16. August 2002

Landwirtschafts-Unternehmen gehen stark verunsichert in die Zukunft

Themen: Archiv — info @ 11:08

Sonnleitner stellt Ergebnisse des Investitionstests Agrar vom Juli 2002 vor

Berlin (agrar.de) – Die deutschen Landwirte schätzen ihre aktuelle wirtschaftliche Situation, vor allem aber ihre zukünftigen Perspektiven deutlich ungünstiger ein als noch Ende des vergangenen Jahres. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, sah darin bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse den Ausdruck einer massiven Verunsicherung, vor allem bei langfristigen betrieblichen Entscheidungen. Die agrarpolitischen und wettbewerblichen Rahmenbedingungen werden überwiegend als sehr belastend angesehen. Die Investitionszurückhaltung hält trotz eines günstigen Zinsniveaus an. Im Investitionstest Agrar wurden 1.100 Landwirtschaftsbetriebe sowie 400 landwirtschaftliche Lohnunternehmen im Juli 2002 durch das Marktforschungsinstitut ‚Produkt + Markt‚ befragt.

Die aktuelle wirtschaftliche Situation ihres Betriebes beurteilten noch 17 Prozent der befragten Landwirte als ‚gut‘. Im Vergleich zu den letzten beiden Befragungen hat dieser Anteil von 21 Prozent in der Erhebung vom Juni 2001 sukzessive abgenommen. Ungünstig beurteilten 33 Prozent und befriedigend 50 Prozent der befragten Landwirte ihre derzeitige wirtschaftliche Situation. Diese Werte haben sich im Vergleich zur Befragung vom Dezember 2001 jeweils um einen Prozentpunkt erhöht. War Mitte des vorherigen Jahres noch eine leicht positive Entwicklung der Stimmungslage deutlich, so hat sich dieser Trend wieder erkennbar ins Negative gedreht. Insbesondere Veredlungsbetriebe, die einen Großteil ihres Einkommens aus der Schweine- und Geflügelhaltung erzielen, beurteilen in der aktuellen Juni-Erhebung ihre derzeitige Situation ungünstiger als zuvor. Deutlich wird zudem, dass sich ost- und westdeutsche Betriebe in ihrer Einschätzung über die derzeitige wirtschaftliche Situation annähern, waren doch ostdeutsche Betriebsleiter zuvor durchweg optimistischer als die Landwirte aus den alten Bundesländern.

Die Erwartungen über die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahren sind bei den Landwirten derzeit erheblich pessimistischer, aber auch differenzierter als früher. 11 Prozent der Landwirte erwarten eine günstigere wirtschaftliche Entwicklung für ihren Betrieb in den nächsten zwei bis drei Jahren. Dies sind 3 Prozentpunkte mehr als im Dezember 2001. Eine Mehrheit von 50 Prozent erwartet aber eine schlechtere zukünftige betriebliche Entwicklung, dies sind immerhin 8 Prozentpunkte mehr als im Dezember 2001. Deutlich geringer als zuvor ist mit 39 Prozent die Zahl der befragten Betriebsleiter, die eine gleichbleibende wirtschaftliche Entwicklung für ihr Unternehmen erwarten. Im Dezember 2001 lag diese Angabe noch bei 50 Prozent. Im Vergleich zwischen den Betriebsformen schätzen insbesondere Marktfruchtbetriebe, aber auch Futterbaubetriebe ihre betriebliche Zukunft deutlich schlechter ein als noch vor einem halben Jahr.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden insbesondere bei den Märkten für Getreide, Milch und Rindfleisch als belastend eingeschätzt. In der Umfrage fällt auf, dass die Wettbewerbskraft der deutschen Landwirtschaft innerhalb Europas weiterhin für gering gehalten wird. Besorgt zeigen sich die befragten Landwirte auch hinsichtlich der EU-Osterweiterung, der nationalen Steuer- und Finanzpolitik sowie der EU-Agrarpolitik. Die zum Ende des vergangenen Jahres erkennbare positivere Einstellung zum Euro ist im Juli 2002 wieder verflogen.

Investitionsabsichten im kommenden halben Jahr haben 56 Prozent aller befragten Be-triebsleiter. 30 Prozent der Betriebsleiter machten Angaben, in Maschinen und Geräte in-vestieren zu wollen. 22 Prozent der Befragten beabsichtigen, in den nächsten 6 Monaten Investitionen in Wirtschaftsgebäude zu tätigen. In Bürotechnik und EDV zu investieren planen 12 Prozent der Landwirte und 14 Prozent beabsichtigen außerlandwirtschaftliche Investitionen. Eine Ausweitung ihres Betriebes können sich 42 Prozent der befragten Viehhalter vorstellen. Für 18 Prozent der Betriebe wird die Gründung bzw. die Ausweitung vorhandener betrieblicher Kooperationen in Erwägung gezogen. Immerhin 24 Prozent der befragten Landwirte überlegen, sich außerlandwirtschaftlichen Dienstleistungen zu zuwenden. Allerdings sieht ein Viertel aller Unternehmen (26 Prozent) mittelfristig keine betrieblichen Entwicklungsmöglichkeiten.

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Künast: Flächenzahlungen vorziehen – Interventionskriterien lockern

Themen: Archiv — info @ 09:08

Europäische Kommission um Unterstützung witterungsgeschädigter Landwirte gebeten

Berlin (agrar.de) – Bundesministerin Renate Künast hat in einem Brief an Agrarkommissar Franz Fischler um weitere Unterstützung für die von den schlechten Witterungsbedingungen betroffenen Landwirte gebeten. Zu den Vorschlägen gehört die Lockerung der Aufkaufkriterien von Interventionsgetreide sowie die ein Vorschuss der Flächenzahlungen für betroffene Landwirte. ‚Ich hoffe, dass insbesondere der Punkt frühere Auszahlung der Flächenprämien möglichst schnell vom Verwaltungsausschuss bei der Europäischen Kommission verabschiedet werden kann‘, so Künast heute in Berlin.

Die schlechten Witterungsbedingungen der letzten Wochen haben in Deutschland zu einer erheblichen Verzögerung der Getreideernte geführt. Zudem ist wegen der ergiebigen und lang andauernden Niederschläge die Qualität des Getreides teilweise erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Daher bittet Künast Agrarkommissar Fischler, für den ab November beginnenden Interventionszeitraum bereits im nächsten Verwaltungsausschuss Getreide einen Vorschlag vorzulegen, um die Mindestkriterien für Interventionsgetreide herabzusetzen.

Darüber hinaus bat die Ministerin darum, Deutschland zur Existenzsicherung der in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen Landwirte in einigen Regionen zu ermöglichen, einen Vorschuss von 50 Prozent der Flächenzahlungen zu gewähren. Ein entsprechender deutscher Antrag wird in der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses, am Donnerstag kommender Woche, vorliegen.

Bereits Ende vergangener Woche konnte in der EU die Freigabe von Stilllegungsflächen für die Futternutzung erreicht werden. Mittlerweile haben sich die Wetterprobleme und damit die Schäden in der Landwirtschaft jedoch verschärft, so dass weitere Hilfen notwendig wurden.

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15. August 2002

IGN fordert Aussetzung der Nachbaugebühren

Themen: Archiv — info @ 16:08

Berlin/Lüneburg (agrar.de) – In den Saatgut – Nachbaustreit kommt Bewegung. Unter Leitung von Staatssekretär Matthias Berninger (Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, BMVEL) trafen sich in Berlin u.a. Vertreter von der Interessengemeinschaft gegen die Nachbaugesetze und Nachbaugebühren (IGN), Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Deutscher Bauernverband (DBV), Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Bund der Deutschen Pflanzenzüchter (BDP), Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (STV), um nach Lösungswegen im heftigen Streit um die Gestaltung der Nachbauregelung beim Saatgut zu suchen.

Die IGN und die AbL legten zu Beginn der Sitzung einen Vorschlag vor: Alle 0rganisationen einigen sich darauf, dass das von den Landwirten heftig kritisierte Ausforschungsverfahren auf den Höfen durch die privatrechtliche 0rganisation der Saatgut – Treuhandverwaltungs GmbH in Bonn abgeschafft wird. Sodann erklären sich alle 0rganisationen bereit, über ein Fondsmodell nachzudenken und zu entscheiden, dass einen fairen Interessenausgleich zwischen den Züchtern und den Landwirten beinhaltet und die Geldvergabe für hervorragende züchterische Arbeit unter öffentlich rechtliche Kontrolle stellt. In diesen Fonds werden Landwirte, Züchter und die Bundesregierung einzahlen, um der gesellschaftlich wichtigen Zukunftsaufgabe der Ernährungssicherung und der genetischen Vielfalt gerecht zu werden. Der Vorschlag enthält auch, dass kleinere Landwirte und Landwirte, die viel zertifiziertes Saatgut einsetzen, von der Fondsabgabe befreit werden können.

Dieser Vorschlag wurde lebhaft von der Berliner Nachbau – Runde diskutiert. Der BDP – Vertreter bezeichnete es als denkbar, auf das Auskunftsverfahren zu verzichten, wenn der Interessenausgleich gewahrt wäre. Der DBV – Vertreter erklärte seine Bereitschaft, an der Ausarbeitung des Fondsmodells mitzuarbeiten. Auf Vorschlag von Staatssekretär Berninger wird jetzt eine kleine Fachgruppe eingerichtet, die die inhaltliche und rechtliche Gestaltung eines Fondsmodells ausarbeiten soll. Auch der aktuelle Streit um die Weitergabe aller relevanten Landwirte – Daten durch die Saatgut – Aufbereiter an die STV wurde von der IGN, der AbL und dem Raiffeisen – Vertreter thematisiert und als rechtlich problematisch angesehen.

Die IGN konnte in diesem Zusammenhang auf die Ankündigung des Landgerichts Düsseldorf in der letzten Woche hinweisen, das wegen der problematischen Vorgehensweise der STV gegen die Aufbereiter den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg anrufen möchte. ‚Angesichts des Nachbau – Urteils vom Bundesgerichtshof (keine pauschale Auskunftspflicht der Landwirte) und angesichts der konstruktiven Diskussion in der Berliner Nachbaurunde wäre es für uns nicht nachvollziehbar, wenn jetzt Ende August der BDP und der DBV das alte umfassende Auskunftsverfahren noch einmal durchziehen würden. Wir raten allen Landwirten und den Saatgut – Aufbereitern, diese Auskünfte nicht mehr pauschal zu erteilen. Zudem fordern wir Pflanzenzüchter und Bauernverband auf, aktuell auf die Erhebung der Nachbaugebühren zu verzichten, um ein Zeichen zu setzen. Auf Grund der katastrophalen Witterungsverhältnisse haben die Berufskollegen wirklich andere Sorgen, als unnütze Fragebogen auszufüllen und für den katastrophalen Ernteausfall auch noch Gebühren zu bezahlen,‘ so Georg Janßen, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft.

Links zum Thema Nachbau und Sortenschutz.

Hochwasser: Bauern bei Landwirtschaftsämtern melden!

Themen: Archiv — info @ 16:08

Bayerische Staatsregierung beschließt Soforthilfeprogramm

München (agrar.de) – Der Bayerische Bauernverband (BBV) anerkennt es sehr, dass die Bayerische Staatsregierung schnell ein Hilfsprogramm beschlossen hat, um für die Betroffenen die zum Teil gravierenden Hochwasserschäden zu lindern. Das heute mit 65 Mio. Euro beschlossene Programm bietet auch für betroffene land- und forstwirtschaftliche Betriebe Hilfsmaßnahmen insbesondere für Aufwuchs-, Flur-, Gebäude- und Wegeschäden.

Die vom Hochwasser betroffenen Bauern sind aufgerufen, sich schnellstens an ihr zuständiges Landwirtschaftsamt zu wenden. Ab sofort können sie an den Landwirtschaftsämtern Antrag auf Soforthilfe stellen und erfahren dort auch die näheren Kriterien und die Verfahrensweise. Betroffene Forstwirte sollten sich bei ihrem zuständigen Forstamt melden.

Für die Feststellung des Schadensumfangs und –ausmasses der vom Hochwasser betroffenen Betriebe ist es empfehlenswert, insbesondere die Flächenschäden z. B. durch Fotos unter Vermerk des betroffenen Feldstücks festzuhalten und den Schaden kurz schriftlich zu dokumentieren. Dies kann für die Schadensaufnahme durch die Landwirtschaftsämter hilfreich sein.

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Großhandelspreise im Juli 2002 um 0,8 Prozent zum Vorjahr gefallen

Themen: Archiv — info @ 15:08

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Index der Großhandelsverkaufspreise im Juli 2002 um 0,8 Prozent unter dem Niveau von Juli 2001. Im Juni und im Mai 2002 hatten die Jahresveränderungsraten – 1,5 Prozent bzw. – 1,3 Prozent betragen. Der Gesamtindex ohne Mineralölerzeugnisse lag im Juli 2002 um 0,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Gegenüber Juni 2002 fielen die Großhandelsverkaufspreise geringfügig (– 0,1 Prozent). Ohne Mineralölerzeugnisse lag der Index der Großhandelsverkaufspreise um 0,2 Prozent unter dem Stand des Vormonats. Binnen Monatsfrist verbilligten sich vor allem Bananen (– 23,1 Prozent), Kartoffeln (– 18,5 Prozent) und Rohkaffee (– 8,3 Prozent). Dagegen wurden Tomaten (+ 5,8 Prozent), lebende Schweine und Schweinefleisch (jeweils + 5,4 Prozent) teurer.

Starke Preissenkungen gegenüber dem Vorjahr gab es im Juli 2002 u.a. bei Bananen (– 26,2 Prozent), Zitrusfrüchten (– 25,0 Prozent), Rohkaffee (– 22,0 Prozent), leichtem Heizöl (– 15,2 Prozent), Geflügelfleisch (– 12,4 Prozent), Schweinefleisch (– 12,1 Prozent), lebenden Schweinen (– 10,0 Prozent), Getreide (– 7,9 Prozent) sowie bei Kartoffeln. Dagegen waren u.a. lebende Rinder (+ 17,0 Prozent) und Tomaten (+ 11,5 Prozent) teurer als vor einem Jahr.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Deutliche Ernteverluste in Thüringen

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 14:08

Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft sind erforderlich

Erfurt (agrar.de) – Die Erntesituation im Freistaat Thüringen hat sich in den letzten Tagen sehr zugespitzt. Aufgrund der ergiebigen Niederschläge und des Hochwassers in Ostthüringen werden Ertragsausfälle bis zu 20 Prozent bei Getreide und bei Raps bis zu einem Drittel erwartet.

Im Bereich des Landwirtschaftsamtes Altenburg ist durch das Hochwasserereignis der vergangenen Tage eine besonders schwierige Situation eingetreten. In diesem Amtsbereich stehen rund 300 ha Getreide unter Wasser und weitere 2.000 ha sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

‚Neben der Extremsituation in Ostthüringen werden für alle Landwirte in Thüringen deutliche Ernteverluste eintreten. Aus gegenwärtiger Sicht muss eingeschätzt werden, dass sich der diesjährige Ernteertrag um etwa 15 Prozent im Vergleich zu den Jahren 1998 – 2001 reduziert‘, erklärte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar.

Weiterhin sind aufgrund der anhaltenden Niederschläge zur Erntezeit deutliche Reduzierungen der Qualitätseigenschaften für Brotgetreide und Braugerste zu erwarten, die sich ebenfalls negativ für die Betriebe bei den Einnahmen auswirken werden.

‚Wir halten deshalb Hilfsmaßnahmen für die Thüringer Landwirtschaft für erforderlich‘, so der Minister. Aufgrund der sehr angespannten Haushaltsituation in Thüringen werden gegenwärtig zur Entspannung der Situation folgende Maßnahmen gesehen:

Genehmigung von Ausnahmeregelungen bezüglich:

a) Vorziehen der EU-Flächenzahlungen

b) Änderung der Mindestanforderungen für Interventionsgetreide

Beides fordert das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt vom zuständigen Bundeslandwirtschaftsministerium. Die Zustimmung der Gremien der EU ist dafür notwendig.

Inanspruchnahme der Sonderkredite der Landwirtschaftlichen Rentenbank

Die Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main, bietet ab sofort für Maßnahmen zur Beseitigung der aktuellen Witterungsschäden und zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen Darlehen zu besonders günstigen Konditionen an. Liquiditätshilfedarlehen werden mit einer Laufzeit von vier Jahren angeboten und sind wahlweise mit einem Tilgungsfreijahr ausgestattet. Die Darlehensobergrenze beträgt 500.000 Euro, bei einem Nominalzinssatz von zurzeit 4,40 Prozent. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten.

Links zum Thema Hochwasser, Links zum Bundesland Thüringen.

FDP: Weitere Hilfen müssen folgen

Themen: Archiv — info @ 14:08

Berlin (agrar.de) – Zur Pressekonferenz des Deutschen Bauernverbandes zu den Folgen der Unwetter für die Landwirtschaft erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer und agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrich Heinrich:

‚Schnelle und unbürokratische Hilfe ist für die betroffenen Landwirte ein Muss. Allerdings sind die von Ministerin Künast in Aussicht gestellten 10 Millionen Euro und das Sonderkreditprogramm nur ‚ein Tropfen auf dem heißen Stein‘, um die geschätzten Schäden in Höhe von 1 Milliarde Euro auch nur annähernd auszugleichen.

Hier muss deutlich mehr von der Bundesregierung getan werden. Wieder einmal rächt sich, dass Ministerin Künast insbesondere auf Brüsseler Ebene ihre Hausaufgaben nur ungenügend erledigt und nur unzureichend für zusätzliche Hilfen gesorgt hat.

Für die Zukunft müssen weitreichendere Lösungen gefunden werden. Dazu gehört insbesondere eine Absicherung der Schäden, was heute vielfach nicht möglich ist, über eine so genannte Mehrgefahrenabsicherung. Denkbar wäre in diesem Zusammenhang eine Beitragsmitfinanzierung über die Gemeinschaftsaufgabe für Agrarstruktur und Küstenschutz wie sie auch in vielen anderen Ländern Europas bereits existiert.

Anstatt Wahlkampf auf dem Rücken der Betroffenen zu betreiben, sollte Frau Künast endlich ihre Zurückhaltung ablegen. Die betroffenen Landwirte haben Anspruch auf eine Unterstützung, die mindestens dem Elan für die Kampagne zum ökologischen Landbau von Frau Künast entspricht.

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Mecklenburg-Vorpommern: Nutzung stillgelegter Flächen für Weidezwecke möglich, wenn Futterflächen überschwemmt sind

Themen: Archiv — info @ 12:08

Schwerin (agrar.de) – Ab sofort können Landwirte Stilllegungsflächen zur Unterbringung und Ernährung von Vieh nutzen, wenn die Futterflächen des Unternehmens infolge der Witterung überschwemmt sind. Allerdings müssen von der Überschwemmung mindestens 33 Prozent der Futterflächen betroffen sein.

In Mecklenburg-Vorpommern gilt diese Regelung für betroffene Futterflächen in den Kreisen Ludwigslust, Parchim, Nordwestmecklenburg, Güstrow, Demmin und Mecklenburg-Strelitz. Bestimmte Kreise in Niedersachsen sowie die Länder Brandenburg und Schleswig-Holstein insgesamt können ebenfalls von dieser Regelung Gebrauch machen.

Die Nutzung der Stilllegungsflächen muss im zuständigen Amt für Landwirtschaft angezeigt werden. Entsprechende Formulare sind dort erhältlich.

Links zum Thema Hochwasser, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Mecklenburg-Vorpommern: Überwiegend geringere Obsterträge als im Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 11:08

Schwerin (agrar.de) – Nach Informationen des Statistischen Landesamtes muss für das Jahr 2002 bei den meisten Obstarten mit geringeren Erträgen in Mecklenburg-Vorpommern als im Vorjahr gerechnet werden. So wird in diesem Jahr bei Äpfeln von einer voraussichtlichen Erntemenge von 15.400 Tonnen ausgegangen, während im Vorjahr 25.782 Tonnen geerntet wurden.

Auch bei den Erdbeeren kam es gegenüber dem Vorjahr mit 26 Prozent zu einem deutlichen Ertragsrückgang (2002: 75 Dezitonnen je Hektar).

Wie schon in den Vorjahren sind Äpfel und Erdbeeren die dominierenden Obstarten und erfreuen sich bei den Verbrauchern großer Beliebtheit. Die teilweise kühl-feuchte Witterung im Blütezeitraum und die damit verringerte Bestäubungstätigkeit durch Insekten sowie das gebietsweise verstärkte Auftreten von Monilia in Kirschen haben einem guten Ertragsansatz entgegengewirkt.

Bei Äpfeln wird in den Obstbaubetrieben von einer eher unterdurchschnittlichen Ernte ausgegangen. So muss derzeit mit einem mittleren Ertrag von 113 Dezitonnen pro Hektar bzw. 9 Kilogramm je Baum gerechnet werden (2001: 181,8 Dezitonnen je Hektar bzw. 16,0 Kilogramm je Baum). Von den 1.365 Hektar mit Apfelbäumen werden somit in diesem Jahr voraussichtlich nur 15.400 Tonnen Obst geerntet (2001: 25 782 Tonnen).

Der durchschnittliche Birnenertrag wird sich auf ungefähr 8 Kilogramm je Baum belaufen, wobei der Ertrag im Vorjahr mit 6,6 Kilogramm je Baum sogar noch niedriger ausgefallen war.

Bei Pflaumen/Zwetschen beläuft sich der vorläufige Ertrag auf nur etwas über 3 Kilogramm je Baum (2001: 7,6 Kilogramm je Baum). Dies entspricht einem Ertragsrückgang gegenüber dem Jahr 2001 um mehr als die Hälfte.

Auch bei den Süß- und Sauerkirschen gab es sehr geringe Durchschnittserträge je Baum. So lag das Süßkirschenergebnis etwa bei 1,5 Kilogramm je Baum und das der Sauerkirschen sogar unter 1 Kilogramm je Baum.

In der Saison des Jahres 2002 wurden Erdbeeren auf einer Fläche von gut 350 Hektar gepflückt. Der Durchschnittsertrag lag bei 75 Dezitonnen je Hektar. Damit konnte das Rekordergebnis des Vorjahres von 102,2 Dezitonnen je Hektar nicht wieder erreicht werden und war sogar niedriger als das des Jahres 2000 mit 78,2 Dezitonnen je Hektar. So wurden im Land nur etwas über 2.600 Tonnen Erdbeeren geerntet, was einem Rückgang um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Ökolandbau in Deutschland wächst weiter

Themen: Archiv — info @ 11:08

Zahl und Fläche der Betriebe stieg seit 1999 um rund 20 Prozent

Hannover (agrar.de) – Die deutschen Ökobetriebe setzen ihren Wachstumskurs fort. Nicht nur die Zahl der Betriebe, auch die ökologisch bewirtschaftete Fläche hat seit der Agrarstrukturerhebung 1999 kräftig zugenommen, berichtet der niedersächsische Landvolk-Pressedienst nach einer aktuellen Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes. Die vorläufigen Ergebnisse der jüngsten Agrarstrukturerhebung weisen für 2001 in Deutschland 11.506 Betriebe ab zwei Hektar aus, die gemäß der EU-Öko-Verordnung zertifiziert sind. Dies ist eine Steigerung um 20,2 Prozent gegenüber den Ergebnissen aus 1999, als hier zu Lande 9.572 Betriebe ökologisch wirtschafteten. Kräftig zugelegt hat auch die Anbaufläche der Ökobetriebe. Hier waren es in 2001 rund 602.600 Hektar (ha) Landfläche, das ist eine Zunahme um 23 Prozent gegenüber 1999, als 489.897 ha ökologisch bewirtschaftet wurden.

Gemessen an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe wurden in 2001 nur rund 2,6 Prozent ökologisch bewirtschaftet. In 1999 hatte der Anteil noch zwei Prozent betragen. Bezogen auf die insgesamt bewirtschaftete Fläche kommen die Ökobetriebe mit 3,5 Prozent auf einen noch größeren Anteil. Mit einer durchschnittlichen Anbaufläche von 52,4 ha verfügen die Bio-Betriebe im Schnitt über eine üppigere Flächenausstattung als ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen, die rein statistisch gesehen nur auf einer Fläche von 38,1 ha je Betrieb ackern können. Da die Öko-Betriebe ihre Flächen mit einer geringeren Intensität bewirtschaften, haben sie einen entsprechend größeren Flächenbedarf. Wie in der gesamten Landwirtschaft zeigen sich dabei auch im Öko-Bereich große Unterschiede zwischen den neuen und den alten Bundesländern. Während die Öko-Betriebe in den neuen Bundesländern im Schnitt 185,9 ha groß waren, kamen ihre Kollegen im früheren Bundesgebiet auf eine durchschnittliche Größe von 33,5 ha.

Auch EU-weit ist seit 1995 die Anzahl der Betriebe und der von ihnen bewirtschafteten Fläche kontinuierlich gestiegen. Dabei hat sich nach der Meinung von Fachleuten neben der zunehmenden Nachfrage der Verbraucher auch die finanzielle Unterstützung beim Wechsel der Bewirtschaftungsform bemerkbar gemacht. Da viele deutsche Öko-Landwirte jedoch nach erheblich strengeren Produktionskriterien wirtschaften als ihre internationalen Kollegen, geraten sie zunehmend unter Preisdruck. Der Bauernverband fordert daher, die EU-Kriterien auf die strengeren Anforderungen der deutschen Öko-Anbauverbände anzuheben.

Links zum Thema Bio-Landbau.

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