07. Mai 2002

BUND-Studie belegt Trend zur Massentierhaltung

Themen: Archiv — info @ 09:05

Weiterführung der Agrarwende angemahnt

Berlin (agrar.de) – Die deutsche Landwirtschaft setzt trotz proklamierter Agrarwende weiter auf die Massentierhaltung. Das belegt eine aktuelle Untersuchung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in acht Bundesländern, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Danach liegen vor allem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen zahlenmäßig große Planungen zur Massentierhaltung vor.

Dr. Andreas Gnekow-Metz von ‚Eos – Büro zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung‚, der die Studie erarbeitet hat: ‚Wir haben jene Bundesländer untersucht, die auch schon in der Vergangenheit die hot spots der Massentierhaltung waren. Fazit: Der Trend zu Agrarfabriken ist ungebrochen. Die größten Zuwachsraten gibt es bei Mastanlagen für Enten, Hähnchen und Puten. Bei Schweinen und Legehennen gibt es ebenfalls Zuwächse. Eine Abkehr vom Leitbild der industriellen Tierhaltung ist nicht erkennbar.‘

Die beantragten Tierplätze bei Masthähnchen beziehen sich in den untersuchten acht Bundesländern zu 99 Prozent und bei Enten zu 80 Prozent auf Anlagen mit mehr als 30.000 Tieren, bei Legehennen zu 92 Prozent und bei Puten zu 61 Prozent auf Anlagen über 15.000 Tiere, bei Schweinen zu 57 Prozent auf Großstallungen ab 750 Tiere aufwärts.

BUND-Agrarexpertin Heike Moldenhauer: ‚Die Risiken und Nebenwirkungen des massiven Ausbaus der Tierhaltung in Deutschland sind bekannt. Die Tiere werden auf engstem Raum unter unwürdigen Bedingungen gehalten und mit Antibiotikazusätzen gefüttert. Die Gülle belastet das Grundwasser, Gewässer kippen um, giftige Emissionen schädigen Mensch und Umwelt. Für diese Probleme gibt es Lösungen, die außerdem Arbeitsplätze schaffen: Der Ökolandbau muss ausgeweitet und die industrielle Tierhaltung verringert werden. Statt weniger zentralisierter Tierproduktionsfabriken brauchen wir viele kleinere Bauernhöfe, die nach ökologischen Grundsätzen arbeiten. Die bisherige Agrarwendepolitik der Bundesregierung steckt nach wie vor in den Anfängen.‘

Dr. Angelika Zahrnt, BUND-Bundesvorsitzende: ‚Wir fordern Agrarministerin Künast auf, es nicht bei ersten Schritten wie dem Verbot der Käfighaltung für Legehennen zu belassen. Neue Regeln für die Tierhaltung brauchen wir dringend auch für Schweine und Geflügel. Bei den Genehmigungs- und Subventionsanträgen für Stallbauten muss die artgerechte Tierhaltung stärker als bisher berücksichtigt werden. Die Privilegierung von Großstallbauten in den Außenbereichen der Kommunen muss ein Ende haben. Ohne diese Maßnahmen versandet die viel beschworene Agrarwende bevor sie richtig begonnen hat.‘

Links zum Thema Tiere, Links zum Thema %url4%Stallbau und -einrichtung%/%.

06. Mai 2002

Thalheim: Öko-Gemüse hat Zukunft

Themen: Archiv — info @ 15:05

Lommatzsch (agrar.de) – Die Nachfrage nach Gemüse und Obst aus ökologischem Anbau hat 2001 nach Angaben der Zentralen Markt und Preisberichtstelle (ZMP) um rund 50 Prozent zugenommen. ‚Die Öko-Gemüseanbauer haben bei dieser Entwicklung gute Chancen, ihre Produktion auszuweiten. Wichtig ist, den Absatz auszubauen und insbesondere den Lebensmitteleinzelhandel mit ausreichenden Mengen und gleichbleibender Qualität zu versorgen. Dabei unterstützen wir die Landwirte mit geeigneten Maßnahmen‘, sagte Dr. Gerald Thalheim, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium bei Fachgesprächen mit Gemüsebauern des Öko-Anbauverbands Gäa heute in Lommatzsch bei Dresden.

Die Bundesregierung unterstützt die Öko-Gemüseanbauern mit erweiterter Förderung, aber auch dem %url6%Bio-Siegel%/% und dem %url7%Bundesprogramm Ökologischer Landbau%/%. Die Fördergrundsätze für Öko-Gemüse im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe wurden für 2002 attraktiver gestaltet. So wurde der Fördersatz für Öko-Gemüse um 120 Euro je Hektar auf 300 Euro angehoben. Die Einführungsprämie für die ersten fünf Jahre liegt nun um 120 Euro höher bei 480 Euro pro Hektar. Zur Verbesserung der Verarbeitung und Vermarktung von Öko-Gemüse werden außerdem Erzeugergemeinschaften durch Investitionsbeihilfen und Beihilfen für die Einführung von Umwelt- und Qualitätssicherungssystemen sowie für die Erarbeitung von Vermarktungskonzeptionen unterstützt. Die Maßnahmen der Gemeinschaftsaufgabe werden vom Bund zu 60 Prozent finanziert.

Im Jahr 2000 wurde nach Angaben der ZMP Gemüse auf einer Fläche von 6.500 ha ökologisch erzeugt, dies entsprach 6,48 Prozent der Gesamtgemüseanbaufläche von 100.280 ha. Ökologisches Frischmarktgemüse wurde auf 3.500 ha angebaut, Industriegemüse auf 3.000 ha. Insgesamt sind die größten Einzelkulturen Möhren (750 ha ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche), Spargel (350 ha), Kohl (300 ha), Zwiebeln (150 ha) und Rote Beete (120 ha).

Links zum Thema %url4%Bio-Landbau%/%, Links zum Thema %url5%Gemüse%/%.

Sklenar: Landwirtschaft muss wertschöpfungsintensive Produktionsbereiche selbst übernehmen

Themen: Archiv — info @ 14:05

Bösleben (agrar.de) – 350 Millionen Euro Direktzahlungen erhielten die Thüringer Landwirtschaftbetriebe im vergangenen Jahr. Die Entwicklung der Landwirtschaft in Thüringen zeigt, dass diese Gelder zu einem Großteil für die Konsumtion verwendet werden. Immer mehr ist es jedoch notwendig, noch stärker und effektiver diese Gelder in die Erhöhung der Wertschöpfung zu investieren. Das erklärte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, heute anlässlich des Verbandstages des Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbandes Thüringen in Bösleben. ‚Die wichtigste Aufgabe ist deshalb, heute Unternehmenskonzepte zu entwickeln, die die Abhängigkeit von Direktzahlungen oder Fördermitteln verringern.‘

Priorität sollten dabei Gedanken und Konzepte zur Erhöhung der Wertschöpfung, zur Senkung der Kosten oder zu alternativen Einkommensmöglichkeiten haben. Die reine Urproduktion – sozusagen die Rohstoffbereitstellung in Form von billiger Massenware sichert immer weniger die Zukunft eines landwirtschaftlichen Betriebes.

Der Anteil der landwirtschaftlichen Verkaufserlöse an den Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel (inländischer Herkunft) lag 2000/01 bei 26 Prozent. Anfang der 70er Jahre lag der entsprechende Anteil noch bei 50 Prozent. Bei Milch- und Milcherzeugnissen beträgt der Anteil 43 Prozent; bei Fleisch- und Fleischwaren ist der Anteil mittlerweile auf unter ein Viertel gesunken. Am niedrigsten ist der Erlösanteil nach wie vor bei Brotgetreide und Brotgetreideerzeugnissen.

‚Letztendlich muss es also vor allem darum gehen, mehr wertschöpfungsintensive Produktionsbereiche selbst zu übernehmen‘, so der Minister. Der freie Markt werde auch in der Landwirtschaft mehr und mehr Einfluss gewinnen. Die Betriebe müssten jetzt die Gelegenheit wahrnehmen und sich auf diese Zukunft vorzubereiten: in zukunftsträchtige Bereiche investieren, das Betriebsspektrum erweitern, Marktlücken schnell erkennen und flexibel reagieren, Einkommensalternativen ausloten und in erster Linie die Wertschöpfung erhöhen.

‚Das sichert und schafft gleichzeitig Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum, verbessert das Ansehen der Landwirtschaft in der Gesellschaft und garantiert unserer Landwirtschaft in Thüringen eine gute Zukunft‘, sagte Dr. Sklenar.

Links zum Thema Wirtschaft, Links zum Bundesland Thüringen.

Aufbau des Zentralen Internetportals Ökologischer Landbau beginnt

Themen: Archiv — info @ 14:05

Ab sofort können Interessierte ihre Wünsche und Ideen einbringen

Berlin (agrar.de) – Die Entscheidung über die Gestalter des neuen Internetportals im Rahmen des Bundesprogramms ökologischer Landbau ist gefallen. Ein erstes Angebot wird im September 2002 freigeschaltet. Das Internetportal ist ein wichtiger Baustein des Bundesprogramms Ökologischer Landbau. Es wird Informationen für alle Interessierten vom Landwirt bis zum Verbraucher umfassend, attraktiv und aktuell bereitstellen. Von Beginn an sollen die Wünsche der künftigen Nutzer in die Gestaltung einbezogen werden.

Voran gegangen war eine europaweite Ausschreibung, bei der über 60 Bieter ihr Interesse bekundet hatten. Vier Bieter wurden aufgefordert, ihre Ideen zu präsentieren. Diese wurden Mitte März einer beratenden Jury vorgestellt, in der auch nicht dem Ministerium angehörende Personen vertreten waren. Ausgewählt wurde die Bietergemeinschaft Forschungsinstitut für biologischen Landbau Berlin e.V. (FiBL), Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) sowie Zentralstelle für Agrardokumentation und -Information (%url4%ZADI%/%). Sie verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Bereitstellung von Informationen über den Ökologischen Landbau mittels Internet. Der Aufbau des Portals hat begonnen und soll Ende 2003 abgeschlossen sein.

Das Bundesverbraucherministerium lädt ein, Vorschläge zu Inhalten des Portals vie %url6%E-Mail%/% oder %url7%Internet zu machen. Auf einer eigens eingerichteten Homepage können sich Interessierte näher über das Projekt informieren und sich auf einen News-Verteiler setzen lassen, um kontinuierlich über den Fortgang informiert zu werden oder bei der Gestaltung des Portals mitzudiskutieren.

Das Internetportal soll allen interessierten Nutzer-Gruppen wie landwirtschaftlichen Erzeugern, dem verarbeitenden Lebensmittelhandwerk (z. B. Bäcker, Fleischer, Bierbrauer), Herstellern (z. B. von Convenience-Food) und Händlern (z. B. Erfassungshandel, Lebensmitteleinzelhandel, Naturkosthandel), Unternehmen in der Außer-Haus-Verpflegung, aber auch den Beratern der genannten Sparten, Wissenschaftlern, Tierärzten, Studenten, Lehrern und Schülern sowie ganz allgemein Verbrauchern dienen. Angeboten werden vielfältige Informationen zum ökologischen Land-, Garten- und Sonderkulturanbau (wie Obst-, Wein-, Hopfen- Heil- und Gewürzanbau), zur Verarbeitung ökologischer Erzeugnisse und über Bioprodukte. Es wird eine umfangreiche Suchfunktion und ein alphabetisches Sachwortregister, Adress- und Termindatenbanken, Diskussionsforen und vielfältige Materialien zum Download beinhalten.

Die Bietergemeinschaft hat sich zudem die Aufgabe gestellt, auf extra Seiten Informationen für Kinder und Jugendliche aufzubereiten. Auf spielerische Art und Weise sollen darin die Grundsätze des ökologischen Landbaus und die Besonderheiten ökologischer Lebensmittel deutlich gemacht werden.

Links zum Thema %url8%Bio-Landbau%/%.

Sonnleitner widerspricht Bundesfinanzminister

Themen: Archiv — info @ 13:05

Deutsche Agrarhilfen sind im EU-Vergleich am niedrigsten

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, hat die Aussage von Bundesfinanzminister Hans Eichel zurückgewiesen, wonach im Bundeshaushalt die Unterstützung der Landwirtschaft stetig ausgebaut worden sei. Eichel hatte am Sonntag Abend in der ARD-Sendung ‚Sabine Christiansen‘ behauptet, dass allein die Kohlesubventionen abgebaut worden seien während die Finanzmittel für die Landwirtschaft unverändert weiterflössen. ‚Der Bundesfinanzminister vergaß offenbar im Eifer des Wahlkampfes die Analysen seines eigenen Hauses und die eigenen Politikentscheidungen der rot-grünen Bundesregierung‘, konterte Sonnleitner. Nach dem Subventionsbericht 2001 aus dem Hause von Finanzminister Eichel verringerte sich der Anteil der Agrarsubventionen von 20 Prozent in 1990 auf 8 Prozent in 2001.

Über 70 Prozent des Agrarhaushaltes werden derzeit für die Agrarsozialpolitik, also zum Beispiel für die Altersversicherung verwandt. ‚Minister Eichel beklagt zu Recht, dass ein Großteil des Bundeshaushaltes nicht für eine aktive Wirtschaftspolitik zur Verfügung steht, sondern zur Finanzierung sozialpolitischer Verantwortung‘, stellte Sonnleitner fest.

Der DBV-Präsident verwies darauf, dass die deutschen Landwirte im EU-Vergleich die geringsten nationalen Beihilfen erhielten (etwa 0,09 Prozent des Sozialproduktes). Im EU-Durchschnitt liegen die nationalen Hilfen doppelt so hoch – bei 0,18 Prozent. Von der EU erhalten die Landwirte für mehrere Preissenkungen seit 1992 von der EU Ausgleichszahlungen. Die Preissenkungen von teilweise bis zu 50 Prozent wurden in den Agrarreformen 1992 und 2000 beschlossen, damit vor allem bei Getreide Weltmarktniveau erreicht werden konnte. ‚Es ist unredlich, diese vertraglich zugesicherten Einkommenshilfen der EU, die alle europäischen Bauern erhalten, und die etwa nur 60 Prozent der Verluste umfassen, in Wahlkampfzeiten undifferenziert zu verdammen‘, kritisierte Sonnleitner.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, E-Mail.

Links zum Thema %url3%Förderung%/%.

Bayern: Milch-Krieg – Bauern drohen mit Kündigung der Verträge

Themen: Archiv — info @ 10:05

Freising (agrar.de) – Oberbayerische Milchbauern drohen damit, die Molkerei Weihenstephan ‚trocken zu legen‘. Bei einer Kreisvorstandssitzung des Bauernverbands in Freising, an der auch Wirtschaftsminister Otto Wiesheu als Schlichter sowie ein Vertreter der Firma Müller Milch teilnahmen, nannte Kreisobmann Georg Sellmair die Kürzungen beim Milchpreis eine ‚Kriegserklärung‘. Der Müller-Konzern hatte den Verwertungszuschlag für die Milchbauern um drei Cent gesenkt.

Man werde sich von der Molkerei trennen, sobald die Verträge auslaufen, warnte Sellmair: ‚Wenn es uns ans Hemd geht, werden wir aggressiv.‘ Die Kürzung des Zuschlags hätte Millionenverluste für die Landwirte zur Folge. Davon sei vor allem das Milchland Oberbayern betroffen. Der Verwertungszuschlag ist ein fester Bestandteil des Milchpreises und richtet sich nach der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Molkerei.

Minister Wiesheu kündigte an, in Absprache mit dem Agrarministerium Vertreter der Molkereien, des Handels und der Milchbauern an einen Tisch zu bringen.

Indes scheint Müller Milch an seiner Preissenkung festhalten zu wollen. Thomas Brunner, Geschäftsführer der zu Müller gehörenden Molkerei Weihenstephan, machte enormen Preisdruck norddeutscher Molkereien sowie der fünf großen Handelsketten für die Korrektur verantwortlich: ‚Wir sind gezwungen, konkurrenzfähige Preise zu machen.‘

Links zum Thema Milchwirtschaft.

03. Mai 2002

Österreich: Bauerneinkommen stieg um 10 Prozent

Themen: Archiv — info @ 16:05

Wien (agrar.de) – Obwohl im Jahr 2000 die Agrarproduktion auf Grund teils schwerer Dürreschäden zurückgegangen ist und die Betriebsmittelpreise kräftig angezogen haben und im Jahr 2001 die Tierkrisen BSE und MKS vorherrschend waren, sind die Bauerneinkommen im Vorjahr ‚ungewohnt kräftig‘ um 10 Prozent gestiegen. Dies teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO mit.

Die Belebung wurde primär von besseren Erträgen im Pflanzenbau getragen (im Vorjahr hatten Dürreschäden das Ergebnis gedrückt). Die Agrarmärkte entwickelten sich überwiegend günstig. Die Erzeugerpreise waren um durchschnittlich 4,5 Prozent höher als im Vorjahr. Das etwas gesteigerte Angebot und die günstige Preisentwicklung ließen den Rohertrag der Land- und Forstwirtschaft nach vorläufigen Ergebnissen der Agrarischen Gesamtrechnung des WIFO um etwa 5 Prozent auf 4,8 Mrd. EUR steigen. Zuwächse wurden für alle wichtigen Produktionszweige mit Ausnahme der Rinderwirtschaft ermittelt.

Mittelfristig ergibt sich folgendes Bild: In den Jahren 1996 bis 1999 brachen die Erträge und Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft in Summe und auch je Beschäftigten tief ein. Dank des günstigen Ergebnisses im Jahr 2000 und der sehr guten Resultate 2001 konnte der Agrarsektor nunmehr diesen Einbruch in den Einkommen insgesamt (Beitrag der Land- und Forstwirtschaft zum Volkseinkommen) zu einem guten Teil ausgleichen. Berücksichtigt man die Abwanderung aus der Landarbeit, so schloss das Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft je Beschäftigten sogar wieder weitgehend an die allgemeine Einkommensentwicklung an.

Links zum Thema Österreich.

Thüringer Bierbrauer im Jahr 2001 im Aufwind

Themen: Handel,Lebensmittel,Statistik — info @ 15:05

Erfurt (agrar.de) – In den 17 großen Brauereien Thüringens mit im Allgemeinen 20 und mehr Beschäftigten gab es im Jahr 2001 sicherlich Freude über den gestiegenen Bierabsatz.

Nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik stieg die Biererzeugung im Vergleich zum Jahr 2000 um knapp ein Drittel auf 401 Millionen Liter. Die Verkaufserlöse erhöhten sich um ein Viertel auf 201 Millionen Euro, das waren 0,49 Euro je Liter.

Rein statistisch hätte jeder Thüringer im vergangenen Jahr 169,3 Liter Bier aus dem Produktionssortiment dieser 17 Betriebe trinken können. Im Jahr 2000 waren es 127,5 Liter.

Obwohl nicht unmittelbar vergleichbar, ist ein Blick auf den durchschnittlichen Bierverbrauch pro Kopf der Bevölkerung, den der Deutsche Brauer-Bund veröffentlicht, interessant. So liegt der Thüringer Bierabsatz über dem Bierverbrauch von Deutschland mit 124 Litern und knapp unter dem Verbrauch von Bayern mit 170 Litern.

Mit dem steigenden Bierausstoß blieb die Zahl der Beschäftigen nahezu konstant bei 1 070 Personen.

Links zum Thema Brenner und Brauer, Links zum Bundesland Thüringen.

Fischler wirft USA vor, die Reform der Agrarpolitik zum Scheitern zu bringen

Themen: Archiv — info @ 15:05

Brüssel (agrar.de) – Als Reaktion auf die zwischen Vertretern des amerikanischen Senats und Repräsentantenhauses erzielte Einigung über das neue Agrargesetz(1) erklärte der für Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und Fischerei zuständige EU-Kommissar Franz Fischler, das vorgeschlagene mehrere Milliarden Dollar schwere Gesetz bedeute für die Landwirte in den USA und der ganzen Welt eine verhängnisvolle Entwicklung. ‚Die Reformversprechen von Doha drohen hierdurch in Frage gestellt zu werden. Zu einer Zeit, in der alle entwickelten Länder die Entwicklung der Agrarförderung weg von handels- und produktionsverzerrenden Maßnahmen akzeptiert haben, vollziehen die USA eine Kehrtwendung und gehen genau in die entgegengesetzte Richtung‘, sagte er.

Kommissionsexperten halten es für wahrscheinlich, dass die USA die für sie geltenden WTO-Obergrenzen für produktionsverzerrende Ausgaben überschreiten werden. ‚Ich bin erstaunt über Stimmen im US-Kongress, wonach ein großer Teil dieser Preissubventionen nicht gegen die Verpflichtungen der USA aufgerechnet würde. Die USA werden die WTO-Bestimmungen einhalten müssen,‘ warnte Fischler. Er sei besonders besorgt über das negative Signal, das den Entwicklungsländern durch das vorgeschlagene Agrargesetz vermittelt werde. Das neue Agrargesetz habe den USA die Möglichkeit geboten, ihre Politik auf eine rationale und dauerhafte Grundlage zu stellen. ‚Die USA haben diese Chance eindeutig vertan‘, erklärte Fischler.

Der größte Teil der Maßnahmen, die Gegenstand der Einigung sind, ist in den USA von zahlreichen Kommentatoren aus dem gesamten politischen Spektrum verurteilt worden. Hauptkritikpunkt sind nicht allein die Kosten (Zunahme um 70 Prozent gegenüber dem Status quo), sondern auch die Gefahr, dass diese Politik weltweit zu Produktions- und Marktverzerrungen führen wird:

Höhere Preissubventionen (Ausgleichszahlungen und eine neue antizyklische Politik), die die Landwirte vor niedrigen Preisen schützen, werden eine Überproduktion nach sich ziehen. Die Landwirte werden ohne Rücksicht auf die Signale des Marktes Grenzertragsflächen in die Produktion nehmen, einzig und allein um die Subventionen zu ‚ernten‘. ‚Diese zum Scheitern verurteilte Politik kann nur zu einem weiteren Preisrückgang führen‘, bemerkte Franz Fischler und fügte hinzu, antizyklische Maßnahmen seien besonders verhängnisvoll, da sie versteckte Exportsubventionen darstellten und, um Importe fernzuhalten, die Inlandspreise drückten.

‚Das vorgeschlagene Gesetz schadet der Glaubwürdigkeit der amerikanischen Politik in der WTO, wo die USA eine handelsorientierte Agenda vorgelegt haben, zu der das neue Gesetz in völligem Widerspruch steht‘, sagte Fischler. ‚Wir können nicht verhandeln nach der Devise ‚das eine sagen und das andere tun.‘

Fischler betonte den Gegensatz zwischen der amerikanischen Politik, die einen Rückschritt zu preisbezogenen und produktionsverzerrenden Maßnahmen erkennen lasse, und der Entwicklung der EU-Agrarpolitik. ‚Die Richtung, in die die EU geht, ist klar: Kürzung von produktionsverzerrenden Subventionen und mehr Aufmerksamkeit für die Sicherheit und die Qualität von Lebensmitteln, für die Entwicklung des ländlichen Raums und für Umweltdienstleistungen zugunsten der gesamten Gesellschaft. Dies ist, was von der europäischen Öffentlichkeit verlangt wird und was auch im ureigensten Interesse der europäischen Landwirte liegt.‘

(1)Die im zuständigen Ausschuss aus Vertretern des Senats und des Repräsentantenhauses erzielte Einigung muss noch vom Kongress gebilligt und von Präsident Busch unterzeichnet werden, bevor das Gesetz in Kraft treten kann.

Links zum Thema Landwirtschaft international.

Naturschutzamt lehnt lasche Grenzwerte der EU-Kommission zur Saatgut-Verunreinigung ab

Themen: Archiv — info @ 15:05

Bonn (agrar.de) – Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) lehnt den Vorschlag der EU-Kommission für eine Richtlinie ab, die die unbeabsichtigte Kontamination von konventionell erzeugtem Saatgut mit gentechnisch verändertem Saatgut regeln soll. Nach Ansicht des BfN dürfte aus naturschutzfachlicher Vorsorgepflicht keine Saatgutverunreinigung toleriert werden, um die Verbreitung von Fremdgenen in der Natur zu verhindern. Der Grenzwert von Verunreinigungen sollte sich an der bisher bewährten Marke von 0,1 Prozent (Nachweisgrenze) orientieren. Hiermit wird zumindest ein minimaler Schutz für die Gentechnikfreiheit von sowohl biologisch als auch konventionell erzeugtem Saatgut gewährleistet.

‚Das Risikenpotenzial transgener Pflanzen auf das Gesamtökosystem ist noch nicht ausreichend abschätzbar‘, sagte BfN-Präsident Dr. Hartmut Vogtmann anlässlich der heutigen Anhörung der EU-Kommission. ‚Es ist bekannt, dass bei der Übertragung von Fremdgenen in das Erbgut von Kulturpflanzen keinesfalls nur der erwünschte Effekt, zum Beispiel die Resistenz gegenüber Totalherbiziden, erzeugt wird. Darüber hinaus sind auch unvorhersehbare Nebenwirkungen zu beobachten,‘ so Vogtmann.

Nach Ansicht des BfN ist immer noch völlig unklar, wie sich die eingebauten artfremden Transgene und die gleichfalls übertragenen Promotoren und vorwiegend viralen Vektoren in Boden, Pflanze und Tier langfristig verhalten. Die genetischen Regulationsmechanismen sind bisher nur unzureichend erforscht. Dies erschwert die Vorhersagbarkeit des Verhaltens transgener Organismen. Deshalb ist die Anwendung des Vorsorgeprinzips bei dieser Technik unverzichtbar. Dies muss auch für die Regelungen im Bereich der Saatgutkontamination gelten. Das Bundesamt für Naturschutz hält die von der Kommission vorgeschlagenen Grenzwerte daher nicht für ausreichend. Eine Saatgutverunreinigung von 0,5 Prozent bedeutet immerhin 50 m2 transgene Pflanzen pro Hektar! Gentechnikfreiheit ist damit nicht mehr zu erreichen. Stattdessen steht zu befürchten, dass eine solche Regelung die Bemühungen konventionell und biologisch wirtschaftender Landwirtschaftsbetriebe um Gentechnikfreiheit aushebelt, dem Verbraucher keinerlei Wahlfreiheit mehr erlaubt und der Verbreitung der Transgene mit allen damit verbundenen Risken für die Natur und die biologische Vielfalt Vorschub leistet.

Die EU-Kommission schlägt dagegen für die einzelnen Kulturarten unterschiedliche Grenzwerte vor: 0,3 Prozent für Raps und Baumwolle, 0,5 Prozent für Tomaten, Zuckerrüben, Mais, Kartoffel und Chicoree und 0,7 Prozent für Soja. Diese Werte wurden auf Vorschlag des wissenschaftlichen Ausschusses mit dem Ziel festgelegt, einen Grenzwert von 1 Prozent im jeweiligen Endprodukt (z.B. Futter oder Lebensmittel) einhalten zu können. Bei Überschreiten dieser Grenzwerte soll lediglich eine unspezifische Kennzeichnung erfolgen. Eine entsprechende Verunreinigung von Saatgut ist sowohl durch Auskreuzung aus benachbarten Anbauparzellen möglich, als auch im Verarbeitungsprozess des Saatguts durch Verschleppung zu erwarten.

Links zum Thema Biotechnologie.

Seiten: << 1 2 3 ...5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 >>



   (c)1997-2017 @grar.de