11. April 2002

BBV: Fördermittel für Bioenergie bieten kaum Marktanreiz

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 15:04

München (agrar.de) – Am 24. März 2002 sind neue Richtlinien des Bundeswirtschaftsministeriums zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung Erneuerbarer Energien in Kraft getreten. (unsere Meldung)

Die neuen Richtlinien stellen für die Bioenergie zwar eine Verbesserung gegenüber den Förderbedingungen nach den Richtlinien vom 25. Juli 2001 dar, bezogen auf die ursprünglichen Förderrichtlinien ist aber immer noch eine deutliche Mittelkürzung im Bereich der Bioenergie festzustellen, stellte der Bayerische Bauernverband (BBV) fest. Konnten beispielsweise vor dem 25. Juli 2001 bis zu 300.000 DM (153.387 Euro) der Investitionskosten bei Biogasanlagen über den so genannten Teilschulderlass abgedeckt werden, sind es nach den neuen Richtlinien maximal 15.000 Euro je Einzelanlage. Ganz abgesehen davon, dass nur Biogasanlagen mit einer elektrischen Leistung bis 70 kW gefördert werden.

Grundsätzlich ist zu begrüßen, dass auf Grund massiver Einwände des Deutschen und Bayerischen Bauernverbandes und anderer Fachverbände gegen die damals erfolgte Mittelkürzung nun wieder der inhaltliche Ansatz einer Kurskorrektur beschritten wird, betont der Bauernverband. Aber insbesondere für Biogasanlagen und für Kraft-Wärme-Kopplungs-Biomasseanlagen über 100 kW bieten die bestehenden Förderkonditionen nur einen unzureichenden Marktanreiz. Der politisch gewünschte weitere Ausbau in diesem Bereich der Bioenergie wird mit den neuen Richtlinien nur schwer wieder in Gang kommen. Um so mehr besteht nun Handlungsbedarf im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.

Als äußerst ärgerlich betrachtet die Berufsvertretung die Höhe der Plafondierung der Fördermittel für die Bioenergie im Marktanreizprogramm. Hier erinnert der Bauernverband die Politik an ihr Versprechen, ein Drittel der gesamten Fördermittel im Marktanreizprogramm für die Bioenergie bereitzustellen. Bei einem Haushaltsvolumen von etwa 200 Mio. Euro für das Jahr 2002 wären dies rund 70 Mio. Euro anstatt der bereitgestellten 35 Mio. Euro.

Links zum Thema Energie, Links zum Thema %url3%Förderung%/%.

DBV: Preiskampf auf Bio-Markt würde Öko-Bauern schaden

Themen: Archiv — info @ 15:04

Verband besorgt über Signale aus der Werbebranche

Berlin (agrar.de) – Bio-Betriebe wirtschaften im Vergleich zu konventionellen Betrieben mit höheren Kosten, insbesondere durch höheren Arbeitskräfteeinsatz, was dauerhaft durch höhere Verbraucherpreise auszugleichen ist. Die überwiegende Mehrzahl der Verbraucher erklärt sich auch bereit, bis zu 10 Prozent höhere Preise für Bio-Produkte zu bezahlen, wie Umfragen von verschiedenen Meinungsforschungsinstituten immer wieder aufzeigen. Dies reicht jedoch bei den meisten Produkten nicht aus, um im Wirtschaftsergebnis mit den konventionell wirtschaftenden Betrieben gleichzuziehen. Sollte der Lebensmitteleinzelhandel jedoch Bio-Lebensmittel an der Ladentheke nicht mehr zu höheren Preisen anbieten, wird die positivere Entwicklung des Öko-Landbaus gefährdet, mahnt der Deutsche Bauernverband (DBV).

Zu solchen Befürchtungen gibt beispielsweise die Schlagzeile ‚Bio-Lebensmittel zum kleinen Preis‘ der Discountkette Plus Anlass. In den 2.700 deutschen Filialen werden unter einer Eigenmarke mit dem Bio-Siegel versehene Lebensmittel angeboten. Mit einer millionenteuren Werbekampagne wollen die Plus-Manager ihren Kunden, die bisher vor allem Niedrigpreise gewohnt waren, die Produkte mit dem Bio-Label schmackhaft machen. Der Discounter bietet 23 biozertifizierte Artikel zum kleinen Preis an. Die Produkte mit dem bundeseinheitlichen Bio-Siegel stammen nach Aussagen des Vorsitzenden der Geschäftsführung, Michael Hürter, aus kontrolliert ökologischem Landbau und von Erzeugern und Produzenten, die nach den Richtlinien der EG-Ökoverordnung arbeiten.

Die deutschen Öko-Bauern richten sich hingegen überwiegend nach den höheren Anbaustandards der Bio-Anbauverbände und müssen schon deshalb höhere Preise erzielen. Der DBV verfolgt deshalb mit größter Sorge, dass der Lebensmitteleinzelhandel nun auch bei Öko-Produkten zu einem agressiveren Marketing in Form von Preissenkungen übergeht. Beim Kampf um Marktanteile im Lebensmitteleinzelhandel ist der Bio-Bauer wie bereits der konventionelle Landwirt eindeutig der Verlierer, da die Kehrseite dieser für die Verbraucher günstigen Entwicklung der Druck auf die landwirtschaftlichen Einkommen ist.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, %url4%E-Mail%/%.

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Umweltrat übergibt Umweltgutachten 2002

Themen: Archiv — info @ 15:04

Berlin (agrar.de) – Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (&url1%SRU%/%) hat die Vorreiterrolle Deutschlands beim Klimaschutz gelobt. Er unterstützte die Politik der Bundesregierung zur ökologischen Modernisierung. Damit rege sie breite Innovationen in der Wirtschaft an, heißt es im Umweltgutachten 2002, das der Rat heute an Bundesumweltminister Jürgen Trittin übergab. In dem Gutachten mit dem Titel ‚Für eine neue Vorreiterrolle‘ hebt der Rat den Atomausstieg und das Erneuerbare-Energien-Gesetz hervor und würdigt die Stärkung des Naturschutzes im Rahmen des neuen Bundesnaturschutzgesetzes sowie die eingeleitete ‚Wende‘ in der Agrarpolitik.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin: ‚Ich freue mich, dass der Umweltrat die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung unterstützt. Die Vorschläge des Rates für die Weiterentwicklung eines ambitionierten Klimaschutzes sind sehr hilfreich. Wir werden sie sehr genau prüfen.‘ Ebenso wie Trittin hält der Umweltrat eine Reduktion der CO2-Emissionen um 40 Prozent – gegenüber 1990 – bis 2020 für erstrebenswert und erreichbar. ‚Ausdrücklich bescheinigt uns der Sachverständigenrat, dass dieses Ziel mit dem Atomausstieg vereinbar ist,‘ so Trittin.

‚Mit dem Vorschlag für eine neue Vorreiterrolle der Bundesrepublik im Umweltschutz findet der Umweltrat bei der Bundesregierung offene Türen‘, sagte Trittin: ‚Unsere Umweltpolitik hat dazu beigetragen, dass die Bundesrepublik ihren vorderen Platz im internationalen Umweltschutz behaupten kann. Beim Klimaschutz, beim Atomausstieg und beim Ausbau der Windkraft ist Deutschland bereits Weltmeister.‘

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) verlangte weitere energische Schritte im Umweltschutz von der Bundesregierung. ‚Eine weltweite Führungsrolle Deutschlands im Umweltschutz hat nicht nur Signalcharakter bei der Abwendung globaler Umweltkrisen, wie Klimaveränderungen und Zerstörung der biologischen Vielfalt, sondern bietet günstige Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung‘, betonte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Die Sicherung von ökologisch wertvollen Gebieten und Naturlandschaften in Deutschland durch das soeben verabschiedete neue Bundesnaturschutzgesetz stellt die Grundlage für attraktive Tourismusangebote und nennenswerte Zuwächse im Deutschlandtourismus dar. Bereits heute leben in Deutschland über zwei Millionen Menschen direkt oder indirekt vom Tourismus. Die ebenfalls eingeleitete neue Agrarpolitik mit einem Ausbau des ökologischen Landbaus und einer stärkeren Förderung der integrierten Entwicklung ländlicher Räume bietet der Landwirtschaft neue interessante Perspektiven.

Das Gutachten weist nach Auffassung des DNR auch auf Schwachpunkte hin, die durch eine Änderung der bisherigen Politik überwunden werden müssen. Dies gilt vor allem für die Fortführung der Steinkohlesubventionen nach 2005 und die Ausklammerung der Kohle bei der Ökosteuer. Um das erforderliche nationale Klimaschutzziel von 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 erreichen zu können, muss die Ökosteuer weiter ausgebaut und vor allem eine Wende in der Verkehrspolitik mit weniger LKW-, PKW- und Flugverkehr erreicht werden. Zu wenig Mut gegenüber der Chemielobby habe die Bundesregierung bisher bei der neuen, vorsorgeorientierten Chemiepolitik der Europäischen Kommission gezeigt. Hier mangele es an einer wirkungsvollen deutschen Unterstützung. Unverantwortlich sei auch der Anstieg der ausgebrachten Pflanzenschutzmittel in Deutschland seit 1993 im Gegensatz zu anderen Ländern auf jährlich 35.000 Tonnen. Hier sei eine drastische Reduzierung erforderlich. Den Rat von Sachverständigen für Umweltfragen forderte der DNR auf, beim nächsten Gutachten im Jahre 2004 die wichtigen Themen Gentechnik, Naturschutz, Verkehr und Wasser intensiv zu behandeln.

Der Naturschutzbund NABU hat das Jahresgutachten in seiner inhaltlichen Ausrichtung als wichtiges Barometer der deutschen Umweltpolitik bewertet. ‚Mit dem Gutachten bringt der SRU nicht nur seine fachlich Expertise ein, sondern macht auch politisch strategische Aussagen‘, sagte NABU-Umwelt-Expertin Susanne Hempen.

Das Umweltgutachten 2002 ist beim Sachverständigenrat für Umweltfragen (&url1%SRU%/%, Reichpietschufer 60, 10785 Berlin, Tel. 030-263696-0) zu erhalten. Eine Kurzfassung ist im Internet abrufbar.

Links zum Thema Dokumente.

Hessen: Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche

Themen: Hessen,Statistik — info @ 13:04

Wiesbaden (agrar.de) – Die Bodenfläche Hessens umfasst 2,1 Millionen Hektar. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, waren nach den Ergebnissen der Flächenerhebung 2001 die Landwirtschaftsfläche mit 43 Prozent, die Waldfläche mit knapp 40 Prozent sowie die Siedlungs- und Verkehrsfläche mit knapp 15 Prozent die prägenden Landschaftselemente in Hessen. Die verbleibenden zwei Prozent der Bodenfläche teilten sich in Abbauland, Unland und Wasserflächen auf.

Die gegenüber 1997 erkennbare Ausdehnung der Siedlungs- und Verkehrsfläche – die Gebäude- und Freiflächen, Betriebs- und Erholungsflächen sowie Verkehrsflächen und Friedhöfe umfasst – um 7.100 Hektar auf 314.000 Hektar war vor allem auf die Zunahme der Gebäude- und Freiflächen mit einem Zuwachs um knapp 4.800 Hektar auf nunmehr 152.000 Hektar zurückzuführen, während die Verkehrsfläche um gut 1.000 Hektar auf 138.000 Hektar anstieg. Die verbleibenden 24.000 Hektar teilten sich in 17.600 Hektar Erholungsflächen, 4.000 Hektar Betriebsflächen und 2.400 Hektar Friedhofsflächen auf.

Links zum Thema Boden, Links zum Bundesland Hessen.

Frischgemüse wird nur selten direkt beim Erzeuger eingekauft

Themen: Archiv — info @ 09:04

Absatzstärkste Vertriebswege waren 2001 Verbrauchermärkte und Discounter

München (agrar.de) – Knackig, vitaminreich und schmackhaft – dies lieben die deutschen Verbraucher bei Gemüse. Nach einer vom Bayerischen Bauernverband (BBV) zitierten Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) scheinen bei der Wahl der Einkaufsstätte jedoch die Bequemlichkeit und der Preis zu entscheiden. Demnach kauften von April bis Dezember letzten Jahres 28,1 Prozent der deutschen Konsumenten ihres insgesamt erstandenen Frischgemüses im Verbrauchermarkt, 22,2 Prozent in Discountern (ohne Aldi), weitere 20 Prozent direkt beim Branchenriesen Aldi. In der Reihenfolge der absatzstärksten Vertriebswege für Frischgemüse folgte der Lebensmitteleinzelhandel mit 12,1 Prozent. Den direkten Kontakt zum Händler oder den weiteren Weg zum Erzeuger schätzten die deutschen Verbraucher dagegen nicht sehr: Der Anteil vom verkauften Frischgemüse am Gesamtabsatz betrug auf dem Wochenmarkt 6,3 Prozent, im Fachgeschäft 4,6 Prozent und direkt beim Erzeuger nur 3,6 Prozent. In den übrigen Einkaufsstätten wurden 2,6 Prozent des gesamten Gemüses verkauft.

Der Verzehr von vitaminreicher Beilage oder knackiger Hauptspeise ist bei den verschiedenen Bevölkerungsgruppen sehr unterschiedlich. Nach der GfK-Studie bereichern vor allem Familien mit Kindern ihren Speisezettel mit Frischgemüse. Sie stellen rund 30,4 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung und hatten von April bis Dezember 2001 einen Anteil von 34,9 Prozent an der Frischgemüsenachfrage (einschließlich Pilzen). Auch ältere Paare ohne Kind genießen mehr frisches Gemüse, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Insgesamt wurden 34,1 Prozent der deutschen Bevölkerung dieser Gruppe zugerechnet, sie verzehrten rund 44 Prozent des Gemüses. Dagegen fragten Singles und Paare ohne Kind, Bevölkerungsanteil von 18,4 Prozent, mit 9,6 Prozent relativ wenig nach Frischgemüse. Es könnte sich allerdings der steigende Beliebtheitsgrad der sogenannten Convenience-Produkte bemerkbar machen. Diese Bevölkerungsgruppe wurde beim Frischgemüseverzehr sogar von den alleinstehenden Senioren übertroffen, auch wenn sie in den letzten neun Monaten mit einem Marktanteil von weniger als 11,6 Prozent eben-falls weniger Gemüse genossen, als es ihrem Bevölkerungsanteil von 17,1 Prozent entsprach.

Links zum Thema Gemüse

Öko-Discount bringt Bio-Bauern in Schwierigkeiten

Themen: Archiv — info @ 09:04

Sonnleitner: Verbraucher wird zwischen QS-Zeichen und Bio-Siegel entscheiden

München (agrar.de) – Eine kontrollierte Kennzeichnung von Lebensmitteln, wie sie durch das Quali-tätssicherungssystem QS ermöglicht wird, nutzt dem Verbraucher und der gesamten Lebensmittelkette. Dies erklärte der Präsident des Deutschen und Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Gerd Sonnleitner, in einem Interview im Handelsjournal, dem Wirtschaftsmagazin für den Einzelhandel. Das QS-Siegel stehe für eine durchgängige kontrollierte Prüfung im gesamten Herstellungsprozess der Lebensmittel und sei damit eine Art Nahrungsmittel-TÜV, der Produzenten, Händlern und Verbrauchern Sicherheit gebe. Der Lebensmittelhändler solle die Vorteile dieses Systems offensiv gegenüber seinem Kunden darstellen, regte Sonnleitner an. Das von der Wirtschaft initiierte Zeichen werde zuerst bei Rind- und Schweinefleisch eingeführt, das Interesse daran sei auch aus anderen Lebensmittelbranchen groß.

Im Lebensmitteleinzelhandel könne sich der Verbraucher im Laufe des Jahres zwischen Produkten mit Bio-Siegel oder dem QS-Zeichen entscheiden. Auch das staatliche Bio-Siegel trage zur Transparenz des Angebotes bei, wenngleich der Standard auf niedrigerem europäischen Niveau festgelegt wurde und nicht auf dem anspruchsvolleren deutschen Niveau. Der Anteil des Ökomarktes im Lebensmitteleinzelhandel werde sich weiter erhöhen. Mit einem Marktanteil von drei bis fünf Prozent sei das mögliche Potenzial für Ökoprodukte im Lebensmittelhandel noch nicht ausgereizt.

Sonnleitner kritisierte jedoch populistische Äußerungen einiger ‚praxisfremder Politiker‘ über das Marktwachstum und die Vorgabe utopischer Marktanteilsziele. Wenn im Markt die Nachfrage steige, würden die heimischen Bauern auch mehr Ökoprodukte produzieren. Bisher seien den Bio-Bauern aber durch Vermarktungsprobleme immer wieder Grenzen aufgezeigt worden. Ein Teil der Ökoprodukte habe sogar über die konventionelle Schiene vermarktet werden müssen, weil die Bio-Nachfrage zu gering sei. Wenn der Lebensmitteleinzelhandel jetzt dazu übergehe, auch Ökoprodukte zu Discountpreisen anzubieten, sieht der Bauernverbandspräsident große Schwierigkeiten für die deutschen Biobauern. Als Beispiel nannte er den Marken-Discounter ‚Plus‘, der mit dem Slogan ‚Bio-Lebensmittel zum kleinen Preis‘ werbe.

Die Bio-Bauern benötigten ein höheres Preisniveau, um kostendeckend zu arbeiten. Sonnleitner erinnerte daran, dass der Preiskampf im Handel schon bei konventionell hergestellten Lebensmitteln auf dem Rücken der Bauern ausgetragen werde und Einkommenseinbußen zur Folge habe. Wenn ein solcher Preiskampf auch bei Bioprodukten entbrenne, würden die Ökobetriebe ökonomisch in die Ecke gedrängt. Dabei würden Verbraucherministerin und Verbraucherverbände nicht müde, zu betonen, dass der deutsche Verbraucher bereit sei, mehr Geld für Bio auszugeben.

Links zum Thema %url4%Lebensmittelqualität und Kontrolle%/%, Links zum Thema %url5%Bio-Landbau%/%.

10. April 2002

Rheinland-Pfalz: Änderung des Landestierkörperbeseitigungsgesetzes

Themen: Archiv — info @ 16:04

Mainz (agrar.de) – Für die Tierkörperbeseitigung von Rindern, Schafen und Ziegen sollen in Rheinland-Pfalz zukünftig keine Gebühren mehr erhoben werden. Stattdessen soll auch hier die sogenannte ‚Drittellösung‘ gelten, die zur Zeit nur bei der Beseitigung von Schweinen und Pferden zum Tragen kommt.

Die bisherigen Bestimmungen des Landestierkörperbeseitigungsgesetzes sehen vor, dass für die Beseitigung von Tierkörpern, die in einer Tierkörperbeseitigungsanlage beseitigt werden müssen und für die Beiträge zur Tierseuchenkasse gezahlt wurden, keine Gebühren oder Entgelte erhoben werden. ‚Die nach Abzug des Erlöses verbleibenden Kosten der Beseitigung werden zu gleichen Teilen vom Zweckverband Tierkörperbeseitigung, der Tierseuchenkasse und vom Land Rheinland-Pfalz getragen,‘ so Umweltministerin Margit Conrad. ‚Dahinter steht die Überlegung, dass die gefahrlose Beseitigung der Körper von toten Tieren im Interesse von Land, Zweckverband und Tierseuchenkasse liegt.‘

Von dieser Regelung ausgenommen wurden bisher unter anderem Tierkörper, die wegen ihrer Einstufung als spezifiziertes Risikomaterial (SRM) nicht verwertbar sind. Damit betrifft die bisherige Regelung de facto nur die Körper von Schweinen und Pferden. Die Tierkörper von Rindern, Schafen und Ziegen, für die seit Beginn diesen Jahres Beiträge zur Tierseuchenkasse zu entrichten sind, enthalten SRM und sind daher insgesamt als Risikomaterial einzustufen.

Die unterschiedliche Kostenregelung hinsichtlich der SRM-enthaltenden Tierkörper ist darauf zurückzuführen, dass zum Zeitpunkt des damaligen Gesetzbeschlusses noch nicht geklärt war, welche Körperteile von Rindern und Schafen als SRM-Material einzustufen sind und welche Anforderungen an deren Entsorgung gestellt werden müssen.

‚Ohne diese Änderungen hätten die Besitzer von Rindern, Schafen und Ziegen die Gebühren der Beseitigung von Tierkörpern in vollem Umfang selbst tragen müssen. Mit der nun beschlossenen Neufassung des Gesetzes werden diese rückwirkend zum 1. Oktober finanziell entlastet,‘ erläutert Conrad.

Links zum Thema Hygiene, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

Strukturwandel verlangsamt: Noch 251 Molkereien in Deutschland

Themen: Archiv — info @ 14:04

Münster (agrar.de) – Im Jahr 2000 gab es in Deutschland noch 251 Molkereiunternehmen mit 324 Betrieben. Damit ist die Zahl der Unternehmen wie der Betriebsstätten innerhalb von zwölf Jahren nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) um mehr als die Hälfte geschrumpft.

Nach dem raschen Strukturwandel in den neuen Bundesländern unmittelbar nach der Wende haben sich die Abnahmeraten im Laufe der 90er Jahre sowohl bei den Betrieben als auch bei den Unternehmen kontinuierlich verringert. Im Jahre 2000 wurden nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) neun Prozent weniger Betriebe gezählt als 1997, während die Anzahl von 1991 bis 1994 um 19 Prozent zurückgegangen war.

Dabei hat sich der Strukturwandel in Norddeutschland rascher vollzogen als im Süden. So gab es 1973 in Niedersachsen mehr Molkereiunternehmen als in Bayern. Im Jahr 2000 ermittelte man in Bayern aber fast dreimal so viele Unternehmen wie in Niedersachsen: Im genannten Zeitraum sank die Zahl der Molkereien in Niedersachsen um 208 und in Bayern um 119. Verdoppelt haben sich seit 1973 die überregional arbeitenden Unternehmen auf 16 Firmen in den alten Bundesländern; in den neuen Ländern gab es ein solches Unternehmen.

Links zum Thema Milchwirtschaft.

Perspektiven der Nutztierhaltung in Deutschland

Themen: Archiv — info @ 10:04

Hochschultagung 2002 in Witzenhausen

Witzenhausen (agrar.de) – Unter dem Motto ‚Zukunftsfähigkeit durch Qualitätserzeugung?‘ steht die diesjährige Hochschultagung des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften am 18. April in Witzenhausen.

Die Qualitätserzeugung wird von der Agrarpolitik sowohl auf europäischer wie auf nationaler Ebene als Standbein der Einkommenssicherung betrachtet. Die Chancen, die sich daraus für die durch Tierseuchen und Überproduktion ohnehin stark unter Druck stehenden Betriebe ergeben, werden auf der Witzenhäuser Hochschultagung angesprochen. Besonders die Perspektiven der Landwirte in ‚benachteiligten Gebieten‘ werden bezüglich der künftigen Rahmenbedingungen in der Agrarlandschaft unter die Lupe genommen.

Namhafte Referenten der Universitäten Kassel (Witzenhausen), Bonn, Kiel und Vechta sprechen über die Zukunftsfähigkeit der Nutztierhaltung durch Erzeugung von Qualitätsfleisch in Deutschland. Themen wie die Zukunft der Nutztierhaltung in Deutschland, Verbraucherkommunikation, Qualitätsprogramme in der Fleischerzeugung, Honorierung von Tierschutzleistungen, Prozessqualitäten, z.B. Tiergerechtheit und Tiergesundheit sowie die Möglichkeiten einer zukunftsorientierten Agrarpolitik werden erörtert.

Das ausführliche Programm findet sich im Internet. Die Tagung wendet sich an das interessierte Fachpublikum aus der landwirtschaftlichen Praxis, Beratung, Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit. Sie findet am Donnerstag, den 18. April von 10 bis 17:30 Uhr statt. Anmeldung bei Erika Hilgendorf, Tel.: 05542- 98-1329, Fax: 05542-98-1333 oder E-Mail.

Kontakt und weitere Information: Universität Kassel, Fachbereich Ökologische Landwirtschaft, FG Tierernährung/ Tiergesundheit, Prof. Dr. Albert Sundrum, Tel.: 05542-98-1710, E-Mail.

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09. April 2002

Bruttomonatsverdienst in der Landwirtschaft bei 1.475 Euro

Themen: Archiv — info @ 16:04

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, verdienten die vollzeitbeschäftigten Arbeiter in der Landwirtschaft (ohne Gartenbau) in Deutschland im September 2001 durchschnittlich 1.475 Euro, das waren 2,9 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Im früheren Bundesgebiet sind die Bruttomonatsverdienste gegenüber September 2000 um 1,8 Prozent auf 1.884 Euro und in den neuen Ländern um 2,9 Prozent auf 1.431 Euro gestiegen. Die Ost-West-Verdienstrelation lag bei 76 Prozent (Vorjahr: 75 Prozent).

Die bezahlte Arbeitszeit betrug im September 2001 im Osten 197 Stunden und im Westen 188 Stunden. Auf Stundenlohnbasis sind in den neuen Ländern 86 Prozent der Arbeiter beschäftigt, im früheren Bundesgebiet 32 Prozent.

Im Gartenbau verdienten die Arbeiter in Deutschland mit durchschnittlich 1.634 Euro im September 2001 – auf Grund einer etwas geringeren Arbeitszeit – geringfügig weniger als ein Jahr zuvor (– 0,7 Prozent). Im früheren Bundesgebiet lagen die Bruttomonatsverdienste der Arbeiter im September 2001 mit 1.725 Euro um 0,6 Prozent unter dem Verdienst im September 2000 und in den neuen Ländern mit 971 Euro um 2,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Damit kamen die Arbeiter in den neuen Ländern auf 56 Prozent des Westverdienstes (Vorjahr: 58 Prozent); ihre bezahlte Arbeitszeit lag bei 165,4 Stunden, das waren 2,3 Stunden weniger als im früheren Bundesgebiet.

Links zum Thema Wirtschaft, Links zum Thema Arbeitsmarkt.

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