26. Juni 2002

8000 Produkte tragen das staatliche Bio-Siegel

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Berlin (agrar.de) – Aktuell tragen über 8.000 Produkte von 588 Unternehmen das Bio-Siegel. Es soll Verbraucherinnen und Verbrauchern eine einfache Orientierungshilfe bieten. Seine Botschaft lautet: ‚Dies ist ein Produkt des ökologischen Landbaus – es erfüllt die Bestimmungen der EG-Öko-Verordnung.‘ Die Verordnung schreibt Erzeugern und Verarbeitern vor, wie sie produzieren und welche Stoffe sie dabei verwenden dürfen. Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, darf auch nicht verwendet werden. Dasselbe gilt für die Verwendung von Zutaten, die nicht aus der Landwirtschaft stammen.

Die EG-Öko-Verordnung – und damit die Vorgaben für das Bio-Siegel – schreiben u.a. vor:

– Verbot der Bestrahlung von Öko-Lebensmitteln, – Verbot der Verwendung gentechnisch veränderter Organismen, – Strenge Begrenzung der erlaubten Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe, um einen geringen Verarbeitungsgrad und so eine weitgehende Naturbelassenheit der Produkte zu gewährleisten, – Grundsätzliches Verbot der Anwendung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, – Verzicht auf leicht lösliche mineralische Dünger, – Fütterung der Tiere ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern, – flächengebundene, artgerechte Tierhaltung (z. B. Freilandhaltung von Hühnern).

Genau wie für Lebensmittel der deutschen Bio-Anbauverbände gilt für das staatliche Bio-Siegel: Nur wenn mindestens 95 Prozent der Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs aus ökologischem Landbau stammen, dürfen sie mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet werden (§ 1 Abs. 1 Öko-Kennzeichengesetz).

Bei Verstößen gegen die EG-Öko-Verordnung dürfen die betroffenen Erzeugnisse nicht mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet werden. Missbrauch ist nach den Vorschriften des Öko-Kennzeichengesetzes mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bedroht. Damit ist das Bio-Siegel gegenwärtig das einzige Öko-Label, das unter strafrechtlichem Schutz steht. Unternehmen, die das Bio-Siegel nutzen möchten, müssen dies vor der erstmaligen Verwendung der Bio-Siegel-Informationsstelle anmelden. Bei fehlender Anmeldung drohen bis zu 30.000 Euro Geldbuße.

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Birthler: Übertragung von Naturschutzflächen kein Verstoß gegen den Wettbewerb

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Potsdam (agrar.de) – Vor kurzem wurde die zwischen Bund und Ländern vereinbarte unentgeltliche Übertragung von Naturschutzflächen aus dem Vermögen der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungs­gesellschaft (BVVG) gestoppt. Die Europäische Kommission vermutet wegen der Weitergabe eines Teils der Flächen an anerkannte Naturschutzverbände und -stiftungen eine unerlaubte Beihilfe. ‚Brandenburg hat inzwischen gegenüber der Kommission argumentiert, dass bei einer Übertragung dieser Flächen für Aufgaben im Naturschutz Wettbewerbsfragen keine Rolle spielen dürften‘, so Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler: ‚Denn diese Flächen sind ganz überwiegend Totalreservate oder erheblich nutzungsbeschränkt.‘

Das Vermögens­rechtsergänzungsgesetz hat im September 2000 die Grundlage dafür geschaffen, dass die neuen Bundesländer in Naturschutz­gebieten Flächen im Gesamtumfang von 100.000 Hektar erwerben können. Die BVVG darf das Eigentum an den Flächen auch unmittelbar auf einen von einem Land benannten Naturschutzverband oder eine von einem Land benannte Natur­schutzstiftung übertragen. Im Rahmen der so genannten ersten Tranche können insgesamt bis zu 50.000 Hektar unentgeltlich übertragen werden.

Im Vorjahr hat das Land Brandenburg beantragt, 6.200 Hektar der BVVG-Flächen in die eigene Verantwortung zu übernehmen. Für weitere 12.300 Hektar wurden Verbände und Stiftungen zur Übertragung benannt.

Hintergrund des Aussetzens der Übertragungen ist ein Schreiben vom 8. März 2002, in dem die Europäische Kommission die Bundesregierung um Informationen bittet, ob die unentgeltliche Übertragung von Tausenden Hektar Wald an Naturschutzverbände im Land Brandenburg Elemente einer staatlichen Beihilfe beinhalten, für die eine Notifizierung bei der EU erforderlich gewesen wäre.

Das Bundesfinanzministerium hat die BVVG wegen der Prüfung durch die Europäische Kommission gebeten, die unentgeltliche Übertragung von Naturschutzflächen an Naturschutzstiftungen und -verbände zunächst zu stoppen. Bis auf Weiteres werden deshalb keine Übertragungsverträge mit Stiftungen und Verbänden geschlossen.

Flächenpaket für das Land wird übertragen

Die Übertragung von Naturschutzflächen an das Land Brandenburg wird jedoch fortgesetzt und ist auch durch die Anfrage der Europäische Kommission nicht betroffen. So erfolgte für die Naturschutzgebiete ‚Stärtchen/Freibusch‘ und ‚Jackel‘ bereits die Vertragsunterzeichnung.

Vorbereitungen laufen weiter

Die BVVG hat bereits – vor der Aussetzung der unentgeltlichen Übertragung – mit einer Stiftung, der Stiftung Schorfheide-Chorin, einen Notarvertrag zur Flächenübertragung abgeschlossen. Die zur Übernahme durch die Stiftungen und Verbände vorgesehenen Flächenpakete werden bis zur Klärung der Sachlage für eine Übertragung organisatorisch und inhaltlich weiter vorbereitet.

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WL-Bank weiter auf Wachstumskurs

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Marktanteile im Jubiläumsjahr 2001 ausgebaut

Münster (agrar.de) – Im Jubiläumsjahr 2001 hat die vor 125 Jahren gegründete Westfälische Landschaftsbodenkreditbank AG (WL-Bank) ihre Marktanteile weiter ausbauen können. Wie der Vorstand vergangene Woche nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) in Münster berichtete, erreichte das gesamte Neugeschäft mit einem Anstieg um 38,8 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro eine neue Bestmarke. Ferner nahmen die Zusagen des zum genossenschaftlichen Finanzverbund gehörenden Realkreditinstituts im Baukreditgeschäft gegen den Trend am Immobilienmarkt um 6 Prozent auf 674 Mio. Euro zu.

Der Schwerpunkt der Kreditzusagen lag erneut im Kommunalgeschäft, wo die Abschlüsse um 45,4 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro stiegen. Zur Refinanzierung des Neugeschäfts wurden laut WL-Vorstand am Kapitalmarkt mit einem breiten Emissionsspektrum 4,9 Mrd. Euro platziert. Die Bilanzsumme konnte mit einem Plus von 31,2 Prozent wiederum kräftig gesteigert werden. Wie der WL-Vorstand weiter mitteilte, hat die positive Geschäftsentwicklung auch zu einer deutlichen Verbesserung in allen wesentlichen Ertragspositionen geführt. So erhöhte sich der Zins- und Provisionsüberschuss um 10 Prozent auf 45,4 Mio. Euro. Während der Verwaltungsaufwand um 11 Prozent auf 17,6 Mio. Euro zunahm, wurde der Risikoaufwand um 13 Prozent auf 10,7 Mio. Euro gesenkt. Insgesamt stieg der Jahresüberschuss der WL-Bank im Berichtsjahr um 20 Prozent auf 9,38 Mio. Euro, wovon erneut 4,4 Mio. Euro an die Aktionäre ausgeschüttet wurden. Zum Ende des ersten Halbjahres 2002 rechnet der WL-Vorstand mit einem Anstieg der Bilanzsumme auf über 18 Mrd. Euro.

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Entwicklung des ökologischen Landbaus in Deutschland

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Aktuelle Zahlen aus Dezember 2001

Berlin (agrar.de) – Der ökologische Landbau in Deutschland hatte auch im Jahr 2001 mit über 15 Prozent weiterhin ein stabiles Wachstum zu verzeichnen. Die Zahl der ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe nahm im Vergleich zum Vorjahr um 15,4 Prozent zu. Dies gehe aus den Jahresmeldungen der Länder über den ökologischen Landbau für Dezember 2001 hervor, so das Bundesministerium für verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL).

Diesen Meldungen zufolge wurden in Deutschland bis Ende des Jahres 2001 632.165 ha landwirtschaftliche Nutzfläche von 14.703 Betrieben nach den EU-weiten Regelungen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Damit erhöhte sich, bezogen auf das Vorjahr, die Zahl der landwirtschaftlichen Öko-Betriebe um 1.963 und die nach den Regelungen der EG-Öko-Verordnung bewirtschaftete Fläche um 86 142 ha (Anstieg um 15,8 Prozent). Der Anteil an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe betrug im Jahr 2001 ca. 3,3 Prozent (2000 ca. 2,8 Prozent), der an der Gesamtfläche 3,7 Prozent (2000 ca. 3,2 Prozent).

Auch die Anzahl der verarbeitenden Betriebe und Importeure im Öko-Sektor ist gegenüber 2000 weiter gewachsen. Eine zunehmende Wachstumsdynamik ist bei den Unternehmen der Verarbeitung von Öko-Produkten festzustellen. Ihre Anzahl stieg bereits 2000 gegenüber 1999 überdurchschnittlich im Vergleich mit den Vorjahren um 15,3 Prozent. 2001 nahm der Verarbeitungssektor nochmals um 802 Betriebe (20,8 Prozent) weiter zu. Insgesamt waren im Jahr 2001 in Deutschland 18.109 Unternehmen im Öko-Sektor tätig.

Die Jahresmeldungen der Bundesländer erfassen alle Unternehmen, die Bio-Produkte erzeugen, verarbeiten oder aus Drittländern einführen. Jeder dieser Betriebe muss die Vorschriften der EG-Öko-Verordnung einhalten, um seine Produkte zum Beispiel mit dem Hinweis ‚bio‘ oder ‚öko‘ gekennzeichnet vermarkten zu dürfen, und sich dabei der Kontrolle der von den Bundesländern zugelassenen Öko-Kontrollstellen unterziehen. Bei den Kontrollen, die in jedem Bio-Betriebe mindestens einmal im Jahr stattfinden, wird die Einhaltung der Vorschriften über den ökologischen Landbau überprüft. Außerdem werden unangekündigte Stichprobenkontrollen durchgeführt. Diese Kontrollen finden zusätzlich zu den im konventionellen Bereich üblichen Kontrollen der Betriebe und Produkte statt.

Nach einer Beurteilung der ‚Betriebswirtschaftlichen Nachrichten‘ (Juni-Ausgabe) ist die politisch gewollte Umstellungswelle auf den Bioanbau ausgeblieben. Zwar gebe es in allen Bundesländern viele umstellungswillige Landwirte. Dabei handele es sich aber in erster Linie um kleine und schlecht strukturierte Betriebe. Zukunftsbetriebe dagegen hätten kein Interesse an einem Umstieg. Dies läge daran, dass die Landwirte langfristig einen Angebotsüberhang an Bioprodukten mit negativen Auswirkungen auf die Preise befürchten. Die Entwicklung auf dem Biofleischmarkt bestätige diese Vermutung. Da die Nachfrage bei Biofleisch stagniert, reichten die gezahlte Preisaufschläge nicht mehr aus, um die höheren Produktionskosten zu decken. Angesichts der schlechten Wirtschaftsprognosen wird angezweifelt, dass das Ökoprüfzeichen die Nachfrage beleben kann.

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Stächele: Frauen im Ländlichen Raum sichern Lebensqualität und Wohlstand

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Ostfildern (agrar.de) – ‚Frauen im Ländlichen Raum sichern Lebensqualität und Wohlstand in ihren Familien und im gesamten Ländlichen Raum‘, sagte Baden-Württembergs Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, am Mittwoch (26. Juni) auf der Landesgartenschau in Ostfildern (Landkreis Esslingen) beim Kongress ‚Ländlicher Raum – Frauen schaffen Zukunft‘. Dieser erste Frauenkongress im Geschäftsbereich des Ministeriums stehe für mehr Zukunftsperspektiven und mehr Lebensqualität von Frauen im Ländlichen Raum. Neue Projekte, mit denen Frauen ein entscheidender Schritt zu mehr Beschäftigung und Einkommen gelungen ist werden den Teilnehmerinnen aus ganz Baden-Württemberg vorgestellt. Außerdem soll über konkrete neue Ansätze für verbesserte Kinderbetreuung, mehr Einkommen und Beschäftigung sowie mehr Beteiligung von Frauen im Ländlichen Raum an politischen Entscheidungsprozessen diskutiert werden. Der Kongress wird vom Ministerium zusammen mit den baden-württembergischen Landfrauenverbänden ausgerichtet.

‚Frauen in der Landwirtschaft und im Ländlichen Raum setzen wichtige Akzente‘, betonte der Minister. So seien beispielsweise Bäuerinnen maßgebliche Wegbereiterinnen für viele Umstellungsmaßnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben. Ebenso haben sie bei der Sicherung des Familieneinkommens, insbesondere im Bereich der Einkommenskombinationen und des Betriebsmanagements eine tragende Rolle. Minister Stächele ist überzeugt, dass es ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Frauen, insbesondere über die Landfrauenorganisationen wichtige Initiativen im gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben, wie zum Beispiel die Qualitätsoffensive in Sachen Brustkrebs, im Ländlichen Raum nicht geben würde.

Damit Frauen im Ländlichen Raum gleichberechtigt ihren Part in Gesellschaft und Wirt­schaft einnehmen können, verfolgt der Minister drei Schwerpunkte bei der För­derung von Frauen im Ländlichen Raum. Zentraler Schwerpunkt und das Herzstück der Politik für Frauen im Ländlichen Raum ist das von der Europäischen Union mitfinanzierte Programm zur Förderung ‚Innovativer Maßnahmen für Frauen im Ländlichen Raum‚. Das allgemeine landespolitische Ziel, die Chancengleichheit von Frauen im Ländlichen Raum zu verbessern, war im Jahr 2000 Verpflichtung, im Rahmen des Maßnahmen- und Entwicklungsplanes Ländlicher Raum ein spezielles Programm für Frauen zu entwickeln. Ziel war es, eine auf Frauen und deren spezifische Bedürfnisse ausgerichtete Förderpolitik zu gestalten. Mit dem Programm ‚Innovative Maßnahmen für Frauen im Ländlichen Raum‘ soll Frauen ein Anreiz gegeben werden, neue Ideen und Konzepte zur Sicherung und Erschließung von Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu verwirklichen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die bessere Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen auf lokaler Ebene, sei es in Gremien, Kommunalparlamenten oder lokalen Agenda 21-Prozessen. Über die Förderung des Modellprojektes ‚Zukunftswerkstatt – Ehrenamt für den Ländlichen Raum‘ der Landfrauenverbände werden Frauen gezielt für ehrenamtliche Tätigkeit, beispielsweise als Gemeinderätinnen oder Kreisrätinnen oder in ihrer Tätigkeit als Verbandsvorsitzende qualifiziert.

Ein dritter Schwerpunkt sieht Minister Stächele in der Förderung eines wohnortnahen Weiterbil­dungsangebotes für Frauen im Ländlichen Raum. Die Förderung der Weiterbildungsarbeit der Bildungs- und Sozialwerke der Landfrauenverbände ist ein wichtiges Instrument, damit Frauen im Ländlichen Raum wohnortnahes Lernen in einer schnelllebigen Zeit ermöglicht werden kann.

Links zum Thema Landfrauen.

Görlach: Skandalöse Veröffentlichungspolitik der EU-Kommission!

Themen: Archiv — info @ 14:06

Diskussion über Vorschläge zur Halbzeitüberprüfung der Agenda 2000 frühzeitig in heiße Phase eingetreten

Brüssel (agrar.de) – Der Agrarexperte und SPD-Europaabgeordnete Willi Görlach kritisiert die Vorgehensweise der EU-Kommission hinsichtlich der anstehenden Halbzeitüberprüfung der Agenda 2000: ‚Wenn angeblich hochgeheime Papiere der Generaldirektion Landwirtschaft bei einigen Pressevertretern eher ankommen als bei den anderen europäischen Institutionen Rat und Parlament, dann liegt entweder eine ungeheuerliche Schlamperei oder ein gezieltes Lancieren von Informationen vor. Beides ist auf das Schärfste zu kritisieren. Agrarkommissar Fischler hat uns da einiges zu erklären!‘

Der SPD-Europaparlamentarier spielt damit auf ein vorab bekanntgewordenes Konzept der Kommission an, welches ursprünglich erst am 10. Juli der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollte und konkrete Vorschläge für Reformen und Anpassungen der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik beinhaltet.

Willi Görlach abschließend: ‚Zur Präzisierung: Es sind nicht die Vorschläge selbst, die wir kritisieren. Das, was bislang bekannt wurde – Stärkung des Ländlichen Raums durch Transferierung von Mitteln der Marktausgaben in die ländliche Entwicklung, Absenkung bestimmter Garantiepreise, Abschaffung der Roggenintervention, Kappung von Zahlungen an Großbetriebe -, scheint in die richtige Richtung zu gehen. Die Vorgehensweise der EU-Kommission ist jedoch kontraproduktiv, und dies ist im höchsten Maße bedauerlich!‘

Links zum Thema Agrarpolitik, Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

Vorsicht Gewürze:Estragol- und Methyleugenolgehalte in Lebensmitteln verringern

Themen: Archiv — info @ 14:06

Auch natürliche Inhaltsstoffe von Lebensmitteln können ein gesundheitliches Risiko bergen

Berlin (agrar.de) – Nach Meinung des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) sollte der Gehalt der pflanzlichen Inhaltsstoffe Estragol und Methyleugenol in Lebensmitteln aus Gründen der Vorsorge so weit wie möglich verringert werden. Diese beiden natürlichen Inhaltsstoffe verschiedener Pflanzen zeigten in mehreren Versuchsreihen krebsauslösende und erbgutverändernde Wirkungen. Diese Einschätzung hat der Wissenschaftliche Ausschuss für Lebensmittel (SCF) der Europäischen Union in zwei wissenschaftlichen Stellungnahmen zu Estragol bzw. Methyleugenol bestätigt. Für die krebsauslösende und erbgutschädigende Wirkung beider Stoffe kann kein sogenannter Schwellenwert angenommen werden. Der SCF hat deshalb auch keine gesundheitlich unbedenkliche tägliche Aufnahmemenge für Estragol und Methyleugenol festgelegt. Beide Stoffe kommen in bestimmten Gewürzen und in Kräutertees vor, darunter sind Estragon, Basilikum, Anis, Sternanis, Piment, Muskatnuss, Lemongras sowie Bitterfenchel- und Süßfenchelfrüchte.

Wie groß das Risiko für Verbraucher ist, die regelmäßig estragol- oder methyleugenolhaltige Lebensmittel verzehren, kann zahlenmäßig nicht abgeschätzt werden. Es dürfte jedoch wegen der relativ kleinen Aufnahmemengen dieser Stoffe nicht sehr hoch sein. Untersuchungen, die eine konkrete Gesundheitsgefährdung beim Menschen belegen, liegen bisher nicht vor.

Aus Vorsorgegründen empfiehlt das BgVV dem Verbraucher aber, den dauerhaften und regelmäßigen Verzehr der genannten Gewürze und Kräutertees, der über den gelegentlichen Einsatz in der Küchenpraxis hinausgeht, einzuschränken. Das gilt insbesondere für Fencheltees, die Kinder häufig gegen Blähungen erhalten. Über längere Zeiträume sollten solche Teezubereitungen deshalb nur nach Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker gegeben werden.

Der lebensmittelherstellenden Industrie empfiehlt das BgVV, aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes Maßnahmen zu ergreifen, um die Gehalte von Estragol und Methyleugenol in Lebensmitteln so weit wie möglich zu verringern. Dabei sollten bei Lebensmitteln, die regelmäßig in größeren Mengen über längere Zeiträume konsumiert werden könnten oder die zur Ernährung von Kindern vorgesehen sind, besonders strenge Maßstäbe angelegt werden. Speziell bei Kindertees sollten die Gehalte nach Möglichkeit durch geeignete Maßnahmen unter die Nachweisgrenzen gesenkt werden. Die deutsche Industrie hat mitgeteilt, dass aufgrund der Hinweise aus dem BgVV erste Schritte zur Reduzierung unternommen wurden.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass mit zunehmender wissenschaftlicher Erkenntnis und immer empfindlicheren Nachweisverfahren auch vermehrt Daten über natürliche Inhaltsstoffe traditioneller Lebensmittel gewonnen werden. Sie bieten in einigen Fällen Anhaltspunkte für ein mögliches, vielfach jedoch nicht endgültig geklärtes gesundheitliches Risiko. Das BgVV ist aufgrund des Prinzips der Vorsorge bemüht, die Verbraucher möglichst umfassend über neue Erkenntnisse zu unterrichten. Wenn auch, wie bei Methyleugenol und Estragol, die Verdachtsgründe nicht ausreichen, um ein Verbot traditioneller Lebensmittel zu rechtfertigen, so erhält damit der Verbraucher doch die Möglichkeit, sein Verzehrsverhalten entsprechend seinem individuellen Vorsorgebedürfnis zu gestalten. Dies entbindet die lebensmittelherstellende Industrie nicht von der Verpflichtung, alle verfügbaren Möglichkeiten zu nutzen, um die Gehalte an kritischen natürlichen Inhaltsstoffen so weit wie möglich zu senken.

Aus toxikologischen Erwägungen wird dem Verbraucher generell zu Abwechslung und Vielfalt bei der Auswahl seiner Lebensmittel geraten. So kann er einer einseitigen Belastung mit verschiedenen, potentiell gesundheitsgefährdenden Stoffen vorbeugen, mit denen vereinzelt in geringen Mengen in Lebensmitteln gerechnet werden muss.

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Bartels: Übergangsregelungen vergrößern Wettbewerbsnachteile

Themen: Archiv — info @ 14:06

Hannover (agrar.de) – ‚Die hausgemachten Wettbewerbsnachteile, insbesondere in der deutschen Legehennenhaltung, werden sich im Zuge der Osterweiterung der Europäischen Union noch vergrößern.‘ Diese Beurteilung äußerte heute Landwirtschaftsminister Uwe Bartels vor dem Hintergrund sich abzeichnender Übergangsregelungen mit vier Beitrittsländern.

Z. B. sei es den Beitrittskandidaten Tschechische Republik, Slowakei, Ungarn und Litauen gelungen, im Kapitel der Veterinär- und Phytosanitärbestimmungen zum Teil lange Übergangsfristen zu vereinbaren, u. a. für notwendige Restrukturierungsmaßnahmen bei Schlachthöfen und in Verarbeitungsbetrieben. Aber auch die Zugeständnisse im Bereich der Legehennenhaltung seien teilweise enorm. Legehennenbetriebe z. B. würden in einigen Ländern bis zum Jahr 2009 Zeit haben, ihre Stallungen an die, im Vergleich zu Deutschland, niedrigen Gemeinschaftsnormen anzupassen.

Es könne nicht angehen, dass die deutsche Verbraucherministerin die Hürden für die Landwirtschaft im eigenen Land immer höher aufbaut und gleichzeitig im Rahmen der Beitrittsverhandlungen mehr als nur ein Auge zugedrückt werde. Auf diese Weise würde aus den deutschen Alleingängen eine doppelte Bestrafung, insbesondere für die niedersächsischen Geflügelhalter, kritisierte Bartels.

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NABU begrüßt Fischler-Vorschläge zur Reform der EU-Agrarpolitik

Themen: Archiv — info @ 13:06

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat die Vorschläge von EU-Agrarkommissar Franz Fischler zur Reform der Agrarpolitik als einen Meilenstein für eine europäische Agrarwende begrüßt. ‚Die Aussagen aus Brüssel sind eine gute Grundlage für eine naturverträglichere Landwirtschaft und zugleich der Beleg dafür, dass es zur bundesdeutschen Agrarwende keine Alternative gibt‘, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Jetzt gehe es darum, die viel versprechenden Vorschläge gegen den Widerstand unbeweglicher Besitzstandswahrer etwa in den Reihen des Bauernverbandes durchzusetzen.

Nach bisherigen Informationen plant Agrarkommissar Fischler eine weit reichende Korrektur der EU-Agrarpolitik. So sollen die Agrarsubventionen längerfristig als produktionsunabhängige Grundprämie gewährt und an Mindeststandards in den Bereichen Umwelt und Lebensmittelsicherheit gekoppelt werden. Durch die Einführung einer EU-weit verbindlichen Modulation würden zudem Finanzmittel aus den Marktordnungen in den Bereich der ländlichen Entwicklung umgeschichtet.

‚Agrarkommissar Fischler hat erkannt, dass ohne eine konsequente Reform die Probleme und Herausforderungen der kommenden Jahre nicht zu bewältigen sind‘, so Billen weiter. Die Umsetzung der Vorschläge sei auch deshalb bitter nötig, um die gesellschaftliche Akzeptanz für die jährlich über 40 Milliarden Euro europäischer Agrarsubventionen nicht völlig zu verspielen und damit der Landwirtschaft eine längerfristige Perspektive zu bieten.

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Die neue Agrarpolitik – nur politisch freundlich?

Themen: Archiv — info @ 09:06

Prof. Dr. Friedrich Kuhlmann anlässlich des Hessischen Bauerntages 2002 in Friedberg

Friedberg (agrar.de) – ‚Es gibt drei Typen von Unternehmen: solche, die dafür sorgen, dass Dinge passieren; solche, die zuschauen, wie die Dinge passieren und solche, die sich wundern, welche Dinge passiert sind. Zukunftsfähig, das heißt gesellschafts-, umwelt- und wirtschaftsverträglich, sind selbstverständlich nur Unternehmen, die zur ersten Gruppe gehören.‘ Dies erklärte Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Kuhlmann vom Institut für Betriebslehre der Agrar- und Ernährungswirtschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen in seinem Vortrag anlässlich des Hessischen Bauerntages am 25.06.2002 in Friedberg/Hessen.

Nach Professor Kuhlmann müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein, um in die erste Gruppe zu gelangen bzw. in ihr drin zu bleiben. Für ihn ist eine zentrale Voraussetzung, dass die Unternehmer ihre Märkte und die Politik kontinuierlich und systematisch beobachten, dass sie feststellen was die Leute wollen.

Landwirte verhalten sich seit langem kundenorientiert

Immer wieder und insbesondere auch von der neuen Agrarwendepolitik werde beklagt, dass sich die Landwirtschaft nicht kundenorientiert verhalte und an den tatsächlichen Verbraucherwünschen vorbeiproduziere. Tatsächlich würden sich aber die Landwirte seit langem durchaus kundenorientiert verhalten. ‚Wenn der Staat, wie es im Agrarbereich für zahlreiche Produktgruppen seit langem geschieht, mit Preis- und Abnahmegarantien sowie hohen Subventionen arbeitet, dann muss er sich nicht wundern, dass die Landwirte ihn und nicht die Verbraucher als ihren eigentlichen Kunden betrachten. Sie produzieren, um in den Genuss der Preis- und Absatzgarantien sowie der Subventionen zu gelangen,‘ betonte der Giessener Agrarökonom.

Das eigentliche Problem besteht für Professor Kuhlmann darin, dass in der Agrarwirtschaft die Leistungsempfänger und die Zahler unterschiedliche Personen bzw. Institutionen sind. ‚Der Staat ist zum Großteil der Zahler, aber nicht der Leistungsempfänger.‘ Die landwirtschaftlichen Unternehmer würden sich selbstverständlich an den Wünschen des Zahlers ausrichten, weil sie ihre Einkommen vornehmlich dadurch gesichert sehen. Sie verhalten sich, so Professor Kuhlmann, mithin durchaus kundenorientiert. ‚Eine Kundenorientierung in Verbindung mit Verbraucherorientierung lässt sich nur dann erreichen, wenn Leistungsempfänger und Zahler identisch sind. Die Landwirte werden sich an den Zahlern, die gleichzeitig die Leistungsempfänger sind, ausrichten und damit nicht nur kunden-, sondern auch verbraucherorientiert agieren,‘ hob der Agrarwissenschaftler hervor.

Der Staat macht wieder die altbekannten Fehler

‚Wen nun der Staat den ökologischen Landbau durch massive Interventionen und Subventionen in besonderer Weise bevorzugt, dann macht er wieder die altbekannten Fehler,‘ sagte Professor Kuhlmann. Er unterstellte erstens, dass er klüger sei als die Verbraucher und die Verbraucherinteressen besser wahrnehmen können als die Verbraucher selber und er bewirke zweitens, dass auch die ökologisch wirtschaftenden Landwirte sich weder am Staat als dem Kunden und Zahler ausrichteten. ‚Vielleicht sollte die Politik endlich einsehen, dass die Unternehmer und die Verbraucher selbst am besten beurteilen können, wie sie Angebot und Nachfrage in Übereinstimmung bringen. Fehlentwicklungen der Produktion wurden durch die Politik initiiert sollten im nachhinein nicht noch von ihr beklagt werden. Wenn es der ernsthafte Wunsch aller Beteiligten ist, verbraucherorientiert zu arbeiten, dann sollte der Staat Markteingriffe und Subventionen sukzessive abbauen, die Bevormundung einstellen und sich auf seine grundsätzliche, ordnungspolitische Fürsorgepflicht besinnen,‘ so Professor Kuhlmann.

Der Giessener Agrarökonom ist sich sicher, dass zukunftsfähige Betriebe, die gesellschafts-, umwelt- und auch wirtschaftsverträglich sind, von der Politik nur auf diese Weise geschaffen werden könnten. Darüber hinaus sollte die Politik berücksichtigen, dass es in den Ökosystemen, das heißt in den ökologischen und ökonomischen Systemen, in denen die Nahrungsmittelerzeuger wirtschaften, kein Alles oder Nichts, kein Gut oder Schlecht und kein Sicher oder Unsicher gebe. ‚Jedes Mehr von einem führt zu einem Weniger von anderem. Für diesbezügliche Abwägungen kann man der Politik nur Augenmaß wünschen.‘

Augenmaß sei gegenwärtig aber auch in besonderer Weise von den Unternehmern gefordert.

Ihnen rät Professor Kuhlmann:

– Erwarten Sie auf Dauer keine Geschenke von der Politik. Verlassen Sie sich vor allem auf sich selbst.

– Lassen Sie sich nicht täuschen; Unabhängig davon, ob Sie konventionell oder unkonventionell wirtschaften, ‚Wachsen oder Weichen‘ wird leider noch für die überschaubare Zukunft der Imparativ in der Landwirtschaft bleiben.

– Wappnen Sie sich, indem Sie Ihre Produktionsbereiche weiter durchrationalisieren und gleichzeitig sowohl die Herstellungs-, als auch die Produktqualitäten verbessern. Nutzen Sie jede Chance zur Stückkostensenkung.

– Auch wenn – wie es so schön heißt – im Kontor kein Weizen wächst, nutzen Sie formalisierte Qualitäts-Management- und Controlling-Systeme zur Unterstützung, Überwachung und systematischen Dokumentation betrieblicher Entscheidungen.

– Ergreifen Sie jede seriöse Chance für die mehrbetriebliche, horizontale und vertikale Zusammenarbeit, um den jeweiligen Stand der Technik, spezialisiertes Wissen und Können sowie Marktchancen rasch und voll zu realisieren. Gleichzeitig setzen Sie dadurch knappes und teures Kapital für Investitionen so effektiv wie möglich ein.

Träumereien von der heilen Welt selbst genügsamer Bauernhöfe sollten Sie den Politikern überlassen. Sie werden sie sich jedenfalls nicht leisten können und womöglich auch nicht wollen.

Links zum Thema Agrarpolitik.

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