30. Juni 2002

Strengere Grenzwerte für Dioxin

Themen: Archiv — info @ 14:06

Brüssel (agrar.de) – Für Mischfuttermittel und Futtermittelausgangserzeugnisse gelten in der EU ab dem 1. Juli 2002 strengere Grenzwerte für Dioxin. Nach dem Dioxin-Skandal in Belgien vor drei Jahren sollen die Maximalwerte das Gesundheitsrisiko minimieren.

Sie betragen für pflanzliche Produkte 0,75 ng/kg, für tierische Fette 2,0 ng/kg, für Mineralien 1,0 ng/kg. Für Mischfuttermittel für Nutztiere mit Ausnahme von Pelztieren, Fischen und Heimtieren lautet der Grenzwert 0,75 ng/kg, Futtermittel für Fische und Heimtiere dürfen maximal 2,25 ng/kg enthalten.

Die Werte wurden vom EU-Agrarministerrat im November 2001 beschlossen, für Schweden und Finnland wurden Ausnahmen bei Fischprodukten bis zum Jahr 2006 eingeräumt, teilte die EU-Kommission am Freitag mit.

29. Juni 2002

CMA mit neuer Werbekampagne: Deutschland hat GesCMAck

Themen: Archiv — info @ 15:06

Bonn (agrar.de) – Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) geht im werblichen Bereich wieder in die Vollen. In der zweiten Jahreshälfte wird sie eine millionenschwere neue Kampagne auflegen. Unter dem Motto ‚DEUTSCHLAND HAT GESCMACK‘ zeigt sie mit wirkungsvollen Motiven, welche Bedeutung die heimische Landwirtschaft mit ihrer Produktvielfalt für unser tägliches Leben hat und weckt so die Lust auf gutes Essen. Mit der neuen Kampagne verstärkt die CMA ihre produktübergreifenden Marketingaktivitäten nun im klassischen werblichen Bereich. Damit ergänzt sie die in jüngster Zeit erfolgreich forcierte zielgruppenorientierte PR-Arbeit, umfangreiche Medienkooperationen sowie den Relaunch des Internetauftritts.

Insgesamt 123 Agenturen bewarben sich um die Kampagne. Ausgewählt wurde die Idee der Agentur TöpferGrenvilleCrone. Im Mittelpunkt stehen witzig-freche Lebens- und Genuss-Szenen in ländlicher Umgebung unter dem Motto ‚DEUTSCHLAND HAT GESCMACK‘. Um eine entsprechende Resonanz bei Verbrauchern zu erzielen, steht für das erste Jahr ein Finanzvolumen von 4,7 Mio. Euro zur Verfügung. Dieses fließt in eine Printkampagne in Publikumszeitschriften und eine Großflächenplakatierung.

Die Kampagne zielt auch darauf ab, die Sympathie für und das Vertrauen in die deutsche Landwirtschaft zu stärken und unsere Landwirte als moderne, aufgeschlossene und leistungsstarke Lieferanten heimischer Nahrungsmittel zu profilieren. Die Motivauswahl unterstreicht außerdem die Produktvielfalt der deutschen Landwirtschaft. So schafft der neue Werbeauftritt einen langfristig tragfähigen Rahmen, in dem sich alle Produktbereiche wie beispielsweise Milch, Fleisch, Obst und Gemüse, Eier und Geflügel, Brot, Zucker oder Blumen präsentieren. Der einheitliche Auftritt trägt dazu bei, die CMA als kompetenten und glaubwürdigen Kommunikationspartner in allen Fragen rund um deutsche Agrarerzeugnisse zu positionieren.

Links zum Thema Marketing.

3.000 Kilometer bis zum Tod – Deutscher Tierschutzbund erinnert an Tag der Tiertransporte

Themen: Archiv — info @ 11:06

Bonn (agrar.de) – 3.000 Kilometer legen Pferde, Rinder, Kälber oder auch Ziegen bisweilen zurück um ihr Ziel zu erreichen: einen Schlachthof in Süditalien. Rund 250 Millionen Tiere werden jedes Jahr kreuz und quer durch Europa transportiert – zumeist unter unsäglichen Bedingungen. Allein auf der Ostroute von Litauen nach Süditalien sind die Tiere mehr als 100 Stunden unterwegs. Anlässlich des Tags der Tiertransporte am 1.Juli erinnert der Deutsche Tierschutzbund an die grausamen Tiertransporte und fordert eine EU-weite Begrenzung der Transportzeit auf maximal acht Stunden.

Misshandlungen beim Verladen, qualvolle Enge in den Transportern, drückende Hitze, quälender Durst, Schmerzen aufgrund von Verletzungen, so dass die Tiere über mehrere Tage hinweg solcherart leiden, dass der Tod eine Erlösung darstellt: Dies ist in ganz Europa die Realität der Transporte von lebenden Tieren. An die Qualen der Tiere, die oftmals über Tausende von Kilometern zu den Schlachthöfen transportiert werden, erinnert der 1. Juli, der Tag der Tiertransporte.

Seit vielen Jahren rütteln die erschütternden Bilder von Tiertransporten die Menschen auf. ‚Geändert hat sich nichts‘, empört sich Wolfgang Apel , Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. ‚Die Tiere werden quer durch Europa gekarrt, müssen dabei unbeschreibliche Schindereien über sich ergehen lassen.‘ Pferde werden beispielsweise in unsäglicher Hitze von Litauen nach Sardinien transportiert. Sie werden geschlagen, viele von ihnen brechen vor Erschöpfung zusammen. Diese Strapazen werden ihnen aus reiner Profitgier zugemutet, denn der Transport lebender Tiere zum Schlachthof ist auch dann billiger als der Transport von gekühltem oder gefrorenem Fleisch, wenn der Schlachthof Tausende von Kilometern entfernt ist.

‚Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, dass die Tiere solchen qualvollen Strapazen ausgesetzt werden‘, erläutert Wolfgang Apel. ‚Denn Profitgier ist kein vernünftiger Grund. Daher fordert der Deutsche Tierschutzbund schon seit langem eine Begrenzung der Transportzeiten – und zwar in der gesamten EU.‘

Die unsäglichen Zustände beim Transport der Tiere dokumentiert auch ein EU-Bericht. Hier wird offiziell bestätigt, dass in den hoffnungslos überladenen Transportern auch kranke und verletzte Tiere mehr tot als lebendig zur Endstation ihres Lebens geschleppt werden. Tierschützer fordern daher seit langem ein Vorgehen gegen diese Zustände. Zu ihren Forderungen gehört eine strikte zeitliche Begrenzung der Transporte sowie eine bessere Ausstattung der Transportfahrzeuge. Wichtig sei es auch, dass die Fahrer eine entsprechende Ausbildung besitzen, damit sie den Tieren helfen können. Selbstverständlich sollte es sein, dass den Tieren Wasser zur Verfügung steht und dass die Tiertransportbedingungen regelmäßig kontrolliert werden. Da der Transport für die Tiere in jedem Fall mit erheblichen Leiden und Schmerzen verbunden ist, sollte hierauf möglichst ganz verzichtet werden. Die Tiere sollten stattdessen in ihrer Herkunftsregion geschlachtet werden.

Links zum Thema Tierschutz.

Bundesregierung errichtet neues Institut für Tierschutz und Tierhaltung

Themen: Archiv — info @ 10:06

Berlin (agrar.de) – Am 1. Juli 2002 nimmt das Institut für Tierschutz und Tierhaltung in Celle seine Arbeit auf. Das neu errichtete Institut gehört zur Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) im Geschäftsbereich des Bundesverbraucherministeriums und wird die bisherigen Arbeiten der FAL zu Tierschutz und Tierhaltung bündeln sowie neue Arbeitsfelder in diesem Bereich übernehmen. Zum Institutsleiter wurde Dr. Lars Schrader berufen.

Mit der Verstärkung der Tierschutzforschung trägt die Bundesregierung der aktuellen Entwicklung Rechnung: Der Tierschutz wird mit der Aufnahme ins Grundgesetz ein noch stärkeres Gewicht erhalten und auch in der Europäischen Union gewinnen Fragen des Tierschutzes an Bedeutung.

Die Forschungsarbeiten des Institutes für Tierschutz und Tierhaltung sollen dazu beitragen, den Tierschutz und die tiergerechte Haltung von Nutztieren weiter zu verbessern. Beispielsweise wird es darum gehen, Kriterien weiter zu entwickeln, anhand derer sich bewerten lässt, ob und inwiefern bestimmte Haltungsformen tiergerecht sind, d.h. inwiefern sie gewährleisten, dass Wohlbefinden und Gesundheit der Tiere gesichert und Schmerzen und Leiden vermieden werden. Weitere Forschungsschwerpunkte werden die Bewertung und Verbesserung von Tiertransportbedingungen und Schlachtverfahren sein.

Links zum Thema Tierschutz, Links zum Thema Tierhaltung.

Brandenburg erwartet eine gute Ernte

Themen: Archiv — info @ 09:06

Potsdam (agrar.de) – Brandenburgs Bauern rechnen nach den Worten von Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) entsprechend dem bisherigen Witterungsverlauf mit einer guten Ernte. Zwar liegen genauere Ertragsschätzungen für Getreide noch nicht vor, dennoch ist schon jetzt absehbar, dass ausreichende Niederschläge und warme, sommerliche Tage für gutes Wachstum und Entwicklung der Kulturpflanzen gesorgt haben.

m Vorjahr erlebte Brandenburg – allerdings bei niedrigen Marktpreisen – bereits eine Rekordernte. Aufgrund der sehr günstigen Witterungsbedingungen 2001 lagen die erzielten Getreideerträge deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Im Durchschnitt wurde mit 58 Dezitonnen je Hektar ein um 15,4 Dezitonnen (plus 36 Prozent) höheres Ertragsniveau erzielt als 2000. Das Gesamtgetreideaufkommen 2001 lag mit 3,3 Mio. Tonnen um 37 Prozent höher als das Jahr zuvor. Brandenburg verfügt über rund 1 Mio. Hektar Ackerland und 300.000 Hektar Grünland.

Der Beginn der Ernte 2002 bei den Winterkulturen wird in den meisten Agrarbetrieben Mitte Juli erwartet. Lediglich im Landkreis Elbe-Elster wurde mit der Einbringung der Wintergerste (2 bis 3 Prozent) bereits begonnen. Wegen der feuchten Witterung wird davon ausgegangen, dass ein starker Befall durch tierische und pilzliche Schaderreger festzustellen sein wird. Hier wird eine Bekämpfung notwendig sein.

Beim Grünland wurde die Entwicklung der Grasbestände durch den milden Winter, aber auch durch die hohen Niederschlagsmengen im Herbst und Ende März/April beeinflusst. Dort, wo die Flächen länger vernässt waren, konnte der erste Schnitt nicht termingerecht Anfang Mai erfolgen. In anderen Regionen ist die Ernte des zweiten Aufwuchses vom Grünland im vollen Gange oder sogar abgeschlossen. Dabei ist wegen der guten Wachstumsbedingungen Ende Mai/Anfang Juni mit einem guten Ertrag zu rechnen.

Für den Mais wirkten sich die hohen Temperaturen entwicklungsfördernd aus. Sommergerste und Hafer erreichen die Phase des so genannten Ährenschiebens. Winterweizen und Kartoffeln der frühen Reifegruppen befinden sich in der Vollblüte. Jetzt verstärkt sich das Knollenwachstum. In dieser Phase benötigen Kartoffelpflanzen – ebenso wie die Zucker- und Futterrüben – viel Wasser.

Links zum Bundesland Brandenburg.

Mecklenburg-Vorpommern: Ökologischer Landbau bereits bei ca. 7 Prozent der LN

Themen: Archiv — info @ 09:06

Neue Richtlinie soll Prämiensätze erhöhen

Schwerin (agrar.de) – Auf dem heute stattfindenden 2. Aktionstag des ökologischen Landbaus betont Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, dass es gerade jetzt wichtig ist, dem Verbraucher gegenüber zu dokumentieren, welche Bedeutung, welchen Leistungsstand und welche Perspektive der ökologische Landbau in Mecklenburg Vorpommern hat.

‚Für den ökologischen Landbau kommt es nun darauf an, weiter nach vorne zu schauen, die Entwicklungen voranzubringen und offensiv eine Wirtschaftsweise zu verkaufen und vorzuleben, die einen Platz in der Agrarlandschaft und in der Gesellschaft hat‘, so Minister Backhaus in seiner Rede auf dem Aktionstag in Tellow.

‚Es ist weniger wichtig, ob der Anteil des ökologischen Landbaus einmal 10 Prozent oder 20 Prozent beträgt. Das ist eine philosophische, oder mehr noch eine ideologische Frage, denn hier wird der Verbraucher und letzten Endes der Markt entscheiden.‘

Was die Agrarpolitik leisten muss, das ist die Schaffung vernünftiger, berechenbarer Rahmenbedingungen. In Mecklenburg Vorpommern haben diese Bedingungen mit dazu beigetragen, dass mittlerweile 7,15 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen ökologisch bewirtschaftet werden. Der Durchschnitt für Deutschland beträgt 3,2 Prozent. Bezogen auf die besten europäischen Nachbarn liegt Mecklenburg Vorpommern vor Dänemark mit 6 Prozent und hinter Österreich mit 8,4 Prozent. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche hat vom Jahr 2000 auf 2001 um 8 Prozent zugenommen und liegt jetzt bei 97.226 ha. Die Zahl der Betriebe ist im gleichen Zeitraum von 513 auf 619 gestiegen. Das ist eine Zunahme von 20 Prozent.

In der ökologischen Pflanzenproduktion ist die Anbaufläche von Winterroggen um 26 Prozent gestiegen, bei Winterweizen waren es fast 20 Prozent und beim Feldfutter insgesamt 33 Prozent.

In der ökologischen Tierproduktion gab es beachtliche Steigerungen von 57 Prozent in der Schweinehaltung, bei Geflügel waren es sogar 139 Prozent.

Probleme sieht Minister Backhaus bei der Ertragsentwicklung. ‚Ich möchte nicht, dass der ökologische Landbau nur eine Zeiterscheinung ist. Was nützt es uns, wenn es jetzt ordentliche Flächen- und Betriebszunahmen gibt, nur um dann an betriebswirtschaftlichen Hürden zu scheitern. Ich sehe hier eine besondere Herausforderung und Aufgabe für die Wissenschaft und die Beratung.‘

Die Edeka-Märkte Nord haben in ihren Marken– und Fleischprogrammen bereits einen Anteil von 12 Prozent Ökoprodukten. Jeder Öko-Betrieb, jeder Verband, der Handel und auch die Landesregierung kann und muss hier die Werbetrommel rühren.

Die Verbraucher und die Gastronomie fragen zunehmend, welchen Ursprung die angebotenen Produkte haben. Dabei muss man zur Kenntnis nehmen, dass gerne regionale und ökologische Produkte nachgefragt werden, wenn sie denn von Angeboten wüssten. Diese Informationslücke soll geschlossen werden. Im Landwirtschaftsministerium ist deshalb die Broschüre ‚Frisch – Bio – Regional – Einkaufen auf ökologischen Landwirtschaftsbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern‘ gemeinsam mit den ökologischen Anbauverbänden erarbeitet worden. In dieser Broschüre gibt es anschauliche Informationen über den ökologischen Landbau. Dazu gehört ein Verzeichnis der ökologischen Direktvermarkter im Land. Leckere Menüvorschläge runden das Ganze ab.

Ein weiteres agrarpolitisches Instrument zur Förderung des ökologischen Landbaus ist die neue Extensivierungsrichtlinie 2002 mit erhöhten Prämiensätzen. Im Mittel der Nutzungsarten wird dieses eine Steigerung der Prämienhöhe von 55 Prozent ergeben. Die Genehmigung dieser Richtlinie durch die Kommission steht allerdings noch aus. Sofern die Entscheidung von der Kommission bestätigt wird, werden die Verbände in Zusammenarbeit mit den Behörden kurzfristig informiert.

Neben der Flächenförderung ist weiterhin die Förderung von Erzeugerzusammenschlüssen, die Förderung der Direktvermarktung und die Förderung bei der Teilnahme an Messen und Ausstellungen im Programm.

‚Ökologisch erzeugte Produkte haben einen besonderen Wert. Dieser mag für den einen mehr ideellen Charakter haben, für den anderen ist es eine höhere Qualität. Hüten müssen wir uns allerdings vor dem Hintergrund aktueller Aktionen mit Aussagen, dass jedes Schwein mit Ökostempel auch gleichzeitig das Schwein ist, dass artgerechter gehalten wird. Dieses ist keine Frage von öko oder konventionell, von groß oder von klein. Der Umwelt- und Naturschutz hat im ökologischen Landbau eine größere Bedeutung, dass heißt aber nicht, dass dies immer die besseren Landwirte sind. Sehen wir es lieber so; die ökologische Landwirtschaft und die konventionelle Landwirtschaft leben wie in einer Familie. Und so sollte man miteinander umgehen, gleichberechtigt mit Respekt und Anerkennung‘, so Minister Backhaus.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

28. Juni 2002

Niedersachsen: Noch 14 Ökobetriebe gesperrt

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 16:06

Hannover (agrar.de) – Von anfangs 59 gesperrten Betrieben mit 93 Betriebsstätten sind zurzeit noch 14 Betriebe mit 21 Betriebsstätten aufgrund von Nitrofennachweisen gesperrt. Nach Angaben des niedersächsischen Ministeriums Ernährung, Landwirtschaft und Forsten werden in diesen 14 Betriebe: 92.800 Legehennen, 17.065 Hähnchen, 15.920 Puten und 4.011 Schweine gehalten.

Alle anderen Betriebe sind entweder bereits freigegeben worden oder werden in den nächsten Tagen, nach abgeschlossener ‚Entsorgung‘ und Reinigung, wieder freigegeben.

Die Frage, wann auch der letzte Betrieb wieder freigegeben werden kann, ist zum einen abhängig von der Entscheidung der Tierhalter und zum anderen von den Entsorgungskapazitäten, die sich zurzeit auf rund 8.000 Hennen/Hähnchen bzw. 5.000 Puten täglich belaufen. Im Falle der noch gesperrten 14 Betriebe haben die Tierhalter noch keine Entscheidung getroffen.

Kritik am Krisenmanagement in Mecklenburg-Vorpommern

Werner Littmann, Bio-Landwirt in Neetzow und Kreisobmann des Bauernverbandes in Ostvorpommern kritisierte das ‚miserable Krisenmanagement des Landes‘ in der Ostsee-Zeitung: Tagelang habe er beispielsweise vergeblich auf die Probenentnahme aus seinen Futterbeständen gewartet. Erst auf Drängen der Erzeugergemeinschaft Biopark, die auf Littmanns Schweine wartete, kam schließlich am dritten Tag nach der Sperrung ein Vertreter des Landwirtschaftsamtes zur Probenentnahme.

‚Ich weiß sicher, dass der Kreisveterinär die 20 betroffenen Betriebe in Ostvorpommern innerhalb eines Tages hätte vollständig beproben können‘, so Littmann. Auch wenn die Ergebnisse einige Zeit in Anspruch genommen hätten, so wäre es doch ein deutliches Signal für die Betroffenen gewesen, dass man sich tatsächlich fundiert um schnelle Aufklärung bemühe. Aber es fehlte offensichtlich an klaren Anweisungen aus dem Landwirtschaftsministerium, ist sich Littmann sicher.

An Klarheit mangelte es auch in Sachen Information. Selbst zweieinhalb Wochen nach erfolgter Sperrung lag in Neetzow keinerlei schriftliche Mitteilung und Begründung für diesen Schritt vor. ‚Im Zeitalter von Fax und E-Mails ist das nicht nachzuvollziehen‘ sagte Littmann der Zeitung.

Inzwischen wachsen die Ausgaben für Futtermittel. Denn: Auch nach der für alle überraschenden Freigabe der gesperrten Betriebe vor genau einer Woche konnten die Tiere nicht sofort verkauft werden. Erst vier Tage später durfte Littmann die ersten Schweine liefern. Durch die längere Fütterung wird Littmnans Betrieb nochmals zur Ader gelassen: Je schwerer die Schweine, desto geringer der Magerfleischanteil und umso niedriger die Preise. ‚Wieviel uns das ganze Theater gekostet hat, werden wir erst in rund drei Wochen wissen, wenn die Abrechnungen aus dem Schlachthof vorliegen‘. Dann auch werde er über Schadenersatzforderungen, die laut Landesbauernverband zunächst an die Landkreise gerichtet werden sollen, entscheiden. ‚Bezahlen muss, wer die Musik bestellt. Und das war das Land. Wenn es jetzt auf die Landkreis abgewälzt wird, ist das eine Frechheit der Politik‘ so Littmann.

Links zum Thema Nitrofen.

Greenpeace: „Extensive“ Putenmast deutlicher Schritt nach vorn

Themen: Archiv — info @ 15:06

Handel soll Puten aus Massentierhaltung aus den Regalen nehmen

Hamburg/Cloppenburg (agrar.de) – Greenpeace begrüßt die heute bekannt gegebene Entscheidung des Putenmästers Heidemark, einige ihrer Ställe auf so genannte ‚extensive‘ Mast umzustellen. Obwohl Öko-Puten nach wie vor die beste Wahl sind, ist die ‚extensive‘ Putenhaltung deutlich tierfreundlicher als die übliche Massentierhaltung, weil die Tiere mehr Platz haben. Greenpeace fordert, die Haltungsbedingungen für extensive Puten gesetzlich als Mindeststandard festzuschreiben. Handelsunternehmen und Verarbeiter sollten keine Ware aus Massentierhaltung mehr anbieten, sondern nur noch Putenfleisch aus ökologischer oder extensiver Haltung.

‚Puten aus extensiver Haltung bilden für die Verbraucher ein Angebot, dass nicht wesentlich teurer ist als die übliche Ware, für Mensch, Tier und Umwelt aber einen deutlichen Nutzen hat. Nur so können wir darauf hoffen, dass es in Zukunft mehr Sicherheit für die Verbraucher und weniger Skandale geben wird‘, sagt Greenpeace-Sprecher Christoph Then. ‚Bei Handelshäusern wie Tengelmann, Rewe, Metro, Spar, Lidl, Aldi und Edeka müssen Puten aus Massentierhaltung jetzt raus aus den Regalen und Puten aus extensiver Haltung und Öko-Puten hinein.‘

Die Proteste von Greenpeace gegen Massentierhaltung zeigen erste Erfolge: Die drei Putenmäster Heidemark, Nölke mit der Marke Gutfried sowie Lethetal wollen einen zunächst kleinen Teil ihrer Produktion auf die ‚extensive‘ Haltung umstellen. Fleisch von Puten aus extensiver Haltung sollen nur rund 20 Prozent teurer sein als aus der bisherigen Massentierhaltung.

Gehalten und kontrolliert nach EU-Norm haben die Puten aus ‚extensiver‘ Mast mit ein bis zwei Tieren pro Quadratmetern mehr als doppelt so viel Platz wie in der Massentierhaltung. Wenn sich die Puten tiergerechter bewegen können, ist zu erwarten, dass die oft beobachteten Entzündungen an den Gelenken und an der Brustmuskulatur deutlich zurückgehen. Dadurch soll der Einsatz von Arzneimitteln gesenkt werden. Zudem garantieren die Mäster für alle ihre Produkte, dass kein Antibiotika als Wachstumsförderer und auch kein Gen-Soja mehr verfüttert wird. Öko-Puten haben im Vergleich noch mehr Platz und können sich zudem im Freien bewegen.

In der bisher üblichen Massentierhaltung drängeln sich in riesigen Mastanlagen vier bis sechs Puten auf einem Quadratmeter – oft zusammen mit 5.000 bis 20.000 Tieren. Die große Enge führt zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit. Außerdem leiden die Tiere an den Folgen einer zu einseitigen Züchtung: Sie wachsen sehr schnell und haben ein hohes Endgewicht – oft mehr als die Putenbeine tragen können. Auch der Mensch kann durch Rückstände in Lebensmitteln oder durch Krankheitserreger, die gegen Antibiotika resistent sind, gefährdet werden.

Links zum Thema Geflügel.

BUND: Nitrofen-Fall kein Argument gegen Ökolandbau

Themen: Futtermittel,Nitrofen,Pflanzenschutz — info @ 15:06

Pestizidbelastungen in EU und bundesweit reduzieren!

Berlin (agrar.de) – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Agrarminister der Länder aufgefordert, zusammen mit den Umweltministerien Pestizidaltlasten aufzuspüren und diese zu entsorgen. Anderenfalls könnten sich giftige Kontaminationen von Lebensmitteln aus konventioneller und ökologischer Landwirtschaft jederzeit wiederholen. Zugleich müsse die Agrarwende beschleunigt werden, um den Einsatz der zur Zeit über tausend in Deutschland zugelassenen Pestizide drastisch zu reduzieren. Der Futtermittelindustrie warf der BUND vor, im Nitrofen-Fall eine ähnlich unrühmliche Rolle gespielt zu haben wie beim BSE-Skandal. Sie bleibe jedoch – zum Schaden von Verbrauchern und Landwirten – erneut von zusätzlichen Kontrollmaßnahmen verschont und lehne zudem jede Beteiligung an den Folgekosten ab. Auf EU-Ebene müsse nun dringend eine offene Futtermitteldeklarierung durchgesetzt werden.

Hubert Weiger, BUND-Agrarexperte: ‚Die Umwelt- und Agrarminister müssen die Altlastenkataster der Länder nach möglichen Kontaminationsquellen für Agrarprodukte durchforsten. Die frühere Lagerung von Pestiziden in der Futtermittel-Halle von Malchin hätte als Gefahr erkannt werden können. Der Nitrofen-Fall hätte zudem bei kürzeren Aufkaufswegen nicht dieses Ausmaß erreicht. Es macht wenig Sinn, Futtergetreide aus Brandenburg in Mecklenburg einzulagern und dann nach Niedersachsen oder Bayern zu liefern. Zum ökologischen Landbau gibt es gerade wegen des Nitrofen-Skandals keine Alternative. Gesunde, umweltfreundlich produzierte und unbelastete Nahrungsmittel sind nur mit ökologischen Anbaumethoden, einer betriebseigenen Futterbasis und artgerechter Tierhaltung möglich.‘

Die Umweltorganisationen BUND und EURONATUR beklagen die extrem hohe ’normale‘ Pestizidbelastung von Lebensmitteln in Europa. Seit 1996 seien die Überschreitungen der Grenzwerte für Pflanzengifte bei den untersuchten Lebensmitteln von 3 Prozent auf über 4 Prozent gestiegen. Bei rund einem Drittel der Lebensmittel waren Pestizidbelastungen bis zur Höhe der jeweiligen Grenzwerte festzustellen.

Lutz Ribbe, Agrarexperte von EURONATUR: ‚Der Nitrofenskandal hat gezeigt, welche langfristigen Risiken und kurzfristigen Nebenwirkungen der Einsatz von Agrargiften in der Landwirtschaft hat. Allein die scharfe Kontrolle der Bioprodukte hat die Schlamperei in der Malchiner Lagerhalle aufgedeckt. Die Prüfung der Futter- und Lebensmittel auf Schadstoffe muss europaweit verbessert werden. Die Öffentlichkeit hat zudem ein Recht darauf, sofort über Gefahren und Verstöße aufgeklärt zu werden.‘

Ein entsprechendes Verbraucherinformationsgesetz war vor einer Woche durch die CDU/CSU-geführten Länder im Bundesrat blockiert worden und liegt derzeit im Vermittlungsausschuss.

Der BUND ruft Verbraucher und Verbraucherinnen auf, verstärkt Biolebensmittel zu kaufen. Deutschland könne sich am Beispiel Italiens orientieren, wo bereits über eine Million Hektar Land ökologisch bewirtschaftet würden. Durch intensive Förderung und Verbraucheraufklärung sei es auch in Dänemark und Schweden gelungen, Supermärkte, Schulen und Betriebskantinen zu Hauptabnehmern von Bioprodukten zu machen. Das sei die beste Vorsorge gegen künftige Lebensmittelskandale.

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Tierschutz-Leitlinien für die Schweinehaltung

Themen: Archiv — info @ 14:06

Oldenburg (agrar.de) – Die Arbeitsgruppe Schweinehaltung des Tierschutzdienstes Niedersachsen hat eine Broschüre mit dem Titel ‚Tierschutz – Leitlinien für die Schweinehaltung‘ herausgegeben.

Die Leitlinien führen unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Europarates aus, welche Anforderungen an die Haltung von Schweinen zur Erfüllung des § 2 des Tierschutzgesetzes zu stellen sind. Sie sollen laut Tierschutzdienst sowohl dem Tierhalter als auch den Behörden Hilfestellungen für die Umsetzung des Tierschutzes in der Schweinehaltung geben. In dem Werk werden die gesetzliche Bestimmungen dargestellt und erläutert. Außerdem verdeutlichen Tabellen, Formulare und umfangreiches Bildmaterial die praktische Umsetzung.

Die Broschüre kann vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Tierschutzdienst Niedersachsen, Birkenweg 5, 26127 Oldenburg, gegen einen Kostenbeitrag von 10 Euro bezogen werden.

Weitere Broschüren mit Empfehlungen für die ganzjährige Weidehaltung von Schafen, die saisonale und ganzjährige Weidehaltung von Rindern, zur Freilandhaltung von Pferden und zu tierschutzrelevante Mindesanforderungen für die intensive Putenmast sind ebenfalls verfügbar.

Links zum Thema Tierhaltung, Links zum Thema Tierschutz.

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