31. Juli 2002

Hessen: Geheimer Acker mit Gen-Mais aufgedeckt

Themen: Gentechnik,Hessen,Mais — info @ 09:07

Greenpeace fordert, den Anbau von Gen-Pflanzen zu stoppen

Frankfurt/Wölfersheim (agrar.de) – Die Umweltorganisation Greenpeace hat einen bisher unbekannten Acker mit genmanipuliertem Mais bei Wölfersheim-Södel (Wetteraukreis) in Hessen entdeckt. Um den Acker zu kennzeichnen, haben Aktivisten eine vier Meter große Maiskolben-Attrappe aufgestellt und ein Transparent aufgehängt mit der Aufschrift ‚Gefahr: Hier wird heimlich Gen-Mais angebaut‘. Auf dem Feld wächst nach Greenpeace-Recherchen der Gen-Mais Bt-176 des schweizerischen Gentechnik-Konzerns Syngenta. Greenpeace bietet der Öffentlichkeit vor Ort an, die Pflanzen in einem mobilen Gen-Labor selbst auf Gentechnik zu testen.

‚Den Verbrauchern wird die Gentechnik heimlich untergejubelt‘, sagt Greenpeace-Sprecherin Ulrike Brendel. ‚Der Gen-Mais muss sofort abgeerntet und vernichtet werden, damit er nicht zuerst im Futtertrog der Kühe und so über die Hintertür bei uns in der Milch, der Butter und dem Käse landet.‘ Auch die benachbarten Bauern haben keine Möglichkeit, sich vor dem Gen-Mais zu schützen. Mais-Pollen kreuzt sich nach einer Anfang 2002 veröffentlichten Studie der Europäischen Umweltagentur auf bis zu 800 Meter entfernte Felder aus.

Die Gen-Saat auf dem hessischen Acker ist ein Teil der 50 Tonnen Gen-Mais, die das Bundessortenamt (BSA) in Hannover dieses Jahr zum Anbau zugelassen hat. Insgesamt erlaubte das Amt zehn Sorten Gen-Mais der Firmen Syngenta, Monsanto, Bayer/Aventis und Pioneer. Syngenta verkauft das genveränderte Saatgut nach eigenen Angaben an Forschungseinrichtungen sowie über den Landhandel und Genossenschaften. Befragt nach den Anbauflächen ihres Gen-Saatguts, verstecken sich die Gen-Konzerne hinter einer Mauer des Schweigens. Auch die Behörden führen bisher keine Kataster darüber, auf welchen Feldern die Gen-Saat ausgesät wird. Im Gegensatz dazu sind gentechnische Versuchsfelder öffentlich bekannt: Das %url4%Robert-Koch-Institut%/% in Berlin muss die Flurstücke genehmigen und registrieren.

‚Hier ist die Gentechnik außer Kontrolle. Niemand hat mehr den Überblick, wo die zugelassenen 50 Tonnen Gen-Mais wachsen und wohin die Ernte gelangt‘, sagt Brendel. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass die Gen-Konzerne die Felder öffentlich machen und die Ernte unschädlich entsorgt wird.

Gerade der Gen-Mais Bt-176 birgt laut Greenpeace Gefahren. Zum einen bildet er durch Genveränderung ununterbrochen ein Insektengift, das jedoch nicht nur unerwünschte Insekten wie den Maiszünsler tötet, sondern auch die Larven nützlicher Schmetterlingsarten. Zum anderen enthält der Bt-Mais ein Gen, das ihn gegen Antibiotika widerstandsfähig macht. Über Tierfutter und Lebensmittel kommen Antibiotika-Resistenzgene im Darm in Kontakt mit Krankheitserregern, die ebenfalls immun gegen Antibiotika werden können. Ärzte warnen davor, dass die Behandlung von Patienten immer schwieriger wird, da die Wunderwaffe Antibiotika dadurch beim Menschen wirkungslos wird.

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WLV spricht sich gegen Patente auf Tiere und Pflanzen aus

Themen: Archiv — info @ 09:07

Genetische Ressourcen dürfen nicht privatisiert werden können

Münster (agrar.de) – Am vergangenen Mittwoch hat das Europäische Patentamt dem Einspruch gegen ein Patent der Universität Edinburgh zur genetischen Veränderung und Züchtung von Stammzellen stattgegeben. Das Patent war Ende 1999 vom Europäischen Patentamt erteilt worden und hatte heftige öffentliche Debatten ausgelöst, da es sich auf die Verwendung von tierischen und menschlichen Stammzellen erstreckte. Später hatte das Patentamt eingeräumt, das Patent aufgrund eines Missverständnisses über die Bedeutung verschiedener Fachbegriffe fehlerhaft erteilt zu haben. In Zukunft gilt das Patent nicht mehr für menschliche und tierische embryonale Stammzellen, für deren Gewinnung wenige Tage alte Embryonen getötet werden müssen, wohl aber für so genannte adulte Stammzellen, die zum Beispiel aus Nabelschnurblut gewonnen werden.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) spricht sich – wie zuvor bereits der Deutsche Bauernverband (DBV) vor dem Hintergrund dieses Beschlusses erneut gegen die Erteilung von Patenten auf Gene von Menschen, Tieren und Pflanzen aus. Pflanzen und Tiere dürfen als Bestandteil der natürlichen Lebensgrundlagen nicht durch Patentierung der allgemeinen Verfügung etwa in der Züchtung entzogen werden. Der Bauernverband fordert deshalb eine Abweisung der bereits begonnenen umfassenden Patentierung von Pflanzen und Tieren aufgrund einzelner genetischer Veränderungen. Sonst werde der freie Zugang von Wissenschaft, Forschung und Züchtung zu bisher frei verfügbaren genetischen Ressourcen behindert. Die Patentierung biologischer Erfindungen müsse strikt auf technische Verfahren beschränkt bleiben.

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Mecklenburg-Vorpommern: Etwas geringere Getreideanbauflächen, aber erneut größere Winterrapsflächen

Themen: Archiv — info @ 09:07

Schwerin (agrar.de) – Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes ist in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr Getreide von 589.000 Hektar (- 4 Prozent) einzubringen. Des Weiteren stehen auf über 238.000 Hektar Ölfrüchte (+ 12 Prozent), wovon wie in den Vorjahren der Winterraps die dominierende Kultur ist. Hülsenfrüchte wurden auf etwa 19.000 Hektar (- 4 Prozent) angebaut. Der Anbau von Hackfrüchten erfolgte auf 43.000 Hektar (- 2 Prozent) und der von Futterpflanzen auf 83.000 Hektar (- 3 Prozent).

Der Anbau von Getreide umfasst mit insgesamt 589.000 Hektar im Jahr 2002 und einem Anteil am Ackerland von fast 55 Prozent etwas weniger als im Vorjahr (2001: 611.419 Hektar bzw. 57 Prozent). Ursachen für den Anbaurückgang waren unter anderem die ungünstigen Witterungsbedingungen im Monat September 2001 und die weitere Ausdehnung der Winterrapsfläche.

Winterweizen nimmt im Erntejahr 2002 mit 321.000 Hektar mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Getreideanbaufläche ein, was einer Ausdehnung um 9 Prozent entspricht (Vorjahr: 294.259 Hektar). Ein starker Rückgang um 22 Prozent ist beim Roggenanbau zu verzeichnen. Während zur Ernte 2001 noch 111.049 Hektar Roggen auf die Felder gestellt wurden, sind es in diesem Jahr nur 87.200 Hektar. Noch gravierender ist die Reduzierung der Wintergerstenfläche. Bauten die Landwirte im Jahr 2001 immerhin 136.082 Hektar Wintergerste an, so waren es 2002 nur 99.700 Hektar (- 27 Prozent). Die umfangreichen Verschiebungen bei den Getreidearten sind auf wirtschaftliche Gesichtspunkte und auf die Witterungsverhältnisse des Monats September zurückzuführen, die besonders die Aussaat der Wintergerste einschränkten. Im Vergleich zum Vorjahr werden mit 16.400 Hektar Sommergerste 28 Prozent mehr angebaut (2001: 12.752 Hektar). Triticale steht in diesem Jahr auf fast 46.000 Hektar (2001: 41.531 Hektar), was einem Plus von 10 Prozent entspricht.

Ölfrüchte sind 2002 von 238.000 Hektar zu ernten. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme um 12 Prozent (2001: 212.443 Hektar). Wie in den Vorjahren dominiert der Winterraps mit einer Anbaufläche von 232.800 Hektar (+ 14 Prozent gegenüber 2001). Somit steht Winterraps auf fast 22 Prozent des Ackerlandes. Dagegen wird Sommerraps nur noch auf knapp 4.000 Hektar angebaut. Weiterhin stark rückläufig ist der Anbau von Öllein. Waren es im Jahr 2001 noch 4.197 Hektar, so sind es in diesem Jahr nur 1.500 Hektar.

Der Anbau von Hülsenfrüchten (Futtererbsen, Ackerbohnen, Lupinen) erfolgt auf 18.700 Hektar, was einem Rückgang um etwa 4 Prozent entspricht. Auf 11.400 Hektar wachsen Futtererbsen, gefolgt von 6.000 Hektar Lupinen.

Nur geringfügige Veränderungen gab es beim Kartoffelanbau. Waren im Vorjahr von 15.875 Hektar Kartoffeln zu roden, so werden es 2002 ungefähr 15.300 Hektar sein. Der Anbau von Zuckerrüben umfasst wie im Jahr 2001 eine Fläche von rund 27.800 Hektar.

Futterpflanzen auf dem Ackerland werden auf 83.100 Hektar angebaut und sind damit weiter rückläufig (- 3 Prozent gegenüber 2001).

Mit gut 96.000 Hektar hat sich der Anteil der Brache an der Ackerfläche nur geringfügig reduziert (Vorjahr: 97.476 Hektar).

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Flath fordert regionale Kompetenzen bei EU-Agrarreform

Themen: Archiv,GAP — info @ 09:07

Agrarminister wirbt in Bayern für sächsische Haltung zu Reform

Dresden/München (agrar.de) – Heftige Kritik hat Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath an der Haltung der Bundesregierung zu den Reformplänen von EU-Agrarkommissar Franz Fischler geübt. Die Bundesregierung habe durch ihre grundsätzliche Zustimmung die Verhandlungsposition Deutschlands erheblich geschwächt. ‚Bundesverbraucherministerin Künast hat sich damit als Anwältin ostdeutscher Interessen disqualifiziert‘, sagte Flath anlässlich eines Arbeitsbesuches bei seinem Amtskollegen, dem Bayerischen Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten, Josef Miller, in München.

Unterdessen erneuerte Flath seine Kritik an den Reformplänen. Deutschen Landwirten drohe der Verlust von Direktbeihilfen in dreistelliger Millionenhöhe. Flath und Miller waren sich darin einig, dass die aus der so genannten Modulation freiwerdenden Mittel in der jeweiligen Region verbleiben müssen. Die von Fischler vorgeschlagene Neuverteilung der Mittel auf Grundlage so genannter ‚objektiver Kriterien‘ lehnten beide Minister nachdrücklich ab. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft dürfe nicht gefährdet werden, hieß es.

Die Agrarminister Flath und Miller kamen zu einem Arbeitstreffen in München zusammen, um ihre gemeinsame Position gegenüber Berlin und Brüssel zu festigen. Hintergrund der Kritik an der Agrarreform ist der Plan des EU-Agrarkommissars Fischler, die im Rahmen der Modulation eingezogenen Mittel zunächst in einem EU-Fonds zu sammeln. Anschließend sollen die Gelder nach objektiven Kriterien wie zum Beispiel Landwirtschaftsfläche, Arbeitskräfte und Wohlstandsniveau neu an die Mitgliedsstaaten verteilt werden. Damit drohen Sachsen zustehende Gelder in andere EU-Staaten zu fließen.

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30. Juli 2002

Baden-Württemberg: Getreideernte bereits voll im Gang

Themen: Archiv — info @ 16:07

Erwarteter Ertrag von knapp 63 Dezitonnen je Hektar

Stuttgart (agrar.de) – Wie das Statistische Landesamt aufgrund der ersten Erntevorschätzung der amtlichen Berichterstatter von Ende Juni/ Anfang Juli ermittelt hat, steht derzeit bei Getreide eine durchschnittliche Ernte auf dem Halm. Im Mittel aller Anbaugebiete und Getreidearten (ohne Körnermais) wird der Ertrag auf voraussichtlich knapp 63 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) geschätzt, gegenüber dem Sechsjahresmittel 1996/01 (61,6 dt/ha) ein Plus von 2 Prozent. Im Vergleich zum Erntejahr 2001 (62,1 dt/ha) ergibt sich ebenfalls ein leichter Ertragszuwachs.

Die Erntehoffnungen stützen sich vor allem auf die Wintergetreidearten, die derzeit günstiger beurteilt werden als die Sommergetreidearten mit eher etwas zurückhaltender eingestuften Ertragsaussichten. Die Sommerungen konnten im zeitigen Frühjahr zwar unter günstigen Bedingungen gedrillt werden. Die nasskalte Witterung im April gefolgt von der Trockenperiode im Mai und Juni waren der weiteren Entwicklung aber nicht eben förderlich. Verbreitet wird zudem von Hagelschäden berichtet. Einschränkend ist anzumerken, dass diese erste Halmschätzung unter der Prämisse erfolgte, dass bis zum Einbringen der Ernte einigermaßen normale Witterungsverhältnisse vorherrschen. Genaueren Aufschluss über die tatsächliche Getreideernte werden daher erst die effektiven Probeschnitt- und Volldruschergebnisse der „Besonderen Ernteermittlung“ Ende August liefern können.

Legt man die vorläufige Anbaufläche von Getreide aus der diesjährigen Bodennutzungshaupterhebung zugrunde, die vor allem durch eine Anbauausdehnung bei Winterweizen um 2,9 Prozent auf 209.400 ha, bei Triticale (zur Verfütterung bestimmte Kreuzung aus Weizen und Roggen) um 13,1 Prozent auf 17.100 Hektar sowie bei Wintergerste um 2,5 Prozent auf 104.300 Hektar und gleichzeitiger Anbaueinschränkung bei Sommergerste um 7,1 Prozent auf 90.800 Hektar sowie Hafer um 2 Prozent auf 41.500 Hektar gekennzeichnet ist, so kann mit einer Getreideernte (ohne Körnermais) von voraussichtlich 30,8 Millionen dt gerechnet werden.

Das Vorjahresergebnis betrug 30,65 Mill. dt und die langjährige Durchschnittsernte 1996/01 30,7 Mill. dt. Von der voraussichtlichen Gesamtgetreideernte entfielen nach jetzigem Stand etwa 16,2 Mill. dt auf die Brotgetreidearten (Weizen und Roggen) gegenüber 15,9 Mill. dt im Mittel 1996/01 und ca. 14,6 Mill. dt auf die Futter – und Industriegetreidearten (Gerste, Hafer, Triticale).

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Immer weniger Tiere in sächsischen Ställen

Themen: Archiv — info @ 16:07

Dresden (agrar.de) – Die sächsischen Landwirte halten nach Angaben des Statistischen Landesamtes rund 529.000 Rinder, 612.600 Schweine und 138.600 Schafe. Demgegenüber wurden 1990 in Sachsen noch 1,1 Millionen Rinder, 1,5 Millionen Schweine und 274.000 Schafe gezählt.

Der Rinderbestand in Sachsen erreichte im Mai 2002 mit 529.000 Tieren einen neuen Tiefstand. Innerhalb eines Jahres verringerte sich der Bestand um 21.800 Tiere (vier Prozent). Den zahlenmäßig größten Rückgang weisen mit 6.900 Tieren (drei Prozent) die Milchkühe auf. Deren Bestand sank auf 208.500 Kühe. Auch in der Ammen- und Mutterkuhhaltung kam es zu Bestandsrückgängen um 1.000 Tiere auf 36.600 Kühe (drei Prozent). Mit dem Rückgang des Kuhbestandes einhergehend verringerte sich die Anzahl an Kälbern unter sechs Monaten um 6.200 auf 75.600 Tiere (acht Prozent). Die Zahl der weiblichen Zuchtrinder über zwölf Monate verminderte sich um 1.500 auf 117.500 Tiere (ein Prozent). Ebenso wird die Haltung männlicher Rinder über sechs Monate jährlich eingeschränkt. So sank deren Bestand im Vergleich zum Vorjahr um 2.200 auf 39.200 Tiere (fünf Prozent).

Die Nutzung weiblicher Rinder über zwölf Monate zur Mast spielt in Sachsen mit 2.800 Tieren eine untergeordnete Rolle.

Der sächsische Schweinebestand blieb mit 612.600 Tieren im Vergleich zum Vorjahr annähernd konstant (-1.100 Schweine).

Die Zahl der Ferkel und Jungschweine verringerte sich geringfügig um 1.400 auf 344.000 Tiere. Auch die Zahl der Mastschweine über 50 Kilogramm Lebendgewicht sank um 1.800 auf 184.700 Tiere (ein Prozent). Dagegen ist in der Zuchtsauenhaltung eine Bestandsaufstockung zu verzeichnen. Mit 83.000 Zuchtsauen wurden 2.000 Tiere (zwei Prozent) mehr als vor Jahresfrist erfasst. Darunter befinden sich 55.700 trächtige Sauen, 3.400 mehr als im Mai 2001 (sieben Prozent). Dies ist zugleich der höchste Bestand in dieser Kategorie seit 1993.

In der sächsischen Schafhaltung setzte sich der seit 1999 beobachtete Trend der Bestandsausweitung nicht fort. Mit 138.600 Schafen wurden im Vergleich zum Vorjahr 5.100 Tiere (knapp vier Prozent) weniger erfasst.

Den größten Rückgang gab es bei Schafen unter einem Jahr einschließlich Lämmer mit 4.300 Tieren (neun Prozent). In dieser Altersgruppe werden noch 45.300 Tiere ausgewiesen. Bei weiblichen Schafen zur Zucht einschließlich Jährlinge ist nur ein Rückgang um 800 auf 90.100 Tiere (ein Prozent) zu verzeichnen. Des Weiteren wurden 1.400 Schafböcke (zur Zucht) und 1.800 Hammel und übrige Schafe erfasst.

Die Angaben zur Viehhaltung stammen aus der vorläufigen Auswertung der Integrierten Erhebung in der Landwirtschaft 2002. Diese repräsentative Erhebung wurde Anfang Mai in rund 3.500 sächsischen Landwirtschaftsbetrieben durchgeführt.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

DMK: Hagelgeschädigte Maisbestände schnell ernten

Themen: Archiv — info @ 15:07

Bonn/Tulln (agrar.de) – Durch Hagel geschädigte Maiskolben weisen häufig einen weit höheren Verpilzungsgrad auf als gesunde Kolben. Die Verletzungsstellen an den Lieschen sind ideale Eintrittspforten für die Erreger der Kolbenfäule. Auch kommt es bei Hagelschädigungen häufig zur Quetschung der heranwachsenden Körner.

Um das Ausmass der Verpilzung nach Hagelschlag möglichst gering zu halten, empfiehlt das Deutsche Maiskomitee (DMK) betroffene Bestände genau zu beobachten und so rasch wie möglich abzuernten.

Zwar gibt es bei den verfügbaren Sorten eine beträchtliche Streuung im Resistenzgrad. Der genetische Aufbau der Kolbenfäuleresistenz lässt jedoch keine 100 prozentige Resistenz zu. Darauf haben Wissenschaftler des IFA Tulln, Österreich, jetzt in einer Veröffentlichung des DMK hingewiesen.

Wie die Wissenschaftler festgestellt haben, ist das tatsächliche Verpilzungsausmass bzw. die damit verbundene Gefahr der Kontamination mit Mykotoxinen immer das Resultat des Wechselspiels aus vier Faktoren:

1.) die genetisch in der jeweiligen Sorte verankerte Abwehrkraft 2.) die Aggressivität des Krankheitserregers 3.) die Abwehrkraft der Pflanze fördernden oder schwächenden Umwelteinflüsse wie Nährstoffversorgung, Qualität der Bodenbearbeitung, Bodenstruktur, Stressfaktoren wie reifemässige Standortangepasstheit 4.) der die Aggressivität des Erregers fördernden oder schwächenden Umweltgegebenheiten, vor allem Temperaturverhältnisse und relative Luftfeuchtigkeit.

Links zum Thema Mais.

BUND-Bilanz 2001: Mehr Spenden, Mitglieder und Förderer

Themen: Archiv — info @ 13:07

Agrarwende und Klimaschutz Hauptthemen

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) konnte im Jahr 2001 die Zahl seiner Mitglieder und Förderer um rund acht Prozent steigern. Damit unterstützen jetzt über 390.000 Menschen diesen auf Bundes- und Länderebene organisierten Umweltverband. Auch bei den Einnahmen verzeichnete der BUND ein Plus: Die Spenden stiegen um 3,2 Prozent auf über sechs Millionen Euro, die Mitgliedsbeiträge um 3,3 Prozent auf über 4,7 Millionen Euro. Damit stammen neun von zehn Euro, die der BUND für die Umweltarbeit ausgab, aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Diese Finanzgrundlage garantiert die politische Unabhängigkeit des Verbandes.

Dr. Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND-Bundesvorstands: ‚Unsere Bilanz zeigt eindrucksvoll, dass Umweltschutz und die Unterstützung von Umweltverbänden weiter ‚in‘ sind. Sehr viele Menschen fördern die vielfältige Naturschutzarbeit vor Ort sowie unser bundespolitisches Engagement für den Umweltschutz. Der BUND konnte im 26. Jahr seines Bestehens vor allem bei der Reform des Bundesnaturschutzgesetzes, bei der Agrarwende und beim Klimaschutz Punkte machen. Die ökologische Steuerreform und der Abbau umweltschädlicher Subventionen gehören auch in Zukunft zu unseren wichtigsten Schwerpunkten. Hinzu kommt die Neugestaltung der Energie- und Verkehrspolitik.‘

Den größten Teil seiner Einnahmen setzte der BUND 2001 für direkte umwelt- und naturschutzpolitische Arbeit ein: für Projekte, Aktionen, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit, für den Klimaschutz, den Atomausstieg, die ökologische Landwirtschaft und den Schutz des ‚Grünen Bandes‘ – eines Biotopverbundes entlang der früheren innerdeutschen Grenze. Mit der Bio-Sau Berta tourte der BUND durch ganz Deutschland und warb für mehr Ökolebensmittel im Handel. Weltweit Beachtung fand der Bau eines dreißig Meter langen Rettungsbootes durch viertausend Umweltschützer aus über dreißig Ländern auf der Klimakonferenz in Bonn, den der BUND zusammen mit seinen internationalen Partnern von Friends of the Earth organisierte.

Zahrnt: ‚Die nächsten Wochen stehen für den BUND ganz im Zeichen der Bundestagswahl. BUND-Gruppen sind dabei, die verschiedenen Kandidaten nach ihrer Position zur Agrarwende, zum Klimaschutz, zur Verkehrspolitik und zur ökologischen Steuerreform zu befragen. Wir haben eine Bilanz der rot-grünen Regierung erstellt und die Umweltpolitik in den Wahlprogrammen aller Parteien untersucht. Der vom Unionskandidaten Stoiber vorgeschlagene ‚Umweltpakt für Deutschland‘ wäre ein großer Rückschlag, denn er setzt vor allem auf die Eigeninitiative der Wirtschaft. Wie wenig die Umwelt der Industrie bedeutet hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor kurzem gezeigt, als er eine gemeinsame Johannesburg-Initiative für mehr Umweltschutz bei Auslandsdirektinvestitionen fallen ließ. International setzt sich der BUND zusammen mit seinen Partnern von Friends of the Earth dafür ein, dass auf dem Weltumweltgipfel eine globale Konvention zur Unternehmensverantwortung festgelegt wird.‘

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Lebensmittel-Monitoring 2000: Höchstmengen unerwünschter Stoffe selten überschritten

Themen: Archiv — info @ 13:07

Bundesweit repräsentative Untersuchung dokumentiert geringfügige Belastung

Berlin (agrar.de) – Während die Zahl der Lebensmittelskandale in den Medien nicht abreißt und das Verbrauchervertrauen nahezu täglich auf eine neue Probe gestellt wird, zeichnen die Ergebnisse des bundesweiten Lebensmittel-Monitoring ein sehr viel positiveres Bild von der Qualität der Ware, die auf dem deutschen Markt angeboten wird. Nur 1,6 Prozent von 4.818 Proben, die im Jahr 2000 untersucht wurden, enthielten höhere Mengen an unerwünschten Stoffen, als erlaubt. Alle anderen Proben waren nicht oder nur geringfügig mit diesen Substanzen verunreinigt.

Untersucht wurden 23 unterschiedliche Lebensmittel in- und ausländischer Herkunft auf 180 Einzelstoffe, darunter Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und deren Metabolite, organische Umweltschadstoffe, Mykotoxine, Schwermetalle, Nitrat und Benzo(a)pyren. Neben Lebensmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft bildete Säuglings- und Kleinkindernahrung einen Schwerpunkt der Untersuchungen. Proben wurden im Handel, aber auch beim Erzeuger und Importeur gezogen. Die untersuchten Lebensmittel waren frei von unerwünschten Stoffen oder nur gering belastet. Spezielle Verzehrsempfehlungen zum Schutz des Verbrauchers sind nicht erforderlich. Grundsätzlich sollte die Ernährung jedoch ausgewogen und abwechslungsreich gestaltet werden.

Neben der routinemäßigen Kontrolle der Lebensmittel durch die amtliche Lebensmittelüberwachung der Bundesländer stellt das Monitoring ein zusätzliches Instrument des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes dar. Im Rahmen des Monitorings werden auf dem deutschen Markt angebotene Lebensmittel mit dem Ziel untersucht, qualitative und quantitative Daten über das Vorkommen unerwünschter Stoffe zu erhalten.

Das Lebensmittel-Monitoring ist seit 1995 eine eigenständige Aufgabe der amtlichen Lebensmittelüberwachung der Bundesländer. Probenahme und Analyse erfolgt nach einem vom BgVV entwickelten Probenahmeplan, der repräsentative Aussagen zur Belastungssituation der deutschen Verbraucher erlaubt. Organisation, Erfassung und Auswertung der Daten sowie die Information der Öffentlichkeit über die Ergebnisse sind Aufgaben des BgVV.

Die Stoffauswahl wird von Sachverständigen aus den Ländern, der Biologischen Bundesanstalt (BBA) und dem BgVV lebensmittelspezifisch getroffen. Dabei wird eine ‚legale Anwendung‘ zugrunde gelegt. Bei Pflanzenschutzmitteln wird also beispielsweise auf Stoffe untersucht, die für die Anwendung bei den im Monitoring enthaltenen Lebensmitteln auch zugelassen sind und deshalb potentiell Rückstände bilden können. Unberücksichtigt bleiben im Monitoring dagegen Stoffe, die seit vielen Jahren nicht mehr zugelassen sind und die damit nur über eine illegale Anwendung zu Rückständen führen könnten, wie dies zum Beispiel bei Nitrofen der Fall war. Von der amtlichen Lebensmittelüberwachung außerhalb des Monitoring durchgeführte Einzeluntersuchungen haben dieses Vorgehen bestätigt: 1.373 Untersuchungen von pflanzlichen Lebensmitteln auf Nitrofen fielen im Jahr 2000 negativ aus.

Ergebnisse der Untersuchungen im Einzelnen:

– In der überwiegenden Zahl der Proben wurden entweder keine oder nur Spuren von Verunreinigungen gefunden. – In 1,6 Prozent der Proben überschritten die Gehalte an unerwünschten Stoffen die gesetzlichen Höchstmengen. – Auffällig waren dabei Gurken: In 10,7 Prozent der Proben waren die Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel überschritten. Gurken sollten deshalb vor dem Verzehr bzw. der Zubereitung gründlich gewaschen oder geschält werden. – Säuglings- und Kleinkindernahrung, für die besonders restriktive Höchstmengenregelungen gelten, waren praktisch frei von unerwünschten Stoffen. Nur Obstbrei war vereinzelt unbedeutend kontaminiert. – Mit Ausnahme von Chinakohl waren die Gehalte an Nitrat in den untersuchten Lebensmitteln gering. – Sonnenblumenkerne und Erdnüsse waren mit Cadmium belastet. – Erdnüsse fielen durch erhöhte Aflatoxingehalte auf. – Während die Höchstmenge für Benzo(a)pyren in Schinken weitestgehend eingehalten wurde, konnte Benzo(a)pyren in über der Hälfte der Olivenölproben nachgewiesen werden – allerdings meist in geringen Konzentrationen. – Lachs enthielt Blei, Cadmium und Quecksilber, alle unerwünschten Stoffe aber in niedrigen Konzentrationen.

Die detaillierten Untersuchungsergebnisse enthält der Bericht über das Lebensmittel-Monitoring 2000. Er kann gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro schriftlich bei der Pressestelle des BgVV angefordert oder als pdf-Datei auf der Website des Instituts eingesehen werden.

Das bislang vom BgVV wahrgenommene Lebensmittel-Monitoring wird nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Neuordnung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weitergeführt.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle.

AbL: Bauern und Verbraucher brauchen demokratische Agrarpolitik

Themen: Archiv — info @ 12:07

AbL warnt vor der Absicht von CDU/CSU und Bauernverband, Agrarpolitik wieder hinter verschlossenen Türen auskungeln zu wollen

Hamm (agrar.de) – Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) lassen die Signale nichts Gutes ahnen, die im Zusammenhang mit der Nominierung des CDU-Bundestagsmitgliedes Peter Harry Carstensen in das so genannte Kompetenzteam von CDU/CSU zu vernehmen sind. Vor allem droht ein Rückfall in vordemokratische Geflogenheiten der vergangenen Jahrzehnte, wo Agrarpolitik unter Ausschluss der Gesellschaft zwischen Politik und Agrarlobby ausgedealt wurde, so die AbL in einer kurzen Stellungnahme.

‚Es gibt bessere Agrarpolitiker/-innen, auch in der Union‘, kommentierte der AbL-Vorsitzende Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf. ‚Über die Nominierung Carstensens freut sich der Bauernverband nicht nur, weil er sich mit dem CDU-Politiker inhaltlich ‚auf gleicher Linie’ sieht, sondern vielmehr, weil er hofft, unter einem solchen Minister seinen alten Einfluss auf die Agrarpolitik zurück zu erlangen‘, so der AbL-Vorsitzende.

‚In der letzten Zeit hat sich in Berlin wie in Brüssel die Agrarpolitik für die Gesellschaft spürbar geöffnet. Wenn über Skandale in der Futter­mittelbranche oder über die Reform der EU-Agrarpolitik gesprochen wird, sitzt eben nicht mehr nur die alte Agrarlobby am Tisch, sondern gleichberechtigt andere landwirtschaftliche und eine Vielzahl an gesellschaftlichen Verbänden aus Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz. Wir sind dabei, Agrarpolitik zu demokratisieren. Damit will sich die Spitze des Bauernver­bandes nicht abfinden und sieht nun in Carstensen seinen Retter‘, so Graefe zu Baringdorf.

Wozu es führt, wenn ein Kandidat sich in der Agrarpolitik auf die Einschätzungen und Forderungen der alten Agrarlobby stützt und gesellschaftliche Verpflichtungen ignoriert, habe Carstensen gerade selbst vorgeführt. So musste er seine Forderungen nach Rücknahme des Verbots der Käfighaltung, nach Zulassung gesundheitsbedenklicher Spritzmittel im Obstbau oder nach Zulassung tierischer Fette im Kälberfutter umgehend zurücknehmen.

Die AbL warnt die Unionsparteien davor, sich als große Volkspartei von der alten Agrarlobby vereinnahmen zu lassen. Wie ernst sie die Erwartungen der Gesellschaft und der meisten Bäuerinnen und Bauern nach einer sozial-, tier- und umweltgerechteren Agrarpolitik nehmen, könnten sie nun in der Auseinandersetzung um die Reform der europäischen Agrarpolitik zeigen. ‚Die Union sollte sich nicht weiter aus falscher Verbundenheit mit der Bauernverbands-Spitze gegen die Vorschläge des EU-Agrarkommissars Fischler stellen. So, wie Fischler die Vorschläge der AbL aufgegriffen hat und die Prämien nun an Arbeit und Umwelt binden will, fordern wir die Unionsparteien auf, nun Fischlers Vorschläge zu unterstützen‘, so der AbL-Vorsitzende Graefe zu Baringdorf.

Links zum Thema Agrarpolitik, Links zum Thema Verbände.

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