deutliche Vereinfachung des Verfahrens, da dieser bereits für die erforderlichen laufenden Überprüfungen die Kosten und den Aufwand trägt.

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Stächele: Familienforstwirtschaft leistet wichtigen Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raums

Themen: Archiv — info @ 12:08

Internationales Forstliches Symposium in Oberkirch

Oberkirch (agrar.de) – ‚Die von Familien bewirtschafteten Privatwaldbetriebe tragen wesentlich zur Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft bei. Fast 40 Prozent der Arbeitsplätze im Schwarzwald hängen auch mit den Leistungen des Waldes und der Familienforstwirtschaft zusammen‘, erklärte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele am Mittwoch in Oberkirch (Ortenaukreis) anlässlich eines internationales Symposiums der ‚International Union of Forest Research Organisations‘ (IUFRO). Die IUFRO ist der Dachverband der forstlichen Forschungsinstitutionen. Bei dem Symposium beschäftigten sich 75 Forscher aus 20 Ländern mit dem Thema ‚Beiträge landwirtschaftlicher Familienbetriebe zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums‘.

Minister Stächele wies darauf hin, dass Privatwald und Kommunalwald mit jeweils mehr als 500.000 Hektar den größten Waldanteil im Land haben. Der Staatswald umfasst rund 320.000 Hektar. Der Privatwald ist sehr unterschiedlich strukturiert. Einer kleinen Zahl großer Waldbesitzer stehen rund 250.000 Klein- und Kleinstbetriebe gegenüber.

Nach Angaben des Ministers bekommt der private Waldbesitz erst ab einer Größe von zehn Hektar und mehr wirtschaftliche Bedeutung. Dann spreche man von einer Familienforstwirtschaft. Gerade im Schwarzwald hätten gemischt land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit bis zu 200 Hektar Waldfläche eine jahrhundertlange Tradition. Hier leiste der Wald auch einen unverzichtbaren Beitrag zum Einkommen der Familien.

Aber auch der strukturpolitische Effekt der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe im Schwarzwald dürfe nicht unterschätzt werden. Nicht zuletzt habe der Schwarzwald wegen seiner vom Wald geprägten Landschaft im Bereich des Tourismus international einen guten Ruf.

Deshalb müssten die Wälder gepflegt und erhalten werden. Dazu gelte es, die Existenz der Familienbetriebe sicherzustellen. Die integrierte Entwicklung des ländlichen Raums sei daher ein wichtiger Bestandteil der Landespolitik. Hierzu habe die Landesregierung zahlreiche maßgeschneiderte Fördermöglichkeiten für Unternehmen, Kommunen, Land- und Forstwirtschaft geschaffen. ‚Der ländliche Raum lebt, er ist kein Freizeitpark oder Freilichtmuseum‘, sagte Stächele.

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Bayern: Rückgänge in der Rinder-, Schweine- und Schafhaltung

Themen: Archiv — info @ 11:08

Vorläufige Ergebnisse der repräsentativen Viehzählung im Mai 2002

München (agrar.de) – Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung verringerte sich der Rinderbestand in Bayern binnen Jahresfrist um 4,6 Prozent auf knapp 3,90 Millionen Tiere. Bei den Milchkühen, die über ein Drittel des Rinderbestandes ausmachen, ergab sich gegenüber Mai 2001 mit 1,38 Millionen Tieren eine Bestandsabnahme um 1,2 Prozent. Bei der Bullenmast wurden mit 568.400 männlichen Rindern von einem halben Jahr oder älter 6,1 Prozent weniger als im Vorjahr nachgewiesen. Abgenommen hat sowohl die Zahl der Rinder- als auch der Milchkuhhalter, und zwar um 1,2 Prozent auf 80.700 bzw. um 2,5 Prozent auf 58.900 Betriebe.

In der Schweinehaltung ging der Bestand binnen Jahresfrist um 1,2 Prozent auf 3,72 Millionen Tiere zurück. Bei den Mastschweinen, deren Anteil ein knappes Drittel am Gesamtbestand beträgt, sank die Zahl der Tiere auf rund 1,20 Millionen (- 1,0 Prozent). Der Zuchtsauenbestand lag mit 408.800 Tieren um 3,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Abnahme bei den Ferkeln um 2,7 Prozent auf 1,24 Millionen Tiere deutet mittelfristig auf einen weiteren Bestandsabbau in der Schweinehaltung hin. Insgesamt wurden knapp 31.000 Schweinehalter gezählt, 7,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Von ihnen hielten über 12.100 Betriebe Zuchtschweine (- 5,6 Prozent).

Der Bestand an Schafen nahm gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent auf 464.900 Tiere ab. Der Rückgang betrifft insbesondere die unter einem Jahr alten Schafe (- 3,6 Prozent auf 164.300 Tiere). Die Zahl der weiblichen Schafe zur Zucht von einem Jahr oder älter hat sich dagegen nur wenig verringert, und zwar um 0,7 Prozent auf 287.000 Tiere. Schafe hielten knapp 8.100 Betriebe, 3,2 Prozent weniger als 2001.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Bayern.

Streit um LPG-Nachfolger: Jede sechste Neugründung fehlerhaft

Themen: Archiv — info @ 10:08

Regierung will Fristen für Klagen und Nachzahlung – Landwirte empört

Dresden/Dittmansdorf (agrar.de) – Eine neue Studie über zahlreiche Fehler bei der Umwandlung von ehemaligen DDR-LPGs hat in Sachsen einen heftigen Streit zwischen der Staatsregierung und dem Verband der privaten Landwirte (VDL) ausgelöst. Untersuchungen der Universität Jena hatten zuvor bestätigt, dass bei der Gründung neuer Agrarbetriebe im Osten häufig zu niedrige Abfindungen an ehemalige LPG-Mitglieder gezahlt worden sind. Zudem soll ein großer Teil der Umwandlungen eindeutig rechtswidrig erfolgt sein.

Politik und Betroffene reagierten auf diese Ergebnisse sehr unterschiedlich. Sachsens Agrarminister Steffen Flath (CDU) und Finanzminister Thomas de Maiziere (CDU) fordern jetzt erneut zügige Regelungen, mit denen für die Agrarbetriebe ‚auf absehbare Zeit‘ Rechtssicherheit geschaffen werden kann. Unter anderem soll es ab dem 1. Januar 2004 nicht mehr möglich sein, einen LPG-Nachfolgebetrieb wegen Mängel bei dessen Neugründung zu verklagen, falls es bis dahin noch zu keinem Rechtsstreit gekommen ist.

Bund lehnt Änderung der Rechtslage weiter ab

‚Wir schlagen damit kein Hoppla-Hopp-Verfahren vor, sondern eine gerechte Lösung für beide Seiten‘, erklärte de Maiziere, der überzeugt ist, dass die Unsicherheit für die permanent von Liquidation bedrohten Agrarbetriebe beendet werden muss. Sollten Liquidationen trotzdem unvermeidlich sein, müssten die aber zumindest in vereinfachter Form ablaufen können, um zügig Neugründungen zu ermöglichen, fordert Sachsens Justizminister. Es sei für ihn völlig unverständlich, dass die Bundesregierung trotz der Jenaer Studie solche Neuregelungen ablehnt.

Scharfer Protest gegen die Pläne der Dresdner Staatsregierung kommt aber auch vom Verband der privaten Landwirte Sachsen. Dessen Präsident Dieter Tanneberger wirft de Maiziere und Flath vor, sich mit ihrem Vorschlag auf die Seite der ‚roten Barone‘ zu schlagen. Damit meint er vor allem ehemalige politische Würdenträger der DDR, die nun als Chefs der Agrarbetriebe fungieren. Einfache Ex-LPG-Mitglieder hätten es dagegen schwer, berechtigte Ansprüche durchzusetzen, so der Verbandschef. Oft fielen bei Streitfällen Kosten bis zu 10.000 Euro an, die die Betroffenen selbst übernehmen müssten. Mit den Neuregelungen, so Tanneberger, wäre aber selbst der aufwändige Gerichtsweg nicht mehr möglich. ‚Ich bin enttäuscht von der CDU-Staatsregierung. So etwas würden sich nicht einmal die PDS-Postkommunisten erlauben.‘

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DBV: Zweite Erntemeldung bestätigt unterdurchschnittliche Erträge

Themen: Archiv — info @ 09:08

Bonn (agrar.de) – Die Rückkehr des Sommers nach Deutschland hat dazu geführt, dass die Getreideernte in allen Regionen Deutschlands nun mit Hochdruck fortgesetzt wird. Von der Wintergerste stehen nur noch einige Restflächen im Norden und Osten Deutschlands auf dem Halm. Auch die Rapsernte ist demnach in den meisten Regionen Deutschlands weit vorangeschritten, berichtet der Deutsche Bauernverband (DBV).

Im Osten Niedersachsens, in Schleswig-Holstein und den östlichen Bundesländern wirken die starken Niederschläge der vergangenen Wochen noch nach. In den am schlimmsten betroffenen Gebieten können die Mähdrescher noch nicht wieder aufs Feld.

Fast alle Wintergerstenflächen in Deutschland sind nunmehr gedroschen. Die Gerste wurde mit durchschnittlich 13 bis 15 Prozent Feuchtigkeit eingefahren. Die schwierigen Wachstumsbedingungen im Frühjahr wirken sich in vielfach recht hohen Schmachtkornanteilen aus. Je nach Region, Bodenqualität und Witterungsverlauf melden die Landesbauernverbände große Schwankungen beim Hektolitergewicht der Gerste. Während die Erträge im Südwesten, Bayern und Westfalen bis zu 10 Prozent unter Vorjahr liegen, mussten Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein 10 – 20 Prozent niedrigere Hektarerträge und die östlichen Bundesländer bis zu 30 Prozent weniger verkraften. Es wird erwartet, dass die Wintergerstenerntemenge in Deutschland mit ca. 8 bis 8,5 Millionen Tonnen etwa 15 bis 20 Prozent unter dem Vorjahresergebnis liegt. Der Anbauflächenrückgang erklärt davon nur 6 Prozent.

Aus Sicht der Bauern sind die gegenüber dem Vorjahr deutlich reduzierten Preise unbefriedigend, weshalb viel Gerste auf dem eigenen Betrieb eingelagert wird.

Die Braugerste ist im Süden der Bundesrepublik zu etwa zwei Drittel geerntet. In Niedersachsen ist etwa die Hälfte eingebracht, in Sachsen, Thüringen und Hessen hat die Ernte begonnen. Während Niedersachsen und Thüringen von Ertragsrückgängen von 20 bzw. 30 Prozent berichten, werden aus dem Saarland, Rheinland-Nassau und Bayern von 5 bis 10 Prozent höhere Erträge gemeldet. In Baden-Württemberg wird teilweise eine normale, teilweise eine im Vergleich zum Vorjahr um 10 bis 15 Prozent niedrigere Ernte eingebracht. Die Qualitäten der Braugerste sind normal bis gut. Im Südwesten wird teilweise über erhöhte Sortierverluste berichtet.

Nur in den Frühdruschgebieten wie der badischen Rheinebene ist die Weichweizenernte bereits abgeschlossen. Während im Südwesten etwa 20 bis 30 Prozent der Ernte eingebracht wurden, hat die Ernte im Norden gerade erst begonnen. Erste Ernteergebnisse lassen gegenüber dem Vorjahr um 10 bis 20 Prozent niedrigere Erträge erwarten. Während in Bayern die Druschergebnisse dem Vorjahr entsprechen, wurde im Saarland sogar von 10 Prozent höheren Erträgen berichtet. Rheinland-Pfalz und Hessen sind aufgrund der Frühjahrstrockenheit teilweise mit Schmachtkorn konfrontiert. Durch die hohen Niederschläge der vergangenen Wochen geschädigte Flächen sind oft noch nicht wieder befahrbar.

Die Landwirte tendieren dazu, Weizen guter Qualität auf den Höfen zu lagern und noch nicht zu verkaufen. Bisher ist die Preisfindung noch sehr offen. Positiv zu vermerken ist, dass die EU-Kommission ein Mandat erhalten hat, in der Welthandelsorganisation über eine Verbesserung des Einfuhrsystems zu verhandeln. Hierbei geht es um ein Einfuhrsystem mit Tarifquoten, aber auch Einfuhrregelungen für bestimmte Getreidequalitäten. Der DBV empfiehlt den Bauern, den Markt weiterhin gut zu beobachten. Dabei sollte man die Einlagerung auch von den Qualitäten abhängig machen. Die Marktaussichten für Weizen höherer Qualität werden besser als im Vorjahr eingeschätzt, weil dieser nicht aus Frankreich oder Südosteuropa zur Verfügung steht.

Der Roggen ist in den südlichen Bundesländern schon zu mehr als der Hälfte gedroschen. In Niedersachsen stehen noch 60 Prozent auf dem Halm, während in den östlichen Bundesländern die Ernte gerade begonnen hat. Die Erträge liegen in Bayern auf Vorjahresniveau, in den übrigen Bundesländern um 10 bis 20 Prozent darunter. Lediglich das Saarland und Rheinland-Nassau melden höhere Erträge als im Vorjahr. Da die Roggenfläche gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 13 Prozent eingeschränkt wurde, wird ein deutlicher Rückgang der gesamten Erntemenge in Deutschland um ca. 1 Million Tonnen auf ca. 4 Millionen Tonnen erwartet. In den nördlichen und nordöstlichen Roggenanbaugebieten hat der Regen die Bestände teilweise ins Lager gedrückt und die Auswuchsgefahr erhöht. Die Qualitäten fallen daher sehr unterschiedlich aus. Der Brotroggen kann in Niedersachsen 8,3 bis 9,4 Euro je Dezitonne (100 kg) erzielen.

Die Haferernte hat in einigen Bundesländern begonnen und die Ernte von Triticale ist noch nicht weit fortgeschritten. Bisher liefern die angebotenen Preise für die Bauern keinen Anreiz, ihr Getreide zu verkaufen.

Im Südwesten der Bundesrepublik und in Sachsen-Anhalt ist die Rapsernte bereits abgeschlossen. In den nördlichen Bundesländern stehen noch etwa die Hälfte der Bestände, in Mecklenburg-Vorpommern sogar noch zwei Drittel. Die Rapskörner wurden mit sehr unterschiedlicher Feuchte geerntet. In den östlichen Bundesländern liegt der Ertragsrückgang gegenüber dem Vorjahr bei 10 bis 40 Prozent. Hier haben die starken Niederschläge die Körner regelrecht aus den Schoten herausgedroschen und die Pflanzen auf den Boden gedrückt. Von den meisten Landesbauernverbänden werden Auswuchsprobleme gemeldet. Regional bereiten niedrige Ölgehalte Sorge. Nur Rheinland-Nassau und das Saarland melden über dem Vorjahr liegende Erträge, in allen übrigen Bundesländern sind die Erträge um 10 bis 20 Prozent gesunken. Vielfach ernteten die Bauern nicht genügend, um ihre Lieferverträge erfüllen zu können. Die Erzeugerpreise liegen bei 20 bis 21 Euro je Dezitonne für freie Ware und 19 bis 24 Euro je Dezitonne für Vertragsware.

Links zum Thema Pflanzen.

RLV: Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Handelsdüngern rückläufig

Themen: Archiv — info @ 09:08

Bonn (agrar.de) – Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in den vergangenen Jahren deutlich zurück gegangen. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu in Bonn mitteilt, hat sich der Wirkstoffaufwand je ha zwischen 1988 und 2000 von 3,1 kg auf 1,8 kg verringert. Zur Reduzierung der angewendeten Pflanzenschutz-Wirkstoffmengen hätten neu entwickelte Pflanzenschutzmittel beigetragen, die gezielter wirksamer und besser biologisch abbaubar seien. Darüber hinaus würden die Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes immer konsequenter umgesetzt, hinzu kämen die Fortschritte in der Gerätetechnik und Erfolge der Resistenzzüchtung. Nachdrücklich weist der RLV darauf hin, dass sich die Auswirkungen der modernen Pflanzenschutzmittel auf den Naturhaushalt erheblich vermindert hätten.

Wie der RLV weiter mitteilt, sei auch beim Einsatz von Nährstoffen aus Handelsdüngern in den vergangenen Jahren ein deutlicher Rückgang festzustellen. Der Stickstoffeinsatz in Deutschland lag im Wirtschaftsjahr 2000/01 um etwa 25 Prozent unter dem Stand des Jahres 1989/90. Bei Phosphat und Kali betrage der Rückgang sogar mehr als 60 Prozent. Der Nährstoffsaldo auf landwirtschaftlichen Flächen ist nach Mitteilung des RLV bei Stickstoff von 1980 bis 1995 um 35 Prozent zurückgegangen und liegt derzeit bei circa 80 kg Stickstoff pro ha. Dies sei unter Nutzung wissenschaftlich-technischer Kenntnisse und mit großen produktionstechnischen Engagement der Landwirte erreicht worden, betont der RLV. Die Gefahr unerwünschter Nährstoffeinträge in die Gewässer hätte damit entscheidend vermindert werden können.

Links zum Thema Düngung, Links zum Thema Pflanzenschutz.

Baden-Württemberg: Leichte Zunahme des Schweinebestands

Themen: Archiv — info @ 09:08

Zahl der Halter jedoch weiter rückläufig

Stuttgart (agrar.de) – Der Bestand an Schweinen in Baden-Württemberg hat nach Feststellung des Statistischen Landesamts in den zurückliegenden zwölf Monaten leicht zugenommen. Zum Stichtag der repräsentativen Viehzählung am 3. Mai 2002 wurde ein Bestand von 2,29 Millionen Schweinen ermittelt, was einer Zunahme um 1,1 Prozent gegenüber der vergleichbaren Vorjahreserhebung entspricht.

Für die nähere Zukunft ist ein weiteres Wachstum der Schweinebestände zu erwarten, da die Zahl der für die Reproduktion eingesetzten Zuchtsauen insgesamt um 2,3 Prozent auf 306.700 zugenommen hat. Speziell bei den Jungsauen ist eine Zunahme um 8,8 Prozent auf 66.500 festzustellen. Bei Mastschweinen (ab 50 kg Lebendgewicht) ist ebenfalls eine positive Bestandsentwicklung zu verzeichnen (+2,9 Prozent auf 671.800 Tiere), während bei den Jungschweinen (20 bis 50 kg Lebendgewicht) ein Bestandsrückgang um 4,6 Prozent auf 487.400 ermittelt wurde. Bei der in Baden-Württemberg vielfach anzutreffenden spezialisierten Ferkelaufzucht sind die Jungschweine allerdings nicht immer eindeutig von den Ferkeln (bis 20 kg) abzugrenzen, die wie die Mastschweine eine Zuwachsrate von 2,9 Prozent auf 815.200 aufweisen.

Nach wie vor rückläufig sind die Betriebszahlen in der Schweinehaltung. Insgesamt sind noch rund 16.700 Schweinehalter in Baden-Württemberg festzustellen, ein Rückgang um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Zuchtschweinehaltern ist ein Rückgang um 3,6 Prozent auf 5.700 zu verzeichnen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

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