04. Juni 2002

Nachhaltige Entwicklung ist Chance für den Naturschutz

Themen: Archiv — info @ 11:06

Bonn/Berlin (agrar.de) – ‚Eine nachhaltige Entwicklung ist auch eine große Chance für den Naturschutz‘, sagte Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zum internationalem Tag der Umwelt. ‚Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung fordert den Naturschutz sehr stark heraus, denn es gilt, nachhaltige Nutzung durch Auseinandersetzung, Kooperation und Kompromissfindung mit den Ansprüchen von Siedlung, Verkehr, Industrie, Land- und Forstwirtschaft konkret umzusetzen. Auf absehbare Zeit hinaus wird der größte Teil der in Deutschland vorkommenden Lebensräume für Tiere und Pflanzen den unterschiedlichsten wirtschaftlichen und sozialen Nutzungen unterworfen sein, und selbst bei gefährdeten Arten lebt der größere Teil der Populationen oftmals außerhalb von Schutzgebieten. Der Naturschutz darf sich also nicht auf Reservate beschränken,‘ so der BfN-Präsident.

Naturschutz müsse als Querschnittsaufgabe begriffen werden, die den Menschen nicht aussperre, sondern ihn in allen seinen Tätigkeiten in seine Konzepte einbezieht. Es gelte, Konzepte einer nachhaltigen Entwicklung zu entwerfen, die es den Menschen erlauben, ihre Umwelt behutsam zu nutzen und sie dabei gleichzeitig zu erhalten. In diesem Sinne sei der Naturschutz fester Bestandteil der Vision einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung, sagte Hartmut Vogtmann.

‚Es ist offensichtlich, dass eine ständig wachsende Inanspruchnahme von Naturräumen auf Dauer nicht möglich und damit nicht nachhaltig ist. Derzeit liegt der tägliche Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche bei rund 130 Hektar mit steigender Tendenz, oder anders ausgedrückt: Täglich wird in Deutschland eine Fläche von etwa 400 Fußballfeldern für Baumaßnahme in Anspruch genommen. Deshalb hat sich die Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Das BfN wird sich an der Entwicklung von Konzepten und Instrumenten zur Reduzierung der Inanspruchnahme insbesondere naturnaher und natürlicher Flächen beteiligen,‘ kündigte der Präsident an.

Links zum Thema Landschaft und Natur.

Thalheim: Maschinenringe können optimistisch in die Zukunft blicken

Themen: Archiv — info @ 11:06

Zeulenroda (agrar.de) – ‚Maschinenringe können optimistisch in die Zukunft blicken‘, sagte Dr. Gerald Thalheim, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, anlässlich des heutigen Tages der Maschinenringe in Zeulenroda (Thüringen). ‚Arbeitsabläufe durch Dritte erledigen lassen, weniger Kapital binden, Arbeitskräfte und Großmaschinen variabel einsetzen, kurz: mehr Kooperation. Das wird für die Landwirtschaft immer wichtiger, wenn sie im Wettbewerb bestehen will. Und das ist eine Chance für die Maschinenringe‘, so Thalheim. Mit einem bedarfsgerechten Angebot, bis hin zum Full-Service, seien sie für die Landwirtschaft ein wertvoller Partner. Sie hätten stets Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bewiesen.

Mit fast 30.000 Beschäftigten und einem Umsatz von über zwei Milliarden Euro hätten Maschinenringe und Lohnunternehmen einen festen Platz in der deutschen Agrarwirtschaft, so der Staatssekretär. Schätzungsweise 90 Prozent der landwirtschaftlichen Unternehmer nutzten mittlerweile deren Dienstleistungsangebote. Für den Großteil der landwirtschaftlichen Unternehmen komme die komplette eigene Mechanisierung nicht in Frage. Das liege daran, dass das Dienstleistungsangebot der Maschinenringe immer attraktiver geworden sei. Das betreffe sowohl das Angebot von modernster Technik- als auch von Managementleistungen. Die Maschinenringe hätten gezeigt, dass sie innovativ seien, wenn es darum gehe, neue Betätigungsfelder zu erschließen. Landwirte könnten heute die Bewirtschaftung ganzer Ackerbaubetriebe oder Betriebsteile als Auftragsarbeit vergeben.

Das ausgeweitete Dienstleistungsangebot der Maschinenringe beruhe nicht nur auf der entsprechenden Technik sondern auch ganz entscheidend auf den Fähigkeiten und der Qualifikation der Mitarbeiter, hob Thalheim hervor. Er erinnerte daran, dass die Bundesregierung die Maschinenringe bei der Qualifikation ihrer Führungskräfte unterstützt. So habe sie dem Kuratorium für Technik und Bauwesen seit Beginn der Förderung 1969 insgesamt drei Millionen Euro für die Durchführung von Seminaren zur überbetrieblichen Maschinenverwendung zur Verfügung gestellt – Mittel, die hervorragend angelegt seien, so der Staatssekretär.

Links zum Thema Maschinenringe, Links zum Thema Lohnunternehmen.

DRV: Durch die ideologische Brille: Ministerin Künast verkennt die Wirklichkeit

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 10:06

Bonn (agrar.de) – Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) weist den ungeheuerlichen Vorwurf von Bundesministerin Künast mit Entschiedenheit zurück, der Verband sei der Verursacher des Nitrofen-Skandals. Als Interessenvertreter von über 3.600 landwirtschaftlichen Genossenschaften betont der DRV, dass seine Mitgliedsunternehmen rechtlich selbstständig handeln. Der DRV hat als Berufsverband weder Einflussmöglichkeiten auf unternehmerische Entscheidungen noch ist er weisungsbefugt. Dem Verband lagen zu keinem Zeitpunkt Informationen zu den dem Ermittlungsverfahren zugrunde liegenden Vorgängen vor.

Ministerin Künast nimmt diese Ermittlungsverfahren zum Anlass, die Genossenschaften pauschal zu verunglimpfen. Der DRV wertet diese Attacken als untaugliches Ablenkungsmanöver von Versäumnissen nachgeordneter Behörden. ‚Frau Künast sollte sich besser beraten lassen und ihre ideologische Brille bei der Ursachenforschung absetzen‘, so DRV-Präsident Manfred Nüssel. Es ist schlichtweg falsch, die Genossenschaften hätten Kontrollen verhindert. Im Gegenteil: Seit Jahren wenden die genossenschaftlichen Futtermittelhersteller Qualitätssicherungs-Systeme an und betreiben ein wirkungsvolles Schadstoffmonitoring.

Information: Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Adenauerallee 127, 53113 Bonn, Tel.: 0228-106-367, Fax: 0228-106-266, E-Mail

Links zum Thema %url2%Landhandel und Genossenschaften%/%.

Niedersachsen: Nitrofen-Funde in 21 Betrieben

Themen: Archiv — info @ 09:06

Hannover (agrar.de) – Die Untersuchungsergebnisse von 21 Ökobetrieben mit einer Tierzahl von insgesamt 183.186 Legehennen und 3.880 Schweinen liegen jetzt vor. In allen 21 Betrieben wurde Nitrofen nachgewiesen und zwar ausschließlich in Eiern. Die in drei Betrieben außer den Legehennen gehaltenen Schweine werden im Rahmen der Schlachtkörperuntersuchung aus Nitrofen überprüft. Die ‚Sperre‘ bleibt bestehen. Eier, Fleisch und Fleischwaren dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden.

Auf die Landkreise bezogen verteilen sich die 21 Betriebe und Tierzahlen wie folgt:

LK Diepholz, 12 Betriebe, zusammen 55.196 Legehennen; LK Oldenburg, 2 Betriebe, zusammen 74.300 Legehennen/3.850 Schweine; LK Cloppenburg, 1 Betrieb, 10.000 Legehennen; LK Vechta, 1 Betrieb, 7.100 Legehennen, LK Rotenburg/W., 1 Betrieb 650 Legehennen/30 Schweine; LK Soltau-Fallingbostel, 1 Betrieb, 7.000 Legehennen; LK Hameln-Pyrmont, 1 Betrieb, 8.200 Legehennen; LK Lüneburg, 1 Betrieb, 8.740 Legehennen; LK Wesermarsch, 1 Betrieb, 12.000 Legehennen.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und -kontrolle, Links zum Bundesland Niedersachsen.

03. Juni 2002

Sachsen-Anhalt: Vier Bio-Geflügelhöfe freigegeben

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 16:06

Magdeburg (agrar.de) – Vier wegen Nitrofenverdachts gesperrte Öko-Geflügelbetriebe in Sachsen-Anhalt sind von den Behörden am Wochenende wieder freigegeben worden. Das Landesuntersuchungsamt in Halle fand in Eiern, Fleisch und aktuellen Futtermittelproben keine Nitrofenspuren. Zu den vier Betrieben gehören auch zwei Ställe des Bio Geflügelhof Eskildsen GmbH in Deersheim.

Alle Betriebe können jetzt wieder in vollem Umfang als Lieferant für Bio-Eier tätig werden. Wie bereits vergangene Woche mitgeteilt, hat sich nur bei einem Geflügelhof der Nitrofenverdacht bestätigt. Hühner und Eier aus dem Ökostall dürfen nicht in Verkehr gebracht werden. Auch der der Firma gs agri von einem Ökoweizenproduzenten aus Sachsen-Anhalt zugelieferte Ökoweizen ist laut Testergebniss nitrofenfrei

Zum weiteren Verfahren:

Erwartet wird noch die Analyse eines weiteren Geflügelhofes in Sachsen-Anhalt.

Außerdem sind alle in Sachsen-Anhalt tätigen Öko-Kotrollstellen seit vergangenem Donnerstag aufgefordert eine Erklärung abzugeben. Darin sollen die für den Ökolandbau zuständigen Kontrollstellen erklären, dass sie vor dem 24. Mai nichts von Nitrofenfunden in Biofuttermitteln oder Bio-Lebensmitteln gewußt haben. Wegen der von Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister erhobenen Vorwürfe an die Ökoprüfstelle Grünstempel in Schleibnitz (Bördekreis) prüft bereits das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt. Für die Kontrolle der Tätigkeit von Grünstempel in Mecklenburg Vorpommern sind allerdings nach der EU-Ökoverordnung die staatlichen Stellen des Landes Mecklenburg Vorpommern zuständig.

Information: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Olvenstedter Str.4, 39108 Magdeburg, Tel.: 0391-567-1950, Fax: 0391-567-1964, E-Mail.

Links zum Bundesland %url3%Sachsen-Anhalt%/%.

Nitrofen: Suche nach Kunden und Schuldigen

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 14:06

Berlin (agrar.de) – Trotz weitgehender Klärung des größten Skandals der deutschen Öko-Branche können die Behörden noch keine Entwarung geben.

Die für die Nitrofen-Einschleppung verantwortliche Norddeutsche Saat- und Pflanzgut AG (NSP) belieferte aus ihrer verseuchten Lagerhalle in Malchin nicht nur Öko-Getreide an die niedersächsische Futtermühle GS agri, sondern auch an andere Kunden. ‚Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass nichts mehr den Verbraucher erreichen kann‘, sagte Niedersachsens Agrarminister Uwe Bartels am Sonntag in Hannover. ‚Wir sind noch lange nicht am Ende.‘

Während Polizei und Staatsanwaltschaft die Wege des vergifteten Getriedes weiterverfolgen, verschärft sich der politische Streit um die Verantwortlichkeiten. Bereits im Dezember 2001 gab es nach Angaben des größten deutschen Öko-Anbauverbands, Bioland, erste Nachweise über Nitrofen-Rückstände in Putenfleisch. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (%url9%BMVEL%/%) wurde nach eigener Darstellung erst Mitte Mai über die Funde informiert.

Minister Bartels informierte, die Ermittlungen konzentrierten sich nun auf die Verantwortlichen des Skandals. Ziel des Landes sei es weiterhin, die Futtermühle GS agri nahe Cloppenburg, die seit Donnerstagabend gesperrt ist, komplett zu schließen. Die Betreiber hätten früh von der Belastung gewusst und geschwiegen. Dagegen wehrt sich das Unternehmen:

‚Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass wir erst im März 2002 durch Analysen von Rückstellproben aus dem November/Dezember 2001 von der Nitrofenbelastung Kenntnis erhalten haben. Belastete Bio-Geflügelprodukte sind daraufhin seinerzeit unverzüglich gesperrt und zurückgerufen worden. Weitere Untersuchungen hatten ergeben, dass unsere Bio-Produktion von Februar bis Mitte April frei von Nitrofen und anderen Rückständen war. Als dann Ende April, Anfang Mai plötzlich erneut Nitrofenrückstände in unserer Bio-Produktion festgestellt wurden, haben wir die belastete Ware unverzüglich nach Mitteilung der Analyseergebnisse gesperrt und zurückgeholt. Festzuhalten bleibt: GS agri hat zu keinem Zeitpunkt wissentlich Öko-Futter ausgeliefert, das belastet war. Außerdem möchten wir bemerken, dass unsere wiederholten Hinweise auf die Nitrofenbelastung von dem jetzt als Verursacher ermittelten Unternehmen seit dem 26. März 2002 in den Wind geschlagen worden sind. Auf unsere entsprechenden Schreiben erhielten wir die Antwort, ´Bislang liegen uns weder Hinweise, geschweige denn Beweise darüber vor, dass angebliche Kontaminationen in irgendeiner Art und Weise in Zusammenhang stehen mit der von uns gelieferten Menge Futterweizen´. Selbst detaillierte Analyseergebnisse wurden von diesem Lieferanten zurückgewiesen.‘

In die Kritik gerät auch das Institut für Marktökologie (%url3%IMO%/%) in Konstanz, die Öko-Kontrollstelle des Mischfutterherstellers, die – wie die Bundesanstalt für Fleischforschung (%url4%BAFF%/%) in Kulmbach – von den Verunreinigungen wußte und nicht mit Hinweisen an die Behörden reagierte.

Bundeskanzler Gerhard Schröder stärkte Ministerin Künast für ihre Agrarpolitik den Rücken und kritisierte den Deutschen Bauernverband (%url10%DBV%/%). Der Skandal um das Nitrofen vergiftete Getreide zeige, dass die Agrarwende wichtiger denn je sei, sagte der SPD-Chef in Berlin. Es gebe starke Kräfte aus der Agrar-Lobby, die den Verbraucherschutz wieder zurück drehen wollten, und kriminelle Machenschaften. Er wolle auch nicht, dass die Agrarwende an den ‚Strukturen des Bauernverbandes zerbricht‘.

Der Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (%url7%AbL%/%), Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, forderte die Futtermittelindustrie auf, sich nicht aus der Verantwortung zu stehlen, sondern einen Krisenfonds einzurichten, um den betroffenen Betrieben umgehend und unbürokratisch zu helfen. Nach eigenen Angaben will die AbL eine Schadensersatzklage gegen die Norddeutsche Saat- und Pflanzgut AG und GS Agri vorbereiten. (%url11%unsere Meldung%/%)

Die Umweltorganisation %url12%Greenpeace%/% forderte auch von der Chemieindustrie eine Entschädigung der vom Skandal betroffenen Bio-Betriebe. Die Entschädigung dürfe nicht auf Kosten der Steuerzahler gehen.

Links zum Thema %url6%Lebensmittelqualität und -kontrolle%/%, Links zum Thema %url5%Bio-Landbau%/%.

FDP: Künast muss zurücktreten

Themen: Archiv — info @ 12:06

Berlin (agrar.de) – Zum Nitrofen-Skandal erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer und agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrich Heinrich:

‚Die Nitrofen-Kontamination erfolgte offensichtlich in einem alten DDR-Pflanzenschutzlager in Mecklenburg-Vorpommern. Damit ist klar, wo die Krise des ökologischen Landbaus ihren Ausgangspunkt hat.

Geklärt werden müssen nun die politischen Verantwortlichkeiten. Eindeutig keine Schuld trifft die Ökobauern. Die entscheidende Quelle und Ursache für diesen Skandal ist, dass Ministerin Künast ihr Ministerium und ihre nachgeordneten Behörden nicht im Griff hat. Deshalb haben sich bekannte Abläufe und Fehler wiederholt. Dafür trägt Ministerin Künast die politische Verantwortung und muss zurücktreten.

Schließlich muss geklärt werden, was Frau Künast und ihre Mitarbeiter zu welchem Zeitpunkt wussten und ob sie der Öffentlichkeit gezielt entscheidende Informationen verschwiegen haben.‘

Links zum Thema Agrarpolitik.

DBV: Ungeheuerliche Vorwürfe des Bundeskanzlers und der Bundesministerin

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 12:06

Sonnleitner weist Anschuldigungen entschieden zurück

Berlin (agrar.de) – Mit folgender Erklärung hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, die Vorwürfe an den Bauernverband von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesministerin Renate Künast in Zusammenhang mit dem Nitrofen-Skandal entschieden zurückgewiesen:

‚Die deutschen Bauern haben in den letzten eineinhalb Jahren Schlimmes erlebt. Weder beim BSE-, noch beim so genannten Shrimps- und beim jetzigen Nitrofen-Skandal haben sich ökologisch wie konventionell wirtschaftende Bauernfamilien irgendetwas vorzuwerfen. Stets gab es ungesetzliches Handeln in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen, und stets haben sich staatliche und halbstaatliche Kontrollstellen unfähig erwiesen, die Bauern wie die Verbraucher vor solchen Skandalen zu schützen. Gerade mit Blick auf den Öko-Markt hat Bundesministerin Künast immer wieder das romantische Bild von Höfen mit mistkratzenden Hühnern gepflegt, gleichzeitig aber selbst für den Öko-Landbau europäisch und international wettbewerbsfähige Strukturen angemahnt. Diese Politik musste in ein Debakel führen. Das hat aber nicht der Deutsche Bauernverband zu verantworten, sondern eine illusionäre und damit gegenüber Verbrauchern und Bauern in höchstem Maße verantwortungslose rot-grüne Agrarpolitik.

Deshalb sind die Vorwürfe von Bundeskanzler Schröder und Ministerin Künast an die Adresse des Deutschen Bauernverbandes geradezu ungeheuerlich:

Wer eineinhalb Jahre nach der BSE-Katastrophe nicht in der Lage ist, ein effizientes Kontroll- und Meldewesen für staatliche Behörden aufzubauen und zwar unter Einschluss der gesamten Produktionskette, also mit den vor- und nachgelagerten Produktionsstufen der Landwirtschaft, der kann agrarpolitisch nicht ernst genommen werden.

Wer nach dem BSE-Skandal blauäugig das Angebot von ökologischen Produkten nach vorne puscht, ohne dafür zu sorgen, dass eine auf kleinräumliche Produktions- und Absatzwege angelegte Kontrolle auch bei Großstrukturen und arbeitsteiliger Vermarktung von Öko-Produkten über große Entfernungen hinweg funktioniert, der entwickelt sich zu einer Gefahr für eine nachhaltige und von Bauern getragene Landwirtschaft.

Wer ein nationales Bio-Siegel zur Ankurbelung der Öko-Produktion und deren Vermarktung schafft und dabei gegen den erklärten Willen der Öko-Bauern im Deutschen Bauernverband auf eine veraltete und unzureichende EU-Öko-Verordnung setzt, der lässt bewusst Grauzonen zu, die für die deutschen Öko-Bauern existenzgefährdend geworden sind.

Wer ‚alte Strukturen‘ in der Agrar- und Ernährungswirtschaft für die jüngsten Lebensmittelkrisen verantwortlich macht, der lenkt in billiger Weise von seiner eigenen Verantwortung ab, beugt die Wahrheit und betreibt Wahlkampf auf dem Rücken der Bäuerinnen und Bauern, aber auch der mehr als vier Millionen Menschen, die tagtäglich für gesunde und preiswerte Nahrungsmittel in Deutschland sorgen.

Der Deutsche Bauernverband wird nicht locker lassen, eine verlässliche und glaubwürdige Politik einzufordern. Auch ohne die Unterstützung der Bundesregierung wird er konsequent den Weg der lückenlosen Dokumentation und Transparenz über das von der gesamten Produktionskette getragene QS-System weitergehen. Was jetzt dringend Not tut, ist die Einbindung des Öko-Landbaus in diese stufenübergreifende neutrale Kontrolle sowie ein wirksames Entlastungsprogramm für die in ihrer Existenz betroffenen Öko-Betriebe. Dazu gehören zuvorderst Liquiditätshilfen für diejenigen Öko-Bauern, die kurzfristig ihre Absatzmärkte verloren haben. Im Übrigen prüft der Deutsche Bauernverband gegenwärtig rechtliche Schritte gegen staatliche Kontrollstellen sowie Getreide- und Futtermittelhändler.‘

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-81980, Fax: 0228-8198205, E-Mail.

Links zum Thema %url4%Agrarpolitik%/%, Links zum Thema %url5%Verbände%/%.

Sklenar: Rot-Grün hat aus Nitrofen-Skandal nichts gelernt!

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 11:06

Erfurt (agrar.de) – ‚Rot-Grün hat aus Nitrofen-Skandal nichts gelernt!‘ Mit diesen Worten kommentiert Thüringens Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, Zeitungsmeldungen vom Wochenende, nach denen Bundeskanzler Schröder und Bundesministerin Künast den Deutschen Bauernverband und Deutschen Raiffeisenverband für das mit dem verbotenen Pflanzenschutzmittel Nitrofen belastete Ökogetreide verantwortlich machen. Mit Aussagen wie: ‚Das ist und war kein Ökoskandal‘ oder ‚Wir dürfen nicht zulassen, dass die Agrarwende an den überkommenen Strukturen des Bauernverbandes zerbricht‘ werden beide in den Medien zitiert.

Dr. Sklenar bezeichnete dies als reine Wahlkampfrhetorik. ‚Aus meiner Sicht ist es sehr verwerflich, wenn die Rot-Grüne Koalition aus diesen für die gesamte Landwirtschaft sehr negativen Ereignissen versucht, Stimmen für die Bundestagswahl zu saugen‘, so der Minister. Anstatt Schuldzuweisungen an den Berufsstand und den Versuch den Ökolandbau von jeglichen Fehlern frei zu waschen, sollte Frau Künast lieber prüfen, weshalb wochenlang Behörden von Bund und Ländern entsprechende Warnsignale missachtet hätten, wo die Lücken im System liegen und wie diese schnellstmöglich behoben werden könnten.

Dr. Sklenar bewertete es als positiv, dass nun nach den Informationen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft klar ist, dass die Ökobauern von dem Verdacht frei sind, diesen verbotenen Wirkstoff als Pflanzenschutzmittel selbst ausgebracht zu haben. ‚Die Ökobauern haben die Verunreinigungen damit nicht verursacht. Dennoch bleibt die Frage: Wieso haben auch die Öko-Kontrolleinrichtungen nicht besser funktioniert?‘, so der Minister. Denn es trifft zu, dass private Kontrollstellen schon vor Mai von Nitrofen-Rückständen in Putenfleisch und Eiern gewusst haben. Sie haben mit den Erzeugern den Rückruf der Lebensmittel veranlasst. Richtig ist auch, dass am 02.05.2002 die zuständige Öko-Behörde in Niedersachsen von der Kontrollstelle telefonisch benachrichtigt wurde.

Vor dem Hintergrund des Nitrofen-Skandals hat die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (zuständige Behörde für den Vollzug der EU-Öko-Verordnung) alle in Thüringen tätigen privaten Kontrollstellen angewiesen, eine Gesamtübersicht über sämtliche Futtermittelzukäufe in Thüringer Ökobetrieben zu erstellen. Nach bisher vorliegenden Rückmeldungen von privaten Kontrollstellen gab es keine direkten Getreidelieferungen der Firma Norddeutsche Saat- und Pflanzgut AG Neubrandenburg (NSP) nach Thüringen.

Links zum Thema Agrarpolitik, Links zum Bundesland Thüringen.

GS agri: Ministeriumssprecher erweckt falschen Eindruck

Themen: Archiv — info @ 11:06

Schneiderkrug (agrar.de) – Der Ministeriumssprecher erwecke einen falschen Eindruck, wenn er behaupte, sieben am 24. Mai 2002 gezogene Proben würden belegen, dass GS agri vorsätzlich nitrofenbelastetes Tierfutter ausgeliefert habe. Dies äußerte Paul Römann, Geschäftsführer der GS agri, heute gegenüber den Medien. In einer Meldung des Unternehmens heißt es weiter:

‚Bei den sieben am 23. und 24. Mai 2002 gezogenen Öko-Futterproben handelt es sich um Rückstellproben vergangener Öko-Futter-Produktionen, deren Produktionsdaten überwiegend weit vor dem 23. Mai 2002 lagen. Weitere 14 Proben waren frei von Nitrofen.

Dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit LAVES sind die zutreffenden Produktionsdaten der Proben bekannt. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat die Proben zutreffend bewertet und leitet hieraus keinen Vorwurf der vorsätzlichen Auslieferung von nitrofenbelastetem Öko-Futter ab. Der Ministeriumssprecher sollte nicht leichtfertig unhaltbare Verdächtigungen erheben, zumal es sich hier um einen seit langen bekannten Sachverhalt handelt.

GS agri ist es gelungen, den überwiegenden Teil des belasteten Öko-Futters zu sperren und zurückzuholen, nachdem im Nachhinein die Nitrofenbelastung bekannt geworden ist. Daher trifft es auch nicht zu, wie der Ministeriumssprecher behauptet, dass 420 t belastetes Tierfutter ausgeliefert worden seien.

GS agri wird den gesamten Sachverhalt einschließlich der falschen Berichterstattung durch die Behörden sorgfältig prüfen.‘

Links zum Thema Landhandel und Genossenschaften.

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