BWV: Weniger Importe – weniger Skandale
Koblenz (agrar.de) – Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau lässt nicht nach, darauf hinzuweisen, dass Importware in der Regel mit weitaus weniger Verpflichtungen und Kontrollen produziert wird, als heimische Nahrungsmittel. Dies nehme sogar wettbewerbsverzerrende und groteske Formen an, erklärte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Leo Blum. Mittlerweile dürften unter dem Bio-Siegel der Bundesregierung Nahrungsmittel aus anderen EU-Staaten nach Deutschland importiert werden. Mit einer immer größeren und stärkeren Verflechtung mit dem Ausland, nehme das Vertrauen in die Nahrungsmittelproduktion sicherlich nicht zu. Die in Deutschland ansässigen Bio-Anbauverbände hätten sehr viel strengere Auflagen und Richtlinien zu berücksichtigen als die Unternehmen die nach dem Bio-Siegel der Bundesregierung wirtschafteten.
Der neuerdings aufflammende Nitrofuranskandal von Geflügelfleisch aus Brasilien verwundert den Präsidenten des Verbandes nicht. Leo Blum: ‘Dies bestätigt die schon häufig von mir getroffene Aussage, dass die gigantischen Mengen an Importnahrungsmitteln Gefahren in sich bergen, die wir einfach nicht mehr im Griff haben.’ Der Nitrofenskandal sei letztlich ein ‘Altlasten-Skandal’, weil Nitrofen in früheren Jahren nicht ordnungsgemäß entsorgt worden sei. Verbrecherische Machenschaften werde es geben, solange die Menschheit existiere. Importware allerdings werde in den jeweiligen Staaten nach den dortigen Richtlinien produziert, wobei häufig in Deutschland oder gar in Europa längst verbotene Stoffe offiziell zum Einsatz kommen dürften.
Beispielsweise dürfe deswegen offiziell produziertes Hormonfleisch aus den USA nicht nach Europa eingeführt werden. Dies sei aber lediglich eine zwischenstaatliche Regelung zwischen der EU und den USA. Ansonsten gebe es bei Importware kaum Auflagen. Beispielsweise dürften längst verbotene Pflanzenschutzmittel in anderen EU-Staaten eingesetzt werden. Gegen den Import der so produzierten Waren gebe es allerdings keine Einwände. In Deutschland dürften Tomaten nicht mit Kobalt bestrahlt werden. Die in den Benelux-Staaten produzierten Tomaten würden selbstverständlich mit Kobalt bestrahlt, damit diese länger haltbar seien. Diese Reihe an Produktionsunterschiede könne beliebig fortgesetzt werden, erklärte Präsident Blum. Das Problem sei allerdings, dass dies weder dem Verbraucherschutz, noch einem gerechten Wettbewerb diene und auch weiterhin den Skandalen bei importierten Waren Tür und Tor geöffnet bleibe.
Information: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV), Mainzer Str. 60a, 56068 Koblenz, Tel.: 0261-30433-44 Fax: 0261-30433-90, E-Mail.
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