25. Juli 2002

Streit um die Agrarhilfen vor dem Beitritt neuer EU-Mitglieder

Themen: Archiv — info @ 16:07

Berlin (agrar.de) – Die Frage der Direktzahlungen an die Bauern der künftigen Mitglieder der Europäischen Union ist ‚eine schwierige Frage der Kompromisse‘. Das Berichtet der Pressedienst des Bundestages.

In einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union sagte Bundesaußenminister Joschka Fischer am Dienstagnachmittag, dass dieses Thema auf dem Europäischen Rat von Sevilla am 21. und 22. Juni Thema gewesen sei. Jedoch bestätigte er, dass die EU-Osterweiterung dadurch nicht gebremst würde. ‚Wir sind und bleiben im Zeitplan‘, sagte er. Es werde im nächsten Herbst entschieden, mit welchen Ländern die Beitrittsverhandlungen bis Ende des Jahres abgeschlossen werden können.

Heftige Kritik an der Europa-Politik der Regierung übte Peter Hintze von der CDU/CSU-Fraktion. Das deutsch-französische Verhältnis sei ‚arg beschädigt‘ worden. Die Regierung würde eine Erläuterung des Europäischen Rat von Sevilla verweigern, weil ihre Ergebnisse dort ‚dürftig‘ seien. Deutschland sei dort mit den eigenen Ideen ‚gegen die Wand gefahren‘.

Dass der Bundeskanzler die EU-Agrarsubventionen mit Taschengeld verglichen habe, sei eine ‚arge Belastung im Ton‘. Es sei ’sehr fatal‘, die Beitrittsländer mit ‚Taschengeldempfängern‘ gleichzustellen. Gut wäre hingegen, ‚ein Gefühl des Miteinanders‘ zu stärken.

Fischer bestätigte, dass es Interessenunterschiede zwischen Deutschland und Frankreich beim Thema ‚Zukunft der Agrarpolitik‘ gebe. Deren aktuelle Struktur sei falsch, sagte er, weil sie einen zu großen Teil des europäischen Budgets beanspruche. Die deutsche Position sei für Frankreich inakzeptabel, was die deutsch-französischen Beziehungen in der Tat belastet.

Deswegen hält es Fischer für notwendig, ‚einen Weg des Kompromisses‘ mit einem langsamen Heranwachsen der Mitglieder zu gehen. Es gehe um einen Konflikt unter den Altmitgliedstaaten, der nicht gegen die neuen Mitglieder gerichtet sei. ‚Wenn wir uns nicht jetzt hart positionieren, dann ist die Situation nicht da für einen Kompromiss‘, sagte er.

Die Kritik von Peter Hintze führte er auf innenpolitische Gründe zurück. Die europäische Realität sei ’nicht so einfach‘. Fischer sagte, er könne sich vorstellen, dass ohne einen Kompromiss über die EU-Agrarpolitik ein Sondergipfel nötig sein werde. Über die Notwendigkeit eines solchen Gipfels solle allerdings der dänische EU-Präsident entscheiden.

Links zum Thema Agrarpolitik, Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

DBV: Fischlers Plan geht zu Lasten der deutschen Bauern

Themen: Archiv — info @ 16:07

DBV warnt vor Wettbewerbsverschiebungen, Neid und Kappungsgrenzen

Berlin (agrar.de) – Agrarkommissar Franz Fischler hat am Dienstag in Berlin für seine Reformvorschläge geworben. Nach seinem Gespräch mit dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, hat dieser in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung seine Kritik an den Vorschlägen konkretisiert. Sonnleitner sagte, für die deutschen Bauern sei das Vorgehen von Fischler kein Indiz für eine verlässliche Agrarpolitik. Der EU-Agrarkommissar wolle mit seinen Vorschlägen den bis zum Jahr 2006 verabredeten Weg verlassen. Der Bauernverband unterstütze Fischlers Ziele, nicht aber seine Vorschläge. Sie führten weder zu einem Abbau der Bürokratie noch zu einer Stärkung des Umweltschutzes.

Auch wenn das Finanzvolumen des EU-Agrarhaushaltes ungefähr gleich bleibe, werde den Bauern, die für den Markt produzierten, Geld genommen. So wolle Fischler die Ausgleichszahlung über die sogenannte Modulation kräftig kürzen, damit einen neuen europäischen Fonds speisen, die Hilfen für die Großbetriebe kappen und zehn Prozent der Ackerflächen stilllegen, ohne dass dort nachwachsende Rohstoffe angebaut werden dürfen. Weil gleichzeitig die Amerikaner ihre Bauern wieder stärker unterstützen befürchtet Sonnleitner, dass die EU-Bauern im globalen Wettbewerb zurückfallen und Marktanteile verlieren.

Sonnleitner wandte sich gegen den Vorwurf, die deutschen Bauern wollten weiter zu einem großen Teil für die staatlichen Läger produzieren. Längst gebe es keine strukturellen Überschüsse mehr. Auch den deutschen Bauern sei bewusst, dass sie nur produzieren könnten, wofür ein Markt vorhanden sei. Mit seinen Vorschlägen schaffe Fischler jedoch Verzerrungen im Markt. Sonnleitner: ‚Nehmen Sie einen Bauern, der bisher Getreide angebaut und Bullen gemästet hat. Bei einer völligen Entkoppelung der staatlichen Hilfen von der Produktion würde er rein aus historischen Gründen seine Ausgleichszahlungen auf unbestimmte Zeit weiter bekommen, ohne auch nur einen Bullen halten zu müssen. Mit dem Geld von meinetwegen 50.000 Euro könnte er gegen andere Landwirte konkurrieren, die Schweine mästen.‘ Solche Hilfen seien der Gesellschaft nicht zu vermitteln und würden schnell eine Neiddiskussion auslösen.

Ziel von Veränderungen müsse sein, die Marktkräfte zu stärken. Daran wolle der Berufsstand aktiv mitarbeiten: ‚Aber als Vertreter der deutschen und der europäischen Bauern wehre ich mich dagegen, dass wir während der Laufzeit der Reformvereinbarung von 1999 Einbußen erleiden, so als hätten wir nicht bereits eine Menge für den Tier-, Natur- und Umweltschutz getan. … Obwohl wir in Deutschland die höchsten Standards beim Verbraucher-schutz und Naturschutz haben, sollen auch bei uns die Hilfen gekürzt werden. Das Geld will Fischler neu verteilen. Basis sollen bisher nicht eindeutig definierte Kriterien sein. Aus Erfahrung wissen wir, dass das zu Lasten der deutschen Bauern geht.‘

Auf die Obergrenzen für Ausgleichszahlungen angesprochen forderte der DBV-Präsident für alle Betriebe sichere politische Rahmenbedingungen. Zumindest müsse auch die Zahl der Beschäftigten berücksichtigt werden, sonst führe das Ganze zu Brüchen in der Landwirtschaft der neuen Länder. Für eine Stärkung des Verbraucherschutzes und Naturschutzes sei es nicht notwendig, die Agrarpolitik zu ändern. Dafür müssten die Gesetze in Europa harmonisiert werden: ‚Nehmen Sie die Positivliste für Futtermittel. In Europa könnte man die deutsche Vereinbarung übernehmen. Dafür brauche ich keine Umschichtung von Haushaltsmitteln.‘

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, E-Mail.

Links zum Thema %url3%EU und Landwirtschaft%/%, Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

Offener Brief: Die Futtermittelwirtschaft wehrt sich

Themen: Archiv — info @ 16:07

Offener Brief der deutschen Futtermittelwirtschaft an Frau Renate Künast, Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft:

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Künast,

in Ihrem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 20.7.2002, das auch in der ‚Tagesschau‘ am selben Tag zitiert wurde, haben Sie, bezogen auf Ihren Amtsantritt, u. a. gesagt:

‚So gut wie nichts war in der Futtermittelbranche geregelt. Die Unternehmen konnten doch weitgehend tun und lassen, was sie wollten. Dabei haben sie sich dann noch eine goldene Nase verdient, und keiner hat etwas dagegen unternommen‘.

Diese und andere Ihrer Äußerungen in jüngster Zeit über die Unternehmen der Futtermittelbranche sind wahrheitswidrig und rufschädigend. Richtig hingegen ist:

– In Deutschland existieren mit dem Futtermittelgesetz vom 2. Juli 1975 und der Futtermittelverordnung vom 16. Juni 1976 umfassende Regelungen für die Erzeugung und das Inverkehrbringen von Futtermitteln.

– Die gesetzlichen Vorschriften werden laufend den aktuellen Bedürfnissen angepasst.

– Das Futtermittelgesetz enthält teilweise strengere Regelungen als das deutsche Lebensmittelgesetz.

– Mischfutter darf nur in staatlich anerkannten bzw. registrierten Betrieben, die über entsprechende Technik und Sachkenntnis verfügen, hergestellt werden und unterliegen einer ständigen staatlichen Kontrolle.

– Der Gesetzgeber hat detaillierte Vorschriften für die Kennzeichnung von Futtermitteln, die Rückverfolgbarkeit, die Bildung von Rückstellmustern, die Probenahme und die Futtermittelanalytik erlassen.

– Die Einhaltung der futtermittelrechtlichen Vorschriften wird von den Bundesländern in Abstimmung mit Ihrem Ministerium überwacht.

– Die deutschen Mischfutterhersteller führen zudem im Rahmen ihrer betrieblichen Sorgfaltspflicht zahlreiche Eigenuntersuchungen durch.

– Die Unternehmen haben sich freiwillig zur Anwendung der im Rahmen einer Eigeninitiative der deutschen Wirtschaft erarbeiteten Positivliste für Einzelfuttermittel verpflichtet.

Die Skandale der letzten Zeit, die sich auf den Futter- und Lebensmittelsektor ausgewirkt haben, sind eindeutig auf mangelnde Regelungen und Kontrollen im Bereich der Abfallwirtschaft sowie auf ein Versagen der staatlichen Kontrollen zurückzuführen. So wurden z.B. beim aktuellen Hormonskandal pharmazeutische Abfälle im europäischen Ausland falsch deklariert und illegal durch Beimengung in Glukosesirup entsorgt.

Wir fragen Sie, Frau Künast, warum Sie nicht bei den Ursachen dieser Krisen ansetzen und wirksame Gegenmaßnahmen einleiten, um derartige Krisen zu vermeiden. Wann werden Sie endlich

– für Transparenz in der Entsorgungswirtschaft sorgen und dort eine europaweite Registrierung einführen,

– durch Regelungen sicherstellen, dass Entsorgungsvorgänge lückenlos und vollständig bis zum Ende überwacht werden,

– gesetzlich festlegen, dass Entsorgungsunternehmen nicht gleichzeitig Lebensmittel und/oder Futtermittel herstellen bzw. damit handeln dürfen,

– eine Registrierung der Hersteller bestimmter Einzelfuttermittel einführen, damit gleiche Sicherheitsvorkehrungen wie bei Mischfutter vorliegen,

– die staatliche Futtermittelkontrolle verstärkt risikoorientiert ausrichten,

– sich für eine EU-einheitliche Futtermittelkontrolle einsetzen,

– sich für eine europaweite Gleichbehandlung beim Verfütterungsverbot von tierischen Proteinen und tierischen Fetten einsetzen,

– die längst überfällige Vernetzung zwischen Lebensmittel- und Futtermittelkontrolle auf den Weg bringen?

Nach mehr als 18 Monaten Amtszeit erwarten wir von Ihnen, dass Sie sich mit Nachdruck der wirklichen Probleme annehmen anstatt mit pauschalen Schuldzuweisungen und Diffamierungen von eigenen Versäumnissen abzulenken und auf Kosten unserer Branche Wahlkampf zu führen.

Ihre jüngsten Äußerungen, in denen Sie sich nicht scheuen, Begriffe wie ‚Wirtschaftskriminalität‘ und ‚mafiöse Strukturen‘ im Zusammenhang mit der Futtermittelbranche zu verwenden, sind ein Schlag ins Gesicht jedes deutschen Futtermittelunternehmers, der seit Jahren enorme Anstrengungen im Bereich der Qualitätssicherung unternimmt. Sie beleidigen mit Ihren pauschalen Angriffen gegen eine ganze Branche die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseren mittelständischen Unternehmen und gefährden durch die Verunsicherung unserer Kunden letztlich zahlreiche Arbeitsplätze.

Wir fordern Sie auf, Ihre Falschaussagen richtig zu stellen und sich öffentlich zu entschuldigen.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Niemann Präsident – Deutscher Verband Tiernahrung (DVT)

Manfred Nüssel Präsident – Deutscher Raiffeisenverband (DRV)

Dr. Christoph Threde Vorsitzender – Arbeitsgemeinschaft für Wirkstoffe in der Tierernährung (AWT)

Bruno Fehse Vize-Präsident – Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA)

Stefan Cremer Vorsitzender – Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V. (VdG)

Links zum Thema Tierernährung, Links zum Thema Verbände.

Niedersachsen: Getreideernte droht zum Debakel zu werden

Themen: Archiv — info @ 15:07

Hannover (agrar.de) – Die Getreideernte im Gebiet der Landwirtschaftskammer Hannover droht zu einem Debakel zu werden. Bei allen Getreidearten und in allen Regionen erwarten die Experten der Landwirtschaftskammer Ertragsausfälle und Qualitätseinbußen, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Wintergerstenernte, die erst zur Hälfte abgeschlossen ist, ruht derzeit flächendeckend. Raps, der inzwischen ebenfalls reif ist, kann wegen der nassen Flächen nicht geerntet werden. Bei Weizen, Roggen und Raps bedroht zudem ‚Auswuchs‘ die Qualität und damit die Vermarktungsaussichten.

Allein auf den mit Winterweizen bestellten Flächen in Südhannover gehen die Fachleute inzwischen von einem wirtschaftlichen Schaden allein durch Ertragsausfälle für die betroffenen Landwirte von mindestens 2,5 Mio. Euro aus. In Südhannover (südl. Hannover, Hildesheimer Börde, bis Göttingen) werden auf rund 220.000 Hektar Winterweizen angebaut. 80 Prozent dieser Flächen wurden von den Unwettern und Regengüssen der vergangenen Wochen regelrecht plattgewalzt. Es steht jetzt schon fest, dass die Landwirte auf diesen Flächen mindestens 1 Tonne je Hektar weniger ernten werden als in normalen Jahren. Hält die Regenperiode an wird sich das geerntete Getreide darüber hinaus nicht mehr als Brotweizen vermarkten lassen. Die Körner in den am Boden liegenden Ähren beginnen erneut zu keimen (Auswuchs). Die Qualitätseinbußen sind dadurch so groß, dass der Weizen nur noch als Tierfutter zu einem weit niedrigeren Preis verkauft werden kann.

Ähnlich ernst sieht die Lage bei der zweiten Brotgetreidesorte, dem Roggen, und bei der Ölfrucht Raps aus. Hier sind es weniger die stark lagernden Bestände, die zu Ertragseinbußen führen, sondern vielmehr die ständigen Niederschläge, die Qualitätseinbußen zur Folge haben. Bei Roggen führt Auswuchs zum Verlust der Backfähigkeit. Selbst bei der Ölfrucht Raps ist inzwischen Auswuchs zu beobachten, was sehr ungewöhnlich ist. Die ölhaltigen Körner beginnen bereits in der Schote zu keimen. Bei der hohen Feuchtigkeit quellen die Schoten außerdem auf und platzen, was ebenfalls zum Verlust der Körner führt.

Die zu Ende gehende Frühkartoffelernte und die allmählich beginnende Ernte der Herbstkartoffeln wird durch das zwischen den Kartoffeldämmen stehende Wasser stark behindert. Außerdem begünstigt das feuchte Wetter die Pilzkrankheit Kraut- und Knollenfäule. Der Pilzbefall im Kartoffelkraut kann bei ausbleibender Bekämpfung auf die Kartoffelknollen übergehen. Dadurch kann es zu verminderter Lagerfähigkeit bis hin zum Totalausfall kommen. Ein Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule ist wegen der nicht befahrbaren Äcker zurzeit sehr schwierig.

Die einzige Feldfrucht, bei der die Experten weniger Probleme durch das extreme Regenwetter der vergangenen Woche sehen, sind die Zuckerrüben. Schäden sind bisher durch gebietsweise auftretenden Hagel bzw. auf vollständig überfluteten Flächen aufgetreten.

Der Deutsche Wetterdienst hat allein am 17. und 18. Juli, den zwei Tagen mit dem meisten Regen, an der Messstation Celle Flughafen 134 mm Niederschlag pro Quadratmeter gemessen, Platz zwei nahm Soltau mit 116 mm/qm ein. In der Woche vom 15. bis 21. Juli fielen in Celle insgesamt 148 mm Niederschlag pro Quadratmeter, in Braunschweig waren es mit 141 mm/qm kaum weniger, damit wurde das langjährige Mittel des Monats Juli mit 70 bis 75 mm/qm verdoppelt. In Soltau summieren sich die Jahresniederschläge im Durchschnitt der Jahre bis Mitte Juli auf 300 bis 320 mm/qm auf, in diesem Jahr erreichte dieser Wert mit 656,6 mm/qm bis zum 21. Juli ebenfalls das Doppelte.

Landvolk fordert Hilfen für unwettergeschädigte Landwirte

Aufgrund der zum Teil katastrophalen Witterung während der diesjährigen Getreideernte hat der Landvolkverband ein Hilfsprogramm für die geschädigten Landwirte gefordert. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium unterstützt die Vorschläge, die aber größtenteils bei der Europäischen Kommission in Brüssel genehmigt werden müssen. Dazu zählt beispielsweise die Nutzung von Stilllegungsflächen als Futterplätze für hochwasserverdrängte Rinder. In einigen Regionen mussten die Tiere bereits aufgestallt und die Winterfuttervorräte angebrochen werden. Des weiteren fordert der Landvolkverband die Erhöhnung der Getreidefeuchte um ein Prozent auf 15 Prozent für Interventionsware. Erleichterungen erwarten die Landwirte auch beim nachwachsenden Rohstoff Raps. Hier dürfte es in einigen Regionen Totalausfälle geben, sodass die Landwirte ihre Verträge mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (%url4%BLE%/%) nicht erfüllen können. Schließlich fordert der Landvolkverband als weitere Hilfsmaßnahme die Stundung von Steuerzahlungen. Sollte sich die dramatische Lage noch weiter verschlimmern und die Ernteausfälle zu einer existenzbedrohenden Lage der Landwirte führen, müsse ein finanzielles Hilfsprogramm des Landes und des Bundes in Erwägung gezogen werden.

Links zum Thema %url5%Wetter%/%, Links zum Bundesland %url6%Niedersachsen%/%.

Landvolk rät Landwirten: Nicht leichtfertig Garantien unterschreiben

Themen: Archiv — info @ 14:07

Hannover (agrar.de) – Als Konsequenz aus dem Nitrofen-Skandal wird der Getreidehandel künftig von jeder angelieferten Fuhre eine Rückstellprobe nehmen und ein Jahr lang aufbewahren. Außerdem müssen die Bauern zumindest bei Brotweizen eine Sortennachweiskarte unterschreiben, mit der sie die Sortenreinheit der Partie gewährleisten.

Der niedersächsische Landvolkverband rät, sorgfältig auf die Formulierungen der Sortennachweiskarte zu achten und keine Garantien zu unterschreiben, die auch bei sorgfältigster Produktionsweise nicht gegeben werden können, beispielsweise bezüglich der völligen Freiheit von Schadstoffen.

Wie jetzt bekannt wurde, hat der Handel neue Lieferbedingungen an die Landwirte verschickt, die in der verschärften Form nicht akzeptiert werden können. Nachdrücklich appelliert der Landvolkverband an die Landwirte, das Getreide nur zu den Bedingungen anzuliefern, die gemeinsam vom Handel und vom Landvolkverband erarbeitet und in den Sortennachweiskarten formuliert wurden. Wer bereits die neuen Bedingungen akzeptiert habe, sollte diese Bestätigung umgehend widerrufen.

Links zum Thema Landhandel und Genossenschaften, Links zum Thema Recht.

Weniger Gemüseverzehr durch Teuro-Diskussion

Themen: Archiv — info @ 14:07

Verbrauch ging um fast zwei Kilogramm zurück – Hoher Importbedarf

Hannover (agrar.de) – Ob roh als Salat, eingemacht als Beilage oder gebacken als Hauptmahlzeit – Gemüse hat auf den deutschen Speisezetteln in den letzten Jahren erheblich an Stellenwert gewonnen. Im vergangenen Jahr ist der Verbrauch allerdings wieder leicht gesunken, teilt der niedersächsische Landvolk-Pressedienst mit. So hat das Statistische Bundesamt für das Wirtschaftsjahr 98/99 (März/April) einen Gemüseverbrauch von 88,8 Kilogramm je Bundesbürger errechnet. Im Jahr 99/00 waren es bereits 91,6 kg und im Jahr darauf führte sich jeder Deutsche mit 92,4 kg soviel Gemüse wie noch nie zuvor zu Gemüte. Im gerade abgelaufenen Wirtschaftsjahr 01/02 ist der Pro-Kopf-Verbrauch nach vorläufigen Berechnungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums um 1,9 kg auf 90,5 kg gesunken.

Der Gesamtverbrauch verringerte sich um 1,9 Prozent auf 7,46 Millionen Tonnen (t). Marktbeobachter führen dies auf eine geringere inländische Gemüseernte um 3,9 Prozent auf 3,42 Millionen Tonnen (t) und auf einen um 1,1 Prozent niedrigeren Einfuhrüberschuss zurück. Außerdem hielten sich die Konsumenten zum Jahresende beim Gemüseeinkauf etwas zurück, da Wintereinbrüche in Südeuropa das importierte Frischgemüse verteuert hatten. Denn ein erheblicher Anteil des hierzulande verzehrten Gemüses wird aus anderen Ländern eingeführt, der Selbstversorgungsgrad sank im vergangenen Wirtschaftsjahr um 0,7 Prozentpunkte auf 41,9 Prozent. Dabei haben die deutschen Erzeuger die Gemüseanbaufläche seit Anfang der neunziger Jahren kontinuierlich erweitert. Allein zwischen 1992 und 2000 legte die bundesweite Anbaufläche um 14.800 Hektar (ha) oder mehr als 18 Prozent auf 95.200 ha zu. Die wichtigsten Gemüsearten waren dabei Spargel, Möhren und Karotten, Speisezwiebeln, Weißkohl, Blumenkohl, Frischerbsen und Eissalat.

In der Verbrauchergunst rangierte im vergangenen Jahr wiederum die Tomate ganz vorn. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 17,5 kg war sie das mit Abstand beliebteste Gemüse vor Speisezwiebeln mit 6,3 kg sowie Möhren, Karotten und Rote Bette mit zusammen ebenfalls 6,3 kg je Bundesbürger. Auch Gurken sowie Weiß- und Rotkohl gehörten mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 5,8 kg beziehungsweise 5,4 kg zu den beliebten Gemüsesorten. Dagegen mussten Blumen-, Grün- und Rosenkohl mit zusammen 2,3 kg sowie Wirsing- und Chinakohl sowie Kohlrabi mit 2,1 kg hinter Erbsen und Bohnen mit 3,6 kg mit einem hinteren Platz vorlieb nehmen. Außer dem verbrauchte jeder Bundesbürger statistisch gesehen 1,9 kg Kopfsalat, 1,6 kg Sellerie und Porree sowie 1,4 kg Spargel, weitere 23 kg entfielen auf ’sonstiges‘ Gemüse.

Links zum Thema %url4%Gemüse%/%.

Kulturlandschaft der Mittelgebirge müssen in Kooperation mit Landwirtschaft und Naturschutz erhalten werden

Themen: Archiv — info @ 14:07

Bonn (agrar.de) – ‚Die Erhaltung der Kulturlandschaften der Mittelgebirge nutzt der Erholung des Menschen ebenso wie der biologischen Vielfalt. Aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Sicht ist deshalb die Sicherung und Weiterentwicklung einer naturverträglichen Landbewirtschaftung die gesellschaftlich günstigste Option für die Zukunft der Mittelgebirgslandschaften.‘ Dies ist die zentrale Botschaft der kürzlich veröffentlichten Ergebnisse eines zweijährigen Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).

Durchgeführt wurde das Vorhaben in der Fränkischen Alb durch den Landschaftspflegeverband Mittelfranken in Kooperation mit Prof. Gerd Aufmkolk ‚Werkgemeinschaft Freiraum‚, Nürnberg. ‚Ohne Gegenmaßnahmen werden Weltmarktkonkurrenz und zunehmende Liberalisierung der Agrarmärkte zu einem Rückzug der Landwirtschaft aus den Mittelgebirgslagen führen‘, erklärt Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Bundesamtes für Naturschutz. ‚Der Charakter der Landschaften würde sich völlig ändern. Nach und nach würde eine fast flächendeckende Wiederbewaldung einsetzen. Der Erholungswert würde dramatisch sinken, die biologische Vielfalt zurückgehen und viele Arbeitsplätze verloren gehen. Dies wird in der Studie in Zahlen, Karten und Landschaftsbildsimulationen eindrucksvoll belegt‘, so Vogtmann.

Neben der Erarbeitung, Analyse und Bewertung verschiedener Entwicklungsszenarien, war es Ziel der Studie, Interessen, Ziele und Bereitschaft der Bevölkerung zu einer nachhaltigen Entwicklung der Kulturlandschaften der Mittelgebirge zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurden in der Region mit hohem Engagement Arbeitskreise zu verschiedenen Zukunftsthemen durchgeführt, z.B. Chancen der Tourismusentwicklung, Landschaftspflege als zusätzlicher Betriebszweig, Ökolandbau, Regionalvermarktung. ‚Die Ergebnisse des Vorhabens haben den Arbeitsansatz und die Leitziele der Landschaftspflegeverbände bestätigt.‘

Links zum Thema %url4%Landschaft und Natur%/%.

BWV: Futtermittelwirtschaft: Es ist genug!

Themen: Futtermittel,Hormone,Verbände — info @ 14:07

Koblenz (agrar.de) – Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Leo Blum, ist wütend über den Hormonskandal, der wiederum über die Futtermittelindustrie die Landwirtschaft erreicht. ‚Die landwirtschaftlichen Betriebe wollen ihrer Arbeit nachgehen und werden ihrer Verantwortung gegenüber der Nahrungsmittelproduktion und somit auch dem Verbraucherschutz gerecht. Die bäuerlichen Familienbetriebe haben die Nase voll! Es muss endlich Schluss sein mit Skandalen, die auf die Landwirtschaft zukommen und letztlich die bäuerlichen Familien als Leidtragende ungerechtfertigter Weise treffen‘, erklärte Präsident Blum.

Die Futtermittelwirtschaft muss endlich beginnen ihren mittlerweile maroden Ruf mit Taten und Verantwortungsbewusstsein zu verbessern. Das kontinuierliche Auftreten von Skandalen sei in keiner Weise vertrauensbildend. Bei dem neuerlichen Hormonskandal müssten nun 300 landwirtschaftliche Unternehmen in Rheinland-Pfalz ihr Futter testen lassen und die Vermarktung von Fleisch zumindest zeitweise einschränken. Gerade aufgrund der letzten Krisen hätten die Landwirte verstärkt öffentlichkeitswirksam auf ihren verantwortungsvollen Umgang in der Nahrungsmittelproduktion hingewiesen. Über ‚Tage der offen Höfe‘ oder Veranstaltungen, bei denen sich landwirtschaftliche Betriebe präsentierten, werde immer wieder hierauf aufmerksam gemacht. Kriminelle Machenschaften, mit denen sich die Landwirtschaft immer wieder auseinander zu setzen habe, müssten allerdings endlich abgestellt und hart bestraft werden.

Die Politik müsse endlich dafür sorgen, dass notwendige Kontrollen schon im Produktions- und Verarbeitungsbereich von Futtermitteln durchgeführt würden und nicht erst bei den Landwirten. Für einen solchermaßen vorbeugenden Verbraucherschutz trage die Bundesregierung Verantwortung.

Präsident Blum kritisierte auch die Ungerechtigkeiten, die es im internationalen Handel gebe. Hormone in der Tiermast müssten weltweit geächtet werden. Es müsse auch für die Zukunft sichergestellt werden, dass Fleisch von Tieren, die mit Hormonen oder Antibiotika in Futtermitteln gemästet worden seien, nicht nach Deutschland importiert werden dürften. Hier dürfe es keine Kompromisse geben. Die Verbraucher hätten schon längst kein Verständnis mehr dafür, dass bei den Produktionsauflagen zwischen deutschen und ausländischen Betrieben unterschieden werde.

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Jetzt über 900 Bio-Höfe in Niedersachsen

Themen: Archiv — info @ 14:07

Zahl und Fläche der Betriebe stieg in 2001 um über 20 Prozent – Bundesweit jetzt 14.700 Betriebe

Hannover (agrar.de) – Der Wachstumskurs der niedersächsischen Bio-Betriebe hat sich auch im ersten Halbjahr 2002 fortgesetzt. Nach Schätzungen des dortigen Landvolkverbandes dürfte sich die Zahl der Betriebe auf über 900 erhöht haben.

Nach der jetzt endgültigen Aufstellung gab es am 31.12.2001 in Niedersachsen 881 Bio-Höfe, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent. Damals gab es nach einer Aufstellung des Versuchs- und Beratungsringes öko-logischer Landbau Niedersachsen 732 Bio-Betriebe. Kräftig zugelegt hat auch die Anbau-fläche. Hier waren es Ende des Jahres 43.417 Hektar, gegenüber 26.049 Hektar Ende des Jahres 2000. Von dem weit gesteckten Ziel der Bundesverbraucherministerin, wonach ein Fünftel der Anbaufläche nach Bio-Kriterien bewirtschaftet werden sollte, ist Niedersachsen aber noch weit entfernt. Ende vergangenen Jahres waren es 1,63 Prozent der Anbaufläche und Ende 2000 sogar nur weniger als ein Prozent.

Bundesweit war der Zuwachs ebenfalls sehr beachtlich. Die Zahl der Öko-Bauern stieg in 2001 um 1.963 auf insgesamt 14.703. Dies entspricht einem Zuwachs von 15,4 Prozent. Ähnlich hoch war die Ausweitung der Anbaufläche um 86.142 Hektar auf insgesamt 632.165 Hektar, ein Plus von 15,8 Prozent. Der Anteil an der Gesamtzahl der Betriebe lag Ende vergangenen Jahres bei 3,3 Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 2,8 Prozent. Mit einer durchschnittlichen Anbaufläche von 50 Hektar verfügen die Bio-Betriebe im Schnitt über eine etwas üppigere Flächenausstattung als ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen, die rein statistisch zur Zeit nur auf einer Fläche von 42 Hektar je Betrieb ackern.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Bayern weiterhin mit sauberem Wasser versorgt

Themen: Archiv — info @ 13:07

Grundwasserschonende Bewirtschaftungsweisen der Landwirte zeigen Erfolg: Nitratkonzentrationen rückläufig

München (agrar.de) – Die Nitratbelastung des bayerischen Trinkwassers ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Dies geht aus dem Nitratbericht Bayern hervor. 1992 war bei 3,9 Prozent des gewonnen Wassers der Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter überschritten. Die rückläufige Belastung lag 1999 bei 2,7 Prozent.

Der Bayerische Bauernverband (BBV) wertet die Aussage des Bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft auch als Ergebnis der laufenden Anstrengungen der Bauern, die sich ihrer besonderen Verantwortung für unbedenkliches Wasser bewusst sind. ‚Die erfreulichen Ergebnisse des Nitratberichts zeigen, dass die umfangreichen Bemühungen der Bauern, umweltschonend zu wirtschaften, Früchte zeigen‘, stellt der Stellvertretende Generalsekretär des BBV, Georg Wimmer, fest.

Durch die Düngung gleichen die Bauern den Nährstoffentzug der Pflanzen im Boden aus. Regelmäßige Bodenuntersuchungen helfen, die Nährstoffe bedarfsgerecht zu verabreichen. Die Landwirte erstellen zudem jährlich eine Nährstoffbilanz, um die Düngung eng an die Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Kulturen anzupassen. Dies entlastet die Umwelt spürbar. Langfristig ist zu erkennen, dass der Mineraldüngereinsatz deutlich gesunken ist. Zwischenzeitlich befindet er sich auf dem selben Stand wie Mitte der siebziger Jahre. Ebenfalls abgenommen hat der Viehbestand und damit auch der anfallende organische Dünger, also Gülle oder Mist.

Immer mehr Landwirte leisten einen freiwilligen, über die gute fachliche Praxis hinausgehenden Beitrag zum Grundwasserschutz. So finden verschiedene Förderprogramme zur extensiven Landbewirtschaftung großen Zuspruch. Über 85.000 Betriebe in Bayern wirtschaften nach den Richtlinien des bayerischen Kulturlandschaftprogramms. Auf etwa 50.000 Hektar gingen Landwirte freiwillige Vereinbarungen im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms ein.

Solche Programme bieten den Bauern die Gelegenheit, sich nach dem Bausteinprinzip für den Umweltschutz zu engagieren. Zum Beispiel verpflichten sich Landwirte, den Einsatz von Mineraldünger oder Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Diese besonderen Umweltleistungen honoriert der Staat.

Nach dem Motto der Eigenverantwortung gehen auch Wasserversorger dazu über, die Qualität ihres Wassers durch eine freiwillige Zusammenarbeit mit den Landwirten zu sichern und zu verbessern. Die Bauern erklären sich im Rahmen von Kooperationen bereit, besonders Gewässer schonende Bewirtschaftungsweisen in ihrem Betrieb umzusetzen. Die Landwirtschaft wendet also ein ganzes Bündel von Maßnahmen an, um noch besseres Wasser zu gewährleisten. Die Folge ist, dass über 97 Prozent des in Bayern gewonnenen Wassers weit unter dem Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter liegen.

Links zum Thema Wasser, Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

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