27. Juli 2002

HBV: Kofinanzierung der Programme für den ländlichen Raum sichern

Themen: Archiv — info @ 10:07

Friedrichsdorf (agrar.de) – Wie die anderen hessischen Ministerien, so muss auch das Landwirtschaftsressort dazu beitragen, insgesamt etwa 150 Mio. Euro im laufenden Landeshaushalt einzusparen. Wegen der massiven Steuerausfälle von rund 500 Mio. Euro hatte der Hessische Finanzminister Karlheinz Weimar Ende Mai eine Haushaltssperre verhängt, die mittlerweile in eine Bewirtschaftungsregelung umgewandelt wurde. Hierdurch erhielten die Ressorts nach laut Landwirtschaftsministerium eine gewisse Dispositionsfreiheit, bestimmte Bereiche von Einsparungen auszunehmen. Das Landwirtschaftsministerium muss rund 26,2 Mio. Euro einsparen. Derzeit werde geprüft, wie der Einsparbetrag erbracht werden könne, ohne die Landwirtschaft über Gebühr zu belasten. Ziel bleibe, die Betriebe wettbewerbsfähig zu halten, damit sie sich erfolgreich am Markt behaupten können.

Landesmittel ziehen Bundes- und EU-Mittel nach sich

Der Hessische Bauernverband (HBV) verfolgt die gegenwärtige Diskussion um die Einsparungen mit großer Sorge. HBV-Präsident Heinz Christian Bär hat in einem Brief an den Ministerpräsidenten Roland Koch auf die Bedeutung der Landesmittel bei der Kofinanzierung der Förderprogramme ‚Ländlicher Raum‘ aufmerksam gemacht. Durch die Bereitstellung der Landesmittel könne je nach Förderprogramm der drei- bis vierfache Betrag an Bundes- und EU-Mitteln abgerufen werden.

Die Einbeziehung der bisher noch nicht gebundenen Landeskomplementärmittel bei gemeinschaftlich finanzierten Programmen in die Haushaltsbewirtschaftungsregelung würde die hessische Landwirtschaft daher hart treffen. Dies um so mehr, als bei vielen der relevanten Programme Bewilligungen auf jährlicher Basis erteilen würden und diese sowie die Auszahlung der Mittel erst im Herbst erfolge und daher bis jetzt nur ein sehr geringer Teil der Mittel rechtlich gebunden sei. Präsident Bär bittet den Ministerpräsidenten in seinem Brief, die Auszahlung aller über die Verordnung ‚Ländlicher Raum‘ geregelten Programme möglich zu machen.

Von entscheidender Bedeutung für die hessische Landwirtschaft seien dabei unter anderem das Agrarinvestitionsförderungsprogramm und die Ausgleichszulage. Durch das Agrarinvestitionsförderungsprogramm würden landwirtschaftliche Unternehmer in die Lage versetzt, zukunftsträchtige Investitionen tätigen zu können. Diese Investitionen seien in Anbetracht der zu erwartenden Veränderungen in Richtung Verbraucherausrichtung, Tier- und Umweltschutz zwingend erforderlich, so Bär in seinem Schreiben. Für die Entwicklung einer wettbewerbs- und leistungsfähigen Landwirtschaft in Hessen sei die Investitionsförderung unverzichtbar.

Weiterhin werde durch die Ausgleichszulage (AGZ) eine nachhaltige flächendeckende Bewirtschaftung sichergestellt. Mehr als 50 Prozent der hessischen Landwirtschaftsfläche seien als benachteiligte Regionen klassifiziert. Die Gewährung der Ausgleichszulage trage in diesen Teilen Hessens erheblich zur Stabilisierung der Einkommen und zum Erhalt bäuerlicher Existenzen bei. Bär macht abschließend darauf aufmerksam, dass angesichts des am 16. Oktober endenden EU-Haushaltsjahres rasch eine Entscheidung getroffen werden müsse.

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Kosten-Wirksamkeitsanalyse für Gewässerstrukturmaßnahmen

Themen: Archiv,Umwelt,Wasser — info @ 10:07

Neues Informationssystem im Internet

Karlsruhe (agrar.de) – Die deutsche Gewässerlandschaft ist vielfach mangelhaft. Die ökologischen Konsequenzen daraus sind vielerorts eine schlechte Wasserqualität sowie eine Verarmung und Verschiebung des natürlichen Artenspektrums. Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, hat nun für Hessen die bestehenden Gewässerstrukturdefizite und mögliche Renaturierungsmaßnahmen untersucht und Kosten-Wirksamkeitsanalysen erstellt.

Die Untersuchung zeigt ein besonders günstiges Kosten-Wirksamkeitsverhältnis für die beiden so genannten Ansätze der ‚unterstützenden‘ und der ‚eigendynamischen‘ Gewässerentwicklung. Darunter verstehen die Wissenschaftler eine weitgehende Nutzung der Eigendynamik eines Gewässers durch extensive Gewässerunterhaltung sowie gegebenenfalls einfache wasserbauliche Maßnahmen. Die Kosten für solcherlei Maßnahmen liegen zwischen 25 und knapp über 100 Euro pro Meter Flusslänge und verbesserter Strukturgüteeinheit. Relativ teuer sind dagegen Maßnahmen zur Aufweitung des Gewässerbetts und im Ufer- und Sohlenbereich. Sie können mit bis zu 200 Euro pro Meter Flusslänge rund das Doppelte kosten. Sie sind allerdings bei Verkehrs- und Siedlungsflächen teilweise die einzige Möglichkeit für eine naturnahe Veränderung der Gewässer. Ein für den Menschen direkt erfahrbares Ergebnis solcher Renaturierungsmaßnahmen ist eine deutliche Steigerung der Lebensqualität und des Naherholungswertes.

Bei der Analyse der Forscher wurde ferner deutlich, wie wichtig breite Gewässerrandstreifen sind. Sie bilden die Basis einer Naturraum typischen Gewässerdynamik. Zudem verringern sie den Eintrag von Pestiziden, Düngemitteln und Schwermetallen aus der Landwirtschaft und wirken sich positiv auf den Hochwasserabfluss aus.

Die Fraunhofer-Forscher stellten die Projektergebnisse und das ausgearbeitete Informationssystem ISAR (Informationssystem zur Auswahl effizienter Renaturierungsmaßnahmen für Fließgewässer) ins Internet. Hier können sich sowohl Fachleute also auch interessierte Laien detailliert über geeignete Gewässerstrukturmaßnahmen informieren. Das Informationssystem bietet dazu eine interaktive Abfrage, über die sich der Nutzer kostenwirksame Renaturierungsansätze anzeigen lassen kann.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI erweitert das naturwissenschaftlich-technisch orientierte Fachspektrum der Fraunhofer-Gesellschaft um wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aspekte. Dazu analysiert es technische Entwicklungen sowie deren Marktpotenziale und Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinär zusammengesetzten Teams des Instituts konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf die Regionalforschung und Innovationspolitik.

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26. Juli 2002

Höhn: Schweine- und Rindermastbetriebe können ab sofort entsperrt werden

Themen: Archiv — info @ 16:07

Düsseldorf (agrar.de) – In einer Telefonkonferenz wurde zwischen Bund und Ländern einvernehmlich beschlossen, dass die etwa 1.700 gesperrten Betriebe in NRW wieder freigegeben werden können, wenn sie nachweisen, dass sie in den letzten 7 Tagen nur unverdächtiges Futter an die Tiere verfüttert haben. Denn zwischenzeitlich liegen in Nordrhein-Westfalen die Ergebnisse der am Dienstag angeordneten repräsentativen Stichproben auf MPA von Schlachttieren vor. Nach Information des Landwirtschaftsministeriums sind alle 88 untersuchten Schlachtschweine und elf untersuchte Schlachtrinder negativ. Bundesweit liegen bisher über 140 negative Fleischuntersuchungen vor.

Die Futtermittel der betroffenen Landwirte wurden zwischenzeitlich weitgehend von den beiden nordrhein-westfälischen Futtermittelbetrieben und den niederländischen Lieferanten zurückgenommen und ausgetauscht.

Zusätzlich werden in den kommenden Wochen in Nordrhein-Westfalen pro Woche etwa 100 Tierkörper im Rahmen einer repräsentativen Stichprobe auf MPA untersucht. Diese Zahl ist vergleichbar mit dem Verfahren in den Niederlanden. In den Niederlanden, in denen wöchentlich 260.000 bis 280.000 Schweine geschlachtet werden, werden pro Woche 150 Tierkörper untersucht. In Nordrhein-Westfalen werden wöchentlich etwa 200.000 Schweine geschlachtet.

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Neuer Studiengang: Food Chain Management

Themen: Archiv — info @ 15:07

Nürtingen (agrar.de) – Seit einem Semester, bieten die Fachhochschule Albstadt-Sigmaringen und die Fachhochschule Nürtingen einen in Deutschland einzigartigen MBA-Masterstudiengang an: Im ‚Food Chain Management‘ werden Fachleute ausgebildet, die sowohl die landwirtschaftliche Erzeugung als auch die industrielle Weiterverarbeitung von Lebensmitteln im Blick haben. Ein Auslandsaufenthalt ist Pflicht und die ersten Studierenden bereiten nun ihre Abreise vor.

Die gesamte Agrarbranche verlangt nach einer durchgehenden Qualitätssicherung in der Nahrungsmittelkette. Wie dringend dies notwendig ist, zeigen die nicht abreißenden jüngsten Lebensmittelskandale. Der neue Studiengang ‚Food Chain Management‘ schließt die Lücke, die bisher in Deutschland zwischen den landwirtschaftlichen Erzeugern von Lebensmitteln und den weiterverarbeitenden Unternehmen klafft.

Betriebswirtschaftliche und logistische Aspekte stehen beim obligatorischen Auslandssemester im Vordergrund, das an Partnerhochschulen in den Niederlanden (Larenstein), den USA (Phoenix) oder in Frankreich (Marseille oder Angers) abgeleistet werden kann. Nach der Abschlussarbeit – der Masterthesis – im dritten Semester erhalten die Studierenden den Titel ‚Master of Business Administration‘ (MBA). Dorothea Fries und Ingo Gebert sind zwei Studierende, die nun ihr Auslandssemester antreten. Beide sind bisher von dem Konzept des MBA Studienganges überzeugt. Gebert, der ein abgeschlossenes Studium der Oecotrophologie an der Universität Giessen und Berufserfahrung mitbringt, schätzt die kleinen Gruppen an der Nürtinger FH. Dorothea Fries, Absolventin der FH Fulda, kommt vor allem die Stofffülle in den Sinn: ‚Man muss richtig ran‘. Beide sind sich einig, dass das MBA-Programm einiges an Leistung verlangt, wie es sich von einem Managementprogramm auch gehört, Gerechnet hatten damit beide. Entschädigt werden die Studierenden durch die Qualität der Betreuung: ‚Es ist beeindruckend mit welchem Engagement sich die Studiengangleitung um uns kümmert‘. Die beiden Studierenden werden nun am niederländischen Larenstein International Agricultural College ihr Auslandsemester verbringen. Dorothea Fries erhofft sich davon auch Anregungen für das Thema der Abschlussarbeit. ‚Das Schöne an dem Studiengang ist, dass man bei den Themen für die Masters Thesis nicht nur an die Fächer der FH-Nürtingen gebunden ist. Man kann sich auch fachlich von dem Angebot der FH-Albstadt Sigmaringen oder der ausländischen Partnerhochschulen inspirieren lassen.‘

Fachlich liefert der Nürtinger Studiengang Agrarwirtschaft die Studieninhalte der Pflanzenbau- und Tierwissenschaft sowie der Agrarpolitik. Der Sigmaringer Studiengang Ernährungs- und Hygienetechnik steuert unter anderem Kenntnisse aus Lebensmitteltechnologie, Qualitätsmanagement, Mikrobiologie und Hygiene bei.

Der Studiengang richtet sich an Absolventen eines agrar- oder ernährungswissenschaftlichen Studiums. Sie erhalten alle Kenntnisse, die notwendig sind, um in einem internationalen Agrar- und Lebensmittelmarkt erfolgreich zu arbeiten. Dazu gehört exaktes Wissen um die Lebensmittel und ihre Produktion ebenso wie Vermarktungsstrategien und Information der Verbraucher.

Vielversprechende Aussichten bietet der Arbeitsmarkt für die künftigen ‚Food Chain Manager‘: Vom Zulieferer (zum Beispiel von Futtermitteln) über Erzeuger und Agrarhandel bis zu Verarbeitungsbetrieben, von Lebensmittelindustrie und -handel bis zu Großverpflegungseinrichtungen und Catering-Unternehmen, von Qualitäts- und Kontrolleinrichtungen bis zu nationalen und internationalen Lebensmittelverbänden und -behörden reicht das Spektrum. Der internationale Abschluss liegt voll im Trend der Globalisierung.

Die Anmeldefrist für den MBA Food Chain Management läuft noch bis zum 15. August. Weitere Informationen zum Studiengang gibt es im Internet.

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Höfken: Stoibers Agrarprogramm blendet Verbraucherinteressen aus und verbaut Zukunftschancen für die Bauern

Themen: Naturschutz — info @ 15:07

Berlin (agrar.de) – Zur Vorstellung des agrarpolitischen Programms der CDU/CSU anlässlich der Aufnahme von Peter-Harry Carstensen in das Kompetenzteam von Unions-Kanzlerkandidat Stoiber erklären die verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin Ulrike Höfken und die parlamentarische Geschäftsführerin von Bündnis 90 / Die Grünen, Steffi Lemke:

‚Stoiber hat heute deutlich gemacht, was CDU/CSU wollen: Eine Rolle Rückwärts in die verfehlte Agrarpolitik der 80er und 90er Jahre. Die Interessen der Verbraucher kommen überhaupt nicht vor. Die ‚ökologische Vorreiterrolle Deutschlands soll beendet werden‘ (O-Ton Carstensen). Gleichzeitig verbaut die Union Zukunftschancen für die deutsche Landwirtschaft.

Als wichtigste Punkte seiner Agrarpolitik nennt Carstensen

– den Schutz des Eigentums – den Schutz der Wettbewerbsfähigkeit der Agrarproduktion – den Schutz der unternehmerischen Freiheit.

Der Schutz der Verbraucher kommt nicht vor.

Außerdem sollen staatliche Reglementierungen im Lebensmittelbereich abgebaut werden. Wir meinen: Angesichts der jüngsten Lebens- und Futtermittelskandale kann das nicht das Gebot der Stunde sein. Lebensmittelpolitik heißt bei der Union offenbar ausschließlich die Vertretung von Agrarlobby-Interessen.

Europapolitisch sind die Vorstellungen von Stoiber und Carstensen komplett abstrus. Die verfehlten EU-Agrarsubventionen sollen so lange wie möglich fortgeführt werden. CDU/CSU wollen – wie auch der Deutsche Bauernverband – die dringend notwendigen Reformen bis zum Jahr 2006 verschieben. Im völligen Widerspruch dazu soll gleichzeitig die deutsche Nettozahlerposition verbessert werden. Herr Stoiber, können Sie Geld drucken?

Die Modulation, die europaweit zwingend kommen wird, will die Union für Deutschland erst einmal aussetzen. Damit werden wichtige Zukunftsinvestitionen für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume verhindert.

Angesichts der Milliarden, die von der EU zur Beschränkung der Überproduktion verpulvert werden, ist es zynisch, wenn Carstensen behauptet: ‚Wir brauchen Masse in der landwirtschaftlichen Produktion.‘

Alle Punkte, die Stoiber in der Agrarpolitik als Erstes angehen will, bestehen nur aus der Zurücknahme von Maßnahmen der rot-grünen Regierung und sind völlig konzeptionslos:

Obwohl der Agrardiesel bereits mit 300 Mio. Euro Steuermindereinnahmen gefördert wird und er von der nächsten Stufe der Ökosteuer befreit ist, will die Union die nächste Stufe der Ökosteuer aussetzen, weil sie angeblich der Landwirtschaft schade.

Obwohl das neue Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) erstmals ein klares Regelwerk für das Verhältnis Naturschutz – Landwirtschaft geschaffen hat und erstmals den Vertragsnaturschutz verfassungskonform verankert hat, will die Union die Novelle des BNatschG rückgängig machen, weil angeblich die konventionelle Landwirtschaft diskriminiert wird. Damit reißt Stoiber die gerade zugeschütteten Gräben zwischen Naturschutz und Landwirtschaft wieder auf.

Obwohl Nord- und Ostsee wie auch der Atlantik überfischt sind, will die Union die Kapazitäten in der Fischerei aufrechterhalten oder sogar ausweiten. Wir sagen: Nur durch eine Beschränkung der Fischereiquoten können das Ökosystem Meer und die Arbeitsplätze in der deutschen Fischerei nachhaltig gesichert werden.

Die Vorstellungen von Stoiber und Carstensen machen deutlich: Die neue Verbraucher- und Agrarpolitik von Bündnis 90/Die Grünen und der Agrarministerin Renate Künast muss fortgeführt werden, damit Verbraucherinteressen, Verbrauchersicherheit und Verbraucherinformation im Mittelpunkt der Politik bleiben. Und damit die deutsche Landwirtschaft auf einen zukunftsfähigen Weg geführt wird. Wir werden dafür sorgen, dass Peter Harry Carstensen das bleibt, was er ist: Ausschussvorsitzender des Agrarausschusses des Bundestags.

Links zum Thema Politik.

Weniger Betriebe im Rheinland

Themen: Archiv — info @ 15:07

Bonn (agrar.de) – Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Rheinland ist in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel zurückgegangen. Während es im Jahr 1991 noch rund 22.800 Betriebe im Rheinland gab, nahm die Zahl der Betriebe im Jahr 2001 auf etwa 15.900 ab. Rund 7.500 Betriebe liegen im Regierungsbezirk Düsseldorf und etwa 8.400 im Regierungsbezirk Köln.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mit Bezug auf Angaben der Landwirtschaftskammer Rheinland weiter berichtet, bewirtschaften die Betriebe im Rheinland eine Fläche von 516.000 ha. Die durchschnittliche Betriebsgröße hat sich im Zeitverlauf vergrößert und lag im Jahr 2001 bei 32,5 ha (1991: 24,7 ha).

Auch auf Bundesebene nahm die Zahl der Betriebe ab. In Deutschland gab es im Jahr 2001 rund 447.000 landwirtschaftliche Betriebe. Das sind rund 32 Prozent weniger als 1991.

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Positionspapier zur energetischen Nutzung von Getreide

Themen: Archiv — info @ 15:07

Bauernverband: Rechtliche Rahmenbedingungen müssen verbessert werden

Berlin (agrar.de) – Angesicht der Verknappung fossiler Brennstoffe und eines dringend notwendigen Klimaschutzes muss verstärkt über die energetische Nutzung von Getreide nachgedacht werden. Der Deutsche Bauernverband (DBV) engagiert sich seit einiger Zeit dafür, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die thermische Nutzung von Energiegetreide (Stroh und Körner) zu verbessern. Jetzt hat er ein Positionspapier mit dem Titel ‚Wärme aus Energiegetreide‘ vorgestellt. Im Positionspapier wird neben der geltenden rechtlichen Situation insbesondere auch der ethische Aspekt der energetischen Nutzung von Getreide aufgegriffen. Die thermische Nutzung von Energiegetreide könnte eine neue umweltfreundliche Energiequelle darstellen, so der DBV in seinem Positionspapier. Dabei betont er, dass Getreide nicht nur nachhaltig für energetische Zwecke zur Verfügung gestellt werden kann, sondern aufgrund des bei der Erzeugung geschlossenen CO2-Kreislaufs zum Klimaschutz beiträgt.

Die EU hat folgerichtig bereits den Anbau von Energiegetreide auf Stilllegungsflächen für die energetische Verwertung im landwirtschaftlichen Betrieb zugelassen. Insbesondere der anspruchslose Roggen bietet sich zur Energiegewinnung an, da sein Marktpreis derzeit unter dem Brennstoffwert liegt. In Deutschland sind im vergangenen Jahr rund 5,1 Millionen Tonnen Roggen erzeugt, davon aber nur 3 Millionen Tonnen verbraucht worden. Da andere Absatzmärkte im großen Stil nicht zur Verfügung stehen, müsse man die energetische Verwertung von Roggen stärker in den Vordergrund rücken, fordert der Bauernverband in seiner Stellungnahme. Leider fehlten dazu zum Teil noch die notwendigen Rahmenbedingungen.

Aufgrund ethischer Bedenken wird die energetische Nutzung von Getreide vielfach noch kritisch hinterfragt. Vor diesem Hintergrund scheint wesentlich, dass für eine entsprechende Akzeptanz in der Gesellschaft geworben wird. Mit dem Positionspapier zur energetischen Nutzung von Getreide unternimmt der Deutsche Bauernverband den dazu notwendigen Anstoß. Das Positionspapier kann von der Internetseite des DBV heruntergeladen werden.

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Ernteverluste: Ein hart verdientes Brot

Themen: Archiv — info @ 14:07

BBV: Getreide ist bald wertlos

Aichach (agrar.de) – Allenfalls eine Durchschnittsernte, aber keine Rekordernte – lautet die Bilanz, die der Präsident des Deutschen und des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Gerd Sonnleitner, heute im Landkreis Aichach-Friedberg bei der Erntepressefahrt zog.

So werden die bayerischen Getreidebauern in diesem Jahr etwa 6,6 Mio. Tonnen einfahren. Im vergangenen Jahr lag die Erntemenge bei 6,9 Mio. Tonnen. Für Deutschland wird eine Getreidemenge von 46 Mio. Tonnen erwartet. Im Vorjahr waren dies 50 Mio. Tonnen. Nur die Schätzungen für die EU tendieren nach oben: Nach einer Erntemenge von 196 Mio. Tonnen 2001 werden in dieser Saison etwa 213 Mio. Tonnen erwartet.

Die Erntepressefahrt, die der Bayerische Bauernverband gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten veranstaltet, führte auf den Betrieb von Markus Held und auf den Bioland-Betrieb von Stefan Kreppold in Aichach.

Präsident Sonnleitner erläuterte den aktuellen Erntestand. Zwar habe die Ernte in diesem Jahr frühzeitig begonnen. Die Bauern mussten in den vergangenen Wochen ihre Ernte jedoch immer wieder unterbrechen. Der Grund waren heftige Niederschläge, Sturm und gebietsweise starke Hagelschläge. Etliche Bestände knickten um. Inzwischen zeichne sich ein deutlicher Ernterückstand ab, die Erntetermine für die verschiedenen Getreidearten rückten immer näher zusammen. Bei weiter anhaltenden Regenfällen würde die Landwirtschaft mit erheblichen Trocknungskosten und Qualitätsverlusten belastet.

‚Noch nie wurden die Getreidepreise so früh und so massiv nach unten geredet, wie in diesem Jahr‘, beklagte Sonnleitner. Bereits in den vergangenen Wochen hatte sich der Bauernverband entschieden gegen die Stimmungsmache von Handel und Verarbeitungsbetrieben gewehrt, die eine Senkung der Preise forderten.

‚Ich hoffe, dass sich die geringere Erntemenge in höheren Preisen niederschlagen wird.‘ Denn von den Markterlösen könnten die Produktionskosten nicht mehr abgedeckt werden. Deshalb seien die Getreidebauern auf Ausgleichszahlungen mehr denn je angewiesen. Der Bauernverband verdeutlichte die Situation an einem drastischen Beispiel: Aus 50 kg Weizen können etwa 1500 Brötchen gebacken werden. Aus dem Weizenerlös kann sich der Bauer aber nur 20 Semmeln leisten. ‚Das ist ein hart verdientes Brot‘, stellte Landwirt Markus Held fest.

Angesichts der Preismisere halten die Getreidebauern ein Ende der Brüsseler Preisdruckpolitik für notwendig. Mehr Einkommen über den Markt könne nur erzielt werden, wenn die Marktordnungselemente konsequent umgesetzt werden. Dazu müsse auch eine aktive Exportpolitik gleich zu Beginn des Wirtschaftsjahres umgesetzt werden, forderte Bauernpräsident Sonnleitner erneut. Zudem müsste sich die EU vor Billigofferten aus Drittländern schützen, indem die Zölle auf der Basis aller Lieferländer berechnet werden. Auch für Importe müssten die EU-Qualitätsmaßstäbe gelten.

Getreideexperte Leonhard Keller, Präsident des BBV-Bezirksverbandes Schwaben, sieht keinen Anlass für Preissenkungen. Die Weltmarktpreise haben sich stabilisiert, die Marktordnungspreise würden auf gleichem Niveau wie im Vorjahr liegen. Für höhere Preise sprächen auch die gestiegenen Anforderungen im Bereich der Qualitätssicherung. ‚Die wenigsten Betriebe können zu derzeitigen Marktpreisen produzieren. 1984 lag der Erlös für 100 kg Weizen bei 60 DM, heute sind es kaum mehr 10 Euro‘, schilderte Leonhard Keller den Preisverfall.

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Fischler: US-Vorschläge für WTO-Verhandlungen unausgewogen

Themen: Archiv — info @ 14:07

Brüssel (agrar.de) – Auf die US-Vorschläge für die WTO-Verhandlungen zur Landwirtschaft erklärt EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler:

‚Wir sind noch dabei, die gestern veröffentlichten US-Vorschläge zu prüfen. Mein erster Eindruck ist jedoch, dass sie unausgewogen sind. Sie erfordern sehr viel größere Anstrengungen von den anderen Ländern als von den USA selbst. Dies scheint für alle drei Verhandlungsbereiche im Zusammenhang mit dem Handel zu gelten. Was den Marktzugang angeht, so fordert der US-Vorschlag größere Zollsenkungen von anderen Ländern. Im Bereich des Ausfuhrwettbewerbs wird die Abschaffung von direkten Ausfuhrhilfen vorgeschlagen während zu handelsverzerrenden Ausfuhrkrediten oder dem Missbrauch von Lebensmittelhilfe wie in den USA praktiziert nicht wirklich Stellung genommen wird. Im Zusammenhang mit inländischen Beihilfen möchten sie die Rechnung so aufmachen wie es ihnen passt. Es ist außerdem schwer zu erkennen, wie dieser Vorschlag mit dem US-Agrargesetz zusammenwirken wird, das in die Richtung von mehr anstatt weniger Handelsverzerrungen geht.

Ich betrachte diese Vorschläge nicht als Grundlage für einen Kompromiss. Ich bin enttäuscht über den Mangel an Interesse für die Belange der Entwicklungsländer. Darüber hinaus scheint man sich der Notwendigkeit auch berechtigte Nicht-Handelsfragen zu diskutieren keinesfalls bewusst zu sein.

Der US-Vorschlag steht in völligem Widerspruch zur Position der EU. Wir versuchen nicht, die Last auf andere abzuwälzen, sondern sind auch bereit, in allen Bereichen etwas zu bewegen. Die EU strebt weiterhin innerhalb des Doha-Zeitrahmens ein ausgewogenes Ergebnis der Verhandlungen an, bei dem die Interessen aller WTO-Mitglieder in fairer und gerechter Weise berücksichtigt werden.‘

Hintergrund

Im Rahmen eines neuen weltweiten Handelsabkommens streben die USA eine drastische Verringerung der Zölle und Subventionen auf Agrarprodukte an.

Der US-Handelsbeauftragte Zoellick sagte am Donnerstag in Washington, die Zölle für Agrarprodukte sollten weltweit auf 25 Prozent oder weniger begrenzt werden. Derzeit lägen sie im Durchschnitt noch bei 62 Prozent. Die Subventionen sollten fünf Prozent des Wertes der landwirtschaftlichen Produktion nicht überschreiten.

Die USA erheben derzeit auf Agrarprodukte Zölle von durchschnittlich zwölf Prozent. Der Subventionsanteil in der EU liegt derzeit nach OECD-Angaben bei 38 Prozent und in den USA bei 22 Prozent. Erst im Mai hatte der US-Senat ein neues Agrargesetz (‚Farm Bill‘) beschlossen, das eine Erhöhung der nationalen Agrarsubventionen für die nächsten 10 Jahre um 82,8 Mrd. Dollar vorsieht.

Die US-Vorschläge sollen kommende Woche beim WTO-Treffen in Genf formell vorgelegt werden.

Links zum Thema Agrarpolitik, Links zum Thema Landwirtschaft international.

Conrad: Projekt „Gewässersystem Ruwer und Nebenbäche“ erfolgreich

Themen: Archiv,Umwelt,Wasser — info @ 13:07

Mainz (agrar.de) – Sehr zufrieden zeigte sich Umweltministerin Margit Conrad in einer Zwischenbilanz mit der Entwicklung des Modellvorhabens ‚Gewässerprojekt Ruwer und Nebenbäche‘: ‚Die gelungene Kooperation mit den Anwohnern, Waldbesitzern, Landwirten Anglern sowie den beteiligten Kommunen und Behörden ist entscheidend für den Erfolg des Projektes,‘ lobte Umweltministerin Margit Conrad.

Mit dem Projekt, das auch ein wichtiger Baustein der ‚Aktion Blau‘ ist, wurde 1993 begonnen. Die Gesamtkosten von ca. zwölf Millionen Mark werden zu 75 Prozent vom Bund, zu 15 Prozent vom Land Rheinland-Pfalz sowie zu zehn Prozent vom Landkreis Trier-Saarburg, den Verbandsgemeinden Kell am See und Ruwer sowie der Stadt Trier getragen.

Das Gewässerprojekt ‚Ruwer‘ hat zum Ziel, die naturnahe Gewässer- und Auenlandschaft entlang der Ruwer und ihren Nebenbächen zu erhalten und entwickeln. Durch Themen-Rundwanderwege und die Anlage eines Radweges auf einer ehemaligen Bahntrasse soll die Renaturierung des Ruwer-Gebietes auch der Attraktivitätssteigerung der Region für Naherholung und Tourismus dienen.

Um die ökologisch bedeutsamen Flächen nachhaltig zu sichern, werden in den Kerngebieten Naturschutzgebiete ausgewiesen. Darüber hinaus werden im gesamten Fluss- und Bachverlauf Rohrdurchlässe und Bachabstürze so umgebaut, dass sie für die Wanderungen von Fischen und anderen Wassertieren keine Hindernisse darstellen. Begradigte Bachabschnitte werden renaturiert. Durch die Anlage von nutzungsfreien Gewässerrandstreifen soll die freie Entwicklung und Verlagerung des Bachbettes ermöglicht werden.

In den offenen Tallagen, die vielen bedrohten Pflanzen- und Tierarten Lebensraum bieten, soll die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleiben. Zur Förderung der umweltschonenden Landbewirtschaftung werden die Förderprogramme des Landes Rheinland-Pfalz genutzt. In den Bachauen und Quellgebieten werden die Nadelwälder zurückgenommen und in standortgerechte Bachauen-, Bruch- und Moorwälder umgewandelt. Durch den Neubau von Kläranlagen wurde die Wasserqualität erheblich verbessert.

Damit diese Maßnahmen langfristig durchgeführt werden können, werden die dafür erforderlichen Parzellen angekauft. Mit Eigentümern, die ihre Grundstücke nicht verkaufen wollen, werden andere vertragliche Lösungen gesucht.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

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