04. Juli 2002

Hormonskandal in den Niederlanden – 29 Betriebe gesperrt

Themen: Archiv — info @ 13:07

Den Haag (agrar.de) – Das synthetische Hormon MPA (Medroxyprogesteron-Acetat) wurde auf drei Sauenbetrieben in der niederländischen Region Brabant gefunden. Inzwischen wurden von den zuständigen Behörden 29 Betriebe in 6 Provinzen bis auf weiteres gesperrt. Das berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Nord-Westdeutschland (ISN).

Auf den drei Sauenbetrieben entstanden Mitte Mai Fruchtbarkeitsprobleme bei den Sauen. Im Futter wurde das verbotene Hormon MPA gefunden. Mittlerweile spitzt sich der Skandal auch auf Mastbetrieben zu, auf denen MPA in Breifutter nachgewiesen werden konnte.

Laut Minister Brinkhorst gebe es keine Gefahr für die menschliche Gesundheit, doch werde alles getan, um mit MPA kontaminiertes Fleisch vom Verkauf fernzuhalten. Verdächtige Betriebe seien bis auf weiteres gesperrt, verseuchtes Futter werde aus dem Handel genommen.

Laut dem Nederlandse Vakbond Varkenshouders (NVV) seien die 29 gesperrten Betriebe möglicherweise durch den Fehler eines Lieferanten, der die Schweinehalter belieferte, in diesen Skandal verwickelt. Der stellvertretende Vorsitzende der NVV van Gemert betonte, daß die 29 betroffenen Schweinehalter machtlos seien. ‚Sie haben das Futter eines Unternehmens bekommen, das zertifiziert ist‘, so van Gemert.

Das Hormon ist zwar ein Wachstumshormon, habe jedoch für Schweine deutliche Nachteile, wie beispielsweise Unfruchtbarkeit. Unter den 29 Betrieben seien zwei Zuchtbetriebe, deren Schaden bei zehntausenden Euro liege.

Die NVV betont, daß Landwirtschaftsminister Brinkhorst zu Unrecht den Eindruck erweckt, daß Landwirte ihre Schweine mit verbotenen Substanzen fütteren. Van Gemert hofft, ab nächster Woche nichts mehr mit dem Minister zu tun haben zu müssen: ‚Er hat Schweinehalter immer als Bürger zweiter Klasse behandelt‘.

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Greenpeace fordert ökologischen Aufbruch

Themen: Archiv — info @ 11:07

Berlin (agrar.de) – Angesichts der weltweit ungebremsten Umweltzerstörung hat Greenpeace die Politik der Bundesregierung als halbherzig und die Positionen der Opposition als Desaster bewertet.

Die ‚Kriegsführung gegen unsere Erde‘ erfordere ein konsequenteres Handeln zum Schutz der Umwelt, sagte Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens heute in Berlin bei der Vorstellung der umweltpolitischen Forderungen von Greenpeace für die kommenden Jahre. ‚Was wir brauchen, ist ein ökologischer Aufbruch in der nationalen und internationalen Politik.‘

‚An die Stelle des Primats der Wirtschaft muss das Primat der Ökologie treten‘, forderte Behrens. Aus Sicht von Greenpeace muss die neue Bundesregierung dazu in vier Politikbereichen ökologische Weichenstellungen vornehmen. In der Energiepolitik muss der Ausstieg aus der Nutzung der Stein- und insbesondere der Braunkohle eingeleitet und die Ökosteuer konsequent fortgesetzt werden.

Eine ökologische Agrarpolitik muss den Verbraucherschutz stärken und eine Landwirtschaft ohne Gentechnik sicherstellen. Primat der Ökologie heißt auch, eine ökologisch verträgliche Verkehrspolitik durchzusetzen und den Mobilitätswahn, der Mobilität noch immer mit mehr Verkehr gleichsetzt, zu stoppen. In allen drei Bereichen müssen umweltschädliche Subventionen massiv abgebaut werden.

Die neue Bundesregierung muss viertens aber auch auf internationaler Ebene stärker für ökologische Politik eintreten. Die Haftung von Unternehmen für umweltschädliche Investitionen im Ausland, Regeln für die Nutzung ‚Globaler Gemeinschaftsgüter‘ wie Meere, Luft oder genetische Ressourcen sowie der Schutz der Meere und der letzten Urwälder müssen zentrale Aufgabenfelder der internationalen Umweltpolitik Deutschlands sein.

Im Rückblick auf die letzten vier Jahre ist Greenpeace vor allem von der Opposition enttäuscht. Union und FDP haben durch ihre polemische Anti-Ökosteuerkampagne ihre ökologische Glaubwürdigkeit auf Jahre verspielt. Ein Blick in ihre Wahlprogramme zeigt, dass bei beiden Parteien in Sachen Ökologie die Uhren still stehen. Im sogenannten Kompetenzteam ist das Thema Umwelt bisher nicht einmal mehr personell vertreten.

Die Umweltpolitik der Bundesregierung war häufig durch Halbherzigkeit gekennzeichnet. Dabei waren immer da, wo Projekte beherzt angepackt wurden, Erfolge zu verzeichnen. Dazu zählen das Erneuerbare Energien Gesetz, das einen Boom der Windenergie mit vielen tausend neuen Arbeitsplätzen auslöste, das Bundesnaturschutzgesetz oder die eingeleitete Agrarwende.

‚Immer da, wo sich die Regierung vor den Karren der Industrie spannen ließ, hat die Umwelt verloren‘, so Brigitte Behrens. Beispiele hierfür sind der sogenannte Atomausstieg, der den Energieunternehmen das Atom-Geschäft auf Jahrzehnte sichert, oder das unzureichende Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz. Auch das Verbraucherinformationsgesetz wurde auf Druck der Industrie zurecht gestutzt, bevor es die Opposition im Bundesrat aus Wahltaktik stoppte. ‚Die Defizite der rot-grünen Politik und die ökologisch rückständigen Positionen von Union und FDP machen deutlich, dass sich Nichtregierungsorganisationen künftig noch viel stärker als bisher für eine Ökologisierung der Politik engagieren müssen‘, so Brigitte Behrens.

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Mit Getreide heizen?

Themen: Archiv — info @ 10:07

Technisch kein Problem, ökonomisch sehr interessant – aber ethische Bedenken

Hannover (agrar.de) – Angesichts schlechter Erlöserwartungen für die kommende Getreideernte denken die Bauern verstärkt über andere Verwertungsmöglichkeiten der Feldfrüchte nach. Dabei rückt nach Angaben des niedersächsischen Landvolkverbandes eine zunächst äußerst ungewöhnlich erscheinende Variante immer mehr in den Vordergrund: das Heizen mit Getreide. Immerhin liegt der Getreidepreis schon seit 1999 unter seinem Wert als Brennstoff, und für die anstehende Ernte lassen Ankündigungen des Handels eine weitere Preissenkung um 15 Prozent befürchten, während die Preise für Öl und Gas langfristig weiter steigen werden. Theoretisch würden ungefähr 2,5 kg Getreide benötigt, um einen Liter Heizöl zu ersetzen. Ein Hektar Getreide entspräche etwa 3000 Litern Heizöl, und schon bei einem Getreidepreis von zehn Euro je 100 kg – dieser Wert wird voraussichtlich demnächst deutlich unterschritten – dürfte Heizöl nicht teurer sein als 24 Cent pro Liter, um mit Getreide ökonomisch gleichzuziehen.

Auch technisch hat die Verfeuerung von Getreide ihren Reiz. Getreide besitzt eine verhältnismäßig hohe Energiedichte und lässt sich als homogenes Material mit guter Fließfähigkeit problemlos lagern sowie mechanisch fördern und dosieren, eignet sich deshalb hervorragend für automatische Feuerungsanlagen. Besonders gut geeignet erscheinen nach derzeitigem Kenntnisstand Anlagen, die für die Verbrennung von Holzpellets entwickelt wurden. Gleichwohl gibt es einige Probleme, die von der Technik noch zu lösen sind. So fällt erheblich mehr Asche an als bei der Verfeuerung von Holz. Auch wird von stärkerer Schlackenbildung und Korrosion der Kessel berichtet. Schließlich gilt es, die Staub- und Stickoxidemissionen in den Griff zu bekommen. Überdies bewegt sich die Verbrennung von Getreide in Deutschland zurzeit noch in einer rechtlichen Grauzone und ist in Kleinanlagen unter 15 kW nicht zulässig.

Größte Barriere für das Heizen mit Getreide sind allerdings ethische Bedenken. Darf man ein Lebensmittel verbrennen, wenn so viele Menschen auf der Erde hungern? Dann allerdings wäre auch der Anbau von Raps auf Stilllegungsflächen für die Biodiesel-Erzeugung, ja sogar der Zierpflanzenanbau ebenso verwerflich, denn auch diese Flächen könnten zur Nahrungsproduktion verwendet werden. Fachleute warnen jedoch immer wieder davor, Getreide in die dritte Welt zu liefern, weil damit dort die Märkte zerstört würden. Hier zu Lande ist Getreide andererseits im Überschuss vorhanden. In die Verbrennung gelangt zunächst ohnehin nur Abfallgetreide, das für die menschliche Ernährung nicht geeignet ist. Durch zunehmende Qualitätsansprüche, etwa den Ausschluss von Fusarien (eine Getreide befallende Pilzart) belasteten Partien, dürften diese als Abfall deklarierten Mengen zunehmen, die aber künftig auch nicht mehr deponiert werden dürfen und ohnehin in die Müllverbrennung gingen. Und schließlich gibt es neben dem Bedürfnis für Nahrung auch ein Bedürfnis für Wärme, das die Menschheit bisher durch das Verbrennen fossiler Stoffe wie Öl, Gas und Kohle auf Kosten ihrer Nachkommen und der Umwelt gedeckt hat!

Lesen Sie auch: Korn-Energie statt Kernenergie! [14.05.2002] Werbeverbot für Getreideheizung? [06.08.2001] %url2%Energie/Preise: Heizen mit Weizen?%/% [19.09.2000]

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Europäer erzeugten weniger Lammfleisch

Themen: MKS,Schafe,Statistik — info @ 10:07

Leichte Erholung der Bruttoeigenerzeugung erwartet – Schafbestände abgestockt

Hannover (agrar.de) – Ob für Gyros oder Lamm in Kräuterkruste – Die europäischen Schafhalter haben im vergangenen Jahr weniger Lammfleisch erzeugt als zuvor. Die Bruttoeigenerzeugung der EU erreichte 2001 ein Niveau von 64,27 Millionen Tieren, zitiert der niedersächsische Landvolk-Pressedienst aus einer aktuellen Eurostat-Prognose. Der größte europäische Schaffleischerzeuger war mit 21,92 Millionen Tieren Spanien. Mit 13,24 Millionen Schafen folgte Großbritannien mit Abstand vor Frankreich mit 7,33 Millionen Tieren. Die Bruttoeigenerzeugung in Griechenland betrug 6,74 Millionen Schafe, Italien erzeugte 5,11 Millionen und Portugal 2,19 Millionen Stück. Nur wenig geringer fiel die Bruttoeigenerzeugung der deutschen Schafhalter mit 2,15 Millionen Tieren aus. Nachdem die EU-Erzeugung in 2001, vor allem aufgrund des Auftretens der Maul- und Klauenseuche (MKS), um fast neun Prozent hinter der des Vorjahres zurückblieb, rechnen Marktexperten für 2002 mit einer leichten Erholung um 0,9 Prozent auf 64,86 Millionen Schafe.

Maßgeblich dafür ist vor allem die Entwicklung in Großbritannien, wo eine Produktionssteigerung um 23,7 Prozent auf rund 16,38 Millionen Schafe erwartet wird. Dagegen soll die Bruttoeigenerzeugung der meisten anderen EU-Länder auch in 2002 noch einmal zurückgehen. Allein die Erzeugung in Spanien soll um 5,7 Prozent auf 20,67 Millionen Schafe schrumpfen, für Italien wird ein Rückgang um 5,6 Prozent erwartet. Die Produktionseinschränkungen in Frankreich, Griechenland und Portugal dürften zwischen 2,9 Prozent und zwei Prozent betragen. Für die deutsche Lammfleischproduktion zeichnet sich eine weitere Einschränkung um 2,9 Prozent auf 2,09 Millionen Schafe ab. Bereits in 2001 hatte die Bruttoeigenerzeugung das Vorjahresniveau um 2,3 Prozent verfehlt.

Ihre Prognose stützen die Statistiker auf die Ergebnisse der Viehzählung von Dezember 2001. Damals wurden in der EU mit knapp 89,93 Millionen rund fünf Millionen weniger Schafe gehalten als im Jahr zuvor, das entspricht einem Rückgang um 5,3 Prozent. Dabei machte sich insbesondere die Bestandsminderung um 11,4 Prozent auf 24,43 Millionen Tiere in Großbritanniens bemerkbar, obwohl auch in Spanien, Frankreich, Griechenland, Italien und Portugal weniger Schafe gezählt wurden. Die deutschen Schafhalter reduzierten ihre Bestände ebenfalls, und zwar um 2,3 Prozent auf 2,12 Millionen Tiere. Bereits seit einigen Jahren werden in der EU immer weniger Schafe gehalten, obwohl sie sich als Lieferanten von Fleisch, Wolle und Milch, aber auch als genügsame ‚Landschaftspfleger‘ einen festen Platz erobert haben.

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Bartels: Fischler-Vorschläge lösen Freude und Beunruhigung aus

Themen: Archiv — info @ 09:07

Hannover (agrar.de) – ‚Damit ist Agrarkommissar Fischler einmal mehr eine Überraschung gelungen‘, so Landwirtschaftsminister Uwe Bartels in einer ersten Stellungnahme zu den bekannt gewordenen Eckpunkten der Brüsseler Reformvorschläge zur Agrarpolitik.

‚Zwar finden sich niedersächsische Forderungen in den Eckpunkten der Vorschläge durchaus wieder‘, freut sich Bartels, ‚aber so weitreichende Änderungen, wie sie sich derzeit abzeichnen, hätte ich nach allem, was in den vergangenen Monaten aus Brüssel zu vernehmen war, nicht erwartet.‘ Auch Kommissar Fischler habe immer wieder betont, größere Reformschritte seien im Rahmen der Halbzeitbewertung der Agenda 2000 nicht notwendig, sondern stünden erst mit Blick auf den Zeitraum nach 2006 an. Niedersachsen hatte sich in den vergangenen Jahren, auch im direkten Austausch mit Kommissar Fischler, mehrfach für eine stärkere Entkoppelung der Prämien von der Produktion und die Berücksichtigung von Qualitätsaspekten in der Gemeinsamen Agrarpolitik ausgesprochen. ‚Ich bin zufrieden, dass diese Gedanken bei der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik eine wichtige Rolle spielen sollen, denn es gilt nicht nur die Gemeinsame Agrarpolitik verwaltungsmäßig zu vereinfachen und den Betrieben die Anpassung an den Markt zu erleichtern, sondern die Agrarpolitik auch stärker an gesellschaftlichen Zielen zu orientieren und damit ihre Akzeptanz zu erhöhen.‘ Dennoch zeigt sich Bartels über die jüngsten Verlautbarungen zur Halbzeitbewertung der Agenda 2000 beunruhigt.

Dabei seien es weniger die Einzelschritte als vielmehr die Summe der im Raum stehenden Maßnahmen, die die niedersächsische Landwirtschaft hart treffen könnten. Insbesondere die mögliche Abschaffung der Roggenintervention, die obligatorische Kürzung der Direktzahlungen und die Schaffung zusätzlicher Auflagen für den Erhalt der Prämien. Davon würden in erster Linie die schwachen Regionen in Niedersachsen getroffen; vor allem dann, wenn die EU einen Teil der gekürzten Direktzahlungen in andere Regionen der Gemeinschaft umlenken will. Strukturelle Veränderungen des Direktzahlungssystems im Sinne einer Betriebsprämie sind für Bartels nur dann akzeptabel, wenn der Prämienanspruch an die Bewirtschaftung der Fläche gebunden bleibt. D. h., dass bei Pachtung und Erwerb der Flächen auch der Prämienanspruch übergeht. ‚Nur so könne das von Kommissar Fischler propagierte ‚Europäische Agrarmodell‘ einer flächengebundenen multifunktionalen Landwirtschaft umgesetzt werden‘, so Bartels.

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Höhn: Energiegewinnung aus Biomasse sichert Arbeitsplätze in Land- und Forstwirtschaft und leistet wichtigen Beitrag zum Klimaschutz

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 09:07

Düsseldorf (agrar.de) – Umweltministerin Bärbel Höhn hat sich heute auf dem 7. World Renewable Energy Congress (WREC) in Köln für den weiteren Ausbau der Energienutzung aus Biomasse als wichtiger Pfeiler der regenerativen Energien ausgesprochen. Vor etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus über 100 Ländern wies die Ministerin auf das große weltweite Potenzial von Energieerzeugung aus Biomasse für eine klimaschonende Energieerzeugung und neue Einkommensquellen für Land- und Forstwirtschaft hin.

Umweltministerin Bärbel Höhn: ‚Biomasse ist einer der wichtigsten Energieträger der Zukunft mit enormen bisher nicht genutzten Reserven, die in allen Ländern vorhanden sind. Techniken zur Nutzung von Biomasse sind insbesondere auch für Entwicklungsländer und ländliche Räume gut geeignet und bieten damit für uns gute Exportchancen. Für die Landwirtschaft bietet der gezielte Anbau von Energiepflanzen in Europa eine neue Einkommensquelle. Europaweit wäre die Nutzung von Millionen Hektar landwirtschaftlich stillgelegter Nutzfläche möglich. Zehn Prozent des deutschen Stromverbrauchs könnte durch das breite Spektrum der Biomassenutzung geleistet werden.‘

Im Rahmen des REN-Programms des Landes NRW wurden seit 1988 mehr als 300 Biomasse-Projekte auf der Basis Deponiegas, Klärgas, Holzverfeuerungs- und Biogasanlagen mit rund 40 Mio. Euro gefördert. Sie bewirken eine jährliche CO2-Minderung von rund 228.000 Tonnen. Allein die Zahl der Biogasanlagen ist in NRW seit dem vergangenen Jahr auf mehr als 100 angestiegen.

Das Umweltministerium hat mit der Holzabsatz-Förderrichtlinie NRW, die seit 1998 Holzheizungen mit bis zu 40 Prozent der Investitionskosten bezuschusst, bis Ende 2001 bereits rund 380 Anlagen gefördert. Die Gesamtwärmeleistung der geförderten Holzheizungen liegt bei ca. 80 MW. Dadurch werden etwa 20 Millionen Liter Heizöl bzw. 60.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich eingespart.

Biomasse ist regional verfügbar, so dass Erzeugung, Transport, Lagerung und Verwertung vor Ort erfolgen und Arbeitsplätze für die ländlichen Regionen, gerade auch in strukturschwachen Gebieten sichern können. Bereits heute sind u.a. durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz und weitere gezielte Fördermaßnahmen 130.000 Menschen in diesem Bereich beschäftigt – mehr als in der Atom- und Kohleindustrie. Allein im Bereich der ‚Bioenergie‘ erwirtschaften derzeit in Deutschland rund 40.000 Beschäftigte einen Jahresumsatz von 1,8 Milliarden Euro. Nach Erhebungen aus Österreich werden für einen Arbeitsplatz, der in der Mineralölindustrie wegfällt, zur Deckung des gleichen Energiebedarfs fünf neue Arbeitsplätze im Bereich Bioenergie geschaffen.

Links zum Thema %url4%Biomasse%/%.

AgrarBündnis: Agrarwende forcieren!

Themen: Archiv — info @ 09:07

Trotz guter Ansätze sieht das AgrarBündnis noch erheblichen Handlungsbedarf

Berlin/Rheda-Wiedenbrück (agrar.de) – Vor eineinhalb Jahren hat Ministerin Künast eine Agrarwende proklamiert. Am 4. Juli zog das AgrarBündnis Bilanz. Das AgrarBündnis ist ein Zusammenschluss von Organisationen aus Landwirtschaft, Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie Verbraucher- und Entwicklungspolitik. Es setzt sich seit Jahren für eine stärkere soziale und ökologische Ausrichtung der Agrarpolitik ein. Daher wurde auch Lob verteilt: Für die Umverteilung von Fördermitteln zugunsten ökologischer und tiergerechter Haltungsformen, für den Ausstieg aus der Käfighaltung von Legehennen oder für die Aufnahme des Tierschutzes in das Grundgesetz.

Brigitta Poppe von der Verbraucherinitiative kritisierte das Kesseltreiben gegen die von Renate Künast eingeleitete Agrarwende. Der Erfolg der neuen Agrarpolitik könne aber nicht allein am Zuwachs von Öko-Anbauflächen gemessen werden. Der Nitrofenskandal zeige, dass die Qualitätssicherung – auch im Biolandbau – stärker in den Mittelpunkt der Agrarwende rücken müsse. Gefragt sei auch ein Verbraucherinformationsgesetz, das für mehr Transparenz sorge.

Die Frage der Machtverhältnisse innerhalb der Land- und Ernährungswirtschaft stellte Ulrike Ottenottebrock-Völker von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Die Agrarwende habe sich bisher zu sehr auf die Reglementierung der Produktion konzentriert und die soziale Frage vernachlässigt. Es sei versäumt worden, auch mit den Bäuerinnen und Bauern einen Diskurs zu beginnen, um diese einzubeziehen und als aktive Träger einer Agrarwende zu gewinnen. Das Ergebnis sei eine breite Abwehrhaltung selbst bei den Bauern, die von einer Agrarwende begünstigt werden könnten.

Notwendig sei mehr Demokratie und Transparenz in allen Stufen der Erzeugung und des Handels. Der Nitrofen-Skandal habe u.a. deutlich gemacht, dass auch der ökologische Landbau zunehmend mit der Agrarindustrie verflochten sei. Ohne eine ausgewogene Machtverteilung zwischen allen am Gesamtprozess der Erzeugung und Vermarktung Beteiligten werde eine Agrarwende langfristig nicht tragfähig sein.

BUND-Agrarsprecher Prof. Dr. Hubert Weiger ging ebenfalls auf den aktuellen Nitrofen-Skandal ein. Es sei deutlich geworden, dass von Pestiziden nicht nur beim Einsatz, sondern auch Jahre später als Altlast der konventionellen Landwirtschaft Gefahren ausgehen. Er forderte die Agrarminister der Länder auf, zusammen mit den Umweltministerien Pestizidaltlasten aufzuspüren und diese zu entsorgen. Außerdem sprach er sich für eine Forcierung der Agrarwende aus, den Einsatz der zur Zeit über tausend in Deutschland zugelassenen Pestizide drastisch zu reduzieren.

Für eine Abkehr von der ‚grünen Gentechnologie‘ plädierte Friederich von Homeyer vom Bioverband Demeter. Die Gentechnik passe aus ganzheitlicher Sicht nicht zur ökologischen Agrar- und Ernährungskultur. Gleichzeitig werde durch die weltweit zunehmende Ausbringung gentechnisch manipulierter Organismen die Erzeugung gentechnikfreier Lebensmittel immer schwieriger, obwohl immer mehr Verbraucher dies wünschten. Homeyer wies auch auf die Probleme des Strukturwandels hin: ‚Die Landwirtschaft braucht nicht weniger, sondern mehr Menschen: Den Boden nachhaltig zu bewirtschaften oder Tiere artgerecht zu halten, das macht mehr Arbeit. Eine zukunftsorientierte Agrarkultur ist nicht denkbar ohne Verringerung der Arbeitsbelastung und eine Vermehrung der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft.‘

Für Immo Lünzer, Geschäftsführer des Forschungsrings für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise, sind mit der eingeleiteten Agrar- und Ernährungswende viele der agrarpolitischen Vorstellungen des ökologischen Landbaus ihrer praktischen Realisierung ein gutes Stück näher gekommen. Mit den erhöhten Flächenprämien, den verbesserten Investitionsbeihilfen und dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau werde sich der Anteil der Biobetriebe weiter erhöhen und das Bewusstsein für hohe Lebensmittelqualität und Sicherheitsstandards werde steigen. Die geplanten oder bereits realisierten Maßnahmen seien jedoch nicht ausreichend. ‚Sie haben nur punktuellen oder Projektcharakter und sie sind zeitlich begrenzt. Es bedarf jetzt einer langfristigen Strategie zur nachhaltigen Entwicklung des ökologischen Landbaus in Deutschland in Abstimmung mit den europäischen Nachbarn.‘ Beispielsweise müsse das staatliche Förderinstrumentarium überarbeitet werden. Auch die bislang praktizierte Anpassung der Forschungsgelder an den jeweiligen aktuellen Anteil der Biofläche nütze wenig, denn der ökologische Landbau habe in Sachen Forschung erheblichen Nachholbedarf. U.a. forderte er eine verstärkte Förderung einer ökologischen Pflanzen- und Tierzucht, angepasster Landtechnik sowie Nutzung regenerativer Energiequellen.

Bilanz-Dokument des Agrarbündinis (ZIP-Datei)

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03. Juli 2002

DNR: Naturschützer unterstützen Vorschläge von Kommissar Fischler zur EU-Agrarreform

Themen: Archiv,GAP — info @ 16:07

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Naturschutzring (DNR) begrüßte heute die weitreichenden Reformvorstellungen vom EU-Agrarkommissar Franz Fischler zur Europäischen Agrarpolitik. Kurz vor der am 10. Juli 02 geplanten offiziellen Vorstellung der Halbzeitbilanz zur Agenda 2000 unterstrich der DNR vor allem die Bedeutung der Umlenkung bisheriger Direktbeihilfen von nahezu 30 Milliarden Euro jährlich um 20 Prozent in die Förderung ländlicher Räume.

‚Die bisherigen Direktzahlungen nach Flächenumfang und Anzahl der Tiere (Rinder) haben tendenziell zu einer immer größeren Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion, zu Lasten von Natur und Verbrauchern geführt‘, betonte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.

Mit der Umlenkung erheblicher Finanzmittel in die integrierte Entwicklung ländlicher Räume können Agrarumweltmaßnahmen und verstärkt auch zukunftsträchtige Vorhaben im Bereich erneuerbarer Energien wie Biomasse, Biogas sowie nachhaltige Tourismusangebote gefördert werden. Dies schaffe im Gegensatz zum bisherigen unaufhaltsamen Rückgang der Beschäftigungszahlen in der Landwirtschaft neue Arbeitsplätze und stärke die regionale Wirtschaft, erklärte der DNR.

Bei der geplanten Umstellung der sehr bürokratisch geregelten Direktbeihilfen auf Pauschalzahlungen sollen nach den Brüsseler Vorstellungen die bisher an die landwirtschaftlichen Betriebe geleisteten Zahlungen zugrundegelegt werden. Da es für Grünland bisher keine Prämie gegeben habe, würden Milchviehbetriebe in Grünland leer ausgehen, kritisierte der DNR. Die Einführung einer zusätzlichen Grünlandprämie sei daher unbedingt erforderlich.

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NRW: Milchbörse schließt in mit 0,85 Euro

Themen: Archiv — info @ 15:07

Bonn (agrar.de) – Für die Milchbörse Nordrhein-Westfalen wurde am 1. Juli, wie bereits beim ersten Börsentermin 2002, ein Gleichgewichtspreis von 0,85 Euro je kg Quote festgestellt, so die Landwirtschaftskammer Rheinland in Bonn. Nordrhein-Westfalen liegt damit bundesweit auf dem dritten Platz. Platz 1 belegte die Oberpfalz mit 1,05 Euro, Mittelfranken erreichte mit 0,93 Euro Platz 2. In Thüringen kostete das Kilogramm Milchquote nur 0,29 Euro.

Wie die Landwirtschaftskammer Rheinland weiter mitteilt, haben sich in Nordrhein-Westfalen insgesamt 423 Teilnehmer an der Milchquotenbörse beteiligt. 173 Teilnehmer waren Anbieter, 250 Landwirte wollten Milchquote kaufen. Das Angebot lag bei 6.412.365 kg, die Nachfrage bei 7.926.232 kg.

Die von Anbietern geforderten Preise reichten von 0,50 bis 0,90 Euro, die Kaufgebote von 0,70 bis 1,10 Euro je kg Milch. Erfolgreich waren 169 von 173 Anbietern und 211 von 250 Nachfragern, die für den Zukauf von Milchquote 0,85 Euro je kg und mehr zahlen wollten.

Seit 1. April 2000 können Milchquoten, das sind Lieferrechte, die Landwirte brauchen, um Milch verkaufen zu dürfen, in Deutschland nur über die amtlichen Verkaufsstellen für Milchquoten gehandelt werden. In Nordrhein-Westfalen ist die Landwirtschaftskammer Rheinland zuständig für die Quotenbörse. Anbieter an der Börse sind Landwirte, die die Milchviehhaltung aufgeben, Nachfrager sind Landwirte, die die Milchviehhaltung ausdehnen wollen und dafür zusätzliche Quoten brauchen.

An der Milchbörse bekommt nicht derjenige alles, der am meisten bietet, sondern die Verkaufsstelle ermittelt aus den angegebenen Geboten und Angeboten einen Gleichgewichtspreis. Zu diesem Preis erhalten alle Landwirte, die ihr Gebot in der Höhe des Gleichgewichtspreises abgegeben haben, einen Anteil an der angebotenen Quote.

Ausführliche Informationen zur Milchbörse und alle Ergebnisse des siebenten Börsentermins gibt es auch bei der Milchbörse NRW im Internet.

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Sachsen-Anhalt: Lagebericht der Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft

Themen: Archiv,Futtermittel — info @ 15:07

Landwirtschaftsministerin Wernicke: 2001 war ein starkes Jahr

Magdeburg (agrar.de) – Die Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt, Petra Wernicke, hat dem Kabinett den ‚Bericht zur Lage der Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt 2002‘ vorgelegt. Dieser enthält die wirtschaftlichen Ergebnisse des Jahres 2001. Wernicke: ‚2001 war für die Land- und Forstwirtschaft und besonders die Ernährungswirtschaft ein starkes Jahr.‘

Die Bruttowertschöpfung der ‚Land- und Forstwirtschaft, Fischerei‘ ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent gestiegen. Damit lag die Branche an zweiter Stelle nach dem produzierenden Gewerbe. Die Investitionen waren jedoch vergleichsweise niedrig. Dies ist auf eine bundesweite Verunsicherung der landwirtschaftlichen Unternehmer zurückzuführen.

Der Umsatz in der Ernährungswirtschaft konnte im Jahr 2001 nach vorläufiger statistischer Erhebung um 16,7 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro gesteigert werden. Bezogen auf die Beschäftigten verbesserte er sich von 202.000 Euro auf 232.000 Euro. Im Produktivitätsvergleich (Umsatz je Beschäftigten) der neuen Bundesländer konnte Sachsen-Anhalt somit seine Spitzenposition ausbauen. Im bundesweiten Vergleich besteht jedoch noch Nachholbedarf. Die Zahl der Unternehmen liegt stabil bei ca. 190. Umsatzstärkster Zweig ist Fleischverarbeitung und Schlachten, gefolgt von Milchverarbeitung und Zuckerindustrie.

In Sachsen-Anhalts Landwirtschaft gibt es kein Höfesterben wie in anderen Regionen Deutschlands. 2001 gab es 5.126 landwirtschaftliche Betriebe, das sind 146 mehr als im Vorjahr. Diese bewirtschafteten 2001 ca. 1.171.890 ha (2000: 1.169.894 ha). Die durchschnittliche Fläche lag 2001 bei 228,6 ha (2000: 230,3 ha).

Die Arbeitskräfte in der Landwirtschaft haben sich leicht auf 27.721 reduziert. Die Arbeitsintensität ist gestiegen. 2001 bewirtschafteten durchschnittlich 1,6 Mitarbeiter 100 ha Fläche. (1991 = 5,1; 1995 = 1,9). Doch Nachwuchssorgen drücken, selbst bei weiterer Rationalisierung. Nur 11 Prozent der Arbeitskräfte insgesamt sind jünger als 30 Jahre, rund ein Drittel ist 50 Jahre und älter.

Die Produktionsergebnisse in der Landwirtschaft können sich sehen lassen. Die Milchleistung wurde auf 7.745 kg Milch je Kuh gesteigert. Das ist Spitze in den neuen Bundesländern (3. Platz bundesweit) Der Getreidedurchschnittsertrag stieg auf 71,8 Dezitonnen/ha. Das ist der 2. Platz in den neuen Bundesländern (5. Platz bundesweit).

60 Unternehmen haben auf Öko umgestellt. Jetzt gibt es 224 Öko-Landbau- Betriebe (4,4 Prozent aller landwirtschaftlichen Unternehmen), auf 28.318 ha (2,4 Prozent der Gesamtfläche). Das sind 4.935 ha mehr als im Vorjahr.

Von 1991 bis 2001 wurden in Sachsen-Anhalts Landwirtschaft in der einzelbetrieblichen Förderung Investitionen in Höhe von 3,2 Mrd. Euro gefördert. Ziele sind unter anderem umweltgerechte Produktion und der Erhalt der Funktionsfähigkeit ländlicher Räume. So wurden 2001 z. B. Zuwendungen zur Dorferneuerung in Höhe von 65,5 Mio. Euro gewährt.

Der Verbraucherschutz hat einen besonderen Stellenwert erlangt. Deshalb arbeitet die Wirtschaft an der Verbesserung ihrer Qualitätssicherungssysteme. 2001 wurde in Sachsen-Anhalt mit der Einführung des Qualitätsmanagementsystems (QS) in der Landwirtschaft begonnen. Die amtliche Lebens- und Futtermittelüberwachung wurde 2001 noch zielorientierter auf die frühzeitige Erkennung gesundheitlicher Risiken für den Verbraucher ausgerichtet. Dies war auch nötig, weil jeder 5. überprüfte Lebensmittelbetrieb (Hersteller, Händler, Küchen, Gaststätten) vor allem wegen Hygienemängeln und 14,6 Prozent der untersuchten Lebensmittelproben sowie 14 Prozent der Futtermittelproben zu beanstanden waren. Sie stellten jedoch nur in 0,7 Prozent der Fälle ein gesundheitliches Risiko für Mensch und Tier dar (z.B. Salmonellen).

Um Land- und Forst- sowie Lebensmittelwirtschaft weiter zu stärken, will Ministerin Wernicke folgende Schwerpunkte setzten:

– keine größenabhängigen Förder-Obergrenzen, wie sie die EU-Kommission und inzwischen auch Bundesverbraucherschutzministerin Künast anstreben, da diese die landwirtschaftlichen Betriebe in Ostdeutschland besonders benachteiligen würden,

– Absatzförderung für die Lebensmittelindustrie,

– Stärkung des Verbraucherschutzes durch Unterstützung betrieblicher Qualitätssicherungssysteme, Förderung der Verbraucheraufklärung und eine noch effizientere Lebens- und Futtermittelkontrolle,

– Vorrang für freiwillige Vereinbarungen mit den Landwirten zum Naturschutz vor Ordnungsrecht,

– Förderung arbeitsplatzintensiver Zweige wie Tierzucht, Obst- und Gemüseanbau,

– Stärkung der wirtschaftlichen Bedeutung des Waldes vor allem durch Förderung forstwirtschaftlicher Maßnahmen im Privatwald.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

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