22. April 2002

Artgerechte Tierhaltung ist für Bauern ein Gesundheitsrisiko

Themen: Archiv — info @ 14:04

Wuppertal (agrar.de) – Werden Stallungen gut gelüftet und die Tiere ohne Stroh oder Sägespäne auf dem Boden gehalten, ist die Luft allgemein besser als bei ‚artgerechter‘ Haltung. Weil die aber politisch gewünscht ist, fordert die Arbeitsmedizinerin Dr. med. habil. Monika Rieger von der Universität Wuppertal besseren Arbeitsschutz für die Beschäftigten in der Landwirtschaft.

Für ihre Arbeiten zur Belastung und Beanspruchung von Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft durch biologische Arbeitsstoffe hat die Wuppertaler Arbeitsmedizinerin Dr. med. Monika Rieger den mit 10 000 Euro dotierten E.W.Baader-Preis 2002 erhalten. Eines ihrer wichtigsten Forschungsergebnisse: Die sogenannte artgerechte Haltung von Tieren im Stall kann für die Bauern ohne Schutzmaßnahmen gesundheitsschädlich sein. Der von der E.W. Baader-Stiftung jährlich ausgelobte Preis zur Förderung der Arbeitsmedizin in der Bundesrepublik Deutschland ist die höchste Auszeichnung, die von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umwelt-medizin vergeben wird. Die Betreuung hat der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Die durch den direkten Umgang mit Tieren und Pflanzen gekennzeichnete Arbeit von Landwirten hat mit Idylle auf dem Bauernhof in der Regel nicht viel zu tun – im Gegenteil gibt es ein hohes Unfallrisiko und eine Vielzahl gesundheitlicher Gefahren, wie sie von Dr. Monika Rieger untersucht wurden. Für die gebürtige Freiburgerin und Tochter eines Tierarztes lag der Schwerpunkt ihrer Untersuchungen im Bereich der Infektionskrankheiten und der Belastungen durch Bakterien, Schimmelpilze und ihre Abbauprodukte.

So hängt die Belastung der Stallluft mit Bakterien und Schimmelpilzen nach den Mess-Ergebnissen von Dr. Rieger unmittelbar mit der Stallgestaltung und den Haltungsbedingungen der Tiere zusammen: Werden Stallungen gut gelüftet und die Tiere ohne Stroh oder Sägespäne auf dem Boden gehalten, ist die Luft allgemein besser als bei ‚artgerechter‘ Haltung. Weil die aber politisch und von vielen Verbrauchern und Landwirten gewünscht und deshalb weitere Verbreitung finden wird, fordert Dr. Rieger besseren Arbeitsschutz für die Beschäftigten. Sie empfiehlt den Landwirten, möglichst wenig Zeit im Stall zu verbringen und wegen der hohen Keimkonzentrationen in der Stallluft, die mit dem Stroh oder anderen Einstreumaterialien zu tun haben, in jedem Fall eine Staubmaske zu tragen, wenn sie die Tiere füttern, Kühe melken oder den Stall ausmisten.

Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. wurde 1962 gegründet. Ihr gehören heute ca. 1000 Arbeits- und Umweltmediziner an. Professor Dr.med. Helmut Valentin, erster Lehrstuhlinhaber im Fach Arbeitsmedizin in Deutschland bezeichnete die von Dr. Rieger als Habilitationsschrift an der Uni Wuppertal eingereichte Arbeit vor allem deshalb als preiswürdig, weil sich bislang noch niemand in der deutschen Arbeitsmedizin wissenschaftlich so eingehend und jahrelang mit den Problemen der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt habe.

Die Wissenschaftlerin, die in ihrer Heimatstadt Freiburg Medizin studierte (Promotion mit ‚magna cum laude‘), gehört seit 1998 der Bergischen Universität an, wo sie im Fachbereich Sicherheitstechnik im Lehr- und Forschungsgebiet für Arbeitsphysiologie, Arbeitsmedizin und Infektionsschutz (Professor Dr. Dr.med. Friedrich Hofmann) tätig ist.

Dr. Ernst W. Baader war übrigens der erste Arzt, der an einer arbeitsmedizinischen Institution in Deutschland arbeitete: 1925 wurde Baader Leiter der ersten gewerbeärztlich-klinischen Abteilung Deutschlands, der ‚Station für Gewerbekrankheiten‘ im Kaiserin-Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin-Lichtenberg. Damit verfügte Deutschland nach Italien (1910) und Russland (1923) als drittes Land in der Welt über eine derartige Einrichtung. Unter der Leitung von Dr. Baader entwickelte sich das Haus zu einem arbeitsmedizinischen Zentrum von internationalem Rang. Heute befindet sich dort der Fachbereich Arbeitsmedizin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Für Dr.med. habil. Monika Rieger geht es jetzt erst einmal im Schweinestall weiter: Der Baader-Preis und ein Stipendium der Lieselotte und Dr. Karl-Otto Winkler-Stiftung für Arbeitsmedizin ermöglichen das nächste Forschungsvorhaben, in dem es darum geht, die Luftbelastung in Abhängigkeit von den Haltungsbedingungen zu untersuchen. Dr. Rieger: ‚Schweinestall ist ja nicht gleich Schweinestall. Wir wollen verschiedene Bodenformen, Lüftungssysteme, Fütterungssysteme und eben den Faktor Einstreu untersuchen. NRW-Umweltministerin Höhn fordert ja für neue Ställe generell die Verwendung von Stroh im Schweinestall – das finde ich aus Arbeitsschutzsicht ziemlich kontraproduktiv.‘ Der Verbraucher solle eben den Eindruck haben, das Schweineschnitzel sei glücklich gewesen, bevor es auf den Teller kam. Wie es dem arbeitenden Menschen, in großen Ställen viele Osteuropäer, aber auch Inder, Pakistani etc., gehe, daran denke der Esser nicht. Die Arbeitsmedizinerin: ‚Es ist also auch ein politischer Themenkreis, in dem ich mich bewege.‘

Links zum Thema Tierhaltung.

19. April 2002

EU-Kommission leitet gezielte Bodenschutzpolitik ein

Themen: Archiv — info @ 09:04

Brüssel (agrar.de) – Als Reaktion auf die Besorgnis angesichts der Bodenverschlechterung in der EU hat die Europäische Kommission die ersten Schritte hin zu einer Bodenschutzstrategie formuliert. Der Boden ist eine lebenswichtige, weitgehend nicht erneuerbare Ressource und war bisher nicht Gegenstand umfassender EU-Maßnahmen. Umweltkommissarin Margot Wallström sagte zu dem neuen Konzept: ‚Hiermit stellen wir den Bodenschutz auf die gleiche Ebene wie die Bekämpfung von Wasser- und Luftverschmutzung. Zu lange haben wir den Boden als selbstverständliche Gegebenheit angesehen. Erosion, Bodenverschlechterung und Versiegelung sind EU-weite Probleme. Es handelt sich hierbei um eine Frage der Nachhaltigkeit, denn diese Tendenzen sind weitgehend irreversibel, und der Boden ist für uns lebenswichtig.‘ Es handelt sich hier um eine der sieben ‚thematischen Strategien‘, die im 6. Umweltaktionsprogramm der EU vorgesehen sind. Die Strategie soll auf der informellen Ratstagung ‚Umwelt‘ Ende Mai erörtert werden.

Als ersten Schritt zu einer umfassenden EU-Bodenschutzpolitik, die Erosion und Verschmutzung bekämpft, veröffentlichte die Kommission nun die Mitteilung ‚Hin zu einer spezifischen Bodenschutzstrategie‚. Dies ist das erste Mal, dass die Kommission ein Dokument ausschließlich dem Bodenschutz widmet, weshalb die Mitteilung sowohl breit angelegt und deskriptiv als auch zukunftweisend ist.

Die Bedeutung einer umfassenden Bodenschutzpolitik

In der Mitteilung werden die Funktionen und die für die Politik relevanten Merkmale des Bodens, die wichtigsten Bedrohungen und die bisherige EU-Politik in diesem Bereich dargestellt. Der Boden ist eine wertvolle Ressource und von wesentlicher Bedeutung für die Lebensmittelproduktion. Er erfüllt jedoch noch viele andere Aufgaben. Die gesamte Vegetation der Erde ist bezüglich der Wasser- und Nährstoffversorgung sowie dem Wurzelhalt vom Boden abhängig. Der Boden speichert Minerale, organische Substanz, Wasser und Energie. Er filtert Wasser, wandelt Gase um und ist Genpool für eine enorme Anzahl von Organismen. Böden entstehen über lange Zeiträume hinweg, häufig über Jahrtausende. Sie nehmen äußerst vielfältige Formen an. Allein in Europa wurden über 320 Hauptbodenarten beschrieben, bei deren chemischen und physikalischen Eigenschaften selbst auf lokaler Ebene bemerkenswerte Unterschiede festzustellen sind.

Die Wirkung der menschlichen Tätigkeit auf den Boden war jahrhundertelang sowohl positiv als auch negativ. Die Fruchtbarkeit des Bodens wurde erhöht, um die ständig anwachsende Weltbevölkerung zu ernähren, unsere Landschaften und ein großer Teil der Tier- und Pflanzenarten haben sich Boden und Land angepasst. Besonders die Landwirte haben seit jeher ein enges Verhältnis zum Boden.

Bei ihrer täglichen Arbeit müssen sie auf die nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung von Agrarflächen achten, damit der Wert des Landes für die Landwirtschaft erhalten bleibt.

Böden sind durch die Tätigkeit des Menschen jedoch immer stärker bedroht, so dass die Fähigkeit zur Erfüllung ihrer Funktionen zurückgehen kann. Einige dieser Bedrohungen sind seit langem bekannt, wie die Erosion durch Wasser und Wind. Der Mittelmeerraum ist zwar von Erosion und Wüstenbildung am meisten betroffen, andere Teile Europas kennen diese Gefahr jedoch auch. Die allmähliche Erhöhung der Schadstoffkonzentration in der Luft durch die Emissionen von Industrie, Verkehr und bestimmten landwirtschaftlichen Praktiken kann nicht nur Bodenverschmutzung, sondern auch die Kontaminierung von Wasser und Lebensmitteln zur Folge haben.

Andere Probleme betreffen Industriestandorte, den Rückgang der organischen Substanz in einigen landwirtschaftlichen Böden, die Versiegelung des Bodens beim Bau von Infrastrukturen und Wohnungen, die Bodenverdichtung und die Folgen von Überschwemmungen und Erdrutschen. Grundlegend ist die Frage des Rückgangs der organischen Substanz. Hier ist ein klares Bild des Schadensumfangs vonnöten. Die organische Bodensubstanz ist ein wichtiges Kohlenstoffreservoir, und Böden werden heute im Zusammenhang mit dem Klimawandel als Kohlenstoffsenken angesehen.

Den verfügbaren Daten lässt sich entnehmen, dass bei etwa 16 Prozent der Fläche der EU (über 50 Mio. ha) eine Bodenverschlechterung zu verzeichnen ist. In den Bewerberländern beträgt der Anteil etwa 35 Prozent.

Erste Schritte einer Bodenschutzstrategie

Die Mitteilung nennt die Schritte, die im Hinblick auf einen umfassenderen Bodenschutz in Zukunft erforderlich sind. Die vollständige Anwendung der vorhandenen Umweltvorschriften für Wasser- und Luftverschmutzung würde spürbar zum Schutz des Bodens beitragen, ebenso die Anwendung guter landwirtschaftlicher Praktiken und die Verstärkung dem Boden förderlicher, umweltfreundlicher Maßnahmen in der Landwirtschaft.

Die Kommission will 2004 eine Strategie für den Bodenschutz vorlegen. Sie soll Rechtsvorschriften zur Einführung eines gemeinschaftsweiten Bodeninformations- und -überwachungssystems und detaillierte Empfehlungen für künftige Maßnahmen beinhalten. Das Überwachungssystem stützt sich auf bestehende Informationssysteme und Datenbanken und soll europaweit in harmonisierter Weise den Bodenzustand ermitteln, womit die Grundlage für einen sinnvollen mittel- und langfristigen Bodenschutz geschaffen werden soll. Zur Entwicklung dieses Instruments wird die Kommission mit Experten aus Mitgliedstaaten und Bewerberländern, Hochschulen, der Europäischen Umweltagentur (EUA) und sonstigen Beteiligten zusammenarbeiten.

Zwischenzeitlich plant die Kommission jedoch die Vorlage weiterer, speziell dem Bodenschutz dienender Maßnahmen :

2002: Vorschlag der vierten Einzelrichtlinie unter der Rahmenrichtlinie für Luftqualität, die sich mit Schwermetallen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) befasst ;

2002: Vorschlag einer Richtlinie für Bergbauabfälle (bis 2004: Vorlage eines Dokuments über die besten vorhandenen Techniken für die Bewirtschaftung der Bergbauabfälle);

2003: Änderung der Klärschlamm-Richtlinie mit einer Senkung der zulässigen Obergrenzen für Schadstoffe in Klärschlamm, möglicherweise Ausweitung ihres Geltungsbereichs auf alle Flächen, auf die Klärschlamm ausgebracht wird, und auf weitere Arten von Klärschlämmen ;

Bis Ende 2004: Erarbeitung einer Richtlinie für Komposte und sonstige Bioabfälle mit dem Ziel, Verunreinigungen zu kontrollieren und auf die Verwendung zertifizierter Kompostierungsverfahren hinzuwirken.

Zusätzlich zu den Gesetzesinitiativen wird die Kommission im Laufe des Jahres 2003 eine Mitteilung zum Thema ‚Planung und Umwelt – die territoriale Dimension‘ vorlegen, in der Fragen der rationalen Flächennutzungsplanung und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Bodenressourcen behandelt werden.

Die Kommission wird ferner gemeinsam mit den Mitgliedstaaten eine vollständigere Übersicht über das Ausmaß der Bodenkontaminierung in der künftigen erweiterten EU erstellen, so dass vorbildliche Praktiken und Sanierungsmethoden ermittelt und angewendet werden können. Die Schätzungen der Europäischen Umweltagentur für die Anzahl kontaminierter Standorte in der EU bewegen sich zwischen 300.000 und 1,5 Millionen. 2003 wird eine Konferenz über Bodenerosion und den Rückgang an organischer Substanz stattfinden. Die Zusammenarbeit mit aktuellen und künftigen EU-Mitgliedstaaten sowie anderen betroffenen Ländern der Region, von denen viele das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) unterzeichnet haben und dabei sind, Aktionsprogramme zur Bekämpfung der Wüstenbildung zu erstellen, wird Gelegenheit bieten, die Probleme zu beschreiben und Strategien für die Zukunft zu ermitteln.

Links zum Thema %url2%Boden%/%.

18. April 2002

Rheinland-Pfalz: Verwertung von Sekundärrohstoffen in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 16:04

Staatsekretär Hering sieht großes Potential bei Biomasse

Grenzau/Mainz (agrar.de) – Die Verwertung von Klärschlämmen und Bioabfällen in der Landwirtschaft wird auch in Zukunft eine große Rolle spielen. Diese Ansicht vertrat Umweltstaatssekretär Hendrik Hering bei der Mitgliederversammlung des Landesverbands der Maschinen- und Betriebshilfsringe Rheinland-Pfalz/Saarland in Grenzau.

Der Abfallwirtschaftsplan des Landes formuliere das Ziel, den Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen vorrangig einer landwirtschaftlichen Verwertung zuzuführen. So wurden im Jahr 2000 durch die separate Bioabfallerfassung knapp 300.000 Tonnen eingesammelt und Kompostierungs- und Vergärungsanlagen im Lande zugeführt. Aufgrund der guten Kompostqualität und der Qualitätssicherung durch die Anlagenbetreiber konnten diese Mengen anschließend in der Landwirtschaft und der Landschaftspflege verwertet werden. Neben dem Bioabfallkompost gingen auch ca. 60.000 Tonnen Klärschlämme in die landwirtschaftliche Verwertung.

In bezug auf die auf Bundesebene geführte Diskussion über den zukünftigen Einsatz von Düngemitteln stellte Staatssekretär Hering klar: ‚Wenn es sich tatsächlich als erforderlich erweisen sollte, den Schadstoffeintrag auf landwirtschaftliche Böden zu begrenzen, dann wäre es unsinnig, isoliert die Schadstoffeinträge durch Klärschlämme und Bioabfälle zu betrachten. Dann müssen alle Düngemittel auf den Prüfstand.‘ Die landwirtschaftliche Verwertung von Sekundärrohstoffdüngern müsse in dem Umfang erhalten werden, wie sie aus Gründen des Verbraucherschutzes und des Bodenschutzes vertretbar ist. ‚Es geht hierbei weniger um eine Vermeidung von Abfallmengen, sondern vielmehr um eine Vermeidung von Schadstoffen in derartigen Abfällen und Rückständen,‘ so Hering. Angesichts begrenzter Ressourcen des für das Pflanzenwachstum unentbehrlichen Nährstoffes Phosphat sollte die Entwicklung entsprechender Aufbereitungstechniken für Klärschlämme oder auch für Gülle hohe Priorität erhalten.

Ein neues unternehmerisches Betätigungsfeld für einzelne Landwirte sieht Hering in der Biomasseverwertung. ‚Zur Zeit werden erst weniger als zwei Prozent des in der Landwirtschaft verfügbaren Potentials an organischen Massen energetisch genutzt. Allein die Gülle der deutschen Milchviehhaltung könnte dabei den gleichen Beitrag zur Stromproduktion liefern, wie ihn Wind- und Wasserkraft derzeit zusammen leisten,‘ blickt der Umweltstaatssekretär in die Zukunft. Neben bereits fest etablierten Techniken wie Verbrennung oder Vergärung gewinne verstärkt auch die Technik der Vergasung, die Herstellung von Biomassetreibstoffen sowie der Einsatz von Biogas und Bioalkohol in Brennstoffzellen an Bedeutung. ‚In der Biomasse liegt derzeit ein bei weitem nicht ausgeschöpftes Potential zur Energiegewinnung,‘ so Hendrik Hering.

Links zum Thema Klärschlamm, Links zum Thema Energie, Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

17. April 2002

DBV: Nachhaltigkeitsstrategie sollte sich stärker an Agenda 21 orientieren

Themen: Archiv — info @ 13:04

Berlin (agrar.de) – Die heute vom Bundeskabinett verabschiedete nationale Nachhaltigkeitsstrategie sollte nach Auffassung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) stärker an die Ziele der Agenda 21 anknüpfen, die vor 10 Jahren auf dem Weltgipfel von Rio verkündet wurden. Die Agenda 21 ist für den DBV ein Plädoyer für eine moderne, umweltgerechte Wirtschaft und Gesellschaft. Gerade auch für die Land- und Forstwirtschaft wird eine Balance zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem gefordert. Das Landwirtschaftskapitel der Agenda 21 sieht die Produktion von ausreichenden Nahrungsmitteln hoher Qualität für eine wachsende Weltbevölkerung bei gleichzeitigem Schutz und Erhalt der natürlichen Ressourcen als vorrangig an. Schädliche Umweltwirkungen sollen hierbei weitestgehend vermieden werden.

Viele der ’21 Ziele für das 21. Jahrhundert‘ der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie sind aus Sicht des DBV noch zu stark vom politischen Tagesgeschäft geprägt, als dass von ihnen eine visionäre, wegweisende Kraft ausgehen könnte. So hält der DBV übereinstimmend mit den Öko-Erzeugern und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung den Indikator ‚Anteil des ökologischen Landbaues an der gesamten Landwirtschaft‘ für ungeeignet, um den Grad der Nachhaltigkeit der Landwirtschaft insgesamt darzustellen. Beim neu aufgenommenen Indikator der Nährstoffbilanz bleibt die ‚Öko-Effizienz‘ des eingesetzten Düngers außen vor, kritisiert der DBV. Erforderlich ist, den Nährstoffsaldo ins Verhältnis zu den erzielten Erträgen zu setzen.

Das Strategiepapier unterschätzt auch das Potenzial der Land- und Forstwirtschaft beim Klimaschutz und in der Energiepolitik, bedauert der DBV. Für Land- und Forstwirte gehören erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe zu den wichtigen Zukunftsthemen. Die Nachhaltigkeitsstragie ist der deutsche Beitrag zum nächsten Weltgipfel ‚Rio plus 10‘ im September 2002 in Johannesburg. Der DBV erwartet von der Bundesregierung, die Land- und Forstwirte stärker als bisher in die Diskussion einzubeziehen. Der DBV hat hierzu bereits im Jahre 2000 ein ‚Grünbuch für eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft‘ vorgelegt.

Information: Deutscher Bauernverband (DBV), Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin, Tel.: 030-31904-239, Fax: 030-31904-431, E-Mail.

Links zum Thema %url3%Agrarpolitik%/%.

16. April 2002

Windkraft-Branche startet fulminant ins Jahr 2002

Themen: Archiv — info @ 16:04

Osnabrück/Hannover (agrar.de) – Die Windkraft hat sich im ersten Quartal 2002 bundesweit so rasant wie nie zuvor entwickelt. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden 353 Windräder mit einer Gesamtleistung von 457 Megawatt (MW) neu errichtet. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa der Windkraft-Leistung, die im windreichen Großbritannien in den vergangenen 20 Jahren aufgebaut worden ist. Gemessen an dem Zubau im ersten Quartal des Rekordjahres 2001 (297,5 MW von Januar bis März) bedeuten die 457 MW des Jahres 2002 einen Zuwachs um mehr als 50 Prozent.

Damit etabliert sich die Windkraft immer mehr zu einem festen Bestandteil des deutschen Energieversorgungssystems. Ende März 2002 waren bundesweit knapp 11.800 Windräder mit einer Gesamtleistung von rund 9.200 MW installiert, das sind etwa fünf Prozent mehr als Ende des vergangenen Jahres. „Mit dieser installierten Leistung lassen sich in einem normalen Windjahr rund 3,5 Prozent des deutschen Stromverbrauchs decken“, betont Dr. Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), heute auf der Hannover-Messe bei der Präsentation der neuen Aufstellungsstatistik. Bei gleicher Ausbaudynamik in den nächsten Monaten wird der Windstrom-Anteil an der Stromerzeugung Ende des Jahres bei über vier Prozent liegen.

Der mit über 11.500 Mitgliedern bundesweit größte Windkraft-Verband erwartet für dieses Jahr wiederum einen neuen Aufstellungsrekord. ‚Den Vorjahreswert von 2.659 Megawatt wird die Branche in diesem Jahr sicher überbieten. Wir rechnen mit rund 3.000 Megawatt für das Jahr 2002‘, blickt Ahmels optimistisch nach vorne. Bis zum Jahr 2010 erwartet der BWE eine installierte Windkraft-Leistung von über 22.500 MW in Deutschland, darunter auch die ersten Offshore-Projekte. ‚Mit geringen Einsparungen im Stromverbrauch kämen wir dann auf einen Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung von rund zehn Prozent‘, so Ahmels weiter.

Der seit Jahren anhaltende Aufschwung in Deutschland ist Folge einer vernünftigen Einspeiseregelung: Das im April 2000 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet die Netzbetreiber, für Strom aus regenerativen Energiequellen eine Mindestvergütung zu zahlen. ‚Damit zeigt sich einmal mehr, das Mindestpreissysteme die Investitionssicherheit bieten, die von Quoten- und Zertifikatssysteme niemals erreicht werden‘, betont Dr. Preben Maegaard, Präsident des Welt-Windenergie-Verbandes (WWEA) und Energieexperte aus Dänemark. Diese Erfolgsfaktoren bekannt zu machen wird auch Aufgabe des WWEA auf der Welt-Windenergie-Konferenz im kommenden Juli in Berlin sein.

Weltweit waren Ende letzten Jahres rund 25.000 MW installiert, die produzierte Strommenge lag bei rund 50 Milliarden Kilowattstunden. Hinter dem Windkraft-Weltmeister Deutschland (8.754 MW) folgen die USA (4.258 MW), Spanien (3.337 MW), Dänemark (rund 2.500 MW) und Indien (rund 1.500 MW). ‚Die Aussichten sind weltweit glänzend. Nach einer Studie der dänischen BTM Consult ApS werden in den nächsten fünf Jahren rund 50.000 Megawatt weltweit dazukommen‘, so Maegaard. Vor allem der europäische Markt wird dabei weiter das Tempo vorgeben – glänzende Aussichten nicht für Exporte deutscher Hersteller und Zulieferer, sondern auch für den wirtschaftlichen Aufschwung in den Zielländern. ‚Langfristig werden vor allem auch Entwicklungsländer von der Windkraft profitieren‘, betont Maegaard und verweist auf mögliche Joint-Ventures.

Die verstärkte Windkraft-Nutzung ist deshalb nicht nur aus umwelt- und klimaschutzpolitischen Gründen dringend erforderlich. Die saubere Energie ‚Wind‘ bringt auch neue Impulse für den Arbeitsmarkt: Derzeit sind in Deutschland rund 35.000 Menschen in der Branche beschäftigt, davon wurde rund ein Fünftel allein im vergangenen Jahr eingestellt. ‚In diesem Jahr erwarten wir mindestens 3.000 weitere neue Jobs in der Windbranche‘, sagt Andreas Eichler, Sprecher des Firmenbeirates im Bundesverband WindEnergie (BWE).

Um die Nutzung der erneuerbaren Energien weiter voranzubringen, haben mittlerweile weitere nationale Regierungen, beispielsweise Frankreich, sowie die Europäische Kommission entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen. So soll innerhalb der EU der Anteil der Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen bis zum Jahr 2010 auf über 22 Prozent erhöht werden. ‚Im Oktober 2001 ist eine EU-Direktive in Kraft getreten, um dieses Ziel zu erreichen‘, so die Brüsseler Rechtsanwältin Dr. Dörte Fouquet, die auch für den europäischen Verband EREF (European Renewable Energies Federation) tätig ist.

Fouquet fordert, die nach wie vor für den Ausbau der erneuerbaren Energien bestehenden Hemmnisse auf dem liberalisierten Energiemarkt – beispielsweise beim diskriminierungsfreien Netzzugang – zu beseitigen. ‚Außerdem hat die Generaldirektion Wettbewerb nach wie vor die Beihilfeakte bezüglich des EEG noch immer nicht geschlossen‘, so Fouquet. Das ist besonders vor dem Hintergrund, dass der Europäische Gerichtshof in Luxemburg im vergangenen Jahr geurteilt hatte, dass die deutsche Einspeiseregelung für erneuerbare Energien keine staatliche Beihilfe darstellt, völlig unverständlich.

Bei der regionalen Verteilung der Windkraft-Leistung in Deutschland im Jahr 2002 bleibt Niedersachsen mit rund 135 Megawatt neu installierter Leistung weiterhin das Windland Nummer eins. Zwischen Harz und Nordsee drehten sich Ende März 3.143 Anlagen (2.562 MW). Die Windkraft kann damit mittlerweile rund zehn Prozent des niedersächsischen Strombedarfs decken. Den größten Windstrom-Anteil gibt es bundesweit allerdings in Schleswig-Holstein: Dort können die insgesamt 2.372 Anlagen (1.591 MW) mittlerweile über 25 Prozent des Strombedarfs decken. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern mit rund 20 Prozent und Sachsen-Anhalt mit rund zwölf Prozent.

Marktführer im ersten Quartal 2002 ist das Auricher Windkraft-Unternehmen Enercon mit einem Anteil von 51,4 Prozent an der neu installierten Leistung. In der Hersteller-Rangliste folgen die Firmen Enron Wind (demnächst General Electric) aus Salzbergen (Marktanteil: 14,4 Prozent), AN windenergie GmbH aus Bremen (10,7 Prozent), die Vestas Deutschland GmbH aus Husum (8,0 Prozent), die DeWind AG aus Lübeck (6,8 Prozent), und die Nordex AG aus Hamburg (6,1 Prozent). Der Umsatz der Branche wird in diesem Jahr schätzungsweise bei über 3,5 Milliarden Euro liegen.

Information: Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE), Herrenteichsstr. 1, 49074 Osnabrück, Tel.: 0541-350600, Fax: 0541-3506030, %url2%E-Mail%/%.

Links zum Thema %url3%Windenergie%/%.

Thalheim würdigt Engagement der sächsische Landfrauen

Themen: Archiv — info @ 12:04

Schleinitz (agrar.de) – ‚Ohne das Engagement der Landfrauen würde eine entscheidende Kraft für den ländlichen Raum fehlen. Sie bilden eine Brücke zwischen landwirtschaftlicher und nichtlandwirtschaftlicher Bevölkerung, zwischen Alteingesessenen und Neubürgern und zwischen Jung und Alt. Mit Ihrer Arbeit tragen Sie dazu bei, dass das Leben auf dem Lande attraktiv und lebenswert ist.‘ Mit diesen Worten würdigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, Dr. Gerald Thalheim, heute anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Sächsischen Landfrauenverbandes das hohe, meist ehrenamtliche Engagement der Landfrauen. Auf der Festveranstaltung in Schleinitz hob er die innovative Kraft der sächsischen Landfrauen hervor. In einer Zeit, in der die Bereitschaft zu ehrenamtlicher Tätigkeit leider allgemein nachlasse, sei ihr Einsatz besonders hoch zu werten.

Thalheim erinnerte daran, dass die Frauen auf dem Lande schon immer eine wichtige Rolle gespielt haben. In landwirtschaftlichen Betrieben hätten sie entscheidenden Anteil an der Einkommenssicherung, sei es in traditionellen Produktionsbereichen, bei der Direktvermarktung, beim Urlaub auf dem Bauernhof oder anderen Aktivitäten. Gerade sie seien innovativ, wenn es darum gehe, neue Einkommensalternativen zu erschließen. In den vergangenen Jahren hätten die Landfrauen ihren Wirkungskreis stetig vergrößert. Viele Frauen seien in kommunalen oder berufsständischen Organisationen und bei Maßnahmen zur Dorfentwicklung aktiv. ‚Die meisten Frauen möchten Familie, beruflichen Erfolg und ein Stück wirtschaftliche Unabhängigkeit miteinander verbinden. Frauen wollen und können mehr Verantwortung übernehmen – für Familie und Betrieb, für die Gesellschaft und für die Zukunft des Landes‘, so der Staatssekretär.

Besonders wichtig sei es, neue Arbeitsplätze für Frauen in den Dörfern zu schaffen. Das dafür notwendige Know-how und eine gezielte Beratung würden durch die Landfrauenverbände vermittelt. Durch ihr Angebot an zeitgerechten und zukunftsorientierten Qualifizierungsmaßnahmen hätten sie sich mittlerweile zu den wichtigsten Trägern der Erwachsenenbildung im ländlichen Raum entwickelt. Das Bundesverbraucherministerium unterstütze Projekte, durch die Landfrauen in die Lage versetzt werden sollen, neue Einkommensalternativen zu erschließen.

Links zum Thema Landfrauen, @grar.de Landfrauenforum.

Regionaler Konsum schützt Umwelt

Themen: Archiv — info @ 11:04

Bonn (agrar.de) – Durch den Konsum von Lebensmitteln aus der Region können die Verbraucher einen Beitrag zum Schutz der Umwelt liefern. Darauf weist der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) hin. Im vergangenen Jahr seien allein 75 Millionen Kilogramm Frühkartoffeln aus Ägypten nach Deutschland importiert worden. Für die rund zehntägige Reise der Frühkartoffeln aus Ägypten mit dem Schiff nach Norddeutschland und Italien und dann per LKW zu den Verbrauchern in Deutschland seien 10 Millionen Liter Diesel vergeudet worden; dies entsprächen rund 130 Milliliter Diesel je Kilogramm Kartoffeln. In diesen Wochen laufe der Frühkartoffelimport, zum Beispiel aus Ägypten, Zypern und Marokko, wieder an, obwohl die Konsumenten auf ausgereifte und geschmacklich bessere Kartoffeln zu deutlich geringeren Preisen von den Äckern des Rheinlandes zurückgreifen könnten. Durch den Kauf von Kartoffeln aus der Region könnten die Verbraucher unnötige Transporte über Tausende von Kilometern mit dem damit verbundenen Energieverbrauch vermeiden und das Klima schonen, betont der Verband.

Der Frühkartoffelimport nach Deutschland bis Ende Juni entspricht – so der RLV weiter – rund siebeneinhalbtausend vollen LKW-Ladungen. Werde Gemüse mit dem Flugzeug importiert, dann sei die Umweltbilanz noch schlechter. So würden nach Berechnungen der Fachhochschule Osnabrück zum Transport von 1 Kilogramm Spargel per Flugzeug aus Südafrika 4,3 Liter Kerosin verbraucht. Für den gesamten Transport von Importgemüse nach Deutschland würde mehr als dreimal soviel Energie verbraucht als für die Produktion von Gemüse in Deutschland.

Künast: Durchbruch für das Bio-Siegel

Themen: Archiv — info @ 10:04

Bereits 5.000 Produkte gekennzeichnet

Berlin (agrar.de) – 5.000 Produkte von 400 Unternehmen werden jetzt mit dem staatlichen Bio-Siegel gekennzeichnet. Damit wurden in den 30 Wochen seit Einführung des Kennzeichens am 5. September 2001 im Durchschnitt 23 neue Produkte pro Tag angemeldet. In den kommenden Monaten dürfte sich der Anstieg fortsetzen. ‚Das Bio-Siegel hat den Durchbruch geschafft. Unser Konzept einer breiten und unbürokratischen Verwendung des Siegels, bei strengen Sanktionen im Fall von Verstößen, hat sich bewährt,‘ so Bundesverbraucherministerin Renate Künast heute in Berlin.

Die Anmeldung neuer Produkte bei der vom Ministerium eingerichteten Bio-Siegel-Informationsstelle hat sich beschleunigt. Allein im März haben 120 Unternehmen den Einsatz des Siegels auf über 1.740 Produkten angezeigt. Dies sind doppelt so viele wie im Vormonat. Vor allem die Schaffung der rechtlichen Sicherheit über das Öko-Kennzeichengesetz und die Öko-Kennzeichenverordnung haben den Einsatz des Bio-Siegels voran gebracht. Darüber hinaus trägt die Bio-Siegel-Informationskampagne zur größeren Bekanntheit des staatlichen Kennzeichens bei. Zusätzlich zeichnet sich ab, dass die Verpackungsumstellungen voran gehen, so dass ein weiterer Schub von Anmeldungen erwartet wird. Zurzeit liegen Etiketten, Verpackungen, Dosen und Flaschen der Unternehmen noch in großer Zahl auf Lager und müssen erst verbraucht werden.

Über 40 Prozent der Unternehmen, die das Bio-Siegel nutzen, stellen verarbeitende Betriebe dar – darunter auch Neueinsteiger in die Ökobranche. Das Bio-Siegel hat offenbar auch bei neuen Marktbeteiligten das Vertrauen in ein nachhaltiges Wachstum des Marktes für Öko-Lebensmittel gestärkt. Mittlerweile sind nahezu alle Lebensmittelbereiche vertreten. Mit mehr als 15 Prozent der Unternehmen, die das Bio-Siegel einsetzen, ist der Handel sowohl im Fachhandel als auch im klassischen Lebensmitteleinzelhandel gut vertreten. Rund ein Viertel der Zeichennutzer sind Erzeuger und Erzeugergemeinschaften; 22 Prozent sind Mischunternehmen.

Das staatliche Bio-Siegel erhöht die Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher. Es garantiert den EG-Ökostandard und kann zusätzlich zu vorhandenen Bio-Zeichen verwendet werden.

Links zum Thema Lebensmittelsicherheit und -kontrolle

15. April 2002

Großhandelspreise im März 2002 unverändert

Themen: Archiv — info @ 16:04

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, veränderte sich der Index der Großhandelsverkaufspreise im März 2002 gegenüber März 2001 nicht. Im Februar und im Januar 2002 hatte die Jahresveränderungsrate – 0,5 Prozent bzw. + 0,2 Prozent betragen. Der Gesamtindex ohne Mineralölerzeugnisse lag im März 2002 um 0,2 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Gegenüber Februar 2002 stiegen die Großhandelsverkaufspreise um 0,9 Prozent. Ohne Mineralölerzeugnisse lag der Index der Großhandelsverkaufspreise um 0,5 Prozent über dem Stand des Vormonats. Binnen Monatsfrist verteuerten sich vor allem Tomaten (+ 17,0 Prozent), Schweinefleisch (+ 9,4 Prozent), lebende Schweine (+ 9,2 Prozent), leichtes Heizöl (+ 8,4 Prozent), Bananen (+ 6,8 Prozent) und Äpfel (+ 5,1 Prozent). Dagegen wurden Gurken (– 45,3 Prozent) billiger.

Starke Preissenkungen gegenüber dem Vorjahr gab es im März 2002 u.a. bei lebenden Schweinen (– 29,5 Prozent), Schweinefleisch (– 27,6 Prozent), Getreide (– 7,3 Prozent) sowie Zitrusfrüchten (– 6,1 Prozent). Dagegen waren u.a. Tomaten (+ 73,9 Prozent), Kartoffeln (+ 64,4 Prozent), Äpfel (+ 22,6 Prozent) und lebende Rinder (+ 21,0 Prozent) teurer als vor einem Jahr.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Bartels: Niedersächsische Forstpolitik stösst mit LÖWE-Programm unvermindert auf großes internationales Interesse

Themen: Archiv — info @ 16:04

Hannover (agrar.de) – Auch 10 Jahre nach Erlass sei das LÖWE-Programm noch immer ein forstlicher Exportschlager in alle Welt, zeigte sich heute Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels über die Besucherbilanz ausländischer Forstleute für 2001 erfreut.

Die Niedersächsische Landesregierung hatte am 23.07.1991 das ‚Niedersächsische Programm zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung in den Landesforsten‘ (LÖWE) beschlossen und damit den Dienststellen der Niedersächsischen Landesforstverwaltung eine verbindliche Handlungsanweisung gegeben. Das Programm basiert auf 13 Grundsätzen und sichert den Ausgleich von Ökonomie und Ökologie bei der Waldbewirtschaftung sowie eine nachhaltige Holzproduktion auf der gesamten Fläche der Landesforsten.

Wie richtungsweisend die Einführung dieses Regierungsprogrammes bereits 1991 war, werde durch das unvermindert große internationale Interesse deutlich, so Bartels. Im Jahre 2001 besuchten mehr als 500 Forstfachleute aus Ländern der ganzen Welt 18 Niedersächsische Forstämter und die Niedersächsische Forstliche Versuchsanstalt. Für 400 dieser zahlreichen internationalen Gäste stellten ‚LÖWE-Themen‘ den Kernpunkt des Aufenthaltes bei der Niedersächsischen Landesforstverwaltung dar. Aber auch andere aktuelle Themen, wie die Bereitstellung von forstlichem Saatgut, Holzvermarktungsangelegenheiten, Fragen zur Zertifizierung, Forstmaschineneinsatz usw. wurden mit den ausländischen Gästen erörtert.

Links zum Thema Wald und Forst., Links zum Bundesland %url3%Niedersachsen%/%.

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