08. Juli 2002

EU-Kommission genehmigt 72 Mio. Euro für Naturschutzvorhaben in EU-Staaten und Beitrittsländern

Themen: Archiv — info @ 15:07

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat für siebzig Naturschutzvorhaben in der Europäischen Union und fünf Beitrittsländern die Gewährung von Zuschüssen im Rahmen von LIFE-Natur geenehmigt. Die Vorhaben stehen für Investitionen von insgesamt 130 Millionen Euro in den Naturschutz, zu denen die Europäische Union bis zu 72 Millionen Euro beiträgt. Dreizehn dieser Vorhaben befinden sich in Beitrittsländern – Estland, Ungarn, Lettland, Rumänien und Slowenien. Ziel der LIFE-Natur-Vorhaben sind Schutz und Wiederherstellung von Lebensräumen und die Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt in der Europäischen Union.

Die für Umweltschutz zuständige Kommissarin Margot Wallström sagte: ‚Das LIFE-Natur-Programm ist ein grundlegendes und weitreichendes Instrument, um die europäische Naturschutzpolitik in die Praxis umzusetzen‘.

Die diesjährigen LIFE-Natur-Vorhaben werden durch die Wiederherstellung von Schutzgebieten, den Aufbau nachhaltiger Bewirtschaftungsstrukturen und die Stärkung des Bewusstseins der Öffentlichkeit weiter zum Aufbau des Natura-2000-Netzes beitragen. Bislang laufen LIFE-Natur-Vorhaben in etwa 8% der Natura-2000-Schutzgebiete in der EU, mit Verbindungen zu vielen weiteren Vorhaben.

LIFE-Natur ist einer von drei Bestandteilen von LIFE. LIFE unterstützt Vorhaben zur Förderung eines besseren praktischen Umwelt- und Naturschutzes in der Europäischen Union finanziell. Für das derzeitige, bis 2004 laufende Programm LIFE III stehen Mittel in Höhe von 640 Millionen Euro zur Verfügung. Knapp die Hälfte des gesamte LIFE-Budgets steht für LIFE-Natur-Vorhaben zur Verfügung(1).

LIFE-Natur wurde erstmals 1992 aufgelegt, um den Aufbau von Natura 2000, einem im Rahmen der Vogelschutz- und der Habitatrichtlinie geschaffenen gesamteuropäischen Netz von Schutzgebieten, zu unterstützen. Die 15.000 Gebiete des Netzes, die etwa 15 Prozent der EU-Fläche abdecken, müssen bis 2004 ausgewiesen sein. Viele LIFE-Natur-Vorhaben sind auf Natura-2000-Gebiete ausgerichtet; andere haben den Schutz von Arten zum Ziel, die in der Vogelschutz- und der Habitatrichtlinie aufgeführt sind. Die von den Antragstellern vorgeschlagenen Maßnahmen – von der Wiederherstellung und der Bewirtschaftung bestimmter natürlicher Lebensräume bis zur Verbesserung der Bedingungen für eine bestimmte Art – müssen vollständig mit den EU-Richtlinien konform sein.

Neue Anträge im Jahr 2002

In der Auswahlrunde 2002 gingen bei der Kommission 188 Anträge ein, von denen 154 (82 Prozent) als förderfähig eingestuft wurden. Nach Beurteilung und Billigung durch den Habitat-Ausschuss der EU wurden, basierend auf der Qualität der Vorschläge, 70 Vorhaben (37 Prozent der Anträge) aus 19 Ländern für eine Finanzierung ausgewählt. 56 befinden sich in der EU und 13 in den teilnehmenden Beitrittsländern. Die erfolgreichen Vorhaben erfüllen eines der drei grundlegenden Kriterien der LIFE-Natur-Vorhabenauswahl. Diese sind:

– die Erhaltung der von den Mitgliedstaaten im Rahmen der Habitat-Richtlinie vorgeschlagenen Gebiete (56 Prozent)

– die Erhaltung der im Rahmen der Vogelschutzrichtlinie als Besondere Schutzgebiete ausgewiesenen Gebiete (24 Prozent)

– die Erhaltung von Tier- und Pflanzenarten, die in der EU als wichtig angesehen werden (20 Prozent)

Die Ausweitung von LIFE auf die Beitrittsländer ermöglicht es diesen Ländern, sich durch LIFE-Natur-Vorhaben auf die praktische Umsetzung der Vogelschutz- und der Habitatrichtlinie vorzubereiten.

Sowohl die verfügbaren Mittel als auch die Zahl der Vorhaben ging 2002 im Vergleich zur Auswahl 2000-01 zurück. Dies war zu erwarten, da die Runde 2000-01 zwei Jahre abdeckte, nachdem im Jahr 2000 keine Auswahlrunde stattfand. Der durchschnittliche Umfang der im Jahr 2002 ausgewählten Vorhaben nahm jedoch bezogen auf das Gesamtbudget um 15 Prozent zu. Seit Beginn von LIFE-Natur sind die Gesamtinvestitionen in Vorhaben ständig gestiegen, von 70 Millionen Euro im Jahr 1992 auf durchschnittlich 97 Millionen Euro für die Jahre 1999-2001. Die vorgeschlagenen Investitionen von 130 Millionen Euro in diesem Jahr folgen dieser Tendenz.

Die EU-Fördermittel decken rund 55% der Projektkosten für 2002. Die verbleibenden 58 Millionen Euro kommen von den Begünstigten, Partnern und Kofinanzierern.

Eine Vielfalt von Lebensräumen und eine starke Partnerschaft zwischen den Projektbeteiligten

Mehr als die Hälfte der diesjährigen Vorhaben (38) sind auf unter die Habitat-Richtlinie fallende Gebiete und Arten ausgerichtet, weitere 18 Vorhaben betreffen in der Vogelschutzrichtlinie aufgeführte Vogelarten. Die übrigen 14 Vorhaben betreffen aufgelistete Arten ohne Bezug zu bestimmten Gebieten. Die auf Natura-2000-Gebiete ausgerichteten Vorhaben decken die gesamte Bandbreite von Lebensräumen ab. Flüsse und Feuchtgebiete sind besonders gut vertreten. Fast die Hälfte der Vorhaben decken mehr als eine Lebensraumart ab. Die am häufigsten vorgeschlagenen Maßnahmen betreffen Aufstellen und Umsetzung von Managementplänen, die Bewirtschaftung von Wasserläufen, Landkäufe (vor allem in Nordeuropa), die Weidebewirtschaftung, den Schutz exotischer Arten und die Wiederherstellung und Verbesserung von Gebieten. Das Spektrum der Maßnahmen ist jedoch sehr breit und reicht von der kontrollierten Fütterung von Geiern bis zur Isolation von Überlandleitungen.

An Naturschutzmaßnahmen sind häufig öffentliche Einrichtungen beteiligt, so dass die Begünstigten von LIFE-Natur vorwiegend (70 Prozent) regionale und lokale Behörden sind. Weitere 25 Prozent sind Nichtregierungsorganisationen (NGO). Fast drei Viertel der Begünstigten arbeiten in Partnerschaften, zumeist zwischen einer staatlichen Stelle und einer im Naturschutz tätigen Nichtregierungsorganisation. Auf diese Weise verbinden sich Fachkenntnisse mit administrativer Planung – das beste Erfolgsrezept für die Sicherung der Lebensfähigkeit von Schutzgebieten. Etwas über die Hälfte der Begünstigten von LIFE-Natur (51 Prozent) im Jahr 2002 sind neu ausgewählt. Dies ist ein klarer Beweis dafür, dass im Rahmen des Programms weiterhin Neuland betreten wird.

Die Nachhaltigkeit der LIFE-Natur-Maßnahmen ist ein wichtiges Kriterium für die Auswahl der Vorhaben. Besondere Aufmerksamkeit wird ferner der Beteiligung der Bürger und der lokalen Gebietskörperschaften gewidmet. Die Begünstigten sind verpflichtet, im Rahmen ihrer Vorhaben die Öffentlichkeit aufzuklären; bevorzugt werden Vorhaben, die eine langfristige Bewirtschaftung der Gebiete gewährleisten.

Einbeziehung des Naturschutzes in die alltägliche Wirtschaftstätigkeit

Die Natur muss oft mit alltäglichen Aktivitäten des modernen Lebens koexistieren und einige LIFE-Natur-Vorhaben wollen dies erleichtern. In Österreich wird der natürliche Wert der Donauauen im Rahmen von Bauarbeiten geschützt, um die Lebensfähigkeit des Flusses als wichtiger europäischer Wasserweg zu erhalten. In Nordengland zielt ein Vorhaben in einem benachteiligten Hochlandgebiet auf die Umstellung der Weidewirtschaft auf ein mit dem Naturschutz vereinbares System ab. Gleichzeitig wird es wirtschaftliche Erträge für den ländlichen Raum bringen. Ein vergleichbares Vorhaben wird in Ungarn gestartet. In Griechenland läuft der Schutz einer seltenen Schildkrötenart parallel zur handwerklichen Berufsfischerei.

Zusammenfassungen dieser Vorhaben sind im Anhang zu finden. Weitere Einzelheiten zu jedem der 70 neuen Vorhaben sind, nach Ländern geordnet, im Internet zu finden. Erläuternde Texte sind in den Landessprachen (EU-Länder), Englisch und Französisch verfügbar, ebenso weitere Informationen zum Natura-2000-Netz.

Anhang – Überblick über LIFE-Natur-Vorhaben im Jahr 2002 nach Ländern

ÖSTERREICH

Anzahl der geförderten Vorhaben: 2

Ein Vorhaben ist auf den Schutz der kleinen Braunbärpopulation in den österreichischen Alpen ausgerichtet, die derzeit auf nur 25 bis 30 Tiere geschätzt wird. Das Vorhaben wird frühere LIFE-Natur-Arbeiten fortsetzen mit dem Ziel, mehr über die Verbreitung der derzeitigen Population und die Faktoren herauszufinden, die sie so klein halten.

Das zweite Vorhaben dient der Wiederherstellung der natürlichen Umwelt der Donau auf drei Kilometern Länge, im Rahmen des Donauauen-Nationalparks in den Donauauen östlich von Wien. Das Vorhaben ist ein Pilotprojekt im Rahmen eines integrierten Flussbauplans, der darauf abzielt, die Funktion der Donau als internationaler Schifffahrtsweg mit dem Naturschutz zu verbinden.

BELGIEN

Anzahl der geförderten Vorhaben: 4

Dieses Jahr gibt es zwei Vorhaben in Wallonien und zwei Vorhaben in Flandern. Die Vorhabenstandorte sind gleichmäßig über das Land verteilt, von der Küste bis zu den Ardennen.

Ein Vorhaben dient der Wiederherstellung von drei Flusslebensräumen in den Ardennen für die Perlmuschel, eine bedrohte Art.

Die anderen drei Vorhaben betreffen die seltene und bedrohte Vegetation. Ein Vorhaben dient der Wiederherstellung von Grasdünen in der Ijzerbucht an der flämischen Küste. Nördlich von Brüssel wird im Rahmen eines anderen Vorhabens ein großes Feuchtwiesen- und Marschgebiet mit einer reichhaltigen Pflanzenvielfalt wiederhergestellt. Beim letzten Vorhaben werden 180 Hektar kalkartiges Grasland auf den Hängen der mittleren Maas und ihrer Nebenflüsse wiederhergestellt.

DÄNEMARK

Anzahl der geförderten Vorhaben: 3

Zwei Vorhaben befassen sich mit den langfristigen Auswirkungen der Verschmutzung durch Abwässer und Haushaltsabfälle auf eine salzhaltige Lagune und einen natürlich eutrophierten See. In beiden Fällen liegen die Ursachen der Verschmutzung außerhalb des Gebiets, doch ihre Auswirkungen müssen ‚ausgespült‘ werden. Dies ist notwendig, um die Akkumulierung von Nährstoffen zu verhindern, die es den Seen unmöglich machen, ihr natürliches Gleichgewicht wiederzufinden. Eine Reihe praktischer innovativer Techniken werden genutzt, die ähnlichen Initiativen andernorts als Leitfaden für vorbildliche Verfahren dienen könnten.

Ausgedehnte Dünen an der Westküste Jütlands sind Gegenstand des dritten Vorhabens. Gegen die Hauptbedrohung der 24.000 Hektar Dünen wird durch ein Programm zur großangelegten Beseitigung exotischer Koniferen und die Wiederansiedlung der natürlichen Mischvegetation durch Abbrennen, Abweiden und Schneiden vorgegangen.

ESTLAND

Anzahl der geförderten Vorhaben: 2

Ein Vorhaben legt den Schwerpunkt auf die reichen Waldbestände Estlands, in denen ein erheblicher Anteil der prioritären Lebensräume gemäß der Habitat-Richtlinie liegt. Die Schutzmaßnahmen erstrecken sich auf 20 Gebiete und über 500 Quadratkilometer. Die Maßnahmen betreffen Landkäufe, Bewirtschaftungspläne, Einrichtungen für Besucher und die Aufklärung der örtlichen Bevölkerung und der Besucher. Das zweite Vorhaben im Karula-Nationalpark wird auf traditionelle landwirtschaftliche Praktiken hinwirken, die mit dem Naturschutz vereinbar sind. Damit werden die Umweltschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft vorweggenommen, die in Estland im Rahmen der EU-Verordnung zur Förderung des ländlichen Raums eingeführt werden müssen.

FINNLAND

Anzahl der geförderten Vorhaben: 6

Die Vorhaben in diesem Jahr decken alle Regionen Finnlands, mit Ausnahme von Lappland ab und betreffen 92.000 Hektar an Natura-2000-Gebieten.

Ein Vorhaben ist auf Natura-2000-Gebiete in den Vorstädten von Finnlands drittgrößter Stadt Turku (am Bottnischen Meerbusen) ausgerichtet. Ein weiteres Vorhaben ist ein Pilotprojekt zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in Natura-2000-Gebieten am Simojoki-Fluss in Norrbotten.

Die anderen Vorhaben betreffen typisch finnische Lebensräume – Wälder und Sümpfe – in wenig bevölkerten Gebieten. Ziel ist die Wiederherstellung von über 1300 Hektar Sümpfe, die alle als prioritäre Lebensräume eingestuft sind und deren Zustand sich verschlechtert hat. Dabei werden auf etwa 500 Hektar Wald abgestorbenes Holz vor Ort belassen und kontrollierte Brände gelegt. 21 Kilometer natürlicher Flussläufe und 1300 Hektar Seengebiet, die wichtige Lebensräume für Vögel sind, werden wiederhergestellt.

Die Vorhaben umfassen mehrere neue Maßnahmen: ein Naturwiederherstellungs-Computerspiel und die Entwicklung einer GIS-gestützten Naturkarte, die auf Mobiltelefone heruntergeladen werden kann.

FRANKREICH

Anzahl der geförderten Vorhaben: 1

Dieses Vorhaben ist auf das untere Aintal in der Region Rhône-Alpes ausgerichtet. Es zielt ab auf die Wiederherstellung des Ökosystems des Flusses und den Schutz der damit zusammenhängenden Lebensräume und Arten.

DEUTSCHLAND

Anzahl der geförderten Vorhaben: 5

Die seltene Wasserpflanze Schierlings-Wasserfenchel (Oenanthe conioides) kommt auf der Welt einzig in einem 65 km langen Abschnitt der Elbe auf beiden Seiten von Hamburg vor, sowohl in Brack- als auch in Frischwasser, das stark den Gezeiten ausgesetzt ist. Da es nur noch 2000 Pflanzen gibt, wird dieses Vorhaben ihren Lebensraum vergrößern durch Öffnung der Elbdeiche und die Flutung von 90 Hektar Land, die an die Außenbezirke von Hamburg angrenzen. Um sicherzustellen, dass dadurch die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet wird, sind zahlreiche Baumaßnahmen eingeschlossen.

In Niedersachsen wird im Rahmen eines neuen Vorhabens die Arbeit des früheren LIFE-Natur-Vorhabens für Kauf und Wiederherstellung von 2.500 Hektar Feuchtgebieten im Dümmer-Gebiet ausgeweitet. Dadurch kann der Dümmer zu einem ‚Fünf-Sterne‘ Rast- und Futtergebiet für Zugvögel werden.

Im Rahmen eines dritten Vorhabens wird Grasland zwischen Weinbergen und Obstplantagen in Rheinland-Pfalz wiederhergestellt. Dieses Gebiet ist Lebensraum vieler seltener Pflanzen. Ihre Erhaltung wird sichergestellt, indem Schäfer dazu aufgefordert werden, ihre Schafe dort weiden zu lassen, und indem die unzweckmäßige Nutzung zu Erholungszwecken untersagt wird.

Wie in Belgien und Spanien ist die Perlmuschel Gegenstand eines Vorhabens an der bayrisch-tschechischen Grenze. Direktmaßnahmen werden getroffen zur Umgestaltung von Flussabschnitten, um einen geeigneten Lebensraum für die Muscheln und die Fische, von denen sie abhängen, zu schaffen. Das Vorhaben wird mit anderen EU-finanzierten Vorhaben zur Bekämpfung der Grundwasserverschmutzung koordiniert.

Das fünfte Vorhaben umfasst eine Reihe von erhaltenden Bauarbeiten zur Verbesserung der Qualität eines Netzes von Feuchtgebietlebensräumen in Ausläufern der Alpen in Baden-Württemberg, die zum Teil als prioritär gemäß der Habitat-Richtlinie eingestuft sind.

GRIECHENLAND

Anzahl der geförderten Vorhaben: 6

Drei der sechs Vorhaben betreffen ‚Ramsar‘-Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (‚Ramsar‘ ist ein Vertrag, der Feuchtgebiete weltweit umfasst) am Mikri-Prespa-See, im Nestosdelta und in der Nestosschlucht sowie in der Kotychilagune. Zwei weitere Vorhaben betreffen Greifvögel: den Mönchsgeier im Dadiawald und den Bartgeier in den Bergen Kretas. Das letzte Vorhaben ist auf den Schutz der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) vor den Gefahren der örtlichen Fischerei ausgerichtet.

UNGARN

Anzahl der geförderten Vorhaben: 4

Zwei Vorhaben betreffen die großflächige Wiederherstellung des Hortobagy-Nationalparks (ostungarische Steppe). Beim ersten Vorhaben wird ein 6.650 Hektar großer Teil des Parks wiederhergestellt, indem alte Deiche und Bewässerungskanäle, die zur Schaffung von Reisfeldern errichtet worden waren, beseitigt werden. Beim zweiten Vorhaben werden organische Landwirtschaft und Naturschutz kombiniert durch die Weidebewirtschaftung traditioneller Rinder-, Schaf- und Schweinerassen auf 2.000 Hektar Steppe und Feuchtgebieten.

Das dritte ungarische Vorhaben ist auf die Erhaltung von Angelika (Angelica palustris) ausgerichtet, einer bedrohten Pflanzenart, die auf Überschwemmungsflächen vorkommt. Das Vorhaben auf 2.600 Hektar umfasst Landkäufe und die Wiederherstellung von Lebensräumen, um 11 Gebiete von guter Qualität für die Arten zu sichern.

Beim vierten Vorhaben geht es um die Erhaltung des Karpathischen Kaiseradlers. Dieser große osteuropäische Greifvogel ist bedroht durch die veränderte Nutzung landwirtschaftlicher Flächen. Das Vorhaben umfasst Maßnahmen, mit denen die Verringerung des Bestands gestoppt werden soll. Die Ausweisung von für die Art wichtigen Gebieten wird vorbereitet und für die Adlergebiete werden Bewirtschaftungsleitlinien ausgearbeitet. Die unmittelbare Bedrohung wird verringert, beispielsweise durch die Isolierung von Überlandleitungen.

IRLAND

Anzahl der geförderten Vorhaben: 1

Das einzige irische Vorhaben liefert einen strategischen Ansatz zur Erhaltung von Flächenmooren durch Maßnahmen in 14 verschiedenen Gebieten. Über 1.200 Hektar Flächenmoore im Besitz der Forstwirtschaft werden wiederhergestellt. Zu den Maßnahmen zählen die Errichtung von Zäunen, das Blockieren von Gräben und die Abholzung von Koniferenplantagen. Dadurch können die geeigneten Bedingungen für die Regeneration der natürlichen Moore geschaffen werden. Eine Reihe von Gebieten wird auch der Demonstration dienen, um die Öffentlichkeit über diesen Lebensraum und Natura 2000 allgemein aufzuklären.

ITALIEN

Anzahl der geförderten Vorhaben: 7

Mit einer Ausnahme befinden sich alle Vorhaben in Gebieten, die bereits durch nationale Rechtsvorschriften geschützt sind, d.h. in National- oder Regionalparks oder Naturreservaten.

Hauptziel der italienischen Vorhaben in diesem Jahr ist der Schutz unterschiedlicher Arten von Feuchtgebieten: Flussufer, Seeufer, Marschen, Salzsümpfe, Moore und Teiche. Viele von ihnen sind aufgrund ihrer Lage auf der Nord-Süd-Route der Zugvögel auch von strategischer Bedeutung. Andere Vorhaben sind auf die Erhaltung von Dünen in Südsizilien und von Grasland in den Piemonteser Alpen ausgerichtet. Zusätzlich gilt ein Vorhaben dem Schutz einer in den Abruzzen heimischen Ziegenart (Rupicapra pyrenaica ornata), einer in der Habitat-Richtlinie aufgelisteten prioritären Unterart.

Fünf der sieben erfolgreichen Antragsteller sind neu im Rahmen der LIFE-Natur-Vorhaben.

LETTLAND

Anzahl der geförderten Vorhaben: 2

In Lettland gibt es große Gebiete mit wertvollen Lebensräumen und zahlreiche Arten, die auf kleine und isolierte Gebiete in der EU beschränkt sind. Beide in diesem Jahr genehmigten Vorhaben werden Lettland helfen, sich auf die Beteiligung an Natura 2000 vorzubereiten. Das erste Vorhaben betrifft eine Erhebung zum Naturschutzwert der gesamten Küste. Dazu zählt eine umfassende Bewirtschaftung der Dünen, um Schäden durch die rasch wachsenden Besucherzahlen zu vermeiden. Das zweite Vorhaben zielt ab auf die langfristige Erhaltung verschiedener prioritärer Lebensräume und Arten im Kemeri-Nationalpark. Dazu gehört die Wiederherstellung eines der größten verbliebenen Hochmoore in Europa.

NIEDERLANDE

Anzahl der geförderten Vorhaben: 1

Das Vorhaben betrifft das Ilperveld, 300 Hektar Torfgrasland innerhalb eines Gebiets von 1.800 Hektar nördlich von Amsterdam. Das Gebiet ist traditionelles Brutgebiet für Stelzvögel und Enten. Veränderungen in der Landwirtschaft wie beispielsweise die Umstellung der Heuwiesen auf Schafweiden, die Einstellung der Gülleausbringung und die ‚Verstopfung‘ der Kanäle haben zu einem Rückgang der Brutpopulation der Vögel, insbesondere der Uferschnepfe und der Schnepfe, geführt. Das Vorhaben möchte diesen Trend umkehren, indem die Verseuchung der Binsen durch Mähen und den Einsatz ‚leichter‘ Naturdünger gestoppt wird. Dazu zählt auch der Bau einer neuen Produktionsanlage für Ökodünger, in der in dem Gebiet gemähte Binsen verwertet werden.

PORTUGAL

Anzahl der geförderten Vorhaben: 4

14 Natura-2000-Gebiete sind Ziel der neuen Vorhaben.

Zwei Vorhaben sind auf die Erhaltung von zwei Vogelarten, der Zwergtrappe und des Rötelfalkens, und ihrer Lebensräume an sieben Standorten im Alentejo ausgerichtet. Beides sind Pilotprojekte, bei denen Vereinbarungen mit den Landwirten geschlossen werden sollen zur Annahme von Erhaltungsmaßnahmen und zur Ausweitung der Gebiete mit für diese Arten günstigen Lebensräumen. Die Vereinbarungen werden die Grundlage bilden für Planung von Gebieten für die Arten.

Ein drittes Vorhaben ist ausgerichtet auf die Wiederherstellung verschlechterter und die Erhaltung bestehender Lebensräume durch eine traditonelle landwirtschaftliche Flächennutzung in der Sierra da Estrela (Nordostportugal). Mit dem vierten Vorhaben soll der Rückgang von acht bedrohten Pflanzenarten durch Ausweitung ihrer Verbreitung und Erhöhung des Bestands verhindert werden.

RUMÄNIEN

Anzahl der geförderten Vorhaben: 3

Beim ersten Vorhaben wird LIFE-Natur die Erhaltung, Bewirtschaftung und Wiederherstellung lebensfähiger Populationen von Braunbär, Wolf und europäischem Luchs im Vrancea-Bezirk durch die Ausarbeitung und Umsetzung eines lokalen Bewirtschaftungsplans für diese Arten finanzieren.

Die beiden anderen Vorhaben betreffen die Wiederherstellung und Bewirtschaftung von zwei Feuchtgebieten: Comana, das größte in Südrumänien, und die Satchinez-Marschen. Beim letztgenannten Vorhaben handelt es sich um die Fortsetzung eines früheren LIFE-Natur-Vorhaben. Beide Gebiete sind sehr wichtig für Vögel und beherbergen mehrere bedrohte Arten wie Moorente, Wiesenknarre und Rohrdommel.

SLOWENIEN

Anzahl der geförderten Vorhaben: 2

Das erste genehmigte Vorhaben ist auf die Erhaltung einer der größten Braunbärpopulationen in Europa ausgerichtet. Der Begünstigte wird mit allen Behörden und Interessengruppen zusammenarbeiten, um den Bären im gesamten Hoheitsgebiet zu schützen.

Das zweite Vorhaben in der südwestslowenischen Karstregion dient dem Schutz von vier Lebensräumen, fünf Amphibienarten und sieben Schmetterlingsarten, die in der Habitat-Richtlinie und/oder dem Berner Übereinkommen aufgelistet sind. Es basiert auf einem vergleichbaren, in Spanien erfolgreich durchgeführten LIFE-Natur-Vorhaben, und umfasst die Ausarbeitung eines Bewirtschaftungsplans für jeden der 50 Vorhabenstandorte.

Das slowenische Umweltministerium kofinanziert beide Vorhaben.

SPANIEN

Anzahl der geförderten Vorhaben: 11

Der iberische Luchs ist die meistbedrohte Katzenart der Welt. Als Teil der nationalen Strategie für ihre Erhaltung werden zwei Vorhaben koordiniert zur Förderung einer geeigneten Bewirtschaftungspraxis für die beiden letzten verbleibenden Aufenthaltsgebiete. Ein anderes Vorhaben ist darauf ausgerichtet, die Ausrottung des europäischen Nerzes in Spanien zu verhindern durch ein Zuchtprogramm in Gefangenschaft und die Ausweitung des derzeitigen Lebensraums der Art.

Im Rahmen eines anderen Vorhabens an der Südostküste werden Modelle für eine verbesserte Bewirtschaftung der marinen Schutzgebiete entworfen. Das Vorhaben konzentriert sich auf den Bottlenose-Delfin, den Kleinen Tümmler und die Unechte Karettschildkröte, für die Überwachungs- und Aufklärungssysteme geschaffen werden.

Aus LIFE-Natur-Mitteln wird ebenfalls die langfristige Erhaltung der großen La-Gomera-Eidechse (Kanarische Inseln) gefördert. Bis 1999, als ein halbes Dutzend Eidechsen in einem kleinen entlegenen Gebiet entdeckt wurden, hielt man die Art für ausgestorben.

Sechs der ausgewählten Vorhaben sind auf die Erhaltung von vier Vogelarten ausgerichtet. Mehrere Regionalverwaltungen werden eine Reihe koordinierter Maßnahmen gegen die Bedrohung des Habichtsadlers und der wichtigsten Korallenmöwenkolonie umsetzen. Ein Vorhaben zielt auf die Ausweitung des Lebensraums des Bartgeiers von den Pyrenäen auf Nordwestspanien ab. Das vierte Vorhaben betrifft den Seggenrohrsänger, dessen Zwischenlandegebiet verbessert wird.

SCHWEDEN

Anzahl der geförderten Vorhaben: 2

Das erste Vorhaben betrifft den Söderåsen-Nationalpark, der einen der größten verbleibenden Laubbaumbestände Schwedens beherbergt. Das zweite Vorhaben betrifft das Hochplateau (265 m) des ‚Kinnekullebergs‘, das in den vergangenen tausend Jahren extensiv beweidet und gemäht wurde. Beide Gebiete gehören zu den biologisch reichsten Gebieten Schwedens. Die Maßnahmen umfassen den Kauf der wertvollsten Waldgebiete für den künftigen Schutz, das Abholzen exotischer Bäume und die Wiederherstellung aufgegebener Wiesen. Letztere werden so wiederhergestellt, dass sie den Umweltschutz in der Landwirtschaft unterstützen.

VEREINIGTES KÖNIGREICH

Anzahl der geförderten Vorhaben: 4

Zwei Vorhaben betreffen die Erhaltung mehrerer bedrohter Vogelarten im Vereinigten Königreich. Im Rahmen des ersten Vorhabens wird ein extensives Netz strategisch autonomer Gebiete für die Rohrdommel geschaffen. Maßnahmen in 19 Gebieten in ganz England dienen letztendlich der Verdoppelung der Population auf 65 männliche Rohrdommeln innerhalb von zehn Jahren. Schwerpunkt des zweiten Vorhabens ist der Schottische Auerhahn, dessen Zahl in den letzten Jahren auf nur 1000 Exemplare zurückgegangen ist. Durch Maßnahmen in einer Vielzahl von Futter- und Brutgebieten (insgesamt 45) wird versucht, die Art zu schützen. Gegen die Hauptbedrohungen durch Räuber und Zusammenstösse mit Wildzäunen wird vorgegangen. Zu dem Vorhaben gehört die umfassende Zusammenarbeit mit über 30 privaten Landbesitzern.

Die beiden anderen Vorhaben betreffen ein einziges großes Gebiet. Das New-Forest-Vorhaben in Südmittelengland baut auf den Erfolgen seines LIFE-Vorgängers auf in Bezug auf die notwendige Erhaltung von drei Wassereinzugsgebieten.

Ein anderes Vorhaben im Kalksteingebiet der Yorkshire Dales unterstützt 15 Pilotbauernhöfe bei der Umstellung auf gemischte Viehzucht, die auf traditionell robusten Rassen basiert. Extensivere Weideviehsysteme werden das natürliche Gleichgewicht verbessern, um die langfristige Erhaltung des Gebiets zu sichern.

(1) Je 47 Prozent der Fördermittel stehen für die Programme LIFE-Natur und LIFE-Umwelt zur Verfügung und 6 Prozent für das LIFE-Drittländer-Programm zur Verfügung. Eine Ankündigung zu den anderen Programmen ist in Vorbereitung.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

Thüringen: Ökoprodukte im Wettstreit

Themen: Archiv — info @ 15:07

Erfurt (agrar.de) – 33 Thüringer Ökobetriebe wollen sich bislang mit insgesamt 60 Ökoprodukten am Wettbewerb ‚Thüringer Ökoprodukt des Jahres 2002‘ beteiligen. Dabei kann ein Hersteller bis zu drei Produkte zur Bewertung einreichen. Insgesamt arbeiten im Freistaat derzeit 274 Ökobetriebe. Die Produktpalette der Bewerber reicht von Leberwurst über Joghurt, Käse bis zu Pilzen auf Ökobasis.

Der Förderpreis für das ‚Thüringer Ökoprodukt des Jahres 2002‘ wurde in diesem Jahr erstmals vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt ausgelobt und ist mit 5.000 Euro dotiert. Ziel ist es, besondere und beispielgebende Leistungen der Thüringer Ökobranche in der Produktentwicklung und -herstellung sowie im Vertrieb zu würdigen und somit einerseits zu einer Steigerung der Nachfrage nach Ökoprodukten und andererseits zu einer Zunahme des Ökologischen Landbaus in Thüringen beizutragen. Am Wettbewerb um den Förderpreis kann jeder Erzeuger und Verarbeiter teilnehmen, der eine Öko-Kontrollnummer besitzt und seinen Produktionsstandort in Thüringen hat.

Der Gewinner des Wettbewerbs wird am 14. September 2002 im Rahmen der Fachmesse ‚Grüne Tage Thüringen‘ auf dem Erfurter Messegelände gekürt. Die Bewerbungsfrist endet am 6. August 2002.

Links zum Thema Bio-Handel und Vermarktung.

Klarstellung: “ Bioland Liquid Sugare “ kein Biobetrieb!

Themen: Biolandbau,Futtermittel,Hormone — info @ 14:07

Mainz (agrar.de) – Der deutsche Anbauverband ‚%url1Bioland%/%‘ teilt mit:

‚Die belgische Firma ‚Bioland Liquid Sugare‘ steht in keiner Beziehung zum deutschen Ökoanbauverband ‚Bioland – Verband für organisch-biologischen Landbau e.V.‘

Die Namensgleichheit ist rein zufällig. Der Name ‚Bioland‘ ist europaweit rechtlich geschützt. Deswegen erwägt der Ökoanbauverband rechtliche Schritte gegen ‚Bioland Liquid Sugare‘ einzuleiten.‘

Nach derzeitigen Ermittlungsergebnissen hat die Firma ‚Bioland Liquid Sugare‘ in der nordbelgischen Provinz Antwerpen mit Hormonen vermengten Glucosesirup in die Niederlande geliefert. Damit wurde dort ein Breifutter für die Schweinemast hergestellt. Eine Verfütterung dieser Hormone ist bei der Aufzucht jedoch verboten.

Links zum Thema %Bio-Verbände%/%.

„Nitrofuran-Kritik“ an Bund und EU

Themen: Archiv — info @ 13:07

Bartels: ‚Appelle wenig hilfreich‘

Hannover (agrar.de) – Als wenig hilfreich bezeichnete es heute der niedersächsische Landwirtschaftsminister Uwe Bartels, dass sich das Bundeslandwirtschaftsministerium ‚mit großer Besorgnis‘ in Sachen Nitrofurane an die Länder wende und sie auffordere, die erforderlichen Kapazitäten zur Nitrofuran-Untersuchung zu schaffen. Statt die für Schutzmaßnahmen gegenüber Drittländern zuständige EU-Kommission mit Glacéhandschuhen anzufassen und die eigenen Bundesländer ‚anzufeuern‘, solle das BMVEL die Bundesratsinitiative ‚Entschließung des Bundesrates zur Konsolidierung der Genehmigungspraxis von Rückstandsüberwachungsplänen der in die EU exportierenden Drittländer seitens der EU-Kommission‘ konsequent umsetzen, kritisierte Bartels heute in seinem Schreiben an Landwirtschaftsministerin Renate Künast.

In dieser Initiative habe Niedersachsen bereits auf den Einsatz von Nitrofuranen in ostasiatischen Aquakulturen hingewiesen und eine restriktive Genehmigungspraxis der EU für Exportlizenzen gefordert. Im Erzeugerland müssten die Rückstandsprobleme vermieden und durch Eigen- bzw. EU-Kontrollen abgesichert werden. Die neu hinzugekommene Problematik in bezug auf brasilianisches Geflügelfleisch sei identisch.

Dass in den Bundesländern ein immenser Aufwand betrieben werden müsse, um Rückstände verbotener Stoffe in importierten Lebensmitteln nachzuweisen, weise auf einen Fehler im System hin. Den habe die EU abzustellen und dafür mit Nachdruck zu sorgen, sei Sache des Bundes, fügte Bartels hinzu.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle.

BEE begrüßt Enquete-Bericht

Themen: Archiv — info @ 11:07

Lackmann: ‚Erneuerbare Energien massiv ausbauen!‘

Paderborn (agrar.de) – Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) begrüßt den jetzt vorgelegten Bericht der Enquetekommission des Deutschen Bundestages zur nachhaltigen Energieversorgung.

BEE-Präsident Johannes Lackmann: ‚Der Bericht weist nach, dass die Erreichung der Klimaschutzziele mit Hilfe erneuerbarer Energien möglich ist. Auch die erforderliche Reduzierung der Treibhausgase um 80 Prozent bis 2050 kann zu vertretbaren Kosten erreicht werden.‘ Grundlage hierfür ist ein Szenario, in dem erneuerbare Energien bis 2050 einen Anteil von mindestens 50 Prozent am Energieverbrauch haben. Lackmann: ‚Um dieses Ziel ohne ökonomische und strukturelle Friktionen zu erreichen, muss der Ausbaupfad frühzeitig engagiert beschritten werden. Der Enquete-Bericht stellt dies eindrucksvoll heraus. Selbst eine 100-prozentige Deckung des Energiebedarfes mit erneuerbaren Energien wäre möglich.‘

Die Schlussfolgerung der Kommission decken sich so auch mit den Forderungen des BEE:

– Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien am deutschen Energieverbrauch bis 2010 (bestehendes Ziel der Bundesregierung) – Erhöhung des Einsatzes erneuerbarer Energien mindestens um den Faktor 3,5 bis 2020 – Erhalt und Weiterentwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) – Weiterentwicklung der Programme zur Markteinführung und der Kreditprogramme – Mengenverpflichtung für erneuerbare Energieträger in der Wärmeerzeugung – Beibehaltung und Weiterentwicklung der Ökosteuer – Beseitigung administrativer Hemnisse, die der Nutzung erneuerbarer Energien entgegenstehen – Start einer forschungs- und bildungspolitischen Offensive für nachhaltige Technologien – Abbau klimaschädlicher Subventionen – Frühzeitiges Ende der Kernenergie – Verstärkter Einsatz von Energieeffizienzmaßnahmen

Lackmann: ‚Alle diese Maßnahmen sind, wenn sie schon heute eingeleitet werden, finanzierbar. Volkswirtschaftlich rentieren sie sich aufgrund der vermiedenen externen Kosten die bei einer weiteren Nutzung fossiler und nuklearer Energieträger zu tragen wären. Die Enquete-Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass die Kosten einer Erneuerbare-Energien-Offensive gemeinsam mit Effizienzmaßnahmen negativ sind.‘

Erschütternd aus Sicht des BEE ist allerdings das Minderheiten-Votum von CDU, CSU und FDP in der Enquete-Kommission. Lackmann: ‚Union und FDP setzen wieder auf Kernkraft und wollen die gesetzliche Grundlage für erneuerbare Energien beschneiden. Das wäre die Rückkehr in die energiepolitische Steinzeit.‘

Der Bundesverband Erneuerbare Energie vereinigt als Dachverband 25 Spartenverbände und Initiativen mit über 15.000 Mitgliedern im Bereich der regenerativen Energienutzung. Die erneuerbaren Energien Sonne, Wasser, Wind, Erdwärme und Biomasse decken über 7 Prozent des Strom- und knapp 4 Prozent des Wärmebedarfes in der Bundesrepublik. Mit neuen Technologien können sie erhebliche Mengen konventioneller Treibstoffe ersetzen. Insgesamt beschäftigt die Branche in Deutschland bei einem Umsatz von 8 Mrd. Euro etwa 120.000 Menschen.

Die Kurzfassung des Enquete-Berichtes kann auf der Homepage des BEE heruntergeladen werden.

Links zum Thema Ebnergie.

Belgien teilt Lieferung von 504 Schweinen aus verdächtigen Betrieben nach Deutschland mit

Themen: Archiv — info @ 10:07

Bundesverbraucherministerium erwartet schnelle und umfassende Aufklärung

Berlin (agrar.de) – Im Fall der möglicherweise mit hormonbelasteten Futtermitteln gemästeten Schweine sind am Freitag Abend über das europäische Schnellwarnsystem weitere Lieferungen nach Deutschland gemeldet worden. ‚Das Fleisch von 504 in von den Niederlanden nach Belgien gelieferten und dort geschlachteten Schweinen ist im Mai und Juni nach Nordrhein-Westfalen transportiert worden‘, teilte Alexander Müller, Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), mit. ‚Die Behörden in Nordrhein-Westfalen sind unmittelbar verständigt worden und werden die Lieferungen weiterverfolgen.‘

Die ersten Lieferungen aus den Niederlanden waren am Donnerstag, dem 4. Juli 2002 durch das europäische Schnellwarnsystem bekannt geworden, die Gesamtzahl der nach Deutschland gelieferten Schweine erhöht sich damit auf 7.500.

Bereits am Montag hatten die niedersächsischen Behörden nach Information durch das Bundesverbraucherministerium einen Betrieb gesperrt, der hormonbelastetes Futter aus den Niederlanden bezogen hatte.

In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden in den Niederlanden und Belgien bei der Weiterverfolgung möglicherweise belasteten Fleisches werde jeder Spur nachgegangen. Unklar sei allerdings noch die Gesamtdimension des Falles. ‚Wir erwarten in der kommenden Woche Aussagen der zuständigen belgischen und niederländischen Behörden, ob noch mit weiteren Verfütterungen und damit möglichen weiteren Lieferungen nach Deutschland zu rechnen sei‘, sagte der Staatssekretär.

Für Müller bestätigt sich auch mit diesem Fall die Schlüsselrolle, die Futtermittel für die Lebensmittelsicherheit spielen. Die kriminelle Abfallverwertung von nährstoffhaltigen Reststoffen aus der Industrie müsse endlich gestoppt werden. Während in Deutschland inzwischen eine Positivliste zulässiger Futtermittelrohstoffe vorliege, die von der Futtermittelindustrie bei der Herstellung anzuwenden sei, tue man sich auf EU-Ebene schwer mit einem solchen Sicherheitskonzept. „Diesen Fall werden wir deshalb mit der Kommission und den Mitgliedstaaten zum Anlass nehmen, um zum wiederholten Male die Beschleunigung der Arbeiten an einer verbindlichen europäischen Positivliste einzufordern, um die Eintragswege für Schadstoffe und verbotene Pharmastoffe zu verstopfen. Die Futtermittelindustrie muss sich europaweit fragen lassen, welche Sorgfalt sie bei der Auswahl der Rohstoffe und Herstellung von Mischungen bisher an den Tag gelegt hat.‘

Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle.

05. Juli 2002

Allgemeinverfügung regelt Pflanzenschutz im Alten Land

Themen: Archiv — info @ 16:07

Hannover (agrar.de) – Das Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Hannover hat eine ‚Allgemeinverfügung – zur eingeschränkten Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Obstbau in gewässerreichen Niederungsgebieten Niedersachsens‚ herausgegeben. Diese Allgemeinverfügung gilt im Alten Land, im Kehdinger Land, im Land Hadeln und in der Winsener Elbmarsch.

Darin werden Abstandsauflagen zum Schutz für den Naturhaushalt und dazugehörigen Oberflächengewässern bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln in den gewässerreichen Niederungsgebieten definiert. Der Einsatz von bestimmten, von der zuständigen Behörde und der BBA im Einvernehmen mit dem Umweltbundesamt festgelegten Pflanzenschutzmitteln kann nun von einer Genehmigung mit Auflagen abhängig gemacht werden. Die Verfügung ist bereits in Kraft, Zuwiderhandlungen können mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Links zu Thema Pflenzenschutz.

Getreide illegal als Düngemittel verkauft

Themen: Archiv — info @ 16:07

Hamburg (agrar.de) – Auf Beschluss des Amtsgerichtes Hamburg wurden gestern ein Futtermittelwerk, ein Büro einer Maklerfirma sowie die Wohnungen von fünf Beschuldigten in Hamburg sowie ein Getreidetrocknungswerk in Südergellersen (Niedersachsen) durchsucht.

Nach Angaben der Hamburger Polizei besteht der Verdacht, dass Verantwortliche einer Futtermittelfirma in Hamburg nach einem Brand in ihrem Werk am 23.08.01 so genannte Hopfenpellets (Tierfutter), die durch Löschschaum der Feuerwehr zu besonders überwachungsbedürftigem Abfall geworden waren, entgegen der Anordnung der Umweltbehörde nicht schadlos in einer zugelassenen Anlage entsorgten, sondern von einer Maklerfirma in Hamburg nach Südergellersen in Niedersachsen schafften und dort trocknen ließen, um sie illegal als Düngemittel weiterzuverkaufen.

Ermittlungen ergaben, dass für die Maklerfirma keine Abfallmaklergenehmigung und für das Trocknungswerk in Südergellersen keine Erlaubnis zum Annehmen und Behandeln von Sonderabfällen bestand. Der Versuch der Firma, die Abfälle an die Futtermittelwirtschaft zu veräußern, wurde von dort abgelehnt.

Die Durchsuchung ergab, dass die Sonderabfälle, insgesamt laut Rechnungslegung 105 t (nach dem Trocknen noch 50 t), nicht entsorgt, sondern von einer Hamburger Firma an einen Düngemittelbetrieb in Gimbsheim (nähe Mainz/Hessen) verkauft wurden.

Nach Angaben des dortigen Geschäftsführers wurden die genannten Abfälle mittlerweile mit anderen Rohstoffen zu Düngemitteln verarbeitet und veräußert. Weitere Ermittlungen werden durch das Polizeipräsidium Mainz, Polizeinspektion Worms, Abteilung für Umweltdelikte durchgeführt.

Im Ergebnis bestätigte sich nach der Durchsuchung der Verdacht des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen und des Betreibens einer ungenehmigten Anlage in Südergellersen. Da bei der Durchsuchung in Niedersachsen festgestellt wurde, dass auf dem Gelände eines Betriebes in größerem Umfang Abfälle aus dem Futtermittelbereich illegal lagerten, wurden die örtlich zuständigen Behörden des Landkreises Lüneburg und die dortige Polizei hinzugezogen.

Die Ermittlungen dauern an.

Links zum Thema Futtermittelwerke.

Erntegetreide möglichst sauber abliefern

Themen: Archiv — info @ 15:07

Hannover (agrar.de) – Getreide gilt nach der nationalen Lebensmittel-Hygiene-Verordnung (LMHV) von 1999 bereits ab der Ernte als ein Lebensmittel. Das sollten Getreidebauern beachten, die unmittelbar vor der Ernte stehen. Denn seitdem müssen die beim Reinigen anfallenden Stäube, Spelzen und anderen Verunreinigungen gesondert erfasst und entsorgt werden. Konsequenz: Die Landwirte zahlen bei einem Teil der Vermarkter dafür einen Staubabzug, dessen Höhe sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Ein Kernelement der LMHV sind allgemeine Hygieneanforderungen für den Umgang mit Getreide – unter anderem an die Transportfahrzeuge und Lagereinrichtungen. Ziel ist, die Qualität von Getreide noch weiter zu erhöhen, was allerdings mit Kosten verbunden ist: Die beim Reinigen anfallenden Abgänge (darunter auch Unkrautsamen oder Schwarzbesatz) werden nun gesondert erfasst und kompostiert bzw. entsorgt. Um die Entsorgung zu finanzieren, müssen die Landwirte teilweise Abschläge pro Tonne Getreide zahlen. Da es gesetzliche Vorgaben für diese Staubabzüge nicht gibt, ist die Höhe der Abzüge Verhandlungssache zwischen Landwirten, Verarbeitern und Handel. Je nach Region fielen die Abzüge bisher ganz unterschiedlich aus. Die Landwirtschaftskammer Hannover hält eine Freigrenze von zum Beispiel 0,5 Gewichtsprozent Staubanteil für angemessen. Das bedeutet, dass erst bei einem höheren Reinigungsverlust eine Preisminderung erfolgt.

Die Kammer rät den Landwirten, sich vorher bei den Mühlen über die Höhe der Abschläge zu informieren. Nach Ansicht der Experten können die Landwirte selbst etwas tun, damit das geerntete Getreide möglichst sauber in die Mühle gelangt: Vor Erntebeginn sollten Dreschkorb- und Windeinstellung der Mähdrescher reguliert werden, so dass wenig Bruchkorn und ein geringer Spelzenanteil anfallen.

Links zum Thema Getreide.

DBV entrüstet über erneute Verbraucherverunsicherung

Themen: Archiv — info @ 14:07

In Deutschland soll Qualitätssicherungssystem Verunreinigungen verhindern

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) reagiert mit Empörung auf die neuesten Funde von belastetem Schweinefleisch und verunreinigten Futtermitteln in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Nach zuverlässigen Informationen stammt dieses Schweinefleisch aus den Niederlanden, das belastete Futtermittel wurde in einem belgischen Futtermittelwerk hergestellt. Der Bauernverband erklärte, die Bauern hätten ein Recht auf saubere Futtermittel und die Verbraucher ein Recht auf sauberes Fleisch.

Um in Deutschland eine sichere Produktion von Schweinefleisch zu gewährleisten, hat der Bauernverband zusammen mit Futtermittelherstellern, Schlacht- und Handelsunternehmen das Qualitätssicherungssystem QS aufgebaut. Mit QS kann in Zukunft in Deutschland jedes Futtermittelwerk nachweisen, woraus ein Futtermittel besteht. Jeder Landwirt kann nachweisen, welches Futtermittel er von welchem Hersteller bezogen hat und an welche Tiere es verfüttert wurde. Das Qualitätssicherungssystem QS ist einer laufenden neutralen Kontrolle unterzogen.

Um in Deutschland eine Verunreinigung von Futtermitteln auszuschließen, hat der Bauernverband zusammen mit anderen landwirtschaftlichen Organisationen die sogenannte Positivliste Futtermittel erstellt. Danach dürfen nur solche Rohstoffe zur Produktion von Futtermitteln verwendet werden, die einer strengen Prüfung unterzogen wurden. Alle anderen Stoffe haben im Futtermittel nichts zu suchen. Mit der Positivliste wird die Sicherheit für die Bauern und die Transparenz in der Erzeugung von Futtermitteln erhöht.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, %url2%E-Mail%/%.

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