Potsdam (agrar.de) – In Brandenburg sollen Windkraftanlagen in so genannten Windeignungsgebieten konzentriert werden. Die Ausweisung dieser Windeignungsgebiete wird in den Regionalplänen festgelegt, von denen insgesamt fünf durch die Regionalen Planungsgemeinschaften erarbeitet werden. Umweltstaatssekretär Friedhelm Schmitz-Jersch: ‘Wenn wie in Klettwitz 40 Anlagen miteinander verbunden werden, ist das der richtige Weg. Nicht kleckern, sondern klotzen – so lautet auch hier die Devise, um die weitere ‚Verspargelung’ der Landschaft zu verhindern.’
‘Mancherorts hat die Akzeptanz für Windkraftanlagen erheblich gelitten. Inzwischen kennen wir alle einige Negativbeispiele, wo Windkraftanlagen gewachsene Landschaftsbilder stören. Gerade deshalb muss die Raumordnung dazu beitragen, geeignete, konfliktarme Bereiche herauszufiltern und so zu einer besseren Akzeptanz für die Windkraft beitragen oder – anders gesprochen: Es muss gelingen, die Windkraft übereinstimmend mit den Bürgern weiter auszubauen’ so Schmitz-Jersch weiter.
Denn auf der anderen Seite stehe Windkraft für umweltfreundliche Energie, hochmoderne Technologie und Arbeitsplätze. Allein bei Vestas Lauchhammer sind mittelfristig 450 Arbeitsplätze geplant. In Nechlin (Uckermark) oder Trampe (Barnim) finden 70 beziehungsweise 50 Beschäftigte ihr Auskommen durch die Nutzung von Windenergie. Hinzu kommen Jobs in Planungs- und Serviceunternehmen.
Der Bund hat Anreize zur Nutzung der Windenergie geschaffen. Die gesetzlich gesicherte Strom-Einspeisevergütung und die im Baugesetzbuch verankerte Privilegierung von Windkraftanlagen im Außenbereich beflügeln die Initiative von Investoren und Anlegern.
Bei der Aufstellung der Regionalpläne werden durch die Regionalen Planungsgemeinschaften alle verfügbaren Flächen auf Eignung geprüft. Außerhalb dieser Eignungsgebiete sind Windenergieanlagen in der Regel ausgeschlossen, um einen Wildwuchs zu verhindern und Beeinträchtigungen von Siedlungs- und Naturräumen zu vermeiden. Innerhalb der ausgewiesenen Eignungsgebiete haben die Gemeinden in der Bauleitplanung die Möglichkeit zu einer Konkretisierung aus örtlicher Sicht.
Schmitz-Jersch: ‘Die Ausweisung von Windeignungsgebieten schafft auch verlässliche Rahmenbedingungen für Investoren.’
Stand der Regionalplanung
Als Windeignungsgebiete sind landesweit bislang 199 Gebiete mit 39.073 Hektar (1,3 Prozent der Landesfläche) geplant. Alle Regionalpläne zur Windnutzung werden voraussichtlich im 1. Halbjahr 2003 in Kraft sein.
Der Teilplan zur Steuerung der Windenergienutzung für die Region Uckermark-Barnim ist bereits seit 30. August 2001 rechtskräftig. Er umfasst 38 Gebiete mit zirka 6.790 Hektar. Dies entspricht 1,5 Prozent der Fläche dieser Region.
In der Region Oderland-Spree wurde der Regionalplan mit Regelungen zur Windenergienutzung am 26. November 2001 durch die Regionalversammlung beschlossen. Hier sind 26 Gebiete mit 3.980 Hektar für die Windkraftnutzung vorgesehen (0,9 Prozent der Region). Dieser Plan befindet sich im Genehmigungsverfahren beim brandenburgischen Agrar- und Umweltministerium.
In den Regionen Prignitz-Oberhavel (45 Gebiete / 11.050 Hektar / 1,7 Prozent), Lausitz-Spreewald (72 Gebiete / 6.580 Hektar / 1 Prozent), und Havelland-Fläming (18 Gebiete / 10.500 Hektar / 1,5 Prozent) werden entsprechende Pläne zur Zeit aufgestellt.
Für die noch ausstehenden drei Teilpläne zur Windnutzung beginnt derzeit das Beteiligungsverfahren. Die Gemeinden haben die Möglichkeit, ihre Positionen einzubringen.
Anteil regenativer Energien steigt
In Brandenburg sollen erneuerbare Energien 2010 etwa 5 Prozent des Primärenergieverbrauchs decken. An erster Stelle steht dabei die Biomasse, gefolgt von der Windenergie. Gegenwärtig beträgt der Anteil regenerativer Energien am Energieverbrauch 1,8 Prozent.
Nach Einschätzung des Agrar- und Umweltministeriums wären mit Ausweisung der oben angegebenen Eignungsgebiete mindestens rund 2.200 Windenergieanlagen mit etwa 2.600 Megawatt Leistung möglich.
Brandenburg gehört bereits jetzt mit rund 930 Windenergieanlagen und einer installierten Leistung von rund 830 Megawatt zu den bedeutendsten Windenergiestandorten in Deutschland. Gegenüber 1996 hat sich der Anlagenbestand deshalb mehr als versechsfacht. Im Bundesländervergleich belegt Brandenburg bei der Windkraftnutzung den fünften Rang.
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