25. Mai 2002

Nitrofen in Geflügelprodukten: Naturland fordert Konsequenzen

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 11:05

Gräfelfing (agrar.de) – Nach intensiven Recherchen bei den betroffenen Unternehmen hat Naturland jetzt genauere Fakten zu den Funden von Nitrofen in Futtermitteln und Geflügelprodukten vorgelegt. Nachdem dem Verband im April erste Nachrichten von Belastungen zu Ohren gekommen waren, wurde Naturland nach eigenen Angaben umgehend aktiv.

‚Da der gesamte Ökologische Landbau ein großes Interesse an der Aufklärung hat, haben wir uns sofort eingeschaltet. Schließlich war es Naturland, der am 23. Mai den Stein ins Rollen gebracht hat, nachdem Naturland zuerst das Bundesministerium für Verbraucherschutz und dann die Öffentlichkeit informierte. Lebensmittelrechtlich gesehen aktiv werden müssen die betroffenen Unternehmen und die Lebensmittelbehörden, sie sind von Gesetzes wegen dazu verpflichtet,‘ erklärt Naturland Geschäftsführer Gerald A. Herrmann. Betroffen sind u.a. Geflügelhalter, die von Naturland bzw. von Bioland zertifiziert sind, ein Futtermittelhersteller, der sowohl an Naturland als auch an Bioland Betriebe Futter lieferte, und mindestens ein Getreide-Erzeugerbetrieb, der keinem der Ökologischen Anbauverbände angehört, sondern nach der EU-Öko-Verordnung zertifiziert ist.

Nach den Naturland jetzt vorliegenden Unterlagen der betroffenen Unternehmen stellt sich der Ablauf wie folgt dar: Erste Funde von Nitrofen in Geflügelfleisch gibt es offenbar bei einem Verarbeiter Ende Januar 2002. Das Fleisch stammt aus der Produktion vom November /Dezember 2001. Das Fleisch wird zur Verarbeitung gesperrt, gelangt also nicht in den Verkauf. Daraufhin veranlassen die Geflügelerzeuger Untersuchungen der Wasserquelle, Impfstoffe, Futtermittel, Einstreu, Pflanzen in der Auslauffläche und Rückstellproben von Futter aus einer Anlieferung vom November 2001. Parallel dazu werden nach Angaben der Unternehmen am 28. Januar Fleisch- und Futterproben an die Bundesanstalt für Fleischforschung geschickt. Ergebnisse dieser Analysen über die Belastung von Futtergetreide mit Nitrofen liegen am 19. März bzw. 28 März vor. Der Futtermittelhersteller, so die Unternehmen, wird unterrichtet, das Fleisch bleibt weiterhin gesperrt. Alle Fleischauslieferungen werden ab sofort vorsorglich untersucht.

Kontrollstellen schalten sich ein

Am 28. März findet eine Telefonkonferenz von drei Kontrollstellen statt, die anschließend die zuständige Kontrollbehörde des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Landes Brandenburg informieren. Dazu muss man wissen, dass Öko-Betriebe im Auftrag der Verbände von unabhängigen, staatlich anerkannten Kontrollstellen kontrolliert werden. Diese Kontrollstellen haben darüber hinaus Eigenverantwortung; sie kontrollieren die Betriebe auch nach den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung und sind in vielen Bundesländern Teil des Verwaltungsapparates mit Hoheitsfunktion. Ein Öko-Verband hat diese Funktionen nicht.

Naturland wird informiert

Erstmals Anfang April erhält Naturland telefonisch von den Vorgängen Kenntnis. Naturland fordert von den betroffenen Unternehmen umgehend vollständige Aufklärung. Zu diesem Zeitpunkt war nach Angaben einer Kontrollstelle die Kontrollbehörde Brandenburg bereits von den Vorgängen informiert. Nachdem Anfang Mai erneut Nitrofen-Rückstände in Futtermitteln gefunden werden, von denen Naturland am 16.5. informiert wird, spricht Naturland am selben Tag vorsorglich ein Kennzeichnungsverbot mit dem Naturland Zeichen für alle Produkte aus, falls Nitrofen-Rückstände in Tieren oder Produkten nachgewiesen werden. Naturland fordert die betroffenen Unternehmen auf, sowohl Naturland als auch ihre Kunden umfassend zu informieren. Am 21. Mai erhält Naturland erstmals schriftliche Informationen über Rückstandsmessungen. Nach Auswertung dieser Untersuchungen informiert Naturland am 23. Mai selbst die Futtermittelhersteller und Mühlen – auch die Speisemühlen – über die mögliche Gefahr. Naturland befragt die beteiligten Kontrollstellen, ob die Behörden informiert sind und hakt bei der Kontrollbehörde Brandenburg nach. Dort lautet die Auskunft, der Vorfall sei bekannt, genauere Auskunft könne nicht gegeben werden. Daraufhin informiert Naturland am selben Tag zuerst das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) und anschließend die Öffentlichkeit. Nach der Information durch Naturland bzw. das BMVEL schaltet der niedersächsische Landwirtschaftsminister Uwe Bartels die Staatsanwaltschaft ein.

Rückholaktion von Eiern

Nach den Naturland vorliegenden Informationen hat die Futtermühle am 10. Mai nach Bekanntwerden der Belastung umgehend Futterauslieferungen gesperrt, die Rezepturen auf unbelastete Futterkomponenten umgestellt und das möglicherweise belastete Futter von den Erzeugerbetrieben zurückgeholt. Im Folgenden wurden auch Untersuchungen in Geflügelherden vorgenommen, sowohl in Mast- als auch in Legehennenbetrieben. Tierbestände wurden nach Informationen der Unternehmen bei Belastung sofort gesperrt. Ein Unternehmen startet am 23. Mai vorsorglich eine Rückholaktion von Eiern und sperrt alle Eier-Auslieferungen und Ställe. Ein Getreide-Erzeuger-Betrieb wird als Lieferant von belastetem Getreide identifiziert. Er ist nicht Mitglied bei Naturland oder einem anderen anerkannten Verband. Am 24. Mai wird Naturland informiert, dass alle am 17./18. Mai erneut untersuchten Eiern aus den von Naturland und Bioland zertifizierten Ställen Nitrofen über dem Grenzwert enthalten. Diese Eier wurden nie ausgeliefert. Selbstverständlich bleiben die Ställe gesperrt.

Naturland fordert Konsequenzen

Naturland Geschäftsführer Gerald A. Herrmann: ‚Diese unglaublichen Vorfälle müssen Konsequenzen haben. Der Einsatz chemischer Unkrautvernichtungsmittel ist im Ökologischen Landbau strikt verboten. Die Belastung ökologisch erzeugter Produkte mit Schadstoffen ist für uns untragbar. Wir als Ökologischer Landbauverband haben leider selbst keine Handhabe, das ist Sache der Lebensmittelbehörden. Naturland wird aber selbstverständlich alles dazu beitragen, was in seiner Macht steht, um die Vorfälle aufzuklären. Was dahinter steckt, wissen wir derzeit nicht, es drängt sich aber der Eindruck auf, dass die beteiligten Unternehmen Opfer krimineller Machenschaften sind.‘

Naturland fordert außerdem, dass die Nitrofen-Rückstandsuntersuchungen auf konventionell erzeugtes Futtergetreide und auf die konventionellen Speisemühlen ausgedehnt wird. Naturland Geschäftsführer Gerald A. Herrmann: ‚Solche Probleme wie das vorliegende mit einem Pestizid, das schließlich von der chemischen Industrie gemacht wurde, im Ökologischen Landbau verboten ist, hat der Öko-Landbau nicht zu verantworten. Trotzdem können auch Öko-Betriebe, egal ob groß oder klein und unabhängig davon, wo sie wirtschaften Opfer krimineller Machenschaften werden. Denn wie man sieht, bietet ja nicht einmal das Verbot eines solchen Mittels irgendeine Garantie. Es werden ja auch laufend neue chemisch-synthetische Agrochemikalien für den Einsatz in der Landwirtschaft entwickelt und zugelassen. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass in den vorbeugenden Verbraucherschutz mehr Geld investiert wird.‘

Information: Naturland – Verband für naturgemäßen Landbau e.V., Kleinhaderner Weg 1, 82166 Gräfelfing, Tel.: 089-898082-0, Fax: 089-898082-90, E-Mail.

Links zum Thema %url3%Bio-Landbau%/%.

24. Mai 2002

DBV: Öko-Bauern betrachten Marktentwicklung mit Sorge

Themen: Archiv — info @ 14:05

Berlin (agrar.de) – Der Fachausschuss für Ökologischen Landbau beim Deutschen Bauernverband (DBV) sieht den deutschen Öko-Landbau einer bedrohlichen Entwicklung ausgesetzt. Der Fachausschuss, dem führende Landwirte aus allen Öko-Anbauverbänden und Bundesländern angehören, bezeichnet in einer Erklärung die steigende Erzeugung ökologischer Produkte als erfreulich. Zugleich erkennt er jedoch einen erschreckenden Preisverfall bei nahezu allen Produkten.

Mit großer Sorge musste festgestellt werden, dass zunehmend Öko-Produkte zu Preisen konventionell erzeugter Produkte vermarktet werden, in Einzelfällen sogar darunter. Hauptursache für diese bedrohliche Entwicklung sind die stark angestiegenen Importe aus anderen Mitgliedstaaten der EU und vor allem aus Drittländern‘, heißt es in der Erklärung der Öko-Experten. Unter Nutzung des Bio-Siegels, dessen Vorgaben deutlich unter denen der deutschen Anbauverbände liegen, drängten diese Exporteure erfolgreich auf den deutschen Markt. In einem Schreiben an Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast fordert der DBV-Vorsitzende des Fachausschusses und Vorstand von Biopark, Dr. Heinrich Graf von Bassewitz, die Sorgen der deutschen Öko-Bauern aufzunehmen. Bereits mehrfach hatte der Fachausschuss im Zusammenhang mit der Entscheidung von Renate Künast, dem Bio-Siegel die EU-Kriterien zu Grunde zu legen, vor dieser erwarteten Entwicklung gewarnt und Maßnahmen zum Schutz und zur Stärkung des ökologischen Landaus in Deutschland gefordert.

Der Fachausschuss sieht die große Gefahr, dass nicht nur langjährig ökologisch wirtschaftende Betriebe zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Vor allem umstellungswillige Landwirte gehen große Risiken ein, wenn sich die Markt- und Preissituation nicht spürbar verbessert und stabilisiert. Die Öko-Bauern verweisen auf abschreckende Beispiele in Großbritannien und Dänemark, wo zunehmend Landwirte die ökologische Wirtschaftsweise aufgeben und zur konventionellen Landbewirtschaftung zurückkehren. Neben den steigenden Importen wirken sich auch die unterschiedlich hohen Fördergelder der Bundesländer in Form von Umstellungs- und Beibehaltungsbeihilfen auf die Markt- und Preissituation aus. Sie führen zu einer unterschiedlichen Wettbewerbsstellung der ökologischen Betriebe untereinander und gegenüber ihren Abnehmern.

Der Fachausschuss appelliert angesichts der sich zuspitzenden Situation an die Bundesministerin, unverzüglich und mit großem Nachdruck in Brüssel darauf zu drängen, dass die dem Bio-Siegel zugrundeliegenden EU-Kriterien an die deutschen Standards angeglichen werden. Weitere Forderungen des Fachausschusses sind: Die im Rahmen von Bund-Länder-Fördermaßnahmen gewährten Beihilfen sollten auf einem möglichst einheitlichen Niveau gewährt werden. Auch sollte die Ministerin zusammen mit den Anbauverbänden auf den Handel mit dem Ziel einwirken, den deutschen Öko-Produkten bei der Vermarktung einen höheren Stellenwert einzuräumen. Dadurch würde in besonderer Weise sowohl dem Tier- und Umweltschutz in Deutschland Rechnung getragen als auch die hohen Erwartungen der deutschen Verbraucher an die Öko-Produkte und den Öko-Landbau erfüllt. Bei allen Maßnahmen im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau, insbesondere den Informations- und Beratungsprogrammen, müssten zudem die kurz- und längerfristigen Entwicklungen auf den Märkten besonders berücksichtigt werden.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema Verbände.

AbL: Agrarindustrie bringt Biomarkt in Gefahr

Themen: Archiv — info @ 14:05

Risiken industrieller Strukturen auch im Biobereich thematisieren!

Hamm (agrar.de) – Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sieht sich nach Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten in einem Unternehmen mit biologischer Geflügelhaltung in ihrem hartnäckigen Eintreten für die bäuerliche Landwirtschaft in bedauerlicher Weise bestätigt. Nach bisherigem Kenntnisstand sollen vermeintliche Bio-Puten und Legehennen mit Futter gefüttert worden seien, das mit dem als gesundheits­gefährdend geltenden und verbotenen Herbizid Nitrofen belastet war (unsere Meldung) und offensichtlich nicht entsprechend den Bio-Richtlinien erzeugt worden ist. Die Tiere sollen von bzw. im Auftrag eines agrarindustriellen Unternehmens gehalten worden sein, das – wenn auch in juristisch getrennten Betrieben – sowohl im Ökolandbau als auch im konventionelle Bereich tätig ist.

‚Der ökologische Landbau ist über Jahrzehnte in mühevoller Arbeit von Bauern und Bäuerinnen in der Praxis entwickelt worden. Die konsequent bäuerlichen Betriebe haben sich ihren Markt selbst erschlossen und wurden dabei erst bekämpft und beschimpft, dann belächelt. Heute ist der Biomarkt ein interessanter Wachstumsmarkt, in den nun auch industriell strukturierte Betriebe eingestiegen sind. Die Risiken von Unregelmäßigkeiten steigen aber in dem Maße, wie die Arbeitsteilung zunimmt und von dem Grundsatz des ökologischen Landbaus abgerückt wird, in engen Betriebskreisläufen und möglichst mit hofeigener Futtergrundlage zu wirtschaften‘, kommentiert der AbL-Vorsitzende und Biobauer Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf die offensichtlichen Unregelmäßigkeiten.

Maria Heubuch, AbL-Bundesvorsitzende und konventionelle Bäuerin aus dem Allgäu, warnt davor, jetzt die vom Deutschen Bauernverband in letzter Zeit wieder stark geschürten Grabenkämpfe zwischen konventionell und biologisch wirtschaftenden Kollegen noch zu vertiefen. ‚Das Beispiel zeigt, dass bäuerliche Betriebe in Gefahr gebracht werden, wenn agrarindustrielle Unternehmen durch grob fahrlässiges oder gar kriminelles Handeln das Vertrauen der Verbraucher und letztlich unsere Märkte ruinieren,‘ so Heubuch.

Die AbL hält es für notwendig, die Risiken industrieller Strukturen zu thematisieren sowie an Rahmenbedingungen zu arbeiten, die bäuerliche Betriebe stärken. Von großer Bedeutung sei deshalb das von Bundesministerin Künast angekündigte ‚Aktionsprogramm bäuerliche Landwirtschaft‘. Es sei wichtig, dieses Programm gemeinsam mit anderen bäuerlichen Interessenvertretungen wie den Bioverbänden mit inhaltlicher Substanz zu füllen.

Eine Debatte um den Wert bäuerlicher Arbeit und über die Rahmenbedingungen sei ebenso notwendig wie eine politische Antwort auf das preistreibende ‚Wachsen oder Weichen‘ in der Landwirtschaft, so die AbL in einer Presseerklärung. Ein wesentlicher Ansatzpunkt dabei sei, die Wettbewerbs­nach­teile für bäuerliche Betriebe gegenüber rationalisierten Unternehmen abzubauen. ‚Die Gelder müssen dahin gehen, wo die Arbeit geleistet wird, nicht wo sie wegrationalisiert wird. Deshalb brauchen wir die Anbindung der EU-Zahlungen an die Arbeitskräfte auf dem Betrieb‘, so Graefe zu Baringdorf.

Positionspapier der AbL zum ‚Aktionsprogramm bäuerliche Landwirtschaft‘

Links zum Thema %url3%Bio-Landbau%/%, Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

Jahresbericht 2001 der Bundesanstalt für Fleischforschung (BAFF) online

Themen: Archiv — info @ 13:05

Kulmbach (agrar.de) – Der Jahresbericht 2001 der Bundesanstalt für Fleischforschung (BAFF) in Kulmbach wird jetzt online angeboten. Er befindet sich, zusammen mit den Publikationen der vorherigen Jahrgänge (ab 1996) unter einer neuen Adresse auf der Homepage der BAFF.

Von der Seite führen Links zu den einzelnen Jahrgängen und von dort zu den aktuellen Informationen der Institute. Da die Jahresberichte in einer Datenbank angeboten werden, kann nach Suchbegrieffen im Text recherchiert werden. Die Ausgabe der Texte erfolgt dann im PDF-Format.

Links zum Thema Forschung.

Landwirtschaftsminister Sonnleitner?

Themen: Archiv — info @ 11:05

DBV-Präsident als künftiger Agrarminister im Gespräch – Kuhhandel bei Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz?

München (agrar.de) – Das Magazin ‚Focus‚ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, daß der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Gerd Sonnleitner als Landwirtschaftsminister in Stoibers Schattenkabinett im Gespräch sei.

In einer aktuellen Meldung fragt sich die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Nord-Westdeutschland (ISN), ob dies vielleicht die erstaunliche Zurückhaltung des DBV zur Entscheidung des Bundestages, den Tierschutz in das Grundgesetz aufzunehmen, erkläre. Die Grundgesetzänderung sei erst durch einen erstaunlichen Sinneswandel der Union möglich geworden.

%url5%Agrar- und Umweltprogramme der Bundestagsparteien%/%, Links zum Thema %url3%Agrarpolitik%/%.

Bayern: Mehr Winter-, weniger Sommergetreide angebaut

Themen: Archiv — info @ 11:05

Größte Flächenzunahme bei Winterraps

München (agrar.de) – Die bayerischen Landwirte haben im Frühjahr 2002 auf 897.000 Hektar (ha) Winter- und auf 210.000 ha Sommergetreide angebaut. Das sind 0,4 Prozent mehr bzw. 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die größte Flächenausdehnung ergab sich mit knapp 20 Prozent beim Winterraps. Insgesamt wurde die Anbaufläche um 0,9 Prozent auf 2.105.000 ha ausgedehnt.

Nach den Meldungen der rund 1.300 amtlichen Ernteberichterstatter des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung vom April 2002 haben die landwirtschaftlichen Kulturen die winterliche Ruhephase überwiegend gut überstanden. Dennoch wiesen die Mehrzahl der Feldfrüchte und das Grünland Mitte April noch einen ungünstigeren Wachstumsstand als im Vorjahr auf. Neubestellungen waren jedoch nur in geringem Umfang erforderlich.

Aus den hochgerechneten Angaben von knapp 1.100 Betriebsberichterstattern ergibt sich eine Ausdehnung der Ackerfläche um 0,9 Prozent auf 2.105.000 ha. Dabei hat die Anbaufläche der Wintergetreidearten gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent auf 897.000 ha zugenommen. Der flächenmäßig bedeutende Winterweizen (455.000 ha) erfuhr eine Ausdehnung um 0,2 Prozent und die Wintergerste (312 000 ha) um 1,8 Prozent. Die Anbaufläche der Sommergetreidearten wurde dagegen eingeschränkt, und zwar um 2,1 Prozent auf 210.000 ha. Deutlich zurückgegangen ist auch der Anbau von Hafer und Sommerweizen (einschließlich Durum), wohingegen der Anbau von Sommergerste um 1,6 Prozent auf 154.000 ha ausgedehnt wurde. Größer als vor Jahresfrist fallen auch die Flächen von Silomais (291.000 ha) und Winterraps (181.000 ha) aus.

Detaillierte, auf Basis von rund zehn Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe hochgerechnete Ergebnisse zum Anbau auf dem Ackerland werden im Mai 2002 im Rahmen der Bodennutzungshaupterhebung erhoben und Mitte Juli 2002 mitgeteilt.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Bayern.

Demeter unterstützt Petition zur Reinhaltung des Saatgutes von Gentechnisch Veränderten Organismen (GVO)

Themen: Archiv — info @ 10:05

Darmstadt (agrar.de) – Demeter und der Forschungsring für die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise macht sich gegen die drohende Verschmutzung von Saatgut mit Gentechnisch Veränderten Organismen (GVO) stark. Der Verband für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise unterstützt deshalb eine entsprechende Petition, die von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft in Berlin auf den Weg gebracht wurde. Bis Ende Juni werden jetzt noch Unterschriften gesammelt, um dann entsprechenden Druck auf die Politik in Brüssel ausüben zu können.

In der Petition an die EU-Kommissare Byrne, Fischer und Walstrom fordert die biologisch-dynamische Bewegung neben vielen anderen Erstunterzeichnern, grundsätzlich keine Verunreinigung mit GVOs zuzulassen. Für die Reinhaltung des Saatgutes müsse derjenige Sorge tragen, der GVOs herstellt oder nutzt.

‚Die Reinhaltung des Saatgutes ist nicht nur das Anliegen einer kleinen Minderheit von biologisch wirtschaftenden Landwirten und engagierten Umweltschützern,‘ betont Immo Lünzer, Geschäftsführer des Forschungsrings für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise in Darmstadt. ‚Es geht vielmehr um das Recht der großen Mehrheit aller Verbraucherinnen und Bauern, auch in Zukunft ohne risikoreiche Gentechnik produzieren und essen zu können.‘

Gerade jetzt sei es wichtig, den Politikern die Gretchenfrage zu stellen: ‚Werden Sie dafür sorgen, dass auch in Zukunft Landwirtschaft ohne Gentechnik möglich ist?‘

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Nitrofen: Bartels schaltet Staatsanwaltschaft ein

Themen: Archiv,Nitrofen — info @ 09:05

Hannover (agrar.de) – Am 23.05.2002 wurde das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom BMVEL über einen dort eingegangenen Hinweis auf die mögliche Verwendung nitrofenbelasteter Futtermittel in niedersächsischen Ökobetrieben unterrichtet. Sofort eingeleitete Ermittlungen haben ergeben, dass im Rahmen der betrieblichen Eigenkontrolle am 19. März in aus Brandenburg nach Niedersachsen verbrachtem Öko-Weizen das seit 1988 verbotene Herbizid ‚Nitrofen‘ nachgewiesen wurde. Offenbar war das Nitrofen-Problem der betroffenen Öko-Organisation bereits seit Dezember 2001 bekannt. Dieses Herbizid steht in Verdacht Krebs erzeugen zu können.

Die zuständigen niedersächsischen Überwachungsbehörden haben umgehend Kontrollen von Futtermitteln, Lebensmitteln, Tieren und deren Vertriebswegen eingeleitet. Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Uwe Bartels hat heute entschieden, die Staatsanwaltschaft einzuschalten.

‚Es kann nicht angehen, dass wir Monate später auf Umwegen von einem derartigen Vorgang erfahren. Die Eigenkontrolle hätte über derartige Funde umgehend die staatlichen Behörden informieren müssen. Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass futtermittelrechtliche und ggf. geflügelfleischhygienische- und lebensmittelrechtliche Vorschriften verletzt worden sind, die strafrechtlich relevant sein dürften‘, so Bartels. ‚Darum habe ich heute Anzeige eines Verdachtes auf eine Straftat nach § 20 Futtermittelgesetz i. V. mit Betrugstatbeständen erstattet‘.

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23. Mai 2002

Weniger Arbeitsunfälle

Themen: Archiv — info @ 14:05

Kassel (agrar.de) – Die Zahl der Arbeitsunfälle, Wegeunfälle, der Berufskrankheiten sowie der tödlichen Unfälle ging bei den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften im Jahr 2001 nach einer vorläufigen Zusammenstellung weiter zurück, darauf weist der Bundesverband der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften (BLB) hin.

Bei den meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfällen wurden im abgelaufenen Kalenderjahr noch 126.060 entgegengenommen, dies waren 8,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Weiter rückläufig war auch die Zahl der tödlichen Unfälle mit 252 gegenüber noch 255 im Kalenderjahr 2000. Neu bewilligt wurden, so der Bundesverband, 5.842 Unfallrenten gegenüber 6.034 im Jahr 2000. Deutlich nach unten ging die Zahl der Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit mit 3.193 gegenüber 3.704. Parallel dazu sanken auch die Renten aufgrund anerkannter Berufskrankheiten um rund 6,3 Prozent im Jahresverlauf auf insgesamt 269.

Zuwachs bei Demeter International

Themen: Archiv — info @ 12:05

Darmstadt (agrar.de) – Die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise, für die weltweit das Markenzeichen Demeter steht, verzeichnet auch international Zuwachs. So meldet Demeter International neue Umstellungsbetriebe in Tunesien, der Türkei, Chile und Teneriffa.

Aus Tunesien wird ein Demeter-Olivenöl erwartet. Das Projekt mit sieben Bauern wird in dieser regenarmen Gegend zwar nur geringere Erntemengen, dafür aber hervorragende Qualität bringen. Angelaufen ist zudem der Kräuteranbau in der Türkei und ein Trauben-Projekt in Chile, das neben frischen Früchten auch Spitzenweine verspricht. Tomaten aus Teneriffa runden das neue Demeter-Angebot ab. Demeter als ‚glokale Marke‘ setzt darauf, dank der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise in allen Regionen der Welt Lebensmittel mit dem charakteristischen Aroma zu erzeugen.

‚So kommt lokal und global auf die angenehmste Art zusammen,‘ betont Demeter-Geschäftsführer Dr. Peter Schaumberger, der auch im Vorstand von Demeter International aktiv ist.

Links zum Thema Bio-Verbände.

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