08. Mai 2002

Wie werden Hähnchen in Brasilien und Thailand gemästet?

Themen: Archiv — info @ 10:05

München (agrar.de) – Wie wird Mastgeflügel in Brasilien und Thailand gehalten? Wie ist es um den Medikamentenseinsatz und eventuelle Rückstände bestellt? Welche Umweltauflagen gelten und wie wird die Hygiene gehandhabt? Mit diesen Fragen hat sich der Bayerische Bauernverband (BBV) an Ministerin Renate Künast gewandt. Der Anlass sind enorme Steigerungen der Hähnchenexporte der genannten Länder.

Brasilien lieferte im vergangenen Jahr 343.000 Tonnen nach Europa, 159 Prozent mehr als im Jahr 2000. Brasilien und Thailand deckten jetzt schon 15 Prozent des deutschen Geflügelfleischverbrauchs ab. Nach Meldungen der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) hat Thailand seinen Export von Hähnchen nach Deutschland um 50 Prozent auf rund 49.000 Tonnen erhöht.

In seiner Anfrage spricht BBV-Generalsekretär Hans Müller auch die sozialen Produktionsstandards an. Da ein Großteil der Exporte auf Hähnchenteile und verarbeitete Ware falle, sei von Interesse, wie die Arbeitsbedingungen und wie hoch der Verdienst der Arbeitnehmer seien.

Der BBV will mit seiner Anfrage verdeutlichen, dass Anliegen der nationalen Politik nicht an den Fakten des Weltmarktes vorbei betrieben werden können. Informationen zu diesen Fragen erhofft sich der Bauernverband auch von Tessy Lödermann, Vorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Bayern.

07. Mai 2002

Bayern: Altomünster – ein beispielhafter Biotopverbund

Themen: Archiv — info @ 16:05

Altomünster (agrar.de) – Einen bayernweit einzigartigen Biotopverbund haben Landwirtschaftsminister Josef Miller und Umweltminister Werner Schnappauf am heutigen Dienstag im oberbayerischen Altomünster vorgestellt. In 13 Flurneuordnungs- und Dorferneuerungsverfahren waren dort in den rückliegenden Jahren auf einer Gesamtfläche von 9.900 Hektar 206 Hektar Biotope ausgewiesen worden, um die intensiv landwirtschaftlich genutzte Feldflur gezielt zu bereichern. Dafür wurden bestehende Kleinstrukturen gesichert und neue für den Naturraum typische Biotope geschaffen. Die beim Landerwerb anfallenden Gesamtkosten von fast 4,2 Millionen Euro wurden größtenteils durch Zuschüsse der Verwaltung für Ländliche Entwicklung abgedeckt. 614.000 Euro steuerte der Naturschutzfonds bei, 80.000 Euro der Landkreis und die Gemeinden.

Altomünster zeigt nach Aussage der beiden Minister in beeindruckender Weise, dass gemeinsames und pragmatisches Handeln aller Beteiligten den Naturschutz am ehesten voran bringt. Ein Biotopverbund dieser Größenordnung könne nur durch umfassende Bodenordnung und gezielten Flächenerwerb geschaffen werden.

Zwingende Voraussetzung dafür sei die Aufgeschlossenheit und Bereitschaft der Landwirte, ihre Flächen für Naturschutzzwecke bereit zu stellen. ‚Der Biotopverbund beweist, dass Naturschutz und Landwirtschaft in Bayern keine Gegensätze sind‘, so Miller. ‚Zusammen mit dem angrenzenden Arten- und Biotopschutzprojekt Weilachtal haben wir damit einen weiteren Knoten im BayernNetzNatur geknüpft‘, betonte Schnappauf. Gemeinsames Ziel sei, die natürlichen Lebensgrundlagen in Verantwortung für die Schöpfung und die künftigen Generationen zu bewahren.

Links zumm Thema Landschaft und Natur, Links zum Bundesland Bayern.

Bayern: Bauern-Demonstrationen gegen den Verfall des Milchpreises

Themen: Archiv — info @ 16:05

Mühldorf/Weiding (agrar.de) – Mehrere tausend Milcherzeuger haben am Montag in Bayern gegen den Verfall des Milchpreises demonstriert. Allein in Weiding im oberbayerischen Landkreis Mühldorf kamen rund 2000 Milchbauern zusammen, um mit Traktoren, Transparenten, Trillerpfeifen und Luftschutzsirenen gegen die Kürzung des Milchpreises um rund sechs Cent pro Liter zu demonstrieren.

Jakob Hölzl, Vorsitzender der Milcherzeugergemeinschaft Altötting/Mühldorf, machte deutlich, dass die Milchbauern einen Milchpreisverfall von 20 Prozent nicht hinnehmen werden. ‚Alle Molkereien haben die gleichen Preisvorstellungen. Wenn das ein Zufall ist, dann kann ich nur lachen.‘ Nach seinen Worten stehen den Milchbauern Einnahmeausfälle von rund 12,5 Millionen Euro ins Haus. Hölzl erinnerte an die Geschichte: ‚Vor 31 Jahren wurde an gleicher Stelle der Weidinger Milchkrieg geführt und die Bauern haben gezeigt, dass sie für ihre Belange kämpfen können.‘ Nach seinen Worten fehlen den oberbayerischen Bauern 60 Millionen Euro, um investieren zu können. ‚Dieses Geld geht der gesamten bayerischen Wirtschaft ab.‘

Die drohende Preisreduzierung würde bei einem Hof mit 150.000 Kilogramm Milch im Jahr zu Einbußen in Höhe von monatlich 700 Euro führen, so Hölzl. Die Bauern überreichten der Leitung des Nestlé-Werkes in Weiding eine Resolution gegen den Preisverfall. Für die Milchbauern sei es nicht hinnehmbar, dass die gegenwärtig schwierige Situation auf dem Milchmarkt voll auf die Bauern abgewälzt werde, heißt es in der Resolution. Der Preiskampf im Lebensmittel-Einzelhandel müsse beendet werden.

‚Wir werden um jeden Betrieb kämpfen. Noch nie wurden wir von den Molkereien so vorgeführt wie in diesem Jahr. Ich warne vor einer weiteren Kürzung unseres Entgelts und sage nur, Hände weg vom Milchpreis‘, erklärte Josef Anders, Landesvorsitzender der Milcherzeugergemeinschaften.

Auch in Buchloe kündigen Landwirte Protestaktionen an. Das dortige Milchwerk Karwendel will ebenfalls einen gekürzten Verwertungszuschlag zahlen. Statt bisher 5,11 Cent pro Kilogramm Milch sollen die Landwirte nur noch 2,40 Cent erhalten. ‚Davon können wir nicht leben‘, klagt Josef Amberger, stellvertretender Buchloer Obmann des Bauernverbandes (BBV). Seit Oktober ist der so genannte Erzeugerorientierungspreis für Milch um rund zwei Cent zurückgegangen. ‚Das ist schon ein Schlag für uns‘, so Amberger. Die zusätzliche Senkung des Verwertungszuschlags könnten die Vollerwerbsbauern nicht auch noch verkraften, warnt er. ‚So extrem angespannt war die Lage für die Bauern schon lange nicht mehr.‘ In Buchloe leben ihm zufolge rund 90 Prozent der Landwirte von ihren Betrieben ­ohne zusätzliches Einkommen.

Die Firma Karwendel wäre nach eigenen Angaben im Falle eines Lieferstopps gezwungen, die Milch aus Norddeutschland ­dort ist das Kilogramm um rund vier Cent billiger als im Süden oder aus Nachbarländern zu beziehen, betont Milcheinkäufer Franz Dietz. Er rechtfertigt die Kürzung des Verwertungszuschlages vor allem damit, dass große Discount-Märkte Druck machen. ‚Wir müssen die Produkte günstig verkaufen, da können wir die Rohstoffe nicht so teuer einkaufen.‘ Der Absatz in Discountern sei seit der Euro-Einführung sehr gut. ‚Liefern wir nicht zu den geforderten günstigen Preisen, lassen die uns fallen‘, erklärt Dietz.

Links zum Thema Milchwirtschaft.

Premiere für Förderpreis „Thüringer Ökoprodukt des Jahres“

Themen: Archiv — info @ 15:05

Erfurt (agrar.de) – Der Startschuss für den erstmals vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt ausgelobten Förderpreis ‚Thüringer Ökoprodukt des Jahres 2002‘ ist erfolgt. Ab sofort werden die Teilnahmeunterlagen versandt.

‚Wir wollen unterstützend tätig werden, um den Ökologischen Landbau mehr ins Rampenlicht zu stellen‘, sagte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar. Dabei soll der Förderpreis sowohl zu einer Steigerung der Nachfragesituation nach Ökoprodukten als auch zur Stärkung der Bereitschaft zur Umstellung auf den Ökologischen Landbau seitens der Thüringer Landwirte beitragen. ‚Zum einen geht es darum, beispielgebende oder pionierhafte Leistungen bei der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von ökologischen Lebensmitteln zu würdigen, und zum anderen möchten wir die breite Öffentlichkeit und damit die potentiellen Konsumenten der Produkte und Leistungen aus dem ökologischen Landbau für unser Anliegen gewinnen und sensibilisieren‘, so Dr. Volker Sklenar.

Zum 31. Dezember 2001 wurden 2,6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Freistaates von insgesamt 219 Landwirtschaftsbetrieben ökologisch bewirtschaftet. Hinzu kommen 55 Produktionsbetriebe, die teilweise oder ausschließlich ökologische Lebensmittel produzieren oder solche importieren.

Am Wettbewerb um den Förderpreis kann jeder Erzeuger und Verarbeiter teilnehmen, der eine Öko-Kontrollnummer besitzt und seinen Produktionsstandort in Thüringen hat. Somit werden die Europäischen Öko-Richtlinien für pflanzliche und tierische Produkte zum Mindestmaßstab. Zur Bewertung können maximal drei Öko-Lebensmittel eingereicht werden. Die Unternehmensgröße sowie das mit der ökologischen Produktion erzielte Umsatzvolumen spielen eine untergeordnete Rolle, da mit dem Wettbewerb möglichst viele Unternehmen des Ökologischen Landbaus und der Verarbeitung angesprochen werden sollen.

Der Förderpreis ist mit 5.000 EUR dotiert und fokussiert neben dem innovativen Charakter und der Qualität auch auf die Marketingaktivitäten für die eingereichten ökologisch erzeugten Lebensmittel. Der Bewerbungsfrist für den Wettbewerb endet am 6. August 2002.

Links zum Bundesland Thüringen

NABU fordert Einhaltung der Abstandsregelung bei Pestizideinsatz

Themen: Archiv — info @ 14:05

Bonn (agrar.de) – Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen um die gesetzlichen Regelungen zum Einsatz von Pestiziden hat der Naturschutzbund NABU vor einer unsachgemäßen und interessengeleiteten Debatte gewarnt. ‚Die Agrarlobby versucht, durch irreführende Aussagen Panikmache zu betreiben und damit die Landwirte gegen den Naturschutz aufzubringen‘, so NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen.

Wie aktuelle Ergebnisse aus dem Rhein zeigten, sei die Anwendung von Pestiziden in Deutschland trotz der bestehenden Auflagen und Abstandsregelungen gegenüber Gewässern und so genannten Saumbiotopen immer noch nicht sicher. Daher müsse für alle Anwendungen eine präzise Technik vorgeschrieben und besonders umwelt- und gesundheitsschädlichen Mitteln die Zulassung entzogen werden.

Der künstlich angefachte Streit um die Abstandsregelungen zeige nach Auffassung des NABU, dass die bestehenden Bestimmungen falsch ausgelegt würden. Wesentliche Vorgabe sei zunächst der Einsatz einer Verlust mindernden Technik, um überflüssige Belastungen des Naturhaushaltes zu vermeiden. Großzügige Ausnahmeregelungen führten derzeit dazu, dass der Mindestabstand von fünf Metern zu Saumstrukturen ohnehin nur auf einem äußerst geringen Teil der Fläche eingehalten werden müsse. Schließlich greife die Abstandsregel nur, wenn die entsprechende Technik nicht verfügbar sei oder die Pestizide eine besonders hohe Giftigkeit gegenüber anderen Tier- und Pflanzenarten aufwiesen. Diese Mittel wären sonst nicht zulassungsfähig und machen weniger als zehn Prozent aus.

‚Wir appellieren an Landwirte und Fachbehörden, die Bestimmungen nicht unnötig zu blockieren, sondern gemeinsam eine möglichst praktikable und sachgerechte Lösung zu entwickeln‘, sagte Billen. Die Konsequenz aus den komplizierten Anwendungsbestimmungen dürfe nicht deren Abschaffung sein, sondern eine Vereinfachung im Sinne des Verursacher- und Vorsorgeprinzips. ‚Wenn es nicht möglich ist, dass gefährliche Pestizide ohne Umweltrisiken ausgebracht werden können, müssen sie verboten werden‘, so Billen weiter.

Links zum Thema Pflanzenschutz.

DBV: Geschäftsbericht 2001 vorgelegt

Themen: Archiv — info @ 12:05

Berlin/Bonn (agrar.de) – Auf der jüngsten Präsidiumssitzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat die Geschäftsführung den Geschäftsbericht für das Jahr 2001 vorgelegt. Gut ein Jahr nach der BSE-Krise in Deutschland dokumentiert der Geschäftsbericht, dass die Land- und Agrarwirtschaft auf einem guten Weg ist, das selbstgesteckte Ziel – die Rückgewinnung des Verbrauchervertrauens – zu erreichen. Im Schwerpunkt des Geschäftsberichts wird deutlich, wie die Landwirtschaft bei dieser Aufgabe auf einen großen Vertrauensbonus in der Bevölkerung setzen kann, aber ebenso in der Pflicht ist, einen eigenen Beitrag zur Überwindung der BSE- und Vertrauenskrise zu leisten. Dieser Aufgabe kommt der Berufsstand mit dem Aufbau des Qualitätssicherungssystem QS nach.

Im Vorwort zum Geschäftsbericht sehen Präsident Gerd Sonnleitner und Generalsekretär Dr. Helmut Born in der Erhaltung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Bauernhöfe die große Aufgabe des Verbandes. Die Wettbewerbsstellung der deutschen Landwirtschaft sei abhängig vom Fleiß und Managementgeschick der Bauernfamilien, aber zugleich auch von den politischen Rahmenbedingungen. Sie kritisieren die Alleingänge der nationalen Agrarpolitik wie zum Beispiel die neue Hennenhaltungsverordnung, bekennen sich aber gleichzeitig zur Verpflichtung der deutschen Bauern zum Natur-, Tier- und Umweltschutz. ‚Es macht keinen Sinn, in Deutschland hohe Standards zu schaffen, wenn sie die Produktion aus Kostengründen ins Ausland abwandern lassen und so in der Agrar- und Ernährungswirtschaft Arbeitsplätze gefährden‘, heißt es im Geschäftsbericht.

Der Deutsche Bauernverband habe sich im vergangenen Jahr als Interessenverband und Dienstleister bewähren müssen. Mit vielen Veranstaltungen und Aktionen hat sich der Berufsstand in die öffentliche Willensbildung eingeschaltet. Als Dienstleister seien die Landesbauernverbände vor Ort mit einer Vielzahl von Beratungs- und Serviceangeboten präsent. Der Deutsche Bauernverband unterstütze dies aktiv zum Beispiel in Steuer-, Sozial-, Rechts- und Umweltfragen mit seinen Geschäftsstellen in Berlin, Bonn und Brüssel. Die Referatsberichte des Geschäftsberichts behandeln die einzelnen Themenbereiche, in denen der Deutsche Bauernverband im Jahr 2001 politisch aktiv war.

Sonnleitner und Born wörtlich: ‚In seiner Arbeit konnte sich der Deutsche Bauernverband auf engagierte erfahrene ehrenamtliche Mandatsträger in den Gremien und auf motivierte hauptamtliche Mitarbeiter in den Geschäftsstellen verlassen. Für ihr Engagement danken wir allen. Unser Dank gilt ebenso der guten Begleitung unserer Arbeit durch die vielen Gesprächspartner in befreundeten Verbänden, den Kirchen, Parteien, in den Parlamenten des Bundes und der Länder, in Bundes- und Länderagrarministerien und nachgeordneten Behörden.‘

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-81980, Fax: 0228-8198205, %url2%E-Mail%/%.

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DBV: Amerikaner vollziehen Wende in der Agrarpolitik

Themen: Archiv — info @ 11:05

Berlin/Bonn (agrar.de) – Mit dem neuen US-Agrargesetz, das der amerikanische Senat vor wenigen Tagen beschlossen hat, haben die USA jetzt auch offiziell die Idee vom Freihandel und völlig liberalisierten Agrarmärkten für gescheitert erklärt. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, sieht sich durch die Entscheidung der USA in seiner Auffassung bestätigt, dass es allein auf der Basis von unsicheren und stark schwankenden Weltmarktpreisen keine nachhaltige, von bäuerlichen Familien getragene Landwirtschaft geben kann. Ein gewisser Ordnungsrahmen für die Landwirtschaft sei unabdingbar, die Umkehr in der US-Agrarpolitik insofern eine logische Konsequenz, erklärte Sonnleitner auf der Sitzung am 7. Mai des DBV-Präsidiums.

Die Beschlüsse der USA müssen nach Auffassung des Deutschen Bauernverbandes auch Konsequenzen für die europäischen Politikkonzepte haben. Eine eigenständige Agrarpolitik sei nicht nur im Interesse der Landwirtschaft, sondern ebenso der Verbraucher. In jedem Falle sieht der Verband die Position der Europäischen Union in den kommenden WTO-Verhandlungen gestärkt. Er sieht zugleich die Position der Bundesregierung widerlegt, die nicht zuletzt mit dem Hinweis auf die WTO-Verhandlungen in Verbindung mit dem mid-term Review eine neuerliche und grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik gefordert hat.

Das bisherige Agrargesetz, das unter dem Namen ‚Freedom to Farm‘ für Furore gesorgt hatte, war von der Regierung und auch vom US-Bauernverband propagiert und gefördert worden. Es sollte die ordnungspolitischen Instrumente für die einzelnen Produktbereiche beseitigen und vertraute auf den absoluten Freihandel. Mit dieser Philosophie übten die USA Druck auf ihre Handelspartner aus, insbesondere auch auf die EU. Ständige amerikanische Forderungen waren: Die eigenständige europäische Agrarpolitik aufzugeben, Exporterstattungen, Markt- und Preisstützungen abzubauen. Entsprechende Forderungen prägten die Agrarreform des Jahres 1992 und auch die folgende Agenda 2000.

Zur Zeit der Beschlussfassung des Freedom-to-Farm-Gesetzes herrschten auf den Weltmärkten vorzügliche Bedingungen. Nach der Hausse auf den Weltmärkten folgte jedoch bald eine Baisse. Sie brachte die Verfechter von absolut liberalen Märkten auf den harten Boden der wirtschaftlichen Tatsachen zurück. Die amerikanischen Landwirte durchlitten selbst vor dem Hintergrund von guten einzelbetrieblichen Strukturen wirtschaftlich sehr schwierige Jahre, die zu einem verschärften Strukturwandel in der Landwirtschaft geführt haben. Um die Schäden für die Landwirte zu mildern, gab es in den USA verschiedene Notprogramme. Damit setzte auch ein politisches Umdenken ein. Das Vertrauen in lukrative und grenzenlose Weltmärkte war rasch verflogen.

In der vergangenen Woche ist in Amerika die Kehrtwende in der Agrarpolitik offiziell vollzogen worden. Nach zweijährigen Diskussionen haben sich die agrarpolitischen Unterhändler von Senat und Repräsentantenhaus auf ein neues Agrargesetz geeinigt. Es ist auf die Dauer von sechs Jahren angelegt. Mit diesem Gesetz kehren die USA zurück zu direkten Preisausgleichszahlungen, sogar zu antizyklischen Preisstützungen für die Landwirte. Mit dem neuen Agrargesetz werden die produktbezogenen Ausgleichszahlungen um etwa 70 Prozent angehoben. Die Ausgaben des Gesetzes sollen sich auf insgesamt fast 173 Mrd. US-Dollar innerhalb von sechs Jahren belaufen.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, Tel.: 0228-81980, Fax: 0228-8198205, E-Mail.

Links zum Thema %url4%Verbände%/%, Links zum Thema %url5%USA%/%.

47 Kinderbücher über Landwirtschaft „empfehlenswert und gut geeignet“

Themen: Archiv — info @ 10:05

i.m.a-Buchliste hilfreiche Orientierung für Eltern und Pädagogen

Bonn (agrar.de) – Landwirtschaft ist für Kinder eine faszinierende Welt, in der es Vieles zu entdecken gibt. Das bezeugt auch die große Auswahl an neu veröffentlichten Kinderbüchern.

Der i.m.a-information.medien.agrar hat jetzt eine neue Buchliste ‚Landwirtschaft im Kinderbuch – die besten Titel‘ zusammengestellt. Insgesamt 79 Titel für Klein-, Kindergarten- und Schulkinder wurden danach bewertet, ob sie zum einen modernen pädagogischen Anforderungen entsprechen und zum anderen ein realistisches Bild der modernen Landwirtschaft vermitteln. Geprüft wurde von pädagogischen Fachkräften auch, wie intensiv und gerne sich Kinder mit dem jeweiligen Buch befassen. 47 Buchtitel wurden in die Kinderbuchliste aufgenommen, unterteilt in die Kategorien ‚Kleinkind‘, ab ‚3 Jahre‘ und ab ‚5 Jahre‘. In Kurzbeschreibungen werden die Charakeristika, Stärken aber auch Schwächen der Kinderbücher erläutert.

Viele Titel sind schon Programm und Aufforderung zugleich: ‚Zeig mir die Tiere auf dem Bauernhof‘, ‚Fahr mit dem kleinen Traktor‘, ‚Suche und entdecke den Bauernhof‘ oder ‚Fühlen und Begreifen‘. Manchmal werden so spannende Fragen wie ‚Sind Esel schwindelfrei?‘ oder ‚Wieviel Kilogramm Wolle trägt das Schaf mit sich herum?‘, ‚Mama, sind Kühe wirklich lila?‘ und ‚Milch kommt aus der Tüte, oder?‘ beantwortet.

Bildergeschichten – auch zum Vorlesen – mit wertvollen Illustrationen, Zeichnungen und detailgetreuen Darstellungen bieten eine alters- und kindgerechte Lektüre. Einige Bücher gewähren durch Klappen und ‚Türen‘ besondere Einblicke in das Innenleben eines Bauernhofes, einschließlich der Bauernfamilie. Andere wiederum sind lexikonartig aufgebaut und erklären die wichtigsten Begriffe aus der Landwirtschaft.

Die neue i.m.a-Kinderbuchliste soll auf Publikationen und Autoren aufmerksam machen, die das Bild der modernen Landwirtschaft mit Tieren und Technik realbezogen widerspiegeln. Denn auch Kinderbücher können und sollen dazu beitragen, die ‚Verbraucher von morgen‘ mit der realen Welt vertraut zu machen und zu vorurteilsfreiem Denken und Handeln beizutragen. In diesem Sinne ist die Kinderbuchliste eine hilfreiche wie willkommene Orientierung für Eltern, LehrerInnen und ErzieherInnen.

Zu bestellen ist die Kinderbuchliste bei: i.m.a-information.medien.agrar, Konstantinstraße 90, 53179 Bonn, Fax. 0228-979 93 75, E-Mail.

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Sachsen: Startschuss für Waldjugendspiele – 5.500 Schüler machen mit

Themen: Archiv — info @ 10:05

Niesky (agrar.de) – Heute fiel in Niesky (NOL-Kreis) der Startschuss für die vierten sächsischen Waldjugendspiele. Wie das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium mitteilte, können Sachsens Schüler der dritten und vierten Klasse auch in diesem Jahr Unterricht mitten im Wald erleben. Rund 5.500 Schüler haben sich zu der Gemeinschaftsaktion von Landesforstverwaltung, Kultusministerium und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald angemeldet. Bis zum 13. Juni haben die Jungen und Mädchen Gelegenheit, an insgesamt 27 Forstämtern ihr Wissen über das Ökosystem Wald zu testen und zu erweitern. Ziel ist es, so die Organisatoren, die Schüler durch praktisches und erlebnisorientiertes Lernen für die Natur zu sensibilisieren.

Bei dem Unterrichtstag im Wald können die Kinder an zehn verschiedenen Stationen Rätsel lösen, Wissen testen und ihre Geschicklichkeit erproben. Dabei lernen sie verschiedene Baum- und Holzarten kennen, erfahren etwas über die Tiere des Waldes, können die Werkzeuge der Waldarbeiter (unter Aufsicht) ausprobieren und Kräuter erriechen.

Waldjugendspiele gibt es in Deutschland seit 32 Jahren. Bundesweit nehmen jedes Jahr etwa 65.000 Schüler daran teil. In Sachsen sind seit 1999 jährlich etwa 5.000 Grundschüler dabei.

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RLV: Landwirte tragen erheblich zum Wasserschutz bei

Themen: Archiv — info @ 09:05

Düsseldorf (agrar.de) – Auf die Erfolge der Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft beim Wasserschutz hat der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, auf der gestrigen Sitzung des CDU-Landesagrarausschusses in Düsseldorf hingewiesen. ‚8.500 Landwirte arbeiten in 113 Kooperationen auf 1,2 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche aktiv am nachhaltigen Gewässerschutz mit‘, sagte Decker. In vielen Kooperationen hätten die Nitratwerte zum Beispiel durch eine Änderung der Düngestrategie schon halbiert werden können.

Bei der anstehenden Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in nationales Recht sei es besonders wichtig, dass die Wasserrahmenrichtlinie im Sinne der Harmonisierung Eins-zu-eins in nationales Recht umgesetzt werde, so Decker. Die Bestandsaufnahmen, Umweltziele und Maßnahmenpläne von Gewässereinzugsgebieten müssten mit eventuell ebenfalls betroffenen anderen Mitgliedsstaaten eng abgestimmt werden und übereinstimmen.

Unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg zum Schutz des Wassers sei die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Vertretern der Wasserversorgungsunternehmen. Dabei biete sich die in Nordrhein-Westfalen bewährte Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft an. ‚Dabei gilt es, die durchaus noch vorhandenen Problemzonen – insbesondere im Bereich intensiver Tierhaltung und intensiven Gemüsebaus – sach- und zielgerecht anzugehen‘, sagte Decker.

In seiner Rede vor dem Ausschuss zur Agrarpolitik in Bund und Land forderte Decker insbesondere die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe. Wer die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stärken wolle, dürfe nicht auf Fördermaßnahmen des Umwelt- und Tierschutzes setzen, sondern müsse zuallererst für einheitliche Vorgaben im Tier-, Natur- und Umweltschutz für alle Beteiligten am Markt eintreten. ‚Wer es ernst meint mit einer nachhaltigen Landwirtschaft, muss dafür sorgen, dass die Prinzipien der Nachhaltigkeit in Deutschland und in Europa gleichermaßen und gleichwertig eingefordert werden‘, sagte Decker.

Information: Rheinischer Landwirtschafts-Verband (RLV), Rochusstraße 18, 53123 Bonn, Tel: 0228-52006-0.

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