10. Juli 2002

Miller kritisiert Brüsseler Vorschläge zur AGENDA 2000

Themen: Archiv — info @ 11:07

München (agrar.de) – Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller lehnt die von der EU-Kommission vorgeschlagene grundlegende Reform der gemeinsamen Agrarpolitik bereits zum 1. Januar 2004 entschieden ab. In einer ersten Stellungnahme zur Brüsseler Halbzeitbewertung der AGENDA 2000 fordert der Minister die EU auf, die bis 2006 bzw. bei Milch bis 2008 geltenden AGENDA-Beschlüsse nicht in Frage zu stellen. Die Bauern, aber auch die vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche müssten sich auf die Politik verlassen können. Miller: ‚Sie haben auf Grundlage der AGENDA 2000 langfristige betriebliche Entscheidungen getroffen. Jetzt brauchen sie auch Planungssicherheit für die gesamte Laufzeit.‘

Das klare Votum von EU-Kommissar Dr. Franz Fischler zur Beibehaltung der Direktzahlungen begrüßte der Minister dagegen als weitsichtig: ‚Im Gegensatz zur Bundesregierung hat die Kommission erkannt, dass das europäische Modell einer multifunktionalen Landwirtschaft ohne Direktzahlungen auf dem Weltmarkt nicht bestehen kann.‘ Bestätigt sieht Miller auch die bayerische Forderung nach einer Beibehaltung der Milchquotenregelung: ‚Nach den Berechnungen der Kommission ist eine effiziente Mengensteuerung auch künftig die zweckmäßigste Lösung.‘ Auf grundsätzliche Zustimmung des Ministers stößt zudem die vorgesehene Entkoppelung der Prämien von der Produktion. Allerdings müsse auch künftig der Bezug der Prämien zur Leistung und Bewirtschaftung eines Betriebes erhalten bleiben.

Kritik übte Miller an den Vorschlägen der Kommission zur Ausgestaltung der Modulation, d. h. der jährlich zunehmenden Kürzung der landwirtschaftlichen Direktzahlungen. Nach seinen Worten benachteiligen die geplanten Freibeträge von nur jeweils 5.000 Euro für die ersten beiden sowie 3.000 Euro für jeden weiteren Beschäftigten gerade die bäuerlichen Betriebe. Der Minister verlangt statt dessen einen Freibetrag von 30.000 Euro pro Betrieb: ‚Nur so ist gewährleistet, dass kleine und mittlere Betriebe, für die der Beitrag aus den Direktzahlungen unverzichtbarer Bestandteil ihres Einkommens ist, von der Kürzung verschont bleiben.‘ Die von der Kommission geplante drastische Umschichtung dagegen schwächt die landwirtschaftlichen Familienbetriebe in einer Zeit, in der sie für den Wettbewerb auf den Weltmärkten gestärkt werden müssen.

Die vorgeschlagene Senkung des Interventionspreises für Getreide um fünf Prozent und die Abschaffung der Intervention bei Roggen ist für Miller nur bei vollständigem Preisausgleich über Direktzahlungen akzeptabel. Und bei der geplanten EU-weit einheitlichen Regelung der sogenannten guten fachlichen Praxis müssen nach den Worten des Ministers förderrechtliche Probleme mit bereits laufenden Agrar-, Umwelt-, Tierschutz- und Qualitätsförderprogrammen unbedingt vermieden werden.

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Höfken/Sterzing: Richtung stimmt – aber Maßnahmen müssen gerecht gestaltet werden

Themen: Archiv — info @ 11:07

Berlin (agrar.de) – Zu den bisher bekannt gewordenen Vorschlägen der EU-Kommission zum Midterm-Review erklären Ulrike Höfken, verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin, und Christian Sterzing, europapolitischer Sprecher von Bündnis90/Die Grünen:

‚Die Vorschläge von EU-Agrarkommissar Fischler zum Midterm-Review gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die konkreten Auswirkungen der Kommissionsvorschläge auf die Haushalte der Mitgliedsstaaten und die Einkommen in der Landwirtschaft können allerdings erst real abgeschätzt werden, wenn die genaue Ausgestaltung der Maßnahmen bekannt ist.

Zu einer grundlegenden Reform der EU-Agrarpolitik gibt es keine Alternative. Weil sie auf die EU-Osterweiterung, die bereits 2004 beginnt, ausgerichtet werden muss. Weil die Auswirkungen des Dollarkurses und der massiven US-Agrarförderung berücksichtigt werden müssen. Und weil die EU-Agrarförderung WTO-kompatibel gestaltet werden muss.

Der Kommissionsvorschlag hat im wesentlichen fünf Elemente:

– Entkoppelung der Direktzahlungen an die Landwirte von der Produktion – Schrittweise Reduzierung der Direktzahlungen – Verknüpfung der Direktzahlungen mit Umwelt-, Tierschutz- und Nahrungsmittelsicherheits-Standards – Stärkere Einbeziehung von Arbeitsplätzen als Kriterium der Förderung – Stärkung der Verordnung Ländliche Räume (sog. 2. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik).

Hauptanliegen der Kommission sind, Produktionsanreize abzubauen, den Finanzrahmen einzuhalten und die ländlichen Räume zu stärken.

Wir begrüßen, dass die Kommission deutliche Umschichtungen zu Gunsten der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und zu Gunsten einer Honorierung von Qualitätsproduktion und gesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft – wie Umwelt- und Naturschutz oder Kulturlandschaftspflege – vornimmt. Damit wird die Wettbewerbsfähigkeit einer verbraucher-, umwelt- und tierschutzorientierten Agrarproduktion gestärkt. Wir befürworten, dass Umschichtungen im Rahmen eines dynamischen Modulationsmodells direkt an die in den Betrieben vorhandenen Arbeitsplätze gekoppelt werden sollen. In Deutschland wollen wir damit die Möglichkeit nutzen, Arbeitsplätze insbesondere in den neuen Bundesländern zu sichern. Die verbesserte Förderung der ländlichen Räume kommt insbesondere den strukturschwachen Gebieten sowohl in den bisherigen EU-Staaten als auch in den Beitrittsländern zu Gute.

Einer kritischen Überprüfung bedarf die Verteilung der finanziellen Lasten, sowohl in Bezug auf die Haushaltsbelastungen der Mitgliedsstaaten als auch bezüglich der betriebswirtschaftlichen Auswirkungen. Hier muss es gerecht zugehen. Wir unterstützen die diesbezüglich von der Bundesregierung aufgestellten Eckpunkte.

Eine einseitige Benachteiligung der ostdeutschen Landwirtschaft kommt für uns nicht in Frage. Die Fördermaßnahmen im Rahmen der Verordnung Ländliche Räume müssen nun so ausgestaltet werden, dass grundsätzlich diejenigen Betriebe, die von den Kürzungen der Direktzahlungen betroffen sind, die realistische Chance erhalten, etwa durch Teilhabe an Umwelt- oder Tierschutzprogrammen von der Stärkung der 2. Säule zu profitieren. Bei der Umschichtung der Direktzahlungen muss außerdem sichergestellt werden, dass gerade die ökologisch wichtigen Grünlandbetriebe besonders gefördert werden.

Bei der Neuorientierung der EU-Agrarpolitik muss es in erster Linie um qualitative Reformen gehen, nicht um reine Einsparungen. Eine angemessene Unterstützung ihrer ländlichen Räume und ihrer Landwirtschaft ist ein berechtigtes Anliegen der Beitrittsländer. Deshalb muss die Kommission dafür Sorge tragen, dass eine zügige EU-Osterweiterung durch die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und deren ausreichende Finanzierung unterstützt wird.‘

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BDI: Mehr Markt für die Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 10:07

Berlin (agrar.de) – ‚An einer stärkeren Marktorientierung der gemeinsamen Agrarpolitik der EU führt kein Weg vorbei.‘ Dies erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ludolf v. Wartenberg, anlässlich der Halbzeitbilanz für die EU-Agrarpolitik im Rahmen der Agenda 2000. ‚Die Pläne der Kommission gehen in die richtige Richtung‘, sagte v. Wartenberg. Die Entkoppelung von Beihilfen und Produktion sei ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft. Kostspielige Überproduktion müsse vermieden und der sparsame Einsatz von Haushaltsmitteln für die EU-Agrarpolitik sichergestellt werden.

Die Absicht der Kommission, Mittel verstärkt zur Förderung der ländlichen Entwicklung sowie für Lebensmittelsicherheit, Umweltziele und hohe Tierschutzstandards einzusetzen, sei unterstützenswert. Allerdings bleibe unbeantwortet, wie eine ausufernde Bürokratie bei der Vergabe und Kontrolle der Finanzmittel vermieden werden könne. Auch die Frage der Kofinanzierung zur Stärkung der Haushaltsdisziplin auf allen Ebenen werde nicht aufgegriffen. ‚Die Industrie erwartet, dass diese Fragen und weitere Schritte zur Vermeidung einer unkontrollierten Ausweitung der Agrarausgaben im kommenden Finanzrahmen der EU nochmals beleuchtet werden‘, so v. Wartenberg.

Ein besonderes Anliegen der vom internationalen Handel stark abhängigen Industrie bleibe es, dass die Agrarpolitik der EU mit den Anforderungen der neuen Welthandelsrunde kompatibel seien. Die Industrie sehe mit Sorge, dass die USA eine massive Aufstockung von Agrarsubventionen beschlossen habe. Die Kommission setze mit ihren Vorschlägen die besseren Signale. Bei den WTO-Verhandlungen müsse sie auf eine weitere Liberalisierung der Agrarmärkte hin arbeiten, forderte v. Wartenberg.

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Gemüseverbrauch in Deutschland leicht zurückgegangen

Themen: Archiv — info @ 10:07

Tomaten mit 17,5 kg pro Kopf weiter mit großem Abstand an der Spitze

Münster (agrar.de) – Der Gemüseverbrauch in Deutschland ging im Wirtschaftsjahr 2001/2002 (April/März) gegenüber dem Vorjahr nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) um 1,9 Prozent auf 7,46 Mio. Tonnen zurück. Der Pro-Kopf-Verbrauch verringerte sich nach vorläufigen Berechnungen des Bundesverbraucherministeriums damit um 1,9 kg auf 90,5 kg.

Der Rückgang des Pro-Kopf-Verbrauchs resultiert nach Angaben des Ministeriums vor allem aus der geringeren Gemüseernte (-3,9 Prozent) sowie dem sich bei den vorläufigen Berechnungen ergebenden Einfuhrüberschuss (-1,1 Prozent). Der Selbstversorgungsgrad lag bei knapp 42 Prozent.

Der Tomatenverbrauch rangierte mit 17,5 kg pro Kopf unverändert mit großem Abstand an der Spitze (frische Tomaten: 6,8 kg; verarbeitete Tomatenprodukte: 10,7 kg). An zweiter Stelle beim Pro-Kopf-Verbrauch standen mit 6,3 kg Speisezwiebeln sowie Möhren, Karotten und Rote Beete mit zusammen ebenfalls 6,3 kg. Es folgten Gurken mit 5,8 kg sowie Weiß- und Rotkohl mit zusammen 5,4 kg.

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Halbzeitbewertung: Was ändert sich sich?

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 10:07

Nachhaltige Landwirtschaft: Was ändert sich durch die Haltzeitbewertung? Zur ZeitHalbzeitbewertung

Getreide Interventionspreis: 101,31 €/t; Direktzahlungen: 63 €/t, multipliziert mit dem Referenzertrag Sieben Monatszuschläge, durch die sich der Interventionspreis um jeweils 0,93 €/t erhöht Abschließende Senkung des Interventionspreises um 5 % (anstatt, wie in der Agenda 2000 vorgeschlagen, um 20 %) auf 95,35 € Ausgleich entsprechend dem in der Agenda 2000 skizzierten Vorgehen, d. h. zu 50 % Wegfall der monatlichen Zuschläge?Roggen Intervention von Roggen wie bei Getreide allgemeinWegfall der Intervention von RoggenHartweizen Spezifischer Zuschlag: 344.50 €/ha in den „traditionellen“ Anbaugebieten 138.90 €/ha in den Gebieten, in denen der Hartweizenanbau „üblich“ ist Kürzung des Zuschlags auf 250 €/ha in den „traditionellen Anbaugebieten“, Einführung über einen Zeitraum von drei Jahren Wegfall des Zuschlags in den „üblichen“ Anbaugebieten Einführung einer Qualitätsprämie von 15€/t EU-weit ÖlsaatenAngleichung der Flächenzahlung für Ölsaaten an die für Getreide Keine besonderen Maßnahmen geplant Aufstockung der Zahlung wie bei Getreide

Eiweißpflanzen Spezifischer Zusatzbetrag von 9,5 €/t, multipliziert mit dem ReferenzertragNeuer spezifischer Zusatzbetrag von 55,57 €/ha (9,5 €/t, multipliziert mit dem durchschnittlichen Referenzertrag der Regionen, in denen Eiweißpflanzen angebaut werden) Reis Interventionspreis 298,35 €/t (Paddy-Reis) Direktzahlung von 52,65 €/t je ha bis zu den Garantierten Höchstflächen 50 %ige Senkung des Interventionspreises auf einen Grundpreis von 150 €/t, Auslösung der privaten Lagerhaltung, wenn der Marktpreis unter den Grundpreis fällt Sicherheitsnetzintervention bei 120 €/t Ausgleichszahlung von 177 €/t, von denen der kleinere Teil (75 €/t) als   kulturspezifische Zahlung gewährt wird Verringerung der GHF auf den Durchschnitt der Jahre der 1999-2001 oder die derzeitige GHF, je nachdem, welche Fläche kleiner ist

CO2 Kredit Anbau von nachwachsenden Rohstoffen (Non-Food-Erzeugnissen) auf der stillgelegten Fläche (Voraussetzung: Vertrag mit einem Verarbeiter) 45 €/ha für Energiepflanzen (Voraussetzung: Vertrag mit einem Verarbeiter). Garantierte Höchstfläche: 1,5 Mio. ha.

TrockenfutterDirektzahlungen: 68,83 €/t für künstlich getrocknetes Futter 38,64 €/t für natürlich getrocknetes Futter Einkommenszahlung für die Landwirte als Teil der betriebsbezogenen Einkommenszahlung (Gesamtvolumen: 160 Mio. €) Vereinfachte Stützungsregelung für die Verarbeitungsindustrie mit einer auf 33 €/t verringerten Zahlung für künstlich und für natürlich getrocknetes Trockenfutter

SchalenfrüchteMehrjährige Pläne für die Verbesserung von Qualität und Vermarktung, die von den Erzeugerorganisationen durchgeführt werden Spezifische Maßnahmen wurden 1996 eingestellt, aber die Pläne können bis zum Ende ihrer zehnjährigen Laufzeit fortgesetzt werden, die letzten laufen 2006/07 aus Derzeit nach dem Abschluss der Verbesserungspläne keine spezifischen Stützungsmaßnahmen vorgesehen

Pauschale Zahlung von 100 €/ha, Möglichkeit für die Mitgliedstaaten, bis auf 109 €/ha aufzustocken. Garantierte Höchstfläche: 800 000 ha Flächen werden erst nach Abschluss der noch laufenden Verbesserungspläne in die neue Stützungsregelung einbezogen

Rindfleisch Grundpreis: 2224 €/t, private Lagerhaltung möglich bei 103 % des Grundpreises. Ankauf per Ausschreibung bei Unterschreitung des Sicherheitsnetz-Interventionspreises (1560 €/t) Prämienzahlungen innerhalb der Prämienobergrenzen: 150 € für Ochsen (zwei Zahlungen während der Lebenszeit), 210 € für Bullen und 200 € für Mutterkühe (jährliche Zahlung). Im letzten Fall müssen 15 % Färsen sein Zusätzliche Schlachtprämie in Höhe von 80 € (Ochsen, Bullen, Kühe) bzw. 50 € (Kälber) Förderkriterien: Bis zu 1,8 GVE/ha (ab 1.1.2003, derzeit 1,9 GVE/ha) 90-Tiere- Obergrenze (mit Ausnahmen) Extensivierungsprämie: 100 €/Prämie bei einer Besatzdichte von 1,4 GVE/ha Weitere Option für die MS: 80 €/Prämie bei einer Besatzdichte von unter 1,4 GVE/ha und 40 € bei einer Besatzdichte zwischen 1,4 und 1,8 GVE/ha (seit Anfang 2002) Nationaler Höchstbetrag Keine besondere Maßnahmen vorgesehen, allerdings wird sich die Entkoppelung in diesem Sektor besonders spürbar auswirken Weniger Anreize für intensive Produktionssysteme (Entkoppelung) Wirkungsvollere Cross-compliance-Bestimmungen, einschließlich von Verpflichtungen in Bezug auf die Bewirtschaftung der Flächen Stärkung des Qualitätsaspekts und Unterstützung einer umweltfreundlichen Rindfleischerzeugung im Rahmen der 2. Säule

MilcherzeugnisseQuotenregelung gültig bis 2008 Senkung des Interventionspreises in mehreren Schritten um 15 % ab 2005/06 Anhebung der Mutterkuhprämie von 5,75 €/t auf 17,24 €/t im Rahmen der Quote ab 2005/06, plus zusätzliche Zahlung („Zusatzprämie“ und/oder Flächenzahlung) Aufstockung der Quote um insgesamt 2,39 % Mehrere Optionen, u. a.: Fortsetzung der Agenda-2000-Maßnahmen bis 2015 Fortsetzung des Agenda-2000-Ansatzes mit einer weiteren Preissenkung (-15 % für Butter und -5 % für MMP) und Aufstockung der Quoten (+3 %) Einführung einer zweistufigen Quotenregelung Abschaffung der Quoten und Senkung des Interventionspreises um 25 %

Entkoppelung Verschiedene flächenbezogene Zahlungen, die an die Produktion spezifischer Kulturen gekoppelt sind Teilweise Entkoppelung nur wegen Anpassung an Getreide- und Ölsaatenzahlungen Tierprämien, die an die Erzeugung von Rindfleisch oder Milch und Milcherzeugnissen gekoppelt sind Eine einzige produktionsentkoppelte betriebsbezogene Einkommenszahlung – kann in Zahlungsansprüche für die förderfähige Fläche (ha) geteilt werden. Die betriebsbezogene Einkommenszahlung schließt Zahlungen für folgende Sektoren ein: Getreide, Ölsaaten, Eiweißpflanzen, Körnerleguminosen, Reis, Flachs und Hanf, Stärkekartoffeln, Hartweizen, Trockenfutter (nach der Reform), Rindfleisch, Schaffleisch, Milch ab 2005/06. Weitere Kulturen können folgen. Folgende Zahlungen sind ausgenommen: Qualitätsprämie für Hartweizen Zuschlag für Einweißpflanzen, Kulturspezifische Zahlungen für Reis, Faserflachs und Hanf, Kartoffelstärke (Verarbeitungsbetriebe) Trockenfutter (Verarbeitungsbetriebe) Mitgliedstaaten können innerhalb bestimmter Grenzen für eine andere Gewichtung optieren

Cross-compliance Optionale Verwendung der durch die Kürzung der Direktzahlungen verfügbaren Beträge für die Durchsetzung des Umweltrechts und der sogenannten spezifischen Umweltauflagen Verbindliche Cross-compliance-Bestimmungen gelten gesamtbetrieblich: Direktzahlungen werden nur bei Einhaltung der gesetzlichen Standards (Umwelt, Lebensmittelsicherheit und Tierschutz) gewährt und nur wenn Flächen in Übereinstimmung mit den Umweltauflagen in gutem landwirtschaftlichen Zustand erhalten werden

Flächenstilllegung Stilllegung von 10 % der Fläche, Ausnahmen für Landwirte, die weniger als 92 t Getreide jährlich produzieren (berechnet anhand der Referenzerträge)Fortsetzung der Flächenstilllegungsverpflichtung (auf der Grundlage einer 10 %igen Stilllegung) als langfristige nicht rotierende Flächenstilllegung (10 Jahre) Einhaltung der Landbewirtschaftungsauflagen (als Teil der Cross-compliance) Wegfall der Non-Food-Regelung für den Anbau auf der stillgelegten Fläche

Betriebsbezogene Audits Der Aufbau (nicht aber die Anwendung) von Zertifizierungssystemen ist eine Option im Rahmen des Pakets ländliche Entwicklung Betriebsbezogene Audits obligatorisch für alle Betriebe, die mehr als 5000 €/Jahr erhalten Einbeziehung aller relevanten Materialflüsse und innerbetrieblichen Prozesse in die Audits Finanzielle Unterstützung für die Durchführung der Audits im Rahmen der ländlichen Entwicklung förderfähig

Dynamische ModulationOptionale Verringerung der Direktzahlungen um bis zu 20 % Eingesparte Beträge verbleiben bei den Mitgliedstaaten und können für Begleitmaßnahmen ausgegeben werden Dynamisch Modulation in Höhe von 3 % jährlich bis zu insgesamt 20 % Eingesparte Beträge werden über den EU-Haushalt auf die ländliche Entwicklung (alle Maßnahmen) umgeschichtet (geschätzter Betrag: 500-600 Mio. €/Jahr ab 2005). Bei der Verteilung werden die landwirtschaftliche Fläche, die landwirtschaftliche Beschäftigung und ein Wohlstandskriterium zugrunde gelegt 5000 €/Betrieb von der Modulation freigestellt. Mitgliedstaaten können außerdem ab der dritten JAE eines Betriebs weitere 3000 € von der Modulation ausnehmen Deckelung bei 300 000 €/Betrieb, Einsparungen verbleiben in dem betreffenden Mitgliedstaat

Lebensmittelqualität Investitionshilfen für die Förderung der Lebensmittelqualität, einschließlich des Aufbaus von Zertifizierungssystemen im Rahmen der ländlichen Entwicklungspläne förderfähig Absatzförderungsmaßnahmen im Rahmen von zwei horizontalen Regelungen: Maßnahmen innerhalb der EU und Maßnahmen in Drittländern Einbeziehung eines Kapitels Lebensmittelqualität als neue Begleitmaßnahme einschließlich: Anreize für die Landwirte, sich an Qualitätssicherungs- und Zertifizierungsregelungen zu beteiligen. Unterstützung für  Erzeugervereinigungen bei Absatzförderungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Qualitätssicherung, den geographischen Angaben und dem ökologischen Landbau Absatzförderungsmaßnahmen im Rahmen der 1. Säule nur auf Drittlandsmärkten

TierschutzNur gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen (GD SANCO) Neue Tierschutzmaßnahmen zusammen mit den Agrarumweltmaßnahmen und in der selben Logik (Entschädigung für die Kosten und Einkommenseinbußen, die durch die Einhaltung von über die gesetzlichen Auflagen hinausgehenden Verpflichtungen entstehen) Gewährung von Ausfuhrsubventionen für Lebendvieh nur auf der Grundlage begründeter Anträge und bei Einhaltung der Tierschutzauflagen

Agrarumweltmaßnahmen Derzeitige Beihilfeintensität: 75 % in den Ziel-1-Gebieten 50 % in den übrigen Gebieten

Anhebung : 85 % in den Ziel-1-Gebieten 60 % in den übrigen Gebieten

Einhaltung der Standards Derzeit keine Anreize Unterstützung für betriebsbezogene Audits pauschale Zahlungen an die Landwirte zur Deckung der Kosten derartiger Audits Degressive Übergangsbeihilfe (maximal 200 €/ha) zur Unterstützung der Landwirte bei der Einführung „verbindlicher Standards“ Gilt nicht, wenn Nichtanwendung auf Nichteinhaltung bereits im nationalen Recht verankerter Standards zurückzuführen ist

Staatliche Beihilfen Melde- und Genehmigungspflicht Möglicherweise Gruppenfreistellungen zur Beschleunigung der Implementierung. Nachträgliche Berichte und Überwachung.

Quelle: EU-Kommission

Flath übt scharfe Kritik an EU-Vorschlägen zur Agrarreform

Themen: Archiv — info @ 10:07

Dresden (agrar.de) – Scharfe Kritik an den heute veröffentlichten Brüsseler Refomvorschlägen zur Agrarpolitik hat Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath geübt. ‚Die Vorschläge stellen eine Liste von Grausamkeiten für die hiesige Landwirtschaft dar‘, sagte Flath. Er befürchtet einen Kahlschlag in der ostdeutschen Landwirtschaft und empfindliche Einkommensverluste mit fatalen Folgen für den Arbeitsmarkt. Die Bundesregierung müsse sich dafür einsetzen, dass ‚die Pläne in dieser Form nicht umgesetzt werden‘.

Nach vorläufigen Berechnungen müssten sächsische Landwirte Einbußen in Höhe von 84 Millionen Euro verkraften. Fast 180 Unternehmen wären vom Zusammenbruch bedroht, darunter sowohl Genossenschaften als auch Familienbetriebe. 8.300 Arbeitsplätze gingen verloren. ‚Dies ist ein herber Schlag für die ländlichen Regionen Ostdeutschlands, in denen die Landwirtschaft oftmals der einzige noch verbliebende Arbeitgeber ist‘, so Flath. ‚Warum gerade die landwirtschaftlichen Strukturen kaputt machen, die die größten Chancen haben, auf einem globalisierten Markt bestehen zu können?‘, kritisierte Flath weiter. Da helfe es wenig, die gekürzten Gelder wieder in die Region zurückfließen zu lassen. ‚Es ist doch ein Irrsinn, zunächst das Rückrat des ländlichen Raums zu brechen, um anschließend viel Geld in neue Programme für die ländliche Entwicklung zu stecken‘, sagte Flath. Er befürchtet eine zweite Wende für die ostdeutsche Landwirtschaft. Die EU-Vorschläge würden zwangsläufig zu Betriebsteilungen führen. Das Ziel der Reform sei damit verpufft, übrig bliebe ein reines Arbeitsbeschaffungsprogramm für Rechtsanwälte und Notare.

Die Grundidee der Vorschläge, die Direktbeihilfen von der Produktion zu entkoppeln, hält Flath für richtig. Auch eine Umschichtung der Mittel zur Unterstützung des ländlichen Raumes trage er mit. Die Mittel müssten jedoch in der jeweiligen Region verbleiben. Eine Kappung der Hilfen bei 300.000 Euro zuzüglich des arbeitskraftbezogenen Freibetrages lehnt er allerdings strikt ab. ‚Freibeträge in der vorgeschlagenen Höhe sind ein untaugliches Mittel, um den drohenden Arbeitsplatzabbau zu verhindern‘, sagte der Agrarminister. Flath weiter: ‚Eine zukunftsfähige Gemeinsame Agrarpolitik muss konsequent darauf ausgerichtet sein, die Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe zu stärken, indem die unternehmerischen Freiheiten erweitert und gefördert werden. Das heißt – weniger Bürokratie und Bevormundung.‘

Nach den Vorschlägen des EU-Agrarkommissars Franz Fischler sollen unter anderem die Direktbeihilfen von 2004 an jährlich um zusätzlich drei Prozent gekürzt und in Programme zur ländlichen Entwicklung umgeschichtet werden. Die Verteilung der Mittel auf die europäischen Mitgliedsstaaten soll von der EU vorgenommen werden. Ziel ist die Umschichtung von insgesamt 20 Prozent der Hilfen bis 2010. Darüber hinaus schlägt Fischler vor, die Zahlungen an einzelne Betriebe auf pauschal 300.000 Euro zu begrenzen. Dies würde in Europa fast ausschließlich die Landwirtschaft in den neuen Ländern treffen. Zuzüglich zur Kappungsgrenze sollen für Arbeitskräfte Freibeträge von 3.000 bis 5.000 Euro gewährt werden.

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Hormonskandal: 2.000 Kilo MPA aus Irland

Themen: Archiv — info @ 10:07

Brüssel (agrar.de) – Die Quelle des Hormons MPA (Medroxy-Progesteron-Azetat) ist geklärt.

Nach Angaben der irischen Überwachungsbehörden hat die Firma ‚Bioland Liquid Sugars‘ aus Irland von August 2000 bis Juli 2001 insgesamt 700 to Zuckersirup enthalten. Darin befanden sich 2.000 kg MPA und 5 kg Beta-Oestradiol. Die irische Produktionsstätte des US-Pharmakonzern Wyeth hatte die Abfälle aus der Produktion von Hormonpräparaten ordnungsgemäß als Sondermüll entsorgt. Über einen Zwischenhändler wurden diese Abfälle dann ohne das Wissen von Weyth und falsch etikettiert an ‚Bioland Liquid Sugars‘ in Belgien geliefert. Von dort gelangte mit MPA belasteter Zuckersirup in die Futtermittel- und Getränkeindustrie. Nach ersten Ermittlungen wurden auch Hersteller von Erfrischungsgetränken in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz beliefert.

Die Möglichkeit, dass MPA direkt über Erfrischungsgetränke insbesondere von Frauen konsumiert wurden, hat bei Fachleuten Besorgnis ausgelöst. Schon eine tägliche Dosis von 5 bis 10 mg MPA, um bei einer Frau eine zeitweilige Unfruchtbarkeit auszulösen.

Zunächst war MPA in Futtermitteln und Schweinen aus den Niederlanden nachgewiesen worden. Etwa 7.500 mit MPA- verseuchten Futter gemästete Schweine sollen nach Deutschland geliefert worden sein. Während es in den USA und Australien als Futtermittelzusatz zugelassen ist, steht MPA in der EG auf dem Index.

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NABU lobt Fischler-Vorschläge zur europäischen Agrarreform

Themen: Archiv — info @ 10:07

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat die heutigen Reformvorschläge von EU-Agrarkommissar Franz Fischler als riesige Chance für eine naturverträglichere Landwirtschaft bezeichnet. ‚Der mutigste Schritt seit Jahrzehnten in der europäischen Agrarpolitik darf jetzt nicht an kurzsichtigen nationalen Egoismen scheitern‘, sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Mit der Entkopplung der Prämienzahlungen von der Produktion und der Einführung einer an ökologische Mindeststandards geknüpften Pauschalbeihilfe werde ein grundlegender Kurswechsel vollzogen, der für Umwelt, Steuerzahler und Verbraucher große Vorteile bringe.

Flasbarth lobte insbesondere die vorgesehene Zerschlagung des bisherigen undurchsichtigen Prämiengestrüpps, das lediglich Anreize zur Überproduktion und Nutzungsintensivierung gegeben habe. ‚Die gesellschaftlichen Anforderungen an die Landwirtschaft im Bereich Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz werden endlich angemessen berücksichtigt‘, so der NABU-Präsident. Wichtige Maßnahmen hierzu seien der Ersatz der bisherigen Direktzahlungen durch eine produktionsunabhängige und an Umweltauflagen gekoppelte Grundprämie sowie neue Programme in den Bereichen Lebensmittelsicherheit und -qualität, Agrarumwelt sowie artgerechte Tierhaltung. ‚Mit den Vorschlägen verabschiedet sich die EU-Kommission von 45 Jahren einer verfehlten EU-Agrarpolitik, die zu einem dramatischen Verlust an biologischer Vielfalt, zu unzähligen Lebensmittelkrisen sowie zu einem fortschreitenden Strukturwandel im ländlichen Raum geführt hat‘, sagte Flasbarth.

Der NABU-Präsident forderte die Bundesregierung auf, sich konsequent hinter die Reformvorschläge der EU-Kommission zu stellen und sie gegen die wenigen, aber einflussreichen Interessensvertreter einer rückschrittlichen Intensivlandwirtschaft zu verteidigen: ‚Vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung, der WTO-Verhandlungen, des sinkenden Vertrauens der Verbraucher in die Qualität der Lebensmittel sowie der zunehmenden Umweltbelastungen durch die EU-Agrarpolitik gibt es zu den vorliegenden Vorschlägen keine Alternative.‘

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BfN und Euronatur unterstützen Vorschläge von EU-Agrarkommissar Fischler: EU-Vorschläge sind Gewinn für den Naturschutz

Themen: Archiv,GAP — info @ 09:07

Bonn (agrar.de) – Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur) begrüßen die weitreichenden Reformvorschläge zur EU – Agrarpolitik, die von EU-Agrarkommissar Dr. Fischler für die Halbzeitbewertung (Mid-Term-Review) der Agenda 2000 erarbeitet wurden. BfN-Präsident Hartmut Vogtmann und der Euronatur Direktor Lutz Ribbe forderten in einem gemeinsamen Pressegespräch in Bonn die Bundes- und Landesregierungen, die Parteien und die maßgeblichen gesellschaftlichen Verbände im ländlichen Raum dazu auf, die positiven Ansätze in den Vorschlägen zur Reform der europäischen Agrarpolitik nicht zu verwässern, sondern mit Nachdruck zu unterstützen.

Nach Ansicht von BfN und Euronatur bietet vor allem die verpflichtende EU-weite Modulation die Möglichkeit, verstärkt Mittel in den ländlichen Raum zu lenken. Bisher war die sogenannte ‚2. Säule‘ der EU-Agrarpolitik mit nur etwa 10 Prozent der Mittel ausgestattet im Vergleich zur ‚1. Säule‘, die die Preisstützung, die Flächenzahlungen oder Tierprämien beinhaltet. ‚Diese Umschichtung ist von besonderer Bedeutung, da dadurch – von der EU kofinanziert – zusätzlich Mittel für Agrarumweltprogramme, regionale Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raumes oder auch neue zukunftsfähige Vorhaben zur Verfügung stehen‘, sagte Professor Vogtmann.

Sowohl die vorgeschlagene Beihilfeobergrenzen von 300.000 Euro als auch die Einführung einer Grundprämie böten die große Chance, den anhaltenden Rückzug der Landwirtschaft aus kleinteiligen, unrentablen Regionen aufzuhalten. Denn gerade in den extensiv bewirtschafteten Gebieten der Grenzertragsstandorte wie zum Beispiel die Mittelgebirgsregionen der Eifel oder im Schwarzwald finden sich wertvolle Landschaften mit den auch von Erholungssuchenden gerne aufgesuchten bunten Wiesen, die der Bewirtschaftung bedürfen, so der BfN-Präsident. ‚Wir brauchen gerade hier auch weiterhin die bäuerliche Landwirtschaft, und ihre ökologische Leistungen müssen angemessen honoriert werden!‘, betonte Hartmut Vogtmann und unterstützte den Kurs von EU-Agrarkommissar Dr. Fischler hin zu einer multifunktionalen Landwirtschaft.

Euronatur kann nicht nachvollziehen, dass einige Politiker gegen diese Pläne Widerstand ankündigten. Es gelte jetzt, die vorhandenen Chancen zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im ländlichen Raum zu nutzen. ‚Wer sich wieder in Blockadehaltung übt, erweist sich als Lobbyist der rationalisierten Großstrukturen, die Arbeitsplätze vernichten und nicht neue schaffen. Die Finanzmittel, verwendet in einem Programm zum Aufbau vielfältiger und nachhaltiger ländlicher Strukturen und zur Schaffung artgerechter Tierhaltungen in den weitgehend vieh-leeren Regionen, können einen regelrechten Schub auslösen‘, so der Euronatur-Direktor Lutz Ribbe.

Die Verknüpfung der Direktzahlungen mit ökologischen und sozialen Kriterien ist ein zentrales Element in der Erfüllung der gesellschaftlichen Anforderungen, die die Gesellschaft an die Landwirtschaft stellt. So eröffnet die großzügige Freibetragsregelung für Arbeitskräfte die Honorierung arbeitsintensiver Produktionsweisen und bietet darüber hinaus einen Anreiz für Beschäftigung. Gerade im Jahr ‚Rio plus 10‘ sind diese Vorschläge geeignet, eine nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume auch in Deutschland zu stärken. Naturschutz und Landwirtschaft müssen nun gemeinsam auf allen Ebenen die Umsetzung einfordern.

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09. Juli 2002

Neues Regio-Bio-Bündnis bürgt für Qualität

Themen: Archiv — info @ 16:07

Stuttgart (agrar.de) – Die Ecofit Biofruchtimport GmbH ist der erste Bioland-Vertragsgroßhändler in Baden-Württemberg. Damit verpflichtet sich der Fachgroßhändler für Bio-Obst und –Gemüse mehr als die Hälfte seines inländisches Sortiments von Bioland-Bauern aus dem Inland und vor allem der Region zu beziehen. ‚In unserem relativ milden Klima gedeihen Früchte vieler Art. Daher sind wir in der Lage Ecofit eine breite Produktpalette anzubieten‘, erläutert Matthias Strobl. Der Geschäftsführer von Bioland Baden-Württemberg will mit dem Bündnis, den Absatz regionaler Produkte deutlich ausbauen. Experten schätzen, dass im hiesigem Naturkostgroßhandel bisher nur 25 Prozent des Bio-Obstes und -Gemüses aus Baden-Württemberg kommen.

Regionalität steht auch bei Ecofit hoch im Kurs. Die meisten Kunden des Großhändlers – Naturkostläden, Wochenmarkthändler und Gemüseabo-Anbieter – stammen aus einem Umkreis von 50 Kilometern. ‚Wir möchten uns mit der Partnerschaft im wachsenden Bio-Markt profilieren und dokumentieren, dass Biohandel ökologisch und damit möglichst regional sein muss‘, erklärt Hansjörg Schrade, Geschäftsführer von Ecofit. Der Bio-Spezialist will von der großen Bekanntheit des Bioland-Warenzeichens profitieren. Schließlich kennen 90 Prozent der Baden-Württemberger das Logo des größten ökologischen Anbauverbandes.

Gleichzeitig soll das Bündnis für die Qualität der Lebensmittel bürgen. ‚Der Nitrofen-Skandal hat gezeigt, wie unübersichtliche Marktstrukturen die Biobranche gefährden. Unser Konzept der kurzen Wege und klaren Partnerschaften garantiert den Verbrauchern gesunde Biokost‘, versichert Hansjörg Schrade. Zur Qualitätssicherung lässt er Stichroben seiner Waren alle 14 Tage in dem Stuttgarter Kontroll-Institut Dr. Bostel auf Rückstände untersuchen. Ein Kostenaufwand von jeweils mehreren 1000 Euro.

‚In diesem Frühjahr haben wir beispielsweise verstärkt italienische Möhren untersuchen lassen, da Italien seine Produktionskapazitäten stark ausgebaut hat‘, berichtet Schrade.

Als Bioland-Vertragsgroßhändler will Ecofit neue Märkte erschließen: ‚Konventionelle Einzelhändler interessieren sich zunehmend für Bio und brauchen verlässliche Lieferanten. Mit unserer neuen Halle direkt beim Großmarkt Stuttgart sind wir für sie leicht zu erreichen‘, so Schrade.

In Baden-Württemberg ist der Markt für Öko-Obst und –Gemüse noch nicht gesättigt. Der Umsatz im Frischebereich der deutschen Naturkosthändler ist im letzten Jahr um 40 Prozent gewachsen. ‚Nach einem dramatischen Umsatzplus 2001 fahren wir dieses Jahr mit leicht angezogener Handbremse, was zur Konsolidierung aber auch gut tut‘, bilanziert Schrade. Insgesamt bewertet der Großhändler die Zukunftsaussichten positiv: ‚Bio-Waren sind längst nicht mehr nur für ideologisch fixierte Randgruppen attraktiv, sondern übernehmen immer mehr die Rolle von Premium-Produkten‘.

Weitere Informationen: Jutta Ortlepp, Bioland Baden-Württemberg, Tel.: 07022-93266-42, Fax: -93266-50, E-Mail; Hansjörg Schrade, Ecofit Biofruchtimport GmbH, Mercedesstr. 53, 70372 Stuttgart, Tel.: 0711-520879-0, E-Mail.

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