29. April 2002

Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche: 129 ha/Tag

Themen: Archiv — info @ 11:04

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland zwischen den Jahren 1997 und 2001 insgesamt um 1.887 km² oder 129 ha/Tag zugenommen. Dies geht aus der Flächenerhebung 2001 hervor. Die Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke hat sich damit gegenüber dem Zeitraum 1993 bis 1997 beschleunigt, in dem die Zunahme noch 120 ha/Tag betrug.

‚Siedlungs- und Verkehrsfläche‘ und ‚versiegelte Fläche‘ dürfen allerdings nicht gleichgesetzt werden. Die Siedlungs- und Verkehrsflächen umfassen auch einen erheblichen Anteil unbebauter und nicht versiegelter Flächen. Darunter können sich auch solche befinden, die zum Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft durch Bebauung und Versiegelung bereitgestellt wurden.

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche hat damit zwischen 1997 und 2001 um 4,5 Prozent zugenommen. Größer geworden ist auch die Waldfläche in Deutschland und zwar um 0,4 Prozent oder 407 km² sowie die Wasserfläche (+ 1,8 Prozent bzw. 144 km²). Reduziert hat sich dagegen die Landwirtschaftsfläche (einschließlich Moor und Heide) um 1,1 Prozent oder 2.047 km².

Die Betrachtung der aktuellen Struktur der Flächeninanspruchnahme im Jahr 2001 ergibt folgendes Bild:

43.939 km² oder 12,3 Prozent der Bodenfläche Deutschlands (357.031 km²) werden für Siedlungs- und Verkehrszwecke benötigt. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Bodenfläche liegt in den Stadtstaaten Berlin (69,0 Prozent), Hamburg (57,0 Prozent) und Bremen (55,8 Prozent) am höchsten. In den anderen Bundesländern reicht die Spanne des Siedlungs- und Verkehrsflächenanteils von 6,7 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bis 21,0 Prozent in Nordrhein-Westfalen.

Mit 191.028 km² nimmt die Landwirtschaftsfläche 53,5 Prozent der Bodenfläche Deutschlands ein. Sieht man von den Stadtstaaten ab, so reichen die Anteile an der Bodenfläche von 42,8 Prozent in Rheinland-Pfalz bis 72,2 Prozent in Schleswig-Holstein.

Der Wald bedeckt 105.314 km² oder 29,5 Prozent der Bodenfläche Deutschlands. Stellt man hier die gleiche Betrachtung an wie bei der Landwirtschaftsfläche, so zeigt sich bei den Flächenstaaten ein umgekehrtes Bild: Schleswig-Holstein weist mit 9,5 Prozent den niedrigsten und Rheinland-Pfalz mit 40,8 Prozent den höchsten Waldanteil auf.

Die Wasserfläche nimmt mit 8.085 km² einen Anteil von 2,3 Prozent an der Bodenfläche Deutschlands ein. Besonders groß sind die von Wasser bedeckten Flächen in Bayern (1.374 km²) und Mecklenburg-Vorpommern (1.276 km²). Damit befindet sich rund ein Drittel der Wasserfläche Deutschlands in diesen beiden Bundesländern.

Von Sonstigen Flächen (Abbauland, Unland u.a.) sind 8.665 km² oder 2,4 Prozent der Bodenfläche Deutschlands bedeckt.

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