21. Juni 2002

Demeter: Verstärkte Arbeit am Hoforganismus

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 15:06

Hamburg (agrar.de) – Bei einem Treffen von Groß- und Einzelhändlern, Bauern und Verarbeitern sowie Demeter-Vertretern in Hamburg konnte jetzt die Nitrofen-Problematik auf Hof Dannwisch bearbeitet werden. Der seit über 45 Jahren biologisch-dynamisch arbeitende Demeter-Betrieb war wie berichtet durch den Zukauf von Getreide für seine Schweine in den Nitrofen-Strudel geraten.

Die eigene Futterration vom Hof war durch witterungsbedingt schlechte Ernte zu knapp geworden, der Einkauf beim regionalen Öko-Futtermittelhandel führte unwissentlich letztlich in die belastete Lagerhalle von Malchin und so gelangten rund 100 Kilo Fleisch- und Wurstwaren von zwei Nitrofen-belasteten Schweinen in den Naturkosthandel und zu Verbrauchern. Durch die offensive Kommunikation von Dannwisch und Demeter konnte der Informationsfluß schnell gewährleistet, die Waren vorsorglich zurückgehalten beziehungsweise zurückgerufen und Kunden aufgeklärt werden.

Grundsätzlich stellte sich im Dialog heraus, dass allgemein das Bild eines Bio-Betriebes als eines in sich geschlossenes Kreislaufes besteht, in dem Futterzukauf gar nicht vorkommt. Richtlinien-Experte Jochen Leopold vom Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise in Darmstadt: ‚Geschlossene Stoffkreisläufe auf landwirtschaftlichen Betrieben gibt es aber gar nicht. Dem Demeter-Idealbild vom Hoforganismus entspricht die Zielsetzung, Futter konsequent selbst zu erzeugen. Allerdings lässt die Realität dies nicht immer zu, wie ja auch der Dannwischer Ernte-Ausfall gezeigt hat. Die Demeter-Richtlinien erlauben deshalb Futterzukäufe in einem bestimmten Rahmen.‘ Der Begriff des Hoforganismus, der die besondere Arbeit der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise umreißt und beschreibt, wie jedes ‚Organ‘ des Hofes das andere unterstützt, müsse zudem in seiner Ganzheit begriffen werden. ‚Er geht über das Stoffliche hinaus und zielt auf die Kräftewirkung, die beispielsweise durch die Biologisch-Dynamischen Präparate gefördert wird.‘

Generell gilt, dass Demeter-Höfe mindestens die Hälfte der Futterration für ihre Tiere auf dem eigenen Hof erzeugen müssen. 80 Prozent des Futters muss biologisch-dynamische Demeter-Qualität haben und für 20 Prozent gilt die Möglichkeit, Bio-Futter bzw. auch gewisse konventionelle Futterbestandteile dazuzukaufen. Als erster Anbauverband wird Demeter in Kürze 100-Prozent-Öko-Futter für Rinder erreichen. Bis dahin dürfen Demeter-Rinder noch konventionellen Leinsamen, –kuchen und –expeller sowie Trester aus heimischem Streuobstbau bekommen.

Der Beschluß, konventionellen Biertreber bei Demeter als Futtermittel auszuschließen, ist bereits gefasst. Konventioneller Raps, der bei anderen Verbänden erlaubt ist, kommt bei den Demeter-Höfen nicht in den Trog. Leopold verweist vor allem auf das Risiko der gentechnischen Verunreinigung bei konventionellen Futtermitteln. ‚Da bauen wir mit unseren Richtlinien vor. Wichtig ist, dass die Öffentlichkeit weiß, dass auch Demeter-Betriebe nicht immer und nicht absolut auf gewisse Futterzukäufe verzichten können.‘ Wer Fleisch, Milch und Milchprodukte produziert, stehe auch in der Verantwortung für seine Tiere und müsse ausreichend Nahrung bieten. Das gelinge nicht immer nur mit hofeigenen Erzeugnissen. Besonders schwierig sei die Futtermittelsituation bei Schweinen und Geflügel. Da sehen die Demeter-Richtlinien Zukäufe im begrenzten Rahmen noch bis Ende 2004 vor.

Insgesamt hat der älteste ökologische Anbauverband, der als einziger die Tierhaltung auf allen Höfen obligatorisch vorschreibt, die Anstrengungen verstärkt, alle Futtermittelkomponenten in biologisch-dynamischer Qualität zu erzeugen. ‚Diesen Weg werden wir fortsetzen, genau wie unsere Bauern noch härter dafür arbeiten werden, das Idealbild des Hoforganismus umzusetzen,‘ erklärt Demeter-Geschäftsführer Dr. Peter Schaumberger. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist auch die Demeter-Warenbörse im Internet, die im Herbst starten wird.

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DIB: Chance auf faire Wettbewerbsbedingungen verspielt

Themen: Archiv — info @ 14:06

Frankfurt (agrar.de) – Heute hat die abschließende Beratung zur Novellierung des Gentechnikgesetzes im Bundesrat stattgefunden. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung wurde angenommen. Dr. Jens Katzek, Geschäftsführer der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB), zeigte sich mit diesem Ergebnis unzufrieden. ‚Die Novelle setzt die wesentlichen in der EU-Anwendungsrichtlinie vorgesehenen Verfahrenserleichterungen nicht um‘, so Katzek. ‚Gegenüber dem bestehenden Gentechnikgesetz wurde die Novelle sogar an allen Ecken und Enden verschärft. Die positiven Erfahrungen mit der Technologie wachsen, doch die gesetzlichen Regulierungen werden härter – wo bleiben da Logik und Verlässlichkeit der Politik‘.

Die Novellierung des Gentechnikgesetzes hat zum Ziel, die EU-Anwendungsrichtlinie in deutsches Recht umzusetzen. Die Richtlinie bezieht sich auf gentechnische Arbeiten in geschlossenen Systemen, das heißt vor allem auf die Erforschung oder Produktion von Arzneimitteln oder Feinchemikalien. Da die Verwaltungsverfahren in keinem sinnvollen Verhältnis mehr zum Risiko stehen, sieht die EU-Anwendungsrichtlinie Verwaltungsvereinfachungen vor. Die DIB fordert faire Wettbewerbsbedingungen und somit Verfahrenserleichterungen auch für Deutschland. Sie hatte sich daher für eine konsequente Umsetzung der EU-Richtlinie ausgesprochen.

Obwohl die Bundesregierung in ihrem aktuellen Bericht zur Gentechnik die langjährigen positiven Erfahrungen mit dieser Technologie unterstreicht und sie auf breiter Basis finanziell fördert, werden nach dem heutigen Bundesratsbeschluss die entscheidenden Deregulierungen nicht oder nur halbherzig in deutsches Recht übernommen. Zum Beispiel reicht es der Novelle zufolge nicht aus, gentechnische Arbeiten der niedrigsten Sicherheitsstufe der Behörde nur noch anzuzeigen – die Arbeiten müssen weiterhin angemeldet werden. Dies ist mit einem zusätzlichen Verwaltungsaufwand und zeitlichen Verzögerungen verbunden.

Laut Katzek wird die Entscheidung des Bundesrats Wettbewerbsnachteile für Deutschland zur Folge haben – vor allem denjenigen Ländern gegenüber, die die EU-Anwendungsrichtlinie konsequent umsetzen. Katzek: ‚Wenn Deutschland im globalen Wettbewerb um die besten Köpfe, Technologien und Produkte in der Biotechnologie wirklich mithalten will, brauchen Wirtschaft und Wissenschaft faire Rahmenbedingungen. Mit der Novellierung des Gentech-nikgesetzes hat die Bundesregierung eine entscheidende Chance verspielt, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen‘.

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Bauernbund begrüßt Vorschläge der EU-Kommission zur einzelbetrieblichen Begrenzung der Direktzahlungen

Themen: Archiv — info @ 14:06

Belsdorf (agrar.de) – ‚Die angeblichen Pläne der EU-Kommission, im Rahmen der Halbzeitbewertung der AGENDA 2000 die Direktzahlungen auf bis zu maximal 300.000 Euro pro Betrieb zu begrenzen, würden in die richtige Richtung gehen,‘ so der Präsident des Deutschen Bauernbundes (DBB), Kurt-Henning Klamroth in einer ersten Reaktion auf angebliche Pläne der EU-Kommission, die auf starke Ablehnung des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Gerald Tahlheim und Sachsens Landwirtschaftsminister Steffen Flath getroffen sind.

‚Die Kommission würde damit Vorschläge des Bauernbundes aufgreifen. Wir haben schon bei der Modulationsdebatte gefordert, die Direktzahlungen bei den Flächenprämien auf 600.000 DM pro Betrieb zu begrenzen. Von einer Begrenzung der Direktzahlungen von 300.000 Euro pro Betrieb wären im wesentlichen die Betriebe über 1.000 ha betroffen. Nach unseren Schätzungen wären es ca. 1.600 Betriebe, das entspricht etwa gut die Hälfte der LPG-Nachfolgebetrieben, bzw. ca. 20 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in den neuen Ländern. Eine genaue Analyse kann erst nach Vorlage der Kommissionsvorschläge nach dem 10.07.02 gemacht werden, da nicht bekannt ist, wie gewisse Freibeträge geltend gemacht werden können. Von einer Existenzkrise der ostdeutschen Landwirtschaft kann jedoch keine Rede sein. Die LPG-Nachfolgebetriebe haben im Wirtschaftsjahr 2000/01 im Durchschnitt 337.040 Euro Flächenzahlungen und 18.437 Euro Tierprämien erhalten. Existenzbedroht wären von den Kürzungen nur Betriebe, die bei dieser Betriebsgröße ihre Kosten- und Ertragssituation nicht im Griff haben.

Eine Koppelung der Prämienzahlungen an die tatsächlichen Arbeitskräfte lehnen wir ab, da damit der Überbesatz an Arbeitskräften bei den LPG-Nachfolgebetrieben zu Dumpinglöhnen noch belohnt würde. Arbeitsintensive Tierhaltungsverfahren könnte man auch über den Ansatz von kalkulatorischen Arbeitskräften von den Prämienkürzungen ausnehmen‘, so Klamroth abschließend.

Links zum Thema Verbände.

EU-Rinderprämien an schleswig-holsteinische Landwirte ausgezahlt

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 14:06

Kiel (agrar.de) – ‚Die Rinder haltenden Betrieben haben in diesem Jahr Tierprämien in Höhe von rund 59, 2 Millionen Euro erhalten. Die Schlusszahlung der EU-Rinderprämien für den Antragszeitraum 2001 ist in diesen Tagen erfolgt. Nachdem bereits im März Vorschüsse in Höhe von rund 40,7 Millionen Euro an die Betriebe ausgezahlt wurden, ist nunmehr eine Schlusszahlung von rund 18,5 Millionen Euro zur Zahlung angewiesen. Damit wurden nicht nur – wie versprochen – Vorschüsse, die bereits über 2/3 der endgültigen Prämien ausmachen, frühzeitig vor dem gesetzlichen Zahltermin (30. Juni) gezahlt, sondern auch ein weiterer Beitrag zur Verbesserung der Liquiditätslage für die unter schwierigen Marktverhältnissen wirtschaftenden Rindermäster und Mutterkuhhalter geleistet.‘ Das sagte die Ministerin für ländliche Räume, Landesplanung, Landwirtschaft und Tourismus Ingrid Franzen heute in Kiel.

Grund für die deutlich frühere Zahlung ist laut Ministerin Franzen, dass die Landwirte in zunehmendem Maße gut aufbereitete Antragsunterlagen bei den Ämtern für ländliche Räume eingereicht hätten und mit dem Zusammenspiel zwischen zentraler Datenbank HIT und den Prämienantragsdaten immer besser vertraut würden. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ämter für ländliche Räume sprach die Ministerin ihren Dank für den engagierten Einsatz bei der Bearbeitung der Prämienmaßnahmen aus.

Gefördert wurden im Rahmen der Sonderprämie etwa 158.200 männliche Rinder in rund 6.000 Betrieben, im Rahmen der Mutterkuhprämie etwa 29.100 Mutterkühe und Färsen in rund 1.500 Betrieben sowie im Rahmen der allgemeinen Schlachtprämie rund 327.200 Großrinder und Kälber in cirka 8.400 Betrieben.

Links zum Thema Rinder, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Künast: Landwirtschaft braucht neue Bündnispartner

Themen: Archiv — info @ 14:06

Künast diskutierte mit Junglandwirten Perspektiven für die Landwirtschaft

Berlin (agrar.de) – Bundesverbraucherministerin Renate Künast traf sich gestern mit 22 Junglandwirtinnen und Junglandwirten aus 9 Verbänden, um über die Perspektiven der Landwirtschaft für die nächsten 20 Jahre zu diskutieren. ‚Ich habe zu diesem Dialog eingeladen, weil junge Betriebsleiter am besten in der Lage sind, sich die Landwirtschaft der Zukunft vorzustellen,‘ so Künast. Es sei wichtig, zu wissen, welche Landwirtschaft man langfristig anstrebe, um Zukunft zu gestalten. Sie wolle die Ideen und Meinungen der Gäste für die Weiterentwicklung der Agrarpolitik nutzen. Es wurde beschlossen, den begonnenen Dialog intensiv fortzusetzen.

In der Diskussion ging es um alle Aspekte von Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft und der Entwicklung ländlicher Räume. Im Mittelpunkt standen Fragen der Lebensmittelsicherheit und der Schaffung von Verbrauchervertrauen, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft, die Chancen für ökologische und konventionelle Landwirtschaft und die künftigen Möglichkeiten einer multifunktionale Landwirtschaft. Dabei wurde deutlich, dass es in vielen Bereichen an der Vernetzung und Kooperation der an der landwirtschaftlichen Produktion und Vermarktung Beteiligten fehlt. Sowohl bei der Vermarktung der Produkte als auch bei der Imagepflege der Landwirte seien neue Konzepte und Einstellungen nötig.

Alle Beteiligten waren sich einig, dieses fruchtbare Gespräch zielorientiert weiter zu führen. Dazu werden in den nächsten Wochen von allen Beteiligten Vorschläge eingebracht, um den regen Austausch zu intensivieren.

Links zum Thema Agrarpolitik, Links zum Thema Landjugend.

DVT: Rote Karte für Staatssekretär Müller

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 13:06

Bonn (agrar.de) – ‚Fürs Nachtreten gibt’s im Fußball die rote Karte‘. Mit diesen Worten kommentierte Ulrich Niemann, Präsident des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT), heute in Bonn den jüngsten Aufruf des Staatssekretärs Alexander Müller aus dem Verbraucherschutzministerium. Dieser hatte gestern öffentlich die Bauern aufgefordert, in der Nitrofen-Affäre Sammelklage gegen die Futtermittelwirtschaft zu erheben.

‚Nachdem der Hilfsfonds gescheitert ist, wird nun versucht, Stimmung zu machen‘, sagte Niemann. Er halte es für höchst bedenklich, dass ein beamteter Staatsekretär hier einseitig Partei ergreife. ‚Herr Müller sollte mal über sein Selbstverständnis von Politik nachdenken‘. Für ihn sei das nach wie vor der Versuch, von Differenzen zwischen Bund und Ländern sowie staatlichen Versäumnissen bei der Zulassung und Kontrolle der verseuchten Halle abzulenken.

Niemann wiederholte seinen Standpunkt, dass in der Nitrofen-Affäre – wie in anderen Schadensfällen auch – das Verursacherprinzip und nicht ‚Sippenhaft‘ gelte. Grundsätzlich sei der Weg der Klage auf der Basis des geltenden Vertragsrechtes das richtige Mittel, wenn zwischen den Vertragspartnern keine außergerichtliche Einigung möglich ist. Wenn die Verantwortlichen identifiziert seien, würde der Schaden selbstverständlich geregelt. Dies werde die Wirtschaft selbst erledigen. ‚Herr Müller sollte aufhören, Nebelkerzen zu werfen, zumal er selbst wissen müsste, dass man Klagen nicht gegen eine ganzen Wirtschaftszweig richten kann‘.

Links zum Thema Landhandel und Genossenschaften, Links zum Thema Nitrofen.

Absatzfondsgesetz: Bundesrat ruft nicht Vermittlungsausschuss an

Themen: Archiv — info @ 13:06

DBV betont Notwendigkeit der Absatzförderung für die gesamte Landwirtschaft

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) bedauert, dass sich der Bundesrat in seiner heutigen Sitzung nicht auf eine Anrufung des Vermittlungsausschusses zum Absatzfondsgesetz geeinigt hat. Der Agrarausschuß des Bundesrates hatte die Anrufung des Vermittlungsausschusses mit dem Ziel gefordert, die Änderung der Aufgabenstellung des Absatzfonds und die neue Zusammensetzung des Verwaltungsrates abzulehnen.

Der DBV bekräftigte seine Auffassung, daß der Absatzfonds nur als Institution zur Förderung des Absatzes der Produkte der gesamten deutschen Landwirtschaft gerechtfertigt ist. Auf die ausschließlich gruppennützige Verwendung der von der Landwirtschaft getragenen Absatzfondsbeiträge könne nicht verzichtet werden. Jegliche politische Einflußnahme in die Mittelverwendung werde strikt abgelehnt. Die Einhaltung der geltenden Gesetze zum Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz sei gewährleistet. Insbesondere bei der neuen Zusammensetzung des Verwaltungsrates werde der DBV strikt darauf achten, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium nur Personen berufe, die dem Sinn und Zweck des Absatzfondsgesetzes verpflichtet seien.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, %url2%E-Mail%/%.

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DBV vertritt rechtliche Ansprüche der Bauern im Nitrofen-Skandal

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 12:06

Klageforderungen gegen Futterunternehmen, Öko-Kontrolleinrichtungen und Bund/Länder

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) ist irritiert über Äußerungen von Bundesministerin Renate Künast und Staatssekretär Alexander Müller, wonach im Nitrofen-Skandal Landwirten Sammelklagen nur gegen Futtermittelunternehmen empfohlen werden. Der DBV hatte in den bisherigen beiden Krisensitzungen ebenso wie über seine Pressemitteilungen verdeutlicht, dass er alle geschädigten Landwirte rechtlich vertritt.

Danach werden die Ansprüche von betroffenen öko- und konventionellen Landwirten gegenüber der Futtermittelwirtschaft, aber auch gegen Bund und Länder, wegen ihrer Kontroll- und Informationspflichten rechtlich vertreten. Auch rechtliche Ansprüche der Öko-Landwirte im Zusammenhang mit der Öko-Kontrolle werden geprüft, stellt der DBV fest.

Für die Landwirtschaft ist es unerträglich, dass Bund und Länder die Untersuchungen der Futtermittellieferungen nur sehr schleppend vornehmen. Dadurch steigt täglich der wirtschaftliche Schaden der gesperrten Betriebe. Der DBV fordert nochmals Bund und Länder auf, alle vorhandenen Untersuchungskapazitäten, auch bei Landwirtschaftskammern und privaten Labors, in das Nitrofen-Untersuchungsprogramm einzubeziehen. Durch offenkundig äußerst schwerfälliges Krisenmanagement geraten unschuldig vom Nitrofen-Skandal geratene Bauernfamilien in Existenznot. Der wirtschaftliche Schaden wird unnötigerweise ständig vergrößert.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, E-Mail.

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Mecklenburg-Vorpommern: Sperre aller 334 landwirtschaftlichen Betriebe aufgehoben

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 12:06

Untersuchungen der Futter- und Lebensmittel werden fortgeführt

Schwerin (agrar.de) – Die Sperrung der 334 landwirtschaftlichen Betriebe kann aufgehoben werden. Dies teilte das Landwirtschaftsministerium heute Nachmittag den zuständigen Behörden in den Landkreisen mit. Grundlage dieser Entscheidung sind aktuelle Testergebnisse. So wurden alle drei Proben von Futtermitteln, die FUGEMA am 10. und 11. Juni dieses Jahres ausgeliefert hat und die bei einer ersten Untersuchung positiv getestet wurden, wiederholt untersucht. Von jeder Probe wurden zwei Gegenproben jeweils in einem beliehenen Labor in Mecklenburg-Vorpommern und einem beliehenen Labor in Niedersachsen analysiert. Alle sechs Ergebnisse waren negativ. Damit gibt es für die Sperrung der landwirtschaftlichen Betriebe keine ausreichende Grundlage mehr.

Die Betriebe können ihre Erzeugnisse ab sofort ohne Einschränkungen vermarkten. Allerdings werden von den Lebensmitteln Proben gezogen und analysiert, um ein mögliches Restrisiko auszuschließen. Sollte sich aus dieser Probe ein positives Ergebnis ergeben, wird dieser konkrete Betrieb gesperrt werden und es erfolgt dann ein Rückruf der betroffenen Lebensmittel. Die bereits gezogenen Futter- und Lebensmittelproben werden alle untersucht und ausgewertet, um ein Höchstmaß an Verbraucherschutz zu gewährleisten.

‚Die positiven Ergebnisse der Erstuntersuchung deuten daraufhin, dass die Futtermittel lediglich nestartig an bestimmten Stelle kontaminiert waren. Die überwiegende Menge war aber unbelastet. Deshalb ist es nun auch nicht mehr gerechtfertigt, die Gesamtheit der Betriebe zu sperren‘, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Backhaus. ‚Ich bin jedenfalls sehr erleichtert, dass die Sanktionen für die Betriebe aufgehoben werden können.‘

Die Sperre des Futtermittelherstellers FUGEMA bleibt aber weiter bestehen, bis die amtlichen Ergebnisse der Staubproben vorliegen.

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DBV: Fahrt für Biokraftstoffe

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 12:06

Bundesrat stimmt Steuerbefreiung zu

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt das mit großer Mehrheit gefasste Votum des Bundesrates für die vom Bundestag zwei Wochen zuvor beschlossene umfassende Befreiung der Biokraftstoffe von der Mineralölsteuer. Damit werde es nach der Windkraft im Stromsektor möglich, im Straßenverkehr die erneuerbare Energieressource Biomasse zu verwenden.

DBV Präsident Sonnleitner erklärte in Berlin, die Verpflichtung zur Beseitigung klimaschädigender Abgase im Straßenverkehr durch Biokraftstoffe werde von der deutschen Landwirtschaft als Chance aufgefasst. Damit setzte sich Deutschland bei Biokraftstoffen – wie bei Windenergie – in Europa an die Spitze, was klimaschützende Maßnahmen betrifft.

Es gelte nun, die Umweltverträglichkeit von Benzin durch Nutzung des umweltfreundlichen Bioethanol zu verbessern und die Erfolge bei Biodiesel auszubauen. ‚Deutschland ist heute bereits internationaler Marktführer in der Technologieentwicklung und Produktion von Biodiesel‘, betonte Sonnleitner.

Sonnleitner dankte der Automobilindustrie für ihre nachhaltiges Engagement im Bereich erneuerbarer Kraftstoffe. Gefordert sei jetzt die Mineralölwirtschaft, ihre Vorbehalte gegen Biokraftstoffe aufzugeben.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, E-Mail.

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