05. Juli 2002

Sachsen-Anhalt: Kaufpreis für landwirtschaftlich genutzte Grundstücke wieder gestiegen

Themen: Archiv — info @ 14:07

Magdeburg (agrar.de) – Nach Informationen des Statistischen Landesamtes wurden im Jahr 2001 in Sachsen-Anhalt 2.566 Verkäufe landwirtschaftlicher Grundstücke registriert. Dabei wechselten 11.636 Hektar Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (ha FdlN) ohne Gebäude und ohne Inventar ihren Besitzer. Der realisierte durchschnittliche Kaufpreis je Hektar betrug 4.304 EUR und lag um 12 Prozent über dem im Durchschnitt der letzten 4 Jahre.

Die Zahl der Verkaufsfälle ist die bisher höchste seit 1991 und gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent höher (2000: 2.269 Veräußerungsfälle). Der Verkauf der Flächen erbrachte einen Gesamtwert von 50,1 Millionen EUR, was einem Plus zum Vorjahr von 20 Prozent entspricht. Dies ist sowohl Resultat der mehr verkauften Fläche als auch des je Hektar gestiegenen Kaufpreises. Die 2001 veräußerten Flächen waren mit einer durchschnittlichen Ertragsmesszahl je Hektar (in 100) von 56 im Landesmittel von höherer Bodengüte als in den beiden vorangegangenen Jahren. Die Bodenqualität ist aber nicht das alleinige Kriterium für die Preisbildung, es wirken darauf auch Größe, Lage, Nähe zu Verkehrswegen, Angebot und Nachfrage. Beispielsweise waren in den Jahren 1997 und 1998 bei höherer bzw. gleicher Bodenqualität geringere durchschnittliche Kaufpreise erzielt worden als im Jahr 2001.

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Thüringen: 2.920 landwirtschaftlich genutzte Grundstücke im Jahre 2001 verkauft

Themen: Archiv — info @ 14:07

Niedrigster Kaufpreis seit 1991

Erfurt (agrar.de) – Im Jahre 2001 wurden in Thüringen 2.920 landwirtschaftliche genutzte Grundstücke (ohne Gebäude und ohne Inventar) veräußert. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 247 Grundstücke bzw. 9,2 Prozent mehr als im Jahre 2000.

Die durchschnittliche Größe bei den reinen Flächenverkäufen der landwirtschaftlichen Nutzung lag im Jahre 2001 bei 2,23 Hektar je Kauffall (2000: 2,24 Hektar/1999: 2,29 Hektar).

Der durchschnittliche Kaufpreis eines Hektars Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung ohne Gebäude und ohne Inventar war mit 4.576 Euro der niedrigste seit 1991 (10.850 Euro). Im Vergleich zum Jahr 2000 war der Kaufpreis um 3,5 Prozent niedriger (2000: 4.744 Euro/1999: 4.817 Euro).

Abhängig von der Bodenqualität und Ertragsfähigkeit wurden im Jahre 2001 für Flächen mit geringerer Bodenbeschaffenheit, d.h. mit einer Ertragsmesszahl unter 30 (EMZ in Hundert) ein durchschnittlicher Kaufwert von 3.401 Euro erzielt und für Flächen mit guten bis sehr guten Böden (EMZ von 70 und mehr) durchschnittlich 5.315 Euro aufgewendet. Im Jahre 2000 lagen diese Werte für die Bodengüte bei 3.664 Euro bzw. 5.599 Euro und im Jahre 1999 bei 4.251 Euro bzw. 5.204 Euro.

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320 Pestizide werden im Juli 2003 vom Markt genommen

Themen: Archiv — info @ 13:07

Brüssel (agrar.de) – 320 Wirkstoffe, die in Pflanzenschutzmitteln – Insektiziden, Fungiziden und Herbiziden – Verwendung finden, werden im Jahr 2003 vom Markt genommen.

Dies geschieht im Rahmen des neuen Konzepts der Europäischen Union zur Unbedenklichkeitsprüfung von Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln. Zweck dieser Maßnahme ist es, die Schutzvorkehrungen zu verbessern, um sicherzustellen, dass alle diese Produkte ohne Gefahr für Umwelt und Gesundheit eingesetzt werden können.

Anwender sowie Groß- und Einzelhändler von Pflanzenschutzmitteln müssen wissen, ob die Produkte, die sie anwenden oder vertreiben, voraussichtlich vom Markt genommen werden, damit sie keine Lagerbestände unbrauchbarer Produkte zurückbehalten. Die Betroffenen sollten sich bei ihren nationalen Behörden erkundigen, ob die jeweiligen Produkte noch zugelassen sind oder nicht.

Nach dem gegenwärtigen Konzept müssen Hersteller von Pflanzenschutzmitteln nachweisen, dass ihre Produkte die vorgeschriebenen Sicherheitsstandards erreichen. Die meisten dieser Produkte werden vom Markt genommen, weil die Hersteller es aus wirtschaftlichen Gründen ablehnen, einen solchen Nachweis nach den 2000-2001 von der Kommission festgelegten Notifizierungsverfahren zu erbringen. Soll dieser Nachweis erbracht werden, müssen die Hersteller den benannten Behörden in den Mitgliedstaaten sowie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bis Mai 2003 vollständige Unterlagen vorlegen. Bis über die Unbedenklichkeit entschieden ist, dürfen die betreffenden Pflanzenschutzmittel, für die Nachweise vorgelegt werden, ihre Zulassung behalten.

Für einige so genannte ‚wesentliche Verwendungszwecke‘ werden in manchen Mitgliedstaaten einige befristete Ausnahmeregelungen gelten. Dies betrifft Produkte, für deren Unbedenklichkeit die Hersteller keine Nachweise vorlegen, zu denen es aber keine unmittelbaren Alternativen gibt und gegen deren begrenzte und befristete Verwendung auch keine Bedenken bestehen.

Die Rücknahme dieser 320 Stoffe ist noch nicht alles. Im Juli 2003 könnten bis zu 150 weitere Stoffe vom Markt genommen werden, wenn die Kommission in Kürze wie erwartet eine zweite Notifizierung für weitere 200 Stoffe annimmt. Es wird erwartet, dass die Industrie beschließt, für bis zu 150 dieser Stoffe keine Nachweise vorzulegen. Die Kommission wird dann Anfang 2003 über das weitere Schicksal dieser Stoffe entscheiden.

Angesichts der 20 bereits früher und der 320 jetzt vom Markt genommenen Stoffe sowie der 150 Stoffe, die möglicherweise folgen, verschwinden somit über 60 Prozent aller Pflanzenschutzmittel, die 1993 auf dem Markt waren. Die Kommission beabsichtigt, bis Ende des Jahres 2008 über alle Stoffe, für die Nachweise vorgelegt werden, zu entscheiden und die Harmonisierung der für Pestizide zugelassenen Wirkstoffe in der EU abzuschließen.

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Greenpeace: Gentechnik-Versuchsfeld von Bayer außer Kontrolle

Themen: Archiv,Bienen — info @ 12:07

Gentechnisch verunreinigten Raps-Honig gefunden

Magdeburg/Leverkusen (agrar.de) – Nachdem Greenpeace am Dienstag genmanipulierten Raps-Honig aus Kanada entdeckt hatte, zeigt sich jetzt, dass auch deutscher Honig betroffen sein kann. Die Pollen eines Gentechnik-Versuchsfeldes von Bayer/Aventis südlich von Magdeburg haben dort erzeugten Bienenhonig gentechnisch verunreinigt. Dies belegen Laboranalysen von Greenpeace. Aus Protest gegen den ‚Gen-Honig von Bayer‘ errichten Greenpeace-Aktivisten heute vor der Zentrale des Bayer-Konzerns in Leverkusen eine 2,5 Meter große Honigglas-Attrappe und laden Gen-Raps ab. ‚Bayer schiebt Verbrauchern Gentechnik unter‘ steht auf einem Transparent. Greenpeace fordert von Bayer, keine Gen-Pflanzen mehr in freier Natur anzupflanzen, damit sich die Gentechnik nicht unkontrolliert ausbreitet.

‚Bienen beachten keine Flugverbotszonen‘, sagt Henning Strodthoff, Gentechnikexperte von Greenpeace. ‚Auf ihrer Suche nach dem süßen Nektar unterscheiden sie im gelben Teppich der Raps-Blüte nicht zwischen normalen Raps und Gen-Raps. So gelangen normaler und genveränderter Pollen in den Honig und dann bei uns auf’s Butterbrot. Bayer als verantwortliche Firma schiebt den Verbrauchern so die Gentechnik unter‘. Auch die Imker haben keine Möglichkeit, die Bienen von den Gen-Pflanzen fern zu halten.

Ulrich Hofmann, Vorsitzender des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes: ‚Honig aus Deutschland ist ein Qualitätsprodukt und so muss es auch bleiben. Verbraucher wollen keine Gentechnik im Essen. Wird unser Honig gentechnisch verunreinigt, brechen für die Imker wichtige Absatzmärkte weg. Die verantwortlichen Konzerne ziehen sich aus der Verantwortung, den Schaden tragen die Imker.‘

Der Gen-Honig stammt aus einem Feldversuch, bei dem Greenpeace und Imker im vergangenen Mai zur Blütezeit des Raps ein Bienenvolk in einem normalen Rapsfeld aufgestellt hatten. Dieses Rapsfeld liegt ca. 300 Meter entfernt von einem Gen-Rapsfeld der Firma Bayer/Aventis CropScience bei Biere/Eickendorf südlich von Magdeburg (Sachsen-Anhalt). In dem Honig, den die Bienen produziert haben, konnte Greenpeace jetzt eindeutig gentechnisch veränderte Bestandteile aus dem Bayer-Versuchsfeld nachweisen.

Deutscher Honig im Supermarkt ist noch weitgehend gentechnikfrei. Denn in Deutschland ist die Freisetzung von Gen-Raps nur auf Versuchsfeldern, nicht aber großflächig für kommerzielle Zwecke erlaubt. Dagegen ist kanadischer Honig bereits stark gentechnisch verunreinigt, da in Kanada Gen-Raps großflächig angebaut wird.

Greenpeace konnte zusätzlich nachweisen, dass sich der Gen-Raps des Bayer-Feldes auf die umliegenden normalen Rapsfelder ausgekreuzt hat. ‚Der Gen-Honig und die Ausbreitung des Gen-Raps auf fremde Felder zeigt, wie die Gentechnik außer Kontrolle gerät. Genveränderte Pflanzen gehören erst gar nicht auf den Acker. Nur so können Verbraucher und Umwelt geschützt werden‘, sagt Strodthoff.

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Saarland: Auf 600 Hektar wachsen nachwachsende Rohstoffe subtitel: Umweltministerium legt Mindesterträge fest

Themen: Archiv,NaWaRos,Saarland — info @ 12:07

Saarbrücken (agrar.de) – Im Saarland werden in diesem Jahr auf rund 600 Hektar stillgelegter Ackerfläche nachwachsende Rohstoffe wie Raps oder Lein angebaut. Für diese Flächen hat das Umweltministerium jetzt Mindesterträge festgelegt. Danach müssen bei Anbau von Winterraps mindestens 23 Doppelzentner pro Hektar geerntet werden, bei Sommerraps 16 Doppelzentner und bei Öllein neun Doppelzentner. Nur in begründeten Fällen dürfen diese Mindestmengen unterschritten werden.

Das Umweltministerium ist nach dem EU-Vorschriften verpflichtet, diese Mindestmengen festzulegen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass Landwirte Flächen offiziell stilllegen, die entsprechende EU-Prämie kassieren und auf diesen Flächen dennoch weiter Futter- oder Nahrungsmittel produzieren.

Das Umweltministerium unterstützt das Engagement der heimischen Landwirte auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe. ‚Rohstoffe vom Acker leisten einen Beitrag, um die nur begrenzt verfügbaren fossilen Ressourcen zu schonen und liefern umweltverträgliche Ausgangsstoffe für die Industrie mit innovativem Potential‘, so Landwirtschaftsminister Stefan Mörsdorf.

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Hormonskandal weiter sich aus

Themen: Futtermittel,Hormone — info @ 10:07

Den Haag/Düsseldorf (agrar.de) – Der neue Lebensmittelskandal um hormonverseuchtes Schweinefleisch aus den Niederlanden weitet sich aus. Neuen Informationen zufolge wurden knapp 7000 mit einem Wachstumshormon belastete Schweine aus den Niederlanden nach Deutschland verkauft. Das teilte das Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) in Berlin mit.

5.686 Tiere seien nach Nordrhein-Westfalen, 1.064 nach Niedersachsen und 230 nach Rheinland-Pfalz geliefert worden. Am Vortag waren die Behörden noch von rund 2.200 hormonell behandelten Schweinen ausgegangen. Außerdem gelangten nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums 37 Tonnen Hormon-belastetes Futtermittel an einen Betrieb, der daraufhin gesperrt wurde.

Die Schweine stammen aus einem Betrieb in den Niederlanden, in mit dem Hormon MPA (Medroxy-Progesteron-Azetat) belastetes Futtermittel verfüttert worden war. In Deutschland ist der Einsatz von Hormonen in der Tiermast verboten. Das Landwirtschaftsministerium in Den Haag lässt 42 verdächtige Schweinemästereien überwachen. 2.000 Schweinemastbetriebe wurden aufgefordert, eine Woche zu vermarkten, bis die Herkunft des Hormons geklärt ist. Sie dürfen keine Tiere schlachten oder exportieren, ohne deren Hormon-Freiheit nachzuweisen.

‚Wieder einmal hat die Futtermittelindustrie bei der Kontrolle geschlampt‘, sagte BMVEL-Staatssekretär Matthias Berninger (Grüne). Es müsse so schnell wie möglich auf Ebene der EU eine Positiv-Liste für die Bestandteile von Mischfutter geben. Die Frage, ob das Hormon absichtlich dem Futter beigemischt worden sei, um fettere Schweine zu züchten, sei noch offen, sagte Berninger.

Eine Spur führt nach Belgien: Die dortige Lebensmittelaufsicht teilte mit, dass die Firma ‚Bioland‘ im nordbelgischen Arendonk Hormon-belasteten Glucosesirup für die Herstellung von Schweinefutter verkauft habe.

Nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn sind die Verarbeitungswege des belasteten Schweinefleisches nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen. Es gebe zwar genaue Schlachtlisten. Aber das Fleisch werde anschließend häufig mit dem von anderen Tieren vermengt. Der größte Teil des Fleisches aus den Niederlanden sei vermutlich längst im Laden oder verzehrt.

In Niedersachsen sind nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums zwei Betriebe bekannt, die belastete Schweine oder Futtermittel erhalten haben. Ein Betrieb, der zwischen 30 und 35 Tonnen Hormon-versetztes Tierfutter aus den Niederlanden erhalten hat, wurde gesperrt. Die Behörden prüfen nun weitere Höfe im Grenzgebiet.

In Rheinland-Pfalz wurden die Schweine aus den Niederlanden nach Angaben des Umweltministeriums am 6. Mai importiert und sofort verarbeitet. Der betroffene Schlachthof liefere seine Fleischwaren weit über die Landesgrenzen hinaus.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) ist auf Grund der zu erwartenden niedrigen Rückstandsmenge im Fleisch und der schnellen Ausscheidung des Hormons nicht mit einer Gesundheitsgefährdung zu rechnen.

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Intelligente Unkrautbekämpfung

Themen: Archiv — info @ 10:07

Bonn (agrar.de) – Niederländische Agrarspezialisten suchen verzweifelt nach neuen Methoden, um unerwünschte Gewächse auf landwirtschaftlichen Nutzflächen in Schach zu halten. Das berichtet der Informationsdienst ‚Nachbarland Niederlande‚.

‚In der Unkrautbekämpfung gibt es keine Patentlösung‘, erklärt der Unkrautexperte Lammert Bastiaans von der Universität Wageningen. Kein Land gleicht dem anderen. Die Strategien können sogar von Acker zu Acker unterschiedlich sein. Scheuklappen weg und intelligent sein – so lautet die Devise. Dabei gilt es, Ertrag, Lebensmittelsicherheit und Umweltschutz gleichermaßen zu berücksichtigen.

Überall in Europa sucht man nach Methoden, um den Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft zu verringern. Aber wie? Als besonders effektiv hat sich die Methode falscher Saatbeete erwiesen. Man muss das Unkraut einfach nur überlisten! Das funktioniert wie folgt: Man macht eine Parzelle saatfertig, lässt die Saat aufkeimen und beginnt dann mit der Unkrautbekämpfung, noch bevor die Hauptkultur ausgesät wurde.

Mit dieser Methode lässt sich der Unkrautdruck hervorragend verringern. Ein Nachteil besteht jedoch darin, dass sich die Ernte einen Monat nach hinten verschiebt. Ist diese Verzögerung akzeptabel? In Ländern wie Deutschland und den Niederlanden vielleicht, aber wie sieht es in den beliebten Urlaubsländern rund um das Mittelmeer aus? Ein strahlend blauer Himmel mag ein Segen für Sonnenanbeter sein, den Pflanzen auf den Feldern jedoch macht die Trockenheit arg zu schaffen. Sie drohen zu verdorren. Zeitraubende Spielereien mit falschen Saatbeeten können hier der Ernte den Garaus bereiten. Eine fortschrittliche Methode zur Verringerung des Chemikalieneinsatzes kommt aus der Technik. Feinelektronik und eine bis auf den Quadratmeter genaue Standortbestimmung per Satellit ermöglichen eine sehr genaue Dosierung. Die Entwicklung der Pflanze wird bis ins Detail verfolgt. Dadurch kann man – wohl wissend, in welchem Stadium sich das Unkraut am besten bekämpfen lässt – genau bestimmen, wann und in welchen Mengen gespritzt werden sollte. Diese Methode schont die Umwelt und reduziert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Die mechanische Unkrautbekämpfung hat in den letzten Jahren deutlich an Boden gewonnen. Moderne Unkrautstriegel dringen mit ihren Zinken bis in die Pflanzenreihen durch. Eine echte Errungenschaft. Vorher wurde lediglich der Wildwuchs zwischen den Reihen entfernt. Bauern vom alten Schlag staunen nicht schlecht, wenn sie sehen, wozu die modernen Jät- und Hackmaschinen imstande sind. Sowohl die Wissenschaftler als auch Praktiker wissen nur allzu gut, dass jede Methode ihren Preis hat. Manchmal lässt sich das Unkraut schon durch eine Anpassung der Anbaumethoden reduzieren. So kann der Erzeuger beispielsweise eine neue Sorte wählen oder die Saatdichte erhöhen. Auch der sozial-ökonomische Aspekt spielt eine Rolle, betont der Unkrautexperte Bastiaans. Die Reisbauern in Südostasien wissen nur allzu gut, dass durch geschicktes Umpflanzen der Kulturpflanze das Unkraut geringere Überlebenschancen hat. Ein zartes Pflänzchen, das im Schatten einer kräftigen Reispflanze wächst, ist mit einem Athleten zu vergleichen, der die 400 Meter mit einer halben Runde Rückstand beginnt.

Das Umpflanzen wurde Jahrhunderte lang systematisch angewandt. Diese äußerst arbeitsintensive Methode ist mittlerweile jedoch unbezahlbar geworden. An ihre Stelle ist die Direktsaat getreten. Eine vergleichbare Entwicklung ist auch in unseren Regionen zu beobachten, wo die manuelle Arbeit mit der Stoßhacke aus der Landschaft verschwunden ist.

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COPA/COGECA bestehen auf praxisgerechter Rückverfolgbarkeit von GVO

Themen: Archiv — info @ 10:07

Brüssel (agrar.de) – In ihren Kommentaren zu der Abstimmung über gentechnisch veränderte organismen (GVO) im Europäischen Parlament stimmten die Präsidenten der Dachverbände der europäischen Landwirte und Genossenschaften COPA und COGECA, die Herren Sinnleitner und Borgström der Auffassung des Parlaments zu, das Rückverfolgbarkeits- und Etikettierungssystem nicht auf Fleisch, Eier und Milchprodukte von mit GVO-haltigen Produkten gefütterten Tieren auszudehnen. Die italienische Confederazione Nazionale Coltivatori Diretti (COLDIRETTI) teilt diese Auffassung allerdings nicht. Sie vertritt die Auffassung, dass Produkte, die mit Hilfe eines GVO-Prozesses gewonnen wurden, als genetisch verändert zu kennzeichnen sind.

COPA und COGECA begrüssten auch die Stellungnahme des Parlaments zugunsten eines kohärenten und klaren Rückverfolgbarkeits- und Etikettierungssystems von Lebensmittelerzeugnissen, die ausgehend von genetisch veränderten Produkten hergestellt wurden. Dennoch sind COPA und COGECA der Auffassung, dass die Rückverfolgbarkeit und Etikettierung von Lebensmittelerzeugnissen nicht greifen dürfe, wo GVO-DNS oder Proteine nicht aufgespürt werden können.

In bezug auf die Festsetzung von Schwellenwerten für die Vermarktung und Etikettierung sind COPA und COGECA der Auffassung, dass dies eine nicht unwesentliche Rolle für die Herstellung der notwendigen Rechtssicherheit spielt. COPA und COGECA haben bereits gefordert, dass die notwendigen Schwellenwerte, in der Kommissionsverordnung und nicht über Ausschussverfahren festgelegt werden sollten. COPA und COGECA schliessen sich der Auffassung an, dass die Absenkung des Schwellenwerts auf 0,5 Prozent (gegenüber 1 Prozent, wie ursprünglich von der Kommission vorgeschlagen), nicht zu einem praktikablen und zuverlässigen GVO- Rückverfolgbarkeitssystem führt. Insbesondere erscheine der Schwellenwert von 0,5 Prozent für GVO-Saatgut nicht als praxisgerecht.

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Mit einem Hektar Raps um die ganze Welt

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 09:07

Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe für AUDI

Würzburg (agrar.de) – Mit Biodiesel aus einem Hektar Raps einmal um die ganze Welt – AUDI macht´s möglich: Ihre Diesel-Motoren schlucken seit 1997 auch Biokraftstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen, und zwar ohne Leistungsminderung. Der Ingolstädter Autohersteller hat inzwischen bei allen Diesel-Modellen serienmäßig den Umstieg auf Biodiesel vorgesehen. Für diese richtungsweisende Innovation erhält AUDI den diesjährigen Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe des Landwirtschaftsministeriums. Landwirtschaftsminister Josef Miller wird den mit 10 000 Euro dotierten Preis am Samstag, 6. Juli, bei einem Festakt im Gartensaal der Würzburger Residenz an den Entwicklungs-Vorstand von AUDI, Dr. Werner Mischke, übergeben. Miller dazu im Vorfeld: ‚AUDI hat durch hervorragende Leistungen seiner Entwicklungsingenieure entscheidend zur breiten Markteinführung der umweltfreundlichen Treibstoffe beigetragen.‘

Bei der gleichen Veranstaltung übereicht der Minister auch den ‚Ernst-Pelz-Preis 2002‘. Urkunde und 10.000 Euro gehen an Anton Dingl, den ehemaligen Umweltreferenten von Altötting. Dingl hat durch großen persönlichen Einsatz Aufbau und Betrieb eines der größten Biomasse-Heizwerke in Bayern gemanagt. Seine Erfahrungen in Altötting kommen auch dem Heizwerk in Reit im Winkl zugute. Um die Bioenergie weiter voran zu bringen, wirkt Dingl derzeit noch an einem europäischen Projekt mit, das bestehende und künftige Biomasse-Heizwerke in ein Franchise-System einbinden soll. Laut Miller hat Dingl großen Anteil daran, dass heute Biomasse-Heizwerke immer mehr Beachtung finden. Der Ernst-Pelz-Preis wird ebenso wie der Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe heuer bereits zum zehnten Mal verliehen.

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04. Juli 2002

BWV: Gespräch mit Bioverbänden

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 15:07

Koblenz (agrar.de) – Vertreter von Bioanbauverbänden trafen sich zum Gespräch mit dem Präsidenten des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Leo Blum und dem Hauptgeschäftsführer Dr. Josef Derstappen. Präsident Blum lud zu dem Gespräch, um vor allem die Nitrofenproblematik zu besprechen, die bisher Rheinland-Pfalz nicht betroffen hat. Die Vertreter der Bioanbauverbände unter der Leitung von Manfred Nafziger, dem Vorsitzenden vom Bioland-Landesverband, wiesen daraufhin, dass kriminelle Energien kaum zu bekämpfen seien. Wo Geld zu verdienen sei, seien auch Menschen mit unlauteren Gedanken am Werk. Die Nitrofenproblematik sei bereits im Dezember 2001 von der Firma Hipp erkannt worden. Trotzdem habe es bis Mai diesen Jahres gedauert, bis Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast davon erfahren habe. Dies sei der eigentliche Skandal.

Die heimischen Bioanbaubetriebe und Direktvermarkter hätten keine Probleme mit dem Nitrofenskandal gehabt. Sie verzeichneten sogar einen Vertrauensgewinn.

Präsident Leo Blum kritisierte den Lebensmitteleinzelhandel, der überhastet reagierte und teilweise Bioware ohne Not auslistete. Die Regionalität müsse auch künftig verstärkt hervorgehoben werden. Allerdings, so betonten die Vertreter der Ökoanbauverbände, könnten nur 5 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe ihre Produkte über Direktvermarktung absetzen. Die Direktvermarktung sei nun mal eine Nische und nicht für den Mengenabsatz geeignet.

Der Lebensmitteleinzelhandel sollte vom Bauern- und Winzerverband verstärkt angesprochen und in die Pflicht genommen werden. Blum entgegnete, dass dies nur dort Sinn mache, wo eigenständige Unternehmen in Handelsketten integriert seien. Handelsketten selbst würden sich von Verbänden keine Vorschriften machen lassen. Dies hätten die bisherigen Gespräche zwischen Bauernverbänden und Lebensmitteleinzelhandel bereits gezeigt.

Alle Anwesenden waren sich darüber einig, dass die Masse der Bürgerinnen und Bürger letztlich ihre Lebensmittel billig einkaufen wolle. Hinzu komme, erklärte der Präsident, dass das EU-Biosiegel die Verbraucher weiter verunsichere. Es sei ein Siegel für ökologisch erzeugte Produkte, die allerdings billig angeboten würden. Letztlich sei dieses Siegel mit weit weniger Auflagen behaftet, als die der deutschen Bioanbauverbände.

Nafziger fügte hinzu, dass durch das Biosiegel mittlerweile Bio-Importe möglich seien, deren Konkurrenzverhalten zu den heimischen Produkten allerdings noch abzuwarten sei. Kritisch werde die unterschiedliche Förderung einzelner Betriebe innerhalb Deutschlands gesehen. Es gäbe Bundesländer, wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen, die bei der Förderung ihrer ökologisch wirtschaftenden Betriebe keine Prämiendeckelung vorgesehen hätten, während in Rheinland-Pfalz eine Obergrenze bestünde. Somit könnten selbst innerhalb Deutschlands, je nach Bundesland viele Biobetriebe kostengünstiger produzieren, als beispielsweise die rheinland-pfälzischen Betriebe.

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die Kontrollmaßnahmen, die auf EU-Ebene verbessert werden müssten.

Auch die Futtermittelindustrie, so der Hauptgeschäftsführer Dr. Josef Derstappen, müsse ein anderes Verhalten als bisher an den Tag legen. Mehr Verantwortung für die Futtermittelproduktion und deren Kontrolle sei unerlässlich.

Nafziger fügte hinzu, dass die Futtermittelproben bei den Firmen und nicht bei den landwirtschaftlichen Unternehmen gezogen werden müssten. Letztlich seien die Futtermittelfirmen für die Futtermittelherstellung verantwortlich.

Die anwesenden Verbandsvertreter waren sich darin einig, dass die Ökoanbauverbände und der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau überwiegend gleiche Ziele verfolgten. In Zukunft werde die Sacharbeit für die Ökoanbauverbände auch verstärkt in Zusammenarbeit mit dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau durchgeführt, um die Interessen gegenüber der Politik und den vor- und nachgelagerten Bereiche zu bündeln.

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