03. Juni 2002

Weniger Wein im Jahr 2001

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 11:06

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, haben die deutschen Winzer im Jahr 2001 8,9 Mio. Hektoliter Wein (einschließlich den in Wein umgerechneten Most) erzeugt. Das waren 9,8 Prozent weniger als im Vorjahr und 26,7 Prozent weniger als im Jahr 1999. Umgerechnet in 0,75-Liter-Flaschen ergibt die Weinernte des Jahres 2001 rund 1.185 Mill. Flaschen Wein, also gut 14 Flaschen pro Einwohner Deutschlands.

27 Prozent der Weinerzeugung waren im Jahr 2001 Qualitätswein mit Prädikat, 68 Prozent Qualitätswein und gut 4 Prozent Tafelwein. Weißwein dominiert mit 68 Prozent noch immer deutlich vor dem Rotwein (einschließlich Rotling und Roséwein 32 Prozent). Der Rotweinanteil hat gegenüber den Vorjahren (2000: 31 Prozent und 1999: 25 Prozent) weiter zugenommen.

Die quantitativ bedeutendsten Weinanbaugebiete in Deutschland waren Rheinhessen (2001: 27 Prozent der Weinerzeugung), die Pfalz (22 Prozent), Mosel-Saar-Ruwer (14 Prozent), Baden und Württemberg (jeweils 12 Prozent), Franken (5 Prozent), Nahe (3 Prozent) und der Rheingau (knapp 3 Prozent).

Links zum Thema Wein, Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Gesunde Nahrungsmittel brauchen gesunde Böden

Themen: Archiv — info @ 11:06

Gemeinsames Konzept BMU-BMVEL zum Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft

Berlin (agrar.de) – Unter dem Titel ‚Gute Qualität und sichere Erträge‘ haben Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast und Bundesumweltminister Jürgen Trittin heute ein Konzept zum umweltverträglichen Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft vorgelegt. ‚Unser gemeinsames Anliegen ist es, künftig nur noch saubere Düngemittel zuzulassen, damit sich langfristig keine Schadstoffe in landwirtschaftlichen Böden anreichern können. Äcker und Wiesen sollen durch eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung dauerhaft nutzbar bleiben. Das nützt den Bauern und den Verbrauchern. Denn nur auf gesunden Böden können gesunde Nahrungsmittel produziert werden‘, sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin.

Kern des gemeinsamen Konzepts ist die Festlegung neuer Grenzwerte für den Schwermetallgehalt von organischen Düngemitteln wie Klärschlamm, Bioabfall, Schweine- und Rindergülle, die deutlich unter den derzeit gültigen Werten (für Klärschlamm, Bioabfall) liegen sollen. Für Rinder- und Schweinegülle werden erstmals verbindliche Schwermetallgrenzwerte vorgeschlagen. Der maximal zulässige Gehalt an Schadstoffen in den jeweiligen Düngemitteln orientiert sich an den Vorsorgewerten der Bodenschutz- und Altlastenverordnung. Bezugsgröße ist dabei der sogenannte mineralische Teil des Düngemittels, der langfristig im Boden verbleibt. Dabei gelten für alle Düngemittel die gleichen fachlichen Grundsätze. Ausgenommen wurde lediglich Mineraldünger, da der im Boden verbleibende Anteil je nach eingesetztem Düngemittel und Bodenart sehr unterschiedlich ist. Da Düngemittel neben Schwermetallen auch organische Schadstoffe enthalten können, sollen bei Klärschlämmen noch zusätzliche Grenzwerte für diese Stoffe aufgenommen werden. Beim Bioabfall ist ein neuer Grenzwert für Benz(a)pyren vorgesehen.

Die neuen Schwermetallgrenzwerte haben zur Folge, dass künftig bei allen genannten Düngemitteln eine deutliche Schadstoffreduzierung erfolgen muss, damit diese auf längere Sicht als Düngemittel eingesetzt werden können. Bioabfälle (vor allem Komposte) sowie Schweine- und Rindergülle werden in qualitativ verbesserter Form auch in Zukunft auf allen landwirtschaftlichen Böden (Ton, Lehm, Sand) einsetzbar bleiben. Die landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlämmen wird demgegenüber weitgehend einzustellen sein. Lediglich besonders schadstoffarme Klärschlämme dürfen künftig noch auf Böden aufgebracht werden.

Klärschlämme machen rund 2 bis 3 Prozent der in der Bundesrepublik jährlich eingesetzten rund 40 Millionen Tonnen Düngemittel aus. Rund 2,3 Millionen Tonnen kommunale Klärschlämme (Trockensubstanz) fallen pro Jahr in Deutschland an, von denen etwa 40 Prozent – ca. 900.000 Tonnen – in der Landwirtschaft verwertet werden. Auch sie müssen künftig weitgehend in Abfallverbrennungs- bzw. mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen schadlos beseitigt bzw. im Rahmen der Mitverbrennung in industriellen Prozessen genutzt werden. Dies wird sich, wie auch die Schadstoffreduzierung in den übrigen Düngemitteln, nicht von heute auf Morgen umsetzen lassen. Deshalb schlägt das Konzept Übergangsregelungen von bis zu fünf Jahren vor.

Die gemeinsamen Vorschläge beider Ministerien sollen in den kommenden Monaten breit diskutiert und die Ergebnisse der Debatte in der nächsten Legislaturperiode im Abfall- und Düngemittelrecht umgesetzt werden.

Grundlage für dieses Konzept ist der Beschluss der gemeinsamen Konferenz der Agrar- und Umweltminister von Bund und Ländern vom Juni vergangenen Jahres. Darin wurde festgestellt, dass der Einsatz von Düngemitteln nicht zu einer Anreicherung von Schadstoffen im Boden führen darf.

Das Konzept ‚Gute Qualität und sichere Erträge – Wie sichern wir die langfristige Nutzbarkeit unserer landwirtschaftlichen Böden?‘ ist auf den Internetseiten des BMVEL abrufbar.

Hintergrundpapier zur BMU/BMVEL-Anhörung ‚Landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlamm, Gülle und anderen Düngern unter Berücksichtigung des Umwelt- und Verbraucherschutzes‘ am 25./26. Oktober 2001.

Links zum Thema Düngung, Links zum Thema %url4%Boden%/%.

Künast übt scharfe Kritik an Raiffeisen-Verband

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 10:06

Berlin (agrar.de) – Wegen des Nitrofen-Skandals hat Verbraucherschutz-Ministerin Renate Künast den niedersächsischen Futtermittelhersteller GS agri und den Raiffeisen-Verband scharf kritisiert. Künast betonte im ARD-Morgenmagazin, der Nitrofen-Skandal sei kein Bio-Skandal, sondern hier hätten ‚drei Raiffeisen-Institutionen miteinander gemauschelt, aber keiner von denen ist über Monate seiner Meldepflicht, die es laut Futtermittelgesetz gibt, nachgekommen.‘

Künast warf den Unionsparteien vor, sich beim Verbraucherschutz als Bremser zu betätigen. Insbesondere die von CDU und CSU geführten Landesregierungen hätten aber in der jüngsten Vergangenheit schärfere Kontrollen und damit auch mehr Verbraucherschutz verhindert. Seit Beginn ihrer Amtszeit gebe es eine systematische Blockade durch die Opposition.

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LandFrauenverband größter Bildungsträger im ländlichen Raum

Themen: Archiv,Bildung — info @ 10:06

65.000 Bildungsveranstaltungen in 2001

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) ist der wichtigste Träger der Erwachsenenbildung im ländlichen Raum. Das belegt deutlich der Statistische Arbeitsbericht des dlv und seiner Landesverbände für das Jahr 2001. Insgesamt wurden ca. 65.000 Bildungsveranstaltungen in Form von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, Kursen, Seminaren, Lehrgängen mit Abschlussqualifikation, Lehr- und Besichtigungsfahrten und Ausstellungen im Jahr 2001 organisiert und von mehr als 2 Millionen Frauen im ländlichen Raum besucht.

Allein 1.253.032 Frauen nahmen an Diskussionsveranstaltungen zu verschiedenen Themen teil, an Kursen und Seminaren nahmen immerhin auch 366.281 Frauen teil, die Lehr- und Besichtigungsfahrten wurden von 416.072 Teilnehmerinnen wahrgenommen. Insgesamt wurden im Jahr 2001 von den LandFrauen 1.241 Ausstellungen bundesweit organisiert.

Zu den bevorzugten Themen gehören die Kultur mit 22.098 Veranstaltungen, die Gesundheit mit 10.408 und die Ernährung mit 7.213. Außerdem standen Themen, u.a. aus den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft, Dorferneuerung, Agrarpolitik, Unternehmensführung, landwirtschaftliche Produktion, Ökologie, Rechts-, Sozial-, Familien- und Lebensfragen sowie Hauswirtschaft und Garten auf dem Programm. Angestiegen ist die Nachfrage nach Veranstaltungen in den Bereichen Wirtschaftspolitik (um ca. 80 Prozent), landwirtschaftliche Produktion, Ernährung und Gesundheit. Für die Führungskräfte in den rund 12.500 Vereinen auf Bezirks-, Kreis- und Ortsebene wurden über 1.500 Veranstaltungen zur methodischen Weiterbildung angeboten, das sind ca. 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

Neben dem statistischen Arbeitsbericht ist in diesen Tagen auch der Jahresbericht des dlv zur Vorlage auf der Mitgliedersammlung am 11. Juni 2002 in Berlin herausgekommen. Beide Bericht sind im Internet zu finden oder zu bestellen bei der Geschäftsstelle des dlv, Reinhardtstr. 18, 10117 Berlin unter Tel.: 030-31802029, Fax: 030-31017831, E-Mail.

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BBV: Schluss mit dem unredlichen Wahlkampfgetöse

Themen: Archiv — info @ 10:06

Bayerischer Bauernverband fordert Bundeskanzler und Verbraucherministerin zu sachorientiertem Dialog auf

München (agrar.de) – Wahlkampfgetöse auf dem Rücken der Bäuerinnen und Bauern hat der Bay-erische Bauernverband (BBV) Verbraucherschutzministerin Renate Künast vorgeworfen. Künast unterstelle dem Bauernverband Ungeheuerliches. Sie spricht von ‚geradezu mafiösen Tendenzen‘ und macht dafür auch die ‚alten Strukturen‘ verantwortlich. Der BBV weist diese infamen Unterstellungen mit allem Nachdruck zurück. Diesen boshaften und unredlichen Verlautbarungen von Renate Künast entnimmt der Bauernverband, dass die Ministerin mit dem Rücken zur Wand stehe.

‚Frau Künast muss endlich zur Kenntnis nehmen, dass nicht erst seit ihrem Amtsantritt das wesentliche Anliegen, den Verbraucherinnen und Verbrauchern gesundheitlich unbedenkliche landwirtschaftliche Erzeugnisse zu liefern, eben ein Hauptanliegen der deutschen Landwirtschaft ist‘, betonte Bauernverbandspräsident Gerd Sonnleitner. Der Bauernverband als berufständische Vertretung der Landwirte hat kein Interesse an Vertuschungen.

Im Interesse der Ökolandwirte und der konventionell wirtschaftenden Betriebe hat sich der Bauernverband in den vergangenen Tagen dafür eingesetzt, dass keine voreiligen Schlussfol-gerungen über die Produktionskette gezogen werden. ‚Wir sind für eine umfassende Aufklärung eingetreten‘, sagte Sonnleitner.

Klärungsbedarf sieht der Bauernverband im Blick auf das Handeln der als Verursacher im Visier der Öffentlichkeit stehenden Firma NSP. Er fragt, unter welchen Umständen die Ökokontrollstelle ‚Grünstempel‘ das Unternehmen zertifizieren konnte. Er fragt auch, ob und wie das Unternehmen prüfte, welche Güter vor der Verwendung als Getreidespeicher in der entsprechenden Halle gelagert wurden.

Der Bauernverband ruft Frau Künast und den Bundeskanzler auf, zu einen an der Sache orientierten und auf verleumdende Polemik verzichtenden Dialog zurückzukehren. Er fordert Frau Künast auf, die Koordinationsversäumnisse ihres Ministeriums zu klären und der Öffentlichkeit und den Landwirten zu erläutern.

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02. Juni 2002

Aufklärung des Nitrofen-Skandals: Vorwürfe von Bundesministerin Künast unhaltbar

Themen: Archiv — info @ 16:06

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Raiffeisenverband e.V. (DRV) nimmt mit Erleichterung zur Kenntnis, dass die Quelle der Nitrofen-Belastung von Öko-Futterweizen offenbar aufgeklärt worden ist.

Allerdings weist der DRV die kollektiven Vorwürfe gegen den Raiffeisen-Verbund entschieden zurück, dieser sei verantwortlich dafür, dass die Öffentlichkeit nicht informiert worden sei.

Der DRV vertritt innerhalb der Raiffeisen-Organisation rd. 3600 selbstständige genossenschaftliche Unternehmen des ländlichen Warenbereichs aller Sparten.

Wenn die gestern erhobenen Vorwürfe zutreffen, dann wurde von einzelnen fehlerhaft gehandelt, die dafür die Konsequenzen zu tragen haben.

Information: Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Adenauerallee 127, 53113 Bonn, Tel.: 0228-106-367, Fax: 0228-106-266, -Mail

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AbL zum Nitrofen–Futtermittelskandal: Bauern nicht im Regen stehen lassen!

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 11:06

Futtermittelindustrie muss Entschädigung zahlen

Lüneburg (agrar.de) – ‚Der Imageschaden für die gesamte deutsche Landwirtschaft ist durch den Futtermittelskandal riesengroß und ist nur mit glaubwürdigen, vertrauensbildenden Maßnahmen zwischen Bauern und Verbrauchern wieder zu beheben. Der wirtschaftliche Schaden für die Landwirtschaft geht aber in die Millionen und Betriebe sind akut existenzgefährdet. Wir fordern deshalb die Futtermittelindustrie auf, sich nicht aus der Verantwortung zu stehlen, sondern einen Krisenfonds einzurichten, um den betroffenen Betrieben umgehend und unbürokratisch zu helfen‘, so Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) heute in Lüneburg.

Baringdorf weiter: ‚Uns Bauern platzt langsam der Kragen – durch die Riesensauerei mit Nitrofen belasteten Futter werden die direkt betroffenen Betriebe in die Knie gezwungen, weil sie ihre Erzeugnisse nicht mehr absetzen können. Aber auch für die übrige Landwirtschaft sind schon Erzeugerpreissenkungen angekündigt. Soll diese Krise wieder nur auf den Rücken von Bauern und verunsicherten Verbrauchern ausgetragen werden? Wir sagen nein! Der Futtermittelkonzern GS AGRI hat offensichtlich gewußt, dass sich Nitrofen–belastetes Futter in seinen Lägern befindet und es trotzdem an die Bauern weiterverkauft. Das ist besonders skrupellos und deshalb gehört dieses Werk geschlossen und die Verantwort-lichen müssen mit Berufsverbot belegt werden. GS AGRI hat den landwirtschaftlichen Betrieben den wirtschaftlichen Schaden zu ersetzen und der Raiffeisenwirtschaftsverbund – über 50 Prozent der Mischfutter wird von Raiffeisen produziert – für diese Entschädigung mit ein zu springen. Weil die Funktionäre des Deutschen Bauernverbandes wichtige Positionen in den Vorständen und Aufsichtsräten wahrnehmen, fordern wir DBV–Präsident Sonnleitner auf, sich für den Risikofonds einzusetzen.

Statt immer nur Ministerin Künast vorzuwerfen, Sie habe Ihr Haus nicht in Ordnung, solle Sonnleitner sich und seine Funktionäre in die Pflicht und Verantwortung nehmen für den entstandenen Schaden auf den Höfen und für eine notwendige Demokratisierung in den Genossenschaftsunternehmungen.‘

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Ursache der Verunreinigung von Öko-Getreide entdeckt

Themen: Archiv — info @ 11:06

Berlin (agrar.de) – Die Ursache für die Nitrofen-Verunreinigungen in Öko-Getreide ist gefunden: Das von der GS agri gekaufte Getreide wurde in Mecklenburg-Vorpommern mit dem verbotenen Pflanzenschutzmittel kontaminiert. Grund dafür ist ein Fall mangelnder Lagerhygiene.

Die Lagerhalle für das betroffene Getreide einer Saatgutfirma bei Neubrandenburg hatte zu DDR-Zeiten als Pestizidlager gedient. Das bestätigte Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast heute in Berlin. ‚Es gibt keine Anhaltspunkte darauf, dass es noch eine andere Quelle der Verunreinigung gibt‘, so die Ministerin.

Die Bio-Verbände haben in einer heute verbreiteten Erklärung weitere Kontrollen in ganz Deutschland gefordert. Es sei nun sicherzustellen, dass in anderen ehemaligen Großlagern für Pestizide keine weiteren Lebensmittel umgeschlagen werden. (unsere Meldung)

Auch Ministerin Künast forderte intensivere Kontrollen in der Kraftfutterindustrie. Diese dürften aber nicht die Landwirtschaft belasten.

Niedersachsen Landwirtschaftsminister Uwe Bartels bestätigte unterdessen, dass in dem zu Futter verarbeiteten Getreide auch die Gifte Lindan und DDT nachgewiesen wurden. Das Nachrichtenmagazin ‚Der Spiegel‚ hatte von drei weiteren verbotenen Stoffen in dem verseuchten Öko-Futter berichtet. Das Magazin beruft sich auf ein Gutachten eines Labors aus Hannover.

Links zum Thema Pflanzenschutz, Links zum Thema %url3%Lebensmittelqualität und -kontrolle%/%, Links zum Thema %url2%Bio-Landbau%/%.

Ursachenklärung für Nitrofenbelastung – wichtiger Schritt für Glaubwürdigkeit des Ökolandbaus

Themen: Archiv — info @ 10:06

gemeinsame Presseerklärung der Verbände Biokreis, Bioland, Biopark, Demeter, Gäa, Naturland, Ökosiegel, BNN

Berlin (agrar.de) – Als einen ersten wichtigen Schritt für die Rückgewinnung des Verbrauchervertrauens bezeichneten Thomas Dosch und Felix Prinz zu Löwenstein im Namen der Ökologischen Anbauverbände sowie Elke Röder im Namen der Bundesverbände Naturkost Naturwaren (BNN) die Entdeckung der Quellen der Nitrofenbelastungen von Öko-Tierfutter und Öko-Geflügelprodukten. Dass ein ehemaliges Reservelager der ‚DDR‘ für Pflanzenschutzmittel zur Einlagerung von Ökogetreide verwendet wurde, bringe eine unvorstellbare Verantwortungslosigkeit der Beteiligten zum Ausdruck. Nun müsse sofort im Rahmen weiterer Kontrollen in ganz Deutschland sichergestellt werden, dass in anderen ehemaligen Großlagern für Pestizide keine weiteren Lebensmittel umgeschlagen werden.

Die Belastung von Bioprodukten durch die Hinterlassenschaften einer chemisch-synthetischen Agrarwirtschaft würden mit aller Brisanz verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Agrarwende in Richtung umweltverträglicher und menschengemäßer Landwirtschaft fortzusetzen.

Bei aller Sorge für die unverschuldet in Not geratenen Erzeuger- und Handelsbetriebe und die nicht hinnehmbare Verunsicherung der Kunden von Biowaren bietet die Aufdeckung der Belastungsquellen die Chance, das Vertrauen in Bioprodukte wieder zu stärken.

Auch die Verbände hätten nun die Aufgabe, so Thomas Dosch und Felix Prinz zu Löwenstein, zu klären, warum der Skandal nicht wesentlich füher öffentlich gemacht worden ist. Einige Akteure hatten von Belastungen schon zu einem frühen Zeitpunkt erfahren und lediglich Ursachenforschung ohne Einbeziehung der Behörden betrieben. Insbesondere müssten Versäumnisse und Fehler in den eigenen Reihen aufgearbeitet und analysiert werden.

In einem ersten Schritt wird die Kommunikation durch eine zielgerichtete Zusammenarbeit aller Akteure der ökologischen Lebensmittelwirtschaft wesentlich verbessert werden. Aufgabe der Öko-Verbände ist es, zukünftige Skandale so weit wie möglich zu verhindern. Für den Fall, dass Unfälle oder kriminelle Machenschaften doch zu Lebensmittelbelastungen führten, müsse vom Gesetzgeber sicher gestellt werden, dass Verbraucher sofort aufgeklärt und informiert werden.

‚Stille Rückrufaktionen‘ dürfe es in Zukunft bei ähnlichen Fällen wie dem Nitrofenskandal sowohl bei ökologisch wie bei konventionell erzeugten Lebenmitteln nicht mehr geben.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema Lebensmittelqualität und -kontrolle.

Bauern werden Futtermittel-Industrie auf Schadensersatz verklagen

Themen: Archiv — info @ 09:06

AbL: Sonnleitner muss sich bei Bauern entschuldigen

Kassel (agrar.de) – Der Bundesvorstand der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.) hat heute auf seiner Vorstandssitzung in Kassel folgende Erklärung abgegeben:

‚Das bewusste Inkaufnehmen von gesundheitlichen Schädigungen von Verbrauchern und das organisierte kriminelle Vorgehen seitens einiger Futtermittelkonzerne, das bäuerlichen Betrieben die Existenz kosten kann, ist eine ungeheure Sauerei. Sie muss nicht nur strafrechtliche Konsequenzen haben. Es ist vielmehr auch die Pflicht und Verantwortung der betroffenen Futtermittel-Industrie, den wirtschaftlichen Schaden für die Landwirtschaft wieder in Ordnung zu bringen. Der AbL-Bundesvorstand fordert deshalb Raiffeisen auf, zu der Verantwortung zu stehen, um den betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben mit Hilfe eines einzurichtenden Krisen-Fonds zu helfen.

Wir werden nicht hinnehmen, dass Bäuerinnen und Bauern bei jedem Lebensmittel-Skandal die Zeche zahlen sollen und die wirklich Verantwortlichen sich davon stehlen. Die AbL wird deshalb eine Schadensersatzklage gegen die Norddeutsche Saat- und Pflanzgut AG und GS Agri vorbereiten und betroffene Bauern damit unterstützen.

Die Klage wird durch ein Anwaltsbüro aus Hannover vorbereitet, das auch die von der AbL 1998 gegründete ‚Interessengemeinschaft gegen die Nachbaugesetze und Nachbaugebühren‘ beim Saatgut erfolgreich vertritt.

Die Spitze des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat in dieser Angelegenheit eine besondere Verantwortung wahrzunehmen, besetzt sie doch in vielen Futtermittelkonzernen Schlüsselpositionen in Vorständen und Aufsichtsräten. Der AbL-Bundesvorstand fordert das DBV-Präsidium auf, seinen erheblichen Einfluss auf die Futtermittel-Industrie geltend zu machen, damit es zu schneller und unbürokratischer Hilfe für die landwirtschaftlichen Betriebe kommt.

Wir fordern DBV-Präsident Gerd Sonnleitner auf, sich öffentlich bei den Bauern und Bäuerinnen zu entschuldigen. Sonnleitner hätte die bekannt gewordenen Praktiken der Futtermittel-Industrie z.B. bei GS Agri kritisch beurteilen und auf die skrupellosen Machenschaften der Konzerne eingehen können. Statt dessen hat er bewusst von eigenen Einflussmöglichkeiten abgelenkt und die politische Unterstützung für den Ökolandbau verunglimpft.

Wie die Multi-Funktionäre in DBV und Genossenschaften nun agieren wird zeigen, ob sie die Interessen der Bauern und Bäuerinnen vertreten oder auf Seite der Agrarindustrie stehen.‘

Links zum Thema Verbände.

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