31. August 2002

39 Organisationen fordern Gentechnik-Verzicht auch nach der Bundestagswahl

Themen: Archiv — info @ 13:08

Künast überreicht ‚Goldenen Dreschflegel‘ an Karikaturisten

Hannover (agrar.de) – Auf den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft soll weiterhin verzichtet werden. Dies forderten die 39 Organisationen des Aktionsbündnis Ökolandbau auf ihrer Veranstaltung zur Bundestagswahl mit führenden Agrarpolitikern heute in Hannover. Zu Beginn überreichte Bundesverbraucherministerin Renate Künast die Auszeichnung ‚Goldener Dreschflegel‘ an Thomas Plaßmann von der Frankfurter Rundschau und Wolf-Rüdiger Marunde für die gelungensten Karikaturen zur Agrarpolitik.

Im Rahmen der Veranstaltung antworteten Politikerinnen und Politiker auf Fragen, die ihnen die Mitglieder des bundesweiten Aktionsbündnisses vorgelegt hatten. Neben dem Tierschutz ging es vor allem um die Schwerpunktthemen Europäische Agrarpolitik und Gentechnik. ‚Bei dieser Wahl geht es um die Zukunft einer vorsorgenden Agrar- und Verbraucherpolitik‘, so Nikolai Fuchs vom Aktionsbündnis, das 39 Organisationen aus Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz umfasst. ‚Hier können sich die Bürger tatsächlich an einer Richtungsentscheidung beteiligen.‘

Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass es bei der kommenden Wahl beispielsweise um die grundsätzliche Entscheidung pro oder contra Gentechnik in der Landwirtschaft geht. CDU und CSU wollen sie einführen, PDS und Grüne befürworten die Beibehaltung des zur Zeit gültigen Moratoriums, von der SPD kommen uneinheitliche Signale. ‚Nach unserer Auffassung muss der Verbraucher weiterhin die Möglichkeit haben, gentechnisch unbelastete Lebensmittel zu verzehren. Das geht aber nur, wenn wir in Deutschland konsequent auf den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft verzichten‘, so Fuchs weiter.

Auch in der Frage der Zukunft von Ökolandbau und Agrarsubventionen unterscheiden sich die Aussagen der Agrarpolitiker erheblich: SPD, Grüne und PDS bekennen sich zur Leitbildfunktion des Ökolandbaus. Darüber hinaus streben sie genauso wie die Umweltverbände WWF und NABU den Abbau umweltzerstörender Agrarsubventionen an und wollen Maßnahmen zum Schutz von Natur, Verbraucher und Tier gleichermaßen fördern.

‚Für den – überlebenswichtigen – Klimaschutz bietet insbesondere der ökologische Landbau unverzichtbare Möglichkeiten. Aufgrund dieser und vieler anderer Leistungen für die Gesellschaft muss der Ökolandbau als zukunftsfähige und nachhaltigste Form der Landwirtschaft auch nach der Bundestagswahl besonders gefördert werden‘, hob Felix Prinz zu Löwenstein, der Vorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), hervor.

Auf der Veranstaltung verlieh das Aktionsbündnis die Auszeichnung ‚Goldener Dreschflegel‘ für die gelungenste Karikatur zur Agrarpolitik. Bundesverbraucherministerin Renate Künast überreichte den Siegern den Preis. Insgesamt beteiligten sich 29 namhafte Karikaturisten an dem Wettbewerb. Künast: ‚Mit diesem neuen Preis wird endlich eine Zunft gewürdigt, die zur agrarpolitischen Meinungsbildung beiträgt. Die Preisträger haben humorvoll den Kern der agrarpolitischen Themen mit wenigen Strichen auf den Punkt gebracht.‘

Die Karikaturen aus dem Wettbewerb sind in dem 86-seitigen Buch ‚Goldener Dreschflegel – MeinungsBilder zur Agrarpolitik‘ zusammengefasst. Ein Euro aus dem Verkauf des Buches kommt den vom Hochwasser geschädigten Biobauern zugute. Das Buch erscheint im Verlag baerens und fuss und kann ab Mitte September für 10 Euro über den Buchhandel (ISBN 3-935046-04-9) bezogen werden. Vorabbestellungen werden direkt beim Aktionsbündnis Ökolandbau unter der Telefonnummer 05542-72800 entgegen genommen.

Information: Aktionsbündnis Ökolandbau, Gerlinde Wiese, Tel.: 05542-72800, Fax: 05542-999068, %url2%E-Mail%/%.




   (c)1997-2017 @grar.de